Interview: Manfred Miersch und das Subharchord

20. Januar 2018

subharchord

Manfred Miersch am Subharchord

Über die Online-Ausgabe der BERLINER ZEITUNG wurden wir durch eine spannende Reportage auf einen Ausnahmemusiker und seiner Suche nach einem verschollen geglaubten Instrument, dem Subharchord aufmerksam. Der besagte Artikel (HIER LESEN) dokumentiert die Geschichte dieses Instruments, welches 1962 erstmals fertiggestellt wurde, dessen Anfänge sich aber bis 1959 zurückverfolgen lassen.

Viele Jahre später hört Manfred Miersch erstmals von diesem Instrument, fahndet, findet und nutzt das seltene Stück für eigene Kompositionen.

Manfred Miersch (Jahrgang 1961), geboren in Westberlin, ist multimedialer Künstler und sicher auch „Klangforscher“, der seit 1997 elektroakustische Musik spielt und komponiert. Er ist Mitbegründer der Berliner Medienwerkstatt im Kulturwerk des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins (BBK) und dort schwerpunktmäßig beschäftigt mit dem Ausbau und Betrieb des Audiostudios. Wer mehr über seine Vita und Werke wissen möchte, dem empfehlen wir, die Website des BBK zu besuchen. HIER KLICKEN.

Schon bei unserem ersten Telefonat erlebten wir mit Manfred Miersch einen unkomplizierten und sympathischen Künstler, der uns bereitwillig Einblick in sein Denken und Schaffen gab.

Amazona.de:
Hallo Manfred, erzähl uns uns doch zunächst ein bisschen über dich.

Manfred Miersch:
Wenn ich nach meiner Tätigkeit befragt werde, sage ich meist, dass ich ein Künstler bin, der nebenbei auch Musik macht. Als „offizielle“ musikalische Ausbildung kann ich bestenfalls den einjährigen Gitarrenunterricht geltend machen, den mir ein versierter und ziemlich virtuoser Jazzmusiker erteilte, als ich 16 Jahre alt war. Diesem Lehrer verdanke ich auch einige theoretische und praktische Grundlagen zur Musik.

Denn Musik habe ich nicht studiert, sondern Bildende Kunst, und zwar an den Kunsthochschulen in Berlin und Hamburg. Vorher habe ich an der Berliner Freien Universität noch einige Semester Kunstgeschichte besucht, was sich als sehr hilfreich erweisen sollte, denn ich konnte mir dort die Methoden seriösen wissenschaftlichen Arbeitens aneignen. Das ist bis jetzt die Basis meiner Recherchen und diverser Schreibarbeit zur Geschichte elektronischer Musikinstrumente, zur Musikliteratur und was die kleinen Texte zu Kunstgeschichte und Gegenwartskunst betrifft, die ich manchmal für Freunde verfasse.

Amazona.de:
Stimmt es, dass du noch in anderen Bereichen aktiv bist?

Manfred Miersch:
Hin und wieder betätige ich mich auch als Veranstalter, z.B. im Rahmen meiner zweijährigen Reihe zum ZODIAC (auch „ZODIAK Free Arts Lab“ genannt), eine der zwei wichtigen Geburtsstätten der sogenannten Berliner Schule der elektronischen Musik. Von 2009 bis 2011 war ich diesbezüglich eigenverantwortlich tätig als Entwickler und Organisator der fortgesetzten Veranstaltungsreihe, mit Musik, Film, Ausstellungen, Lesungen und Gesprächen am Originalort des ehemaligen Clubs.

Ansonsten gebe ich manchmal Workshops und werde zu Vorträgen eingeladen oder stelle meine künstlerischen Arbeiten aus. Alles ist ziemlich unspektakulär.

Amazona.de:
Wie bist du zur Musik gekommen?

Manfred Miersch:
Rückblickend begann das Musikmachen bei mir vermutlich mit diversen Bastelarbeiten, ohne dass ich damals an den Begriff „Musik“ überhaupt dachte:

So gab es, als ich noch Schüler war, in Berlin ein kleines gelbes batteriebetriebenes Transistorradio mit eingebautem Lautsprecher zu kaufen, mit dem man die Sender der Mittelwelle empfangen konnte. Das ca. handtellergroße Radio wurde von einer westdeutschen Kaffeefirma importiert und in deren Läden als großangelegte Werbemaßnahme hierzulande verkauft. Da man eine derartig geschrumpfte Audiotechnik hier weitgehend noch nicht kannte, stieß der Verkauf auf allgemeinen Zuspruch. Fasziniert von einem derartigen Wunderwerk und vom Mittelwelle Hören nach kurzer Zeit gelangweilt, öffnete ich das Gehäuse und schloss mittels diverser Drähte willkürlich, ahnungslos und todesmutig Kontakte zusammen, bis ein Ton ertönte, irgendwo zwischen Sinus- und Sägezahnschwingung, die durch Drehen an den Reglern verändert werden konnte. Durch weitere Manipulationen ließ sich zusätzlich ein weites Spektrum von Knatter- und Störgeräuschen erzeugen.

