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Feature: Equalizer im Tonstudio

Equalizer: Ein Grundbaustein im Tonstudio

29. August 2022
feature equalizer im tonstudio

Feature: Equalizer im Tonstudio

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wenn die Snare nicht richtig reinknallt, dann mehr Pegel bei 1,5 kHz. Die HiHats werden bei über 3 kHz geboostet und im Bass probiert man eigentlich so lange rum, bis die Bassdrum passt. Einen Equalizer bedienen? Kann ich. Sollte Ihr Interesse an der Bedienung eines EQs an dieser Stelle enden, dann wünsche ich noch einen schönen Tag und viel Freude mit den weiteren Artikel auf AMAZONA.de.

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Falls nicht, finden Sie im folgenden Artikel neben ein paar Grundlagen zum Thema Equalizer einige berühmte Vertreter und empfehlenswerte EQs aus dem aktuellen Angebot. OK? Das wird gut!

Equalisation: Easy, oder?

Früher kannte man am HiFi-Verstärker den Bass- und Treble-Regler: Höhen rein, Bass rein oder noch einfacher den Loudness-Schalter gedrückt und schon kam der Klang satter aus den Lautsprechern.

Feature- Equalizer im Tonstudio 1

Ein klassischer HiFi-Verstärker

In grauer Tontechnik-Vorzeit brauchte man solche Devices, um die Unzulänglichkeiten der aktuellen Mikrofon- und Lautsprechertechnik auszugleichen. Mikro zu dumpf (oder Sänger zu unerfahren): Höhen rein – Ende. In der modernen Studiotechnik des 21sten Jahrhunderts geht man an das Thema völlig anders heran. Und um ehrlich zu sein: Es ist viel komplexer geworden, denn die Mittel, die schon einem kleinen Homestudio zur Verfügung stehen, sind wesentlich umfangreicher.

Equalizer: Die Herausforderungen

Vorab: Ich lasse hier die weiteren Prozesse des Mixings und Masterings einfach weg und verfolge nur den Weg des Equalizers:

Wenn man das Thema wie in einem Projektdiagramm angehen möchte, dann stellt sich zuerst die Frage: Anwendung auf dem Bus, also der Tonspur, oder auf der Summe wie beim Mastering. Es gibt sowohl spezielle Bus-Equalizer sowie Mastering- bzw. Summen-EQs. Auf dem Bus verzichtet man häufig auf Stereomodus oder eine hochfeine Auflösung der Regler. Im Gegensatz dazu arbeiten Mastering-EQs in der Regel feiner und haben meist eine Recall-Funktion, bei der man auf Knopfdruck bestimmte Einstellungen wiederherstellen kann.

pultex eqp 1

In der Praxis beginnt man auf dem Bus und dann stellt sich schon die nächste Frage:
Will ich etwas korrigieren oder färben (bzw. Charakter hinzufügen)? Sie sagen: „Ein Equalizer verändert doch immer den Klang!“ Aber wie zum Beispiel bei Kompressoren gibt es auch bei EQs die Modelle, die überaus neutral arbeiten und wirklich nur das gewählte Frequenzband anheben oder absenken. Und es gibt Geräte, die dem Klang eine Charakteristik hinzufügen, die über das klassische EQ-ing hinaus geht. Der berühmteste Kandidat ist hier sicherlich der Pultec EQP-1A, mit dem man den echt berühmten „Pultec Trick“ durchführen kann. Dieser ist ganz einfach: Man führt gleichzeitig eine Anhebung und eine Absenkung des Tiefenbandes durch. Bei einem neutralen EQ würde dies keinen sinnvollen Effekt bringen. Durch die Röhren und die altertümliche Elektronik im Gerät fügt dies dem Signal beim EQP-1A einen speziellen Charakter hinzu. Genaugenommen werden die meisten noch existierenden Pultecs nur noch dafür genutzt – denn für ein klassisches EQ-ing gibt es inzwischen viel bessere Geräte.

elysia xfilter mastering edition

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Im Gegensatz zu diesen Effekt-EQs stehen beispielsweise die Geräte von Elysia, die mehr wie ein Präzisionswerkzeug arbeiten und dem Klang allenfalls etwas Klares und Präzises hinzufügen. Wie in meinem Test des Elysia xfilter qube geschrieben, fügt dieses Gerät tatsächlich nur den Pegel im ausgewählten Frequenzband hinzu – eine klangverändernde Interferenz zwischen den überlappenden Frequenzbändern ist auf ein Minimum begrenzt.

