Special: Alle Roland SH-Synthesizer im Überblick

Der Roland SH-5

Ein Schmuckstück für jedes Studio: Der SH-5 ist wohl der König der Roland SH-Synthesizer. Speziell durch die Kombination seiner beiden Filter lassen sich Klänge wunderbar verbiegen.

Auf dem Fujiyama – Der SH-5

1976 brachte Roland das Gerät auf den Markt, das für viele den Höhepunkt der SH-Reihe darstellt: den SH-5, ein Schwergewicht, das es inklusive des mitgelieferten Koffers auf weit über 20 Kilo brachte. Ein rechtes Trumm von einem Synthesizer, würde man in Bayern wohl sagen. Roland hatte damit den Gipfel des Synthesizer-Fujiyamas erklommen. Das Bedienpanel ist jetzt wie bei einem Minimoog angeschrägt, freilich nicht klappbar. Mit Multimode-Filter und resonanzfähigem Bandpassfilter sowie zwei LFOs erschloss der SH-5 Klanggefilde, die sonst Modularsystemen vorbehalten waren. Im Mixer erlaubt der Roland SH-5 das flexible Routing der verschiedenen Klangquellen auf Filter- und Verstärkersektion. Die beiden Oszillatoren lassen sich synchronisieren. Und auch ein Ringmodulator ist an Bord, um metallische Klangspektren abzudecken. Bei den Hüllkurven gibt es allerdings nur einmal ADSR und einmal AR, aber das kennen wir ja schon von ARP. Die Hüllkurven sind eine Achillesferse des SH-5, sie sind nicht die hurtigsten. Aber genau wie bei Achilles – der Rest ist halt bärenstark.

Der Roland SH-5

Das Multimodefilter und ein Bandpassfilter mit Resonanz sind maßgeblich für den exquisiten Klang des Roland SH-5 verantwortlich.

Ganz klar: Mit diesem Instrument wollte Roland in Jagdreviere einbrechen, die sonst Moog und ARP vorbehalten waren. Wobei ein Verkaufspreis von DM 3000,- Mitte der 70er den vom Dollarkurs geknechteten Keyboardern geradezu günstig vorgekommen sein muss. Dass der SH-5 trotzdem nicht so richtig einschlug, mag mit seinen massiven Abmessungen zusammenhängen. Mein Yamaha CS-40M war auch so ein Riesenschlachtschiff, schwer und unhandlich zu transportieren. Ein Odyssey und selbst ein Minimoog mit seinem einklappbaren Panel sind da schon deutlich mobiler. Vielleicht stießen sich manche auch am graugrünem Design, das Bernhard Lösener auf „Keyboards“ treffend als „Roland-Look mit Tendenz zur Laborästhetik“ beschrieben hat.

Heute stellt sich das natürlich alles ganz anders dar: Die einzigartigen Ausstattungsmerkmale des SH-5 werden gebührend gewürdigt. Der Synthesizer genießt einen hervorragenden Ruf und hat eine treue Fangemeinde. Entsprechend selten ist das Instrument und wenn es mal angeboten wird, heißt die Gretchenfrage: Italienurlaub oder doch ein neuer Roland? Das abschließende Wort hat Theo Bloderer. Er schreibt auf Great Synthesizers: „Der SH-5 spielt … in einer ganz eigenen ‚Liga‘. Da ist ein Instrument gelungen, das in der Geschichte von Roland absolut einzigartig ist.“

Roland-Werbung für den SH-05

Eigenartig, dass ausgerechnet beim Flaggschiff-Synthesizer der Roland SH-Reihe die Werbeleute auf ein etwas schlüpfriges Motiv setzten. Die SH-5-Werbung mit dem Roxy Music-Cover-Flair wäre heute wohl ein Fall für #MeToo. (Mit freundlicher Genehmigung von Retrosynthads)

Duophon: Der Roland SH-7

Das Jahr 1978 darf als ein Höhepunkt in der Geschichte der Roland SH-Synthesizer bezeichnet werden. Es brachte eine regelrechte Produktoffensive mit nicht weniger als 3 Synthesizern mit der magischen Buchstaben-Kombination SH.

