Apple ARM M1 Chip MacBook Air, Pro, Mac mini, Herbst 2020

13. November 2020

Die ersten Apple Mac mit ARM M1 sind da!

Da sind sie nun, die ersten Apple Macs mit ARM Chip M1 SoC (System on a Chip) und schneller als erwartet. Aber was erwartet die Apple-User? Apple, schon sonst nicht sehr auf konkrete Informationen in ihren Events bedacht, zeigt sich hier besonders zurückhaltend.

M1-SOC Chip

Das ist zuerst natürlich die „Desktop-Variante“ des A14 aus den aktuellen iPads, der M1, der in 5 Nanometertechnologie gefertigt ist. Das bedeutet mehr Leistung bei weniger Stromverbrauch und mehr Funktionen auf demselben Raum und damit weniger Platzbedarf.

So vereinigt der M1 nun die 8-Kern CPU, den Apple T2-Sicherheitschip, den I/O-Controller den Thunderbolt 3/USB4-Kontroller, die Grafikeinheit und so wie es aussieht, auch den RAM-Arbeitsspeicher auf einem Chip. Damit gehen die Macs wohl nun endgültig den Weg des iPads, was die Aufrüstbarkeit angeht und mit der derzeitigen maximalen Ausbaustufe von 16 GB RAM in den neuen Modellen an einem Großteil von professionellen Anwendern vorbei. Selbst bei einer Sony Playstation 5 kann man die SSD aufrüsten.

Die CPU auf dem M1 besteht aus 8 Kernen, davon sind 4 Hochleistungskerne mit 192 kB Instruktions-Cache, 128 kB Daten-Cache und 12 MB L2-Cache. Die anderen vier energieeffizienten Kerne haben 128 kB Instruktions-Cache, 64 kB Daten-Cache und 4 MB L2-Cache.
 Die Behauptung von Apple, dass der M1 ein dreimal besseres Leistung/Watt-Verhältnis gegenüber jeder aktuellen Desktop-CPU am Markt hat, ist dabei nach ersten Erfahrungen diverser Entwickler mit dem Transition Kit (Mac mini mit A14 SoC) nicht unrealistisch und auch was die Ausbeutung der Rechenleistung angeht, hat das Transition-Kit die Erwartungen bei den Entwicklern sehr hoch geschraubt, dahingehend welche Rechenleistung mit einem echten „Desktop-ARM“ zu erreichen wäre und es scheint Apple hat selbst diese Erwartungen übertroffen.

So waren z. B. die Entwickler der Serif Affinity Apps (Photo, Designer und Publisher) als auch die legendäre Spieleschmiede Larian Studios (Baldurs Gate 3) mehr als begeistert von den neuen ARM-Macs.

Die Grafikeinheit des M1 besteht aus 128 Execution-Units mit einer Rechenleistung von 2.6 TFLOPS und einer Füllrate von 82 Gigatexels/Sekunde. Das ist etwas unter einer diskreten Grafikkarte wie der AMD RX Vega 64 mit 99 GT/s und immerhin ca. 2/3 einer Nvidia RTX 2080 mit 115 GT/s. Nicht schlecht für eine integrierte GPU!

Auf Geekbench ist aber auch bereits ein Benchmark aufgetaucht, der einer OpenCL-Score von 18656 spricht, was einer Nvidia GeForce GTX 1050 (2.138 TFLOPS) oder AMD Radeon Pro 560X (2.056 TFLOPS) entspricht und die Grafikleistung dann doch wieder relativiert.

Auch scheinen die ARM-Macs keine eGPUs mehr zu unterstützen. Ob das aber den temporären oder der finalen Zustand darstellt, ist nicht bekannt.

Auch die Machine-Learning Kapazitäten haben sich, wie bei den iPad mit A14, enorm gesteigert. So leisten die 16 Neural-Core Engines bis zum 15-Fachen – je nach ARM-Mac-Modell – gegenüber den Intel-4-Kern CPUs in den Vorgängermodellen.

Big Sur

Was die Sicherheit angeht, hat Apple mit dem neuen Betriebssystem an der proaktiven Sicherheitsschraube gedreht. So bietet macOS 11 Big Sur ein durch die Hardware verifiziertes sicheres Booten, automatische, performante Verschlüsselung und macOS Laufzeitsicherungen. Wie sich das genau anfühlt, kann jeder Mac-User ab dem 12.11.2020 selber herausfinden, wenn Big Sur verfügbar sein wird.

Wie schon vorgestellt (AMAZONA.de berichtete) bietet Big Sur das Universal 2, also das Apps, die sowohl den Code von Intel als auch von ARM enthalten und damit auf beiden Systemen lauffähig sind, mit einem Klick im XCode-Kompiler.