Bei Vintage-Geräten geht es da anders zu: Hier schwingen die Bauteile und die harmonischen und disharmonischen Frequenzen interagierend, dass es eine Freude ist. Je nach Vorstellung des Kunden und des Tontechnikers kann man auf dem Bus Effekt-EQs oder auch klassische Equalizer einsetzen.

Hat man das passende Gerät ausgewählt, dann hat man wieder eine Wahl bzw. mehrere Optionen. In einem sauberen Mix blendet man üblicherweise die ungenutzten Frequenzbänder einer Tonspur aus. Wozu brauche ich tiefe Töne bei einer HiHat oder was soll ich mit 4 kHz oder mehr bei einem Bass? Somit verhindert man, dass ungenutzte Energien miteinander reagieren. Jedes Instrument, jede Stimme darf seinen Bereich haben. Bei überlappenden Frequenzen ist dann der Pegel entscheidend: Darf Gitarre A oder B im Vordergrund spielen?

Falls ich auf einer Spur noch das spezielle Timbre eines Effekt-EQs wünsche, dann darf man natürlich auch mehrere Equalizer auf einer Spur haben – aber für solche Experimente muss man sich die Zeit nehmen. Bei einem EQ gilt die Regel „Viel hilft viel“ eher nicht.

EQ-Special_Filtergüte

Filtergüte (Quelle: Elysia xfilter Manual)

Bei all diesen Überlegungen kommt dann noch die Filtergüte bzw. der Q-Faktor ins Spiel. Es macht einen großen Unterschied, ob ich die Höhen mit 6 dB, 12 dB oder über 18 dB pro Oktave herausfiltere. Denn flachere Filter interferieren naturgemäß mehr mit den Nachbarfrequenzen – dafür klingen sie oft natürlicher. Ein steiles Filter kann gezielt auch unerwünschte Peaks rausnehmen, aber das geht manchmal mit einem härterem Klang einher.
Deswegen schert es den Equalizer kaum, ob man im Alter bestimmt Frequenzen wahrnehmen kann. Denn auch wenn man die 16 kHz oder gar 20 kHz nicht mehr hören kann, so wird ein Aufdrehen dieses Frequenzbandes immer mehr „Air“ geben, also eine gewisse Luftigkeit und Transparenz. Das menschliche Ohr nimmt diese sehr hohen Frequenzen zur Ortung und zum Differenzieren einzelner Töne wahr.

EQ-Special_Analyzer

Spektrumanalyse (Quelle: Siraudiotools)

Und abschließend geht es im Mix dann noch um die Harmonie und die Pegelabstimmung: Sind die einzelnen Spuren sauber per Equalizer abgestimmt, so fällt es tatsächlich deutlich leichter, die einzelnen Spuren in das optimale Pegelverhältnis zu setzen. Auch können dann Panning- und Raumeffekte effizienter eingesetzt werden. Eine schön isolierte und gut eingebettete Tonspur klingt transparent und räumlich. Misson accomplished!

Equalizer: Der Anschluss und in der DAW

In modernen Mischpulten und DAWs gibt es diverse Möglichkeiten, ein Effektgerät einzubinden. Wir haben Sends, Inserts und im analogen Fall noch die Möglichkeit des direkten Anschlusses in den Signalweg.
Technisch gesehen sind Sends Abzweigungen im Signalweg, das bedeutet, es wird eine Kopie des Signals auf eine Umleitung geschickt und nachher wieder „auf die Hauptstraße“ zurückgeführt. In der Umleitung wird der Effekt eingebunden. Mit einem Regler kann man nun die Stärke des Effekt-Sends zum Original hinzugefügt werden. Im Idealfall sogar bis zu 100 %. Bei Equalizern ist dies sehr unüblich, denn eine Mischung aus Rohsignal und „ge-EQ-tem“ Signal ergibt keinen Sinn und wird so praktisch nicht genutzt. Hier findet man üblicherweise Reverbs oder Kompressoren.

