Test: Eventide H9000, digitales modulares Effektgerät

23. März 2020

Die Unendlichkeitsmaschine

test eventide h9000 h9000r

Eventide H9000, digitales modulares Effektgerät

Das Eventide H9000 ist ein modulares digitales Effektgerät und Audio-MIDI-Interface in einem und stellt damit nicht nur das derzeitige Flaggschiffprodukt der Firma dar, sondern allgemein die Oberliga, was digitale Effekte angeht. Eventide hatte, beginnend mit dem digitalen Harmonizer H910 aus dem Jahr 1974 und nachfolgend mit dem H3000 aus dem Jahr 1986, Studiogeschichte geschrieben. Das H9000 löst nun auch das H8000FW aus dem Jahr 2005 ab, das von Kollege Axel Ritt getestet wurde.

Es stellt sich jedoch wieder einmal die Frage: Hardware oder Plugin? Denn schließlich sind mindestens 5.000,- Euro ein happiges Stück Geld und Eventide macht sich eigene Konkurrenz, indem sie die ihre DSP-Algorithmen in Form von diversen Software-Plugins auskoppeln. Wir versuchen in diesem Test auch dieser Frage ein wenig auf den Grund zu gehen.

Ich sehe mich ja schon als Eventide-Fanboy, seit ich 2014 mit dem Eventide UltraReverb Native mein erstes Eventide-Plugin gekauft habe, das ja die Reverb-Algorithmen aus dem H8000 enthält. Seitdem hab ich mich nach und nach zur Anthology XI hochgearbeitet. Da war es natürlich klar, dass ich wissen wollte, wie sich die Hardware anhört.

Das Technische

Das Eventide H9000 ist ein 19“-Rackmodul mit zwei Höheneinheiten und einem Gewicht von 6,4 kg. Auf der Rückseite gibt es eine Fülle von Anschlüssen.

test eventide h9000 h9000r

Analog:

  • 8 symmetrische Line-Ein- und Ausgänge über je eine Sub-D25-Peitsche, 2 analoge XLR-Ein- und Ausgänge

Digital (bis max 96 kHz):

  • 8 AE/EBU-Ausgänge per D-25-Peitsche, welche die 8 analogen Ausgänge spiegeln
  • 1 AES/EBU-Ein- und Ausgang
  • 1 S/PDIF-Ein- und Ausgang, jeweils koaxial und optisch, letzterer ADAT-kompatibel (48 kHz) – wobei immer nur eine einzige digitale Schnittstelle aktiv sein kann
  • 4 USB-2.0 A-Ports zum Anschluss von Massenspeichern, MIDI-Geräten und Netzwerkadaptern, klassenkompatibel
  • MIDI-DIN In/Out/Thru
  • Word-Clock-Ein- und Ausgang
  • 2 Anschlüsse für Pedale im 6,3 mm Klinkenformat.
  • 1 Ethernet-Port
  • 1 USB 2.0 B-Port für 16x 16 USB-Audiokanäle bis 96 kHz

test eventide h9000 h9000r

Des Weiteren gibt es noch drei Erweiterungsschächte, die mit diversen Schnittstellenkarten erweitert werden können, wobei es bisher nur Dante und MADI gibt. Das H9000 ist so konzipiert, dass etliche Komponenten vom Benutzer selbst ausgetauscht werden können, wie es sich für ein professionelles Studiogerät gehört! Das H9000 ist USB-klassenkompatibel und läuft am Mac und am iPad ohne Treiber. Für Windows gibt es den Treiber von der Eventide Homepage.

Die inneren Werte

Das H9000 unterscheidet sich vom Innenleben her komplett von all seinen Vorgängern. Da wären allen voran die verwendeten DSPs. Werkelten im H7600 (und sehr wahrscheinlich auch im H8000FW) noch NPX der Serie DSP56xxx, so ist Eventide nun auf 4 ARM-A-Prozessoren mit je vier Kernen umgestiegen. Ja, genau die gleichen ARM, die in den Apple iPhones und iPads dieser Welt ihren Dienst tun. Es kommt also auch nicht von ungefähr, dass Eventide nun munter seine Plugins auch auf iOS umsetzt.

test Eventide H9000 Innen

Eventide H9000 Innen – rechts die ARM A-Core auf SO-DIMM-Platinen

Die Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgänger H8000FW soll dabei um den Faktor 10 liegen und der hatte (laut Internet) doppelt soviel DSP-Power wie das H7600. Doch da hört es nicht auf. Die ARM-CPUs sitzen auf eigenen, vom Benutzer austauschbaren Platinen. Damit ist dem Mithalten mit der gerade aktuellen CPU-Generation kaum mehr eine Grenze gesetzt. Eventide scheinen wohl fest entschlossen zu sein, das H9000 für die Ewigkeit zu wappnen.

