Vergleichstest: Adam A7X, Eve Audio SC207, Genelec 8320A, KS Digital D60, Neumann KH120

Adam Audio A7X

Adam A7X

Adam A7X

Die Firma Adam Audio mit Sitz im beschaulichen Berliner Stadtteil Neukölln hatte in letzter Zeit einige wirtschaftliche Schwierigkeiten sowie Lieferengpässe zu beklagen, ist aber glücklicherweise wieder im Aufschwung.

Der Adam A7X ist der schwerste Monitor im Test. Sein Hauptmerkmal ist der X-Art Hochtöner, der eine Weiterentwicklung des Air Motion Transformers darstellt. AMT-Hochtöner werden landläufig als Bändchenhochtöner bezeichnet, in Analogie zum Bändchenmikrofon. Der X-Art Hochtöner besitzt einen sehr hohen Wirkungsgrad, einen linearen Phasenverlauf und eine optimale Schallverteilung mit Bevorzugung der Horizontalen. Dadurch ist kein ausladendes Waveguide von Nöten. Der X-Art Hochtöner liefert einen sehr seidigen, unaufdringlichen Hochtonklang selbst bis weit über den hörbaren Frequenzbereich hinaus. Diese Eigenschaft hat Adam Monitore in Studios auf der ganzen Welt bekannt und beliebt gemacht.

In Sachen Verstärkung geht Adam hier einen Mittelweg – der Hochtöner wird nämlich von einer Class A/B Endstufe versorgt, während den Tiefmitteltöner eine PWM-Endstufe antreibt.

Inputs und Klangeinstellungen

Eingänge und Klangeinstellungen

Die Klangeinstellungen werden auf der Rückseite über versenkte Mini-Potis gemacht. Diese lassen sich nur per Schraubenzieher gut bedienen, was mir persönlich nicht sonderlich zusagt. Immerhin kann der A7X an der Frontseite eingeschaltet und auch gepegelt werden.

Eve Audio SC207

Eve Audio SC207

Eve Audio SC207

Ebenfalls aus Berlin kommt die Firma Eve Audio. Wer jetzt Parallelen zu Adam Audio zieht, der liegt ganz richtig, denn der Name ist nicht zufällig gewählt. Der Gründer von Eve Audio, Roland Stenz, ist nämlich gleichzeitig Mitbegründer von Adam Audio und war jahrelang auch deren Geschäftsführer. Das Konzept der Eve Audio Monitore ist dementsprechend ähnlich gelagert.

Für den Hochtöner wird auch hier auf das bewährte Prinzip des Air Motion Transformers gesetzt. Dass die Lautsprecher aber keine Kopie der Adam Monitore sind, zeigen die inneren Werte. Eve Audio setzt bei der Frequenzanpassung und Filterung nämlich komplett auf einen DSP. Die Eingangswandlung erfolgt dabei mit 24 Bit und 192 kHz und hochwertigen Wandlern von Burr-Brown. Durch den Einsatz von PWM-Endstufen kann die D/A-Wandlung entfallen. Als weitere Besonderheit werden für den Tieftöner Schwingspulen mit Kupferkappen verwendet. Die Kappen helfen, im Chassis ein sehr symmetrisches Magnetfeld aufrecht zu erhalten, wodurch der Klirrfaktor auch bei hohen Pegeln niedrig bleibt.

Ein-Knopf Bedienung

Ein-Knopf Bedienung

Die Bedienung ist ebenfalls eigenständig, denn sie erfolgt mit einem einzigen Drehregler mit Druckfunktion auf der Frontseite. Normalerweise wird darüber die Lautstärke eingestellt. Drückt man den Regler, können die drei Filter ausgewählt werden. Nach einem weiteren Druck verändert man sie. Durch einen LED-Kranz wird die Stärke der Einstellung übersichtlich angezeigt, so dass auch bei schummrigem Licht alles gut erkennbar ist. Darüber hinaus muss man nicht mit der Taschenlampe hinter dem Lautsprecher agieren – für mich als Tester ein Segen.

Forum
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    elektrock  AHU

    Hallo.

