Test: Behringer System 100, Modul 110 VCO/VCF/VCA Eurorack

13. Januar 2021

Weiteres Modul aus der System 100 Serie

Kurze Info: Eine Übersicht zu allen Tests von Behringer Eurorack-Modulen, findet Ihr HIER (klicken).

So nach und nach vervollständigt sich das Behringer System 100 für das Eurorack-Modularsystem auf dem hiesigen Markt. Einen ausführlichen Report zum Original Vintage-Modularsystem Roland System 100m, findet IHR HIER (klicken).

Zum Behringer Nachbau des Roland System 100m findet Ihr hier auf AMAZONA.de bereits folgende Testberichte:

Nun aber viel Spaß bei der Lektüre unseres Tests:

Das original Roland System 100m von Roland aus dem Jahr 1979.

Ein Modul, auf das sicher viele Nutzer sehnsüchtig gewartet haben, ist nun endlich erhältlich und natürlich sofort bei uns im Test: Behringer 110 VCO/VCF/VCA Synth Voice, ein 3 in 1 Eurorack-Modul für den perfekten Einstieg.

Ich hatte ja das wirkliche Vergnügen, den Behringer 182 Sequencer für das Behringer System 100 testen zu dürfen und konnte ihm dabei perfekte Verarbeitung, schnörkellose Bedienung und einen hohen Spaßfaktor bescheinigen. Natürlich hoffe ich bei der Synth Voice hier auf die gleichen guten Tugenden.

Synth Voice Herstellerbild Seiitlich rechts

Die Synth Voice 110 von Behringer kommt in der gleichen mausgrauen Optik, wie die bisher in unserem zweigeteilten Artikel getesteten Module 112, 150, 140, 173 und 130, 121, passt damit natürlich optisch perfekt in das Behringer System 100.

Wenn man aus diesem System nur ein Modul in einen bereits vorhandenen Eurorack-Kosmos einbaut, wirkt die extravagante Farbe vielleicht noch irgendwie befremdlich, aber hat man erst einmal zwei, drei Module nebeneinander eingebaut, ist die Wirkung echt famos.

System 100 Userbild Module ungepatcht

Überhaupt wirkt die Bedienoberfläche in solch einer Systemzusammenstellung dann plötzlich richtig aufgeräumt. Die zielführend weiße Beschriftung unterstützt den geneigten Nutzer beim Patchen mit Pfeilen und Kennzeichnungen von zusammengehörigen Bereichen, das wirkt alles sehr stimmig und sieht zudem noch richtig cool aus. Da gibt es von mir schon mal den ganz dicken Daumen nach oben: sehr hübsch!

Die Behringer 110 Synth Voice ausgepackt

Der Verpackungsinhalt, der sich aus der Behringer-typischen weißen Hochglanzschachtel schält, setzt sich aus den üblichen Beigaben zusammen: natürlich das wieder sehr gut verpackte Behringer 110 Modul, ein Eurorack-Powerkabel und ein Schraubenset zur Rack-Montage. Natürlich fehlt auch der übliche Sticker mit Behringer-Logo nicht und diesmal ist auch ein Quick-Start-Guide in englischer Sprache dabei. Gut so, denn auf der Website des Herstellers zum Behringer 110 Synth Voice ist die Suche danach derzeit vergebens.

Behringer System 100 Behringer 110 VCO VCF VCA Synth Voice Userbild Verpackungsinhalt ausgepackt

Schauen wir noch schnell auf die Rückseite: Die gelbe Platine ist übersäht mit kleinsten Mikrochips und etlichen SMD-Bauteilen. Zwischen einer Unmenge an sauber ausgeführten Lötstellen ragen die verpolungssicher ausgelegte Eurorack-Powerbuchse und zwei Trimmpotis wie einsame Hochhäuser aus der ansonsten flachen Landschaft.