Der SH-7 stellte den Versuch dar, den SH-5 noch zu toppen. Oder – aus Roland-Sicht – marktkompatibler zu machen. Deshalb bekam der SH-7  zwei vollständige Hüllkurven (die besitzt der 7er als einziger in der SH-Reihe!). Und die Zackigkeit dieser Hüllkurven ist legendär. Da kann sich der SH-7 mit dem Jupiter-4 die Hand geben. Also klarer Pluspunkt zum Vorgänger SH-5, dessen Hüllkurven es gerne etwas gemächlicher angehen lassen. Außerdem spendierte Roland dem SH-7 Duophonie (ein Feature, das Yamaha ein Jahr später ihrem direkten Konkurrenzprodukt CS-40M auch mitgaben). Weiter gibt es einen Hüllkurvenverfolger (Envelope Follower), der die Lautstärkeschwankungen eines externen Audiosignals auf das Filter schicken kann.

 

Der Roland SH-07

Schön zu sehen beim Roland SH-7: das wunderbar aufgeräumte Design des Panels, die übersichtliche und logische Anordnung aller Bedienelemente. Bemerkenswert: zwei volle Hüllkurven. Die gab’s in der SH-Reihe nur beim 7er.

Leider verfügt der SH-7 nur über einen LFO. Hier musste der Synthesizer im Vergleich zum SH-5 abspecken. Allerdings gibt es zum Trost eine vollwertige Sample & Hold-Einheit, die der Moogulator in seinem Blue Box-Report zum SH-7 besonders hervorgehoben hat: „Sie ist keine LFO-Schwingungsform-Option, sondern die Taktung und Quelle ist genauso wählbar wie die Glättung zwischen den Einzelwerten. Damit können schnell und einfach kleine Arpeggiator-artige Melodien realisiert oder schöne Synthpop-Treppenstufen-Modulationen auf das Filter gejagt werden.“ Moogulators Bericht möchte ich allen besonders ans Herz legen, die sich speziell auch für die technischen Feinheiten der Roland SH-Serie interessieren.

Soweit – so gut.

Roland SH-7

Von den frühen Modellen abgesehen, sind die Roland SH-Synthesizer mit Anschlüssen gut versorgt.

Hier allerdings ist nun ein Phänomen zu beobachten, das die Geschichte der Synthesizer wie ein roter Faden durchzieht. Die Hersteller haben oft gute neue Features in ihre Instrumente eingebaut, aber leider die erprobten Highlights der älteren Geräte darüber vergessen. Erinnert sei an die Cross-Modulation des OB-X, die beim Nachfolger OB-Xa mal eben verlorenging. Der Prophet T-8 wäre wohl der „all time greatest synthesizer“, hätte er nur die Hüllkurven vom Prophet-5 mitbekommen. Und, und, und – die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen. Um bei Roland zu bleiben: Der SH-7 hat leider nicht das geniale Multimode-Filter des SH-5 geerbt und auch dem resonanzfähigen Bandpassfilter des Vorgängers müssen wir adieu sagen. Der SH-7 besitzt lediglich ein statisches Hochpassfilter.

Der direkte Herausforderer aus dem Hause Yamaha – der CS-40M – verfügte dagegen über ein Multimode-Filter. Und selbst der kleinere Yamaha CS-15 bot freie Auswahl zwischen Tiefpass-, Bandpass- und Hochpassfilter. Da werden viele Roland-Kunden sich schon gefragt haben, warum sie beim neuen Flaggschiff SH-7 nun ausgerechnet auf diese Möglichkeit verzichten mussten. Das Beste aus zwei Welten – das gibt es leider nicht. Ob nun der SH-5 dem SH-7 vorzuziehen ist oder umgekehrt, darüber können echte Roland-Jünger stundenlang philosophieren. An solchen Grundsatzfragen sollen schon Freundschaften zerbrochen sein.

