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Test: Rockruepel Sidechain.one, VCA-Kompressor

Hardware Kompressor mit innovativem Filter

1. April 2022
rockruepel sidechain one test

Rockruepel Sidechain.one, VCA-Kompressor

Der Rockruepel Sidechain.one VCA-Kompressor ist das neuste Produkt aus der kleinen Boutique-Schmiede von Oliver Gregor. Wie der Name bereits verrät, bietet dieser Dynamikprozessor, der in enger Kooperation mit den Mastering-Ingenieuren Luca Pretolesi und Stefan Heger entwickelt wurde, ein überaus flexibles Sidechain-Filter mit weitgefächerten Anwendungsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu dem erst neulich für AMAZONA.de getesteten Comp.Two V2 hat der Sidechain.one sogar einen überraschend niedrigen Preis.

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Der Begriff VCA ist eine Abkürzung für „Voltage Controlled Amplifier“, was in der deutschen Übersetzung „spannungsgesteuerter Verstärker“ bedeutet. Dieses Schaltungsdesign ist in der Tontechnik bekannt für einen sauberen und ungefärbten Ton, sowie ein überaus schnelles Regelverhalten.

test Rockruepel Sidechain.one

Rockruepel Sidechain.one, VCA-Kompressor

Zu den bekanntesten Exemplaren dieser Art gehören der SSL Bus Kompressor, API 2500 und natürlich die unterschiedlichen dbx 160 Modelle.

Rockruepel Sidechain.one

Rockruepel Sidechain.one zum Test im Studio

Der Rockruepel Sidechain.one auf den ersten Blick

Bei dem Sidechain.one handelt es sich um ein Monogerät im 19 Zoll Format mit einer Höheneinheit. Das Gehäuse besteht vollständig aus Aluminium und hat ein robustes, 0,6 cm dickes Frontpanel, so dass der Kompressor insgesamt nur 1,15 kg wiegt – Aluminium und VCA-Schaltungen sind nun mal nicht sehr schwer, zudem wird das Gerät über ein externes Netzteil mit Strom gespeist.

Auf der rechten Vorderseite sitzen, fest verschraubt, alle obligatorischen Bedienelemente, dazu zählen Threshold, Attack, Release und Gain, für die freilaufende Potentiometer verwendet werden. Genau wie bei dem Comp.Two V2 sind sie mit geriffelten Kappen versehen, die rund 2 cm Durchmesser haben und sich dank eines großzügigen Abstands zueinander sehr gut greifen lassen.

Rockruepel Sidechain.one

0,6 cm starkes Frontpanel

In der Mitte liegen mehrere Kippschalter mit jeweils einer eigenen LED, die den Status der zugeordneten Funktion anzeigt. Unter anderem kann hier die Ratio in drei Stufen (2:1, 4:1 und 10:1) eingestellt werden, was ein bisschen an die Settings des SSL Bus Kompressors erinnert. Auch der Hardwire-Bypass lässt sich mittels einer dieser Schalter aktivieren.

Auf der linken Seite des Frontpanels befindet sich schließlich das Feature, durch das sich der Sidechain.one von anderen Kompressoren abhebt:
Zwei übereinanderliegende Fader mit 6 cm langen Regelwegen dienen zum Einstellen eines Hoch- und Tiefpassfilters, mit denen das Frequenzspektrum des Steuersignals der Kompressionsschaltung definiert wird. Per 3-Wege-Kippschalter lassen sich zusätzlich die Bänder der beiden Filter umschalten, wodurch sich die Einsatzfrequenzen und somit der Regelbereich der Fader verändert. Das klingt erst mal kompliziert, ist aber in der Handhabung überaus einfach – hierzu aber später mehr.

Rockruepel Sidechain.one

Die Anschlüsse auf der Rückseite

Auf der Rückseite sind alle Anschlussmöglichkeiten des Sidechain.one untergebracht. Dazu gehören ein Ein- und Ausgang im XLR-Format für das Audiosignal sowie eine 6,3 mm Klinkenbuchse, um zwei Geräte für Stereoanwendungen zu verbinden. In diesem Fall muss auf den Vorderseiten der Geräte die Link-Funktion eingeschaltet werden, so dass der Kanal mit der stärksten Pegelspitze die Intensität der Kompression beider Kanäle steuert.
Der Anschluss des im Lieferumfang enthaltenden Netzteils erfolgt zuletzt noch über einen vierpoligen XLR-Anschluss.

