Blue Box: Oberheim Matrix-12 polyphoner Analogsynthesizer

Besonderheiten bei LFOs und Hüllkurven

Die Hüllkurven erlauben, sich über eine beliebige Quelle neu zu triggern. Das kann dauerhaft oder über einen Tastenanschlag sein. Auch die Minihüllkurven haben solch eine Funktion.

Die LFOs können auch jeweils als Sample & Hold für eine beliebige Quelle fungieren und damit interessante Modulationstreppenspannungen generieren. Beliebig bedeutet hier sämtliche Quellen in der Modulationsmatrix!
Die Hüllkurven können sich so selbst auslösen und auch der VCA-Bereich ist so gestaltet, dass Drones erklingen können, sobald man das Patch aufruft. Die Modulationen im klassischen Sinne sind absolut luxuriös – auch für heutige Verhältnisse, selbst verglichen mit Software.

Ähnlich konzipiert sind auch die drei Tracking-Generatoren. Eine beliebige Quelle kann damit umskaliert werden. Gedacht sind sie aber primär, um einen Sound über die Tastatur hinweg anzupassen. Anhand von 5 Punkten können FM-Klänge oder auch LFO-Frequenzen angepasst werden, die mit einfachem Keytracking nicht funktionieren würden. Nimmt man eine Hüllkurve oder LFO als Quelle, so wird der Verlauf dieser Hüllkurve ebenfalls den 5 Punkten entsprechend umgeformt. Mit einem solchen Trick können LFOs so umgerechnet werden, dass ein Durchlauf eine anscheinend höhere Geschwindigkeit bekommt und mit einer zwar einfacheren Kurve, aber dafür etwa 2-3 mal so schnell läuft, denn die LFOs selbst sind nur durchschnittlich schnell.

Damit alle Sounds in einem Multi-Set die gleichen Vibrato-Einstellungen (Tempi) haben, hat man dem Multimode noch einen Vibrato-LFO beigefügt als sechsten LFO. Alle LFOs sind auf Wunsch pro Stimme oder nur pro Sound vorhanden. Das bringt ein reichhaltiges Ergebnis, was seinerzeit noch lange nicht Standard war. Da liefen durchaus alle Stimmen mit einem LFO, nicht mit so vielen LFOs wie Stimmen vorhanden waren. Dies kann einen Groove ausmachen, deshalb ist es im Matrix auch frei wählbar inklusive Retrigger-Punkt – im Prophet-5 gab es nur den Einheits-LFO. Kurz gesagt – die Maschine ist ein Frickeltraum in vielen Details! Außer audioschnellen Modulationsquellen oder echter Modularität ist alles da. Heute würde man auf diese Idee nicht mehr kommen, damals war es wirklich eine Form von „Semimodularität“. Heute arbeiten Synthesizer dieser Klasse mit eine Vielzahl an Baugruppen (meist 4 Oszillatoren und Vector-Steuerung) und diversen Simulationen und Synthesemethoden (FM, Wavetables und so weiter), aber noch immer ist das Matrix-Prinzip die Grundlage. Der John Bowen Solaris ist zum Beispiel mit Sicherheit ein großer Fan des Matrix-12 Konzepts mit genau dieser Idee, nur technisch vollkommen anders realisiert und mit dem, was heute möglich ist an Prozessoren und DSPs.

Der Multimode ist sehr fortgeschritten für einen Synthesizer, der aus der Anfangszeit von MIDI stammt (1983 eingeführt). Alle Parameter sind in Echtzeit steuerbar, allerdings sollte man aufpassen, wie viele gleichzeitige Veränderungen man sendet. Die bis zu 12 Einzelsounds kann man über SysEx-Befehle umstellen. Das gilt auch für Veränderungen von Parametern an allen Stellen des Synthesizers. Das konnte damals eigentlich nur der Juno-106 und man war noch bei Einführung des Microwave oder JD800 stolz auf diese Möglichkeiten, da selbst dann noch eher selten waren. Für die Hauptarbeit sollte man, wie erwähnt, die 5 freien Controller verwenden, die sich hinter den Modulationsquellen Bender, Lever 1-2, Pedal 1-2 sowie Pressure verbergen. Bewegliche Klänge sind in jedem Falle garantiert. Es gibt 2 Hebel (Lever), von denen 4 Bewegungen per MIDI gesendet werden, also eine mehr als üblich mit Pitchbend und Modulationsrad.