Vom Begriff des „Circuit Bending“ habe ich erst Jahrzehnte später erfahren. Meine nächsten Testobjekte waren ausgediente Kassettenrekorder, bei denen ich versuchte, den Motor, der die Capstanwelle antreibt, massiv zu verlangsamen, um mit der Geschwindigkeit von Aufnahme und Wiedergabe zu experimentieren. Ein weiteres technisches Wagnis bestand im Ausbau des Löschkopfes des Rekorders.

Hatte ich die Geräte dann irgendwann erfolgreich geschrottet, so wurden sie komplett zerlegt. Komponenten, die ich als optisch besonders interessant empfand, habe ich dann zu kleinen collagenhaften Maschinenobjekten zusammengebaut. Ein Beispiel derartiger früher Objektbastelei aus Teilen von Alltagsdingen, mit der ich im Alter von ca. 10 Jahren anfing, habe ich noch.

Dabei habe ich nie an Kunst gedacht, erst viel später bemerkte ich, dass es so was Ähnliches im Werk von Künstlern wie Kurt Schwitters oder Jean Tinguely gab und dass derartige Dinge manchmal in Museen ausgestellt sind.

Forum
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      Dirk Matten RED

      Das Interwiew fand ich sehr interessant, die Klangbeispiele konnten das nicht darstellen. Schade, hatte da mehr erwartet.

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          iggy_pop AHU

          Man muß dem Subharchord zugute halten, daß es auch Leute gibt, die ein Stylophon-Orchester gründen, weil sie den Stylophon-Klang so schön finden.
          .
          Warum also nicht auch gleiche Rechte für das Subharchord?
          .
          Das Interview ist recht kurzweilig und lesenswert, die Klangbeispiele werden dem leider nicht gerecht.

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    lightman AHU

    Das Instrument finde ich interessant, würde ich gerne mal selbst antesten. Bin auch weiteren Links gefolgt und habe mir Sachen von Manfred angehört, klingt klassisch krautrockig bis berlinerisch. Wie aktiv ist die klassische EM-Szene eigentlich? Ich meine bezüglich Veröffentlichungen und so, kriege da hier unten im Süden recht wenig mit.

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    herw

    Subharmonische Mixturen klingen ungewöhnlich, sind aber keineswegs auf Geräusche und schräge Töne beschränkt, ganz im Gegenteil. Es ist nur in den Klangfarben noch zu wenig geforscht worden.
    Mit REAKTOR beispielsweise kann man ein entsprechendes Ensemble gestalten und so die Mixturen mal live hören, auch wenn der programmiertechnische Aufwand nicht ganz einfach ist (phasenstarre Verknüpfungen zwischen mehreren Oszillatoren).
    Der Subharchord klingt nicht wie ein normaler additiver Synthesizer, der Mixturen aus den Natur-Obertönen bildet. Das Trautonium gibt ähnliche Klänge und basiert elektronisch auf derselben Idee.

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    psv-ddv AHU

    Der Klang kann mich nun mal überhaupt nicht begeistern aber das anscheinend von Dieter Rams (Braun) inspirierte Design des Subharchords ist grossartig.

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      TobyB RED

      Hallo psv-ddv,

      ich möchte weder dir noch Dieter Rams auf die Füsse treten! Das Subharchord war eine DDR Entwicklung und wurde auf betreiben von Ernst Schreiber im RFZ Berlin-Adlershof entwickelt.Und das amazona.de über dieses berichtet ist keines Wegs selbstverständlich. Die Geschichte des DDR Rundfunks in Adlerhof kann man sich ergoogeln. Nach der deutschen Wiedervereinigung ist der DDR Rundfunk tatsächlich auf dem Müll gelandet und nur Bruchteile der Studio Einrichtung und Instrumente konnten für die Nachwelt erhalten bleiben. Mit dem Subharchord wurden einige Science Fiction Filme in der DDR verfilmt und die Großen der DDR Filmmusik haben mit ihm gearbeitet. Und das nicht mehr elektronische Musik aus der Nalepa Strasse erklungen ist, war um 1970 eine rein politische Entscheidung. Kunst hatte nach dem SED Begriff verständlich zu sein. Demnach war das Subharchord abstrakt und wurde entsorgt. Und was nicht 1970 entsorgt wurde, trat ab 1990 seinen letzten Gang an. Ich hab selber damals als Siemenstechniker in der Nalepa-Strasse Studios saniert, was ein Witz ist, da ich 1989 rübergemacht habe und ich kann mich lebhaft an die Diskussionen erinnern, warum man dieses oder jenes in die Tone kloppt. Und fasst wären auch alle Instrumente mit entsorgt worden.

