Green Box: Korg 03R/W Synthesizer & RE1 Remote (1992)

13. März 2021

80er Sound mit Remote-Control

Der Siegeszug der Korg M1 in den 80ern

Korg hatte Ende der 80er-Jahre des letzten Jahrtausends mit der Korg M1 eine Workstation vorgestellt, die Produzenten und Musiker in die Lage versetzte, im Vorbeigehen komplette Songs mit einer Workstation zu produzieren. Rückblickend betrachtet war was weniger der Sound als die Bedienung, welche die M1 auf den Thron hob. Von Rock bis Heavy, von Indie/Alternative war die Korg M1 zu hören. Auf dem Dancefloor war sie die ungekrönte Königin der Nacht. Kaum ein Track aus dieser Zeit kam ohne sie aus. Von Organ Bass, Lore, Universe oder House Piano. Klar, dass Korg diesen Erfolg ausbauen und wiederholen wollte. Um dies vorweg zu nehmen, der eigentliche Nachfolger der M1 war die Korg X3 Workstation.

Der 19″ Underdog Korg 03/R

Das Korg 03R/W Soundmodul entstammt der Korg 01/W Serie und erschien 1992. Technisch haben wir hier eine weiterentwickelte M1. Die PCM-Rompler-Synthese heißt jetzt AI2 und besticht mit 32 Stimmen, im Multimode 16. Zwei Stereo-Effekt-Sektionen. Die Besonderheit waren die im Korg Kontext genannten Combinations. Eine Kombination besteht hier aus mehr als einem Programm. Hier kann man dann innerhalb einer Combination aus bis zu 256 Sounds layern, splitten, split-layern. Und diese Kombination dann durch die digitale Signalbearbeitung jagen, hier als VDF (variabler digitaler Filter) und VDA (variabler digitaler Amplifier) ausgeführt. Schwingungsformen lieferte der OSC natürlich auch, allerdings war man hier auf die Schwingungsformen des Contents angewiesen, der später dann durch den Zukauf von PCM-Cards erweitert werden konnte.

In der Korg 03R/W Serie stehen nicht nur mehr Samples im nunmehr 6 MB großem ROM bereit, nein, sie sind sogar noch qualitativ zum Teil erheblich verbessert worden. So hat man 256 verschiedenen Schwingungsformen/Multisamples ins ROM gebrannt, wobei neben den komplexen Samples auch einfache Schwingungsformen vorhanden sind (Sinus, Sägezahn, Rechteck mit verschiedenem Tastverhältnis usw.), wie auch die aus der M1 und dem DW bekannten DWGS-Schwingungsformen. Dazu gesellen sich noch satte 128 Schlagzeugklänge und der allseits beliebte GM-Modus, der hier auf Track 10 arbeitet. Mehr oder minder entspricht der Korg 03/W seinem großen Bruder Korg 01R/W, nur mit weniger Synthesemöglichkeiten und ohne Grafik-Display.

Abgerundet wird der 03/R mit Steckplätzen für PCM-Soundcards und RAM-Cards zur Speicherung eigener Kreationen.

Combinations und Audioausgänge

Damit kommen wird dann kurz zum Aufbau einer Kombination und den Audioausgängen. Eine Kombination kann aus bis zu acht Programmen bestehen, diese können über Panorama und die internen Audioverbindungen A-D auf die zwei Stereo-Effekt-Prozessoren geroutet werden. So das wir dann seriell oder parallel das Signal ausgeben können. Wir haben nun aber nur zwei Effektprozessoren, ergeben sich hier verschiede Modi. Da sich die internen Signalleitungen A-D entweder Pre-Pan oder Post-FX geschaltet werden können.

Generell war Korg 03R/W klanglich top, aber bei der Bedienung ohne die separat zu erwerbende Korg RE1 Remote, wird es dann haarig. Hier merkt man dann schon das Budget, auf das hier getrimmmt wurde.