Für Apps, die nicht von den Programmierern von Intel auf ARM umgesetzt werden (können), gibt es nun Rosetta 2, das Intel-Code auch auf ARM-Macs lauffähig macht.
Obwohl die Rückmeldung von Programmierern bzgl. der Code-Umsetzung von Intel auf ARM überwiegend positiv ist, dürften Apps, die sich auf Rosetta 2 verlassen, durch macOS-Updates und API-Schnittstellenänderungen schneller das Zeitliche segnen als zuvor. Zumindest für die nächsten zwei Jahre Übergangszeit sollten die User aber noch Zeit haben, sich nach Alternativen umzusehen oder die Programmier sich aufraffen, den Code anzupassen.

Für Apple-User, die viel in iPads und iOS-Apps investiert haben, wird die Universal Purchase-Fähigkeit die neuen ARM-Macs besonders interessant machen. Denn damit laufen im iOS-App-Store gekauft Apps direkt auf dem Mac. Doch soll die letzte Entscheidung dazu bei den Entwicklern liegen.
Aber wenn iOS-Apps wie Beatmaker 3, Luma Fusion, Drambo, Cubasis oder die vielen genialen AUv3-Effekte einfach so auf dem Mac laufen und die iOS-App-Store-Preise auf diesem niedrigen Niveau bleiben, dann wird es für viele Desktop-Softwares sehr eng, vor allem im Audiobereich.

Was im Übrigen gar nicht mehr angesprochen wurde, war Virtualization in Big Sur. Vielleicht koommt da noch ein Update dazu.

ARM-Macs

Das Interessanteste an den neuen Modellen ist, dass sie alle mit dem gleichen M1-Chip laufen, je nachdem nur in der Geschwindigkeit gedrosselt. Jedoch schweigen sich Apple über Taktraten hier erstmals gründlich aus.

ARM  Macbook Air
 13“

Den Einstieg macht das Macbook Air, das gleich mit dem Slogan „3 mal schneller als der schnellste aktuelle Windows-Laptop seiner Klasse“ daher kommt – müsste man nur wissen, was „seiner Klasse“ bedeutet. Ich nehme mal den 1000 Euro Bereich an, in dem auch das Air angesiedelt ist.

Zudem soll die festverbaute SSD bis zu zweimal schneller sein als in Vorgänger-SSDs, die bisher um die 3 GB/s transferieren konnten, also hier 6 GB/s.

An dieser Stelle gleich eine persönliche Kritik: Die Jagd nach schnelleren SSDs geht in die völlig verkehrte Richtung – wir brauchen keine schnelleren SSDs zum gleichen Preis, wir brauchen größere!
Das Arbeiten mit meinem i7er-6-Kern Mac mini fühlt sich beim täglichen Arbeiten von einer SATA III/TB2-SSD nicht spürbar langsamer an, als über die interne SSD mit 3 GB/s, das konnte ich in letzen 2 Jahren gründlich verifizieren. Mir geht lange vorher die Rechenleistung aus, als dass ich in Audioprojekten mit der Spurenzahl die Grenzen der SSD ausreize. Wenn der Sprung von 0,5 GB/s zu 3 GB/s schon nur minimal erlebbar ist, fällt der Anstieg von 3 zu 6 GB/s höchstens nur noch jemandem auf, der das Kopieren von 8K-Spielfimen als alleinige Beschäftigung betreibt.

Immerhin wartet das Air auch wieder mit einem 13,3″ Display (33,78 cm Diagonale) mit LED-Hintergrundbeleuchtung und IPS-Technologie und einer nativen Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln bei 227 ppi auf. Dazu gibt es Touch-ID, Magic-Keyboard und ein Trackpad mit Force-Touch, womit ich auch die Gesten von iOS-Apps nachbilden lassen.

Die Batterielaufzeit des integrierten Lithium-Polymer-Batterie mit 49,9 Watt­stunden, ist mit 18 Stunden Binge-Watching angegeben, das lässt aufhorchen und bekräftigt die Leistungseffizient des M1 Chips.

Das ARM-Macbook Air gibt es ab sofort ab 1.100,50 Euro mit einer 265 GB-SSD und 8 GB Speicher. Doch Vorsicht, denn das teurere 1.363,70 Euro Modell mit 512 GB-SSD hat auch eine 8-Kern GPU Grafikeinheit verbaut, anstatt der 7-Kern GPU im kleineren Modell (laut Apple Homepage)!
Die Option für die maximale Ausbaustufe von 16 GB-RAM kostet weitere 224 Euro und die größte interne SSD mit 2 TB kostet noch mal 896,80 Euro oben drauf.

