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Green Box: Casio CZ1, CZ101, CZ1000, CZ3000, CZ5000, VZ1, VZ10M, VZ8M


Der Wolf im Schafspelz

SYNTHESE

CASIO setzte mit dem CZ101 auf die PHASE DISTORTION Synthese und blieb dieser bis 1989 treu. In dieser Zeit brachte CASIO neun unterschiedliche Synthesizer mit jener Synthese auf den Markt, die hier kurz beschrieben sein soll. Jeder CZ Sound besteht entweder aus ein- oder zwei digitalen Oszillatoren, die jeweils auf acht verschiedene Schwingungsformen zugreifen können.

Diese beinhalten die klassischen Shwingungsformen analoger Synthesizer, aber auch einige komplexere. Ein echtes Filter besitzen die CZ/VZ-Synthesizer allerdings nicht. Ähnlich wie bei der FM-Synthese von Yamaha, lassen sich aber durchaus filterähnliche Klangverläufe über das DCW-Modul realisieren, auch wenn diese kaum etwas gemeinsam haben mit dem Klangverhalten analoger Filter.

Display und verfügbare Wellenformen

Display und verfügbare Wellenformen

Als „Effekt“ stehe zur Verfügung Portamento und Gilde. Ein LFO (Tri, Saw und Square) erlaubt die Modulation von Lautstärke und Filter. Modulations-Wheel und Aftertouch erlauben die Steuerung des LFOs.

Wer aber so richtig in die Tiefen der Programmierung einsteigen möchte, dem empfehle ich unbedingt den Phase-Distortion Workshop am Ende dieses Artikels.

5_CZ1000_g.jpg

In einem „Mixer“ laufen die Signale der beiden DCOs wieder zusammen. An dieser Stelle kommt auf Wunsch ein Ring-Modulator ins Spiel sowie ein Rauschgenerator, um den Klang ein weiteres Mal zu verbiegen bzw. zu modulieren.

SOUND

Ein Vergleich mit den Yamaha FM-Synthesizern sollte erlaubt sein, da sowohl die Synthese, als auch der Klang der CZ-Synthesizer gewisse Ähnlichkeiten hat. Im Gegensatz zu FM-Synthsizern war die PD-Synthese relativ einfach zu programmieren, lehnte sie sich vom Aufbau doch stark den analogen Vorbildern an. Die Klänge der CZ-Syntheseizer sind sehr lebendig, meist metallisch und neigen zu einer speziellen Art Distortion-Effekt, der auch der FM-Synthese ihren ganz speziellen Charakter aufgedrückt hat. CZ-Sounds eignen sich hervorragend als Ergänzung zu echten Analog-Synthesizern und gelten selbst heute noch als Geheimtipp für außergewöhnliche Lead-, Brass- und Sequencing-Sounds. Vor allem perkussive Effektklänge zählen dank des Rauschgenerators zu den Stärken der CZ-Synthesizer.

Klarer Aufbau der Benutzeroberfläche

Klarer Aufbau der Benutzeroberfläche

Natürlich verfügten CASIOS CZ-Synthesizer damals bereits über eine ausreichende MIDI-Implementierung inkl. freier Wahl des Sende- und Empfangskanal, Program-Change, Sys-Ex Dump etc. Eine Einbindung ins bestehende MIDI-Set-Up ist also auch heute kein Problem.

Als großes Manko wäre allerdings zu nennen, dass in der ganzen CZ-Serie nur das Flaggschiff, der CZ-1, über Anschlagdynamik und Aftertouch verfügt.

CASIOS Vertriebspolitik mit dem kleinsten Gerät der CZ-Serie zu beginnen und sich schließlich mit seinen neuen Veröffentlichungen immer weiter in die Profi-Liga zu schrauben, erscheint heute im Rückblick als unverständlich. Vielleicht der Hauptgrund, warum der PD-Synthese bis heute die ganz große Anerkennung verwehrt blieb.