Der Oberheim Matrix-12 heute

Man hat es vielleicht schon einmal gehört: Das Display ist sehr speziell, die Platine ist voller Curtis Chips und das Netzteil bei den meisten Oberheims brummt. Es befindet sich eine speziell handgewickelte Spule im Netzteil, welche die 55 Volt für das Display liefert. Diese Betriebsspannung braucht das Display für die Heizfäden (wirklich wahr), spendet aber zu allen Lichtverhältnissen ein sehr angenehmes Licht und Lesbarkeit und verblasst nicht. Sollte es das tun, ist der Netzteil schwach oder aber die Schutzscheibe ist eine Schmutzscheibe geworden und muss von hinten einmal gesäubert werden.

Für das Display gibt es heute Ersatz – ebenso schön und sogar in grün. Auch dieses benötigt die 55 Volt und ist genau so gut zu erkennen. Die Curtis Chips haben seltener Schaden als man denkt, jedoch sind sie endlich und damit zumindest noch ein Sorgenfall, wie bei so vielen Polyphonen jener Zeit. Es ist denkbar, dass irgendein Hersteller eine Art Clone bauen könnte – sogar Einzelpersonen könnten das über SMD-Module tun oder diese in Kleinserie herstellen (lassen). Der Tausch wird in jedem Falle weniger problematisch, als heute einen Andromeda reparieren zu müssen. Dort sind nur spezielle ASICS-Chips verbaut, die niemand heute mehr ersetzen kann und ähnlich, wie Curtis es damals anbot, wären sie heute durchaus auch eine gute Grundlage für eine Serie von Analog-Synthesizern – diese Chance hat Alesis jedoch nicht genutzt. Aber wir bleiben dran, denn hier gibt es aus der Nerd-Ecke immer Überraschungen zu vermelden.

Matrix-12 und dahinter ein geöffneter Oberheim Xpander

Tastatur

Problematisch ist auch die eher schlechte Tastatur. Es gab einmal Angebote für eine Austauschtastatur, doch aktuell findet man dazu nichts mehr im Web. Sollte hier jemand neue Informationen oder eine Bezugsadresse kennen, binden wir das gerne in den Report ein.

Netzteil

Genau so ist es auch mit dem Netzteil. Dieser Punkt ist erst vor wenigen Tagen durch Martin und Heinz von Synthtaste.de gelöst worden. Sie haben ihr neu entwickeltes Netzteil nicht nur auf ein Viertel der Ursprungsgröße verkleinert, sie haben auch alle großen Elkos und Trafos wegrationalisiert und die Spannungen so angeglichen, damit der Matrix bei langem Einsatz deutlich weniger Hitze produziert und andere Bauteile dadurch weniger belastet werden.

Altes und großes 62 Watt Netzteil

Das neu entwickelte Netzteil benötigt nur noch  47 Watt statt vorher 62 Watt. Nun wird weder das Netzteil noch das Gerät mehr als handwarm.

Neues, deutlich kleineres Netzteil mit nur noch 47 Watt

Einzelausgänge?

Sehr einfach lassen sich auch Einzelausgänge hinzufügen. Dazu bietet sich das Seitenteil an. Das ist im Gegensatz zum Netzteil, dem Display oder der neuen besseren Tastatur eher eine wenig anspruchsvolle und eher mechanische als eine elektronische Arbeit.