Userbild Rückseite der Synth Voice

Wie die anderen bereits getesteten Module aus dem Behringer System 100 ist mit 46 mm auch dieses Modul sehr flach und damit natürlich ebenfalls Skiff-tauglich. Das 16 Teileinheiten breite Eurorack-Modul benötigt für seinen Dienst im Case auf der +12 Volt-Leitung 80 mA sowie 50 mA auf der -12 Volt-Leitung. Die 5 Volt Leitung des Busses wird für den Betrieb nicht benötigt.

Behringer System 100 Behringer 110 VCO VCF VCA Synth Voice Userbild Stromaufnahme mit Test3

Ein bisschen schade finde ich, dass man bei Behringer nicht etwas mutiger gewesen ist und die reproduzierten Module nicht auch gleich verbessert hat. So hätte man die Behringer 110 Synth Voice zum Beispiel die CV-Pitch- und Gate-Signale direkt über den Eurorack-Bus abnehmen lassen können. Diese kleine Modifikation mit deutlichem Mehrwert wäre mit Sicherheit kein großer Aufwand gewesen: Kabelwirrwarr ade, Übersicht okay. Aber gut, wir Modularisten wollen ja patchen oder? Und genau das ist auch das Stichwort für den schnellen Einbau des Modules in das Test-Case, bei mir natürlich mit Washern unter den Schrauben, denn ich hasse Rackrash.

Der Rundgang über die Frontplatte der Synth Voice

Wie immer in meinen Tests begeben wir uns als Erstes auf einen kleinen Rundgang über die Frontplatte und ich erkläre im Gehen dabei kurz die Bedienelemente, deren Funktionen und erwähne mögliche Besonderheiten dazu. Wer hier gut aufpasst, kann das Handbuch danach direkt auch zur Seite legen.

Behringer System 100 Behringer 110 VCO VCF VCA Synth Voice Herstellerbild Frontalansicht

Klangliche Grundlage: Die VCO-Sektion

Der Behringer 110 ist in drei Funktionseinheiten durch weiße Striche auch optisch unterteilt. Ganz links finden wir den VCO, dem wir uns in diesem Bereich ausnahmsweise einmal mittig nähern. Omnipräsent erkennt man dort zwei große Drehregler für die Range des VCOs oben und den Pitch unten.

System 100 Synth Voice Userbild System gepatcht

Über den Regler für die Range stellt man die Tonlage in Oktaven ein und über den Regler Pitch kann man diese dann feintunen. Ein Stockwerk höher findet man das Herzstück der Klangerzeugung, die Schwingungsformen des VCOs. Rechts befindet sich ein kleiner Wahlschalter für die Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn und Rechteck. Letztere ist ihrer Pulsbreite durch ein links daneben angebrachtes Stummelpoti manuell einstellbar. Über diesem Poti befindet sich aber auch ein Modulationseingang PW MOD für die Rechteckschwingung, mit der man diesen Vorgang mit eingehender Control Voltage dann automatisieren kann und damit die Hand für andere Dinge wieder frei ist. Einfach einen LFO einpatchen und schon schweben wir auf der Rechteckschwingung davon. Rechts neben dem PW MOD-Eingang finden wir eine Ausgangsbuchse, die das reine VCO-Ausgangssignal für weitere externe Bearbeitungen bereitstellt.

Behringer System 100 Behringer 110 VCO VCF VCA Synth Voice Userbild VCO Ausgang auf Mordax Data Dreieck

Ganz unten befinden sich zwei Eingangsbuchsen samt Abschwächer für die Tonhöhenmodulation der VCO-Sektion, auch als Ziel angezeigt durch die weißen Pfeile in der Beschriftung. Hier patcht man üblicherweise den 1 V/Oct.-Ausgang von Keyboard und/oder Sequencer ein.

