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GREEN BOX: NED Synclavier II, Synclavier 9600 – Teil 1


Die Digital-Legende im Portrait

synclavier 1

Mitte der siebziger Jahre begannen vor allem US-amerikanische Unternehmen, die damals neue Computertechnik für musikalische Zwecke nutzbar zu machen. Darunter waren die Con Brio Systeme ADS 100 und 200, der Crumar GDS und Synergy (im Verbund mit einem KayPro II-Computer) und der Syntauri Alpha Centauri (an einem Apple II). Diese Lösungen boten „Computer Generated Sound“ in Form additiver, Wavetable-, FM- oder PD-Synthese, eine Computertastatur und einen „Bildschirmarbeitsplatz“ – sie waren damals revolutionär, stießen aber auf wenig Akzeptanz bei Musikern, Produzenten und Studiobetreibern. Vermarktet als reine „Musikinstrumente“, verschwanden sie schnell wieder vom Markt.

NED-Headquarter: Blick in einen Artikel des amerikanischen Keyboard-Magazins aus dem April 1986.

NED-Headquarter: Ein Foto in einem Artikel des amerikanischen Keyboard-Magazins aus dem April 1986.

Die Geschäftsmodelle der Synclaviere von New England Digital (Norwich, Vermont/USA, ab 1976) und CMIs von Fairlight (New South Wales/Australien, ab 1979) hatten einen anderen Ansatz: In der kritischen Anfangsphase der entwickelnden Unternehmen wurde ihre Hardware erfolgreich als Wissenschafts- und Geschäftsrechner an Universitäten, Forschungsinstitute, Banken und Versicherungen vermarktet, während dessen man fleißig Synthese-, Sampling-, Sequencing- und Recording-Funktionen dafür entwickelte. Beide Systeme kosteten hohe fünfstellige Dollarbeträge, das Synclavier in einer typischen Ausbaustufe meist deutlich über 100.000 US$. (In der Ausgabe des amerikanischen Keyboard-Magazins vom April 1986 ist von bis zu 500.000 US$ die Rede. Das Magazin mu:zines hat eine „Price List“ aus dem Jahre 1989 veröffentlicht – siehe Link, gibt es am Ende dieses Artikels.) Das waren Summen, für die man in den achtziger Jahren hüben wie drüben mehrere Luxuskarossen oder ein schmuckes Einfamilienhaus mit Doppelgarage und Gemüsegarten kaufen konnte.

Die letzten Fairlight CMIs wurden 1991 gebaut, die Firma bzw. ihre Nachfolgerin verkauft bis heute Audio-Workstations an Broadcast-  und Post Production-Kunden. Bei New England Digital gingen 1993 die Lichter aus und in Folge unter wechselnden Namen immer wieder an: The Synclavier Company, Demas, Synclavier Digital. Kleinere Hardware-Ergänzungen werden bis heute angeboten.

Für diesen GREEN BOX Report haben wir eine andere Herangehensweise als sonst üblich gewählt. Statt einer Dokumentation in eigenen Worten haben wir uns für ein Interview mit einem echten Synclavier Liebhaber und Experten entschieden. Unser Interviewpartner möchte allerdings ungenannt bleiben, und so sprechen wir im Folgenden also mit Ton-yb.

An dieser Stelle gleich ein dickes Dankeschön an Ton-yb, der uns wirklich viel Zeit gewidmet hat und uns in seinem Studio „die“ (ja, plural) Synclaviere ausgiebig vorgeführt hat. Der Großteil der Bilder aus unserem Zweiteiler sind ebenfalls bei Ton-yb im Studio entstanden – und auch dafür ein dickes Danke.

Vielleicht noch als Hintergrund-Info: Ton-yB besitzt seit 25 Jahren ein Synclavier II und seit 15 Jahren ein Synclavier 9600. Er ist also keiner jener modernen Sammler, der die Teile in der Glasvitrine stehen hat, sondern ein Kenner der Materie mit enormer Praxiserfahrung.

"The Synclavier" is born! Das Produktdesign mutet auch im Jahre 1976 eher "Good Old England Digital" an, oder gar "victorian..."

