Green Box: Kawai K5000S K5000R K5000W, additive Synthesizer

14. Juli 2018

Additiv und subtraktiv in Harmonie

Original Prospektbild vom Kawai K5000W

Geschichtlicher Rückblick auf den KAWAI K5000

1996 erschien die K5000-Serie als Nachfolger der Kawai K5-Synthesizer, die 1987 immerhin einen Achtungserfolg zu verzeichnen hatten – und seinerzeit die ersten bezahlbaren additiven Synthesizer am Markt waren. 9 Jahre und einige CPU-Generationen später wagte sich Kawai erneut an die Realisation eines additiven Synthesizers mit nachgeschalteter subtraktiver Synthese.

Produktübersicht Kawai K5000 Familie

Den K5000 gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. Angefangen mit dem K5000W, einer 32-fachen multitimbralen Workstation mit eingebautem Sequencer und zusätzlicher General-MIDI-Klangerzeugung für die Brot-und-Butter-Sounds.
Dem K5000S mit 4-fachem Multimode, Arpeggiator und ‘ner ganzen Menge „Knöpfchen“ zur Kontrolle des Sounds.
Und für alle, die sich vor Keyboards nicht mehr retten können gibt’s noch den K5000R fürs Rack.
Die beiden Letzteren sind reine Synthesizer, deren Klänge sowohl PCM-basiert wie auch mit Hilfe der additiven Synthese erstellt werden können, aber dazu komme ich später noch.
Allen Geräten gemein ist das 3 1/5 Zoll HD (High Density = Hohe Dichte) Diskettenlaufwerk und das schöne 240×64 Punkte große Hintergrund-beleuchtete Display, das die Bedienung stark vereinfacht. Wobei das Display von Gerät zu Gerät unterschiedlich laut vor sich hin summt und die Hintergrundbeleuchtung mit der Zeit immer dunkler wird, um dann wohl irgendwann ganz den Betrieb einzustellen. Die Folie, die für die Hintergrundbeleuchtung sorgt, lässt sich relativ leicht wechseln und ist schon für weniger als 50 Euro zu bekommen, trotzdem ist es vielleicht günstiger, das Gerät immer dann auszuschalten, wenn es gerade nichts zu tun hat.
Unter Umständen ist es auch von Vorteil, sich das Gerät oder besser das Display im Laden erst einmal anzuhören, um vielleicht eine leise Version zu erwischen.

Und hier noch ein Amazona-Report zu einem wahren Exoten, dem Kawai DUALK5000.

Kawai K5000S, bereits mit integrierter Macro Control

Die Bedienung des K5000W & K5000S

Das Gehäuse der K5000 Synthesizer, besonders der Rack-Version, erinnert mehr an einen Sampler als an einen Synthesizer.
Man merkt aber deutlich, dass es sich um keinen virtuell Analogen handelt, hier hat nicht jeder Parameter sein eigenes Rädchen, aber alleine die bis zu 68 Hüllkurven pro Oszillator wären bei einem normal großen Keyboard auch einfach nicht unterzubringen.
Um das Display sind Tasten angebracht, so dass man nicht lange durch Menüs wandern muss und man das Meiste nach dem zweiten oder dritten Druck auf eine Taste erreicht. Schön ist auch das Rad zur Eingabe der Parameter, reißen und ziehen sollte man an ihm nicht, da es nicht sonderlich stabil zu sein scheint.

Für ein Gerät mit einer solchen Menge an Parametern ist die Bedienung wirklich wundervoll gelöst. Mit Hilfe einer grafischen Übersicht kann man selbst alle 64 der für jede Harmonische vorhandene Hüllkurven überblicken. Trotzdem würde ich mir an manchen Stellen Schablonen z.B. Hochpass oder Tiefpass für das Formantfilter und die Hüllkurven oder abgespeicherte additive Schwingungsformen wünschen. Wobei diese Lücken wunderbar von der mitgelieferten Sounddiver -OEM-Version ausgefüllt werden.

Das Keyboard von K5000W/S wirklich angenehm zu spielen und scheint auch recht stabil zu sein. Bei der S-Version findet man neben den Tasten und dem Rad noch zusätzlich 16 Regler, mit deren Hilfe man den Sound beim Spielen verändern kann, wobei die Möglichkeiten weit über das hinaus gehen, was man von virtuell analogen Geräten gewohnt ist, aber dazu komme ich noch. Für die R- und W-Version sind die Knöpfe als sogenannte „Macro Control Box“ erhältlich, die mittlerweile aber nur noch schwer zu bekommen ist. Als Ersatz kommen viele der handelsüblichen MIDI-Controller von Firmen wie z.B. Peavey oder Doepfer in Frage.