Die Universal-Remote Korg RE1

Der Bedienung kann man nun mit zwei Möglichkeiten Herr werden. Der besagten Korg RE1 Remote Control oder mit Editoren wie Patchbase, Soundtower und MIDIQuest. Letztere Variante muss man mit dem Attribut gemächlich beschreiben. Zu schnelle Abfolge von MIDI-Daten quittiert der 03R/W gerne mit aufhängen. Und für alte Klangschrauber ist schieben von Reglern, gerne auch drehen, das einzig Wahre. Der Autor ist nun im Besitz eines kirchengepflegten M3R und daher ist die Bedienung der 03R/W nun nicht sonderlich schwer.

Korg hat hier einigermaßen die Praktikerbrille aufgehabt und gibt dem Produzenten die wichtigsten Einstellungen auf der obersten Ebene auf die Fader. Das Display der RE-1 ist ebenso ein nicht grafikfähiges 2-Zeilen Display. Deshalb sollte man die wichtigsten Dinge auf einem Spickzettel parat haben. Ebenso wird die RE1 mit dem Modul verbunden, erfolgt die Bedienung immer über die entfernte Editierung. Das Display war schon zu den aktiven Tagen der RE-1 ein böser Spaß. Passte die Beleuchtungssituation nicht, war man im Blindflug unterwegs, konnte sich aber zumindest über die Fader-Position und die F-Tasten orientieren. Wenn man so will, ist das auch der große Knackpunkt der kleinen Rack-Module von Korg. Ohne die RE-1 oder einen MIDI-Editor geht nichts.

Sounds auf Speicherkarten

Wenn einem die Presets der 03R/W nicht zusagten oder man für ein Projekt bestimmte Sounds benötigte, musste man damlsnoch in den Laden oder war schon im Mailorder-Zeitalter. Der Preis für diese war angemessen. Für die jüngeren Kollegen unter uns muss man anführen, wir sind immer noch im Zeitalter, als Speicherplatz in Gold aufgewogen wurde. Megabit und Megabyte waren der letzte Schrei. Dennoch mussten die Sounddesigner trickreich mit dem Speicherplatz umgehen. Und so ist es durchaus sinnvoll, mit PCM die Inhalte auf eine ROM-Card zu quetschen. Diese trugen so klangvolle Namen wie Ethnic, Dance, Synth, Best Of M & T oder POP PERFORMANCE. Ebenso trickreich war man bei den RAM-Cards. Diese sind batteriegebuffert. Dementsprechend muss die Batterie alle paar Jahre in den RAM-Cards gewechselt werden. Ebenso in der 03R/W, die auch über ein interes RAM verfügt, das von einer CR-2016 gepuffert wird. Leider ist die Batteriehalterung in allen Korg Modellen aus dieser Zeit der Schwachpunkt und neigt dazu zu brechen. Allerdings im Gegensatz zu einer Korg M1 ist hier der Batteriewechsel „servicefreundlich“. Gebrauchte ROM-Cards sind immer noch auf eBay zu finden und kosten derzeit ca. 70,- Euro.

An dieser Stelle sei angeführt, dass nach Konvertierung die Sounds des 01W/FD zum Kog 03R/W kompatibel gemacht werden können.

Die große Entschleunigung

Die Arbeit mit einem derartigen Gerät erfordert eine andere Herangehensweise. Zunächst sollte man sich hier angewöhnen, die einzelnen Sounds zum Beispiel einer Kombination über die separaten Ausgänge abzunehmen und die Spuren entsprechend separat zu effektieren. Sprich: 4 Tracks sind schon mal reserviert. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass wir hier einen Synth haben, der anders tickt. Und eben nur 32-fach polyphon ist und auch so benutzt werden muss. Das liegt zum Teil im Content begründet. Stichwort: Musik für TV-Serien. Und zum großen Teil in der Synthese. Man achte hier auf die Klangbeispiele 70s Ballad und 90s Movie Theme. Hier falsch eingespielt und die Dynamik bricht ein.