„The Synclavier“ is born! Das Produktdesign mutet auch im Jahre 1976 eher „Good Old England Digital“ an oder gar „victorian“

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    costello RED

    Eigene Erfahrungen zum Synclavier kann ich leider nicht beisteuern. In meiner Küche gibt es einen Kühlschrank und sogar einen Dampfgarer, aber keine tonnenschweren NED-Racks ;-)
    Aber danke für ein kurzweiliges und informatives Gespräch, dem ich auf jeden Fall entnehmen konnte, dass ein Synclavier auch heute noch viel mehr ist als nur eine Vintage Dreammachine – nämlich eine intuitiv benutzbare Workstation mit fast unbegrenzten Möglichkeiten und einzigartigem Sound.

    • Profilbild
      Ton-yb

      Freut mich, daß Dir der Beitrag gefällt!
      Das Interview hat riesen Spass gemacht.
      Ich habe die vintage Artikel auf Amazona immer gerne gelesen und wollte mal was zurück geben ;-)

      Es freut mich auch, wenn rüberkommt, das man das Synclavier auch wirklich noch mit Vergnügen zum Musik machen nutzen kann.

      • Profilbild
        falconi RED

        Yo.
        Was ich sagen wollte – und im Text leider missverständlich formuliert habe: Ein 16 Bit-Signal wird nicht 28 bittig, nur weil man seine Lautstärke mit 12 Bit regelt.;)
        Man vermeidet aber die Auflösungsverluste, die entstehen, wenn man einige der ohnehin nur spärlich vorhandenen Signalbits auch noch für die Lautstärkeregelung nutzt. Und genau das wird beim Synclavier gemacht…
        So ist’s korrekt…

  2. Profilbild
    falconi RED

    Kleine Korrektur von Ton-yb und mir:
    Das Signal der FM-Karten wird tatsächlich nur mit einer Auflösung von (voll ausgesteuerten) 8 Bit gewandelt, durch analoge Multiplikation mit einer ebenfalls 8 bittigen Hüllkurve ergibt sich ein Ausgangssignal mit einer Amplitudenauflösung äquivalent 16 Bit. Es enthält das Quantisierungsrauschen der vorherigen 8 Bit-Wandlung enthält, welches aber weitgehend vom Signal maskiert wird.

    Beim Sampler sind es 16 Bit (Signal) plus 12 Bit (Hüllkurve).

    • Profilbild
      Ton-yb

      Na, wir schmeissen ja im Bericht auch ganz schön mit Bits und Bites umher ;-)
      Wie man im Blockdiagram der FM Karten gut erkennen kann, werden die 8Bit Wandler mit 8Bit Hüllkurven multipliziert, die wiederum mit 8Bit Controllerdaten (z.B. Pedal) multipliziert werden. Also 8x8x8Bit. Ziemlich eigensinnig der Aufbau. Aber es funktioniert super.

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        falconi RED

        Yo.
        Was ich sagen wollte, im Text aber leider missverständlich formuliert habe: Ein 16 Bit-Signal wird nicht auf einmal 28 bittig, nur weil man seine Lautstärke mit 12 Bit regelt.;)

        Man vermeidet aber genau jene Auflösungsverluste, die entstehen, wenn man einige der ohnehin nur spärlich vorhandenen Signalbits auch noch für die Lautstärkeregelung nutzt. Und genau das wird beim Synclavier gemacht…
        So ist’s klarer, denke ich…

  3. Profilbild
    Kyotonic AHU

    Schade das der Fairlight so oft im Vordergrund stand. Ich lese seit Ende der 80er Keyboardmagazine, habe aber erstaunlich wenig zum Synclavier erfahren können. Danke für diesen Artikel. Ich freue mich schon auf den Sequenzerteil. Eine aktuelle DAW kann dann wohl einpacken. ;)

  4. Profilbild
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    nativeVS ••••

    Sehr schöner artikel, man sollte aber vielleicht anmerken dass Fairlight ursprünglich nur additive synthese gemacht hat (Qasar M8) und erst 1979 sampling hinzu gefügt hat und dann mit dem CMI gross geworden ist. Der CMI 3 hatte dan später auch endlich die möglichkeit ‚dynamisch‘ stimmen zu mixen und noch später ab MFX2 hat man die hardware zur workstation misbraucht, aber vergleichbar waren Fairlight und Synclavier eigentlich nie.
    Es würde mich jetzt natürlich noch interessieren wie der Waveframe/Soundframe damit zu vergleichen ist der ja wirklich nur HD recording und Sampling konnte, aber auch noch bis in die moderne DAW zeit weiter entwickelt wurde.