Guter Kaffee ist teuer! Die Filtersektion des Behringer 110

Kommen wir zur mittigen Sektion des Behringer 110, der Filtersektion. Das Filter ist ein typisches analoges Roland Tiefpassfilter mit Resonanz, sehr cremig, schmatzt und zirpt, dass es eine wahre Freude ist. Im oberen Bereich der Resonanz dünnt es ein wenig aus, was sich aber durch die Pegelregler im Patch dann wieder ausgleichen lässt. In jedem Fall ist das Filter sehr musikalisch und lässt sich auch immer durch gezielte Maßnahmen wieder bändigen, wenn es mal über das Ziel hinausschießt. Im mittleren Bereich erkennt man zwei beleuchtete Fader mit ausreichend langem und tatsächlich gut aufgelöstem Regelweg, einer für Cutoff und einer für Resonance des Filters.

Userbild VCF Filtersektion beleuchtete Fader

Darüber gibt es zwei Signaleingangsbuchsen mit Pegelreglern. Hier kann man externe Signale zum Filtern einschleifen. Das Signal aus dem VCO ist auf das Filter intern bereits vornormalisiert und kann mit dem linken Pegelregler in seiner Intensität eingestellt werden. Wenn man in die linke Signaleingangsbuchse ein Signal einspeist, wird die interne Normalisierung aus dem VCO unterbrochen. Ganz unten gibt es dann wieder die externen Modulationsmöglichkeiten als Eingangsbuchsen für Control Voltage mit dazugehörigem Abschwächer. Auch hier zeigen die weißen Pfeile ihr Ziel.

Wir brauchen Verstärkung! Der VCA der Synth Voice

Ganz rechts finden wir den VCA der Behringer 110 Synth Voice. Dieser ist relativ unspektakulär, aber eben doch funktional aufgebaut. Ganz oben zwei Signaleingänge für externe Nutzung mit Pegelregler, natürlich auch hier vom Filterausgang normalisiert auf den Eingang. Auch hier unterbricht ein Signal im linken Eingang die Vornormalisierung. Darunter links eine Low- und rechts ein High-Level-Ausgangsbuchse für den bearbeiteten Output des VCA mit Anzeigen für Übersteuerung und zwischengeschaltetem Gain-Regler.

Behringer System 100 Synth Voice Userbild System gepatcht Fokus auf VCA

Darunter finden wir auch hier die Modulationseingangsbuchsen mit Abschwächer. Hier kommen für die subtraktive Bearbeitung in der Regel ADSR-Hüllkurven ins Spiel. Man beachte dabei auch die Abhängigkeiten in der Modulationsintensität, auch hier wieder angezeigt durch weiße Pfeile in der Beschriftung.

Die Bedienung des Behringer 110 gestaltete sich im Testalltag absolut problemlos. Eine sehr wertige Verarbeitung kann auch diesem Modul bescheinigt werden. Die von Behringer gewählte Methode der Befestigung der Bedienelemente und Buchsen sitzt auch hier absolut wackelfest. Fader und Potis haben einen sehr gut aufgelösten Regelweg und lassen sich griffig bedienen. Über die Stummelpotis hatte ich mich ja bereits beim Sequencer-Test zum Behringer 182 ausgelassen, sie sind nun mal da: Punkt. Hier erklärt euch Götz Müller-Dürholt von Behringer die Behringer 110 Synth Voice noch einmal direkt am Objekt.

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Ist das Behringer 110 Modul nun schon ein richtiger Synthesizer?

Für ein solch komplexes Modul gibt es hier tatsächlich relativ wenige Bedienelemente, dafür aber umso mehr Ertrag. Natürlich umso mehr, wenn man die angebotenen Modulationseingänge auch intensiv nutzt, denn allein ist die Behringer 110 Synth Voice zwar spielbar, aber eben doch noch kein richtiger Synthesizer. Klänge erwachen seit Urzeiten erst durch Modulation zu wirklichem Leben und so ist das Behringer 140 Dual Envelope Modul mit seinen zwei Hüllkurven und dem zusätzlichen LFO zum Behringer 110 Synth Voice der kongeniale Partner.