Technische Details

Wie alle seine Geräte, fertigt und verkabelt Oliver Gregor auch den Sidechain.one von Hand und verwendet ausschließlich hochwertige Bauteile. Unter anderem lässt er zum Beispiel das Aluminiumgehäuse komplett in Deutschland fertigen.

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In der Entwicklungsphase, die – wie eingangs erwähnt – in Zusammenarbeit mit Luca Pretolesi (Studio DMI) und Stefan Heger (Stefan Heger Mastering, Mastering Works) erfolgte, entstand der Wunsch nach einem Kompressor mit möglichst neutralem Klang und schnellem Regelverhalten.

Rockruepel Sidechain.one

Rockruepel Sidechain.one

Beide Eigenschaften werden von einer einfachen Feed-Forward-VCA-Schaltung mit niedrigem Verzerrungsgrad und raschen Ein- und Ausschaltzeiten (Attack: 0,1 bis 120 ms / Release 0,1 bis 1.2 Sek.) erfüllt.
Um klangliche Färbungen zu vermeiden, kommen dementsprechend natürlich auch keine Übertrager in dem Sidechain.one zum Einsatz.

Rockruepel Sidechain.one

Entwickelt in Kooperation mit Studio DMI (Las Vegas, USA)

Das Hauptanliegen der beiden Mastering-Experten bestand allerdings darin, ein möglichst flexibles Sidechain-Filter zu integrieren.
Viele aktuelle Hardware-Kompressoren verfügen meist schon über ein Hochpassfilter, um die tiefen Frequenzen aus dem Steuersignal zu entfernen. Manche haben sogar einen Anschluss für ein externes Filter, wodurch zwar die Anwendungsmöglichkeiten wachsen, aber auch ein zusätzlicher Equalizer notwendig ist.

Genau diese Gerätekombination vereint Rockruepel in dem Sidechain.one, da sich das Eingangssignal vor dem Detektor dank des Hoch- und Tiefpassfilters sehr frei formen lässt.
Beide Filter haben eine Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave und bieten drei Bänder mit verschiedenen Einsatzfrequenzen zur Auswahl, wobei eine mehrfarbige LED das gewählte Band anzeigt. Die Frequenzunterschiede der drei Optionen staffeln sich wie folgt:

Rockruepel Sidechain.one

Die Frequenzbereiche der drei Bänder

Um nur das Sidechain-Signal wiederzugeben, muss die Listen-Funktion aktiviert werden. In diesem Modus lässt sich genau hören, wie die zwei Filter das Eingangssignal verändern. Bei Bedarf kann der Sidechain.one so auch, losgelöst von dem VCA-Kompressor, als einfacher Equalizer gute Dienste leisten.
Um die Sidechain-Funktion zu deaktivieren, müssen die beiden Filter einfach auf ihre äußersten Frequenzpunkte geschoben werden, sprich 20 Hz und 20 kHz, so dass wieder das vollständige Eingangssignal am Detektorweg des Kompressors anliegt.

Sidechain.one VCA-Kompressor in der Praxis

Durch das teils sehr minimalistische Bedienfeld des Sidechain.one gestaltet sich der Umgang mit dem Gerät sehr musikalisch, da es kaum optische Hilfsmittel gibt, um eine passende Einstellung zu finden.

Gerade bei Stereo-Anwendungen mit zwei Geräten ist natürlich ein genaues Augenmaß beim Abgleich der freilaufenden Regler von Nöten, was sich dank der Skalierung aber recht einfach gestaltet. Die Beschriftungen von Attack und Release beschränken sich auf die äußersten Werte, so dass die Ohren über das Regelverhalten entscheiden müssen.

Die LED zur Darstellung der Pegelreduktion hat ebenfalls eher eine rudimentäre Funktion, da sie lediglich durch ein Blinken anzeigt, dass der Kompressor vereinzelt Pegelspitzen abschwächt. Ein dauerhaftes Aufleuchten signalisiert wiederum nur eine stetige Bearbeitung des Eingangssignals. Zur Beurteilung der Intensität der Pegelreduktion ist somit abermals das Gehör gefragt.

Rockruepel Sidechain.one

Die Fader der Sidechain-Filter

Auch wenn die Sidechain-Funktion auf den ersten Blick komplex und sehr speziell wirkt, so ist ihre Bedienung absolut einfach und überaus intuitiv.