OSC, VDF, VDA, EG und MG

Der OSC ist hier kein Oszillator im eigentlichen Sinne, hier wird ein Single-, Double- oder Multisound geladen, was ein PCM-Sample ist. Der aufmerksame Leser wird nun anmerken, hoppla es fehlt eigentlich ein OSC. Exakt, ab Werk waren derer zwei verbaut. Multisounds bestanden hier aus „Basic Waveforms“, die man nun geschickt anordnete, an sich ein sehr innovatives Konzept. Korg führte hier auch das Konzept der variablen digitalen Filter und variablen digitalen Verstärker fort. Diese Kombination ist nun alles andere als ein klassischer subtraktiver Synthesizer. Der OSC möchte mit ausreichend Fleisch gefüttert werden. Das VDF hat ungefähr die Flankensteilheit der Wasserkuppe/Rhön. Nur eben ohne Resonanz und ist hier als digitaler Tiefpass ausgeführt, aber mit Hüllkurven. Wenn ich nun auf einen Resonanz-Sweep hinaus möchte, dann sind wir wieder beim OSC. Damit solche Sounds klappen, muss dieser einen solchen Sound mitbringen.

Auf der anderen Seite hat Korg diese Schwächen mit praxistauglichen Sounds der Marke „amtlich“ wieder wettgemacht. Und wir werden im weiteren Signalverlauf ja auch mit 4 Hüllkurven und 3 MG, Modulationsgeneratoren, auch bekannt als LFO beglückt.

Effekte und Signalrouting

Die Beschreibung der Effektsektion und der Möglichkeiten des Signalroutings nehmen im Handbuch recht viel Raum ein. Hier finden wir von Rotary Speaker, Enhancer, Symphonic Ensemble alles, was wir benötigen. Hier muss man vor Augen haben, dass diese FX zum damaligen Zeitraum mehr oder weniger state of the art waren. Heute werden vermutlich die meisten milde lächeln, aber Anfang der 90er-Jahre war dies so. Und es war durchaus üblich, dass interne FX benutzt wurden. Das Routing und die FX-Sektion spielen ihren Trumpf bei FX-Sounds und Pads der Marke „evolvierend“ oder „bewegt“ aus. Gerne auch Drone-Sounds.

Eine Frage der Organisation – Speicherverwaltung

Die 03R/W ist in der Bedienung und Editierung in schönster Eintracht zu anderen Modellen aus dieser Zeit. Die Basis bildet ein Programm, wenn wir ein Programm laden wollen, heißt es, PROG betätigen und Programmnummer eingeben. Das Programm wird durch einen Druck auf EDIT nun editiert. Genauso verfahren wir mit einer Combination. Pro Bank können wir so jeweils 100 Programme und Kombinationen im internen Speicher organisieren. Diese finden wir unter Bank A. Und pro Bank können wir dann zwei Drumkits und einen Satz Global Data speichern.

Aufpassen sollte man bei der Bank G, diese ist nur ROM. Und ältere Semester erinnern sich mit leichtem Schaudern an GM. Die Jüngeren suchen nach dem Stichwort General MIDI in der Fachliteratur ihrer Wahl. Für externe Sounds von PCM-ROM-Karten oder RAM-Karten sind die Bänke C oder D zuständig. Und hier wird’s jetzt haarig. Programme und Kombinationen müssen immer von derselben Bank stammen. Hört sich jetzt erst mal nicht wild an. Hat aber in der täglichen Arbeit durchaus Konsequenzen. Entweder speichere ich alles intern oder eben extern. Ebenso sieht es mit den Funktionen Load From Card, Save To Card und Preset Data Load aus. Hier muss man wirklich strukturiert arbeiten, sonst ist mit einem Klick das Ergebnis der Arbeit weg. Grundsätzlich muss man auch beachten, dass man im Backup und Wiederherstellungsfall immer zwei RAM-Cards haben sollte. Sprich, die CR2016 einer RAM-Card muss gewechselt werden, Daten auf die zweite RAM-Card sichern. CR 2016 wechseln. Nachteil: Ich muss immer eine leere RAM-Card haben. Genauso verfahren wir, wenn wir ROM-Content haben. Dieser liegt auf einer Karte vor und muss nun zunächst auf der internen Bank oder der RAM-Card gesichert werden. So können wir dieses Programm oder Kombination bearbeiten.