Behringer System 100 Userbild Kleines System aus zwei Modulen Behringer 140 und 110Dual Envelope

Die Einzelheiten zu diesem Modul findet Ihr hier in unserem Test. Mit beiden Modulen im Verbund lassen sich dann aber tatsächlich schon erstaunlich komplexe Patches realisieren. Die beiden Hüllkurven des Behringer 140 Dual Envelope auf das Filter und den VCA gepatcht, den LFO auf die Pulsbreitenmodulation des VCOs und schon ist man im siebten Synthesizerhimmel. Beide Module in Kombination sind für den Einstieg in die Modularwelt eine absolute Spaßgarantie und für den Gesamtpreis sowieso unerreichter Wahnsinn. Wer es auf die Spitze treiben will, nimmt noch den Behringer 182 Sequencer dazu und ist fürs Erste rundum glücklich.

Behringer System 100 Userbild System Frontal gepatcht

Glücklich? Bis, … ja bis dann das gewohnte GAS durchkommt und man sein System mit weiteren Modulen aus dem Behringer System 100 um diesen Mikrokosmos erweitert und die eigene Lernkurve Stück für Stück erhöht. Diese drei Module würde ich nach meinem Empfinden als den perfekten Einstieg in die Eurorack-Modularwelt bezeichnen, klanglich, leistungstechnisch und vor allem preislich.

Der Vergleich: Ist die Synth Voice historisch korrekt geschrumpft?

Zu guter Letzt darf natürlich ein optischer Vergleich zum Vorbild aus dem Roland System 100m nicht fehlen. Ist das Behringer 110 Modul historisch korrekt für das Eurorack-Format geschrumpft?

Userbild Vergleich mit dem Roland System 100M 110

Natürlich nicht! Es ist, als hätte jemand mit dem Hammer oben auf das Modul draufgehauen und es in die Breite getrieben, wobei die kurzen Fader für die Modulation oder Abschwächung gestaucht und zu Stummelpotis wurden. Wie beim Behringer 182 Sequencer wohl auch hier ein Knicks an die Bedienbarkeit des Moduls. Optisch wurden dafür aber die Fader und damit die Regelwege für das Filter länger. Im Großen und Ganzen erkennt man aber trotz der Metamorphose der Frontplatte das Vorbild aus dem Roland System 100m ganz deutlich.

Beispielsounds zum Behringer 110 Eurorack-Modul

Hier zwei Tracks mit diversen Sounds. Weitere Soundbeispiele von mir, findet Ihr im Anhang.

Fazit

Wer braucht nun eine Synth Voice wie den Behringer 110 in seinem Modularcase? Meiner Meinung nach: Jeder geneigte User! Ein VCO, ein VCF und ein VCA, vereint in einem echt klasse klingenden Eurorack-Modul mit 16 Teileinheiten ist zu diesem Preis bisher einfach unerreicht. Die Musiker mit bestehendem Eurorack-Setup erwecken die Synthstimme mit bereits vorhandenen Modulationsquellen zum Leben, haben damit im System als Ergänzung eine weitere flexible Klangquelle. Die Einsteiger unter uns kaufen sich dazu den Behringer 140 Dual Envelope und haben für knappe 200 Euro einen kompletten subtraktiven Synthesizer aus zwei Modulen als erste genommene Hürde für den Einstieg mit enormem Spaßfaktor. Danach ist eigentlich der Weg zu mehr Modulen aus dem unendlichen Eurorack-Kosmos schon vorprogrammiert. Bleibt man bei Modulen aus dem Behringer System 100, liegt man sicher nicht falsch und hat quasi die nun gewohnte tolle und übersichtliche Optik im Verbund. Ich ziehe auch hier wieder meinen Hut vor Uli Behringer und seinem Team: Auch hier wurde Bewährtes solide neu aufgelegt! Nie war der Einstieg in modulare Welten so leicht, vor allen Dingen trotz der sehr guten Qualität so enorm günstig und der Ertrag an Klängen so groß! Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist überragend! Ganz klare Kaufempfehlung!