    • Profilbild
      Ton-yb

      Danke Dir. Wir wollten den Fairlight unbedingt erwähnen aber haben versucht nicht zu tief in die Materie einzusteigen weil das CMI nicht das Thema des Berichtes ist.
      Das CMI (damals Quasar) war zwar wie Du richtig sagst ursprünglich mal als additiver Synth geplant, aber dabei hat man eben zufällig entdeckt, das es viel spannender ist mit der gleichen Hardware zu samplen und das war dann beim ersten Fairlight das eigentliche Verkaufsargument. Der Multichannel Router des Fairlight III kam wie im Artikel beschrieben erst ganz kurz vor Produktionsende und ist daher wohl auch ziemlich selten. Das MFX kam dann erst 89 nach Bankrott und Neugründung von Fairlight und ist dann ja eigentlich ein reines HD recording System (kein Lightpen, kein Keyboard mehr). Es lässt sich zwar auch als CMI booten weil man auf der CMI3 Hardware aufgebaut hat, aber eben nur entweder oder. Es ist also keine Workstation.

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      falconi RED

      Ja, der Waveframe war sogar mal Teil meiner Einleitung; ich habe ihn dann aber wieder rausgeschmissen, weil er deutlich später und aus Deutschland kam, und ich festgestellt habe, dass der Kerngedanke hinter ihm auch ein anderer gewesen sein muss.
      Vielleicht schreibt ein PPG-Kenner mal einen schönen Bericht über den Waveframe…

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        micromoog AHU

        Verwechselst du da nicht Waveterm mit Waveframe?
        Waveframe hatte ja nix mit PPG zu tun und war ja in seiner Zeit ein 19″-Sampler/16 Spur HD Recorder mit PC Bedienung.
        Cretu und Frank Peterson schwörten bis Anfang/Mitte der 90er darauf.

        • Profilbild
          falconi RED

          Ja!
          Den „-frame“ hatte ich sogar selbst mal, und „-term“ war Teil meiner Einleitung. Ich kenne ihn aber nur aus Beschreibungen und Tests.
          Wäre sicher einen ausführlichen Beitrag wert…

          Danke.

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        phoenix

        Wobei das im Video aber der Quasar 1 oder 2 ist. Der Fairlight CMI basiert auf dem Quasar M8, den Furse danach entwickelt hat. Fairlight wollte damit Natursounds erzeugen, was aber nicht so recht klappte. Deshalb entschloss man sich zu „cheaten“ (Zitat von Ryrie / Vogel) und mit gesampelten Wellenformen zu arbeiten. Sie empfanden das wirklich als „kleine Lüge“ und nicht als die Sensation, die polyphones Sampling damals darstellte.

        Übrigens hatte auch NED mit dem heiligen Gral der Natursoundimitationen anfangs Probleme. Denny Jaeger bot sich als Sounddesigner für das Synclavier I an und konzipierte auf Basis seiner Erkenntnisse zusammen mit NED die Struktur des Synclavier II (u.a. umfasste das die vier separaten Partial Timbres, die das 1er Modell nicht hatte).

        Der Fairlight wurde ja u.a. wegen der Lichtgriffelbedienung so populär. NED ließ dazu seinerzeit verlauten, dass das sicher eine nette Spielerei sei und womöglich gut genug, um Musiker mit Computerphobie anzulocken – immerhin war das damals ja noch unübliche Technik. Aber sie fanden es für ernsthaftes Arbeiten viel zu ungenau und zogen eine solche Eingabemethode für das Synclavier nicht in Betracht.