Nun ist das Übertragen von DSP-Code von einem DSP zum nächsten oder zur nächsten CPU keine triviale Angelegenheit und folglich muss das eine oder andere auf der Strecke bleiben, oder?
Folgt man dem Internet, haben Eventide die Übertragung der Effekte soweit optimiert, dass ein automatisiertes Abhörsystem so lange an den Algorithmen gedreht hat, bis die Ergebnisse zwischen dem H8000 und dem H9000 identisch waren. Wobei es ja schon Diskussionen darüber gibt, ob sich ein H8000 auch wirklich besser anhört als eines der älteren Systeme, wie etwa ein Eventide DSP4000. Aber das ist eine andere Geschichte.

Auf der ADDAC-Seite kommen vier AKM Typ AK4490EQ zum Einsatz, die alle in 32 Bit und einen Dynamikumfang von bis zu 120 dB wandeln. Die digitalen Audioschnittstellen geben aber nur 24 Bit aus. Was das für die audiophilen Qualitäten bedeutet, dazu kommen wir später, denn schließlich kann das H9000 auch als Audiointerface verwendet werden. Technisch bleibt noch festzuhalten, dass die Wandler durchaus auch 192 kHz könnten. Aber dafür reicht wohl derzeit die CPU-Power nicht aus. Man darf also schon mal gespannt sein, was für Updates und Upgrades Eventide in den kommenden Jahren noch bereithalten.

Latenzen und Frequenzen

Latenzen (Ein / Aus / Gesamt (Ableton Live 10.1.9.))

  • 44k, 64 Samples: 1,45 ms / 3,51 ms / 4,97 ms
  • 44k, 128 Samples: 2,90 ms / 4,97 ms / 7,97 ms
  • 44k, 256 Samples: 5,80 ms / 7,87 ms / 13,7 ms
  • 96k, 64 Samples: 0,67 ms / 2,68 ms / 3,34 ms
  • 96k, 128 Samples: 1,33 ms / 3,34 ms / 4,68 ms
  • 96k, 256 Samples: 2,67 ms / 4,68 ms / 7,34 ms

Damit befindet sich das H9000 durchaus auf der schnelleren Seite der üblichen Werte der USB-Audiointerfaces und ist beispielsweise ca. doppelt so schnell wie ein die Presonus 1810c.

Frequenzen

Eventide H9000 - THD+N

Eventide H9000 – THD+N

Die THD+N Messungen sind soweit zufriedenstellend, auch wenn die Messwerte der analogen Ein- und Ausgänge mit -89 dB jetzt nicht so toll ausfallen. Immerhin sind die ADDAC im Loop bis -0,04 dBFS signalstabil, erst darüber beginnen sie zu verzerren. Ein Rauschabstand von unter -130 dB ist auch kein schlechter Wert. Allerdings sollte man auf die 50 Hz Beule achten, dort wo das Billignetzteil in den Signalweg einstreut.

Eventide H9000 - Phasenlage In 1-2 Out 1-2

Eventide H9000 – Phasenlage In 1-2 Out 1-2

Was die Phasenlinearität angeht, so zeigt sich hier das „gewohnte Bild eines guten Wandlers“.

Eventide H9000 - Hammerstein

Eventide H9000 – Hammerstein

Die Hammerstein-Analyse sieht zwar bedenklich aus, aber wie uns schon das Prism Sound Atlas gelehrt hat, müssen harmonische Verzerrung keineswegs „unmusikalisch“ bedeuten. So auch in diesem Fall. Wenn man sich die Analysebilder der beiden Geräte anschaut, entbehren sie sogar nicht einer gewissen Ähnlichkeit.

Bedienung

Für eine Hardware dieser Größenordnung ist die Bedienung nicht ganz einfach, aber durchdacht. Nicht weniger als (derzeit) 9.751 Algorithmen warten auf ihre Benutzung, wobei davon nur 1.600 Effekte Unikate sind, der Rest sind Derivate. Hinzu kommen die Verschaltungsmöglichkeiten von vier Algorithmen in jeder möglichen parallelen und seriellen Weise in einer Effektkette. An dieser Stelle seien die Leer-Templates Nr. 1601 bis 1615 erwähnt, die die Sache für den Einstieg leichter machen. Jeder Algorithmus verfügt in der Regel über 10 Parameter, komplexere Effekte auch über mehr und alle können per MIDI gesteuert werden.