Anschlussseitig ist das Air spartanisch wie eh und je und man muss halt sehen, wie man mit 2 Thunderbolt 3 /USB4-Anschlüssen auskommt, von denen einer oft genug mit dem beigelegten 30 W USB-C Ladegerät blockiert sein wird. Ansonsten kann u. a. ein weiteres externes Display mit einer Auflösung von bis zu 6K bei 60 Hz über Thunderbolt angeschlossen werden.

An drahtloser Konnektivität gibt es WLAN 802.11ax (WLAN 6, kompatibel mit IEEE 802.11a/b/g/n/ac) und Bluetooth 5.0.

Das Gerät wiegt dabei 1,29, doppelt so viel wie das aktuelle 12.9“ iPad Pro und beide sind auch passiv gekühlt!

ARM MacBook Pro 13“

Das neue MacBook bietet das gleiche Display wie das Air inkl. Touch-ID, Magic-Keyboard und Touch-Force-Trackpad plus die Touch-Bar-Leiste, nur dürfte hier die Taktrate des M1 deutlich höher liegen, aber Apple schweigt sich zu Taktraten oder TFLOPS Angaben hier gründlich aus.  Dennoch, laut Apple kann der M1-Chip bei aktiver Kühlung erst so richtig zeigen, was er kann und dass die iPads schon mit aktuellen Intel i7ern mithalten können, ist ja kein Geheimnis mehr.

Wie dem auch sei, auf jeden Fall ist in beiden Modellen derselbe M1-SoC verbaut und der integrierte Lithium-Polymer-Akku mit 58,2 Watt­stunden soll für 20 Stunden Binge-Watching reichen, was für ein Laptop phänomenal ist.

Das neue ARM-Book Pro gibt es mit 8 GB und 265 GB-SSD ab 1412,45 Euro, die ansonsten identische Version mit 512 GB-SSD kostet 1.636,65 Euro. Das ist im Übrigen ca. ein Viertel preiswerter als die noch erhältlichen 13“ Intel-MacBook Pros!

Das Upgrade auf maximal 16 GB RAM kostet 224 Euro und die interne 2 TB-SSD kostet 896,80 Euro zusätzlich.

An Konnektivität gibt es auch hier zwei Thunderbolt 3/USB4-Anschlüsse, so wie WLAN 802.11ax und Bluetooth 5.0.

Ach ja und für beide Laptops ist der 3,5 mm Kopfhörerausgang geblieben. Erwähnenswert wären auch noch die verbauten Mikrofone im MacBook Pro, die „Studioqualität“ erreichen sollen, was ganz neue Möglichkeiten für mobiles Aufnehmen ermöglichen würde.

ARM-Mac mini

Die uneingeschränkteste Entfesselung der Rechenpower des M1 soll allerdings erst der neue ARM-mini bieten, als Desktop-Gerät auch nicht wirklich anders zu erwarten. Ist der i7er Mac Mini von 2018 schon ein Rechenmonster, muss die Leistung mit angepasster Software auf dem ARM-mini geradezu schwindelerregend sein.

Was bei mir dagegen keine Hochgefühle aufkommen lässt, ist die Konnektivität. Neben dem Ethernet, HDMI 2.0 und den 2 USB 3.2 Gen 1 (5 GB/s) Ports hat Apple gegenüber dem Mac mini 2018 zwei Thunderbolt-Ports gestrichen! Eine Einsparung, die sich wirklich weh tut. Konnte man mit dem Mac mini 2018 noch (fast) ohne Docking-Hubs auskommen, sind diese nun schon fast unumgänglich. Vier TB3-Ports waren beim Vorgänger mini schon sehr angenehmen und fast ständig belegt.

Was auch negativ auffällt, ist die maximale RAM-Ausbaustufe von 16 GB. Gerade weil der i7-Mac Minis genug Rechenpower liefern, werden sie auch gerne für größere Projekte genutzt und da können 16 GB auch schnell eng werden. Aber RAM nachrüsten wie beim Vorgänger ist nicht mehr drin und wenn ich denke, dass mich das 32 GB Upgrade-Kit für meinen 2018er mini unter 100 Euro und 20 Minuten Umbauzeit gekostet haben, kann ich nur den Kopf schütteln. Außerdem gibt es keine 10 GBit-Ethernet-Option.

Immerhin ist der neue ARM-mini bis zu 400 Euro preiswerter als das Vorgängermodell.