Die RE1 – Remote Editor

Eingangs wurde angeführt, dass ohne die RE1 die Bedienung der 03R/W ungefähr so sinnvoll ist wie Zen-Gartenpflege während eines Sturms. Die RE1 wurde seinerzeit als abgesetzte Fernbedienung für diverse Rack-Geräte, Wavedrum und die Effektgeräte der A Serie eingeführt. Ein durchaus innovatives Konzept, einen Controller mit einem Interface für verschiedene Geräte und Typen anzubieten.

Die RE1-Remote ist gut verarbeitet und relativ groß – das kommt auf vielen Bildern kaum rüber.

Die Bedienung und das Erlernen der Bedienung wird hierdurch massiv vereinfacht. Korg gibt hier durchaus mit Bedacht ans Werk. Die Taste F2 machte nun auf verschiedenen Geräten nicht grundsätzlich etwas anderes. A-H und die darunterliegenden Fader auch nicht. Teilweise steckt hier auch eine clevere Bedienlogik dahinter. Mit Plus und Minus durch die Programme „steppen“, wenn es aber schnell gehen muss, lege ich das Programm auf A und bewege den korrespondierenden Fader um zum nächsten Programm zu „scrollen“.


Schwachpunkt der RE1 war immer das Display. Die Beleuchtungssituation des zweizeiligen Displays war und ist verbesserungswürdig. Und für schwummerige Live-Sessions schlichtweg zu schwach. Ebenso neigen die Taster zur Nichtfunktion und zum Prellen, was vermutlich dem Alter zugeschrieben werden kann.

Zum Glück kann gibt es heute Ersatz-Displays, die deutlich stärker leuchten als das Original. So haben wir auch das Display an unserem RE1 beim Servicecenter Siedler (Doc Analog) austauschen lassen. Bei der Gelegenheit wurden auch alle Tasten und Fader gewartet und reagieren nun wieder wie bei einem neuen Gerät.

Und noch ein Tipp: Unbedingt beim Kauf darauf achten, dass das passende Kabel mitgeliefert wird. Es sieht zwar aus wie ein MIDI-Kabel, besitzt aber 8 Stifte und ist nur schwer zu bekommen.

Damals war

Nun kann man sich fragen, was fange ich mit so was an? Kann man. Korg hat in seiner langen Geschichte hier auch Meilensteine und Wegmarken gesetzt. Stilistisch waren diese Module durchaus von Death Metal, Paradise Lost, Piano und Pad über Rock bis hin zu House und Pop zu finden. Stichwort Organbass. Angesichts der Tatsache, dass 03R/W durchaus ein faszinierendes Flächenmonster ist, Tipp A09 Space Wing, sollte es nicht wundern, dass in den 90er-Jahren Kaskaden und Stapel für den guten Ton in diversen Filmen oder Serien lieferten.

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Fazit

Die Korg 03R/W ist sicherlich primär ein Rompler. Sie hat aber durchaus mehr zu bieten. Sicher man muss einschränken, man ist vom Content, vulgo ROM Cards abhängig. Dann bieten sich viele klangschöpferische Möglichkeiten. Große zupacken Filtersweeps dürfen wir nicht erwarten, das ist auch nicht die Baustelle des 03R/W. Dafür hat er andere oftmals versteckte Talente.

Die Korg Remote-Control RE1 macht aus der schmalen 19″-Unit ein gut bedienbares Instrument. Zudem ist sie auch zu anderen Korg Instrumenten jener Zeit kompatibel, wie z. B. dem Korg A1 Effektprozessor.

Plus

  • Routingmatrix
  • Klanggestaltung

Minus

  • GM-Modus
  • Bedienung ohne RE1

Preis

  • Korg 03R/W je nach Zustand 120,- Euro
  • Korg RE1 ca. 200,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Danke für den Test und die gelungenen Klangdemos. Das Gerät hat schon eine eigene Soundcharakteristik. Wenn ich es hätte, würde ich es behalten. Ich gebe mich mit der iM1-App zufrieden, gute Alternative, einfach editierbar und wartungsfrei.