Rack-Version K5000R

Speicher

Die Aufteilung des Speichers ist bei der K5000 Serie etwas gewöhnungsbedürftig. So haben R- und S-Version die „Bank A“ und „Bank D“ mit je 128 Speicher für mehr oder weniger additive single Sounds. Ein Singlesound besteht aus bis zu 6 Oszillatoren, wobei man pro Oszillator wählen kann, ob er mit PCM oder additiver Klangerzeugung arbeitet. Für jede Bank stehen jedoch nur knapp 100 Speicherplätze für additive Schwingungsformen zur Verfügung. Aus diesem Grund findet man selten Soundbänke mit mehr als 60 oder 70 Klängen. Für die Anzahl der pro Bank verwendeten PCM-Schwingungsformen gibt es jedoch keine Begrenzung.

Beim K5000W sieht die Aufteilung ein wenig anders aus. Für additive Klänge steht nur „Bank A“ zur Verfügung, „Bank B“ für reine PCM-Klänge und die G-Bank für General-MIDI-Klänge. Letztere ist mit den üblichen 128 GM-Sounds belegt. Die Bank B enthält 128 PCM-Sounds, wobei B001 – B069 nicht veränderbare Preset-Klänge sind, sich die Patches B070 – B116 editieren lassen, der Rest ist durch Drum-Kits belegt, wobei B117 frei editierbar ist. Hier ist auch der Einsatz von bis zu 32 per Filter, Tonhöhen- und Lautstärken-Hüllkurve modifizierten Drum-Sounds möglich. Allerdings vermisse ich hier die Möglichkeit, mehrere Samples zu überlagern.

Allen K5000 Versionen gemein ist die Bank M (identisch mit Bank C des K5000W) mit 64 Speicherplätzen, auf denen Multis bzw. Combinations abgespeichert werden. Eine Combination besteht aus maximal 4 Sektionen, für jede Sektion kann man Klänge aus den additiven Bänken als auch (nur beim W) aus der B- und GM-Bank auswählen. Für jede Sektionen kann ein eigener Bereich auf dem Keyboard festgelegt werden, auch Lautstärke, Tonhöhe und MIDI-Kanal lassen sich für jede Sektion einzeln einstellen. Zudem kann man zwischen den einzelnen Sounds per Velocity-Switch wechseln, so dass je nach Stärke des Anschlags alternativ ein anderer Klang zu hören ist. Bei entsprechender Einstellung im System-Menü von R/S reagieren die einzelnen Sektionen auf den Programm-Change-Befehl, damit ist bei diesen Modellen der Wechsel einzelner Klänge per MIDI möglich. Leider werden die Effekte der Single-Sounds nicht übernommen, so dass man in den Multis mit „nur“ 4 Effekten + Hall und Equalizer auskommen muss, die man sonst komplett für einen Single-Sound zur Verfügung hat.

Der Speicher für additive Schwingungsformen lässt sich durch das ME-1 erweitern, dabei werden alle 3 Versionen mit 2 zusätzlichen additiven Bänken (E + F) erweitert.

Die Klangerzeugung der Kawai K5ooo Serie

Die Klangerzeugung der K5000 S/R Synthesizer besteht aus 2 Teilen, einem PCM-Teil, der in der Programmierung und Leistungsfähigkeit einem einfachen Sample-Player entspricht und dem additiven Teil, der es ermöglicht, die Harmonischen auf unterschiedlichste Weise zu manipulieren.

Im additiven Teil können additive und PCM-Schwingungsformen für bis zu 6 Oszillatoren pro Stimme beliebig miteinander kombiniert werden. Wobei insgesamt 32 Oszillatoren zur Verfügung stehen. Beim W kommen noch insgesamt 32 weitere Oszillatoren für die General-MIDI-Sektion und die Bank B hinzu, wobei ein Klang bei Letzterer aus maximal 2 PCM-Oszillatoren bestehen kann. Hier hat man die Auswahl aus den 341 Schwingungsformen, die auch in der GM-Bank verwendet werden.

Die Programmierung der Bank B ist identisch mit der Programmierung der PCM-Schwingungsformen der additiven Speicherbänke.