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          Ton-yb

          Hallo Phoenix,
          ein top Kommentar, danke.
          Genau wie Du schreibst: Das Synclavier I hatte in der Tat noch keine „Partials“. Die Idee hat Danny Jaeger dann entwickelt um mit den noch recht einfachen Mitteln des Synclavier FM-Synths per „stacken“ realistischere Klänge programmieren zu können.
          Der Lichtgriffel des Fairlight hat als futuristisches PR-Feature super funktioniert. In der Praxis hat NED mit der Kritik das sei keine professionelles Nutzerinterface aber recht. Ernsthaftes Programmieren, insbesondere über einen längeren Zeitraum, ist damit umständlich und extrem unergonomisch. Es fällt einem einfach irgendwann der Arm ab (die Pros haben dann beim CMI sowieso vor allem das alphanumerische Keyboard genutzt). Dieses Ergonomieproblem war übrigens angeblich auch der Grund für Steve Jobs keinen I Mac mit touch-Funktionalität rauszubringen. :)

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            phoenix

            Ich hab hier noch ein „selbstgebasteltes“ Audiosystem mit Terminaloptik und Lichtgriffel dran und habe die Nachteile schon am eigenen Leib erfahren dürfen. Wenn ich mich unbeobachtet fühle oder länger zu tun hab, nehm ich insgeheim Maus und Tastatur. ;)

            Denn neben dem Gewicht des Armes wiegt der Griffel ja auch was – das ist ähnlich angenehm wie früher in der Schule, wo man den Ausführungen des Lehrkörpers zuweilen mit vorgestreckten Armen und aufgelegtem Zeigestock folgen durfte. Ohne Abstützen ist längeres „malen“ nicht möglich. Dazu kommt ein störrisches Spiralkabel, dass sich gerne wie eine Telefonschnur zusammenknäult und gegen das man unbewusst immer mit dem Handgelenk anarbeitet. Und wenn man dann endlich die richtige Detailstelle auf dem Monitor getroffen hat, hat es der Griffel natürlich wieder nicht mit bekommen, weil Sonne und Mond in Konjunktion zueiander standen… oder warum auch immer. Aber solche Erfahrungen waren sicher auch ausschlaggebend dafür, dass beim CMI III der Griffel durch ein Pad ersetzt wurde.

            • Profilbild
              falconi RED

              Wie bei Männern im fortgeschrittenen Alter…;)

              Und im Ernst: Das Gesetz der Schwerkraft wäre ja auszuhebeln gewesen, in dem man die Oberfläche des (damals: Röhren-) Screens mehr oder minder waagerecht in einer Tischplatte oder einem Bedienpult versenkt. Ein frühes Wacom Grafictablet sozusagen. War aber damals offenbar keine vorstellbare Option…

  6. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Es erstaunt mich immer noch, wie sich die Technologie in wenigen Jahren entwickelte. Waren 100000$ und mehr Ende der 70er normal, konnte ich meinen Mirage Ende der 80er als Ladenhüter für 900,- DM incl. sämtlicher Werks-Sample-Disks ergattern. Ganz zu schweigen von aktuellen SW-Emulationen…

  7. Profilbild
    k.rausch RED

    Ha, das ist echt klasse geworden, die perfekte Ergänzung zum Fairlight Artikel. Und der ich-verrate-meinen-Namen-nicht Synclavier-Besitzer hat einen super Humor.

  8. Profilbild
    falconi RED

    Den Fairlight-Artikel…den ich übrigens bis eben – mea maxima culpa – gar nicht kannte (ich war zu der Zeit auf Reisen), sonst hätte ich bestimmt Bezug darauf genommen. Ich danke Dir!

    Einen lieben Gruß,
    Falk.

    • Profilbild
      k.rausch RED

      Die Freude ist auch auf meiner Seite. So viele Fakten über Synclavier kannte ich bislang nicht, trotz ganz gut bestücktem Fachbucharchiv. Dazu all die Fotos, echt cool. Bin schon gespannt auf Teil 2 :)

  9. Profilbild
    TobyB RED

    Hallo ihr Beiden,

    schöner Artikel. Sehr nerdig aber lustig. Auf die Idee den Monitor über RS232 auf ein Terminal zu leiten, muss man erstmal kommen. Das ist schon fortgeschrittener Nerdmodus mit sehr guten Unix Kenntnissen.