 Kostet der Intel Mac mini 2018 mit i5-CPU, 8 GB RAM und 512 GB SSD ab 1.227,25 Euro, 
so kostet der M1-mini mit 8 GB RAM und 512 GB-SSD 1003,05 Euro. Die Variante mit einer 256 GB-SSD sogar nur 778,85 Euro.
 Auch hier kostet der Aufpreis zu 16 GB RAM 224 Euro und für die 2 TB SSD ebenso 896,80 Euro, wie bei den anderen ARM-Modellen.

Wie viel RAM brauche ich?

Der ARM-Mac mini hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl, die Rechenleistung mag zwar stimmen, aber die Abstriche bei den Schnittstellen und die maximalen 16 GB RAM untergraben deutlich seinen Ruf als kompetente Mini-Workstation. Heute sind selbst für normalen Betrieb 8 GB schon  eng. Als ich mal aus Neugierde einen Speichermonitor geöffnet hatte, waren von den ursprünglichen 8 GB, allein mit ein paar offenen Browser-Tabs, diversen Hilfsprogrammen und einer kleinen Mix-Session weniger als 1 GB frei. Ich war von dem Bild so geschockt, das ich mir prompt ein RAM-Upgrade angeschafft habe, wobei ich festgestellt habe, dass die 40 Euro Aufpreis vom 16 zum 32 GB-Kit mich nicht ärmer machen würden.

Es ist anzunehmen, dass die Beschränkung auf 16 GB RAM und zwei TB3-Ports bei allen Modellen eine Limitierung des M1 an sich sind.

Sicher mit 16 GB werden sehr viele Nutzer über sehr weite Strecken keine Probleme haben, aber eben nicht alle. Von daher würden Power-User wohl eher auf die 2. oder 3. Generation des ARM-mini warten und hoffen.

Alles in allem muss man doch zugeben, dass Apple mit dem M1 etwas wirklich Großem auf der Spur ist, doch bezeichnet sie die nächsten zwei Jahre Zeit selbst noch als „Übergang“. man kann sich also erst mal gemütlich zurücklehnen und zusehen.

Preis

  • Apple MacBook AIr ARM ab 1.100,50 Euro
  • Apple MacBook Pro 13" ARM ab 1.412,45 Euro
  • Apple Mac mini ARM ab 778,85 Euro
Forum
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    network-909  

    „Heute sind selbst für normalen Betrieb 8 GB schon eng“… Wenn man den Speichermonitor als Kriterium nimmt, mag das stimmen. Dazu sei angemerkt, dass MacOS immer ziemlich viele Daten im RAM zwischenspeichert und bei Bedarf wieder abwirft, wenn der Speicher knapp wird. Das gleiche passiert mit der SSD.

    16GB Maximum ist natürlich wenig, aber wer wesentlich mehr Speicher für seine Anwendung braucht, der kauft sicher keinen Mac Mini oder MBA.

    Die Frage ist doch, was (zumindest bei Audio-Produktion) zuerst schlapp macht, CPU oder RAM? Bei meinen beiden Macs (8GB RAM, i5) ist das zu 100% immer die CPU..

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      Round Robin  

      Kann ich bestätigen. Mein iMac (32 GB) und mein MacBook Pro (16 GB) geht nur bei CPU-Last in die Knie. Der Arbeitsspeicher war noch nie ein Thema. Auch nicht bei Großprojekten oder verrückte Granular Projekten.

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      Markus Schroeder  RED

      Was DIr aber auch die meisten Mac und auch Windows-User sagen werden, die von 8 auf 16 GB RAM aufgerüstet haben, ist, dass die erlebten Systemreaktionszeiten sehr viel snappier geworden sind.

      Und ich kann das nur aus meinen gemachten Erfahrungen (Windows und MacOS) bestätigen.

      Sicher 32 GB sind Overkill, aber war halt billig. :D

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    Round Robin  

    Servus Marcus,

    Du hast einen sehr guten und zusammenfassenden Bericht geschrieben. Ich hätte mir nur gewünscht, dass Du mehr auf die Geekbench Ergebnisse eingehen würdest. Denn diese ergeben wichtige Informationen, die für uns Mac-Usern im Studio sehr interessant sind.

    Geekbench ermittelte im Single Core einen Wert in Höhe von 1687 und im Multi-Core 7433.
    Das sind die Werte des kleinen und günstigen MacBook Air.

    Ich hab dann Geekbench angeschmissen und mein neues MacBook Pro 13″ (2 GHz Quad-Core Intel Core i5, 16 GB 3733 MHz LPDDR4X, 1 TB SSD) auf dessen Geschwindigkeit getestet. Ich ermittelte im Single-Core einen Wert in Höhe von 1277 und im Multi-Core 4517.