PCM

Die PCM-Klangerzeugung hat beim K5000R/S die Auswahl aus 123 Schwingungsformen, Loops und Multisamples (verschiedene über die Tasten verteilte Samples des gleichen Sounds). Die Qualität der Samples ist wirklich gut, in den meisten Fällen sind die Loops erst dann zu hören, wenn man die Samples extrem transponiert (in der Tonhöhe verschiebt). Zum Schwingungsformvorrat gehören einzelne Schwingungsformen (Single Cycle), Schwebungen, verschiedene Arten von Rauschen, One Shots (Piano und Orchestra bzw. Techno Hit etc.) die von Rolands LA-Klangerzeugung gewohnten zusammengesetzten Samples (Omniloops) und einige Drum- und Percussion-Sounds. Alles in allem eine wohldurchdachte Ergänzung zur additiven Klangerzeugung.

Additiv

Bei der additiven Synthese wird eine Schwingungsform durch das Addieren von Sinusschwingungen mit der mehrfachen Frequenz des Grundtons erzeugt.

Hat der Grundton eine Frequenz von 440 Hz, so besitzt die folgende 2. Harmonische eine Frequenz von 880 Hz und 3. Harmonische 1320 Hz usw. Laut Jean-Baptiste Fourier, einem Mathematiker des 19. Jahrhundert, kann man – wenn man nur genügend Sinusschwingungen zur Verfügung hat – auf diese Weise jede beliebige periodische (wiederkehrend, sich wiederholend) Schwingungsform erzeugen. Gut zu wissen, dass die Standard Synth Schwingungsformen wie Sägezahn, Dreieck oder Rechteck alle periodisch sind.

Die Oszillatoren (siehe Abbildung 2) des K5000 bieten maximal 64 Harmonische, wobei man pro Oszillator wählen kann, ob er das harmonische Spektrum von 1-64 oder 65-128 erzeugt. Auch bietet der K5000 nicht nur ein, sondern gleich zwei Spektren (soft und hart) pro Oszillator, zwischen die er je nach Anschlag überblenden kann. Jeder Harmonischen steht eine 5-stufige (4 Levels, 4 Rates) Lautstärken-Hüllkurve mit 2 möglichen Loops (Schleifen) zur Verfügung.

Auf diese Weise kann man den Anteil der Harmonischen und damit das Aussehen und Klang der Schwingungsform extremer verändern, als es beispielsweise mit den üblichen Filtertypen möglich ist. Bei der Programmierung vielleicht gewöhnungsbedürftig ist besonders für Musiker, die bisher nur mit VAs gearbeitet haben, dass die additiven Schwingungsformen alle erst mal relativ steril klingen. Es reicht nicht, sich einen additiven Sägezahn zu bastelt und ihn einfach durch das Filter schickt; damit es nach was klingt, muss man dem Spektrum erst mühsam Leben einhauchen. Wer diese Mühen nicht scheut, dem stehen meiner Meinung nach ungeahnte klangliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Ich höre gar nichts? Keine Klangbeispiele? Da muss wohl youtu.be herhalten. Ansonsten schön geschrieben und informativ. Irre, bin ich schon so alt oder war ich nicht gerade gestern noch im Laden gestanden zwischen Korg Z1 und Emu Orbit und Phatt, yamaha CS1 und Kurzweil K2500 und Creamware Tripledat?
    Wahnsinn wie die 🕰 vergeht und ich nutze meine alten Kisten immer noch. Wer immer neu kauft sollte sich echt was überlegen 🤔.

    Den Kawai hatte ich schon mal im Auge, die derzeitigen Gebraucht Preise sind ja völlig im Keller. Und dennoch, trotz „veralteter“ Technik? Ähhh veraltet? Geht das überhaupt bei Musikinstrumenten gelten andere Gesetze! Denn gerade für den Sound brauchst du eben diesen alten Schatz. Und der 💠 kawai ist ein großer Schatz ❤

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        AMAZONA Archiv

        Hast bestimmt garkein k5000 zur Verfügung gestellt bekommen und trotzdem einen guten Testbericht 📝 geschrieben. Und youtu.be hat sehr gute Klangbeispiele. Nur wenn man bestimmte Sachen genau demonstrieren möchte muss man das extra spielen.

