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Test: M-Audio Keystation 88 MK3, MIDI-Keyboard

11. November 2020

Die kompaktesten 88 Tasten?

M-Audio Keystation 88 MK3, MIDI-Keyboard

Test: M-Audio Keystation 88 MK3, MIDI-Keyboard

Der Hersteller M-Audio hat so einige Produktlinien im Repertoire, die einige von unseren Lesern vermutlich schon ihr halbes Leben begleiten. Die Keystation-Controller der US-Amerikaner gehören da ebenso dazu wie die Oxygen-Serie, die Studiomonitore der BX-Reihe und vieles mehr.

Bei seinen 88-Tasten-Keyboardcontrollern hatte M-Audio kürzlich ein Update für die Keystation 88 vorgestellt und dieses haben wir uns für euch einmal näher angeschaut.

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Keystation 88 Mk3 – Überblick

Schon seit vielen Jahren hat M-Audio die Keystation 88 im Programm und seit Kurzem ist diese nun in der dritten Auflage erhältlich. Schlank und kompakt war und ist die Keystation schon immer. Daran ändert M-Audio glücklicherweise auch nichts, so dass die neue Version mit 137,8 x 21,6 x 7,3 cm vor allem lang, aber nicht sonderlich tief oder hoch ist.

m-audio keystation 88 mk3 test

Auch hinsichtlich des Gewichtes gehört das 88er Modell zu den leichteren Keyboards, gerade einmal 6,24 kg bringt es auf die Waage. Damit lässt sich das Keyboard locker unter den Arm nehmen und dank der Einkerbungen auf der Unterseite auch gut greifen und transportieren.

Optisch hat M-Audio dem Keyboard ein neues, modernes Aussehen mit auf den Weg gegeben, der Hersteller bleibt aber beim klassischen Schwarz. Die Verarbeitungsqualität des komplett aus Kunststoff bestehenden Gehäuses ist gut, alles ist sauber und ordentlich gefertigt. Auch die zugegebenermaßen wenigen Bedienelemente lösen sauber mit einem satten Klack aus und lassen auf eine lange Lebensdauer hoffen.

Insgesamt bietet der Keyboardcontroller jeweils ein Pitchbend- und Modulationsrad, zwei Oktavierungs- und eine Advanced-Taste (für weitergehende Funktionen), einen Lautstärkeregler, eine dreiteilige Transportsektion, bestehend aus Play-, Stop- und Record-Taste sowie einem Cursor-Kreuz. Soweit also nichts Neues gegenüber der Vorgängerversion.

m-audio keystation 88 mk3 test

Die Keystation 88 MK3 bietet nur wenige Bedienelemente, Pitchbend- und Modulationsrad gehören aber dazu

Durch Drücken der erwähnten Advanced-Taste gelangt man in den Edit-Modus, so dass man Zugriff auf die erweiterten Funktionen erhält. Oberhalb der Klaviatur sind hierfür alle möglichen Funktionen, Parameter und Zahlen aufgedruckt. Mit der entsprechenden Tastenkombination kann man somit beispielsweise den MIDI-Kanal, Bank MSB-, LSB- und Program-Befehle, Transponierungen etc. einstellen und aufrufen. Damit wird die Keystation 88 Mk3 zwar nicht zur vollwertigen MIDI-Kommandozentrale, aber rudimentäre Aufgaben bekommt man damit schon hin.

m-audio keystation 88 mk3 test

Oberhalb der Tasten sind die MIDI-Befehle und Funktionen aufgedruckt

Anschlüsse

Auf der Rückseite befinden sich alle Anschlüsse der Keystation 88. Löblich ist, dass das Keyboard über einen Power-On/Off-Schalter verfügt, das sieht man bei MIDI-Keyboards ja mittlerweile immer seltener. MIDI-Signale kann das Keyboard entweder über eine MIDI-DIN-Buchse an weitere MIDI-Geräte oder über den USB-Port an einen Computer aussenden. Viele nutzen die Keystation ja als reines Einspielkeyboard vor dem Computer (88 Tasten sind bei Nutzung von Sample-Librarys und ihren Keyswitches oftmals sinnvoll), trotzdem ist es schön, dass die Keystation auch klassische MIDI-Hardware ansteuern kann.