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        psv-ddv AHU

        Hey Toby, Du trittst mir nicht auf die Füsse. Für Onkel Rams kann ich nicht sprechen :) Ich kenne das Funkhaus Nalepastrasse gut und bin mir der verschütteten DDR Rundfunkhistorie bewusst. Wobei Einiges ja auch überlebt hat. Die Anleihen beim Rams sprechen meiner Meinung nach eher für den Designer des Subharchords als gegen ihn. Ist doch super, wenn damals in der Indurstriegestaltung der 50ger Jahre über den Eisernen Vorhang und politische Grenzen hinaus Inspirationen ausgetauscht wurden. Ich finde die Gestaltung des Instruments wie gesagt sehr gelungen. Was den Klang angeht kann ich mich nur an den Klangbeispielen auf Herrn Miersch’s Seite orientieren. Die hauen mich nunmal leider, trotz aller Sympathien für das Instrument, nicht von Hocker. Vielleicht kannst Du mir ja den Weg zu besseren Klangbeispielen weisen?

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          TobyB RED

          Hallo PSV-DDV,

          ob das Design nun über den eisernen Vorhang Sprang sei mal dahingestellt. Es gab halt in der Zeit von 1955 – 1970 im gesamten Ostblock kulturell, technisch eine Phase des Aufbruchs und da ist halt eine Menge passiert. Herr Miersch ist für mich auch nicht exemplarisch, das hat aber nichts mit seiner Person sondern mit meinem Background zu tun. Hier empfehle ich Karl Heinz Sasse und Signale sowie Im Staub der Sterne. Die stechen aus dem Euvre insofern hinaus als das konsequent keine der Filmmusikschulen bedienen. Beide Filme sind auch auf DVD erhältlich.

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            psv-ddv AHU

            Danke für den DVD Tipp. Bin gespannt. Werde ich mir reintun.
            Was das Design angeht ist es schon möglich Strömungen und deren Ursprünge auszumachen. Ich traue mir das auch deshalb zu, weil es Teil meines Berufs ist. Die technische Entwicklung war in den 50/60ger Jahren in West und Ost gleichermassen sprunghaft. Wobei der Osten zumindest was das Industriedesign angeht eher nachzog als voran ging. Das sieht man sehr gut an den grossartigen Arbeiten der Russischen Architektin Balaschowa die damals als Gestalterin des Sowjetischen Raumfahrtprogramms in den 60ger und 70ger Jahren die Speerspitze technischer Anwendungsgestaltung bildete. Das Subharchord war damit verglichen sehr weit vorne.

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              TobyB RED

              Hallo PSV-DSV,

              ja immerhin steht das Bauhaus nicht umsonst in Dessau und die Formsprache nach Form folgt der Funktion hat ja Rams nicht erfunden, wenn auch perfektioniert. Meine Mutter kann das herbeten, weil Innenarchitektin und Raumgestalterin. Ist jetzt nur schon in Rente. Dummerweise kam dann Breshnew und in der DDR das 11. Plenum mit Honecker. Wenigstens hatte dieser Spuk 1989 sein Ende. BTW. In der russischen Filmgeschichte gibts auch noch einige Perlen Start zur Kassiopeia und Roboter im Sternbild der Kassiopeia. Dort hört man dann den ANS.

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                Wellenstrom AHU

                Gerade zu der Zeit als das Subharchord entwickelt wurde gab es einen in weiten Teilen technischen (und zum Teil auch kulturellen) Vorsprung der ehemaligen Warschauer Pakt Staaten gegenüber dem westlichen Staatenbund. Die Ausbildung war in einigen Bereichen schlichtweg besser. Erst infolge dieser Erkenntnis (Stichwort: Sputnikschock) fanden Reformen im Westen statt, die bildungs- und sozialpolitische Fortschritte ermöglichten.
                http://bit.ly/2ryhLOa

