Test: Behringer System 100 Eurorack, VCA 130, VCF 121

12. September 2020

Filter- & VCA-Modul des Behringer System 100


Nachdem wir im ersten Teil die ersten vier Eurorack-Module des Behringer Systems 100 getestet und vorgestellt hatten, folgen nun die letzten beiden Module das Behringer System 100, das ein direkter Klon des legendären System 100m von Roland ist. Hier der Link zum Test der ersten vier Module:

TEST: BEHRINGER SYSTEM 100 EURORACK, VCO 112, LFO 150, VCA 140, MULTIP.173

Im Anschluss daran befassen wir uns mit einigen Patches und werfen eine Schlussbetrachtung auf das gesamte Behringer System 100.

Behringer 121 Dual VCF

Was wäre ein modulares System ohne Filter? Das Modul 121 kommt hier als Dual VCF mit einem doppelten 24 dB Lowpass-Filter mit nachgeschaltetem, resonanzlosen Highpass-Filter. Das HPF schneidet bei 1 kHz, 2 kHz oder 5 kHz ab und ist natürlich deaktivierbar. Die drei Signaleingänge sind der Audiomixer vor dem Filter. Über drei Steuerspannungseingänge kann das Filter moduliert werden.

Das wäre zunächst eine recht formale Beschreibung. Musikalisch können wir das mit 3 mischbaren Audioeingängen und 3 weiteren Eingängen äußert flexibel nutzen. Hier haben wir dann im Ergebnis 2 Filterstufen, mit je zwei Ausgängen, die wir seriell oder parallel ansteuern können. Was klar sein muss, im Gegensatz zum originalen Roland 121 Modul sind die Fader durch Regler ersetzt worden. Ebenso wurde der Eingang Mod 1 anders beschaltet, hier heißt das, für Keyboard-Tracking sind mehr Kabel nötig. Was geblieben ist, sind die LEDs in rot und grün, die zum einen das Signal anzeigen und optisch die Resonanz.

Behringer 130 Dual VCA

Der Behringer 130 Dual VCA ist ein doppelter VCA, der über zwei getrennt voneinander einstellbare VCAs verfügt. Die drei Signaleingänge akzeptieren Audio und CV-Signale, somit ist der VCA auch für Steueraufgaben ausgelegt; die Kennlinie ist zwischen linear und exponentiell umschaltbar. Über drei Steuerspannungseingänge ist die Öffnung des VCAs fein dosierbar.

Hier wurden auch wieder die Fader durch Potis ersetzt. Generell muss man sagen, dass die Potis eine gute Entscheidung waren, sie gehen nicht zu schwer. Sie sind aber auch nicht so leichtgängig, dass sich bei besonders expressiven Spiel im Stile Jon Lord nichts verstellt. Es kann also auf das Messer im Rack verzichtet werden.

Beachten müssen wir, dass der VCA auch eine kurze Aufwärmphase (ca. 5 Minuten) benötigt, bevor linear und exponentielle Verstärkung mittels Initial Gain eingestellt werden können.

Auch hier haben wir wieder das Triple an Modulationseingängen und Signaleingängen. Über VCA OUT Low und High können wir dann verstärktes oder in die Sättigung getriebenes Signal abgreifen. Die beiden LEDs haben hier die identische Funktion und zeigen einmal das Signal und den „Drive“ an.

Hier muss man sagen, die Abstimmung ist perfekt, hier kann man zwischen angedicktem und gezerrtem Signal gut dosiert hin und her regeln.

Behringer System 100 Pro

Auf der Pro-Seite verbuchen wir für das gesamte Behringer System 100 relative komplexe Klanggestaltungsmöglichkeiten in einem erschwinglichen Preisrahmen. Der Preisrahmen relativiert sich, wenn wir im Kopf haben, dass ein Einsteiger 6 Module benötigt, ein Eurorack Case. Unter Pro fällt für den Autor auch der einheitliche Formfaktor.

Positiv ist auch das der Gesamtklang in Richtung Roland System 1oo geht. Hier gilt es im Kopf zu behalten: Elektronik altert und mit dem Altern verändert sich das Verhalten und der Klang. Ebenso wurde in den 70ern und 80ern ein solches System anders prozessiert und auf Band verewigt.

Aber Sheffield Electronic/Industrial/Pop geht hiermit. Somit geht auch New Wave.