    Im Multi-Core hat der M1 Chip fast eine doppelte CPU-Leistung als mein neues MBP.

    Aber das ist noch nicht alles, denn Geekbench hat auch den Mac Pro 2019, Xeon W-3223, 3,5 GHz, 8 Kerne getestet. Single-Core 1024 und Multi-Core 7989.

    Das ist schier der Wahnsinn, denn seit 10 Jahren kommt Intel nicht mehr vom Fleck. Und jetzt reden wir von einem Consumer-Chip. Ich bin gespannt, was für Werte die iMac’s und Mac Pro’s haben werden.

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      Markus Schroeder  RED

      Ja, Du hast Recht, aber als ich den Artikel Dienstag auf Mittwoch geschrieben habe, waren die Geekbench Ergebnisse noch nicht verfügbar und in der Zwischenzeit gab es nicht nur bei Apple einen „internen Kommunikationsausfall“. ;)

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        Round Robin  

        Um Gottes Willen, kein Beinbruch und war auch nicht böse gemeint. :D
        Deswegen hab ich die Geekbench Werte und meine eigenen Werte hier beschrieben.

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          Markus Schroeder  RED

          Kein Problem, Ich hab das auch ganz und gar nicht böse aufgefasst aber „Murphy’s Law“ hat mal wieder regiert. :)

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      amyristom  AHU

      gähn… das Benchmark Programme anfällig für manipulierte / geschönte Ergebnissen sind, ist schon seit den Zeiten von 3DMark nichts neues (oder erinnert sich hier niemand mehr an die durch Treibertricks „optimierten“ Ergebnisse gewisser Grafikkartenhersteller?)…

      Will damit sagen: Was zählt ist letztlich der Performance-Vergleich in tatsächlichen realen Anwendungen. D.h. wie schnell rendert mein Video / exportiert mein DAW-Projekt / usw. im Vergleich zu der letzten Intel-Generation in Relation zu CPU-Takt / Leistungsaufnahme / usw.
      DAS sind die wirklich interessanten und relevanten Daten.
      Solange die noch nicht vorliegen, ist das Ergebnis eines potentiell geschönten Benchmarks für mich erstmal nichts weiter als PR-Gerassel ohne jede praxistaugliche Aussagekraft.

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        Round Robin  

        Leider unterliegst Du hier einem Irrtum. Geekbench erzeugt praxisnahe Werte, die Du selber nachvollziehen kannst. Einfach downloaden und selber schauen. Ist ja einfach zum nachvollziehen. Du kennst deine CPU und GPU und kannst das gut selbst hochwichten.

        Davon abgesehen, hat Geekbench und Cinebench bis jetzt immer und unabhängig zuverlässige Leistungswerte veröffentlicht. Zumal, wie schon beschrieben, Du es selbst nachvollziehen kannst.

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          amyristom  AHU

          Wie gesagt, (in Abwandlung eines bekannten Zitats) „traue keinem Benchmark den du nicht selbst gefälscht hast“. Auch damals bei 3DMark dachte man, der erzeugt vergleichbare praxisnahe Werte, bis herauskam, dass die Grafikkartenhersteller den Benchmark erkannten und sich gegenseitig bei den Treiber-„Optimierungen“ diesbezüglich übertrumpften. Auch wenn ich Apple nicht unterstellen möchte, dass sie hier durch versteckte Optimierungen schummeln und das Ergebnis des Benchmarks zu ihren Gunsten „verschönern“, aber kann man es ausschließen?

          Wie ebenfalls gesagt, ein synthetischer Benchmark hat für mich keinerlei Relevanz und Aussagekraft. Was zählt sind vergleichbare Tests in realen Anwendungen. Punkt.

          Davon unabhängig: Es wäre mehr als wünschenswert, wenn Apple hier tatsächlich ein CPU-Pfund auf den Markt geklotzt hat. Dass Intel seit geraumer Zeit stagniert und auch (endlich mal wieder) von AMD überrundet wird, ist ja kein Geheimnis und Konkurrenz belebt nicht nur das Geschäft, sondern ist hier wohl definitiv endlich mal nötig, damit der CPU-Markt an sich in Sachen Leistung mal wieder ordentliche Leistungsschübe nach vorne macht. Insofern go Apple! Aber ich warte dann doch auf überprüfbare reale Testergebnisse.