Jetzt übertreibe ich aber? Nö, überhaupt nicht. Hier eine durchaus typische Reaktion eines SH-7-Fans, wenn die Rede auf das Bandpassfilter des SH-5 kommt: „Every time someone starts a SH-7 thread people come in and whine about how it doesn’t have the SH-5 bandpass filter. Even Peter Forrest whines about it in his book. So what? What else does? If it had not come right after the 5 no one would care.“ (plikestechno, Mai 2011 auf Gearslutz) Na, zu viel versprochen?

Der Roland SH-2

Es muss nicht immer ein SH-5 sein. Der SH-2 bietet mit zwei Oszillatoren, Suboszillator und Envelope Follower eine Menge Synthesizer fürs Geld.

Die Budget-Versionen: SH-1 und SH-2

SH-7 und SH-5 sind jedem Falle echte Studiosynthesizer. Und so kamen die Roland-Entwickler zu der Überlegung, dass sie auch mal wieder Geräte für den kleineren Geldbeutel nachlegen müssten. Das Ergebnis waren der SH-1 und der SH-2. Der Roland SH-2 signalisiert schon über seine 3-Oktaventastatur: Ich bin der Platzhirsch. Er besitzt zwei Oszillatoren und einen Sub-Oszillator. Die Oszillatoren bieten Sägezahn, Rechteck, Puls sowie Sinus an. Auch ein Rauschgenerator ist an Bord. Allerdings gibt es nur eine Hüllkurve. Manche vermissen die fehlende Sync-Möglichkeit, die den SH-2 an dieser Stelle etwa mit einem ARP Odyssey hätten gleichziehen lassen. Schade auch, dass es von Haus aus keinen CV-Eingang für das Filter gibt. Das lässt sich aber nachrüsten. Analogia.pl bietet zum Beispiel für den SH-2 die Sync-Funktion (mit entsprechender Bender-Modifikation für Oszillator 2) an. Und wenn Maciek Polak schreibt „Results are spectacular“, dann darf man ihm das auch glauben.

Wer ein System M-1 besitzt, kann sich den SH-2 auch als Plug-out holen. Der Amazona.de-Tester wollte allerdings nur eine 80-prozentige Übereinstimmung beim Sound heraushören.

Roland SH-2 Out-Plug

Den Roland SH-2 gibt es auch als Software-Synthesizer für das System-1

Just can’t get enough

Beim SH-1 wurde – so scheint es erst mal – im Vergleich zum SH-2 der Rotstift angesetzt. Er ist mit seinen zweieinhalb Oktaven deutlich kompakter als der SH-2. Auch bei den Oszillatoren wurde gespart: Es gibt nur einen. Der allerdings mit dem obligaten Sub-Oszillator ordentlich angefettet werden kann. Und: Der SH-1 besitzt zwei Hüllkurven. Na gut, eigentlich nur anderthalb. Die zweite ist nur mit Attack und Release ausgestattet. Das erinnert an ARP und ist in jedem Fall ein Vorteil im Vergleich zum SH-2. Manche möchten dem SH-1 auch das schönere Filter bescheinigen. Aber das ist natürlich subjektiv. Ein anderer Tester bemängelte gar bei SH-1 wie SH-2 den „nasalen, mittigen Klang“. Auf jeden Fall verbindet sich ein emblematischer Song mit dem SH-1. Vince Clarke spielte auf dem Synthesizer das beschwingte Riff von „Just can‘t get enough“.

Roland SH-1

Von den kompakten Abmessungen sollte man sich nicht irritieren lassen. Der Roland SH-1 klingt – obwohl nur mit einem VCO ausgestattet – ausgesprochen rund.

Was beide – SH-1 und SH-2 – gemeinsam haben, ist ein Envelope Follower. Der Lautstärkeverlauf eines externen Klangsignals wird in eine Steuerspannung umgewandelt, die auf die Öffnung des Filters einwirkt. Damit können zum Beispiel sehr schöne Auto Wah-Effekte erzielt werden. Zwei sehr gut klingende Synthesizer, solange man jetzt nicht einen Moog oder Oberheim als Klangideal im Kopf hat. Beide Instrumente gehen ganz tief runter und können ein richtig hartes Brett abliefern. Sie waren und sind dementsprechend beliebt im Dance-Bereich. Und übrigens auch selten zu schießen. Wird ein SH-1 oder SH-2 mal angeboten, dann meistens in Japan.