Sofern das Keyboard an einen Computer angeschlossen ist, reicht der über USB bezogene Strom für den Betrieb aus. Im Standalone-Betrieb benötigt der Controller aber ein externes Netzteil. Dieses gehört nicht zum Lieferumfang und muss entsprechend hinzugekauft werden. Neben dem Keyboard findet man in der Verpackung lediglich ein USB-Kabel, ein gedrucktes, mehrsprachiges Handbuch, die Garantiebedingungen und ein Kärtchen mit Hinweisen darauf, wo man die ebenfalls zum Lieferumfang gehörende Software herunterladen kann.

m-audio keystation 88 mk3 test

Zwei Pedale, MIDI-DIN und USB bieten ausreichend Anschlussmöglichkeiten

Abgeschlossen wird die Rückseite mit einem neu hinzugekommenen Kensington Lock sowie zwei Pedalanschlüssen. Die erste Buchse ist für Haltepedale (Sustain) vorgesehen, die zweite für Expression-Pedale.

Tastatur

Die Tastatur der Keystation 88 Mk3 ist relativ simpel aufgebaut und sehr leicht gewichtet. Laut M-Audio wurde sie im Vergleich zur MK2-Version komplett überarbeitet.

Viel Kraftaufwand benötigt man nicht, um die Tasten herunterzudrücken. Mit einer Hammermechanik eines Oberklasse-Digitalpianos oder gar einem echten Klavier/Flügel hat das hier kaum etwas zu tun. Muss es ja auch nicht, es sollte nur jedem angehenden Klaviervirtuosen klar sein. Nach etwas Eingewöhnung bekommt man durchaus passable Ergebnisse hin, wirklich dynamisch lässt sich die Tastatur aber nicht spielen. Störend fallen lediglich die recht lauten Tastaturgeräusche auf. Das liegt vermutlich an der Konstruktion des Gehäuses, so leicht und platzsparend es auch ist, so schnell übertragen sich natürlich die Tastaturanschläge auf das gesamte Keyboard.

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m-audio keystation 88 mk3 test

Software und Praxis

M-Audio macht es sich bei seinen Produkten gerne zunutze, dass man zum großen InMusic Konzern gehört und entsprechend unternehmensübergreifend Hard- und Software bündeln kann. So ist es nicht verwunderlich, dass die Keystation 88 Mk3 mit etlichen Software-Instrumenten aus dem Hause AIR Music Technology ausgeliefert wird: Enthalten sind das E-Piano Velvet, das akustische Piano Mini Grand, der Synthesizer Vacuum, die Drummachine Boom, die Orgel DB-33 und die Software Workstation X-pand!2.

Hinzu kommt die ohne kostenlose Software MPC Beats, allerdings legt M-Audio hier noch spezielle Producer-Kits dazu.

akai mpc beats software

MPC Beats

Ebenfalls enthalten sind die DAWs Pro Tools First (in einer speziellen M-Audio Edition) sowie Ableton Live Lite, ein 3-Montsabo des Online Klavierportals Skoove und 40 Gratis-Lektionen von Melodics.

Der Anschluss an den Computer, ans iPad oder eine MIDI-Hardware gelingt mit der Keystation 88 Mk3 ohne Probleme. Unter Cubase auf dem Mac wird der Controller sofort als MIDI-Einspielgerät erkannt und man kann sofort damit loslegen. Weder unter macOS noch unter Windows benötigt das Keyboard zusätzliche Treiber.

m-audio keystation 88 mk3 test

Die beschriebenen MIDI-Funktionen, Transportkontrolle, Pitchbend- und Modulationsrad funktionieren alle einwandfrei.

Ausblick

In unserer großen Kaufberatung für die besten MIDI-Keyboards mit 88 Tasten findet ihr alle aktuellen Controllerkeyboards, die über den vollen Tastaturumfang verfügen. Einige davon sind wie die Keystation recht rudimentär aufgebaut und dienen daher eher zum einfachen Spielen von Software- und Hardware-Instrumenten, andere verfügen über vielfältige Bedienelemente wie Pads, Fader, Drehregler und mehr. Je nach Einsatzgebiet sollte man sich also vorab überlegen, was man alles mit seinem Controllerkeyboard spielen und steuern möchte.

controllerkeyboards midi 88 tasten

In unserer Kaufberatung findet ihr viele MIDI-Keyboards mit 88 Tasten

Große Unterschiede zwischen den MIDI-Controllern gibt es auch bei der Tastatur. Sollen es leichtgewichtete Tasten sein wie bei der Keystation 88 MK3 oder richtige Holztasten, wie es das VPC1 von Kawai bietet?

Als direkte Mitbewerber zur Keystation 88 sehe ich das iCon iKeyboard 88 und das Midiplus X-8 II an. Diese liegen im gleichen Preisbereich wie das Modell.