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            Round Robin  

            Jetzt mal ernsthaft. Du machst schon lange Musik und hast bezüglich CPU’s und deren Leistungswerten deine Erfahrungen gemacht. Wenn Du einen neuen Mac hast, dann erstellst Du sicher auf dem alten Mac in einer DAW ein Projekt, wo deine CPU an die Grenzen geht. Dieses Projekt öffnest Du auf deinem neuen Mac und erkennst deutlich die neue DSP-Auslastung. Diese Werte entsprechen ziemlich genau den Geekbench Werten (Leistungszuwachs). Mach ich immer so und erhalte dadurch praxisgerechte und nachvollziehbare Werte. :)

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              amyristom  AHU

              D.h. du hast schon einen der neuen ARM-basierten Macs und hast diese Vergleiche schon selbst angestellt und kannst daher die beworbenen Werte aus eigener Erfahrung bestätigen?

              Das wäre ja topp, denn wie gesagt, mir fehlen aktuell die belastbaren Praxistests. Jeden Bericht, den ich bisher gelesen habe, bezieht sich allein auf die PR-Angaben seitens Apple oder den synthetischen Geekbench-Test.

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        gaffer  AHU

        @amyristom Stimmt natürlich, Benchmarks taugen nur bedingt für den Rechnervergleich. Beispielsweise wird nicht berücksichtigt wie das Verhalten der CPU bei Dauerlast aussieht (Throttling). Aber bei einem muss ich dir widersprechen. Diese Benchmarks sind ja nicht die ersten, die erschienen sind. Wenn die Firmen „optimieren“, dann nicht erst seit heute. Damit ist das Argument fast schon zahnlos.

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          amyristom  AHU

          @gaffer: Ich wollte damit auch nur zum Ausdruck bringen, dass ich Benchmarks, ganz speziell auch Multiplattform-Benchmarks, kritisch gegenüberstehe und sie für mich keinesfalls eine alleinstehende, quasi alleingültige Aussage haben, wie gut / schnell eine CPU / GPU / ein System gegenüber dem anderen ist (auch aber nicht nur, weil hier halt in der Vergangenheit zu viel geschoben und geschummelt wurde). Dazu kommt bei Multiplattform Benchmarks die – aus meiner Sicht – nicht wirklich gegebene Vergleichbarkeit aufgrund der unterschiedlichen Systeme. Ich möchte es mal vergleichen mit zwei Läufern: einer an der Luft, einer im Wasserbecken. Der im Wasserbecken kommt langsamer voran, aber ist er dadurch nun der schlechtere, wirklich langsamere Läufer? Kann man alleine so nicht sagen. Und so ist es mit Benchmarks unter MacOS, iOS, Android, Windows. Diese vergleichen unterschiedliche CPUs unter unterschiedlichen Systemarchitekturen miteinander (und sogar die Programme sind ja technisch nicht exakt gleich) und werfen am Ende eine Zahl raus, die dann vergleichbar sein soll? Aus meiner Sicht wären z.B. CPUs nur dann wirklich vergleichbar, wenn der Rest drumrum gleich bliebe.

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      swellkoerper  AHU

      Du hast tendenziell sicher recht mit deinen Aussagen zu Benchmarks. Was man hier aber auch bedenken muss, ist, dass wir es hier mit einer neuen Architektur zu tun haben, wo noch niemand sagen kann, welche Performance die grossen, portierten Audio-Programmsuiten haben werden. Man wird abwarten müssen, wie die Real-Leistung bei Kern-Skalierung, Realtime-Anwendungen oder Audiointerfacetreibern aussieht.

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        Markus Schroeder  RED

        Dankeeee, Kommastelle wurde ausgebessert. Hat zum Glück nicht so lange gedaudert wie beim Spinat.

        Hätte mich schon bei der OpenCL-Score stutzig machen sollen.

        :)

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      DrSpan  

      Hmm. Ich bezweifel das das Air M1 diese leistung für lange zeit hält ohne lüfter. Klingt eher wie diese „Autofilme“ wo man „Nitrous“ für ein paar sekunden dazuschaltet um das illegale rennen zu gewinnen :-) Ich wäre allerdings sehr neugierig was die echte (die konstante leistung wenn gethrottled wird) leistung des M1 Air betrifft. Wäre ja dann der perfekte lautlose Audiorechner

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    swellkoerper  AHU

    Markus, ich glaube Du hast ein Komma an heikler Stelle vergessen: die Tech-Blogs berichten übereinstimmend von 2.6TFLOPS GPU Leistung, nicht 26. Diese Leistung wäre für eine Onboard-GPU mit im Vergleich zu diskreten GPUs langsamen unified Memory in der Tat ein gewaltiger Quantensprung.

