Green Box: Kawai K5000S K5000R K5000W, additive Synthesizer

Modulationen

Eine so flexible Modulationsmatrix wie beim Microwave XT oder Q findet man beim K5000 nicht. Ist auch nicht so tragisch, wenn man bedenkt, dass hier nicht wie z.B. beim   für 3 Oszillatoren „nur“ 4 Hüllkurven und 3 LFOs zur Verfügung stehen. Auch wenn man mit einer Modulationsmatrix, die es einem ermöglicht, Controller, Hüllkurven, LFOs und noch einiges mehr zuzuordnen, natürlich deutlich freier als mit einer fester Verknüpfung ist. Trotzdem sind bei den Synths der K5000 Serie ausreichend Möglichkeiten vorhanden, den Klang über diverse Knöpfe bzw. MIDI-Controller von außen zu beeinflussen. So gibt es 4 freie Controller, denen je zwei der 20 Modulationsziele zugeordnet werden können. Außerdem 4 Schalter, die je eines von 16 Zielen steuern können. Diese wirken auf alle der bis zu 6 Oszillatoren gemeinsam.

Die Reaktion auf Aftertouch, Expression-Pedal, Modulationsrad, Pitchbend lässt sich aber pro Oszillator festlegen, auch hier kann man pro Quelle 2 von 20 Zielen modulieren, was gerade bei der Steuerung von AM-Sounds interessante Möglichkeiten zur Beeinflussung des Klangs bietet. Wem das noch nicht reicht, der hat noch zwei freie Verknüpfungen, bei denen er je 14 Modulationsquellen mit je zweimal 20 Modulationszielen zuordnen kann. Auch hier wieder individuell für jeden der bis zu 6 möglichen Oszillatoren.

Der Kawai Synth kennt sowohl die regulären Modulationsziele wie Tonhöhe, Lautstärke, Filterfrequenz, Resonanz, LFO-Geschwindigkeit, Vibrato, Wah Wah, Tremolo, Attack, Decay, Release und Panorama, als auch eher Exotisches wie den Velocity-Offset, aber auch K5000 spezifische Ziele wie Formantfilter-Bias, Tiefe und Geschwindigkeit der Formantfilter-Hüllkurve sowie die Steuerung der geraden, ungeraden, hohen und tiefen Bereiche des harmonischen Spektrums.

Prospektabbildung des Kawai K5000S

Effekte

Was Effekte betrifft, sind die Synthesizer der K5000 Serie recht gut ausgestattet. So hat man bis zu 4 Effekte aus 37 zur Verfügung. Darunter sind unter anderem Chorus, Ensemble, Flanger, diverse Delays, Filter, Phaser, Enhancer, Exicter, Tremolo, Verzerrer … und diverse kombinierte Effekte. Das Ganze wird noch durch einen zusätzlichen Hall/Long Delay/Room/Plate etc. Effekt mit 2 Eingängen und einem Equalizer in der Summe garniert.

Für die Verschaltung der 4 Effekte kann man aus 4 verschiedenen Kombinationen wählen. Auf diese Weise ist es z.B. möglich, dass die bis zu 6 Oszillatoren im Single-Sound oder bis zu 4 Sounds einer Multi-Bank auf jeweils 4 Effekte verteilt werden. Damit ist es z.B. möglich, mehrere Chorus-Effekte „gegeneinander“ laufen lassen, um so den Sound noch etwas zu verdicken. Ebenfalls interessant kann es klingen, wenn der Sound alle Effekte in Reihe durchläuft. Bei den Kombinationen werden nicht nur die Effekte verteilt, sondern auch die alternativen (individual) Ausgänge berücksichtigt, wobei Hall und 7 Band Equalizer immer dem Stereoausgang zugeordnet sind.