Deshalb sollten die alten Diskussionen um die Produktion in den USA oder Japan ebenso wenig eine Rolle spielen wie die Gerüchte über den wartungsintensiven Sandwich-Aufbau der beiden Xpander-Platinen. Spätestens mit einem neuen Netzteil ist das Geschichte. Allerdings sollte man sich früh genug um die Pflege kümmern. Die vielen relativ schlechten IC-Sockel können heute der Grund sein, was durch einfachen Transport ausgelöst werden kann.

Durch einfaches erneutes Andrücken und im Idealfall dem Reinigen der ggf. entstandenen Oxidschicht durch Radiergummi oder mehrfaches Einstecken kann man auch diese Gefahr relativ einfach reduzieren oder beseitigen. Auch für die Endlos-Endcoder gibt es Ersatz – sie lassen sich jedoch ebenfalls recht gut reinigen. Dazu müssen sie jedoch ausgelötet werden. Wer einen Matrix kauft, sollte diese Dinge prüfen. Wenn er läuft, kann auch mit alten Komponenten noch jahrelanger Betrieb möglich sein. Dann weiß man einfach, dass es Abhilfe gibt, denn dies war vor wenigen Wochen noch nicht in dem Umfange möglich. Übrigens gilt das auch für den Rhodes Chroma, der durch die gleichen Spezialisten heute nicht mehr zu den Problemkindern gehört. Viele Synthesizer hatten ab Werk unterdimensionierte Netzteile, weshalb es sinnvoll ist, diesen Tatbestand zu prüfen.

Beispiel Modulationsmatrix–Eintrag: Nummer 14 – Quelle Hüllkurve 3 mit Intensität +16 steuert Tempo des LFO1

Praktisches

Nach so viel Technik sei noch erwähnt, dass die Programme von außen weitergeschaltet werden können. Außerdem gibt es zwei Pedalanschlüsse und einen analogen Trigger-Eingang, den man zum Auslösen von Hüllkurven oder zum Neu-Triggern von LFOs verwenden kann.

Sounds sind per MIDI-Dump oder per Cassetten-Interface als fieser „Hardbit-Rock“ archivierbar. Den Job kann heute jeder Audioplayer, iPad oder DAW übernehmen. Es darf nur nicht daran per EQ oder Effekten an dem Audiofile herumgeschraubt werden, denn es handelt sich natürlich um die Daten und nicht um Samples, die über das Tape-Interface gesichert werden – wie zu alten 8Bit-Heimcomputer- und Akustik-Koppler-Modem-Zeiten.
Sound-Editoren gibt es heute wenige, da MIDI für die größeren Hersteller irrtümlicherweise leider kein Thema mehr ist. Übrig geblieben ist noch das alte MIDIquest als Universaleditor, welches wegen seiner Programmiersprache Java etwas langsam erscheint. Der Matrix ist ohnehin auch sehr bequem am Gerät zu editieren.

Im Teil 2 dieses Blue Box Reports

befassen wir uns ausgiebig mit der gesamten Oberheim Matrix-Familie und den Unterschieden der einzelnen Familienmitglieder.

Matrix-12 auf YouTube

Fazit

Die Integration in ein heutiges Set ist kaum ein Problem und das Gerät hat eine gute Aussicht auf ein langes Leben dank der neuen Entwicklung bei den Synthdoktoren. Der Klang ist noch immer atemberaubend schön. Er ist der perfekte Synthesizer für melodischen Synthpop und Schwerpunkt auf sehr hochwertigem „Vintage“-Grundsound aufgrund von über viele Oktaven stabilen analoge FM-Sounds und den Filterqualitäten. Viele Depeche Mode Sounds à la Construction Time Again oder Violator können bequem reproduziert oder eigene Kreationen gefunden werden, denn ausgereizt ist er sicher noch lange nicht. Lediglich der „Frech-Klang“ ist nicht obligat, da Verzerrung eher nicht die typische Eigenschaft der Oberheims ist. Das müsste man extern erledigen. Dabei könnte dann die Einzelausgang-Erweiterung helfen, was sogar relativ unbegabte Techniker erledigen können. Was soll man bei diesem Sound sonst sagen? Es bleibt ein Klassiker und wer einen wirklich teuren Sound sucht, ist hier an der richtigen Adresse. Außerdem ist er flexibler als jeder OB8 oder OB-Xa, dessen Crossmodulation seit dem OB-X abhanden gekommen war. Die Matrix-Synthesizer dürften noch heute beste Dienste leisten, sofern man nicht unbedingt Sammler werden möchte oder will. Wer das Geld nicht hat, wird ohne Knöpfe und Multimodefilter mit dem Matrix-6 leben müssen. Zumindest wenn man klanglich wenig Einschnitte haben will. Von den Großen dürfte er neben dem Chroma noch eine der beeindruckendsten Klanggewalten zu bieten haben. Unter den Neuen ist noch kein ernsthafter Konkurrent entdeckt worden.