EQ-Special_Inserts

Sends und Inserts an einem Mischpult

Der Insert ist keine Kreuzung, sondern ein Umweg. Das Signal wird komplett auf den Insert-Bus geschickt und dort tummeln sich die Effekte, wie eben der Equalizer. Der Insert ist elektrisch auch für solche zusätzlichen externen Geräte ausgelegt und so wird sich die Klangveränderung harmonisch einbinden. Allerdings ist zu beachten, dass man hier den Pegel meist nicht anpassen kann – deswegen sollte man immer aufpassen, die energiereichen Frequenzen (meist Tief- und Tiefmittelton) nicht zu weit auszusteuern, um keine Verzerrungen zu produzieren. Ein guter Mixer kann aber meist sehr heiß auf dem Insert laufen (also mit hohem Pegel), ohne zu verzerren.

Das direkte Verkabeln des Equalizers im Signalweg (also praktisch wie ein „Wired-Insert“) ist zwar grundsätzlich möglich, aber dies empfiehlt sich eigentlich nur, denn das Mischpult keine Inserts hat. Denn manchmal passen die jeweiligen Abschlusswiderstände einfach nicht zusammen und es kann zu einem Höhenverlust oder weniger Dynamik kommen.
Somit ist der Insert der optimale Weg, um einen Equalizer im Bus einzubinden – das gilt auch für die DAW, wenn man mit Plug-ins arbeitet.

Equalizer und Kompressor

Eine häufige Frage im Zusammenhang mit Equalizern ist: Vor dem Kompressor oder dahinter einsetzen? Hier kommt es tatsächlich darauf an, was die Spur ins beste Licht bringt: Möchte ich ein komprimiertes Signal shapen oder will ich erst eine tonale Balance finden und diese dann per Kompressor ins Gesamtbild einfügen. In der DAW ist dies mit wenigen Klicks ausprobiert, während dies bei analogen Geräten häufig in einer Steckerorgie endet und man durch die Zeitverzögerung den Unterschied nicht genau herausarbeiten kann. Wohl dem, der einen Mixer mit variablem Routing hat.

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SSL The Bus+ Kompressor mit integrierten dynamischen Equalizer

Berühmte Equalizer und aktuelle Empfehlungen

Vorab: In Sachen Equalizer haben nicht nur die One-Box-Geräte ihre Berühmtheit erlangt. Ganz oft sind es die 2- oder 3-Band-EQs in Preamps, die in der Studiotechnik ihren festen Platz gefunden haben.

Wie erwähnt: Der wohl berühmteste Vertreter ist der Pultec EQP-1A, den man heute nur noch gebraucht ab knapp über 4.000,- Euro bekommt. Alternativ gibt es mittlerweile einige sehr gute Klone von Manley, Warm Audio und Tube Tech. Allerdings – und das gilt für alle Vintage Geräte – haben Klone meist einen Nachteil: Sie bilden zwar die Schaltungstechnik der Urahnen gut nach, aber nicht Alterung der Bauteile und die damit verbundenen unkontrollierbaren Klangveränderungen. So ein 40 Jahre alter Kondensator hat nun mal ein gewisses Eigenleben, das auch mit moderner Technik nicht nachzubilden ist.

Als Weiterentwicklung des Pultecs gilt der Manley Massive Equalizer: Ein echtes Monster für knapp 8.000 Euro Listenpreis (aktuell ab 5.799,-  Euro), das keine Wünsche offenlässt und klanglich zum Besten gehört, was es in diesem Bereich gibt.

Manley Massive Passive

Die Frontplatte des Manley Massive Passive

Am unteren Ende des Pultec Lagers ist der famose Warm Audio EQP-WA: Vielleicht kein perfekter Pultec Klon, aber für 799,- Euro ein unschlagbares Angebot mit sehr schönem Klang.

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Vintage-Feeling auch für die Bühne und bezahlbar: Der Warm Audio EQP-WA Pultec-Style EQ.

Bei den Preamp-EQs kenne viele die Channel-Strip-EQs von SSL, API und Neve. Auch diese fügen dem Klang einen jeweils markentypischen Klang hinzu. Alle drei Marken haben ihre Preamps seit vielen Jahren weiterentwickelt und gepflegt und so bekommt man für vergleichsweise wenig Geld ganz tolle EQs für den Bus. Eine besondere Erwähnung soll an dieser Stelle der SSL The Bus+ bekommen, denn dieser Kompressor verfügt – als einziges Gerät am Markt – über einen dynamischen Equalizer, der die Pegelanpassung abhängig von der Lautheit und der eingestellten Kompression ermöglicht. Ein tolles Gerät, das aber immerhin 2.349,- Euro kostet.