Zur Steuerung der Effekte stehen zwei frei belegbare Verknüpfungen zur Verfügung, bei denen 14 Controller als Modulationsquellen die Effekte, deren Parameter und den Hall steuern können.
Die Effekte sind alle von recht guter Qualität, wobei der Hall bei sehr hohen Frequenzen ein leichtes Aliasing bzw. hochfrequentes Säuseln erzeugt.

Der Sequencer des Kawai K5000W

Wie es sich für eine Workstation gehört, ist der W mit einem Sequencer ausgestattet. Es handelt sich dabei um eine leicht abgespeckten Version des Kawai Q-80, die bis zu 2 Songs im Speicher halten kann. Mit 40 Spuren pro Song, 40000 Noten und einer 96stel Auflösung ist er ideal für alle, die den Computer doch lieber zur Textverarbeitung als zum Musikmachen verwenden wollen. Das direkte abspielen der MIDI-Files von Diskette und das Anzeigen von Liedtexten im Display machen den K5000W auch für Alleinunterhalter interessant. Wobei die Spuren des Sequencers wahlweise auch zum Ansteuern von externen Equipment verwendet werden können.
Außerdem bietet der Sequencer Kompositionshilfen wie AGP (Auto Phrase Generator), ein Tool, das aus einer Akkord-Spur mit Hilfe von „Styles“ zusätzliche Spuren zur Begleitung errechnet und Chord-Advice, das den nächsten Akkord vorschlägt. AGP kommt mit etwa 100 „Styles“ (Country, Rumba, Samba, Cha Cha etc.) und einem Converter, der es erlaubt, „Styles“ anderer Hersteller zu importieren. Natürlich lassen sich einzelne Songs auch auf Diskette abspeichern.

Der Arpeggiator des K5000R und K5000S

Was dem einen sein Sequencer, ist dem anderen sein Arpeggiator. So sind einzig K5000R und S mit einem Arpeggiator ausgestattet, wobei Letzterer mit 3 zusätzlichen Knöpfen zur direkten Kontrolle der zusätzlichen Parameter ausgerüstet wurde. Beim R kommt man nur über zusätzliche Menüs die Parameter, was für ein Rack aber keinen allzu großen Nachteil bedeutet.
Die Grundfunktion eines Arpeggiators ist das Zerlegen eines Akkordes in einzelne Noten (das Arpeggio). Wobei diese Noten nach einem rhythmischen – meist veränderbarem – Muster gespielt werden. Im Gegensatz zu anderen Geräten, die ein Muster pro Sound erlauben, kann man beim Kawai nur 8 eigene Muster mit einer Länge von bis zu 32 Schritten definieren. Wobei man für jeden Schritt Lautstärke, Notenlänge und Panorama einstellen kann. Auch kann man pro Muster die Reihenfolge der Noten definieren. Natürlich gibt es auch vorprogrammierte Reihenfolgen, auch hier bietet der Kawai Synth weit mehr als die üblichen up/down Kombinationen. Außerdem wird neben der Arpeggiator-Funktion auch das rhythmische Zerhacken der Noten unterstützt. Einstellen von Tempo, MIDI-Sync und Abspeichern auf Diskette ist hier Ehrensache.

Anschlüsse

An allen Geräten findet man einen Kopfhörerausgang und 4 Line-Ausgänge, wobei 2 davon die Stereosumme, die beiden anderen Beiden alternative Ausgänge sind. Die Workstation bietet je einen Anschluss für Pedal und Schalter, der K5000S wurde an dieser Stelle mit jeweils einem weiterer Anschluss erweitert.
Die S/R-Versionen sind mit dem üblichen MIDI-Trio (In, Out, Thru) ausgestattet, beim W findet man gleich 2 davon, wobei MIDI-Eingang B sich einzig der Steuerung von Bank B und der General-MIDI-Sounds zuständig fühlt.

Klang

Alleine die additive Klangerzeugung, gepaart mit einer guten Auswahl von PCM-Schwingungsformen, lässt das Gerät interessant und neu klingen. Auch die serielle Verschaltung zweier Filter und besonders das Formantfilter ist klanglich ein absolutes Highlight.