Auf der einen Seite macht es viel Spaß, mit den Fadern der Filter herumzuexperimentieren, wobei auch ungeahnte Ideen zur Bearbeitung eines Signals entstehen – manchmal reicht dafür schon das Umschalten der Bandselektion aus. Vor allem die waagerecht ausgelegten Fader haben eine gelungene Haptik, da sie das Öffnen und Schließen des Hoch- und Tiefpassfilters gut vermitteln.
Auf der anderen Seite ist die Verwendung der Filter dank der Listen-Schaltung eigentlich immer selbsterklärend, da sich das Resultat stets exakt überprüfen lässt. Die Auswirkungen des Kompressors auf das Eingangssignal lassen sich so sehr gut kalkulieren.

Der Klang des Rockruepel Sidechain.one

Wie von Oliver Gregor beabsichtigt, ist der Klang überaus neutral, sauber und absolut rauscharm. Gerade bei einem behutsamen Einsatz trumpft der Sidechain.one durch äußerste Zurückhaltung und Unscheinbarkeit, was nicht nur bei bewusst nüchternen Bearbeitungsvorgängen von Vorteil ist, sondern vor allem bei kleineren Reparaturarbeiten in speziellen Frequenzbereichen.

Dennoch ist er kein herzloses, klinisches Werkzeug, sondern erzeugt eine durchaus charaktervolle Kompression, die besonders bei einem etwas kräftigeren Einsatz zur Geltung kommt. Diese Art des Klangs ist nicht untypisch für VCA-Schaltungen, trotzdem wird sie von Rockruepel eigenständig umgesetzt.

Die Einsatzmöglichkeiten des Sidechain.one sind weit gefächert und reichen über Recording, Mixing bis hin zum Mastering. Wie sich der Sidechain.One im Mastering vor allem als Mid/Side-Kompressor gut einbinden lässt, demonstriert Luca Pretolesi sehr anschaulich in einigen Videos auf YouTube:

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Video laden

Bei diesem Test liegt der Schwerpunkt hingegen auf der gängigen Bearbeitung von einzelnen Instrumenten und Subgruppen. Ebenso werden spezielle Anwendungen mit dem Sidechain-Filter gezeigt.
Die folgenden Klangbeispiele sind wahlweise im WAVE-Format (44,1 kHz, 24 Bit) oder als MP3 (320 kBit/s) aufrufbar. Um die teils feinen Nuancen gut hören zu können, empfiehlt sich eine erhöhte Abhörlautstärke.

Drum-Bus

Zu Beginn soll eine summierte Schlagzeugaufnahme bearbeitet werden, die Christoph Eggener während des Tests des UnderToneAudio MPDI-4 und MPEQ-1 eingespielt hat:

Die erste Ausspielung zeigt den Sidechain.one ohne Einsatz der Filter. Für diesen Zweck sind die Attack- und Release-Regler jeweils auf einen relativ kurzen Wert eingestellt und die Ratio liegt bei 2:1.

Das Ergebnis hat eine schöne, moderate Kompression, die der Sidechain.one überaus gelungen umsetzt, so dass die Anschläge energetischer klingen. Darüber hinaus erzeugt er einen schönen „Glue-Effekt“, wodurch das Drum-Kit kompakter wirkt und gleichzeitig mit dem hervorgehobenen Raumsignal verschmilzt:

Bei der zweiten Ausspielung wird lediglich die Ratio auf 4:1 erhöht und der Threshold weiter herabgesetzt, um eine starke Kompression zu erreichen. Wie gewünscht sorgt der Sidechain.one für ein kräftiges, leicht pumpendes Resultat mit den typisch „poppenden“ Transienten eines VCA-Kompressors. Natürlich sind durch die starke Kompression die tiefen Frequenzen schwächer ausgeprägt, wodurch der Klang ein bisschen an den 80er-Jahre SSL Drumsound erinnert, als der Bus-Kompressor der 4000er Serie noch kein Sidechain-Filter hatte.

Nun kommen bei dem dritten Beispiel erstmalig die Sidechain-Filter zum Einsatz, in dem sie den Bassbereich bis ca. 130 Hz aus dem Steuersignal entfernen. Wie bei dem ersten Beispiel sind Attack und Release wieder relativ kurz eingestellt und die Ratio hat ein Verhältnis von 2:1.

Ohne große Überraschungen ähnelt das Ergebnis der ersten Ausspielung, nur dass der Bassbereich wieder etwas offener und luftiger in Erscheinung tritt.

