Inside KORG ARP 2600 FS, eine kritische Bestandsaufnahme

21. März 2020

Platine für Platine - das Innere des KORG ARP 2600 FS

 

Vorwort der Redaktion zum Korg ARP 2600 FS

Wie bei AMAZONA.de üblich, geben wir bei herausragenden Synthesizern gerne auch mal zwei Autoren die Chance, ein Urteil zu fällen. Im Fall des KORG ARP 2600 FS wird uns demnächst Bernd Kistenmacher einen ausführlichen Test präsentieren, der dann aber weniger den Vergleich zum Original aufnimmt, sondern dessen Möglichkeiten und Musikalität auslotet.

DSLman hat sich im vorliegenden Artikel aber in erster Linie das Innere des KORG ARP 2600 FS angesehen und diesen mit dem Original verglichen. Das mag nun etwas speziell für so manche Leser sein – andere hingegen erwarten aber genau diese detailverliebten Artikel von AMAZONA.de. Daher hoffe ich um Verständnis bei all jenen, denen eine solche Betrachtung zu weit geht. Leben und leben lassen fällt mir dazu nur ein.

Noch mein persönlicher Eindruck nach dem „Entpacken“:

Der Korg ARP 2600 FS im AMAZONA.de-Experience-Room

Der KORG ARP 2600 FS steht nun auch seit zwei Wochen in unserem Experience-Room in München und wurde von mir ausgiebig gespielt. Ich besitze leider kein Original und kann es daher auch nicht spielen, aber selten hat mich ein Synthesizer so in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Für meinen Geschmack hat Korg einen exzellenten Job gemacht und das zu einem attraktiven Preis. Wer dieser Aussage kopfschüttelnd gegenüber steht, kommt bitte mal zu uns nach München, spielt das Gerät an und vergleicht den Preis z. B. mit dem eines Minimoog Reissue.

Ich übergebe nun an Patrick Jöricke (DSLman), der dem Korg ARP 2600 FS ganz anders zu Leibe gerückt ist, als ich es tun würde.

Viel Spaß,
Euer Peter Grandl

Inside KORG ARP 2600 FS

Nun ist auch der KORG ARP 2600 seit ein paar Tagen in meinem Studio, es war nicht ganz einfach, einen abzubekommen, dafür zunächst vielen Dank an KORG und Korn.

In diesem Artikel dreht es sich primär um einen kleinen technischen Einblick, was sich hinter dem Frontpanel verbirgt.

Ein AMAZONA.de Kollege wird bald einen Test mit Klangbeispielen veröffentlichen.

Ein normaler Tag

Viele werden nun etwas schockiert sein, denn nach 30 Minuten Benutzung folgte der Auseinanderbau. Da ich regelmäßig „teure“ Synthesizer baue und auch repariere, ist das keine Aktion, wo ich nervös bin, aber dennoch den nötigen Respekt aufbringe, denn ein Ersatzfrontpanel wird man wohl schwer bekommen.

Hierzu sei erwähnt, dass ein Zerlegen nicht ohne Risiko ist und man hochwertige Schraubendreher benötigt, da diese passgenau im Schraubenkopf sitzen und nicht rausrutschen oder überdrehen, nichts wäre schlimmer als ein Abrutschen mit dem Schraubendreher und somit folgend ein Kratzer auf dem Frontpanel. Billige Schraubendreher sind hervorragend geeignet, um Farbdosen zu öffnen oder Unkraut aus Fugen zu kratzen :D

Für die Demontage gibt es bisher noch kein Anleitung/Service-Manual, diese werde ich wohl selber erstellen, sofern KORG keine veröffentlicht.

Das Frontpanel wird mit 9 Schrauben gehalten, somit war der 2600 nach wenigen Minuten offen.

Es war schon eine starke Überraschung, das Innenleben zu sehen, denn bisher existieren kein Bilder oder technischen Details.

Folgend gehe ich nun auf das Innenleben ein, zunächst ein Blick von oben:

Die kleinen Punkte auf dem großen PCB sind Durchkontaktierungen (auch VIAs genannt).

PCB links

Auffallend ist zunächst, dass man keine Bauteile der PCBs sieht, da diese auf der anderen PCB-Seite samt den Fadern sind.

Es existieren 3 PCBs hinter dem Frontpanel.