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                  TobyB RED

                  Hallo Welle,

                  der Sputnikschock, so würde ich ihn einordnen doch eher noch ein Ergebnis des zweiten Weltkrieges, da die ganzen Raketenbauer etc. entweder in den USA forschten oder in der damaligen UdSSR waren. Während die USA die von Brauns hatten. Waren auf der UdSSR Gröttrup und von Ardenne die führende Köpfe in Sachen Raketen und Ardenne in angewandter Elektronik und Physik. Gröttrup war der führende Kopf der deutschen Raketentechnik. Auf Ardenne geht u.a. der Ionenantrieb und diverses anderes in Elektronik und angewandter „Teilchenphysik“. Und die Mikroelektronik in der DDR kann auf seine Forschung zurück geführt werden. Während man bei Zeiss in Jena, die Probleme der Miniaturisierung optisch lösen wollte, kam man im Ardenne Institut recht früh auf Elektronenstrahlen zur Lithographie. Ich hab später in der Lehre bei Zeiss auch an diesen Geräten gebaut. Im Endeffekt ist das aber Wurst, da wir hier wieder bei Politik und Zeitgeschichte sind. Stichwort Mauerbau, Prager Frühling, 11.Plenum. Und speziell in der DDR haben die Erkenntnisse aus dem 17. Juli 1953 genau 8 Jahre gehalten. Spätestens ab 1961 begann die Abschottung, kulturell dann ab dem 11. Plenum als Honecker an Ulbricht Stuhl sägte. Und das mit Erfolg.

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                    Wellenstrom AHU

                    Hi, Toby… zur Raketentechnologie sah ich mal ein interessantes Feature…die Amis haben nur an die Ingenieure gedacht. Die Russen hatten, was sich dann auch erstmal als relevanter für die praktische Umsetzung erwies, vor allem auf die Leute zurückgegriffen, die die Teile mit ihren Händen und dem Werkzeug zusammenbauten. Die wussten praktisch viel mehr, was geht und wo die Schwachstellen lagen.
                    Ja, nee, zum Sputnikschock…. da geht es tatsächlich um die Wirkung, die der russische Vorsprung Ende der 50er im Westen bewirkte. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Möglichkeit für junge Menschen aus dem Arbeitermilieu im Westen, ein Studium (z.B. im Ingenieurwesen) zu beginnen im Prinzip gar nicht möglich. Aber aus diesem „Schock“ heraus schaffte man nun im Westen die Möglichkeiten, dieses zu ermöglichen. Nicht aus einem grunddemokratischen Verständnis heraus, sondern, weil man, wie schon erwähnt, unbedingt den Nachwuchs brauchte, um im Wettbewerb anzuschließen und, wenn möglich zu überholen. Beobachten wir n un die Situation NACH dem Kalten Krieg, dann stellen wir fest, dass danach auch flugs wieder im Westen Einschränkungen der Förderungen stattfanden.

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                      TobyB RED

                      Hallo Welle,

                      ich kann das nur für meine Zeit und meinen Bildungszugang in der DDR beschreiben. Und denke nicht das Arbeiterkinder nur weil sie Arbeiterkinder Zugang zu höherer Bildung hatten. Siehe auch den Terminus „entwickelte sozialistische Persönlichkeit“. Und aus diesem Schema bin ich mal rausgefallen. Aus familiären Gründen, persönlichen und in der Konsequenz ideologisch. Und ich bin froh das es bundesreplikanisch den zweiten Bildungsweg gab. Letztlich hast du schon recht. Allerdings der ideologische Druck in der DDR durch die SED war von subtil bis erdrückend vorhanden.

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                psv-ddv AHU

                Das Bauhaus wurde von den Nazionalsozialisten systematisch personell und inhaltlich zerstört. Da stand nach dem Krieg nur noch eine leere Hülle. Der Spruch „Form follows Function“ stammt vom Chicagoer Hochhausarchitekten Louis Sullivan und hat mit dem Bauhaus oder Deutschland herzlich wenig zu tun. Gemeint ist mit „Form“ das Gegenteil, von dem was das Bauhaus vertrat, nämlich organisch inspiriertes Ornament. Ich kann das herbeten, weil ich Architekt bin. Nicht in Rente ;-)

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                  TobyB RED

                  Hallo PPV,

                  bezogen auf den Sozialismus und den archiktetonischen Brutalismus bin ich bei dir. Ansonsten gab es schon eine DDR Designsprache die ihre Inspiration nicht hinter dem eisernen Vorhang hatte. Tatsächlich gabs in der DDR kluge Köpfe, nur hatten sie wenigsten davon das Parteibuch oder waren Kandidat der SED.