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    anttimaatteri  

    „3 mal schneller als der schnellste aktuelle Windows-Laptop seiner Klasse“

    laut eines kvr-foren experten bezieht sich apple mit dieser aussageauf ein 2018er i3 modell. :D

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      gaffer  AHU

      Ja „seiner Klasse“ ist keine optimale Charakterisierung, stimme ich dir völlig zu. Aber wenn die Leistungszuwächse so weitergehen, dürften einige Mitbewerber Schnappatmung bekommen. Das ist erstmal der Anfang. Das sind iPads mit Tastatur und etwas aufgebohrtem Prozessor. Und wenn der Rechner die Leistung längere Zeit durchhält, sehen andere Geräte incl. der bisherigen Apfelrechner dagegen ziemlich alt aus. Bin sehr gespannt, wie das weitergeht. Klar, es wird auch wieder Gates geben, nee nicht Bill, AntennaGate, Bendgate etc. remember? Irgendjemand wird rausfinden, dass das Überfahren des Geräts suboptimal ausgeht. 🤣

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        anttimaatteri  

        na wegen mir müssten die sich keinen dabei abbrechen um sich mit den derzeit nominell schnellsten rechnern zu messen. bei der rechenpower, die da inzwischen zur verfügung steht für die entsrpechend noch nichts ausreizende software, sind mir 10-20% völlig wumpe.
        mich interessiert nur eins, nämlich der Preis und die entsprechende Leistung, die mir genügt. beides größen bei denen ich da von apple wenig erwarte. das ist für mich komplett unverhältnismässig und zuletzt sogar noch zu dreist. aber noch ist ja nichts da an fakten, ausser marketing sprech und n paar benchmarks EINER quelle…
        ansonsten spricht nichts gegen den ARM-tec. aber auch nichts dafür. für die applebosse dagegen wohl schon :D
        ich geh davon aus, daß amd sogar hier zum großen schlag ausholen wird. und intel ist auch noch nicht tot, wie viele hysteriker und dramaqueeens/kings des inet sich das denken

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          anttimaatteri  

          //anhang

          kleiner leak zur sache. cinebench23:

          https://i.imgur.com/CdPYv0a.png

          falls das kein fake ist… wurde aber auf reddit von niemandem in zweifel gezogen. so knapp über den ryzen cpus der ersten generation, was bei der aktuellen clockspeed aber auch nicht verwundert. ist jetzt aber auch keineswegs schlecht.

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    Philipp  

    Die Leistung ist beeindruckend, absolut.

    Was mich umtreibt ist die Frage, welche Strategie Apple hier für die Zukunft plant, weiter ein offenes System wo ich eigene Installer nutzen kann und die Hoheit über das OS habe oder geht es langsam Richtung geschlossenes System mit AppStore und Schwerpunkt auf Softwareabos wie bei IOS?

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      jesusmariajosef  

      Das geschlossene System und Abomodelle sind schon auch von der Softwareindustrie mehr oder weniger so gewollt, denn damit sind nach jahrzehntelangem Katz-und-Maus-Spiel die Probleme mit den Raubkopien bald vom Tisch.

      Leider. Die Performance ist lt allen Testern wirklich beeindruckend – und das bei ersten Einstiegsmodellen.

      Aber nicht Jeder ist bereits bei 245 Anbietern monatlich einen Abobeitrag abzudrücken.

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    vssmnn  AHU

    Wenn es endlich wieder leistungsfähige Laptops gibt, die keine Heizplatten sind, ist die Entwicklung sehr zu begrüßen!

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    York_vom_Ork  

    Moin

    Werte sehen ja vielversprechend aus. Bin ja Technik Begeistert :-)

    -bin aber vorsichtig geworden, da die Kühlung auch eine wichtige Rolle bei mir bei einer Neuanschaffung gespielt hat. Hab mal in ein „Volle Lotte“ MacBook Pro investiert,
    Das Teil hat aber nach kurzer Zeit runtergetaktet damit der Prozessor nicht überhitzt. Ist das immer noch so oder ist das in den letzten 3-4 Jahren besser geworden?

    Ausserdem kaufe ich SoftSynth / AudioPlugins auch nicht mehr von div Firmen, sondern halte mich möglichst an einem Hersteller, weil ich ständige Kompatilitäts Problemen keinen Bock hab oder Plugins nach einem Jahr einem eventl gar nicht mehr laufen oder die Entwickler erst nach 6-8 Monaten soweit sind, 4 Monate später gibts dann schon ein neues OSX….