  • 1x VCO/Ringmod/Preamp/Envelope Follower
  • 1x VCF/VCA/EG/Mixer/Reverb
  • 1x Clock/Noise/Voltage-Processor

Starten wir zunächst mit dem Netzteil, verbaut ist hier ein Schaltnetzteil, verbunden ist es an dem IEC (Kaltgeräteanschluss ohne gekapseltem Netzfilter).

Netzteil

Hier sieht man die XLR-Ausgänge sowie noch mal den Kaltgeräteanschluss.

IEC-Eingang

Im folgenden Bild sieht man die koaxialen Lautsprecher, diese sind ordentlich dimensioniert und klingen durchaus gut.

Erkennbar ist hier auch eine Schwinungsabkopplung und Staubschutz/Sichtschutz am Frontpanel.

Lautsprecher

Rechts unten sitzt ein PCB, auf dem die MIDI-Anschlüsse und dessen Controller sind.

PCB rechts oben

Das Reverb ist analog und besitzt 3 lange Federn (ähnlich dem im TTSH 2600 Clone), jedoch berichteten mehrere Benutzer, dass es hier Störungen gibt, man hört analog/digitale Einstreuungen, ob das nun vom Netzteil oder von wo anders her kommt, werde ich analysieren und sehr wahrscheinlich auch selber fixen, vielleicht hilft es schon, das Reverb mit den Anschlüssen nach oben zu drehen und das Netzteil in einen geschirmten Käfig zu packen, um so die EMV-Strahlung zu minimieren.

Reverb Tank

THT oder SMD ?

Hier nun zu dem ausgebauten VCO-Sektion-PCB, auf dem auch der Ringmodulator, Envelope Follower und Preamp sitzt. Da musste ich auch erst einmal tief Luft holen, dass man hier komplett auf SMD im 0402/0603 Format gesetzt hat. Platz für das 0805 Format wäre auch gewesen, das zumindest höhere Leistung und somit weniger thermales Rauschen verursacht.

Verwendet werden wie im originalen ARP 2600 LM301-OpAmps jedoch im SOIC8-Format, was soweit auch erst mal gut ist und man nicht irgendwelche TL0-OpAmps genommen hat.

Jedoch wirft es bei mir paar Fragen auf: Was spricht dagegen, zugunsten der Temperaturstabilität und Verbesserung des Klangs einen besseren OpAmp zu nehmen oder hält man sich hier einfach nur strikt am Original?

Auch wenn der eine oder andere nun denkt „man kann es wohl niemanden Recht machen …“, ich für meinen Teil verbaute in meinen letzten TTSHs und DAVID-System im VCA und VCF bessere OpAmps, die sich eher am ARP 2500 und früherem ARP 2600 (blue Meanie) orientieren und somit klanglich deutlich besser sind, ohne dabei den typischen 2600 Klang zu verlieren, diese Anpassung wurde auch damals schon von Drittanbietern als „Audiopath Upgrade“ nachträglich durchgeführt. Hierbei werden wirklich teure OpAmps mit ein paar weiteren Anpassungen installiert.

Ich bin deshalb etwas kritisch, weil ich mit dem KORG 2600 Filtertypen nicht wirklich zufrieden bin, Korg hätte da mehr rausholen können, wir reden hier von 15-20 Euro Kosten pro Gerät.

Bei den eingesetzten Trim-Potentiometern scheiden sich die Geister, sie sind sehr günstig und lassen sich nur sehr ungenau einstellen, was bei einer nachträglichen Kalibrierung von V/OCT schwer werden wird, es ist eben auch alles eine Kostenfrage, ob man als Hersteller 5 Cent oder 50 Cent ausgibt.

Hier folgend eine detailliertere Ansicht.

Die Buchsen sind übrigens Standard-Buchsen, wie sie von sehr vielen Herstellern benutzt werden, also nicht Vollplastik wie bei einem anderen großen Hersteller, dessen Namen ich wenigstes einmal nicht in einem Bericht von mir selber lesen möchte.

Das Gelbe auf dem PCB ist übrigens eine thermale Kopplung zum Expo-Converter, der für die V/Oct-Genauigkeit zuständig ist (um es einfach zu erklären).