Roland SH-1 Detail

Beim SH-1 sorgt der obligate Suboszillator für zusätzlichen Schub im Bassbereich. Auch interessant: der Envelope Follower. Features, die auch der SH-2 aufweist.

 

Forum
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    Piet66  RED

    Wow lieber Costello, nur eine Woche nach dem umfangreichen SH-1 Bericht nun auch noch diese aufwendig recherchierte und liebevoll präsentierte Übersicht über Rolands SH Klassiker – herzlichen Dank dafür! Man spürt Deine Leidenschaft für Synthesizer in jeder Zeile ;-)

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      costello  RED

      Danke, lieber Piet66! Als ich den Report zum SH-1 schrieb, den Du netterweise zur Verfügung gestellt hattest, fragte ich mich, wo ist dieser kleine Supersynth in der großen SH-Familie zu verorten sei? Die Antwort hat den Umfang des ursprünglich geplanten „kleinen Unterkapitels“ zum SH-1 sehr schnell gesprengt.

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    AMAZONA Archiv

    Moin.
    Houston an Synthonaut Costello, derzeit verschollen geglaubt auf dem Klangplaneten SH Rolandis 1 – STOP – Die letzte Message kam noch an, schöne Zusammenstellung, Tip Top mit interessanten Zusatzinformation über die Beschaffenheit der Klangwelt auf dem Planeten – STOP- Message Ende
    Das Zitat von Paul Hartnoll ist durchaus unterstreichenswert. Letztendlich zählt nicht die große Fatness im Sound, sondern wie gut der Klangerzeuger in Arrangement und Mix intergrierbar ist, welchen Glue er hergibt. Und da sind die kleinen, unspektakulären Dinger nicht selten wertvoller als die überstrapazierten üblich verdächtigen Boliden. Für ’nen netten. kleinen Popsong setzt man ja für die Vox auch nicht unbedingt auf ’nen Opernsänger.

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      costello  RED

      Hi Wellenstrom, ich habe auf Hyperantrieb umgestellt und arbeite mich von SH Rolandis 1 derzeit Richtung Raumstation CR-78 vor, am Rande der Ace-Galaxie. Interstellare Grüße, Costello

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        AMAZONA Archiv

        Ah, sehe, es wird auf Klopfantrieb umgesattelt. Puh, denke, da wird es einiges an Namedropping geben – sehr begehrt im Sternenbild des Nova Wavum. Freu mich drauf!

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              costello  RED

              Lieber TobyB, jetzt hast Du mir die Überraschung verdorben ;-) Genau diese Version von Underpass hatte ich für meinen CR-78-Artikel auch schon ausgesucht. Ist zwar kürzer als die S/W-Fassung, aber man bekommt ein bisschen mehr von John Foxx mit, halb Kunststudent, halb Popsänger – von Gary Numan rückhaltlos bewundert. Und die CS-80 sind der Wahnsinn, es gibt noch ein anderes Foxx-Video, da stehen sogar vier von diesen Maschinen rum. Wo doch Metamatic vor allem mit einem Odyssey eingespielt wurde.

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                TobyB  RED

                Costello, so ein Talent muss man haben. Ich hätte auch A Flock of Seagulls „I Ran“ posten können, da habe ich ne Live Version mit SH Synths gefunden. John Foxx ist schon gut. Underpass gefällt mir auch, Ich mein allein schon die Tatsache ohne Chartnotierung bei TOTP aufzutreten ist eine Referenz.

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    TobyB  RED

    Sehr schön, das bringt ein wenig Ordnung in die SH Reihe. War überfällig :)

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      costello  RED

      Danke Toby, was wäre das Leben ohne Ordnung und Struktur. Bin gerade mit dem Staubsauger durch die Wohnung und im Musikzimmer musste ich wieder großzügig um auf dem Boden stehende Synthesizer und Drumcomputer drumrum saugen, für die leider noch kein fester Rackplatz zur Verfügung steht ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Super gut recherchierter Artkel in bewährte Costello Qualität. Es ist immer eine Freude deine Berichte zu lesen. Danke.