Baugleich zum VZ-1 brachte Hohner silberfarbig den VZ-1 als HS-2 sowie den VZ-10M als HS-2E auf den Markt. Bis auf die Gehäusefarbe und das Logo beherbergen die Kopien dasselbe von Casio gebaute Innenleben, sind aber auf dem Gebrauchtmarkt nochmals um DM 50,– günstiger anzusetzen.

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  1. Avatar
    Christoph

    Super geschrieben!!!

    Mein CZ101 wurde auch schon bereits 1986 angeschafft, der CZ1000, CZ-1, VZ1 und FZ-1 folgten.
    Alle Geräte stehen auch noch heute im Studio bei mir und werden immer wieder gerne in Produktionen eingesetzt.

    Ich habe ende der 80er, viele Sounds für die CZ-Familie programmiert und auch über Jahre erfolgreich vertrieben, in den CZ-Synths steckt ein größeres Soundpotential als von vielen vermutet…. .

    Es sind einfach nur traumhafte Instrumente!

  2. Avatar
    Andreas

    Wenn man bedenkt wie alt die CZ/VZ Instrumente schon sind, in wie viel Produktionen die eingesetzt wurden und wie leicht die CZ Familie zu bedienen ist, so bin ich durchaus überzeugt davon, dass so manch moderne synth. diesen erfolg nie erreichen wird. Ich bin kein "ewig gestriger"! Ich habe aber Augen und Ohren und kenne den erfolg dieser Japan Synthies sehr gut, um 1986-1994 fand ich in fast jedem Studio mind. ein Exemplar dieser Geräte. Selbst heute werden die CZ/VZ Synthesizer immer noch gerne eingesetzt und das sicherlich nicht ohne triftigen Grund.
    D A N K E C A S I O

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    Neven Dayvid

    Ich kann mich Dr Funk nur anschließen, danke Casio, auch für den FZ1 (als Erstbesitzer schlug einem damals schon Wellen des Hohns entgegen:)

    Skurrilerweise kriegt man ja Modelle wie den CZ 5000 oder 3000 förmlich nachgeschmissen, während selbst der 230 teurer gehandelt wird.

    Auch danke Kawai, besonders für den K 5000 – schade, daß diese Firmen keine professionellen Synths mehr bauen, es waren schöne Ansätze, nicht nur Mainstream-Zeug.
    Und ob wir jemals noch einen schönen SYnthesizer von Yamaha bekommen werden ???

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    phil_dr110 ••

    mein Hohner HS 2/e und HS 1/e benutze ich immer mal wieder gerne, da sie wirklich sehr eigen klingen. Aber auch die Consumer- Sachen, wie SK- 1, VL- 1 und Casiotone 201 sind auf ihre Art phantastisch. Schade, dass die heutigen Instrumente von CAsio doch arg gesichtslos sind..

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    Klangzaun

    Ich ärgere mich heute noch, meinen Hohner HS-2/E verkauft zu haben. Wenn ich mir alte Aufnahmen anhöre, so war das klanglich schon eine starke Kiste.

    Das Programmieren fand ich allerdings alles andere als einfach. Da lag mir FM mehr.

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    polyaural ••••

    Ohne eine Quelle angeben zu können: Für die Gestaltung der Benutzeroberfläche hat Casio mit Jean-Michel Jarre zusammengearbeitet.

    Damals waren Folientastaturen total en vouge. Man wählte die Parameternummer, und änderte den Parameterwert. Die CSs aber haben echte (und große) Tasten mit denen man Funktionsgruppen aufrufen kann. Nicht ganz so toll wie 1 Knopf pro Parameter, aber deutlich besser als Parameternummern lernen.

    Da geht sogar live einiges …

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    rez_azel

    Der CZ5000 ist definitiv ein lustiges Gerät :-) Wenn man auf Polyphonie verzichten kann, kann man nette Layer Sounds bauen. Und die Ringmodulation ist richtig klasse. Da das Gerät über keinerlei Anschlagstärke verfügt, lässt es sich auch wunderbar 1:1 Note für Note samplen – ich habe mir da schon eine richtige Library zusammengestellt.