Weiterhin erkennt man ebenfalls die Fader, die leider nicht mit Metallschaft ausgestattet sind, bleibt zu hoffen, dass man genau dieses Modell auch nachkaufen kann, denn ich hatte schon mehrere TTSH mit abgebrochenen Kunststoff-Fadern auf meinem Tisch.

Detail VCO

 

VCO Zoom SMT

Noch nicht ausgebaut wurden die anderen PCBs, jedoch ähneln diese dem oben abgebildeten PCB, im Filterbereich konnte ich eines der wenigen THT-Bauteile erkennen: einen Dual-JFET, warum man ausgerechnet für diesen kein SMD Ersatz genommen hat, ist unklar, wahrscheinlich um uns zu verwirren ;)

Dieser Artikel beinhaltet keine Klangbeispiele oder Demos, denn AMAZONA.de wird bald einen Testbericht über den KORG ARP 2600 veröffentlichen.

Dennoch ein kurzer persönlicher Eindruck vom Klang

Der Korg ARP 2600 ist klanglich durchaus sehr gut, ich vermisse jedoch mehr Fülle im Filter  und dann ist noch das Problem mit dem Reverb zu lösen. Das mitgelieferte Keyboard ist gut, das mit dem Druckpunkt und Aftertouc-Vverhalten kann Korg gern noch verbessern, sofern sie noch mehr ARP 2600 bauen.

Schlussendlich stellt sich momentan eher die Frage, ob und wie gut das Gerät gegenüber dem Original klingt, sonst kennen künftige Generation wohl immer nur den „falschen“ Klang des Nachbaus! Es ist schon traurig genug, dass vor allem im Softwaresynthesizer-Bereich viele absolut falsch klingende Vintagesynths mit vorhanden sind (inklusive UI vom Original).

Fazit

Man kann immer vieles anders machen, ob es dann rein technisch messbar besser ist, hat nichts damit zu tun, ob es dann klanglich besser ist.

Somit kann ich persönlich zwar nun sagen: Ja man hätte ein paar Sachen besser machen können, aber ist das nicht immer so aus technischer Sichtweise, das Vollkommene gibt es eben nicht.

Jedoch sind es eben die Kleinigkeiten, die es nachher ausmachen, was passiert, wenn man das Netzteil in einen geschirmten Käfig packt? Verschwinden die Reverb-Störgeräusche, wenn man Netzteil woanders hingebaut hätte oder einfach mal das Reverb dreht und besseres Kabel nutzt oder wenn man ein besseres Netzfilter benutzt. Und warum wurde der Fehler im Werk oder beim Prototyping nicht festgestellt?

Insgesamt ist der KORG ARP 2600 klanglich und technisch absolut in Ordnung, Korg hat das hier durchaus gut hinbekommen und man hört definitiv den typischen ARP-Sound.

Und zum Schluss kann man in jedem Fall froh sein, dass sie überhaupt einen Nachbau in groß gemacht haben! Daher noch mal danke an KORG und baut bitte noch mehr davon.

Forum
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    defrigge  

    Als Nicht-Elektroniker habe ich den Bericht mit großem Interesse gelesen und fand ihn sehr aufschlussreich! Vielen Dank für das genaue Hinsehen und Hinhören!
    Die klangliche Wahrnehmung (auch was den z.T. dreisten klanglichen Etikettenschwindel vieler – aber nicht aller – Software-Plugins betrifft) kann ich teilen.
    Schon jetzt bin ich gespannt, ob und wie das vergleichsweise für den Behringer Nachbau ausfallen wird. :-)

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    Wasserspeier  

    Kann man den Klang überhaupt mit dem original ARP vergleichen?
    Wenn die Elektronik altert, so ändert sich auch der Klang, oder?
    Klingt dieser 2600 FS wie ein 50 jähriger Arp 2600?
    Oder versucht er so zu klingen, so wie er damals frisch vom Band kam.

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      c.hatvani  AHU

      Ich finde, der neue soll so klingen wie ein damals neuer ARP. Der ARP 2600 wurde ja nicht mit den Jahren besser wie eine Geige, sondern er war als neu schon vom Klang und Konzept ein genialer Synthesizer. Als er von Jean-Michel Jarre, Klaus Schulze, etc. eingesetzt wurde, war er neu und man hat ihn nicht erst „reifen lassen“… :-) Außerdem: falls es überhaupt altersbedingte, wahrnehmbare Sound-Abweichungen zum Neugerät gibt, werden sie kaum positiver Natur sein.