Eventide H9000 Hardware Session Preview

Eventide H9000 Hardware Session Preview

Von diesen Effektketten können maximal vier gleichzeitig im H9000 ausgeführt werden. Macht also insgesamt 16 Effekte gleichzeitig. Dazu kommt noch, dass jeder Algorithmus beliebig einem oder mehreren den analogen, digitalen oder den 16 USB-Ein- oder Ausgängen (insgesamt je 32) zugeordnet werden können. Damit ist also auch ein Routing zwischen den Effektketten möglich. Zuletzt werden die vier Effektketten in einer Session zusammengefasst.

Hat man die wirklich nicht allzu schwer zu verstehende Struktur Session > FX-Chain > Algorithmus > Parameter einmal verstanden, liegt der restliche Aufwand mehr bei der Eingewöhnung als beim Verstehen.

Sessions und FX-Chains lassen sich auch komplett eigenständig am Gerät erstellen, was allerdings nicht wirklich Spaß macht. Die Bedienung per Steuerkreuz und T9-Tastertur war vielleicht im Jahr 1990 State Of The Art. Wobei man allerdings zugeben muss, viel besser lässt sich das unter dem gegebenen Paradigmen nicht machen, was aber letzten Endes wieder auch nicht allzu viel heißt. Dass hier nicht konsequent auf Touchscreen gesetzt wurde, ist mir unverständlich bei einem so teuren Gerät. Das hätte vieles deutlich erleichtert und man hätte sich deutlich näher an die Emote-Software halten können.

Emote

Eventide H9000 - Emote - Devices

Eventide H9000 – Emote – Devices

Über die Software, die es sowohl als Standalone- als auch als DAW-Plugin gibt, kann der H9000 komplett ferngesteuert werden. Einen Kopierschutz gibt es nicht, da das H9000 als Dongle dient. Dazu muss das Gerät per Ethernet mit dem Rechner verbunden werden. Ob das über ein Kabel, Router oder über WiFi geschieht, ist egal.

Eventide H9000 - Emote - Session Preview

Eventide H9000 – Emote – Session Preview

Zur Steuerung über WiFi wird ein USB-klassenkompatibler WiFi-Stick benötigt, der nicht im Lieferumfang enthalten ist. Warum hier nicht die Steuerung auch über USB erfolgen kann, ist mir nicht direkt ersichtlich. Vielleicht wenn man ein 200 qm Studio hat und das H9000 in der hintersten Ecke am anderen Ende steht, ist Ethernet besser. Auch das Verwalten mehrerer H9000, was durchaus realistisch ist, ist über eine Ethernet-Switch deutlich komfortabler. Oder man wollte die USB-Audiodaten frei von möglichen anderen Einflüssen haben, wie auch immer.

Eventide H9000 - Emote - Sessions

Eventide H9000 – Emote – Sessions

Ist das WiFi-Passwort per T9-Methode am Gerät eingegeben, ist das H9000 umgehend in der Emote-Software ersichtlich. „Umgehend“ deswegen, weil alles beim H9000 etwas Zeit braucht. Vor allem das Booten mit endlosen 2,5 Minuten oder das Laden von Session, das kaum unter 5 Sekunden stattfindet. Über WiFi kann das H9000 auch nach Hause telefonieren und nach Firmware-Updates suchen, wenn die Benutzer es wollen. Das funktionierte problemlos. Neue Firmware kann aber auch offline über einen USB-Daten-Stick aufgespielt werden.

Eventide H9000 - Emote - FX-Chains

Eventide H9000 – Emote – FX-Chains

Auf der linken Seite der Software finden wir die Bibliothek für Session, FX-Ketten, Algorithmen Parameter und deren Presets auf jeder Ebene, die einfach per Drag’n’Drop in den entsprechend Slot im H9000 herübergezogen werden können.

Eventide H9000 - Emote - Algorithmen - AudioPorts

Eventide H9000 – Emote – Algorithmen – AudioPorts

Eine Suchfunktion gibt es auch. Für die Algorithmen sogar mit einem umfangreichen, aber festgelegten Tagging.

Eventide H9000 - Emote - Tags

Eventide H9000 – Emote – Tags

Hier begegnen uns auch wieder diverse Bekannte aus dem Eventide-Plugin-Katalog wie z. B. das Blackhole oder das SP2016 und dem Gros der digitalen Hardware-Geschichte von Eventide.

Eventide H9000 - Parameter (Oktal Compressor)

Eventide H9000 – Parameter (Oktal Compressor)

Das einzige was in der Software ein bisschen fisselig ist, ist das virtuelle Strippenziehen. Denn ein angeklickter Audioport bleibt so lange aktiv, bis er ein weiteres Mal angeklickt wird. Der Hintergrund ist die Möglichkeit, gleich mehrere Verbindungen von diesem Port aus zu instanziieren. Dadurch hat man aber schnell auch mal ein paar ungewollte Verbindungen gelegt. Aber das muss man nur wissen, dann ist alles gut.