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      costello  RED

      Danke Marko! Hat mir richtig Spaß gemacht, mich durch die ganzen SH-Blue Box-Reports nochmal durchzuwühlen. Da bin ich dann auch auf Deine „Ehrenrettung“ für den SH-101 gestoßen :-))

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      costello  RED

      Hallo Son of MooG, danke für Dein nettes Feedback und die beiden tollen Links. Ozric Tentacles sind ja schon abgefahren, aber Rovo nicht minder :-)) Bei diesen spacigen Vorlieben ist der SH-201 für Dich eigentlich ja eine sehr gute Wahl. Habe eben auch nochmal im Artikel von 2006 reingeschaut. Gut, manche meckern wegen der Qualität. Aber Du hast ihn ja im Dauereinsatz und bist zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Im Zusammenhang mit den klassischen SH-lern sehe ich den (übrigens ja polyphonen) SH-201 allerdings eher nicht. Deshalb habe ich die späteren Nachzügler, die das SH im Namen tragen, auch bewusst weggelassen.

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        Son of MooG  AHU

        Das SH in der Bezeichnung hat mich schon immer etwas gestört, da der Aufbau und Features eher in Richtung Jupiter-6/8 gingen (siehe Keyboards-Test „Mein erster Jupiter“). Durch den Deepmind12 und den JX03 wurde der SH-201 allerdings obsolet; speziell im Vergleich zum JX03 wurden dessen Schwächen offensichtlich. Dennoch kann ich mich nicht dazu entschließen, ihn zu verkaufen…

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      TobyB  RED

      SoM,

      die Bedienphilosphie zieht sich als roter Faden durch die SH Reihe, der 201 verleugnet nicht die Ahnen, kommt aber mit eigenen Ideen daher. Und SH01 ist noch wieder was anderes. Und das ist bei den Klassikern nicht anders. Und das ist das Schöne daran, die Vielfalt die du abdecken kannst. Klasse Musik.

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    Kari  

    Vielen Dank für diesen großartigen Bericht!
    Bin wirklich gespannt wie die zukünftigen Roland Synthesizer klingen. JD-XA bzw JD-Xi klingen IMHO großartig.

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      costello  RED

      Danke Kari! Na, der JD-XA ist ja ein richtiges Schlachtschiff. Da meckern manche nur, dass der eigentlich immer mit Handschuhen angefasst werden will ;-) Und der JD-Xi – Patternsequenzer, alle Drummaschinen an Bord. Was will man mehr? Da kommt man mit den alten SH-lern nicht so weit. Muss man mindestens noch einen Klopfgeist und was Polyphones dazustellen.

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    swellkoerper  AHU

    Bravo Costello, grossartig! Die bis jetzt beste und liebevollste „Linksammlung“ hier, vielen dank für die Übersicht. Und müssen wir uns Sorgen machen über das neuerliche Ausmass Deiner SH-Infektion? Das ging ja von null auf hundert. LG

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      costello  RED

      Danke swellkoerper! Aber es stimmt, die Inkubationszeit war extrem kurz und ich fürchte, die Symptome werden noch heftiger. Ich schaue schon die ganze Zeit die Anzeigen nach einer SH-101 durch :))

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    swissdoc  RED

    Mit den vielen Zitaten incl. Quellangabe erfüllt dieser Artikel fast schon wissenschaftliche Ansprüche. Zum SH-2000 vielleicht noch, dass er eine konstruktiv genial gelöste Druckdynamik hat (Magnet vor Hallsensor), die sehr fein auflöst, dass man Vibrato o.ä. direkt damit spielen kann. In modern bekommt das nur Nord mit dem Stick hin. Und man könnte ihn freier programmierbar machen, durch eine geschickt eingeschleifte Schaltmatrix.