Unter Pro fällt auch die grundsätzlich gute Verarbeitung. Es bessert sich von Jahr zu Jahr.
Aber es gibt auch Kontras.

Behringer System 100 Kontra

Es ist eine Kopie. Eine gute Kopie. Dieses ist angesichts des ersten Erscheinungsjahrs des originalen Systems 100m, also 1979, eigentlich kein Argument. Hinzukommen die Preisvorstellungen, hier als Beispiel ein VCO. Nun wissen wir aber noch nicht, wie lange die Behringer Variante des Systems 100m halten wird. Klar ist, wer das Original will und die Mittel hat, kauft sich eines.

Was auch auffällt, sind Streuungen bei den elektrischen Werten z. B. VCO 112. Dem Autor ist klar, dass analoge Schaltungstechnik immer etwas variieren kann, nur hat der VCO 112 eben auf der Platine Trimmpotis, vier an der Zahl und diese sollten bei einer Serienfertigung dazu genutzt werden, das Ergebnis und die Signale reproduzierbar zu machen. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum ein Modul sauber kalibriert war und nach der Aufwärmphase ein schönes A produzierte, während das zweite 112 Modul nach dem Aufwärmen ein E produzierte. Nach dem dies nachkalibriert wurde, passten die tonalen Intervalle über das gesamte Spektrum. Die Drift des VCOs war ohne Beanstandung bei beiden 112 Modulen, kleineres Driften im einstelligen Cent-Bereich ist tolerierbar.

Dennoch und das sollte möglich sein, kann man so kalibrieren, trotz aller klimatischen Unterschiede zwischen Fernost und Hessen, dass man maximal noch nachtunen muss.

Generell, nach dem die Module warm wurden, fingen die Stiftpotis an klebrig zu werden. Ein Wischtest detektierte keinen Sprengstoff, aber Reste von Flussmittel und Schmierfett. Auch dies gehört nicht an diese Stelle und auch nicht an die Finger. Thermische Lasten sind Hauptursache für frühes Schaltungsableben. Dies werten wir an dieser Stelle nicht über, sondern stellen es einfach fest. Nur trübt das den gesamten positiven Eindruck.

Kenner der originalen Module werden neben der Änderung am MOD1 Eingang des VCF 121 gegenüber dem Roland Modul auch feststellen, dass die Funktion des Modul 140 abweicht (es fehlt der Schalter Gate, Extern, Gate + Trigger ). Beide Änderung sind subtil. Im Ergebnis führen sie aber dazu, dass ohne Quad Gate/Multiple Patchen eine komplexe Geschichte wird.

Alternativen zum Behringer Eurorack System 100

Lassen wir das analog/digital Dogma außen vor, ist das Roland System 1m immer noch eine Hausnummer. Ob nun mit oder ohne S100 PlugOut. Hier muss man dann allerdings mit weniger Patch-Punkten und ohne den genialen Quad Gate/Multiple auskommen, der erst eine Vielzahl von Patches ermöglicht. Rolands System 500 ist klanglich eine Offenbarung, reißt aber durchaus ein Loch ins Budget. Für den Autor ist die Kombination aus Behringer System 100 und Roland System 1m eine perfekte Kombination. Letztlich ist erlaubt, was gefällt und was das Budget hergibt.

Abschluss und Wertung des Modularsystems

Der Behringer Ansatz funktioniert hier beim Behringer System 100. Warum Roland solche Module nicht wieder auflegt, wurde hier an anderer Stelle durchaus kontrovers diskutiert. Letztlich ist analoge Schaltungstechnik zwar ein Meilenstein, aber eben nur das. Letztlich müssen die Anwender das entscheiden, was sie brauchen. Nur weil etwas analog ist, muss es nicht alt sein. Entscheidend ist die Musik als Träger von Ideen.

Das gesamte Behringer System 100, mit den hier vorliegenden Modulen, funktioniert sehr gut. Hiermit können wir dann tatsächlich Sounds von gestern bis heute oder für die Zukunft abdecken. Die Beschränkung auf den Eurorack Formfaktor ist angemessen und funktioniert. Klanglich wird das System durchaus dem Original und der virtuell analogen Emulation gerecht.

Die Wertung für das gesamte System 100 ist sehr wohlwollend. Gleichwohl müssen die Baustellen, Kalibrierung und Rückstände nicht sein. Das hat primär nichts mit dem Endverkaufspreis zu tun, sondern macht den Kunden zufrieden. Und hat auch was mit Wertschätzung der Arbeit zu tun.