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      TobyB  RED

      Danke. Die iKorg Apps sind tatsächlich eine gute Alternative. Und haben gegenüber dem Sichern der Programme auf RAM Cards einen gewaltigen Vorteil, den der automatischen Sicherung. Ich habe hier die 01r/w, 2 x M3r und ein M1. Die M3r nehme ich generell für Percussion, die 01r/w habe ich eigentlich wegen der Synthlegend PCM Card gekauft. Die Karte habe ich mal in einem Konvolut gekauft. Und dann auf die passende 01r/w gewartet. Die Charakteristik ist schon eigen, steht und fällt aber mit der „richtigen“ Soundcard als Rohmatierial.

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    costello  RED

    Hi Toby, was für ein toller Test der 03R/W! Man merkt: Du kennst Dich mit dem Teil richtig aus und schätzt es. Wieder ein paar wunderbare Formulierungen drin, die ich mir aufschreiben und merken muss: „Flankensteilheit der Wasserkuppe/Rhön“, „Zen-Gartenpflege während eines Sturms“ und übrigens auch „entfernte Editierung“ :) Ich war und bin ja stolzer M1-Besitzer und habe mit dem Ding auch komplette Tracks gemacht. Als es allerdings dann um die Erweiterung im 19“-Format ging, bin ich Korg untreu geworden und auf die JV-Serie von Roland umgestiegen. Die Orchester-Card hatte es mir angetan und bei diesen Sounds hatte Roland damals, wie ich finde, die Nase vorn. Ach ja: Super Sound-Demos, die ja allesamt ausgewachsene Kompositionen sind!

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      TobyB  RED

      Danke. Was ich an M1, M3R, 01r/w mag ist die Bedienung. Im Prinzip sind das alles noch Geräte deren Funktion sich ohne Lesen der Anleitung erlernen lässt. Das gilt für die 03r/W mit der RE-1 auch. Die Flankensteilheit, ich wollte jetzt nicht schon wieder auf abstruse britische SciFi Serien a la Red Dwarf verweisen. Der Fairness wegen sollte ich anführen, das ich ca. 50 PCM Rom Cards für M1, M3R und 01r/w habe. Die Lieblingskarte ist die Synthlegend von C.Carvajal. Fernab von Lore und Universe. Grade wenn man evolvierende Atmos braucht oder Background kommt man so recht schnell zu Ergebnissen. Ich fand übrigens immer das Korg bei Orgel und Orchester Sounds die Nase vorne hat. Zumindest bei den Rock, Metalbands die hier als Vinyl stehen. Paradise Lost, The Gathering und so weiter. Wobei ich aber weiß, das sich Korg zu der Zeit sehr stark auf den Rockbereich und Studios fokussiert hat. Das muss also nicht zwingend so sein. Die Soundbeispiele sind nicht wirklich komponiert. Für die Stay@Home Session mache ich mir über die Woche einen Backtrack fertig und improvisiere darauf. Die anderen Beispiele hab ich grad so eingespielt. Da ist auch ein Pro 3 und ein SE02 drin versteckt. Die ergänzen sich gut :-)

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    lightman  AHU

    Starke Klangbeispiele. Um Rompler wie diesen hier hab ich nach meiner Roland JV-1000-Erfahrung einige zeitlang einen Bogen gemacht, aber richtig eingesetzt können die auch heute noch was reißen.

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      TobyB  RED

      Danke, ich denke man kann mit diesen Kisten noch eine Menge reissen. Es kommt auf das richtige Futter in Form von PCM Karten kann und Verteilung der Combinations im Panorama. Die Klangteppiche und Atmos die man hier mit machen kann, sind großartig! Entscheidend ist sich mit dem Ding zu befassen.

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    Henrik Fisch  AHU

    Whow, die Soundbeispiele sind echt stark und abwechslungsreich. Ich als Ambient-Fan finde die auch heute noch – für diese Art der Musik – gut einsetzbar. Muss ja in der Musik nicht immer

    Umpf – Tss – Umpf – Tss – Umpf – Tss – usw.

    sein (nichts gegen die Art von Musik). Vor allem kann ich mir die Sounds auch gut vorstellen, wenn man sie in der DAW mit allen möglichen anderen Effekten und Automationen nochmals bearbeitet und nicht einfach nur »roh« verwendet.