Wenn man nach einem Geräten für wirklich neue Klänge sucht, dessen klangliche Vielfalt grenzenlos zu sein scheint, ist man beim K5000 sicherlich an der richtigen Stelle. Besonders die Flächen sind fast nicht zu überbieten und irgendwo gibt es fast nichts, was man aus dem Gerät nicht rausholen kann. Er schafft die typischen FM-Domänen wie E-Pianos, Blibs, Bells und Orgeln genauso souverän wie säuselnde Sphärenklänge oder extreme, quietschende Lead-Sounds. Einzig Lernkurve und Aufwand sind bei der additiven Synthese dermaßen hoch, dass man selbst als erfahrener Soundprogrammierer (so fern man nicht schon Erfahrungen mit anderen additiven Synths hatte) das erste halbe Jahr fast verzweifeln möchte. Also wohl eher nix für ungeduldige Menschen.

Insgesamt klingt der K5000 recht schneidend und sandig, ist im Mix sehr durchsetzungsfähig und ganz und gar nicht matschig, wie das bei manchen virtuell Analogen vorkommt. Hier und da fehlt den additiven Schwingungsformen, bedingt durch die Art der Klangerzeugung, ein wenig Druck aus der Tiefe. Trotzdem sind durchaus druckvolle Sounds mit den Geräten der Kawai Serie möglich. Einzig die Presets werden ihnen, wie bei fast allen komplexen Synthesizern, alles andere als gerecht.
Der General-MIDI/PCM-Teil des K5000W klingt ordentlich und versorgte seinerzeit den Musiker mit den für viele Bereiche der Musik notwendigen Brot-und-Butter-Sounds. Besonders bei den Gitarren und die (wie bei Kawai nicht anders zu erwarten) Pianos machte die Workstation eine gute Figur. Für den Rhythmus ist mit 225 Drumsamples gesorgt. Aber bereits damals reichte die Qualität der PCM-Abteilung nicht an die Geräte der Roland JV-Serie heran.

YT-Videos

Hier zum Abschluss ein schönes Video unseres Autors Marko Ettlich. Noch mehr Videos zu Vintage-Synths gibt’s auf seinem YT-Channel RetroSound.

Und hier noch zwei weitere Videos mit Pad-Klängen

Fazit

Wer einen additiven Synth sucht, wird selbst im Jahre 2018, also 22 Jahre nach dem Erscheinen der K5000 Serie, in Hardware gegossen keinen besseren additiven Synthesizer finden.

Software-Jünger haben deutlich mehr Alternativen, aber eben nicht diesen haptischen und intuitiven Zugang (zumindest behaupten das Hardware-Liebhaber wie ich).

Der K5000 kann nicht nur gläsern und digital, es ist wirklich erstaunlich, wie breit seine Klangpalette ist. Analog will er gar nicht können, auch wenn die „Filter-Imitate“ im K5000 gar nicht schlecht sind. Nur pfeifen darf man ihn nicht lassen, spätestens bei der Resonanz fliegt er als rein digitaler Synthesizer definitiv auf.

Der K5000 ist aber zum Beispiel ein ganz großer Flächenleger und in Verbund mit einem echten Analogen geht er im Studio eine wunderbare Symbiose ein.

Plus

  • außergewöhnlicher, sehr lebendiger Klang

Minus

  • umständliche Soundverwaltung
  • schwere Bedienung

Preis

  • Laut Syntacheles Liste, Stand Juli 2018
  • Kawai K5000S: 400,- Euro
  • Kawai K5000S mit Memory-Expansion: 530,- Euro
  • Kawai K5000W: 540,- Euro
  • Kawai K5000R: 530,- Euro
  • Kawai K5000R mit Macro Control Box: 730,- Euro
  • Kawai Macro Control Box: 205,- Euro
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Ich höre gar nichts? Keine Klangbeispiele? Da muss wohl youtu.be herhalten. Ansonsten schön geschrieben und informativ. Irre, bin ich schon so alt oder war ich nicht gerade gestern noch im Laden gestanden zwischen Korg Z1 und Emu Orbit und Phatt, yamaha CS1 und Kurzweil K2500 und Creamware Tripledat?
    Wahnsinn wie die ? vergeht und ich nutze meine alten Kisten immer noch. Wer immer neu kauft sollte sich echt was überlegen ?.