Ein AMS Neve 1073SPX mono Preamp & EQ schlägt mit 1.789,- Euro zu Buche – dafür hat man aber den klassischen Rupert Neve Klang mit einem wirklich fantastischen Preamp und einem 3-Band EQ im Paket.

AMS Neve 1073 DPX test

Der API Audio The Channel Strip, ebenfalls mit 3-Band EQ, reißt mit 3.199,- Euro schon ein größeres Loch in den Geldbeutel. Aber auch hier: Ein Preamp for Life!

zaehl eq1 api500 test
Mit etwas weniger Historie die klanglich tendenziell neutralen Vertreter: Hier stehen – wie erwähnt – die Geräte von Elysia an vorderster Front: Sehr präzise, neutral verbaut Ruben Tilgner nur beste Technik in seinen Geräten. Der Elysia museq schwebt im Portfolio über allem, aber auch die xfilter Familie mit 19“ Gerät, 500er Serie, die mobilen qubes und dem xfilter Mastering Edition sind sehr empfehlenswert.

Ein weiterer Vertreter dieser Spezies sind die Bettermaker Geräte mit dem Stereo-Passive-EQ und dem mächtigen Mastering-Equalizer. Das Lineup der Polen ist in dieser Hinsicht überschaubar, aber dafür vom Feinsten. Die Mastering-Geräte von Bettermaker verfügen auch konsequenterweise immer über eine digitale Recall-Funktion. Schaut man sich moderne Studios an, dann sieht man, dass es der Hersteller aus der Schublade des Geheimtipps herausgeschafft hat.

Bettermaker Stereo Passive Equalizer Test

Bettermaker Stereo Passive Equalizer Front

Die deutsche Klangschmiede SPL Audio ist ebenfalls für neutrale Klänge bekannt. Deren EQ Serie, bestehend aus drei Geräten, ist aber nur für betuchte Studios zu empfehlen. Ab 4.599,- Euro bekommt man hier Equalizer der Referenzklasse.

Im unteren Preisspektrum finden wir Klark Teknik/Behringer, Golden Age und die Thomann Marke „the t.racks“. Ab 1.000,- Euro tummeln sich Marken wie Drawmer und Heritage Audio, die sich eher dem Kloning verschrieben haben und sich klanglich an den Equalizern z. B. von Neve anlehnen.

heritage audio motorcity eq

Equalizer-Plug-ins: Hot oder Flop?

Die meisten der genannten Equalizer finden wir natürlich auch als Software-Plug-in für die DAW. Waves, Universal Audio und Co. haben hier praktisch alle Geräte als Effekt-Plug-in verfügbar, die es auch als „Blech“ gab oder gibt. Das ist natürlich praktisch, denn wir haben ja bei den diversen Modellen schon gesehen, dass ein vernünftiger Hardware-Equalizer nicht ganz billig ist. Ich möchte hier auch keine Grundsatzdiskussion „Plug-in vs. Analog“ führen, denn das wird an anderer Stelle schon teilweise mit kriegerischen Ausmaßen gemacht.

EQ-Special_Plugins

EQ Plug-ins von Universal Audio

Hier meine Gedanken dazu

Es steht völlig außer Frage, dass man komplett „in the box“ (also rein digital) ganz hervorragende und massentaugliche Mixe erstellen kann und das Publikum wahrscheinlich keinen reproduzierbaren Unterschied zum Analog-Gear wahrnehmen wird.
In den meisten Fällen werden ohnehin die harten Fakten, wie das zur Verfügung stehende Budget oder der Platz auf dem Studiotisch, die Entscheidung leicht machen. Wenn ich für 149,- Euro ein Elysia museq Plugin bekomme und das Original fast 4.500,- Euro kostet, dann hat sich meist jede weitere Diskussion erledigt.