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    taztaztaz

    Hier ein paar Informationen zum CZ230S, der selten erwähnt wird:

    Er hat einen leicht zu bedienenden Step-Sequencer:
    4 Spuren mit unterschiedlichen PD Sounds auf einen Fader,
    1 Drum Spur mit 12 verschiedenen Drum Samples,
    aus der Casio RZ-1 Trommelmaschine, mit eigenem Fader
    können in 30 Patterns in
    1/48tel Auflösung mit 2 Dynamikstufen (normal/accent) gespeichert werden,
    in 199 Schritten dann zu einer Songsequenz.
    Diese können auf Kompaktcassetten als Datenträger abgespeichert werden.
    Der eingebaute Lautsprecher ist kraftvoll und *richtig* laut,
    die 100 eingebauten Sounds sind alle sehr kreativ programmiert.
    Mit der Start/Stop Taste habe ich damals Notator Logic auf dem Atari ST
    ferngesteuert.
    Die Sounds 96-99 können über Sysex Daten umprogrammiert werden,
    bzw geben schräge Zufallsklänge raus, wenn die Maschine ohne Sicherungsbatterien
    länger nicht am Netz war und die Register Zufallswerte angenommen haben.

    Der Sequenzer vom CZ5000 ist umständlich und hat keine guten Grundsounds.

    VZ1/HS2: jede der 8 VCOs hat 8 Attack, 8 Decay, 1 Sustain, 1 Release Hüllkurve,
    ebenso 8 stufig ist der Pitchverlauf über das Keyboard.
    4 dieser Sounds können gestackt werden mit Split, Velocity Layer etc etc
    was die Programmierung *sehr* komplex macht, für mich der Grund warum er sich
    nicht „durchgesetzt“ hat. Praktisch sind auch die 3 Modulationsräder und
    die hochwertige Klaviatur.
    Jetzt, 2013, wäre man bereit für die krassen metallischen Klänge die er produzieren kann.

  10. Profilbild
    fiutare

    Der CZ101 war mein Einstieg in die Welt der Synths. Danach kam ein CZ2000 und schliesslich ein CZ1. Irgendwie kam ich mir damals immer wie ein Underdog vor, den wer etwas galt, hatte natürlich einen DX7. Trotzdem waren die CZ-Synths die einzigen, deren Programmierung ich richtig beherrschte, obwohl ich in späteren Jahren von Roland über Korg, Kawai bis Yamaha so ziemlich alles unter den Fingern hatte, was es in den 80er Jahren so gab.
    Ich habe mit dem Casio Tage zugebracht, um irgendeine Art von Röchelsound zu erzeugen, denn Fairlight war natürlich das unerreichbare Vorbild schlecht hin. Geglückt ist mir das natürlich nicht, aber mit Hilfe der Noise-Taste habe ich soviel Schmutz reingelegt, dass man mit Fantasie ein Röcheln hörte, was ich auf der Bühne dann auch unerschrocken eingesetzt habe.

    Alles weg, das Zeuch – irgendwie schade….

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    exciter999

    >> CZ-1 << Ich liebe dieses Instrument!
    Einziger Nachteil: das Display ist nicht beleuchtet, und es ist manchmal nicht einfach etwas abzulesen.
    Weiß jemand von euch, ob man im CZ-1 ein beleuchtetes Display einbauen kann?

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        exciter999

        Ich hab den CZ-1 damals gebraucht gekauft, und da war die Hintergrundbeleuchtung schon „hinüber“! Ich dachte mir, ok – ist ja beim CZ-3000/5000 auch nichts beleuchtet, dann beim CZ-1 eben auch nicht.
        Falsch gedacht – Danke nochmal für deinem Hinweis!

        Habe dem „Elend“ nun Abhilfe schaffen können und ein LCD-Display im CZ-1 eingebaut. Sieht megacool aus und macht auch jetzt viel mehr Spaß am CZ-1 zu programmieren.

        Wenn man weiß, welche Bauteile man dazu benötigt, und etwas Geschick geht das eigentlich recht einfach!

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