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    AMAZONA Archiv

    Ich kenne den 03R/W nur als Synth für Produzenten von Sauna-Entspannungsmusik. ;) Korg 01R/W/03R, Kawai K4(r)/K1II(r) und Yamaha TG33 sind immer noch eine Empfehlung wert. Ich persönlich mag die alten Drum-Kits besonders. Super Test!

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      TobyB  RED

      Da geht noch mehr als Sauna-Entspannungsmusik ;-) Ich hab gestern glücklicherweise auf Arte noch Making Waves: The Art of Cinematic Sound erwischt. Neben Arp2600, NED Synclavier spielen auch diese Kisten und ihre großen Brüder eine wichtige Rolle. So ein Rack mit 8 Stück 03r/w sieht schon imposant aus.

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        AMAZONA Archiv

        Ich finde es krass was alles in den Rechner gewandert ist. Neben mir stehen fast leere 20HE. Unten liegt nur noch ein Musikrechner drin, angeschlossen an einer HP LCD8500 KVM-Konsole, nur um mal just for fun ein paar VST’s in den Hauptrechner einzuspielen. Aber immer wieder schön solche Gearporns zu sehen. Danke für den Tip, auch wenn es jetzt raus ist bei Arte und ich auf „John & Yoko“ hängengeblieben bin. ;)

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          TobyB  RED

          Ich hätte die Doku auch fast verpasst und dummerweise hab ich die nicht aufgezeichnet. Ich kann die Doku nur empfehlen. Die OV gibts bei amazon und anderen als DVD zu kaufen. Vermutlich wird die irgendwann noch mal bei Arte laufen. Diese Kisten wie die 03r/w und die grossen Modelle wurden in den Paramount Television Studios eingesetzt. So als Kompromiss zwischen Kosten und Ergebnis. Technisch waren die zum Zeitpunkt des Erscheinens schon fast obsolet. Nur eben nicht ökonomisch. Man muss das viel mal rein vom Zeitansatz betrachten, wie viele Arbeitschritte ich mit dem Rechner für ein Ergebnis benötige und wieviele mit Hardware. Und in Hollywood gilt Zeit ist Geld. Und hätte Anfang der 70er nicht das Fernsehen, die Kinobranche getrieben. würde Star Wars immer noch Mono ertönen und an Stelle der Synthesizer Laute aus dem ARP würde R2D2 quieken und Chewbacca wie eine getretene Katze klingen ;-)

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            AMAZONA Archiv

            Klar, die meiste Hardware startet in unter 3 Sekunden und mit etablierten Sounds von Rom-Cards, die man in und auswendig kennt ging es sehr schnell. Was aber lustig ist, seitdem ich in der Roland-Cloud bin und deren Rompler (obergeil) runtergeladen habe, fühle ich denselben Spirit wie bei den Modulen damals. JD-990, JV-1080 und XV-5080 waren einst meins und ich vermisse nichts! Bei all den Vorurteilen die ich vorher hatte, die Praxis hat mich vollkommen überzeugt. Habe direkt mal einen Chillhouse-Track begonnen und es fühlt sich total verrückt an, eine Instanz nach der anderen von den Dingern zu öffnen. Da kann jeder gut nachvollziehen wie es gewesen sein muß, ganze Racks von den Dingern zu steuern. Und ja, Star Wars kam lange vor Frankie Goes To „Hollywood“! ;)

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    Son of MooG  AHU

    Die Bedienung meines Roland Juno G ist im Vergleich fast schon als luxuriös zu bezeichnen. Allerdings liegen auch 15 Jahre zwischen 03R/W und Juno G, von dem ich mich bisher einfach nicht trennen wollte…

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    Organist007  AHU

    Ich mochte die Korg Sounds nie so wirklich – aber damals musste natürlich ein o5RW-Modul her. Solo klangen die Dinger eher scheusslich, aber im Bandverbund konnte man gegen Gitarristen anstinken !!