EQ-Special_museq plugin

Elysia museq Plug-in

Wenn Sie aber wirklich wählen können, dann finden sich die relevanten Fragen an anderer Stelle:

  • Kann man mit einer Maussteuerung dieses Feeling für die Klangveränderung aufbauen?
  • Kann ein digitales Stück Software dieses Harmoniechaos eines 40 Jahre alten Pultecs wiedergeben?
  • Vermittelt die grafische Darstellung eines Geräts die gleichen Emotionen, wie ein glühender Röhren-Equalizer mit gelblich-weiß leuchtendem VU-Meter?
  • Und kann in der DAW ein enthusiastisches Arbeitsgefühl aufkommen, das ein sehr gutes Resultat von einem echten Knaller unterscheidet?

Beantworten Sie diese Fragen für sich selbst. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Sie dürfen gerne davon ausgehen, dass moderne HipHop-Produktionen überwiegend ausschließlich in der DAW entstehen, während man Rockalben gerne noch in den Studios mit echtem Analog-Gear abmischt.

Conclusio

Anders als im Home-HiFi-Bereich ist der Equalizer in der Studiotechnik unabdingbar. Egal, ob in Podcasts, Hörbüchern, Pop, Rock oder Klassik: Sobald Klänge live wiedergegeben werden oder aufgezeichnet werden, dann können Sie davon ausgehen, dass einzelne Frequenzbänder mehr oder weniger sanft hervorgehoben oder zurückgenommen werden. Ich hatte neulich das Glück, dem Tonmann bei einem Konzert der Pagan Folk Gruppe Faun im Zirkus Krone in München beizuwohnen. Sechs exzellente Musiker bedienen überwiegend analoge Instrumente wie Lyras, Sackpfeifen und Flöten und auch hier konnte man auf jedem Bus sehen, wie die Frequenzbänder am Yamaha Digitalmixer optimal angepasst wurden.

EQ_Special_Faun

Digitalmixer beim Faun Konzert

Eine weitere Erkenntnis: Der Equalizer korrigiert keine schlechten Signale oder rettet eine miese Aufnahme. Er ist ein analytisches Gerät, um auf dem Bus eine optimale Abstimmung der einzelnen Signale zu erreichen und in der Summe (im Mastering) ein wenig mehr Grundton oder Luft zu erzeugen.

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Fazit

Nein, mit einem Loudness-Schalter oder den Bass- und Treble-Reglern eines Vollverstärkers hat ein Equalizer nichts zu tun. Dieses Studiogerät hilft nicht nur, den Klang am Bus oder im Mix zu optimieren, sondern auch, der einzelnen Tonspur seine Besonderheit herauszuarbeiten und im Mastering den Charakter des Ergebnisses zu optimieren. Dabei obliegt es dem Toningenieur, ob er charakterstarke Effekt-EQs einsetzt oder mit neutralen Klanglupen arbeitet. Am Ende zählen die Erfahrung und das Wissen, wie Frequenzen, Harmonien und Klänge zueinander passen und wie sie auf das Endergebnis wirken. Aber eines ist klar: Vom günstigen Plug-in, über Einstiegs-Equalizer bis hin zu den Mastering-Monstern bietet uns der Markt alle Möglichkeiten. Jetzt sind nur noch wir gefragt.

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Forum
  1. Profilbild
    MattMert 2

    Danke, toller Bericht! Ich finde gerade bei EQs spielt die Haptik eine wichtige Rolle und geht irgendwann „vie von selbst von der hand“. Das ist mit Software nicht so zu erreichen. Auch klingen analoge Hi-End Geräte immer noch offener und eben weniger „boxy“. Aber sie kosten auch entsprechend mehr. Richtig bemerkbar macht sich das eher in der Serie. Hat man viele Plugins hintereinander vs viele analoge Geräte, dann hört und fühlt man einen deutlichen Unterschied.

    • Profilbild
      Lapin

      Hi Sorry da will ich widersprechen. Der Vorteil von Plugins ist doch, dass ich viel mehr verwenden kann als mit analog Gear.