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    Marko Ettlich  AHU

    Ein außergewöhnlicher Synthesizer mit außergewöhnlichen Klängen. Perfekt für Filmmusik oder zum layern mit warmen analogen Sounds. Die additive Synthese ist nicht ganz so einfach zu beherrschen wenn man brauchbare Klänge programmieren will. Ein Editor ist Pflicht. Auch das Buch von Peter Gorges ist sehr empfehlenswert wenn man den K5K nicht nur als Presetschleuder benutzen will. Ich benutzte ihn selbst viele Jahre aber irgendwann hatte ich mir den Klang übergehört und er müßte gehen. Trotzdem eine Kaufempfehlung wenn man filigrane Klänge jenseits von Analog sucht.

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    Synthie-Fire  AHU

    Hab endlich ein K5000S und muss sagen das es schade ist das es groß keinen anderen additiven Hardwaresynth gibt.
    Naja scheint nichts für die Masse zu sein.
    Ich freue mich jedenfalls über meinen ;-).

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    Max Lorenz  RED

    Für mich der beste digitale Synthesizer überhaupt, und bis heute total unterschätzt.
    Außerdem hat er eine der besten Synthi-Tastatur, die man sich vorstellen kann. Alle Bedienelemente vermitteln ein Gefühl von Klasse. Auch wenn die Preise längst wieder gestiegen sind, diesen Synth sollte jeder ausprobieren, der an filigranen Soundscapes und absolut klischeefreien Sounds interessiert it.
    Einige Sounds, die ich damit erstellt habe, erinnern an die Buchla-Sachen, die Morton Subotnick gemacht hat, oder an Klänge des Wiard-Modularsystems.
    Schade nur, daß Kawai nach diesem Flop nie wieder einen Synthesizer gebaut hat.

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    Wellenstrom  AHU

    Gut, dass zumindest auf virtueller Ebene die additive Synthese fortgeführt wird. Eigentlich ein Muss für jeden, der Klang schraubt.

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    DietmarB  

    Leider teilt der K5000 das Schicksal mit seinem Vorgänger von 1986 – dem K5/K5m. Auch diesen wollte damals keiner haben, und heute ist er ein Exot, mit dem es sich aber durchaus zu beschäftigen lohnt. Auch der K5 hatte schon eine Macke mit dem Display, die lag aber an Kontaktproblemen an einem Kühlblech im Netzteil und ist leicht zu beheben. Die Filter des K5 waren damals schon digital und haben später den K4 veredelt. Kawai hat einige sehr interessante Synthis gebaut, auch der K3 gehört dazu, dem man problemlos ein paar PPG-artige Sounds entlocken kann. Vom K4r hat man den Drumsynthesizer XD-5 abgeleitet, auch ein völlig verkanntes Ding mit unendlichen Möglichkeiten für Klangschrauber. Leider haben sie sich aus dem Synthmarkt verabschiedet.

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    grisi  

    So schön das Gerät (äußerlich als auch von den klanglichen Verheißungen her) ist, so unzgänglich ist es auch.

    Mindestens einen halben Tag zu experimentieren nur um einen halbwegs interessanten und musikalisch brauchbaren Sound zu erstellen, dabei ständig die eigenen Frustrationsgrenzen aufgezeigt zu bekommen ist einfach zu ineffektiv. Für einen Single-Sound, wohlgemerkt, das ist für einen Multi nicht einmal die halbe Miete.

    Dazu kommt das enorme Gewicht (14Kg für die S-Version, bei der W-Version ist es noch mehr), die fiependen, verschleißenden Displaybeleuchtungen, der knappe Speicherplatz. Allerdings war die verbaute FATAR-Klaviatur mit das Beste, was man bekommen konnte.

    Klar, jedesmal wenn man z.B. das Preset „Microvox“ anhört weiß man was die Einzigartigkeit ausmacht, aber für Musiker, die damit irgendwann noch Geld verdienen müssen einfach nicht tragbar.
    So sagt man sich: *seufz*, schön es mal ausprobiert zu haben und wendet sich anderen Geräten zu mit denen man wesentlich schneller zum (etwas anderen) Ziel kommt.

    Schade, den Erfolg hätte man KAWAI wirklich gegönnt, der Zeitpunkt 1996 war gut gewählt, die Techno Welle, die ständig nach neuen Sounds lechzte rollte noch. Für eher ungeduldige Leute die noch anderes zu tun haben … völlig ungeeignet.