Man muss dem Behringer System – und damit lösen wir „Pop will eat itself“ auf – zugestehen, dass der Preis heiß ist und eine weitere Generation von Elektromusikern hervorbringen kann, wie das seinerzeit in Sheffield mit Industrial und New Wave begann.

Fazit

Die Module 121 und 130 machen den VCO 112 Knick wieder wett. In Summe ist das Behringer System zunächst ein Einsteiger-System, auch wenn Einsteiger am System 1oo keine flache Lernkurve vorfinden werden. Aber diese Lernkurve ist „modular“. Einzelne Design-Entscheidungen können leichtes Stirnrunzeln erzeugen und es ist im Kontext des Testberichts auch nicht möglich, das aufzuhellen.

In Summe gibt es hier mit Eurorack Rack, was wirklich eine saubere Stromquelle hat und selbst einen Stromfresser wie das Roland System 1m versorgt und nebenher alle eigenen Module, ein sauberes Gesamtsystem. Lediglich der Dual VCO 112 fällt hier aus der Reihe. Hier ist der Autor wahlweise für eine SixSigma, Kaizen oder eine 5S Methodik, um die Ungereimtheiten abzustellen.

Plus

  • Filter sauber abgestimmt
  • VCA reicht von Verstärkung bis Sättigung, Overdrive

Minus

  • Kalibrierungstreuungen beim VCO 112
  • Temperaturkompensation des VCOs

Preis

  • Behringer 130 Dual VCA: 102,- Euro
  • Behringer 121 Dual VCF: 99,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Noname

    Ich habe seit kurzem die Behringer System Module 121,121,140,130 .
    Klanglich bin ich sehr zufrieden aber die Bedienung der Mini Potis ist ein absoluter Krampf.
    Warum das in keinem Test bis jetzt Thematisiert wurde finde ich sehr merkwürdig.
    Im Eurorack Modular kennt man das Natürlich das die Bedienung schon fummelig ist aber bei dem Behringer System 100 ist das nochmal extrem fummeliger die mini Potis zu bedienen .
    Im Roland System 500 ist das mit den Fader schon viel besser gelöst .
    Aber bei dem Preis und dem guten klang kann ich darüber hinwegsehen .

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    Holden  

    „weitere Generation von Elektromusikern hervorbringen kann“. Kann? Die Zeit ist vorbei wo sowas Eargasm verursachte. Ein Sheffield X.0 wird viel radikaler und braucht keine Behringerkopie. Die jungen Leute müssen warten weil Leute wie du und ich immer noch dieses 50+ Jahre alte Leben leben und die Gegenwart dominieren. Weg mit diesen Retrokram für den Mülleimer.

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      penishead  AHU

      Das ist ne kluge Beobachtungsaussage. Kann ich voll und ganz zustimmen. Die jüngeren Musiker verfolgen nicht die alten Ziele, sondern gehen andere Wege, die manchmal zeigen, das man fast keine Hardware benötigt. Mal davon abgesehen, das es sowieso noch viel schwieriger ist irgendwie davon leben zu können.

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      phil_dr110  

      Prinzipiell gebe ich dir recht, obwohl ich als 50+ mich sehr über den Retrokram freue.
      Die Jugend findet ihre Wege, nur sind sie deutlich anders als unsere und finden auch an anderen Orten statt.
      Die klassische Musikindustrie hat sich überlebt. Der Spaß bleibt.

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      Atarkid  AHU

      Hm, ich glaub, dass die Jungen eh ein riesiges Problem haben was das Finden eigener kreativen Ergüsse angeht. Wir konnten vieles neu erleben. Sowohl im Stromgitarrenbereich, als auch bei der elektronischen Musik. Alles was in den letzten Jahren kam, waren Aufgüsse, selbst wenn es als innovativ verkauft wurde. Sieht man auch daran, wie schnell das Zeug wieder verschwindet. Hat sich bei uns schon angebahnt mit Grunge, Jungle, Breakbeats usw. Und heute? Naja, heute verschwindet eben sowas wie Dubstep innerhalb kürzester Zeit. Alles nur kleine Ergänzungen zum „Bewährten“. Damit müssen sich zukünftige Generationen abfinden. Dass da irgendwann eine heilsbringende Erfindung alles ändert, bezweifel ich stark, Denn alles was der Mensch braucht, gibt es: Rhythmus, Harmonien, Melodien….
      Da spielts dann auch keine Rolle ob Opa mit seinem Modularsystem rumeiert, oder der Junior mit seinem Techno-Taschenrechner. Noise ist und bleibt ein Nischenmarkt für Nerds, so wie es der Jazz für Instrumentalisten ist. Alle anderen wollen „Musik“, und die besteht seit es Menschen gibt aus den gleichen Komponenten, akkustisch oder elektronisch erzeugt…