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                    psv-ddv AHU

                    Hey, na logisch gab es auf beiden Seiten des Vorhanges kluge Köpfe. Warum auch nicht? Mir ging es hier überhaupt nicht um einen Schw… -Längen Vergleich wie Meister „Wellenstrom“ zu meinen scheint, sondern um den historischen Kontext. Es hat auch Keiner vom Anderen abgeschrieben, sondern ein wenn auch leider sehr eingeschränkter intellektueller Austausch stattgefunden. Das finde ich positiv. Alles Andere ist viel zu Komplex um es hier vernünftig zu diskutieren. Da sind wir ganz schnell im Bereich von Politik und populistischen Vereinfachungen, die hier beide nicht hingehören.

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                      Wellenstrom AHU

                      @ psv-dsv

                      Häh, wo schrieb ich denn was davon, dass du einen Schwanzvergleich anstrebst? Die Aussage und der Link bezogen sich auf das, was toby schrieb. Und zwar auf kulturelle Errungenschaften des Ostens. Es wird nicht vielen bekannt sein, dass es erst eine Menge Anstrengungen im Westen gab, mehr an sozialen und bildungstechnischen Fortschritt zu schaffen, als man erkannte, dass die Russen bzw. der Warschauer Pakt in einigen Bereichen die Nase vorn hatte. Inwiefern du da jetzt eine Interpretation meinerseits auf deine Aussage konstruierst, will mir nicht wirklich in den Sinn. Aber egal… denk Dir was Du willst. War mir nur wichtig zu erwähnen, dass Bafög, stärkerer sozialer Aufstieg etc. aus diesem Sputnikschock resultierte. Und da kannst du meinetwegen wieder den Schwanzvergleich reininterpretieren. Denn den gab es zuhauf in Zeiten des Kalten Krieges. Und aus diesem Wettbewerb heraus schuf man natürlich auch kulturelle Hochleistungen. Mit populistischer „Vereinfachung“ hat das gar nichts zu tun. Sondern mit Bildungspolitik und welchen Anschub Kultur und Wissenschaft erhalten haben. So etwas entsteht nicht im Vakuum, sondern es gibt Rahmenbedingungen dafür.

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    Wellenstrom AHU

    Naja, bei der Bewertung des Klangs sollte man den historischen Kontext nicht außer Acht lassen. Das Trautonium z.B. gibt es seit 1930, und das Subharchord entstand auch schon einige Jahre vor dem ersten Synthesizer. Dass frühe elektronische Klangerzeuger, Pionierinstrumente, weit weg von Perfektion sind, müsste eigentlich jedem klar sein.

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        Wellenstrom AHU

        Wobei der Gesang der Jünglinge vor allem vom Kontrast der Klangerzeuger zu der menschlichen Stimme, dem Gesang, lebt. Natürlich konnte elektronische Musik auch in frühen Tagen interessant sein. Aber hier ist es ja nicht unbedingt eine Perfektion der Klangerzeugung und des Klangs, die wir dort schätzen. Ob Stockhausen, Subotnick, die Neuwirths, diverse BBC Geschichten und andere …. es ist die Faszination, die aus der Betrachtung im historischen Kontext erwächst.

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            Wellenstrom AHU

            Wie auch immer. Es ist schwierig, Vergleiche zwischen verschiedenen Klangerzeugern anzustellen. Vor allem dann, wenn wie im o.g. Beispiel ja mehrere Klangquellen und die menschliche Stimme, also auch akustische Elemente, Verwendung finden. Ein Subharchord ließe sich natürlich auch im größeren Besteck einbinden und hier und da für Akzente sorgen. Für Soloperformances sind die Instrumente eher nicht der Burner. Aus HEUTIGER Sicht. Sah in den Pioniertagen natürlich durchaus anders aus.

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              Dirk Matten RED

              Frage: Was schlagen Sie vor, wie wir zwischen Elektronischer Musik und musikalischem Abfall unterscheiden sollen?

              Stockhausen: Die meiste Elektronische Musik ist Abfall: Das steht außer Frage. Die untalentiertesten Komponisten sind in Studios aufgetaucht, weil sie keine Chance hatten, irgendwo anders zu komponieren, und so sitzen sie also in den Studios herum und sagen sich: »Nun gut, schau Dich um, versuch Dein Glück« – und da sind sie also. Denn sie glauben mehr an die Mittel als an sich selbst: sie meinen, wenn sie moderne Mittel verwenden, so würde das Ergebnis interessant sein wegen der Mittel – was ein fürchterlicher Irrtum ist.

