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Workshop: Gitarre mischen & E-Gitarre Mixing

21. September 2021

So klingen deine Homerecordings besser!

Workshop: Gitarre mischen & E-Gitarre Mixing

Unsere Workshops, die sich mit dem Thema Gitarrenaufnahme, Mixing, Plug-ins und Equalizing beschäftigen, sind breit gefächert. Informationen, Anleitungen und Tipps & Tricks zu dem Thema Gitarrenaufnahme findet ihr hier:

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In diesem Mixing Tutorial wollen wir euch zeigen, wie ihr eure Gitarre richtig abmischt, ohne dass sie zu dumpf, dröhnend oder schrill klingt. Bei unseren bisherigen Workshops ging es unter anderem um die Verwendung von Equalizer, Mixing Plug-ins und Grundsatzfragen. Nun steht der Sound selbst im Vordergrund. Wie ihr einen satten und vollen Gitarrensound bei euren Aufnahmen hinbekommt, erfahrt ihr also hier.

Wie mische ich die E-Gitarre – die Frequenzbereiche

Die Gitarre ist ein Instrument, das frequenztechnisch breit aufgestellt ist. Um einen sauberen Gitarrensound hinzukriegen, solltet ihr euch bewusst machen, in welchen Frequenzbereichen die Gitarre welche Funktionen erfüllt. Die Angaben hierbei fungieren als Richtwerte.

Workshop: Gitarre mischen & E-Gitarre Mixing

  • Tiefe Frequenzen – unter 100 Hz erfüllt die E-Gitarre keine nennenswerten Funktionen, vor allem nicht, wenn ein Bassist oder eine Bass-Spur zugegen sind. Grundsätzlich kann also mithilfe eines Highpass-Filters schon zu Beginn eine Eliminierung des unnötigen Bass-Ballasts stattfinden.
  • Die tiefen Mitten – ein warmer und natürlicher Gitarrensound braucht gut abgestimmte, tiefe Mitten rund um 300 Hz. Hier muss man Geduld aufbringen, da man diesen Frequenzbereich vorsichtig mit den Resonanzen der Bass-Spuren abstimmen muss, sonst klingt es matschig. Ein bisschen anheben also, aber nicht zu sehr.
  • Die mittleren Frequenzen – Gitarren sind zwischen 500 Hz und 1000 kHz zu Hause. Hier kommt der Charakter eurer Gitarre wirklich zum Tragen. Da hier viel passiert, muss hier auch viel gemacht werden – am besten mithilfe von Notch-Filtern, die es euch erlauben, besonders enge Frequenzbereiche aufzuräumen. Achtet auf fräsende oder nasale Nebengeräusche – die lassen sich in diesem Frequenzbereich herausfiltern. Kleiner Tipp: Besonders zwischen 800 Hz und 1 kHz lässt sich durch das Absenken dieses Frequenzbereiches der Sound verbessern und die „Hohlheit“ eines Klanges herausnehmen, den zum Beispiel billige Gitarren gerne mit sich bringen.
  • Die hohen Mitten – eine zu schrille oder fräsende Gitarre ist ein Problem, dem ihr im Frequenzbereich von 2 bis 4 kHz beikommen könnt. Ist die Gitarre zu „zahm“, könnt ihr hier wiederum ein bisschen Biss geben. Wer einen krachigen, rauschenden und fiependen Gitarrensound möchte, traut sich hier, ein bisschen anzuheben. Wer der Gitarre eine sanftere Kontur geben möchte und sie speziell frequenztechnisch von den Schlagzeugbecken entfernen möchte, sollte hier wiederum ansetzen und ein bisschen absenken. Vorsicht aber: Zu viel anheben in diesem Frequenzbereich sorgt für ordentliches Rauschen. Wer also den Höhen Präsenz geben möchte, kann auch ein bisschen am Low-End rausnehmen und so einen ähnlichen Effekt erzielen.
  • Die Höhen – Brillanz und Spielgeräusche werden ab 4 kHz aufwärts erzeugt. Cleane Passagen mit Reverb profitieren davon, dass man hier ab 9 kHz ein bisschen anhebt, um bei der Gitarre mehr Präsenz und Brillanz zu erzeugen, sie klarer und weniger muffig erklingen zu lassen. Wer bei High-Gain das „Chugging“, also das Anschlagen beim Riffing und der Rhythmusgitarre hervorheben möchte, sollte um 8 kHz herum ein bisschen experimentieren und schauen, wie sich gezielte Boosts in dem Bereich auswirken.