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      costello  RED

      Hi Swissdoc, da spricht der Physiker :-) Für die japanischen Preset-Synthesizer war damals ja der ARP Soloist, später Pro Soloist das Vorbild. Der ARP ließ sich durch After Touch besonders ausdrucksstark spielen. Yamaha hatte das bei SY-1 gleich mit aufgegriffen, Roland dann erst im 2000er verwirklicht. Dass sie da zu der – von Dir beschriebenen – besonders feinauflösenden Druckdynamik gekommen sind, ist wieder echt Roland. Da wurde so lange getüftelt, bis die Sache lief :-)

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      Violator  

      Hi Swissdoc, ich hätte auch große Lust meinen SH-2000, ich sag mal ein bißchen „vielseitiger programmierbar“ zu machen. Wenn es da irgendeine Möglichkeit gäbe – ich wäre dabei!.
      .
      Ich mag den Sound des SH-2000 sehr! Und wie Costello in seinen Bericht schreibt: „Es muß nicht immer MOOG sein!“ – dem kann ich nur zu 100% zustimmen.

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    Hectorpascal  AHU

    Eine super Story! Wie ordne ich denn das System 100 (ohne M) Model 101 Keyboard ein? Da steht zwar kein SH davor aber Gemeinsamkeiten sind definitiv vorhanden. Besonders weil Human League in diesem Zusammenhang zitiert werden und wir lieben doch alle „Being Boiled“. ;)

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      costello  RED

      Danke Hectorpascal! Das System 100 ist so etwas wie Rolands Gegenstück zum ARP 2600 – ein semimodularer Synthesizer, bei dem vieles vorverdrahtet ist, man über die Miniklinkeneingänge aber auch ordentlich den Klang verbiegen kann. Es besitzt das gleiche Moog-Filter wie etwa der SH-2000 oder der SH-3A, geht in den Möglichkeiten aber weit über die frühen SH-Synthesizer hinaus, durch das zweite Oszillatormodul (Modul 102) und den legendären Sequenzer. Das System 100 bietet z.B. auch Ringmodulation und Crossmodulation an. Bei den SH’s musste man da schon auf den 5er warten, bis man wieder ähnliche (und teils sogar noch bessere) Möglichkeiten an die Hand bekam (Multimodefilter). Vom Sound ist das System 100 erste Sahne, macht richtig Druck, kann von zart bis aggressiv klingen. Ist nur leider auch richtig teuer geworden.

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      TobyB  RED

      Hallo Hector,

      das kann Martyn Ware am besten einordnen ;-) https://youtu.be/WdjtAIMZXTs , er führt auch aus warum sie das System 100 einsetzen. Wobei das Riff bei Being Boiled kommt dann vom Korg700s. Allerdings gibts von Being Boild so dermassen viele Versionen. Nachdem Weggang von Martyn Ware wurde dann Being Boiled von Human League mit Siel und Korg700s gespielt. Später dann auf Roland. Jede dieser Versionen hat ihren eigenen Reiz. Wobei ich das Original von 1978 bevorzuge. Die übelste Version hat für mich Giorgio Moroder abgeliefert. So sehr ich den schätze aber Being Boild hat verwurstet. Wobei ich die Human League Sachen die von Moroder produziert wurden, eh für schwach halte. Bzw. für eine Ego Show von Mr. Oakey halte. Der Sound vom Musiclandstudio München hat Human League nicht wirklich gut getan.

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      costello  RED

      Hat auch was für sich. Aber warum dann EP für E-Piano und RE für Roland Echo? Eine wirklich zwingende Logik erkenne ich bei der Namens/Abkürzungswahl jedenfalls nicht.

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        AMAZONA Archiv

        Ich tippe ja immer noch beim SH auf Sahnetorte Himbeer. EP steht eigentlich für ErdbeerPlunder und RE für Rhabarber Erdbeer.
        So, jetzt ’nen Kaffee und ein Stück Kuchen. Gruß an Roland.