Plus

  • hoher Spaßfaktor
  • klassische Schaltung
  • wertige Verarbeitung
  • intuitive Bedienung

Preis

  • 97,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    swissdoc  RED

    Beim grossen VCO hat Behringer ja mit der Temperaturkompensation geschlampt und musste wegen Tracking- und Stabilitätsproblemen nachbessern. Wie ist das Thema Pitch hier zu bewerten?

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    Stratosphere  

    Nachdem sich bei Thilos best-of Übersicht der Module bei Ansicht der Preise Schweißperlen gebildet hatten, wirkt das Preis-Leistungsverhältnis dieses Moduls wieder deutlich entspannend.

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      Dirk E. aka Xsample  RED

      Das stimmt wohl … ein VCO für 33€, ein Filter für 33€ und dazu noch einen VCA für 31€, das Ganze auf nur 16 Teileinheiten .. da muss man eigentlich nicht überlegen.

  3. Profilbild
    Morphoder  

    Gleich vorweg , bin Modular noob
    Hätte aber ein paar Fragen dazu. Es juckt mich in den Fingern mir die 3 oben empfohlenen Module zu kaufen. Was bräuchte ich dann noch dazu ? Gehäuse ? Wenn ja welches. Und kann man von dem Audio out gleich direkt in das Audio Interface rein ? Sorry für die naiven Fragen

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Alle 3 Module würden z.B. perfekt in das Doepfer A-100LC1 Case passen, allerdings hast Du dann, wenn Dich das GAS der Erweiterung packt, keine Möglichkeiten dazu. Also lieber gleich ein wenig größer kaufen, Welches ist dabei dann schon fast egal. Bei mir tun es diverse DoepferCases problemlos. Ja .. Du kannst direkt von dem Audio Out in das Audio Interface reingehen. Genau so sind die Soundbeispiele auch entstanden. Sie wurden auch nicht mit Effekten behandelt. Immer ein Sound und dann am Patch gespielt, alles roh .. und sollten natürlich auch keine Sinfonien werden. :lol:

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        Morphoder  

        Danke Dirk !
        Noch eine Frage . Wo schließt man das Midi Keyboard an ? Oder brauch ich dazu ein Midi zu CV Modul ? Damit ich zur DAW syncen kann. Habe auch das Arturia Keystep Pro.

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          Dirk E. aka Xsample  RED

          Der Keystep Pro ist sicher ein perfektes Arbeitstier für diese Modulkombination. Clock Out in den Tempo CV In vom Behringer 182 Sequencer und Deine Sequenzen sind in Time. Keyboard Pitch CV Out in den Pitch In vom Behringer 110 und das Gate Out auf die Gate Ins der Hüllkurven des Behringer 140 Dual Envelope.

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          Thomsen  

          Hi Morphoder,

          wenn CV (Tonhöhe) und Gate (Anschlag) direkt aus der DAW zum Modul kommen sollen, benötigt man ein Midi-CV/Gate Interface. Der Keystep Pro ist natürlich mit den vielen CV/Gate Ausgängen perfekt fürs Modularsystem.

