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Test: Xils Lab PolyM, Polymoog Plug-in


Der virtuelle Polymoog

Das französische Unternehmen Xils Lab schickt sich an, ein weiteres legendäres Instrument zu emulieren: den Moog Polymoog, einen der ersten polyphonen Synthesizer überhaupt. Ein eigenständiges Instrument, geliebt, verhasst und heute nur noch selten anzutreffen.

Als der original Moog Polymoog 1975 auf den Markt kam, war er das, worauf viele Keyboarder schon lange warteten – und dennoch eine herbe Enttäuschung. Selten klafften Erwartungen und Realität weiter auseinander als beim Polymoog (hierzu empfehlen wir auch unseren BLUE BOX Report POLYMOOG). Viele dachten damals, sie bekämen hier einen polyphonen Minimoog, was natürlich nicht möglich war. Fairerweise darf man darauf hinweisen, dass die Firma Moog auch keinerlei Ankündigungen dieser Art machte. Wer beim Polymoog das Falsche erwartete, war auch ein bisschen selbst dran schuld. Denn die Stärken dieses Instrumentes sind keine Leads und Bässe, sondern Pads, Streicher, Pianos, Clavinet und Orgel Sounds, die sich dank Vollpolyphonie (71 Stimmen!), Anschlagdynamik und der angenehmen halb-gewichteten Tastatur feinfühlig spielen lassen. Der Polymoog ist explizit für zweihändiges Spielen konzipiert, inklusive festem Splitpunkt. Er ist (mit gewissen Einschränkungen) zweifach multitimbral.

Und dennoch gilt er manchen Leuten als “the worst Synthesizer ever built”. Wie kommt’s? Ein Grund war das schlechte Image von Oktavteiler-Schaltungen, die im Polymoog zum Einsatz kamen. Diese kannte man in erster Linie von Heimorgeln und mit denen wollte ein Keyboarder, der etwas auf sich hielt, natürlich nichts zu tun haben. Aus technischen wie finanziellen Gründen verfügt der Polymoog nämlich über zwei mal zwölf Oszillatoren, die die oberste Oktave chromatisch abbilden. Alle weiteren Töne werden durch Frequenzteiler generiert.

Ein anderes Problem war wohl unter anderem der Name, der verpflichtend wirkt. Moog war eben ein Synonym für fette Klänge. Ein Feld, wo der Polymoog nur begrenzt punkten kann. Man könnte es auch so ausdrücken: der Polymoog klingt nicht nach Moog.

Der original Polymoog

war in vielfacher Hinsicht ein besonderes Instrument. Anfang der 70er Jahre entwickelte die Firma Moog unter dem Namen Constellation ein System, bestehend aus drei Synthesizern mit unterschiedlichen Funktionen: ein monophoner Leadsynthi (“Lyra”), ein polyphones Strings- und Padinstrument (“Apollo”) sowie ein Basspedal. Auch wenn dieses Projekt offiziell nie über das Prototypen-Stadium hinausgekommen ist, gelten Multimoog/Micromoog und das Tauruspedal als Abkömmlinge dieses Systems. Während der Polymoog eine Weiterentwicklung des Apollos war.

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Klangbeispiele

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    a.jungkunst AHU

    Interessanter Bericht, ich habe mir das Produkt mal in meinen Lesezeichen-Ordner „Geplante Anschaffungen“ kopiert. Zu erhältlichen Hardware-Komponenten hinsichtlich der Resonator-Abteilung des Polymoog möchte ich noch auf folgende Module der Firma Club Of The Knobs hinweisen: C910 Poly Resonators und C 1610 Resonators/Fixed Modifiers. Mit diesen beiden Komponenten habe ich beste Erfahrungen mit der Bearbeitung externer Audioquellen gemacht.

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      a.jungkunst AHU

      Ich habe dieses Produkt aus dem Ordner „Geplante Anschaffungen“ entfernt. Mir reichen meine Resonator-Module, um in dieser Richtung zu arbeiten.