    Den Kawai hatte ich schon mal im Auge, die derzeitigen Gebraucht Preise sind ja völlig im Keller. Und dennoch, trotz „veralteter“ Technik? Ähhh veraltet? Geht das überhaupt bei Musikinstrumenten gelten andere Gesetze! Denn gerade für den Sound brauchst du eben diesen alten Schatz. Und der ? kawai ist ein großer Schatz ❤

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        AMAZONA Archiv

        Hast bestimmt garkein k5000 zur Verfügung gestellt bekommen und trotzdem einen guten Testbericht ? geschrieben. Und youtu.be hat sehr gute Klangbeispiele. Nur wenn man bestimmte Sachen genau demonstrieren möchte muss man das extra spielen.

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    AMAZONA Archiv

    Ein außergewöhnlicher Synthesizer mit außergewöhnlichen Klängen. Perfekt für Filmmusik oder zum layern mit warmen analogen Sounds. Die additive Synthese ist nicht ganz so einfach zu beherrschen wenn man brauchbare Klänge programmieren will. Ein Editor ist Pflicht. Auch das Buch von Peter Gorges ist sehr empfehlenswert wenn man den K5K nicht nur als Presetschleuder benutzen will. Ich benutzte ihn selbst viele Jahre aber irgendwann hatte ich mir den Klang übergehört und er müßte gehen. Trotzdem eine Kaufempfehlung wenn man filigrane Klänge jenseits von Analog sucht.

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    Synthie-Fire  AHU

    Hab endlich ein K5000S und muss sagen das es schade ist das es groß keinen anderen additiven Hardwaresynth gibt.
    Naja scheint nichts für die Masse zu sein.
    Ich freue mich jedenfalls über meinen ;-).

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    Max Lorenz  RED

    Für mich der beste digitale Synthesizer überhaupt, und bis heute total unterschätzt.
    Außerdem hat er eine der besten Synthi-Tastatur, die man sich vorstellen kann. Alle Bedienelemente vermitteln ein Gefühl von Klasse. Auch wenn die Preise längst wieder gestiegen sind, diesen Synth sollte jeder ausprobieren, der an filigranen Soundscapes und absolut klischeefreien Sounds interessiert it.
    Einige Sounds, die ich damit erstellt habe, erinnern an die Buchla-Sachen, die Morton Subotnick gemacht hat, oder an Klänge des Wiard-Modularsystems.
    Schade nur, daß Kawai nach diesem Flop nie wieder einen Synthesizer gebaut hat.

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    AMAZONA Archiv

    Gut, dass zumindest auf virtueller Ebene die additive Synthese fortgeführt wird. Eigentlich ein Muss für jeden, der Klang schraubt.

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    microbug  

    Leider teilt der K5000 das Schicksal mit seinem Vorgänger von 1986 – dem K5/K5m. Auch diesen wollte damals keiner haben, und heute ist er ein Exot, mit dem es sich aber durchaus zu beschäftigen lohnt. Auch der K5 hatte schon eine Macke mit dem Display, die lag aber an Kontaktproblemen an einem Kühlblech im Netzteil und ist leicht zu beheben. Die Filter des K5 waren damals schon digital und haben später den K4 veredelt. Kawai hat einige sehr interessante Synthis gebaut, auch der K3 gehört dazu, dem man problemlos ein paar PPG-artige Sounds entlocken kann. Vom K4r hat man den Drumsynthesizer XD-5 abgeleitet, auch ein völlig verkanntes Ding mit unendlichen Möglichkeiten für Klangschrauber. Leider haben sie sich aus dem Synthmarkt verabschiedet.