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    Synthesata78

    Sehr guter Bericht! Vielen Dank dafür und ja, auch Dank das dieser „bestimmte Hersteller“ mal nicht genannt wurde… ;)

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    mariemusic  

    Als leidenschaftliche Elektronische-Musikinstrumente-Bastel“Tante“ finde ich solche Einblicke immer extrem spannend. (Vor mir ist auch kaum ein Instrument sicher). Interessant zu sehen, dass auch Korg hier vorwiegend SMD Bauteile verwendet. So viel anders als bei Behringer schaut das auch nicht aus. Ob´s denn so viel anders klingt? Zumindest das Prestige wird hier wohl ein höheres sein.

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    Soundreverend  AHU

    Sehr schön, danke DSL-man :) Wusste Korg/Korg, dass Du das Teil zerlegen würdest? Ansonsten sitzen die jetzt mit grossen Augen vor diesem Artikel :-D

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      DSL-man  RED

      Ja das wussten sie, aber ist ja mein Eigentum und von daher kann ich machen was ich will.

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    Son of MooG  AHU

    Von Elektronik habe ich auch nur eine sehr oberflächliche Ahnung; den Artikel fand ich dennoch recht aufschlussreich, auch wenn mir manche Akronyme nicht geläufig sind. Überraschend fand ich das Verhalten des Reverb-Tanks, wie auch die Tatsache, dass die Fader durchgehend aus Plastik sind. Bei einem Synth dieser Preisklasse würde ich schon besseres erwarten; mein Juno-6 hatte ja schließlich auch Metall-Fader. Jetzt bin ich nur noch auf den Test von Kistenmacher neugierig…

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    amyristom  AHU

    Super Artikel, gerne mehr davon!
    Am Ende stellen sich hier aber für mich durchaus ein paar – aus meiner Sicht – entscheidende Fragen:

    – Aufgrund des Preises und der starken Exemplarlimitierung bin ich hier tatsächlich intuintiv von einem „authentischeren“ Replikat ausgegangen, d.h. wo möglich originalgetreue Bauteile und „through-hole“ Bauweise. Insbesondere durch den damit verbundenen Konstruktionsaufwand hätte ich die Limitierung der Exemplare verstehen können. Jetzt wo es sich zeigt, dass der Synth quasi nur aus 3 industriell-automatisiert bestückten Platinen besteht, kann ich die Limitierung noch weniger bis gar nicht mehr nachvollziehen.

    – Auch die Preisgestaltung „roch“ für mich nach aufwendiger, händischer, through-hole Bauweise, vergleichbar mit dem Minimoog Reissue. Jetzt wo sich zeigt, dass hier teilweise durchaus billige Bauteile verwendet wurden (SMD-Bauweise, Plastikfader, nicht abgeschirmtes Netzteil, usw.) kann ich die Preisgestaltung nicht mehr ganz nachvollziehen. Für mich als technischen Laien hat das jetzt durchaus einen Hauch von „technisch B…., preislich premium“.

    Daher daraus ableitend die Frage an den Autor:
    Wie ist deine Einschätzung? Ist der KORG 2600 technisch von seiner Bauweise und den verwendeten Bauteilen seinen Preis von über 4000 EUR wert oder ist er hierfür im Grunde völlig überteuert?

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      DSL-man  RED

      Wenn man folgende Punkte zunächst betrachtet:
      Materialkosten
      Lohnkosten
      Prototyping Kosten/Entwicklung
      Gewinn
      Steuern
      Transport
      Risikozuschlag
      Aftersales/Support/Handbücher/firmware etc.

      Dann berücksichtigt man bei den Lohn und Material vor allem die beiden handgefertigten Gehäuse, diese bekommt man selbst auf CNC Holzfräsen nicht wirklich günstig, auch nicht in Asien.
      Die pcbs kosten fast nix, die SMT Bauteile auch nicht. (Ca.100€ für alles)
      “Teuer” wird’s nur bei den Buchsen und Slidern.
      Das Panel kostet auch nicht die Welt (20-50€).
      Was schon mehrere Stunden dauert ist das zusammensetzen.
      Das Roadcase kostet wohl auch nochmal 100€(vermutlich durch extern)
      Also in Summe passt das schon mit 4.000€.
      Wir wollen ja auch das sie profitieren und gewillt sind weiterhin mehr davon zu bauen.