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    Wellenstrom AHU

    Guter Test soweit. Aber, was mich stört, sind die Klangbeispiele. die überzeugen mich nicht wirklich.

    „Der PolyM glänzt vor allem bei Streichern und anderen Pads, die stets sehr warm und durch die unabhängige Frequenz- und Pulsbreitenmodulation sehr lebendig klingen.“

    Warum höre ich bei den hier gebotenen Sounds keine Wärme raus?

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      paulilein

      Vielleicht hörst Du digital ab? Ich könnte mir gut vorstellen das auf dem Weg der Erstellung der Klangbeispiele bis zu Dir ans Ohr einige AD/DA wandlungen gegeben hat ;-)

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        Wellenstrom AHU

        hahaha…. ich ahne es schon, da will jemand die „warme Wandler“ Diskussion entfachen…. du Schlingel, du!

        Aber mal im ernst…. der Polymoog war mir bisher jetzt nicht so der ganz große Begriff…. sowohl Emulation als auch Original Beispiele auf YT (mit hehehe… WARMEN Wandlern ;-) ) abgehört, muss echt sagen, dass das Dingen mehr vom Mythos lebt als von seinem Grundsound.

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    mdesign

    schöner bericht, inhaltlich fundiert, angenehm zu lesen. danke!

    und wellenstrom, dreh die heizung auf!

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    dilux AHU

    ich finde die klangbeispiele leider auch sehr eindimensional…der polymoog kann doch auch wie ein synthesizer klingen, siehe moogulators klangbeispiele zum „echten“ pm.

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    iggy_pop AHU

    Als „warm“ habe ich den Polymoog nicht wirklich in Erinnerung, eher als „grobkörnig“, „rauh“ und „sägend“ — genügend Futter für die Resonatoren, um ein paar Feinheiten herauszuarbeiten. Als Charaktereigenschaft auf Dauer doch eher unsubtil und ein wenig aufdringlich — soll heißen, man muß schon ordentlich mit dem Polymoog arbeiten, um ihm ein paar Unsitten abzugewöhnen.
    Ein klassisches Album, auf dem der Polymoog eine zentrale Rolle spielt, ist „X“ von Klaus Schulze — dort kommt der Polymoog in erster Linie für die Streicherklänge zum Einsatz. Schulze erwähnte mal in einem zeitgenössischen Interview, daß er den Polymoog am liebsten mit dem Eventide H910 Harmonizer kombinieren würde, da die Streicher auf Dauer eher statisch und langweilig klängen.
    Gary Numans klangliches Markenzeichen dürfte wohl am ehesten das Vox-Humana-Preset aus dem Polymoog Keyboard gewesen sein — auch, wenn er sich gerne mal mit vier Polymoogs schmückte in Promobildern bzw. während der Pleasure Principle Tour.

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    Wellenstrom AHU

    Also, mein Gesamteindruck tendiert auch eher dahin…. bei Kraftwerk klingt es nu alles andere als „warm“, auch die anderen Klangbeispiele von intercorni, gut, aber auch nicht das, was ich als klassisch „warm“ bezeichnen würde. Kackt dahingehend gegen das ARP Solina String Ensemble z.B. ab.
    Würde mich jetzt eher zum Rumexperimentieren verleiten wollen, als dass ich den im Backing für klassische Pads und Strings nutzen würde. Da gibbet echt bei weitem Besseres für diese Zwecke.

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      intercorni

      @Wellenstrom: jeder versteht unter „warm“ etwas anderes. Wenn ich das Tiefpassfilter zu drehe – ist der Sound dann schon warm? Sicher nicht. Da fehlen dann auch schöne Schwebungen. Ok die kann der Polymoog natürlich. Der Sound ist sehr eigen und passt sicher nicht immer. Außerdem sind die verbauten Polycom-ICs leider sehr fragil und gehen gerne kaputt – sind auch nicht mehr so einfach zu besorgen. Wenn man bedenkt, dass diese hinter JEDER Taste sitzen, ist der Hardwareaufwand schon enorm. Einen guten Service-Techniker sollte man also an der Hand haben. Dann jedoch hat man ein Instrument, was gespielt und auch gefordert werden will.