    Nun auch eine Umstellung auf M1 CHIP, Apple – Glückwunsch! + neues OSX? erstmal Nein Danke. Grüsse + Sorry an Lotte ;-)

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      jesusmariajosef  

      Die Temperaturprobleme bei hoher Performance sind wohl der Hauptgrund für den Umstieg auf die ARM-Architektur. Massiv höhere Leistung bei deutlich weniger Energiedurchsatz – das sieht man ja an den iPads. Was da an Leistung zur Verfügung steht ist enorm – und die haben zB gar keine Lüftung, werden nur ein bissel warm…

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    AMAZONA Archiv

    Microsoft ist ja mit dem Surface, eigenen Prozessoren und Windows for ARM auch schon auf den ARM-Zug aufgesprungen. Da bringt aber nur angepasste Software einen spürbaren Performance-Vorteil.
    Vielleicht bekommt Apple das ja besser hin.
    Auf jeden Fall wäre es gut, wenn sich am Markt eine weitere Konkurrenz zu Intel etabliert.

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    SenorNote

    Microsoft modifiziert bei ihren Surfaces lediglich Snapdragon ARM-Prozessoren.
    Dazu kommt noch, dass man mit Windows on ARM bis heute keine 64Bit-x86 Programme nutzen kann. Apple ist Microsoft also sowohl im Punkt Hardware als auch beim OS in Sachen ARM-Support wirklich meilenweit voraus.

    Ich mache mir um die x86-Plattform aktuell aber keine Sorgen. AMD mischt Intel und Nvidia gerade ordentlich auf und Microsoft hat mit Windows 10 ein sehr starkes OS.
    Apple muss erst beweisen, dass ihre völlige Abschottung für einen Großteil der Nutzer einen Vorteil bringt. Bisher sehe ich durch fehlendes Boot Camp und keine Virtualisierung über Rosetta 2 das Ende für Hybridnutzer. Das wird sich sowohl im B2C als auch im B2B-Bereich sicherlich bemerkbar machen. Da helfen dann auch keine gesteigerten Akkulaufzeiten bei den MacBooks.
    Und was bei der ganzen Euphorie untergeht: Die neuen AMD-Stromspar-CPUs der 5000er Reihe sind bei ähnlichem Stromverbrauch leistungstechnisch auf einem ähnlichen Niveau unterwegs. Intel wie auch auch Nvidia werden obendrein in Zukunft sicherlich auch noch ein Wörtchen mitreden wollen. Und bis NI und andere Größen im DAW-Bereich nativ komplett umgestellt haben, stehen die Alternativen schon längst vor der Tür. Der Apple-ARM Hype wird also schnell abflachen, wenn die Fakten auf dem Tisch sind.

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      gaffer  AHU

      Die Virtualisierung wird überschätzt. Wer braucht das wirklich? Für die Schornsteifegerabrechnungssoftware kaufe ich einen günstigen Chinakracher. Ich treffe regelmässig User, die Word oder Excel unter Parallels laufen lassen. Die Softwarefirmen, die schon die ganze Zeit für iOS parallel Apps rausbrachten sind gnadenlos im Vorteil. Affinity ist jetzt schon fertig. Ich wüsste momentan keine Software, die nicht in absehbarer Zeit auf M1 Macs laufen dürfte und die wichtig wäre. Ohne Rosetta. NI wird das aus noch zu spüren bekommen, die sind seit Jahren in der Abwärtsbewegung. Ich drücke AMD die Daumen, deren Wiederaufstieg war sehr gut. Ich hoffe sie stehen das als Mittlere in dieser Entwicklung durch.

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      TobyB  RED

      Virtualisierungen sind mittlerweile nicht mehr das Thema im B2B Bereich. Dezentrale Virtualisierungen tut sich keiner mehr an. Serverseitige Virtualisierung funktioniert auf Mac OS sehr gut mit Citrix. Und damit meine ich nicht Word und Excel. Apples Baustellen im B2B Bereich sind andere. Stichwort MacOS Server. Wer sich schon mal an einer heterogenen Arbeitsgruppe mit Win10 und vielleicht Active Directory und Exchange versucht hat weiss das.

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      Markus Schroeder  RED

      Nun ja, es ist ja nicht die CPU die mehr Speicherplatz braucht, sondern die Anwendungen und je schneller die CPU wird desto mehr wollen die Anwender bzw. Programme auch gleichzeitig machen, das war bisher so und wird sich auch kaum ändern.

      Und die Tendenz bzgl. RAM-Bedarf geht deutlich nach oben. Wie ich ganz oben geschrieben habe sind 8 GB schon heute das untere Minimum. Selbst ein aktueller Standart Raspberry Pie kommt mit min. 4GB daher.

      :)

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