Plus

  • sehr guter Klang
  • große Menge an Modulationsmöglichkeiten
  • FM-Sounds spielbar über gesamten Tastaturbereich
  • 12 Stimmen

Minus

  • 5 Controller müssen reichen
  • schwammige Tastatur

Preis

  • Stand Januar 2019 lt. Syntacheles-Liste
  • Matrix-12: 5.500,- Euro
  • Xpander: 3.500,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    t.bechholds  AHU

    toll, danke mic. du liebst die kiste, ich liebe die kiste. der olymp der synthesizer. ein unglaubliches meisterwerk…. beten wir , dass er den neumodischen ökostrom auf dauer akzeptiert :)

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Dieses Monstrum kann man auch auf fast allen Jam & Spoon Platten hören! Schade dass dies (Preislich und Auktionstechnisch) ein nahezu unerreichbarer Traum ist. Ich wünschte, ich hätt‘ einen!

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      t.bechholds  AHU

      preislich ist der oberheim ereichbarer denn je ! 2.500 euro sind mit ein bisschen glück aufzubringen. viel geld, aber die 13.500 DM von 1985 waren richtig heftig ! irgendwann wird die maschine preislich weglaufen… vermutlich.

  3. Profilbild
    Cocoman

    Schönes Portrait – bis auf die Soundbeispiele…
    Wer ihn nicht kennt würde sich über die berühmten Pads, Strings und Brasses sicherlich freuen.
    Leider ist die Plastikfront um die Displays und Taster herum sehr oft schon angegriffen. Auf den ersten Bildern ist zu sehen, wie sich die Plastikfront bereits vom Haftgrund gelöst hat. Das ist oftmals nicht mehr zu retten..
    Um gegen 28 Jahre alten Nikotin/Schmutz zu wirken, kann ich Kunststoffreiniger / Versiegelung für KFZ-Armaturen empfehlen. Dabei darf auf keinen Fall Feuchtigkeit in die Taster bzw. zwischen Plastikfront und das darunter liegende Metall gelangen. Also Zeit mitbringen..

    Den VFD-Display-Ersatz gibt es von Steve Lenham bei Benden Sound Technology:
    http://www.....obvfd.html
    einfach mal anschreiben – Steve produziert auf Nachfrage in Schüben. Das Paket beinhaltet u.a. auch eine Einbauanleitung.

    Der Matrix-12 galt ja immer als großer Bruder des Xpanders. Habe mal gelesen, dass die Band Toto damals 4 Xpander im Verbund betrieben hat. Leider habe ich keine Infos darüber gefunden was das für klangliche Besonderheiten ergeben hat. Vielleicht ist das ja ein Thema für Bericht Teil 2?
    Legendär ist übrigens das String-Pad aus Toto´s „Africa“…

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      TobyB  RED

      Hallo Cocoman,

      der Oberheim Matrix 12 wurde nicht in der Original Version von Toto IV, insbesondere nicht bei „Africa“ verwand. Ich habe hier 2 DVDs „Seven Stages of Rock“ und „10 Classic Albums of the Last Century“ von BBC/Arte in denen die Beteiligten den Entstehungsprozess erläutern. Bei Africa wurden die Klänge mit einer Yamaha CS 80(Flächen und Hooks) und einer Yamaha GS 1(Marimba’s) erstellt. Mag sein das Toto bei späteren Versionen und Live auf den Oberheim Matrix 12 setzten, aber 1982/1983 bei der Albumproduktion definitiv nicht.