    In diesem Sinne: Heute bleibt die Küche kalt, es steht dort ein NErD Rack halt.

    • Profilbild
      Ton-yb

      :))) Oder: Elektrische Gerüche strömen aus der Nerd-Küche!
      Die Terminal Emulation musste ich zum Glück nicht selber programmieren. Cameron Jones, einer der Väter des Synclavier bringt nach wie vor immer mal wieder aktualisierte Software raus.
      Grüße!

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        TobyB RED

        Hallo Tony,

        das hoffen wir mal nicht, elektrischer Geruch kommt meist mit dem Ableben von Bauteilen daher, in der Konsequenz geht dann irgendwas nicht mehr. Ich habe einen Freund der hat in der Küche zwar keine Instrumente. Aber dafür vintage Computerhardware von Sun und Silicon Graphics in der Küche, weil dort ein 380 V Anschluss ist. Die haben dann so schöne Namen wie, Keksdose(Firewall), Brotdose(BIND-DNS), Pizzablech(Managed Switch, Kuchenblech(Storage) und Hutschachtel(SGI Indy) und Gimli(SGI O2), gekocht wird da auch nicht. ;-) Es gibt nur einen Kühlschrank mit Bier, Cola, Limo, Wasser.

      • Profilbild
        xaez

        Eine sehr instruktive und nicht zu „trockene“ Einführung in die Materie des NED Synclavier.

        Mit der Zuarbeit v. C. Jones zu arturia Synclavier V, ist wieder ein interessantes innovatives vsti entstanden, merci.

        Hoffen wir nur, daß dieses vsti in Richtung Sampling, Resynthese weitere Updates erfährt.

        Die Tatsache, daß die Resultate des vsti wieder in die Hardware exportiert (und von dort importiert) werden können spricht für sich.

  10. Profilbild
    TobyB RED

    Meine erste Begegnung mit dem Synclavier war der Film „Beat Street“, als in der Studioszene ab 1h15min erst ein ARP 2600(?) verschwommen auftauchte und nach einem Schnitt und Kamerafahrt ein Synclavier, welches von Kenny mit einem „Hip Hip dont stop“ abgeschossen wurde.

    • Profilbild
      xaez

      na das passt doch, :)

      Soweit ich mich entsinne, wurden da willkürlich mehrere „red buttons“ gedrückt und das System verstummte +++ (Interna: hier haben die Bedienelemente einer Boeing-52 Pate gestanden)

      Übrigens findet man unter http://www.500sound.com (Synclavier European Services London) ebenfalls Wissenswertes zum Thema NED Synclavier.

  11. Profilbild
    iggy_pop AHU

    Con Brio würde ich eher unter der Rubrik „Kuriosa“ unterbringen, da die Teile im Grunde nie in Serie gefertigt wurden und vielleicht drei oder vier Exemplare jemals funktionsfähig waren. Der Alpha Syntauri (und dito auch der Greengate DS-3) kam erst, als Fairlight und Synclavier längst etablierte Standards waren.
    Meine erste Begegnung mit dem Synclavier war dieser Streifen mit John Travolta, wo er als Sounddesigner beim Film einen Unfall aufnimmt (mit Nagra III) — da stand ein S2 in einem Studio.
    Dann natürlich „Home of the Brave“ von Laurie Anderson, wo sie ein S2 spielt, sowie ein paar Alben von Bill Nelson.
    Als ich es dann mal bei Pat Metheny sah, habe ich mir die Prospekte bei Harman bestellt. Lange ist’s her.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Blow Out von Brian de Palma. Sehr 80er der Film aber definitiv ein sehr guter de Palma und sicher eine Travoltas besseren Performances.

    • Profilbild
      falconi RED

      Ja, Du hast recht.

      Was ich nur verdeutlichen wollte: Es gab tatsächlich noch mehr Ansätze als CMI und Synclavier. In der Kürze einer Einleitung läuft man ja immer Gefahr, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht, vor allem, wenn es noch gar keinen Standard gibt.
      Den Syntauri sehe ich als eine späten, recht eingeschränkten und nerdigen Versuch, auch Normalverdienern das Musizieren am einem Bildschirmarbeitsplatz zu „verkaufen“.