              Karlheinz Stockhausen, „Texte zur Musik 1970 – 1977“, Band 4
              Ausschnitt aus „Frage und Antworten zu den ‚Vier Kriterien …’“

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      TobyB RED

      Hallo Wellenstrom,

      das Subharchord hat zumindestens in der Filmmusik der DDR Spuren hinterlassen und findet sich bei „Eolomea“, „Im Staub der Sterne“, „Signale“, „Stunde des Skorpions“ und das waren jetzt alles keine Hurra die Sozen fliegen ins All Filme. Will sagen, im zeitgenössischen Kontext waren das zu kritische Filme. Zu Abstrakt und doch so direkt kristisch. Und das gefiel der Partei nun nicht, so das auf dem 11 Plenum der der SED(s.a. Wikipedia) eine derartige Kunst „verboten“ wurde. Was dann nach dem Machtantritt von Honecker(Wortführer auf dem 11.Plenum) in die Ausbürgerung Manfred Krugs, Biermanns und anderer mündete. In der Musik wars dann dementsprechend. Rockmusik ja, aber mit Agripoptexten. Schlager bitte mit Niveau und alles ohne YEAH,YEAH,YEAH. Was die Kulturszene in der DDR dann mit den berühmten grünen Elefanten quittierte. Off Topic : Silly Mont Klamott. Wir hören allerfeinste EMUs, Yamahas, Gibson und eine Tamara Danz die von Dreck singt, so poetisch, dass es den Genossen gar nicht auffiel, was die da singt.

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        Quaesitio

        Reinhard Lakomy hat in den 80ern auch ein paar sehr schöne Elektronik-Alben produziert, u. a. „Das geheime Leben“ (1982) und „Der Traum von Asgard“ (1983).

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          TobyB RED

          Hallo Quästor,

          das stimmt, die kamen aber schon eher aus der Ecke Populärmusik. Auch wenn Lakomy vom Instrumentarium für die damalige Zeit Moogsysteme und Kompaktsynthesizer auffuhr, Lakomy hat aber unter dem Strich auch den permanten Eskapismus bedient. Er hat halt nie viel gesprochen. Nur so ein Titel der Asgard enthält, sollte einem als DDR Bürger zu denken gegeben haben ;-)

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            Quaesitio

            Tatsächlich, die Sache mit Asgard ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen. :-D Aber abgesehen davon kennen sich ja sowieso sicherlich die wenigsten mit der nordischen Mythologie aus, sodass es doch auch zu DDR-Zeiten bestimmt nur recht wenige bemerkt haben werden, oder? Gut, man kann sich natürlich belesen; dann ist es offensichtlich.

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              TobyB RED

              Hallo Quästio,

              warum immer in die Ferne schweifen, beim Geheimen Leben ist das ja offensitlich. Wer in der DDR kennt nicht Colt Seaver, hat nie Heute gesehen oder die Rias Hitparade auf MC gebannt. Der Empfänger muss die Botschaft erst ein mal verstehen. Siehe auch die Rezension dazu auf den Baby Blauen Seiten. Es hat halt noch bis 1989 gedauert bis der Groschen gefallen ist.

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    Wellenstrom AHU

    Hi Toby, ja, sehr interessante und spannende Geschichte, die sich da mit dem Instrument verbindet. Perfektes Beispiel dafür, wie man Instrumente und Musik im politischen Sinne verwenden und ausgrenzen kann.

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      TobyB RED

      Hallo Welle,

      was ja nicht nur hier beim Subharchord gemacht wurde. Und nicht nur da. Das Ende des Subharchords ist auf die Spiessigkeit der Parteiführung zurückzuführen. In der DDR wie UDSSR für Breshnew war das im bösen Sinne Kakophonie. Und für Honni war alles was er nicht verstehen konnte böse. Für mich ist das bleepen, die Spacigen Geräusche eines ANS-Synths oder Subharchord einfach nur schön, da kommt nur Delia Derbyshires Doctor Who Tapeloop ran, auch wenn ein Pop Sample ist.

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        costello RED

        Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf. Hi Toby, Deine Anmerkungen hier sind ja mindestens so spannend wie der Artikel über das Subharchord. Dieses Dilemma, sich künstlerisch zu betätigen, aber im sozialistischen Sinne etwas zu schaffen, was unmittelbar verständlich ist, habe ich gerade im Museum Barberini in Potsdam gesehen. Bezeichnender Titel der Ausstellung: „Hinter der Maske“. Hat mein Verständnis von Malerei in der DDR sehr geweitet. Da gab’s viel mehr als Heisig, Sitte, Tübke. Eine unglaubliche stilistische Bandbreite. Und warum soll das in der Musik anders gewesen sein.