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      Dave the Butcher  AHU

      „Die jungen Leute müssen warten weil Leute wie du und ich immer noch dieses 50+ Jahre alte Leben leben und die Gegenwart dominieren. Weg mit diesen Retrokram für den Mülleimer.“

      Hihi, stimmt!

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        Emmbot  AHU

        Ja die Kaufkraft sitzt nicht bei der Jugend. Noch bin ich knapp unter 40. Und mein ersten Synth habe ich mit ca. 25 gekauft.

        Ist doch schön daß sich ältere Menschen auch noch mit Musik befassen. Und die Jungens können uns überraschen;).

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    falconi  RED

    „Nun wissen wir aber noch nicht, wie lange die Behringer Variante des Systems 100m halten wird. Klar ist, wer das Original will und die Mittel hat, kauft sich eines.“

    Bis 2025.

    Der Einstieg von Behringer in der Nische tut den vielen Kleinserienherstellern nicht gut, und auf den Modularhype folgt der Sell Out. Im Anschluss befreien sich die Modularsystembesitzer zwischen Ehrenfeld, Neukölln und Altona aus der Todesspirale „Nachkaufen-Stecken-schon wieder keine Musik gemacht“ und wandeln ihre Modularsysteme aus Zeit- und Platzgründen in Wickeltische um.

    In 2030 startet der Modular-Hype in China und Behringer bringt eine 100er Decennial Edition für den Binnenmarkt. Gebrauchte europäische Kleinserienmodule aus den Zehner Jahren werden in Schneider’s Shanghaier Büro zu Höchstpreisen gehandelt.

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      Doc  

      Hallo Falconi,

      „Der Einstieg von Behringer in der Nische tut den vielen Kleinserienherstellern nicht gut“.

      So pauschal würd ich das nicht sagen.
      Was hier an Modulen ausser Doepfer und Behri noch alles rumnoist

      – Mutable Instr, IO, TipTop Audio, dreadbox, Roland, Make Noise…etc..

      Vieles ist nur hier weil stöpselbare Synths von Moog, Korg, Roland und auch Behringer eingereist sind.
      Das heisst jetzt nicht das ich für Behringer ne Lanze brech. Im Gegenteil….

      Vielleicht werd ich mir von AJH nochn Minimoog zusammen stöpseln… :0)

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      swellkoerper  AHU

      Grossartig! Du meinst also, meine exzessive Eurorack-Kaufsucht von heute wird einmal meine Altersvorsorge von morgen? Das ist Balsam für meine geschundene Seele.

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    Noname

    Ganz schön viel Offtopic Gerede hier !
    Ich dacht es geht hier um das Behringer System 100 ?

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      falconi  RED

      Wenn ein Testobjekt überwiegend weltanschauliche Debatten lostritt, ist das auch ein Hinweis auf einen Bewusstseinswandel.

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        Monolith2063  

        Den man aber nur bei Behringer findet. Wenn Moog in China fertigen lässt und dafür mehr Geld nimmt, interessiert es niemanden. Da geht den Leuten nur die Hose auf, weil Moog drauf steht. Wie bei Apple. Soviel zum Thema Bewußtseinswandel.

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          falconi  RED

          Ich wollte mich kritisch zum Modularhype äußern und zur Tatsache, dass Modularsystembesitzer im meinem Bekanntenkreis irrsinnige Mengen Geld für Module raus hauen und irgendwann frustriert Einbauküchen kaufen müssen, weil ihr mangelhafter musikalischer Output nicht vor der Lebenspartnerin bestehen kann und diese irgendwann aus Protest schwanger wird.

          Ich bin überrascht, dass das ein lukrativer Markt für Behringer sein soll, da er doch stark regionalisiert ist (urbanes Westeuropa, Japan, USA). Ich bin sicher, nur temporär, daher 2025.