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        amyristom  AHU

        Das bedeutet dann aber auch wenn ich das richtig interpretiere, dass B… einen aus purer technischer Sicht ebenbürtigen preiswerten 2600er bauen könnten (wenn sie denn wollten) wenn sie nur das teure und für den Sound nicht zwingend nötige „Drumrum“ (Gehäuse, Tastatur) weglassen? Oder anders: Rein von den Komponenten, die für den Sound an sich verantwortlich sind, ist da im KARP nix teures drin. Was ihn teuer macht ist einzig das „Look&Feel“.

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        Tyrell  RED 11

        Hallo Patrick, auf Instagram gab es von dir ein kurzes Video zum Output. Kann man diese Modifikation selbst vornehmen?

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          DSL-man  RED

          Ja, der untere linke Trimmer im VCA, mit einem kleinen Schlitzschraubendreher drehen bis es lauter wird (im VCA Modus)
          Die Gummiabdeckung des Trimmers auf dem Frontpanel kann man einfach abziehen.

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      SynergyMan  

      Eine Anmerkung zu SMD vs. DIL Technik. Alle Erfahrungen der letzten 30 Jahre zeigen, das SMD Technik haltbarer als DIL Technik ist. Die Through Hole Technik ist nur dann angenehmer, wenn es doch was zu reparieren gibt, ist aber auch machbar (große stationäre Lupe, sehr feine Lötspitzen usw.). Das der Korg ARP 2600 daher weitgehend in SMD aufgebaut wurde, wird dessen Haltbarkeit sowie das Halten von Toleranzen zuträglich sein.

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      KrauTronicA  

      Hallo zusammen,
      kurzer Kommentar bzgl. „Plastikfader“.
      Patrick spricht speziell den Kunststoffschaft an. Auf dem vorletzten Bild sieht es so aus als ob das Fadergehäuse einen Metallrahmen besitzt.

      Es scheint hier der gleiche Typ verbaut zu sein wie schon im K-ARP Odyssey.
      Diese finde ich angenehm straff; sie sind weder zu leicht- noch zu schwergängig.

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    AMAZONA Archiv

    Danke für das Sezieren des Kort/Arp 2600FS. Sehr spannend eine Expertenmeinung zu lesen. Die Probleme mit dem Reverb-Tank kann ich nicht bestätigen. Das scheint wohl von Exemplar zu Exemplar unterschiedlich auszufallen. Ich bin ja eigentlich kein Fan von SMD basierten Klones, ursprünglich in THT aufgebauter Synths. In diesem Falle muss ich sagen Korg hat da ein wirklich gelungenes Instrument gebaut. Mir gefällt der Klang des Filters in beiden Varianten sehr gut. Verbesserungspotential sehe ich eher beim den VCOs in höheren Lagen (da habe ich das Netzteil im Verdacht). Allerdings fehlt mir die Erfahrung mit einem Original, daher kann ich den FS nur für sich genommen bewerten. Die Tastatur gefällt mir ausgesprochen gut, sicherlich Geschmackssache, beim Druckpunkt des AT stimme ich Deiner Kritik zu, der müsste sich besser einstellen lassen, ist aber noch ok. Ich habe den FS natürlich auch sofort aufgeschraubt nachdem ich ihn bekam. Es gibt da schon noch einiges Verbesserungspotential. Den einfachen Sequencer empfinde ich als sehr gut nutzbar, da er schnell und intuitiv zu bedienen ist. Hier macht es Sinn einen Clock Eingang nachzurüsten.
    Die Kunststofffaderschäfte stören mich nicht besonders, die hat das Original meines Wissens nach auch.
    Insgesamt habe ich den Eindruck, dass der FS sehr gut gelungen ist und es sich wirklich lohnt ihn noch ein wenig zu modifizieren.

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      AMAZONA Archiv

      Nach allem was ich bisher so vom Original ARP2600 gehört habe scheint der FS trotz seines SMD Aufbaus klanglich vergleichbar nah an seinem Vorbild zu sein wie der Moog D Reissue.
      Ich werde das noch mit einem Direktvergleich verifizieren aber wenn es so ist, dann kann man Korg zu diesem gelungenen Nachbau durchaus gratulieren.