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          TobyB RED

          Hallo Costello,

          ich stand ja spätestens ab dem 15 Lebensjahr, 1985, wegen tragen von Levis 501 zum FDJ Hemd auf der Liste und bin im Verlaufe dessen immer bockiger geworden. Was dann a) in einem Pogotanzenden Auftritt im Dokufilm „Flüstern und Schreien“ und dem Rausschmiss aus der Penne bedeutete. Ich durfte mich dann in der Produktion bewähren. Witzigerweise führte das zu einem Toten Hosen Konzert in Jena in der Jungen Gemeinde. Dermassen klandestin. Ich kann nicht so für die bildenden Künste sprechen, weiss aber worauf du hinaus willst. In der Musik Mitte und Ende der 1980er der DDR war das ja genauso, es gab viele Leute die auf ihre weisse „offen“ mit Worten provoziert haben. Nur war der Ochse zu doof das zu kapieren. Petz mal einen Ochsen ins Horn, sagen die Hessen.

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            costello RED

            Wahnsinn, Toby, Du Pogo tanzend in 501-Jeans und FDJ-Blauhemd und ich damals beim „Feindsender“ RIAS Berlin, wo ich als Programmassistent die Hörerpost aus dem Osten bearbeitet habe, die an Deckadressen geschickt wurde. Ich war völlig von den Socken, wie ungeschminkt da Kritik an der DDR-Führung geübt wurde. Viele dieser Briefe wurden ja auch abgefangen. Am Ende stand häufig ein Musikwunsch: Zu 70 Prozent Hardrock, absoluter Spitzenreiter: „Lady in Black“. Zum Leidwesen der RIAS-Treffpunkt-Moderatoren Burghard Rausch und Uwe Wohlmacher, die gerne mehr New Wave gespielt hätten.

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              TobyB RED

              Hallo Costello,

              das blaue Hemd war mal ein FDJ Hemd, meine Oma hat das Emblem feinsaüberlich abgetrennt. Sich jeden Tag die Leserbriefe beim RIAS geben ist zwar spannend aber irgendwie auch nervenaufreibend. Ich hab früher immer NDR2 gehört und später in Jena BR und DT64 dort allerdings eher die Sendungen Electronics und Parocktikum(Indie, Goth, Metal, Rock) Da konntest komplette Alben mitschneiden und die haben tatsächlich auch die anderen Bands der DDR gespielt. Lady in Black ich kann es verstehen ;-) Ich hätte auch gerne mehr New Wave aufgelegt.

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    k.rausch RED

    Tolle Sounds! Geht sehr in Richtung Rainer Werner Fassbinders „Welt am Draht“. Kommt immer sehr auf den inhaltlichen Zusammenhang an. Danke für dieses Interview! In einer 80er Interpretation kenne ich sowas allenfalls von Carpenter und „Logan’s Run“ (Jerry Goldsmith), und in den 90ern von Mark Snow.

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      wolftarkin

      Wie „Welt am Draht“? Fleetwood Mac hört sich doch ganz anders an? ;-)
      Logan’s Run hätte sich in den achtzigern auch ganz anders angehört.
      Interessanterweise sieht das Titelintro von Total Recall, zu welchem ja auch die Musik von Goldsmith ist, dem von Welt am Draht sehr ähnlich.

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        TobyB RED

        Hallo Wolf,

        Klaus hat mit seiner Referenz durchaus Recht. Derartige Instrumente wurden im ehemaligen Ostblock gerne für abstrakte und konkrete Klanginstallationen im Film bemüht. Auch wenn, Klaus angeführter Eskapismus aus einer anderen Ecke kommt. Für den sowjetischen Film kann man hier Tarkowski Solaris und Stalker anführen. Wobei die Soundtracks von Eduard Nikolajewitsch Artemjew auf dem ANS Synthesizer abgefahren sind, dagegen kommt mir Hans Zimmer wie Popkindergeburtstag vor.

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          wolftarkin

          Mir scheint, ich muss meinen Kommentar erklären?
          Aber welchen Teil?
          Natürlich geht die Musik von Gottfried Hüngsberg in Welt am Draht in diese Richtung. Aber im Abspann läuft „Albatross“.
          Und ich liebe „Ost-Scifi“.
          Der Einwurf mit Hans Zimmer wundert mich etwas.
          Wie wäre es mit anderen vergleichbaren Sachen aus dem gleichen Zeitraum?
          Zum Beispiel Forbidden Planet von Bebe und Louis Barron, oder Andromeda Strain von Gil Mellé.