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            Dave the Butcher  AHU

            So pessimistisch wies hier tönt sehe ich eurorack nicht, auch wenn ich deinen Sarkasmus und schmäh sehr schätze! Kleine Hersteller, die innovative schaltungen realisieren müssen auch höherprwisig fahren, das ist klar. Und wer ein Löteisen halten kann ist klar im vorteil. Ich backe gerade ein system aus befaco, robeaux, north coast synthesis und anderen, und das nicht mal zum halben preis. Exploding shed und thonk ist da die quelle. Genial.

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          Dave the Butcher  AHU

          schon mal eine matriarchin gespielt? Bevor du dieses erlebnis nicht hattest, kannst du nicht urteilen. Da steckt so viel mehr entwicklungsarbeit drin als in irgendeinem clon, dafür geb ich gern mein geld her. Und nein, matriarch wird in usa gebaut, und nein, es ist nicht wie bei apple, die die gleichen komponenten fürs doppelte verkaufen.

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            Holden  

            Gut ist und bleibt der Klang. Modular VST klingen bis heute nicht wie ordentliche Hardware. Wer keine Vorbehalte hat kann mit passender Midi-Steuerung und 2 Oszillator Modulen sich einen paraphonen Technosynth basteln der jeden Cloudsynth wegbügelt. Mit Expert Sleepers sogar mit relativ wenig Aufwand. Die ES Module wären dann allerdings so teuer wie der ganze Synth.

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    costello  RED

    Schöner Zweiteiler Toby, scheint ja insgesamt ein wirklich brauchbares Modularsystem geworden zu sein. Die Hüllkurven sind richtig zackig, wie in Deinen Klangbeispielen zu hören ist. „MittelhessenExpress“ – super!! Und was die Kalibrierungsprobleme beim VCO 112 angeht. Wenn da hier ein A und da ein E ertönt, kauft man sich noch ein zweites 112 dazu und kann mit etwas Glück einen a-moll-Akkord spielen ;)

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      Doc  

      Hallo Costello,

      zackig sind die Envelopes vielleicht schon.

      Habs aber lieber Snappy…Moog mässig.
      Wie n Schlag mit der offenen Hand – so würd ichs beschreiben.

      Der140er (Decay) schnappt mir jetzt nicht genug. Ist eher wien Boxhieb.
      Um bei der Körpersprache zu bleiben… ;-))

      Die Envelops im System 1m sagen mir mehr zu. Da sind die Hüllkurvenzeiten schnappiger und länger.
      Ist aber nur meine persönliche Einschätzung.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Danke Mr. C, die Kalibrierung kann man in den Griff bekommen, man braucht nur Feingefühl. Die Hüllkurven sind schon schnappig, Drumsounds gehen, hab auch den Roland Mambosound ala CR hinbekommen.

      Den Mittelhessen Express gibts wirklich, im Gegensatz zu seinem Vorbild TEE, lässt er es auf der Strecke, Frankfurt-Siegen/Treysa-Kassel, ruhig angehen. Man sollte der Zugteilung in Giessen aufpassen. Sonst ist man anstelle von Siegen in Kassel gelandet.

      Ich finds S100(m) von Behringer gut. Schade und ich hoffe das kam rüber sind die beiden subtilen Änderungen, welche zum einem zu einem Mehrbedarf an Multiplen/Quad Gates führt und am 140 Modul der fehlende Schiebeschalter. Zugegeben eine Konzession ans Eurorack System. Ist aber nicht Einsteigerfreundlich.

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    AMAZONA Archiv

    Sehr feine Klangbeispiele Toby, ich gratuliere!
    Ich kann nicht ernsthaft behaupten die Module klängen schlecht.

    Die obigen Bekenntnisse der Forumsteilnehmer zu Soylent Green finde ich durchaus amüsant.
    Sie bestätigen aber leider auch mal wieder meinen Eindruck dass die ethische Bildung der Menschen in diesem und vermutlich auch anderen Ländern spätestens seit den 80gern erdrutschartig im Orkus verschwand.