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    grisi  

    So schön das Gerät (äußerlich als auch von den klanglichen Verheißungen her) ist, so unzgänglich ist es auch.

    Mindestens einen halben Tag zu experimentieren nur um einen halbwegs interessanten und musikalisch brauchbaren Sound zu erstellen, dabei ständig die eigenen Frustrationsgrenzen aufgezeigt zu bekommen ist einfach zu ineffektiv. Für einen Single-Sound, wohlgemerkt, das ist für einen Multi nicht einmal die halbe Miete.

    Dazu kommt das enorme Gewicht (14Kg für die S-Version, bei der W-Version ist es noch mehr), die fiependen, verschleißenden Displaybeleuchtungen, der knappe Speicherplatz. Allerdings war die verbaute FATAR-Klaviatur mit das Beste, was man bekommen konnte.

    Klar, jedesmal wenn man z.B. das Preset „Microvox“ anhört weiß man was die Einzigartigkeit ausmacht, aber für Musiker, die damit irgendwann noch Geld verdienen müssen einfach nicht tragbar.
    So sagt man sich: *seufz*, schön es mal ausprobiert zu haben und wendet sich anderen Geräten zu mit denen man wesentlich schneller zum (etwas anderen) Ziel kommt.

    Schade, den Erfolg hätte man KAWAI wirklich gegönnt, der Zeitpunkt 1996 war gut gewählt, die Techno Welle, die ständig nach neuen Sounds lechzte rollte noch. Für eher ungeduldige Leute die noch anderes zu tun haben … völlig ungeeignet.

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    iggy_pop  AHU

    Stand bei mir jahrelang oben auf der Wunschliste, neben dem Fizmo und dem TS-10, aber irgendwie kann ich mich heute nicht mehr dazu aufraffen, stundenlang an einem Gerät herumzuschrauben, um noch im allerletzten Winkel an klanglichen Details herumzudrehen und zu feilen. Deshalb ging irgendwann der WSA-1, und deshalb ist die Wavestation momentan im Keller eingemottet…
    .
    Meine klanglichen Erfahrungen mit dem 5000S lassen sich als „eisig“, „klirrend“, „hochkomplex“ und „entvölkert“ beschreiben, also allererste Wahl für einen Sci-Fi-Schocker.
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    Auf ewig unvergessen wird der Ausruf seines damaligen Besitzers bleiben, als er nach etwa zweieinhalb Jahren auf den Trichter kam, mal an den Knöpfen der Macro Control im 5000S zu drehen: „Hör mal, wenn ich hier drehe, passiert da was!“.
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    Wer hätte das gedacht?
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    Mick  AHU

    Ich kann den meisten (ex) Usern nur beipflichten! Toller Synth, optisch und soundtechnisch, aber den habe ich echt nicht gerafft:-)

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      cosmolab  

      Übrigens, Anekdote am Rande:
      Beim Münchner Lokalradio M94.5 hatte offenbar mal jemand großes Talent zur rationellen Arbeit bewiesen: Zwischen deren Nachrichten – Meldungen hört man einfach immer eine Oktave, gespielt auf Preset A001:“Sphaera“. Immerhin: Absolut unverwechselbar – insofern Ziel erreicht… ;-)

      Bei mir steht noch ein K5000S – immer noch cooles Teil. Hab jahrelang in´ner Band gern mal die Orgeln und Pianos damit gemacht. Das Ding war mir ein super Live- Keyboard!