E-Gitarre Mixing – Panning & Kompression

Ein wichtiger Trick, der recht einfach vonstatten geht und einen vergleichsweise großen Effekt erzeugt, ist der, den Gitarrenmix breit anzulegen. Wenn ihr beispielsweise zwei Gitarrenparts habt, ist es sinnvoll, den einen zu 100 % auf die linke, den anderen zu 100 % auf die rechte Seite zu pannen. Habt ihr nur eine Spur, kopiert diese und wendet den Trick der Verzögerung an, ehe ihr ihn auf die gegenüberliegende Seite schiebt. Will heißen: Nur ein paar Millisekunden Unterschied zwischen den Signalen sorgen für eine subjektive Wahrnehmung zusätzlicher Tiefe. Eine Spur identisch in Stereo zu pannen, hat keinerlei räumlichen Effekt und erzeugt einen ungewollten Mono-Charakter.

Workshop: Gitarre mischen & E-Gitarre Mixing

Weiter geht’s mit dem Thema Kompression. Für verzerrte Gitarren ist Kompression im Grunde abgehakt – verzerrte Gitarren drücken nach vorne und sind bereits ordentlich komprimiert. Wer es jedoch trotzdem nicht lassen kann, für den empfiehlt sich die Technik der parallelen Kompression. Hierbei handelt es sich um eine Kompressionsmethode, die eigentlich mehr beim Abmischen von Schlagzeug gängig ist, aber durchaus beim Thema Gitarre Verwendung findet. Hierbei wird eine Spur dupliziert und ihr synchrones Duplikat mit ordentlicher Kompression versehen und beigemischt. Das stark komprimierte Duplikat kann Wunder wirken und dafür sorgen, dass euer Signal dynamisch und offen bleibt und trotzdem einen starken, komprimierten Punch erhält. Eine weitere Funktion der Kompression bei Gitarren ist es, den Attack des Signals zu verstärken oder abzumildern. Für Metal-Gitarren empfiehlt es sich übrigens, mit dickeren Saiten zu arbeiten. Außerdem sind für ordentliche Zerrsounds aktive Pickups passiven vorzuziehen – nicht grundsätzlich, aber eben oftmals.

Dass das Thema Kompression kompliziert ist, ist sich unsere Redaktion bewusst. AMAZONA.de Autor Armin Bauer hat in einem dreiteiligen Workshop das Thema Kompression von allen Seiten beleuchtet, mehrere Kompressoren zu Hilfe genommen und dabei Themen wie Überkompression nicht ausgelassen:

So mischst du deine Gitarre richtig – Double Tracking & die Rolle von Reverb

Die im vorherigen Abschnitt erwähnte Methode des Pannings verdient noch eine etwas genauere Betrachtung. Wer einen facettenreichen, lebendigen Gitarrensound will, nimmt mehrere Spuren auf, die sich bestenfalls im Charakter voneinander unterscheiden.

Wie bereits erwähnt, ist die Methode der Verschiebung beliebt, um die Breite und Räumlichkeit des Gitarrensounds zu verbessern. Eine weitere Methode ist es, zu der minimalen Verschiebung zusätzlich andere EQ-Einstellungen bei der duplizierten Spur vorzunehmen. So kann beispielsweise ein Mid-Scoop – also das Anheben von Höhen und Bässen und das Absenken der Mitten – auf der einen Seite und ein Anheben der Mitten auf der anderen Seite einen ungemein plastischen und lebendigen Sound nach sich ziehen. Dieses Vorgehen trennt nämlich die einzelnen Frequenzbereiche noch mal ein Stück weit voneinander und sorgt dafür, dass subtile Frequenzbereiche, die ihr betont haben wollt, besser zur Geltung kommen und der Gesamtsound gleichzeitig nicht zu überladen wirkt.