      Dermaßen alte Geräte mit Kunststoffreiniger zu traktieren ist extrem unsinnvoll, erstens Plaste und Kunstoffe aus den Achtzigern sind i.d.R aus Verbundwerkstoffen, heutige Reiniger sind in der Wirksamkeit um einiges potenter als Reinigungszeug aus der Dekade. Wenn man sowas reinigen muss nimmt man einen leichten neutralen Reiniger(unparfumierte Seife) und alles ausser Mircofasertücher. Vorher hat man das zu reinigende Teil vorsichtig demontiert. Jedes Material hat entsprechend seiner physischen Eigenschaften andere Reinigungsverfahren, das gilt es zu beachten.

      Kunststoffreiniger mögen wegen mir im Autocockpit Verwendung finden aber ich traktiere doch so ein Ding nicht mit Zeug. Es kommt ja auch keiner auf die Idee Glas-Oberflächen mit Scheuermilch zu reinigen…

      Mich erinnert das in die Putzfrau im Museum, die da dort ein Bild putzen wollte.

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        Cocoman

        Hi TobyFB,
        ch hatte nicht den Matrix-12, sondern den Xpander mit Toto in Verbindung gebracht. Aber Du hast auf jeden Fall recht. Allein schon weil „Africa“ von ´82 ja unmöglich mit nem Xpander von ´84 geschrieben sein kann;)…ganz zu schweigen vom M12 der ja erst ´85 auf den Markt kam. Da hatte ich mich nicht klar ausgedrückt. Ich habe in einem Porcaro-Interview lediglich einmal die Info aufgeschnappt, dass die Pads mit nem Xpander gespielt wurden. Das musste sich auf live, etc. beziehen. Vom Sound her kommt sogar das Factory Preset M02 „TOTAHRNS“ (Matrix-12 Factory Preset Bank) bereits sehr nah an den CS-80 Sound dran.

        Das mit der Reinigung hätte ich nicht hier bestimmt nicht erwähnt, wenn es bei mir schief gegangen wäre. Daher verstehe ich Deinen Kommentar nicht recht.
        Der Beweis steht hier.. der M12 erstrahlt in vollem Glanz wie neu. Das Gerät kam stark verschmutzt aus einem Raucherstudio und sah noch schlimmer aus als das Exemplar auf Seite1/Foto1 dieses Berichtes.
        Wer sich die Oberfläche mal genau anschaut sieht, dass ein Auseinandernehmen / Abmontieren der Kunststoff-Front nicht möglich ist ohne Schäden an der bedruckten Oberfläche unter der durchsichtigen Kunststoff-Front zu hinterlassen. (Ich lasse mich von experimentierfreudigen gerne eines besseren belehren.)
        Da habe ich also die Finger von gelassen. Mag sein, dass irgendeine Chemietheorie dagegen spricht es anzuwenden, aber es funktioniert und ist ja dazu konzipiert worden das heiligste Plastik der Autofans schonend zu reinigen: das Armaturenbrett.
        Deine Empfehlung „neutraler Reiniger / Seife“ klingt recht allgemein – aber wie Moogulator schon sagte: „your choice“. Ich würde wirklich nichts außer Kunststoffreiniger versuchen, Seife schon gar nicht.
        Als erfolgreiche „Museumsputzfrau“ kann ich empfehlen: auf Autoglas funktioniert auch Haushaltsglasreiniger. Auf Xpander/M12 Kunststoff-Fronten: „Kunststoff Reiniger / Kunststoff Versiegelung von Nigrin. „Reinigt porentief + schonend“.