          Beim Thema Midi Clock aus der DAW ist es komplizierter. Zunächst brauchst Du ein Modul, das neben CV und Gate auch eine Clock ausgibt. Dann ist eine Midi Clock aus der DAW nicht tight, sodass Du beim Aufnehmen des Ganzen ggfs. noch viel schneiden musst etc. Meine Erfahrung ist auch, dass die Slave Geräte teilweise deutlich unterschiedlich schnell starten). Ich habe mir dafür trotz der hohen Kosten eine E-RM Multiclock geleistet. Diese erzeugt aus einer Audio Spur der DAW (bei mir Ableton) eine sehr sehr tighte Clock. Man braucht dafür aber entsprechend einen freien Ausgang beim Audio Interface. Die Multiclock hat 4 Ausgänge, um diverse Slaves zu clocken. Man kann jeden Kanal sehr präzise vor- oder nachziehen, sodass die Unterschiede der Slaves ausgeglichen werden. Mit dem Vorziehen kann man sogar die Audio Latenz ausgleichen und direkt super tight recorden. Fürs Vorziehen benötigt die Clock aber logischerweise einen Takt Vorlauf. Bei mir laufen DAW, Keystep Pro (der das Modular clockt), diverse Synths mit ihren Arpeggiatoren bzw. temposynchronen Delays und eine 606 bzw. alternativ ein Polyend Tracker perfekt in Sync. Mit nur einem Slave ist es natürlich weniger problematisch und auch davon abhängig wie groß die Projekte in der DAW sind. Der Hintergrund ist, dass Audio vor Midi priorisiert wird und bei höherer Auslastung kann Midi dann schon instabil werden. Deswegen auch das Generieren der Clock via Audio.

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      Son of MooG  AHU

      Das A-100LC1 ist zwar recht günstig, sollte aber laut Doepfer eher für Module zur Steuerung wie LFO, Envelope Generator etc. genutzt werden.
      Ich würde eher gleich das A-100LC3 nehmen, das mit 84HP auch noch Platz für ein MIDI-Interface und andere Erweiterungen bietet.

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        Dirk E. aka Xsample  RED

        Das wußte ich gar nicht, Danke für die Richtigstellung .. und klar .. bei Eurorack immer größer, da man später immer anbaut. Einmal dabei .. kommt man nicht mehr von los und das System wächst und wächst .. ein Geldgrab sondersgleichen. Also am Besten bloß nicht damit anfangen … :lol: Nein .. ich bereue keinen Cent … weitermachen. Das ist ein echt spannendes Hobby. :)

  4. Profilbild
    Dirk E. aka Xsample  RED

    Hier noch ein paar Patch-Tipps für das Mini-Behringer System 100: Da wir am Anfang mit den drei Modulen Behringer 182, 110 und 140 auskommen müssen, aber kein Multiple für die Vervielfältigung des GATE-Signals haben, nutzen wir doch einfach den zweiten Ausgang der ersten ADSR-Hüllkurve zum Auslösen der Zweiten. Den zweiten Ausgang der zweiten ADSR kann man auch zum Antriggern des LFO nutzen, hier dann das Kabel in den TRIGGER IN und schon startet die Wellenform des LFO mit jeder Note neu. Es lohnt sich vor allem auch den puren VCO-Out ins Spiel zu bringen. Lohnenswerte Ziele sind hier auf jeden Fall die Filter-Eingänge oder der Frequency IN des LFO. Auch der noch brachliegende zweite CV-Kanal des Behringer 182 kann das Patch hier deutlich beleben, in dem man seinen Output in einen der Filter-Modulationseingänge leitet und mit den CV-Potis die Modulation gezielt steuert, quasi auf den parallel abgespielten Noten Betonungen im Filter setzt.

  5. Profilbild
    xaez  

    Lit-Tip: W. Bock – Synthesizer – Aufbau, Funktion, Anwendung
    (m Praxisbsp zu Roland System 100m), Taurus-Press,
    antiquar. wahrsch. verfügbar

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Ist verfügbar. Hilft definitiv zum tieferen Verständnis des S100. Der Herr Book hat auch ein paar lässige Patches beigelegt. Sollte man neben dem ARP Cook Book im Schrank oder als PDF zur Hand haben.

  6. Profilbild
    moinho  

    Zum „Gesamtpreis unerreichter Wahnsinn“:
    Einen Gedanken im Niedrigpreissegment wert ist sicher auch die A-111-6 Synthvoice von Doepfer (10TE, €179). Kann die alles, was die 110/140-Kombo kann? Nein. Kann die 110/140-Kombo alles, was die Doepfer A-111-6 kann? Auch nein. Aber 22TE und noch gut 20 Euro gespart ist auch was…

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