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    4damind

    Was ich so an Klangbeispielen gehört hatte, klang für mich im ersten Moment eher nach einer Orgel. Habe es mir dann mal selber installiert aber so richtig wollte der Funke da auch nicht überspringen.
    Schöne Flächen und Strings nach heutigem Geschmack kann das Teil nicht. Als Vintage Emu mit einem Sound dem man unbedingt haben muss, fällt es für mich auch durch.
    Vielleicht eher interessant für Leute die mal einen Polymoog hatten.

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      DANIEL FISCH

      Habe einige Demos auf Youtube angesehen – Besitzer des Originals sind sich ziemlich alle darüber einig, dass die Emulation enttäuschend ist und höchstens ansatzweise an den klassischen Klang rankommt. Ich teile die Meinung derjenigen, die kommentierten dass der Xils nichts bietet was andere Softsynths nicht auch schon längst können. Kein must have für mich (obwohl ich einige Xils synths besitze und die Firma schätze).

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        4damind

        Ich halte nicht sehr viel von Xils. Xavier Oudin hat bereits mit den ersten Emulationen bei Arturia gezeigt das er nicht unbedingt der grosse Experte ist was diesen Bereich anbelangt. Das können andere einfach besser. Obwohl ich nicht beurteilen kann wie gut die Polymoog Emulation ist, traue ich Xils da nicht sonderlich viel zu und deswegen würde es mich nicht wundern wenn Besitzer der Hardware auch diese Xils Emulation enttäuschend finden.
        Mittlerweile weiss man einfach welche Entwickler das Zeug haben sowas richtig gut zu machen und Xavier Oudin gehört meiner Meinung nach nicht dazu

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              4damind

              Genau. NI würde ich noch dazu setzen, zumindest mit Monark haben sie gezeigt das sie es können.

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              syncussion

              Anscheinend genießen xils hierzulande nicht den besten ruf, was ich nicht so ganz nachzuvollziehen vermag. im gegenteil: ich finde zb den minisyn’x und v+ sehr gelungen. hatte mal für ca 2 jahre einen vp330 und muss sagen, dass zwischen den strings und dem human choir keine welten lagen. den ursprung von xavier oudin bei arturia vor mehreren jahren mit dem qualitätsstandard aktueller entwicklungen zu vergleichen, finde ich unfair.

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    Onkel Sigi RED

    Ich weiss ja nicht, was hier von manchem unter „warm“ verstanden wird, aber selbst über die eingebauten Lautsprecher eines MacBook von 2009 (über welches ich die Klangbeispiele eben abhöre) kommt mir eine sehr smoothe und „undigitale“ Klangwolke entgegen. Für mich geht das schon alles sehr in Richtung „warm“, wobei ein Polymoog ja nie die Jupiter 8-Strings ersetzen konnte und wollte. Ein Polymoog ist ein Polymoog ist ein Polymoog.

    Und die Klangbeispiele sind offensichtlich von einem eingespielt, der ein Tasteninstrument auch tatsächlich von der TASTATUR her beherrscht und nicht lediglich die Funktionen der Knöpfe kennt.

    Mir gefallen die Klangbeispiele von Martin sehr gut, sie zeigen den eigenständigen Klangcharakter des (Software-)Instruments UND die Ausdrucksmöglichkeiten beim spielen.

    Musikalische Grüße von

    Onkel Sigi

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    Theo Möbus

    Auf dem Album „Tormato“ der Band Yes wird der Polymoog von Rick Wakeman exzessiv eingesetzt. Er ist dort in fast jedem Stück zu hören. Auch warm.

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      psv-ddv ••••

      Guter Hinweis. Auf dem Vorgänger „Going for the One“ ist der Polymoog auch schon gut zu hören…wenn grad mal keine Kirchenorgel die Sicht versperrt ;)

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Xils Lab PolyM

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