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        amyristom  AHU

        Aber ist nicht der Minimoog Reissue bei dir persönlich klanglich durchgefallen? Oder hab ich das falsch in Erinnerung?

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          AMAZONA Archiv

          Hallo amyristom, auf keinen Fall durchgefallen. Die D Reissue ist ein wirklich hervorragender Synth. Er klingt nur etwas moderner als ein alter Mininoog. Ich hatte das Glück ein ganz besonders gut klingendes Original zu bekommen und musste mich dennoch überwinden die Reissue zu verkaufen. Die Reissue hatte bei bestimmten Anwendungen sogar die Nase vorne, letztendlich habe ich mich aufgrund der wunderbaren Lebendigkeit Klang und der größeren Sweetspots für den Original Minimoog entschieden. Mein Eindruck ist, besser als Moog es gemacht hat kann man so einen Klon in größerer Stückzahl nicht hinbekommen.

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            SynergyMan  

            Es sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass verschiedene originale Model D sehr unterschiedlich klingen können, von der Stimmstabilität mal ganz abgesehen. Mit dem Reissue hat es Moog hinbekommen, die Toleranzen durch alle Modelle auf einem Minimum zu halten, was für ein Gerät aufgebaut in DIL Technik schon eine Ansage ist.

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              AMAZONA Archiv

              Das ist korrekt. Die Unterschiede zwischen den Originalen lassen sich aber sehr gut auf die Schaltungsvarianten oder den Wartungszustand der Geräte zurückverfolgen.
              Mein zum Vergleich genutztes, gut gewartetes Original hat die 2. VCO Board Revision (allgemein als Old VCO Board bezeichnet) mit Octave Buffer Upgrade, welche Moog als Vorbild für die Reissue gedient hat. Ich habe auch mehrere D Reissues miteinander verglichen und die klanglichen Unterschiede waren in der Tat beeindruckend gering.

  9. Profilbild
    Bernd Kistenmacher  RED

    Einen Synthesizer derart zu zerlegen beeitet mir körperliche Schmerzen :-) Aber egal, das ist ein toller Artikel. Vielen Dank. Und ja, meiner klebt bei JustMusic und ich komme einfach nicht ran. Thank you Corona….

  10. Profilbild
    Sven Rosswog  RED

    Was für ein geiler Artikel ist das denn bitte? ?.
    Nerd Alarm.
    Es ist anzunehmen, dass dieser Artikel noch in einigen Jahren regelmäßig von Arp Fans gelesen wird, die es ganz genau wissen wollen.

    Ich ziehe meinen hut, echt geilo.

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    iggy_pop  AHU

    Auf den ersten Blick wesentlich vertrauenserweckender als das Original — nichts vergossen, nichts gesteckt, keine riesigen Leerflächen mit lustigen Gittermustern, und alles noch mit Neuwagenduft ohne Korrosion etc.

    Sieht halt modern aus.

    Ob sich für den Lötamateur ohne technische Ausrüstung im oberen vierstelligen Bereich mal eben so ein Opamp oder ein Slider tauschen läßt wie beim Original, sei mal dahingestellt — ans Original traue ich mich ran, an den neuen ganz bestimmt nicht.

    Macht der VCA immer noch fupp-fupp-fupp wegen des DC-Offsets?

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      Filterspiel  AHU

      Mach Dir keine Sorgen, da ist auch mit einem Arbeitsplatz für 300 Euro gut was zu stemmen (wenn es nur um Austausch, nicht Messungen geht). Also genau umgekehrt: Semi-Profi sein (/werden), dafür aber nicht vierstellige Ausrüstung. Mein Großvater (Radio-/Fernsehtechniker-Meister) nutzte zeitlebens einen Ersa 16-20 Watt Lötkolben, keine Lötstation und hatte mit den ersten Generationen SMD keine Probleme. Hat halt nur geflucht.
      Die Fader z.B. scheinen keine angewinkelten Beine zu haben, das macht das Entlöten erheblich platinenschonender. Sorgen würden mir die mit gelber Masse überdeckten Transistoren machen. Wenn das wie Epoxidharz ist, reißt man ggf. den Rest mit weg, oder pult ewig dran rum. Da sollte man auf Free-Jazz im Hintergrund verzichten.