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            TobyB RED

            Andromeda Strain, hab ich sogar. Sehr guter Film, der Soundtrack ist Klasse. Hiess Forbidden Planet auf deutsch Alarm im Weltall und basierte auf Shakespeares Der Sturm? Wenn nicht lieg ich falsch. Andromeda Strain passt auch sehr gut in diese Aufzählung.

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              wolftarkin

              Ja genau, Alarm im Weltall.
              Und weil im ersten Kommentar die Serie Columbo erwähnt wird: Robby der Roboter aus dem Film spielt auch in einer Columbo Folge von 1974 mit.
              Der Kreis schließt sich. :-)

              http://www.....ref_=tt_mv

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                TobyB RED

                Hallo Wolf,

                wobei in der deutschen Kinowelt Alarm im Weltraum als nicht sonderlich wichtig erachtet wird. Was ich anders sehe. Es gibt da die TV Doku, Geschichte der Science Fiction, dort nennen ihn Carpenter, Gaile Hurts und andere epochal, u.a. wegen Robby.

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                  Wellenstrom AHU

                  Wobei Carpenter als Filmemacher am stärksten geprägt wurde von den Filmen von Howard Hawks und John Ford. Und da waren es wohl eher die Western als die Sci Fi Filme (wobei auch die natürlich mit reinspielten).
                  Bei „Alarm im Weltall (Forbidden Planet)“ halte ich auch die Arbeit der Barrons für das Herausragendste. Hatten ja enorme Probleme mit der Musikergewerkschaft aufgrund dieser Arbeit, weil Filmorchester fürchteten, ihre Arbeit zukünftig zu verlieren. Letztens „Phase IV“ mal wieder gestreamt und gekauft… auch ein beachtenswerter Soundtrack.
                  https://www.youtube.com/watch?v=Bcs3_b3VXSU

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                    TobyB RED

                    Hallo Wellen,

                    Zustimmung. Carpenter selbst sagt das ja auch in „Geschichte der Science Fiction“. Musikalisch finde ich die Carpenter Soundtracks halt für mich spannend, weil sie ohne sein bewegtes Bild funktioniert und weil es kein postwagnerianischer Bombast ist und kein abgefahrener Neutönerkram. Was ich an den Barrons halt epochal finde, ist das der Roboter „Robby“ hier eben nicht als Karel Capek / Fritz Lang Metapher oder als Golem daher kommt, sondern einfach „normale“ Science Fiction Dinge macht. Die Gewerkschaften in Hollywood sind wohl schon sehr speziell. Irgendwo kursierte da mal „Tonfilm eine Gefahr für Musiker“ als Bild…

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                      Wellenstrom AHU

                      Toby, genau so isses. Jedenfalls auch für mich. Die Carpenter Tracks sind zeitlose Klassiker. Ich wünschte mir, dass genau da im modernen Film dieser musikalische Ansatz weiter fortgeführt worden wäre. Ich empfinde da die Entwicklungen nach dieser Ära eher als gewaltigen Rückschritt. Gerade Zimmer und Co. halte ich für schlichtweg unerträglich. Kann dem nix abgewinnen.

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                    TobyB RED

                    Hallo Welle,

                    ich antworte mal hier, unten sind wir am Ende ;-)
                    Mir fiel auf Anhieb nur Johann Johannsson ein
                    http://bit.ly/2rBmCxK , dessen Werk den von dir beschriebenen Ansatz verfolgt oder Kiasmos oder Olufur Arnalds. Bedingt auch Niels Frahm. Oder auch Hauschka. Last but not least Reinhold Heil und Johnny Klimek. Und als Klassiker None Suchs Records.Und wirklich nur im Ansatz Junkie XL.

                    Hans Zimmer da tu ich mich schwer mit einer Beurteilung, Interception fand ich den Film gruselig und der Score rettet den Film. Bei Interstellar hats mich ohne den Film von den Socken gehauen und mit Film dann noch mal.

                    Im Allgemeinen finde ich postwagnerianische Kompositionen schwierig, da wird das Erbe von Korngold bis zum Erbrechen ausgelutscht. Eine drohende Streicherfigur jagt die Blechbäser unterlegt von Taiko Drums der Marke Speedmetalklassik. Und ganz unten der Deep Bass in Sinus für den Hollywood Druck.

                    Ich denke warum man immer auf das übliche Schema zurückgreift ist, „How to make a Blockbuster“. Und die Hollywoodstudios verlassen sich hier auf die großen Namen. Was aber letztlich zu einer Verarmung in der Formsprache Bild und Ton als führt. Mit der Konsequenz das dann die Musik in der Wahrnehmung hinten runter fällt.

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