    Super Test.
    Mich würde auch noch interessieren wie sich die Dynaudio BM5 MK3 hier durchsetzt.
    Leider gibt es so gut wie keine Testberichte.
    Aber wie gesagt sehr guter Test und einer Kaufentscheidung sollte nichts mehr im Weg steh’n.
    Danke.

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      r.biernat  RED

      Die Dynaudios kenne ich noch vom Studium und von einem Kollegen. Ich denke die können da mithalten, wobei die Neumänner vom Sweetspot und Diffusfeld-Klang schon schwer zu schlagen sind, zumindest in der Preisklasse.

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    tenderboy  

    Ich hatte bei den kleineren Genelec (bis zu den 6″erln) immer das Prolem, dass die Mischungen auf ihnen auf anderen Lautsprechern und Systemen fast immer (deutlich) schlechter klangen…sie also schönfärben und damit die Portability leidet.

    Ist das auf den 8320 ähnlich?

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      r.biernat  RED

      Ich finde Genelec-Monitore generell recht crisp vom Klang her. Das muss man wissen, ansonsten kann es woanders schnell dumpf klingen. Ansonsten hat die Übertragbarkeit von MIschungen auch viel mit dem Mischraum und der Lautsprecher-Aufstellung zu tun. Da können durch Raummoden schnell sehr starke Überhöhungen und Auslöschungen im Klangbild entstehen, was das Mischen erschwert. Für mich war ein extra Sub die Lösung.

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    a.e.neumann

    Gute vergleichsübersicht, danke! Aber da ich alle kandidaten ausser Eve SC207 kenne, war das ergebnis von vornherein klar: der KH120 klingt halt in der preisklasse eindrücklicher als die anderen. Das taten die Klein+Hummel seit je. Doch die sibilanzschärfe (S-laute) hätten die Neumann/Sennheiser-ingenieure dem KH120 schon abgewöhnen können, darüber klagt man seit generationen.

    Nur, pardon, „eine Runde Applaus für ihren glatten Frequenzgang von 20 kHz runter bis 40 Hz“ ?
    Unter linearem frequenzgang verstehe ich doch etwas anderes, nämlich:
    http://rec.....a6c0d7.jpg

    Das ist der typische frequenzgang der PSI A17-M. (Meine exemplare, gemessen in der anechoischen messkammer bei PSI, sehen genau so glatt aus.) Überhaupt, um zu ermessen, was im preisbereich bis 1500 € an phasenlinearität und neutralität möglich ist, sollte man die PSI A17M hinzuziehen. Trotz 10% aufschlag wg. des absurd starken CH-frankens. Oder, wenn die grössenklasse Genelec 8320A vorgegeben ist, den kleinen bruder PSI A14-M. Man höre, messe, und staune.

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      r.biernat  RED

      Bei solchen Frequenzdiagrammen darf man den Abbildungs-Maßstab nicht vergessen, der ist bei deinem verlinkten Diagramm nämlich recht grob, da fallen Unregelmäßigkeiten weniger auf. Die Senke bei 1,5 kHz ist hier locker 6dB. Das kann der Neumann besser. Mit meiner Messung solltest du das auch nicht vergleichen, einen schalltoten Raum habe ich nämlich nicht, deswegen sind die Unregelmäßigkeiten auch höher.
      Darüber hinaus habe ich von den PSI-Monitoren aber wirklich nur gutes gehört und gelesen. Auch einen Blick wert sind die Monitore von PMC aus England. Die durfte ich im Studium viel benutzen, leider sind sie hierzulande nicht so bekannt und auch nicht unbedingt Geldbeutel-freundlich.

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      spookyman  

      War nicht gemeint, Monitor-Vergleichstest bis 1’300 Euro? Pro Paar…und nicht pro Stück. Weil bei PSI Audio kostet ein A17m schon über 1’600 Euro pro Stück…die klingen tatsächlich sehr gut (ich besitze ein Paar A14m). Aber sie spielen auch in einer anderen Preisliga (eher ähnlich wie ATC, PMC, usw…).

      Aber vielen Dank für den sehr interessanten Vergleich !