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    T.W.G

    Sehr schöner Artikel! Sowas findet man viel zu selten bei den angeblichen „Reviews“ die oft nur wie ein kopierter Werbeprospekt geschrieben sind.

    Bester Satz:
    „Billige Schraubendreher sind hervorragend geeignet, um Farbdosen zu öffnen oder Unkraut aus Fugen zu kratzen :D“

    Danke!

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    AMAZONA Archiv

    Auch als Nichtlöter ein sehr interessanter Artikel: DANKE!

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    Marcel Halbeisen  

    Also wenn ich das Bild Eures Experience-Raums sehe und mir vorstelle dass vom Korg ARP ein paar unendlich sich langsam ändernde Sequencen kommen, dann könnte ich stundenlang zusammen mit Phaedra über den Rubycon durch die Stratosfear nach Ricochet fliegen…

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      Tyrell  RED 11

      ..na dann hoffe ich auf eine tolles Synth-Event … sollten wir die CV-Krise einmal überstanden haben.

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        KrauTronicA  

        Klasse – auch diese Art Humor hilft, die CV-Krise zu überwinden.

        Exponentialfunktionen sind in unserem Kreis ja keine Unbekannten.
        Wir wissen wie wichtig und entscheidend es ist, diese unter Kontrolle zu haben.

        Neue Interpretation: ADSR = attention&awareness, defend, save&secure, rescue

        Das Beste: wir können diese Parameter durch unser eigenes Verhalten mit beeinflußen

        Bleibt alle gesund!

  15. Profilbild
    gaffer  AHU

    Nach 30 Minuten geöffnet. Ja gut. Du bist jetzt der ifixit.com der Synthies, die setzen den Schraubendreher, Spudger, whatever nach 30 sec. an. Ich finde dieses Vorgehen z.B. interessanter als den Vergleich zum Original. Der wäre bei mir fast ganz hinten. Ausserdem unterscheidest du dich von den anderen 200 Testern. Ist doch super. Nee, nee, alles richtig gemacht.

  16. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für das Öffnen. Also (auch) SMD, Plastikfader, ungeschirmtes Netzteil, Einstreungen.

    Da bin ich jetzt aber richtig gespannt auf Behringers Interpretation des 2600.

  17. Profilbild
    fonik

    Wow. Kann mir jemand einen link zu einer verlässlichen Information über Wärmerauschen abhängig von (SMT) Bauformen nennen?

  18. Profilbild
    dingebre

    Bitte verzeihen Sie seltsame Grammatik und Wörter. Verwenden von Google Translateb :)

    Haben Sie eine Teilenummer oder einen Hersteller für die Schieberegler? Ich habe einen vor mir und möchte Ersatz haben. Vielen Dank für das Teilen!

    David

  19. Profilbild
    costello  RED

    In diesen Tagen werden einige Nachricht vom Musikhändler ihres Vertrauens bekommen haben: Wider Erwarten ist doch noch ein ARP 2600 geliefert worden, ob man noch interessiert wäre? Die erste Begeisterung war riesengroß, als die Nachricht kam, Korg lässt eine Synthesizerlegende wiederauferstehen. Inzwischen wurde aber auch viel Wasser in den Wein gegossen. Unter anderem hat auch der Artikel von DSL-Man einiges zur Demystifizierung beigetragen. Auf Sequenzer.de hat er sich noch deutlicher geäußert – speziell was den Klang des 2600 FS angeht. Das wird ein schwieriges Wochenende…

    • Profilbild
      DSL-man  RED

      Ingesamt bin ich dennoch froh einen zu haben. Interessant ist die Facebook Arp2600 Gruppe, dort erfährt man u.a. dass es inzwischen mehr als 1.000 Geräte gibt und ca. 1% defekt ankommen oder danach einen Fehler haben und Korg wohl momentan zb den VCO nicht reparieren kann (mangels fehlender Ersatzteile)
      Weiterhin kann man das Keyboard – den Arpeggiator/Sequencer nicht von extern und nach extern per Midi syncen.
      Ebenfalls ist eine externe Midi clock nicht auf die interne Clock (s/H) synchronisierbar.

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