Test: iZotope Neutron, Mixing Software

21. November 2016

Automatisierter Maschinen-Mix, geht das?

 

izotope-neutron-mix

In der Vergangenheit brachte der Hersteller iZotope einige erstaunliche Software an den Start. Hiervon konnte ich mich schon im Test von RX5, Ozone 6 und VocalSynth überzeugen. Ganz neu ist iZotope Neutron. Die Software soll den Benutzer im Mixing-Prozess unterstützen. Inwieweit das gelingen kann, der Check wird es zeigen.

Aufbau und Versionen

iZotope Neutron stellt zur Klangbearbeitung fünf Slots zur Verfügung, die fest mit den Modulen Equalizer, Compressor, Exiter und Transient Shaper bestückt sind. Der Compressor ist doppelt vorhanden, hier kann jede Instanz in einen Vintage-Mode geschaltet werden.

Das Neutron Plug In

Das Neutron Plug-in, hier mit Vintage EQ

Der rechte Bereich bietet Pegelanzeige mit Volume-Regler, einen Limiter und den Neutrino Mode. Neutrino ist eine Freeware von iZotope, die mit den Presets Voice, Bass, Instrument und Drums subtile Verbesserungen im Material vornimmt.

Das Programm wird in zwei Versionen angeboten: iZotope Neutron und iZotope Neutron Advanced. Die teurere Advanced Version bietet zusätzlich die Möglichkeit, Surround-Mixes zu bearbeiten und stellt die Bearbeitungsschritte EQ, Compressor, Exiter und Transient Shaper als einzelne Plug-ins zur Verfügung.

Systemanforderungen

iZotope Neutron bedient die Windows Betriebsysteme 7, 8 und 10 und ist auf dem Mac für OS X 10.9 bis 10.12 lauffähig. Als Schnittstellen werden VST2, VST3 und Audio Unit jeweils mit 32 und 64 Bit unterstützt. Ebenso kann mit AAX (64 Bit), RTAS (32 Bit), Audiosuite DPM und AAX gearbeitet werden.

Offiziell freigegeben ist die Kompatibilität zum jetzigen Zeitpunkt für Logic Pro X, Ableton Live 9, Pro Tools 10 – 12, Cubase Pro 8, Nuendo 7, Reaper 5, FL Studio 12 und Studio One 3.

Klangbeispiele
Forum
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    undertheecho

    Vielen Dank erst einmal für den ausführlichen Test.
    Die Idee hinter dem Produkt, also eine Hilfestellung beim beim Mix zu leisten, finde ich gut. Die Umsetzung solch einer Idee kann m.E. nur scheitern. Dieses Plugin ersetzt keine Fachkenntnis. Das Geld sehe ich besser investiert in einem Mixdown-Kurs bei entsprechenden Anbietern. Die gibt es auch auf Basis von Fernkursen. So lernt man schnell und einfach die Grundlagen des Mixdown sowie die dazu benötigten Effekte und deren Funktionen. Hat man diese einmal verinnerlicht, dann wird einem schnell klar, dass man nur wenige gute Plugins braucht. Denn weniger ist mehr.

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    dr noetigenfallz  

    Ich benutze Neutron seit ca. 3 Wochen und bin begeistert.
    1. der Sound ist richtig gut, auch die verschiedenen Optionen (Vintage etc.) sind super. Auch ohne Tracking Assistant wäre Neutron sein Geld wert.
    2. der Tracking Assistant ist eine grosse Hilfe, wenn man weiss, was man will. Er ist richtig gut im Aufspüren von Frequenzen, die man rausziehen muss (z.B. habe ich in akkustisch schlechten Räumen aufgenommen und Tracking Assistant spürt die störenden Frequenzen selbständig auf.
    3. Der Tracking Assistant schlägt was vor. Nicht mehr und nicht weniger. Man hat ja alle Möglichkeiten, was zu ändern. Bei A-Gitarren macht er immer einen vollen Klang mit schönen Bässen etc. Aber in einem vollen Mix will man das ja oft nicht, sondern nur die Höhen. Da stellt man eben selbst seinen Low-Cut ein, oder die Höhen, oder…
    Mein Fazit: ein toller Channel-Strip, der einem viel Arbeit abnimmt. Aber: Man muss immer noch selbst mitdenken und eine eigene Vision für den Mix entwickeln. Und genau das finde ich super.