      Das, was der Iggy_Pop und andere meinen (so mit wahnsinnig kompliziert und „entvölkernd“) stimmt zwar, aber auch irgendwie nich. Gerade die Simulation der angezerrten Hammonds find ich heute noch sensationell – die glühen richtig (z.B. A004-„Valves“). Ich würde sogar soweit gehen, dass die Hammond B3 Simulation auf meinem NordStage vielleicht „echter“, aber langweiliger klingt.

      Einer meiner Favoriten: A003 „StageMK1“. „Richtig“ gespielt hat der enorme Tiefe, der „glänzt“ und ist dennoch nicht kalt. Zum selber Programmieren „from scratch“ war ich zu faul – geb ich zu. Aber einige Presets sind derart gut, dass mir die allein als Band- Keyboarder schon gereicht haben für einen richtig amtlichen Sound. Und mit gefühlvollem Drehen an den 16 Poties kriegte man aus einem einzigen Preset ne Menge raus (viel mehr als z.B. an meiner T3).

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        iggy_pop  AHU

        Ich sehe nicht den Sinn von hochkomplexen Synthesizern, die Orgeln, Klaviere, Gitarren und dergleichen nachahmen — vom praktischen Nutzen her sicherlich, aber nicht vom klanglichen. Da kann man auch eine M1 nehmen oder eine ähnliche Hupe.
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        Ich bin da aber komisch, da ich mit Rick und Keith und Jon und wie sie alle heißen sowieso nicht so viel anfangen kann.
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          cosmolab  

          > vom praktischen Nutzen her sicherlich, aber nicht vom klanglichen.
          > Da kann man auch eine M1 nehmen oder eine ähnliche Hupe.

          ;-)
          Nun ja, ich verstehe schon, es grämt Dich die Denke aus den 80ern und 90ern, als Synthies in Richtung „Maggi Suppenwürze“ optimiert wurden – zum günstigeren Herstellen von Gebrauchsmusik. Anstatt deren Potential auszuloten und mal was ganz Neues zu wagen.

          Bin ich ganz bei – aber auf der anderen Seite:
          Der K5000 konnte genau das – was Eigenes. Und er konnte es auf eine sympatische Art genau mit solchen Sounds, die sich „an Vorbildern orientierten“ (ums vorsichtig auszudrücken).
          Er hat die aber eben NICHT einfach nur imitiert – er hat „was draufgesetzt“. Das hat ihn interessant gemacht. Ich bin auf dem K5000 mit weniger als 10 Presets ausgekommen. Aber etwa in der Art, wie man auf einem Konzertflügel „mit EINEM Sound auskommt“. Ich finde, wenn das einem elektronischen Instrument gelingt, ist das schon was Besonderes.
          Z..B. genau diese spezielle Art „Glühorgeln“ – das ging mit einer M1/T3 nicht. Die klingt viel „statischer“. Ich weiß es. Ich hab eine. Und die kenn ich so gut wie kein zweites Instrument (es war mein erster Synthie) ;-)

  10. Profilbild
    DSL-man  RED

    Die Bässe des K5000 können Abgrund tief und böse sein was kaum ein anderer Synth kann.
    Empfohlen wird die Speichererweiterung welche es als Nachbau gibt.
    Das Floppy kann man sehr einfach gegen ein USB-Disketten Emulator tauschen.
    Ich hatte bereits 3 K5000s und hab noch einen K5000R.
    Hilfe bekommt man in der yahoo Gruppe oder in der Facebook Gruppe.
    Empfohlen ist das wizzoo Buch, gibt’s auf Amazon.

  11. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Schade, dass Kawai keinen rechten Erfolg mit ihren Additiven hatte. Die Theorie erscheint mir einleuchtender als FM, nur die Realisierung ist mit einem immensen Aufwand verbunden. Leider hat Kawai heute keine Lust mehr auf Synthesizer-Bau; dafür freut sich meine Schwester über ihr digitales Home-Piano („tolle Tastatur!“)…

  12. Profilbild
    Markus

    Hat jemand einen Vergleich zu den üblichen vst verdächtigen? Ich mag den discodsp vertigo vom Sound gerne und auch den von air, beide sind aber kacke zu bedienen imho.