Möchte man etwas mehr Steuerungsmöglichkeiten, bekommt man in der nächsten Preisklasse (zwischen 220,- und 300,- Euro) schon etwas geboten. Hier mischt Nektar mit seinen beiden Keyboards LX88+ sowie dem recht neuen GXP88 mit. Auch das Midiplus Stage 88 bietet bereits Fader, Drehregler und ein einfaches Display.

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Fazit

Das Update auf die dritte Version der Keystation 88 bietet nicht viel Neues. Die Tastatur wurde überarbeitet, ist aber weiterhin recht einfach gestaltet, viel Gefühl und Dynamik bekommt man hiermit leider nicht in sein eigenes Spiel. Optisch hat M-Audio dem Keyboard ein neues Aussehen spendiert und gegenüber der MK2-Version bietet die aktuelle Variante nun einen Kensington Lock.

Abgesehen davon präsentiert sich das MIDI-Keyboard kompakt und leichtgewichtig und bietet sich daher sowohl für den Einsatz im Studio, beispielsweise als Einspielkeyboard für die DAW oder zum Ansteuern von MIDI-Hardware als auch für die Bühne an.

Im Gegensatz zu vielen anderen Controllerkeyboards fokussiert sich die Keystation auf einige wenige Funktionen. Ausufernde Controllerfahrten, das Spielen über Drumpads etc. sind hiermit nicht möglich, aber oft reicht das ja bereits.

Wer auf der Suche nach einem einfachen Keyboard mit 88 Tasten ist, sollte sich die Keystation 88 MK3 somit einmal näher anschauen. MK2-Besitzer werden aufgrund der wenigen Neuerungen aber definitiv nicht aufs aktuelle Modell wechseln.

Plus

  • günstiger Preis für 88 Tasten
  • großes Software-Paket
  • kompakt, leicht

Minus

  • mittelmäßige Tastatur

Preis

  • 199,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    ISE500  AHU

    Kennt ihr Alternativen, die günstig sind? Bei meinem Alesis Q49 ist einfach so die Netzteilbuchse verbogen.

    • Profilbild
      bluebell  AHU

      Ich hatte mit dem Alesis Q49 nach kurzer Zeit Probleme, weil die MIDI-Werte des Modulationsrad bei der Nullstellung nicht bis auf 0 gingen. Mal bis 4, mal bis 9. Man konnte es auch nicht einstellen.

      Ich habe mir das M-Audio Code61 gegönnt und bereue es nicht. Kein Vergleich mit Nektar-Tastaturen. Gutes Spielgefühl und Aftertouch. Ist wie eine Extrahand:

      Links Akkorde, rechts Solo mit Vibrato durch Aftertouch
      oder
      Links Pitch-Bend-Rad, rechts Spiel mit Vibrato durch Aftertouch

      Find ich gut.

      Eine Hammermechanik hat das Code61 nicht, aber das will ja auch kein Keyboarder, der mit einer Tastatur unterschiedliche Sounds spielt. Leadsynth will keiner mit Hammermechanik spielen.

      Hammermechamik ist was für reinrassige Pianisten, die gezwungenermaßen auf elektronisches Teufelswerk mit Klavierklang ausweichen müssen.

      • Profilbild
        ISE500  AHU

        Ich hab keine grossen Anforderungen, das Code 61 ist je megateuer im Vgl. zu den 79 Euro für das Alesis.

        Was abgefuckt ist: M-Audio Keystation61 und 88 haben einen MIDI-Port und das M-Audio Keystation49 nicht…Bei mirist platztechnisch nur ein 49 Tasten Keyboard drin.

        • Profilbild
          gaffer  RED

          Ich lese gerade, dein Alesis ist Bus-powered. Also USB Kabel dran und das in ein Netzteil. Von einem Handy z.B. oder einen aktiven USB Hub.

          Sollte dann der MIDI Port nicht mehr gehen, würde ich die Kiste schlicht öffnen, den Bohrer holen, ein Loch machen und irgendeine Buchse reinsetzen, mit der Stromversorgung intern verbinden, fertig.

  2. Profilbild
    Django07  

    Das Software-Paket ist unter Mac OS mit Vorsicht zu genießen: viele Plugins sind für 10.14 und VORHER, nicht aber für Catalina und Big Sur freigegeben.
    Mein Advance (Akai, aber gleiche Gruppe) ist Edelschrott, da VIP keine Updates erhält und nicht installiert werden kann.
    Deshalb würde ich das SW-Paker nicht als Plus sehen: eher als Hinweis auf die mittel- und langfristige Produktpflege bei InMusic

    Gestern Abend gab es dann auch wieder die Mail, dass die ganzen Air und Sonivox Plugins nicht funktionieren werden.

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