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    iggy_pop  AHU

    Stand bei mir jahrelang oben auf der Wunschliste, neben dem Fizmo und dem TS-10, aber irgendwie kann ich mich heute nicht mehr dazu aufraffen, stundenlang an einem Gerät herumzuschrauben, um noch im allerletzten Winkel an klanglichen Details herumzudrehen und zu feilen. Deshalb ging irgendwann der WSA-1, und deshalb ist die Wavestation momentan im Keller eingemottet…
    .
    Meine klanglichen Erfahrungen mit dem 5000S lassen sich als „eisig“, „klirrend“, „hochkomplex“ und „entvölkert“ beschreiben, also allererste Wahl für einen Sci-Fi-Schocker.
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    Auf ewig unvergessen wird der Ausruf seines damaligen Besitzers bleiben, als er nach etwa zweieinhalb Jahren auf den Trichter kam, mal an den Knöpfen der Macro Control im 5000S zu drehen: „Hör mal, wenn ich hier drehe, passiert da was!“.
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    Wer hätte das gedacht?
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    Mick  AHU

    Ich kann den meisten (ex) Usern nur beipflichten! Toller Synth, optisch und soundtechnisch, aber den habe ich echt nicht gerafft:-)

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      cosmolab  

      Übrigens, Anekdote am Rande:
      Beim Münchner Lokalradio M94.5 hatte offenbar mal jemand großes Talent zur rationellen Arbeit bewiesen: Zwischen deren Nachrichten – Meldungen hört man einfach immer eine Oktave, gespielt auf Preset A001:“Sphaera“. Immerhin: Absolut unverwechselbar – insofern Ziel erreicht… ;-)

      Bei mir steht noch ein K5000S – immer noch cooles Teil. Hab jahrelang in´ner Band gern mal die Orgeln und Pianos damit gemacht. Das Ding war mir ein super Live- Keyboard!

      Das, was der Iggy_Pop und andere meinen (so mit wahnsinnig kompliziert und „entvölkernd“) stimmt zwar, aber auch irgendwie nich. Gerade die Simulation der angezerrten Hammonds find ich heute noch sensationell – die glühen richtig (z.B. A004-„Valves“). Ich würde sogar soweit gehen, dass die Hammond B3 Simulation auf meinem NordStage vielleicht „echter“, aber langweiliger klingt.

      Einer meiner Favoriten: A003 „StageMK1“. „Richtig“ gespielt hat der enorme Tiefe, der „glänzt“ und ist dennoch nicht kalt. Zum selber Programmieren „from scratch“ war ich zu faul – geb ich zu. Aber einige Presets sind derart gut, dass mir die allein als Band- Keyboarder schon gereicht haben für einen richtig amtlichen Sound. Und mit gefühlvollem Drehen an den 16 Poties kriegte man aus einem einzigen Preset ne Menge raus (viel mehr als z.B. an meiner T3).

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        iggy_pop  AHU

        Ich sehe nicht den Sinn von hochkomplexen Synthesizern, die Orgeln, Klaviere, Gitarren und dergleichen nachahmen — vom praktischen Nutzen her sicherlich, aber nicht vom klanglichen. Da kann man auch eine M1 nehmen oder eine ähnliche Hupe.
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        Ich bin da aber komisch, da ich mit Rick und Keith und Jon und wie sie alle heißen sowieso nicht so viel anfangen kann.
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          cosmolab  

          > vom praktischen Nutzen her sicherlich, aber nicht vom klanglichen.
          > Da kann man auch eine M1 nehmen oder eine ähnliche Hupe.

          ;-)
          Nun ja, ich verstehe schon, es grämt Dich die Denke aus den 80ern und 90ern, als Synthies in Richtung „Maggi Suppenwürze“ optimiert wurden – zum günstigeren Herstellen von Gebrauchsmusik. Anstatt deren Potential auszuloten und mal was ganz Neues zu wagen.

          Bin ich ganz bei – aber auf der anderen Seite:
          Der K5000 konnte genau das – was Eigenes. Und er konnte es auf eine sympatische Art genau mit solchen Sounds, die sich „an Vorbildern orientierten“ (ums vorsichtig auszudrücken).
          Er hat die aber eben NICHT einfach nur imitiert – er hat „was draufgesetzt“. Das hat ihn interessant gemacht. Ich bin auf dem K5000 mit weniger als 10 Presets ausgekommen. Aber etwa in der Art, wie man auf einem Konzertflügel „mit EINEM Sound auskommt“. Ich finde, wenn das einem elektronischen Instrument gelingt, ist das schon was Besonderes.
          Z..B. genau diese spezielle Art „Glühorgeln“ – das ging mit einer M1/T3 nicht. Die klingt viel „statischer“. Ich weiß es. Ich hab eine. Und die kenn ich so gut wie kein zweites Instrument (es war mein erster Synthie) ;-)

  10. Profilbild
    DSL-man  RED

    Die Bässe des K5000 können Abgrund tief und böse sein was kaum ein anderer Synth kann.
    Empfohlen wird die Speichererweiterung welche es als Nachbau gibt.
    Das Floppy kann man sehr einfach gegen ein USB-Disketten Emulator tauschen.
    Ich hatte bereits 3 K5000s und hab noch einen K5000R.
    Hilfe bekommt man in der yahoo Gruppe oder in der Facebook Gruppe.
    Empfohlen ist das wizzoo Buch, gibt’s auf Amazon.