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      moogulator  RED

      Diese Pads und so weiter kennt man ja, und ein wenig davon is im letzten Beispiel auf Startnummer 3, der Oberheim, der Tom..

      Aber Toto, da betziehst du dich ggf. auf dieses Keyboards-Interview einem älteren Heft (80er), dort sieht man einen Polyfusion und eben einige Xpander. Ziemlicher Aufwand für Standard Brass Pad?

      Aber wer unbedingt Stringpads will, kann ich noch mal machen. Ich mag’s gern das zu zeigen, was man eher NICHT so oft erwähnt und den Rest findest du sooo oft zitiert woanders. Aber selbstverständlich gibt es tolle Flächen von extremer Weichheit, Schönheit und so,

      Langweilen oder Kurzweilen..
      your Choice.

      Ja, das mit dem Display erwähnte ich. Finde das super, dass sich jemand dem angenommen hat. Ansonsten sind die beiden Xpander/M12 heute ansich reparierbarer und haltbarer als zB ein Andromeda. Klingt auch feiner. So man das überhaupt gegeneinander stellen will.

      Aber deinen Einwand hab ich registriert. Man möchte wohl gern auch ein paar Standards..

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        Cocoman

        Hi Moogulator,

        ja, das Standard-String-Pad-Paket wäre natürlich für alle jene gut, welchen hier der Xpander/Matrix-12 das erste mal ins Auge fällt. Es ist ja auch legendär..:) klar, da kann man sich auch auf die Suche machen.

        Bzgl. der 4 Toto-Xpander habe ich mich in der Tat auf das Keyboards-Interview von ´87 bezogen. Porcaro´s Äußerung zum „Africa“-Sound habe ich allerdings irgendwoanders aufgeschnappt.. wie oben erwähnt: mit Xpander von ´84 und Matrix-12 von ´85 kann sich die Aussage zu „Africa“ von ´82 nur auf den späteren Live-Sound bezogen haben.
        Dennoch würde es mich interessieren, was genau der Sinn von 4 Xpandern in Reihe sein konnte (abgesehen von der Möglichkeit 4 verschiedene Presets gleichzeitig per Midi abzurufen)..bzw. gab es da überhaupt einen anderen Sinn?

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          TobyB  RED

          Hallo Cocoman,

          wenn es funktioniert hat, solange das Plaste nicht wegläuft :-) Rauchergeräte zu restaurieren ist halt immer der Härtefall. Dennoch bevorzuge ich die sanftere Methode der Reinigung.

          Meine alten Schätzchen würde ich definitiv anders reinigen.

          Toto haben in der nachfolgenden Zeit die Expander tatsächlich eingesetzt, ich kann mir vorstellen das die Yamaha GS 1 und die CS 80 Live ziemlichen Ärger verursachen und der Sound der Expander lässt sich schon so bearbeiten, das die für das ungeübte Ohr ähnlich klingen. Bei wesentlich weniger Problemen.

          Man müsste mal den Herrn Paich fragen, Ich kann mir nur vorstellen das die in der Studioproduktion verwendeten Synths, im Live-Betrieb nicht ohne waren.

          Vier Expander in „Reihe“ würde ich machen, wenn ich vertrackte Sounds layern möchte und ein Expander nicht das Ergebnis bringt. Frühere Keyboarder Generationen waren da ziemlich kreativ. Toto haben das dann ja mit Brian Eno beim Soundtrack zu „Dune“ auf die Spitze getrieben.

          Zu meinen Quellen, vor 4 oder 5 Jahren gab es Sonntagsmorgens um 11 auf Arte zwei Dokumentationen von BBC2 Seven Stages of Rock und Best Albums. Toto IV lassen sich in beiden Dokumentationen über die Entstehung ihrer Musik und des Albums aus. Wobei mein Highlight ist Thriller, wenn Quincy Jones erzählt was und wie die dort produziert haben. Oder Pink Floyd – Dark Side of the Moon. Nach einiger Lauferei habe ich mir dann beide DVD Boxen besorgt.