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          costello  RED

          Hi Wellenstrom, wunderbar, jetzt haben wir auch bei der SH-Serie eine OT-Diskussion. Ich musste auf dem ganzen Weg zur Arbeit an Sahnetorte Himbeer denken :-))

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            AMAZONA Archiv

            Hehehe, das ist nicht schön. Und während ich Torte aß (ach, nee, war nur Marmeladentoast, egal), musste ich dran denken, dass Du nun malochen musst. ;-)
            Das Leben ist manchmal ungerecht.

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            AMAZONA Archiv

            Für kreative Prozesse ist Chaos in der Birne gar nicht mal so schlecht. Und satte Musiker machen vielleicht weniger leidenschaftlich Musik als hungrige.

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        TobyB  RED

        Morsche,

        R für Rack oder auch nicht?

        Die Kreativität der Entwickler bezog sich damals wohl aufs Gerät, bei der Bezeichnung war man da eher sparsam. Früher wusstest du Bei Boss und Roland an Hand des Namens was es macht, Heute geht ohne kreative Produktbezeichnung wohl nix ;-) Das System hinter Roland/Boss kann man gut auf rolandmuseum.de erkennen. Wobei ich da wenigstens 3 Systematiken sehe und einige Bezeichnungen vermutlich in japanisch/englisch logisch sind, weniger in deutsch. Bei Boss Effekten z.b. SE 70 kommt man schnell auf Synthesizer Effekt , Boss RGE 10 für Rack Graphic Equalizer geht auch noch. Bei Roland SRV-330 wirds dann schwieriger. Steht das S nun für Space oder Synthesizer, R für Rack oder Verb? V für Verb ist klar. Insofern ist das eben doch nicht immer so naheliegend. Bei Boss PQ muss man erstmal auf Parametric eQualizer kommen.

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          costello  RED

          Hi Toby, also mein Roland Space Echo RE-201 war offensichtlich nicht für den Rack-Einbau vorgesehen.

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            TobyB  RED

            Hallo Costello,

            eben und deswegen ist das auch nicht immer logisch. Was die Namensgebung angeht, zumindest bei Roland. Bei Boss ist das R ein Rack und S für Synthesizer. Tricky wirt es beim Boss DM-100, das ist eine Delay Machine, während das D in der Boss DC-30 tatsächlich für Desktop Chorus steht.

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              TobyB  RED

              Hallo SoM,

              könnt passen. Bin da nich drauf gekommen. Bei Boss ist das etwas einfacher, teilweise steht da drauf was die Bezeichnung bedeutet. Gefühlsmäßig würde ich aber sagen R für Roland. Ich meine auf dem RE steht ja nirgends (Reel) Echo. Und das Roland RV-100 Hallgerät müsste dann ja ein Reel Hall sein. Ist bei Roland nicht einfach, auf die richtige Bezeichnung zu schlliessen.

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        Theo Möbus  

        Ich meine da schon eine gewisse Logik erkennen zu können. ;) Steht z.B. das T in TR nicht für Tokyo (1972: „Sales offices open in Tokyo and Osaka. TR-33/TR-55/TR-77 Rhythm Machines. The first Roland-branded products“)? RE für Roland Echo, RV für Roland(Re)Verb oder REV, EP halt für E-Piano usw.

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          TobyB  RED

          Hallo Theo,

          das macht schon Sinn. T steht ja eher für Transistor. Was ja auch stimmt. Auch hinsichtlich der Abgrenzung zu den Boss Abkürzungen passt das. Ich nehm R für Roland.

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              TobyB  RED

              Hallo Dirk,

              laut Wikipedia, TB Transistor Bassline und bei TR steht ja auf einigen Geräten, als Transistor Rhythm. Wobei das für eine TR-77 gelten mag. Aber in einer 808 steuerte dann schon ein NEC Chip das eine oder andere Detail. Und eine TB 303 hat auch Chips drin.

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            Theo Möbus  

            Hallo Toby,

            deshalb mein Fragezeichen. „Transistor Rhythm“ wird wohl stimmen, ich hätte vorher im Internet nachschauen sollen.

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      costello  RED

      Hi Theo, ich habe die von Dir vorgeschlagene Hamamatsu-Variante jetzt direkt mit in den Text übernommen :-) Viele Grüße, Costello

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