    Insofern passt ja alles. Unethische Synths für unethische Menschen unter 40.
    Wir sind das Virus.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Danke psv-ddv. Ich möchte jetzt keine Grundsatz Diskussion über Globalisierung und Kopieren anfangen. Emmbot hat dazu was sehr Richtiges gesagt, guck dir einfach die Einkommensituation und die Reallohnentwicklung z.B. in Deutschland an. Und zwar nicht meine. Ich bin jenseits von gut und böse. Und wenn du heute den Mut hast Berufsmusiker zu werden, kann ich dir sagen, die Stundensätze für Studio und sonstige Sessions sind seit den 90er Jahren nicht sonderlich gestiegen. Inflationsbereinigt eher gesunken. Und damit hab noch nicht mal die aktuelle Situation in 2020 beleuchtet. Die Welt ist einfach so schwarz und weiß, dass man alles in einer Kategorie ethischen Handelns nachschlagen kann.

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        AMAZONA Archiv

        Hey Toby,
        klar, das ist doch genau der Punkt wir sind in einem Teufelskreis, in dem immer weniger mit Musik verdient wird da Kunst und Musik immer mehr zu Hintergrundrauschen verkommen. In Folge sinkt der monetäre Wert was wiederum zur Einschränkung bei der Qualität der Werkzeuge/Instrumente/Studios/Technologie/Zeitaufwand/Brainpower führt.
        Das wiederum führt zum Sinken der Wirkmächtigkeit/Relevanz von Kunst und Musik womit wir wieder beim Anfang wären.
        All das fusst letztendlich auf dem zugrundeliegenden ethischen Wertegerüst.
        Wenn das Geldverdienen als Selbstzweck die Qualität immer weiter in den Hintergrund rückt befinden wir uns in einem Teufelskreis an dessen Ausgangspunkt meiner Meinung nach die ethische Grundeinstellung zum Leben und Zusammenleben steht.
        Egal. Ich bilde mir nicht ein das ändern zu können und freue mich jetzt mit euch dass da mal was erschwingliches und gleichzeitig klanglich erträgliches und auf dem Markt gebracht wird.

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          TobyB  RED

          Oben fehlt ein nicht, ich bin natürlich nicht der Meinung das die Welt schwarz/weiss ist. Um mal bei der Wirkmächtigkeit von Musik zu bleiben und deren Stellenwert. Wir haben schon mal von den Castingshows im deutschen Farbfernsehen gehört. Wenn ich mir z.b die deutsche Variante von Idol ansehe, also Deutschland sucht Wasauchimmer und die britische. Dann sehe ich in Deutschland eine Freakshow, in der Künstler vorgeführt werden. Sehe ich mir die gleiche Sendung in UKI an, sehe ich da junge Talente denen man ein Sprungbrett bietet. Das ist der Punkt. Behringers clonen mag man nun gut finden oder nicht, ich sehe darin betriebswirtschaftliche Cleverness. Die Eigenentwicklungen DM6/12/12D und Neutron sind schon in Ordnung. Behringer gibt damit dem Markt Impulse, was letztlich auch den Wettbewerbern hilft. Die stehen da morgens nicht auf und werden als Tagesmotto „Weltherrschaft, muhaha“ in den Raum werfen.

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            AMAZONA Archiv

            …“auf den Markt gebracht“ muss es oben natürlich heissen.

            Der Unterschied UK ´vs. D. den Du beschreibst ist mir auch schon oft aufgefallen. Das ist definitiv symptomatisch.

            Was „Weltherrschaft muhaha“ nach dem Aufstehen angeht bin ich mir da zumindest beim Namensgeber nicht so sicher.
            Da hätte der bestimmt nix gegen.
            Solche Leute wird es immer wieder geben, man muss sich nur entscheiden wie man sich dazu verhält.
            Dave Smith ist auch kein Weisenknabe was seinen Umgang mit E-mu angeht und ich habe trotzdem einen Sequential rumstehen…ist halt ein sehr gutes Musikinstrument.

  7. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Guter Test, mit sehr aussagekräftigen Klängen, von jemandem, der weiß, worüber er da schreibt.
    Bei dieser Diskussion darüber, was für alt und jung sein soll und zu sein hat, bin ich nicht dabei. Ist mir zu doof. Einfach mal den Makt entscheiden lassen. Die Jugend kauft z.T. auch Vinyl. Das kreative Potential liegt nicht im Synthesizer oder im Modul, sondern im Menschen. Und auch das ist keine Altersfrage.
    Der Synthesizer selbst ist nur Werkzeug, auch wenn der eine oder andere Nerd das nicht wahrhaben will.
    Eine Rechteckwelle und ein Lowpassfilter bleiben zeitlos, egal, wie sich der moderne Synth heute schimpfen mag.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Du hast mich verstanden ;-) Ich war lange und oft genug in UKI und kenne die Verhältnisse. Und hab jede Menge Musiker und Menschen kennengelernt. Die Electro Fraktion aus dem Norden haben auf Roland und Korg gesetzt, weil man das a) per Mail Order und b) auf Raten abstottern konnten, c) wurde Korg/Yamaha gekauft, weils affordable war. Das hat sich bis heute nicht geändert. und die Motivation Musik zu machen ist immer noch die gleiche.