  13. Profilbild
    Kari  

    Wirklich schade, dass es keine Additiven Hardware Synths gibt, die technisch auf aktuellem Stand sind. Die Demos auf YouTube klingen fantastisch!
    Auch die entsprechenden Plugins wie „Morphine“ ermöglichen unglaublich komplexe Flächen die ich sonst auf keinem Synth hinbekomme. Allerdings auch mit Maus und Bildschirm, sehr schwer zu bedienen.
    Mittlerweile gibt es soviele subtraktive, wär doch echt schön wenn wenigstens ein additiver auf dem Markt erhältlich wäre.
    Im Eurorack Sektor gibt es einige interessante Module, allerdings nicht vergleichbar mit der K5000 serie.

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      Tolayon  

      Nun ja, man sollte die Hoffnung nicht aufgeben …

      Allerdings hat es schon seine Gründe, wieso die subtraktive Synthese insgesamt immer noch die erfolgreichste ist. Sogar moderne FM-Synthesizer kommen heute mit einem nachträglich hingeschalteten Filter an.

      So logisch und nachvollziehbar die additive Synthese ist, so schwer ist sie auch in der Praxis umzusetzen. Immerhin können je nach „Ausbaustufe“ bis zu Hunderte von Sinus-Oszillatoren übereinander gestapelt werden, jeder mit seiner eigenen Lautstärke-Hüllkurve. Da sind Makro-Controller und vorprogrammierte Templates unerlässlich, mit etwas Geschick ließe sich dann sogar ein Filter einsparen, indem man per Makro einfach die Obertöne im Gesamtverband beeinflusst.

      Übrigens:
      Wenn schon einen neuen additiven Hardware-Synthesizer, würde ich mir den mehr im Stil des Synclaviers wünschen. Bei all dem Haufen von Sinus-Oszillatoren wäre es doch sicher ganz leicht, einen weiteren als Modulator für FM- oder gerne auch Ringmodulation mit zu implementieren.

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        cosmolab  

        > So logisch und nachvollziehbar die additive Synthese ist,
        > so schwer ist sie auch in der Praxis umzusetzen.

        Umso mehr bewundere ich die Freaks, die seinerzeit auf dem K5000 derartige Preset- Sounds hingekriegt hatten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die das ohne „Werkzeuge“ geschafft haben. Also z.B. vielleicht irgendein Tool, das ein gegebenes Sample schon in die richtigen Sinus-Teilfrequenzen und zugehörigen Hüllkurven „vorportioniert“ und dann in den K5000 reingeladen hat. Ohne sowas landet man glaub ich im Wald.

  14. Profilbild
    WackyJacky  

    Ist es möglich additive Spektren zu importieren? Oder kann man die mit einem MIDI-Editor bearbeiten?
    Bei MIDI Quest kann man nur allgemeine Sound-Einstellungen steuern.

  15. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich hab mir damals die Rock-Version mit Macro-Box gekauft. Er klang einfach geil (fall’s ich das so schreiben darf…) , jedoch war die Bedienung ganz schlimm. Komplexe Sounds waren nicht möglich zu programmieren. Aber der Klang und die Sounds waren wahnsinnig gut.

  16. Profilbild
    Isaac Asmotiv  

    Erst mal muss ich sagen, ein toller Bericht.
    Hab mir vor kurzem einen K5000s gekauft.
    Die Freude war riesig, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich es wagte, die Firmware von 3 auf 4 abraten zu wollen. Hab die Diskette mit dem K5000s formatiert und mit dem PC Win 10, das Update drauf.
    Nix geht mehr : entweder Er5h, oder Er8h.
    Hier meine Frage : Hat jemand die Original SystemDiskette. ?
    Ich würde mich sehr freuen.
    Ich drück mir selbst die Daumen !!!!

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