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              TobyB  RED

              Hallo Moogulator,

              Depeche Mode waren mit „Violator“ unter den besten Alben bei BBC 2. Vince Clark ist natürlich auch ganz weit vorne. Dem hatten die mal eine Sendung gewidmet in der er sein Studio erklärt hat.

              Auszüge sind hier zu finden http://www.....ne-at.html

              Oder Synth Britannia ist auch sehenswert http://www.....Xm8O5cKrhI

              Dreht sich zwar weniger um Oberheim Expander / Matrix aber es lohnt definitiv.

  4. Profilbild
    fritz808  

    der matrix 12 war mir immer zu klobig, bin daher vor jahren auf einen xpander umgestiegen. einer meiner lieblingssynthesizer. vor allem für breite lebendige flächen.

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      iggy_pop  AHU

      Idealerweise macht man das so wie Steve Roach Anfang und Mitte der 1990er: Zwei Xpander und ein Matrix 12, dann geht das. Wobei ich wahrscheinlich eher für zwei Xpander wäre, wegen der Flexibilität und der Möglichkeit der CV/Gate-Steuerung.
      .
      Allerdings stehe ich mehr auf den SEM-Klang bei Oberheim, oder die frühen OB-X(a). Daher habe ich Matrix 12 oder Xpander nie ernsthaft verfolgt als Objekte meiner Begierde.
      .
      Für das, was ein Xpander oder Matrix 12 heute kosten, bekommt man auf dem Sammlermarkt vielleicht gerade mal einen Prophet 5 Rev. 3. Da wäre der Oberheim wahrscheinlich die bessere Wahl, was klangliche Vielfalt angeht.
      .

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Meine Güte, da möchte man Strom oder Steckdose sein, um mit diesem Pfundskerl zu verschmelzen.
    Der Matrix-12 ist mein Lieblingssynthie von Oberheim. Den finde ich besser als den Xa. Da Behringer mit dem Xa aber schon eine Keyboardversion abliefern wird, und ich bezweifle, aber hoffe, dass da auch noch mehr von Oberheim gebehringert *g* wird, würde ich mich zumindest über einen Xpander Klon freuen. Die Größe finde ich prima! M.E. einer der besten Synthesizers überhaupt!
    Nachdem Neuaufleben dieses Artikels werden die Vintagepreise bestimmt wieder weiter hochgehen.
    Deshalb: Behringer, bitte übernehmen!

  6. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Gibt es neutrale Infos, wie nahe der Doepfer A-106-6 XP VCF dem Xpander bzw. Matrix-12 klangmäßig kommt (wenn überhaupt)?
    Release Velocity kannte ich bisher nur von meinem Ensoniq Mirage. Da wird es auch immer wieder gerne genutzt, um z.B. Flächen lebendiger zu spielen.

  7. Profilbild
    anselm  

    Auf youtube habe ich zwei Video gesehen wo eine Modifikation gezeigt wird. Die Hüllkurven werden von linear auf exponentiell umgeschaltet, was für mein Empfingen Xpander/Matrix12 nochmal deutlich aufwertet. Es klingt einfach subjektiv musikalischer.
    Der LFO ist danach ebenfalls zu höheren Frequenzen fähig.

    Offenbar wird dafür die Voice CPU 6809 ausgetauscht mit einer, die Teensy 2.0++ genannt wird.

    Matrix12 Mod – ADSR Expansion Exponential https://youtu.be/PiGzJP1l8wg
    Matrix12 Mod – LFO Expansion Max Frequency https://youtu.be/x_VTccphMy4

  8. Profilbild
    Violator   11

    Xpander – wohl eines der besten analogen Klangerzeugungsmodule ‚ever‘.
    Da kann man sich nur freuen wenn man so ein „edles Kistchen“ hat.
    Und ich freue mich riesig! :-)

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