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      Armin Bauer  RED

      Genau so ist es. Neutron schlägt vor und kann dadurch eine große Hilfe sein.
      Das macht es aber pro Kanal, es macht nicht automatisch einen komplexen Mix. Lautstärkeverhältnisse, Panorama, Effekte muss man schon noch selbst machen.
      Somit geht es ganz ohne Vorkenntnisse natürlich nicht.
      Klasse ist Masking. Hier lassen sich schnell überlappende Frequenzen finden und eliminieren.
      Nicht außer Acht lassen darf man natürlich auch nicht die Preisgestaltung. Für vier gut klingende und parametrisierte Bearbeitungsstufen plus Limiter, Neutrino, Automix und Masking zahlt man hier nicht mehr als andere Anbieter für ein einzelnes EQ- oder Kompressor-PlugIn aufrufen.

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    Tyrell  RED 1

    Ich habe das teil soeben getestet und bin extrem positiv überrascht. Um mal ehrlich zu sein – mein Wissen rund ums Mixing und Mastering beschränkt sich auf gefährliches Halbwissen. Soll bedeutet: Ein druckvoller, ausgewogener Mix ist mir persönlich noch nie gelungen. Ich habe da auch einfach keinen Nerv dafür. Ja, ich liebe die Synths und die Parameterschrauberei um tolle Klänge zu generieren ….. aber Mixing? Das ist für mich irgendwie wie Abspülen nach dem Essen. ;-) Das soll jetzt nicht heißen, dass ich den Job des Toningenieurs nicht schätze – im Gegenteil – er ist nur nichts für mich. Also: Ich mochte schon die Presets im iZotope Ozone, aber was das Neutron für mich macht, ist schon der ganz normale Wahnsinn. Armin hat sicher Recht, ein Profi kann das am Ende noch viel besser, aber dennoch sind meine Mischungen nun ohne Profi Welten besser als was ich zuvor so zusammen gemurkst (und nicht gemixt) habe.
    Und gleich als Ergänzung: Nein, ich habe keinen Werbevertrag mit iZotope!!!

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      Armin Bauer  RED

      Hi Peter,

      mein Tipp: Den Abwasch abends einfach stehen lassen und morgens in aller Ruhe bei einer schönen Tasse Tee meditativ erledigen :-)

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      Chick Sangria  

      Schöner Vergleich! Fürs Mastering gibt es ja inzwischen auch Online-Spülmaschinen, die man auch mal testen könnte.

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    swellkoerper  AHU

    Mag ja sein, dass die einzelnen Effekte gut klingen, aber ich kann mir gut vorstellen, wohin das hier führt: Mixen und Mastern nach Auge und mit Presets, nicht nach Gehör. Als ob das Einblenden der Frequenzkurve irgendwas Sinnvolles zur einer Entscheidungsfindung beim Mixen beitragen könnte. Das Erarbeiten und Beherrschen einer passenden Masteringkette oder die akustische Optimierung des Abhörraumes kann man sich leider nicht ersparen. Schön, wenn Laien gute Ergebnisse erzielen, für mich aber waren Izotope Produkte schon immer die Pest, da ist dieses hier keine Ausnahme.

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      Armin Bauer  RED

      Hi swellkoerper,

      klar ist das Ohr der entscheidende Faktor. Die Frequenzkurve zeigt nur optisch die Frequenz-Überschneidungen zweier Spuren. Korrigieren muss man schon noch selbst.
      Das ist, wie wenn bei einem Livemix im Monitormix der Analyzer mit läuft, Manche brauchen´s gar nicht, Andere kommen sonst nicht klar.
      Zum Mastern ist Neutron definitiv nicht gedacht.

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    anttimaatteri  

    wenn man sich seit ein paar Jahren anhört, was so alles den Musikmarkt beherrscht, dürften sogar über eine längere Zeit angesammelte presets mit izotope neutron weit mehr diversität bei den sounds von tracks bringen als es bis jetzt der fall ist.

    allerdings befürchte ich, daß man sich wieder auf wenige sogenannte cookie cutter settings, analog wie im esport, reduziert, die das geld generieren.

    ich halte neutron für ein grosse chance, vor allem für die „kleineren“ producer/musicians. je mehr settings publik werden desto besser dürfte dieses tool arbeiten.

  6. Profilbild
    vssmnn  

    Ob der Track 9 oder irgend eine andere Version davon veröffentlicht würde, interessiert wahrscheinlich keinen Hörer wirklich essentiell.

    • Profilbild
      Armin Bauer  RED

      Ich denke mal, es ist müßig diesen „Beitrag“ zu kommentieren. Danke trotzdem für´s Mitmachen.

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