  11. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Schade, dass Kawai keinen rechten Erfolg mit ihren Additiven hatte. Die Theorie erscheint mir einleuchtender als FM, nur die Realisierung ist mit einem immensen Aufwand verbunden. Leider hat Kawai heute keine Lust mehr auf Synthesizer-Bau; dafür freut sich meine Schwester über ihr digitales Home-Piano („tolle Tastatur!“)…

  12. Profilbild
    Markus

    Hat jemand einen Vergleich zu den üblichen vst verdächtigen? Ich mag den discodsp vertigo vom Sound gerne und auch den von air, beide sind aber kacke zu bedienen imho.

  13. Profilbild
    Kari  

    Wirklich schade, dass es keine Additiven Hardware Synths gibt, die technisch auf aktuellem Stand sind. Die Demos auf YouTube klingen fantastisch!
    Auch die entsprechenden Plugins wie „Morphine“ ermöglichen unglaublich komplexe Flächen die ich sonst auf keinem Synth hinbekomme. Allerdings auch mit Maus und Bildschirm, sehr schwer zu bedienen.
    Mittlerweile gibt es soviele subtraktive, wär doch echt schön wenn wenigstens ein additiver auf dem Markt erhältlich wäre.
    Im Eurorack Sektor gibt es einige interessante Module, allerdings nicht vergleichbar mit der K5000 serie.

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      Tolayon  

      Nun ja, man sollte die Hoffnung nicht aufgeben …

      Allerdings hat es schon seine Gründe, wieso die subtraktive Synthese insgesamt immer noch die erfolgreichste ist. Sogar moderne FM-Synthesizer kommen heute mit einem nachträglich hingeschalteten Filter an.

      So logisch und nachvollziehbar die additive Synthese ist, so schwer ist sie auch in der Praxis umzusetzen. Immerhin können je nach „Ausbaustufe“ bis zu Hunderte von Sinus-Oszillatoren übereinander gestapelt werden, jeder mit seiner eigenen Lautstärke-Hüllkurve. Da sind Makro-Controller und vorprogrammierte Templates unerlässlich, mit etwas Geschick ließe sich dann sogar ein Filter einsparen, indem man per Makro einfach die Obertöne im Gesamtverband beeinflusst.

      Übrigens:
      Wenn schon einen neuen additiven Hardware-Synthesizer, würde ich mir den mehr im Stil des Synclaviers wünschen. Bei all dem Haufen von Sinus-Oszillatoren wäre es doch sicher ganz leicht, einen weiteren als Modulator für FM- oder gerne auch Ringmodulation mit zu implementieren.

      • Profilbild
        cosmolab  

        > So logisch und nachvollziehbar die additive Synthese ist,
        > so schwer ist sie auch in der Praxis umzusetzen.

        Umso mehr bewundere ich die Freaks, die seinerzeit auf dem K5000 derartige Preset- Sounds hingekriegt hatten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die das ohne „Werkzeuge“ geschafft haben. Also z.B. vielleicht irgendein Tool, das ein gegebenes Sample schon in die richtigen Sinus-Teilfrequenzen und zugehörigen Hüllkurven „vorportioniert“ und dann in den K5000 reingeladen hat. Ohne sowas landet man glaub ich im Wald.

  14. Profilbild
    WackyJacky  

    Ist es möglich additive Spektren zu importieren? Oder kann man die mit einem MIDI-Editor bearbeiten?
    Bei MIDI Quest kann man nur allgemeine Sound-Einstellungen steuern.

  15. Profilbild
    Supremeja  

    Ich hab mir damals die Rock-Version mit Macro-Box gekauft. Er klang einfach geil (fall’s ich das so schreiben darf…) , jedoch war die Bedienung ganz schlimm. Komplexe Sounds waren nicht möglich zu programmieren. Aber der Klang und die Sounds waren wahnsinnig gut.

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