      Hört sich das für dich boxy an?

      https://youtu.be/BZAnZgTKXFQ

      Und dann sieh Mal was für ein Haufen Plugins da in Serie auf allen möglichen spüren und Bussen draufliegen
      https://youtu.be/8H8U-WjvdVc

      Also persönlich ist’s bei mir so: klar wär’s schön Mal einen eq mit leuchtender Röhre zum veredeln der Summe hier zu gewinnen, aber die überwiegende Zahl an Fällen in denen ich zu einem eq greife ist ein schnödes „die tiefen Frequenzen von Sound xyz brauch ich im Mix nicht also hi cut eq und noch bissl Platz schaffen für den lead Sound zwischen 1-3 k… Das geht mit Maus und einem Plugin das man kennt am besten und schnellsten

      • Profilbild
        MattMert 2

        Ja, da stimme ich absolut zu. Es geht auch nicht um entweder/oder. Ich räume auch am liebsten erst mal digital auf. Aber in der Mastering Kette zum veredeln arbeite ich viel schneller und intuitiver mit HW. Das mag bei anderen Kollegen anders sein. Und im direkten Vergleich klingt es für mich noch einen ticken offener, und das höre ich deutlich bei jedem Plugin / HW Vergleich. Es klingt „mindestens 5% anders“. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Und kommt auf das zu bearbeitende Material an, Und eine Investitionsfrage (da man auch die entsprechenden Wandler benötigt, etc.).

  2. Profilbild
    Steffog

    Schon lange spiele ich mit dem Gedanken, mir einen Hardware Equalizer zuzulegen und dieser Artikel macht Mut, das Vorhaben anzugehen.
    Vielen Dank.
    Zwar frage ich mich, ob ein Herausführen des Signals aus der DAW und wieder zurück nicht mit Qualitätseinbußen behaftet ist, aber das scheint mir nach ersten Versuchen mit dem SSL Six vernachlässigbar.

  3. Profilbild
    calvato

    Also, mischen ist für mich ein gänzlich unemotionaler Prozess, weshalb ich die Statements über „Feeling“ und „Enthusiasmus“ in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehen kann.
    Ich höre doch die Fehler im Sound und merze sie mittels EQ aus, ein analytischer Prozess. Ich hab jahrelang in großen, analogen Studios gearbeitet und vermisse gerade beim Mix überhaupt gar nichts, im Gegenteil bin ich froh, alles digital machen und reproduzieren zu können.

    • Profilbild
      ctrotzkowski

      Interessanter Aspekt, ob das Mixing analytisch oder emotional sein muß, oder die Mischung aus beidem.

      Wäre „The Real McCoy“ keine Dance-Music Nummer, sondern ein emotional empfindlicher Star-Track Doc (also im Sinne: Mixt Tracks für die Stars…), würde er sicher gern darüber mit seinem Kollegen „The Real Spock“ diskutieren :-D

      Wobei „Filmmusik“ vielleicht eine schöne Analogie zur guten alten Klassik bildet:

      Einen Stark-Trek Soundtrack würde ich eher bei einem emotional gut bestücktem Sound Engineer in Auftrag geben, um das ganze „larger than life“ mischen zu lassen, während die penibel und historisch korrekt produzierte Neu-Auflage von J.S. Bach’s Kantaten dann eher an den logisch korrekten Analytiker ginge…..

      Fazit: Die Welt braucht beide(s)!

      • Profilbild
        calvato

        Nur weil man analytisch mischt, heißt es doch keineswegs dass man nicht „larger than life“ mischen kann. Und umgekehrt auch nicht, dass analytisches mischen superclean sein muss.
        Wenn ich weiß wie es geht, kann ich doch ultraschmutzig mischen, superfett und einen mitreißenden Mix hinlegen, solange die Musik das hergibt. Man muss eben nur wissen wie ;)

  4. Profilbild
    Stratosphere

    Hochwertige analoge Komponenten heben automatisch das Selbstbewusstsein des Besitzers und schaffen vertrauen. Ob der Gebrauch dann auch zu hörbar besseren Ergebnissen führt, hängt von sehr vielen Faktoren ab, von denen Erfahrung sicherlich die wichtigste ist.
    Ja, es macht einfach Spass so etwas zu bedienen, bedingt aber erhebliche Ausgaben, da es nicht das eine Modell für alle Anwendungen gibt. Ich gönne es Jedem der sich das leisten kann und will. Vielleicht gehöre ich ja auch mal dazu.

  5. Profilbild
    Garfield Modular AHU

    Hallo Jörg,

    Herzlichen Dank für dein sehr interessanten Artikel. Es hat sehr viele Tips & Hints für mich enthalten, vielen Dank noch mal :-)

    Viele Grüße, Garfield.

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