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    gaffer  AHU

    Gute Auswahl, guter Test. Schade, dass die Neumänner gerade 100€ teurer geworden sind. Oder hast Du Dich verrechnet ;) Vielleicht gibt’s bei zwei aber auch Rabatt und ich hab’s nicht gefunden.

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      r.biernat  RED

      Ja, die Neumänner sind kurz nach Fertigstellen des Tests leider wieder teurer geworden.

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    Audiosexual

    Kurze Anmerkung zur Genelec 8320: es können alle Filtereinstellungen über die GLM-Software manuell editiert werden. Die Höhenwiedergabe kann also beispielsweise problemlos an die eigenen Hörgewohnheiten angepasst werden.

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      r.biernat  RED

      Das stimmt und wird im Text korrigiert. Ich hatte die Option nicht gefunden. Dabei hätte es ein Doppelklick auf den Lautsprecher in der Software getan. Das war wohl temporäre Betriebsblindheit;)

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    Polysix

    Netter Test. Was ich aber nicht ganz verstehe ist, die KS Digital D60 mit den anderen Kandidaten zu vergleichen (aber Auftrag ist Auftrag…). Das ist m. E. eine ganz andere Ecke. Ich habe die KS C-55 im Einsatz und finde sie neben den Dynaudio BM12 MKIII unschlagbar für für alles, was die Akustik Ecke angeht. Der Vergleich mit einem „vorbeifahrenden Krankenwagen“ ist wohl eher theoretischer Natur und tritt womöglich hin und wieder auf, wenn man sich im Live Betrieb das Gehör verdorben hat:-) Ich persönlich finde die Nachfolger-Serie der KS nicht gelungen. Sie sind laut, ja, man könnte damit ein Publikum beschallen. Nur: wie im Test bereits bemerkt: das Rauschen ist wie bei einigen Vorgängern mit KS Flirtec Technologie (wie bspw. die ADM Reihe) inakzeptabel. Hier hat man manches verheiratet, aber auch manches verdorben. Na ja, lange Rede kurzer Sinn: die entsprechenden Dynaudio’s (möglicherweise auch ne Nummer kleiner als oben angegeben) hätten besser in die Testreihe gepasst…

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      r.biernat  RED

      Der Krankenwagen war auch nur zur Veranschaulichung des Effekts gedacht;)
      Es ist aber gut zu hören, dass die Vorgänger in Sachen Nebengeräuschverhalten besser sind, da ich nur Gutes darüber gehört habe. Ich persönlich brauche auch keine DSP´s im Lautsprecher. Mir reicht eine grobe Raumanpassung auf analogem Wege und eine gute rauscharme Verstärkung aus. Was soll ich sagen, meine Tannoy Ellipse 10 sind komplett passiv. Da kann man wenigstens noch mit verschiedenen Verstärkern experimentieren:)
      Aber laut und mächtig können die KS D60 definitiv, das reicht schon als Mid-Field aus.

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    arnte  

    Die APS Klasik hätten noch gut in den Test gepasst. Alle Tests die ich bislang darüber lesen konnte waren geradezu euphorisch.

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    pytrel  

    Also die Frequenzgang messungen im bild sehen eher aus als würde man einen Raum messen. Also ich kann mir bei besten willen nicht vorstellen das 5 verschieden boxen so einen ähnlichen Frequenzgang haben selbst wenn es sich über Monitor boxen handelt. Also ich glaube das der Raumeinfluß so groß ist das die messungen fast unbrauchbar sind abgesehen das man bei der KS sieht das der Hochton früher abfällt. Der rest des tests ist jedoch schön und ziemlich brauchbar

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      r.biernat  RED

      Gut erkannt, aber ich habe im Text auch dazu geschrieben, dass ich keinen schalltoten Raum besitze und sich somit der Raumeinfluß stark bemerkbar macht, vor allem unter 800 Hz. Trotzdem sind Unterschiede sichtbar, wenn auch gering. Die Unterschiede im Frequenzgang auf Achse sind in der Tat aber sehr gering. Die Messungen sollten also nicht zu wichtig genommen werden. LG

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