      Noch mehr „Kuriosa“ US-amerikanischer Provinienz, denen man in Europa sicher nicht begegnen wird, u.a. in dem Buch „Vintage Synthesizers“ von Mark Vail, eine Empfehlung für alle amazona-Leser.

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    renovatio06

    Wow! Das war echt lehrreich und informativ! Ich hab zwar den Eindruck, dass ich einen Grundkurs Elektrotechnik belegen sollte um alles in der Tiefe voll erfassen und schätzen zu können. Aber dass und warum das Synclavier seiner Zeit weit voraus war hat sich mir – denke ich – auch so erschlossen. Und die Klangbeispiele demonstrieren eindrucksvoll, wie sich dieser „Vorsprung durch Technik“ (Audi sehe mir das Zitieren ihres Claims an der Stelle nach) anhörte, oder sollte ich eher sagen: Anfühlte? Danke. Großer Sport, hier!

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      psv-ddv AHU

      Schön, zu hören, daß die Klangbeispiele etwas vom Hören&Fühlen rüberbringen. Ich war mir unsicher ob sich die spezielle Wucht und Körperlichkeit des Synclavier Klanges durch den Flaschenhals mp3 zwängen lassen. Wenn das so funktioniert, ist es ja auch ein Indiz dafür, daß hochwertige Aufnahmen und Musikinstrumente selbst im Zeitalter von Youtube und Billigohrstöpseln noch eine Berechtigung haben.

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        renovatio06

        Unbedingt! Daher geben Studios, die was auf sich halten, ja immer noch Tausende von Euros für Outboard-Equipment wie z.B. analoge Kompressoren usw. aus. Außerdem ist MP3 m.E. unterschätzt. Die Technologie an sich sollte ja nur Sachen rausfiltern, die das menschliche Ohr definitiv nicht wahrnimmt. Wer natürlich mit Apple-Stöpseln Musik hört, dem ist nicht zu helfen… ;)

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        Ton-yb

        Interessantes Thema. Die Klangbeispiele hatte ich ursprünglich übers Pult mit eimem Prism ADA-8 Wandler im 24/96 Format aufgenommen. Da sind sie sehr dicht am Originalklang. Dann habe ich sie in das 16/44,1 Format konvertiert und Falconi hat sie für die Webseite in mp3 umgewandelt. Auf diesem Weg verändert sich der Klang schon ein wenig in Richtung flacher. Will sagen, es macht einfach nochmal mehr Spaß das in 24/96 oder sogar direkt vom Pult zu hören. Auf der anderen Seite habt ihr Recht, ein Großteil der Klangeigenschaften ist auch als mp3 noch gut hörbar. Eine gute Tonband Aufnahme klingt ja auch nicht unbedingt wie das Original…die klingt dann vielleicht sogar eher besser ;)

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      falconi RED

      Hallo,
      danke.
      Wir haben Frank Zappa im zweiten Teil auch erwähnt, wo es mehr um Künstler und deren Musik geht, und zwar wahrlich „von Abba bis Zappa…“

      Viel Spaß beim Lesen!

    • Profilbild
      Ton-yb

      „Jazz from Hell“ waren quasi die frühen Gehversuche Zappa’s auf dem damals noch monophonen Synclavier. Er hat immerhin einen Grammy dafür bekommen. Seine späteren Arbeiten mit dem grossen, polyphonen Synclavier Besteck, insbesondere „Civilisation Phase III“ sind nochmal auf ganz anderem Niveau und gehören sicher zum technisch und musikalisch anspruchsvollsten was je mit einem Sampler aufgenommen wurde. Undbedingte Hörempfehlung!

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    marc-le-rhine

    Vielen Dank für den tollen Artikel !
    Wünsche mir noch mehr davon.

    Bin selbst seit über 35 Jahren dabei und mit PPG groß geworden und freue mich trotz der aktuellen hightech-Möglichkeiten auch immer wieder über ein wenig „Nostalgie“.
    Danke an Ton-yB und falconi.

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