    MonoPoly, Polysix, MS 20, DW 8000 und wavestation waren aber große klasse !

    Im vergleich zu den Korg romplern klangen die rolands (mit den erweiterungskarten) schon besser. XP 30 bzw. die JV serie.
    Ohne die Effekte bleibt bei den Korgs nicht viel übrig. Aber geschmäcker sind ja verschieden.

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    Theo Möbus  

    Ich habe damals viel mit diesen Geräten gearbeitet, einen Editor für den Atari ST programmiert und jede Menge Sounds kreiert. Empfehlen kann man aus dieser halbgaren Serie (kein resonanzfähiges Filter, 32kHz-Samples) eigentlich nur 01/W und 01R/W. Waveshaping schiebt die beiden sogar ein stückweit mehr in Richtung Synthesizer. Bei den abgespeckten Versionen fehlt außerdem die Waveform „Analog“. Damit sind Sounds möglich, von denen man mit einem 03R/W nur träumen kann.

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    c.hatvani  AHU

    Ich habe auch den Korg 03RW samt RE-1 im Rack. Im Gegensatz zum 01R/W habe ich mit dem Editor eine sehr angenehme Bedienung mit Slidern und spare auch noch 1HE im Rack. Den Vorgänger M3R fand ich unpraktisch, da die Einzelsounds (Programs) keine eigenen Effekte haben und mehrfach in „Multis“ verwendet werden. Blöd gelöst wie bei der Wavestation.

    Schöne 90er Jahre Sounds, die sich super mit analogen Sounds ergänzen. Für mich ist der 03RW sowas wie ein M1R Part2 – sehr ähnlicher Soundcharakter, aber andere/frischere Wellenformen. Das ist wichtig für Leute, die sich an M1 Samples sattgehört haben, die jedoch auf M1 Flair nicht verzichten wollen. Die nachfolgenden Korgs haben diesen Flair nicht mehr (05R/W, X-Serie, N-Serie, Trinity, usw.). Für ca. 100 Euro ein wirklich schön klingender Synth.

    Übrigens CR2032 Batterie, nicht CR2016.

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      TobyB  RED

      Sorry, die CR2016 ist für die RAM Cards, ich verwechsel das immernoch. Die M3R benutze ich eigentlich nur für Percussion. Das kann die gut. Die 01r/w hab ich mir letztes Jahr zugelegt. Ich hatte vorher eine komplette Sammlung an ROM Cards für M1 und 01r/w und 03r/w erstanden. Die Bedienung mit der RE-1 geht wirklich gut von statten, wenn die RE-1 funktioniert. Die Sounds der M1 und Waveforms kann man mit der WaveRex Card und Software aufpeppen. Das funktioniert richtig gut. Die 03r/w kann man schon noch gebrauchen. Man muss halt anders arbeiten. Was jetzt noch Klasse wär und das hab ich mit Peter diskutiert, wäre die Möglichkeit über z.B. WaveRex M1 Sounds zu 01r/w oder 03r/w zu konvertieren(und umgekehrt). Einen Atari mit Y-NOT zu besorgen, wäre etwas komplexer. Grundsätzlich sollte das kein Thema sein.

  10. Profilbild
    c.hatvani  AHU

    Schöne Klangbeispiele! Wie sind die Tracks 3 oder 10 entstanden? Per Multitrack-Recording Spur für Spur in DAW überspielt oder alle Sounds gleichzeitig aus dem 03RW in Multimode?

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Christian,

      Track 10 ging als 2 Spur live in die Kiste. Die Backings kommen als MIDI File von der AKAI Force und gehen dann auf die entsprechenden Kisten. Dazu improsiere ich dann. Bei House Nerd ist es ein Multitrack. Ich hab mit der TR6S und TR8 erst den Brot und Butter Beat gemacht, dann den Bass eingespielt und danach Orgel, Pads usw. Die Sounds kamen u.a. von der Synthlegends Card. Ich entscheide das immer spontan. Je nachdem wo ich soundtechnisch rauskommen möchte. Ich bin da flexibel. Und die Patchbay muss bei mir echt arbeiten.

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