Workshop: Gitarre mischen & E-Gitarre Mixing

Doch wie verhindert man, dass der Gitarrensound dann allzu fragmentiert und uneinheitlich wirkt? Hier kommt der Hall ins Spiel. Reverb hilft dabei, eure einzelnen Gitarrenspuren „zusammenzukitten“, im Rahmen eines Reverb-Bus. Wichtig ist es also, den einzelnen Spuren die gleichen Halleinstellungen zu geben – gleiches Decay, gleicher Mix, gleiches Pre-Delay, um den Eindruck einer einheitlichen Aufnahme zu erwecken. Sind die Gitarren mit einheitlicher Raumakustik aufgenommen worden, ist dies überflüssig. Wenn nicht, kann es helfen, sämtliche Spuren in einen Hall-Bus zu schicken und dadurch einen homogeneren Eindruck beim Gitarrenmix zu erzielen. Natürlich kann bei der Raumplatzierung durchaus rumprobiert werden – vor allem in Stereo lässt sich das einiges rausholen, aber wichtig ist, dass die Spuren einheitlich beim Reverb zusammenlaufen.

Aufnehmen & mischen von Gitarre – der Heavy Sound

Beim Mischen von High-Gain-Gitarren oder härteren Genres kann eine Menge richtig und eine Menge falsch gemacht werden – eigentlich verlangt dies nach einem eigenen Workshop. An dieser Stelle möchte man trotzdem den Hinweis auf ein paar Aspekte wagen.

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  • Verzerrung ist dein größter Freund – und dein größter Feind. Lebendiger und dynamischer Metalsound, wie ihn Mastodon, Baroness oder andere Sludge-Profis produzieren, entsteht durch sehr unterschiedliche Gitarrenspuren, die ein breites, dynamisches Spektrum abdecken. Sind deine Gitarrenparts aber alle ähnlich – ähnlich dumpf, ähnlich epochal, ähnlich Mid-scoopig – wirkt der Mix starr und eindimensional. Das kann gewollt sein – Meshuggah und andere Djent-Größen bieten kein dynamisches Klangbild an und das wollen sie auch nicht. Wer den klinischen Metal-Sound aber meiden möchte, für den gilt: Finger weg vom High-Gain und wenn, dann in einem frequenztechnisch vielfältigem Gitarrenklangbild.
  • Nicht zu viele Spuren aufnehmen – zumindest nicht, wenn die Riffs durchsetzungsfähig bleiben sollen. Der sogenannte „Punch“ kommt am ehesten zustande, wenn ihr euch auf ein paar gut eingespielte und performte Takes beschränkt, anstatt eine Gitarrenwand zu produzieren, die jede Form von natürlichem Spielgeräusch verschluckt.
  • Ein Clean-Zerr-Setup hilft euch, die Akzentuierung eures Spiels beizubehalten. Bands wie Animals as Leaders oder Tesseract greifen gerne zu dem Trick und nehmen unter ihren High-Gain-Passagen eine cleane oder zumindest crunchige, höhenbetonte Dopplung auf. Zu viele verzerrte Gitarren bewirken nicht, dass euer Sound breiter wird. Im Gegenteil – Komprimierung addiert sich zu Komprimierung und ergibt dadurch keinerlei Breite. Layering von unterschiedlichen Gitarrenparts und das Zusammenführen von Clean-/Zerr-Sounds kann eine Menge ausmachen. Übrigens: Auch Palm-Muting-Riffs clean zu doppeln, kann toll funktionieren – wenn man diese denn tight einspielt.
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