Um die besonderen Fähigkeiten des Sidechain.one zu demonstrieren, soll als nächstes die in der rohen Version recht dominante Snare etwas gedrosselt werden. Die Spanne zwischen den Eckfrequenzen der zwei Filter liegt ungefähr bei 1,5 bis 3 kHz und die Ratio beträgt 2:1. Damit von den Snare-Transienten möglichst wenig durchkommt, steht die Attack auf dem geringsten Wert, während die Release etwas länger ausfällt.

Wie beabsichtigt ist die Snare anschließend ein bisschen leiser, was der Sidechain.one auf sehr angenehme und unscheinbare Art und Weise umsetzt. Damit noch deutlicher wird, in welchem Bereich die Filter arbeiten, ist in der zweiten Version dieser Aufnahme zunächst die Listen-Funktion aktiv:

Aufnahme:
Schlagzeuger: Christoph Eggener
Schlagzeug: Pearl Masters Custom Maple Shell
Cymbals: Custom Crash 16“, K Ride 20“, K Dark Crash Thin 14“, Oriental China Trash 16“, Sabian HHX 10“ Splash, Paiste 14“ Signature Dark Energy MK1 Hihat
Mikrofone:
Bass-Drum: Electro-Voice RE 320 (Kick Drum Mode)
Snare: Shure SM 57
Overheads: 2x Sennheiser MKH 40
Close Ambiance: 1x Sennheiser MKH 40
Room: 2x Sennheiser MKH 40
Vorverstärker: UnderToneAudio MPDI-4, MPEQ-1, Studer 962 (Room)
EQ: Manultec MT-E.8012 ORCA BAY

Rockruepel Sidechain.one

Die Klangregler

E-Bass

Weiter geht es mit der Bearbeitung eine E-Bass Spur. Die rohe Aufnahme hat noch viel Dynamik, vor allem die tiefen Frequenzen wirken dabei etwas ungleichmäßig:

Im ersten Durchgang durchläuft das Signal den kompletten Kompressionspfad und das Sidechain-Filter ist nicht aktiv, die Ratio steht auf 2:1. Um viel Platz für die Transienten zu lassen, wird eine längere Einregelzeit gewählt, während die Release recht kurz ausfällt.

Das Ergebnis hat einen wesentlich ausgewogeneren, aber auch schlankeren Charakter, was natürlich an dem stärker komprimierten Bassbereich liegt. Darüber hinaus treten die einzelnen Anschläge schön in den Vordergrund und können sich sehr druckvoll entfalten:

Bei der zweiten Ausspielung entsprechen die Einstellungen von Ratio, Attack und Release dem vorherigen Beispiel, allerdings werden nun die tiefen Frequenzen per Sidechain-Filter bis ungefähr 130 Hz aus dem Kompressionsweg genommen.

Wie erwartet, ist der Tiefbass direkt wieder vollmundiger, allerdings auch nicht mehr so straff. Dafür haben die Anschläge nach wie vor einen sehr druckvollen Ton, der die Mitten kräftiger wirken lässt. Letztendlich ist eine angenehme Mischung aus der rohen Version und dem Beispiel zuvor:

Die dritte Ausspielung fokussiert ausschließlich den Tiefbass, dafür werden die zwei Filter auf den Bereich zwischen 20 und 100 Hz ausgerichtet. Die Ratio beträgt nach wie vor 2:1, nur die Attack-Zeit fällt etwas kürzer und die Release ein bisschen länger aus. Damit der Kompressor etwas stärker zugreift, ist der Threshold niedriger eingestellt.

Dieses Mal ist das Resultat genau umgekehrt: Mal abgesehen von der ersten Note, die einfach nicht so viel Lowend hat, gewinnen die tiefen Frequenzen an Kontur, sind gleichmäßiger und kräftiger. Dagegen wirken die Mitten, wie bei der ursprünglichen Version, luftiger und natürlicher.

E-Bass:
E-Bass: Bogart 5-String Custom
Preamp: Rupert Neve Designs Shelford Channel

Rockruepel Sidechain.one

Die Funktionsschalter

Mix-Bus

Wie schon bei dem Test des Comp.Two, soll mit dem Sidechain.one auch noch ein Mix-Bus-Signal aus dem Electro Genre bearbeitet werden. Dafür kommt wieder einmal eine Sequenz der italienischen, analogen Groovebox L.E.P. Leploop V2 zum Einsatz. Die unbearbeitete Ausspielung klingt so:

In der ersten Runde gilt es die Attack-Phase der Bass-Drum hervorzuheben. Da die „Kick“ sich in den oberen Mitten befindet, wird mit dem Hoch- und Tiefpassfilter in etwa der Bereich von 800 Hz bis 4 kHz eingegrenzt. Die Ein- und Ausregelzeit hat jeweils einen sehr kurzen Wert, die Ratio liegt bei 4:1 und der Kompressor greift schon etwas kräftiger zu.