  8. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Hätte es das Behringer System 100 schon vor vier Jahren gegeben, hätte ich wohl weniger Roland-Module gekauft, um einige Euros zu sparen. So freue ich mich über ein Super System-500 mit 505 Dual VCF in meinem Eurorack und die Aussicht, das Ganze noch mit einem Behringer 182 Sequencer zu veredeln…

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Ich muss gestehen, ich werde mir mindestens je 1 komplettes Roland und ein Behringer System geben und werd das mit dem Oberkorn 3 triggern, den 182 werd ich dann auch einbauen, ich nehme ihn dann aber für Filter/Modulatoren.

  9. Profilbild
    nativeVS  AHU

    Bei den Preisen bin ich dann doch sehr nah drann mir mal ein modul zum zerstoeren zuzulegen und sehen wie schwer ich es auf MU adaptieren kann.
    Als grobmotoriker ist naehmlich eurorack fuer mich ziemlich uninteressant und gefuehlt ist das echte System 100m ist mir schon etwas zu fummelig.

  10. Profilbild
    Doc  

    Hallo,

    kann mich den Lobgehudeldudel was Test und Klangbeispiele betrifft nur anschliessen.

    Respekt Toby….

    Die Behri-Module und Rolands System 1m haben schon ihren Reiz.
    Hier sinds halt nur die Roland 500er Module 505 und 512 nebst System 1m.
    Einen 3. Osc, VCF und VCA (alles im Modul 110) hol ich mir dann von Behri.

    Dem LP vom Sys1m und VCF-505 fahr ich Links-Rechts, den BP vom 505 mittig, in den Doepfer 138s StereoMixer. Den 505 BP nutz ich meist nur mit Lfo.
    Da blässzder de Knie weg….. ;-)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Danke,

      Krasser Patch. Ich hab bei den Demo Aufnahmen einen AKG 240 wegresoniert. Links schnarrt der nur noch ;-)

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        Doc  

        Jauuu,….. AKG 240, den alten mit 600 Ohm.

        Glaub das Teil hat ich 25 Jahre oder so.
        Den hab ich mit nem Minimoog oder Prodigy mal gequält.
        Sind beim resonieren echte Woichoier…
        ;-))

  11. Profilbild
    Chromengel  

    Bitte zwei Fragen zum Verständnis:

    Der Behringer Rack-Rahmen hat also genug „Saft“ um ein ganzes System zu versorgen?

    Hat der Behringer Rahmen nach hinten eine Abdeckung oder bleibt alles offen?

    Guter Test und vielen Dank im Voraus.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo ,
      das Behringer Eurorack Rack ist nach hinten offen. Das Netzteil CP1A liefert +/-12V je 1000mA, 5V 500mA. Auf der Rückseite des CP1A sind zwei Busports. Zum Lieferumfang gehört ein Bushosenträger mit sieben Ports, verpolgeschützt. Das beiliegende abgesetzte Netzteil wurde ausreichend dimensioniert, 15V 3000mA. Unter Volllast fällt die Spannung um ca. 3 Prozent, was absolut okay ist. Im Testaufbau hatte ich das System 1m und alle sechs Module von Behringer aufgebaut und hätte noch Reserven gehabt.

      • Profilbild
        Chromengel  

        Danke TobyB,
        das mit hinten offen ist nicht so gut. Da kommt doch jeder Staub rein und die herabhängenden Kabel der oberern Geräte berühren eventuell die Platinen.

        Da muss man sich wohl was einfallen lassen, oder?

        • Profilbild
          TobyB  RED

          ich hab für sowas ein halbtiefes Gator 19 Zoll Köfferchen und selbstgebaute Rackwannen, die ich als hintere Abdeckung nehme. Die Rackwanne ist im Prinzip nichts weiter als ein Blech, welches mit Normteilen so gebaut wurde, dass davor die Module sitzen können. Das kann man sich alles für kleines Geld besorgen.

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