Es ist faszinierend, wie einfach man mit dem Sidechain.one das gewünschte Ziel erlangt:
Die Kick ist sofort deutlich präsenter und sticht in der Summe hervor, natürlich bleiben auch andere Signalanteile in dem gewählten Frequenzbereich nicht unberührt. Ohne Vorkenntnis könnte man hinter dem Resultat auch fast eine Anhebung mit einem Glockenfilter vermuten:

Weil der Tiefbass bei der rohen Version stark ausgeprägt ist, soll er bei der nächsten Ausspielung etwas gezügelt und geformt werden. Wieder sind Attack und Release sehr kurz eingestellt, während die Ratio ein Verhältnis von 2:1 hat und die zwei Filter das Frequenzspektrum von 20 bis 130 Hz umfassen.

Anschließend ist das Lowend vor allem erst mal leiser, wodurch die unteren Mitten der Bass-Drum mehr in den Vordergrund rücken. Während vorher der Subanteil etwas schwammig war, hat er nun eine deutlich klarere Kontur und einen differenzierteren Anfangs- und Endpunkt.

Das letzte Beispiel soll noch zeigen, dass sich der Sidechain.one auch wunderbar als reines Hoch- und Tiefpassfilter nutzen lässt. Sofern die Listen-Funktion eingeschaltet ist, können die beiden Bänder zum einfachen Beschneiden eines Signals dienen. Wer mag, kann den Sidechain.one sogar als Kreativ-Tool für Filtereffekte verwenden, gerade die Schalter der Bandselektion laden dazu ein.
Natürlich gibt es für derartige Anwendungen komfortablere Interfaces, dennoch haben die Filter einen sehr hochwertigen Klang:

Aufnahme:
Groovebox: L.E.P. Leploop V2
Preamp: Studer 962

Alle Klangbeispiele sind unbearbeitet, nur die Lautstärken wurden angepasst.
Audiointerface: RME Fireface 800
DAW: Pro Tools

Rockruepel Sidechain.one

Made in Germany: Rockruepel Sidechain.one

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Fazit

Mit dem Rockruepel Sidechain.one präsentiert Oliver Gregor einen innovativen und modernen VCA-Kompressor, der auf die Bedürfnisse aktueller Produktionsweisen eingeht.

Zum einen bietet er den sauberen, ungefärbten Klang einer hochwertigen VCA-Schaltung, die sowohl sehr unauffällig als auch kraftvoll zugreifen kann. Zum anderen lässt sich der Kompressor dank der Sidechain-Filter überaus flexibel nutzen und eröffnet vielseitige und unkonventionelle Möglichkeiten. Der Sidechain.one eignet sich sowohl für Aufnahmen, Tonmischungen als auch für den Einsatz im Mastering.

Da es sich bei dem Sidechain.one um keine Massenware, sondern um ein in Deutschland entwickeltes und von Hand gefertigtes Gerät handelt, ist der Preis von 1649,- Euro brutto sehr fair. Bei dem Kauf von zwei Geräten für Stereoanwendungen bietet Rockruepel übrigens einen Rabatt von rund 100,- Euro.

Plus

  • klarer, druckvoller Klang
  • innovatives und sehr flexibles Sidechain-Filter
  • Haptik
  • Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • 1.649,- Euro (Mono-Gerät)
  • 3.199,- Euro (für ein Paar)
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Garfield Modular AHU

    Hallo Chris,

    Herzlichen Dank für den interessanten Artikel!

    Bei Stereo wirkt das ja nicht mehr so ganz preisgünstig mehr aber trotzdem ein interessantes Gerät das man im Hinterkopf behalten sollte :-) Danke dir und viele Grüße, Garfield.

  2. Profilbild
    Marco Korda AHU 1

    Ja, sehr interessantes Design. Für Mastering-Zwecke kann das ein feines Werkzeug sein. Könnte mir auch vorstellen, es als De-Esser einzusetzen. Eine Stereovariante wäre aber auch nicht schlecht gewesen, mit M/S-Matrix vielleicht. Aber mit der Link-Funktion kann man hier dasselbe erreichen. Für ein VCA-Design ist das nicht billig, aber das Gebotene scheint mir es wert zu sein. Jedenfalls gut durchdacht und umgesetzt.

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