Klang des H9000

Da sich das H9000 auch als Audiointerface nutzen lässt, musste es sich auch einer audiophilen Hörprobe unterziehen. Die einhellige Meinung bescheinigte dem H9000 durchaus einen Klang in der gehobenen Klasse – aber High-End ist dann doch was anderes.

Das H9000 konnte in der räumlichen Darstellung sowie Klarheit und Durchhörbarkeit des zugespielten Materials absolut überzeugen – solange es sich um die Höhen und Mitten und Raumabbildung handelte. Hier spielte das H9000 locker auf dem hohem Niveau eines UAD Apollo x6 oder sogar etwas darüber, auch wenn die Höhen nicht so seidig sind wie beim x6.

Im Bassbereich offenbarten sich dann allerdings merkwürdige Timing-Probleme, die der Musikalität leider deutlich den Drive raubten. Das war umso tragischer, da sich das Interface ansonsten präferenzlos dem zugespielten Material gegenüber verhielt. Aber es packte einen einfach nicht, das H9000 blieb eher distanziert.

Vergleiche Hardware vs Plugin / Audiobeispiele

Prämisse

Direkte Vergleiche zwischen dem H9000 über USB und Plugins sind schwer zu bewerkstelligen, denn allein schon der „spektrale Fingerabdruck“ und diverse Parameter sind in gleichnamigen Algorithmen anders geeicht. Es wurden, soweit möglich, identische Algorithmen des Plugins entgegengesetzt. Die Parametereinstellungen, ebenfalls soweit es geht identisch gewählt, sind in den Bildern dokumentiert. Die Lautstärke wurde per Gehör und Peak-Meter angeglichen.

Als Grundlage dienten die Dateien:

  • Drum/Sticks Original – Xils Labs STiX
  • U-He Repro1 Original (HQ-Modus)
  • Die WAV-Dateien sind in 44,1 kHz/24 Bit

Nur die Vergleichsbeispiele sind in WAV und MP3 hinterlegt. Weitere Demos ohne Plugin-Äquivalent sind nur in MP3.

Die Plugins wurden mit Kush TWK (Non-Linearisierung) und brainworx shredsread (Stereobreite)
angereichert, denn heutzutage beim „nur ein Plugin instanzieren“ In-The-Box-Mixen (und dann denken, man bekommt „den Sound“), das ist einfach realitätsfremd und das ist auch die Studiorealtiät, dem sich ein H9000 stellen muss. Außerdem „trickst“ es ja auch etwas.
Außerdem sind die Vergleiche selbstredend nur ein winziger Ausschnitt aus dem Effektkatalog des H9000.

Ergebnisse

Meist ist das H9000 heller (präsentere Höhen), meist ist es leiser (6 dB oder mehr), das H9000 generiert grundlegend eine breitere Stereobasis, die so nicht im Originalmaterial vorhanden ist, ohne jegliches Zutun des Anwenders.

In einem Spezialfall, dem Eventide Omnipressor, glaubt man kaum, es mit dem gleichen Algorithmus zu tun zu haben. Aus dem H9000 klingt der Omnipressor irgendwie „defekt“, denn er erzeugte fast immer ein digitales Klicken oder Schmatzen, das sich kaum unterbinden lässt, wie in dem Beispiel zu hören ist. Praktisch unbrauchbar. Nebenbei: Was sagt mir ein Kompressionsverhältnis von 0,6? Ist das logarithmisch oder linear? Mit so einem Wert kann man doch nicht arbeiten.

Auch andere Kompressionsalgorithmen scheinen diese Probleme zu haben und quittieren das gerne mit einem unmusikalischen Schmatzen. Einige mit mehr, andere, wie der Radio Compress, fast ohne Probleme, aber nach der Crème de la Crème der digitalen Kompression hört sich das dennoch nie an. Das scheint nicht die Stärke den H9000 zu sein. Nun ja, es wird ja auch als „Harmoninzer“ angepriesen und nicht als Kompressor.

Eventide H9000 - vs Omnipressor Plugin

Eventide H9000 – vs Omnipressor Plugin

 

Eventide H9000 - Radio Compress

Eventide H9000 – Radio Compress

 

Eventide H9000 - vs Instant Flanger MK2 Plugin

Eventide H9000 Instant Flanger – vs Instant Flanger MK2 Plugin

Auch die Unterschiede zwischen dem Flanger MK2/Phaser MK2 zu den H9000 Äquivalenten scheint sehr groß, wodurch sich kaum eine qualitative Aussage machen lässt. Beim Instant Flanger und Instant Phaser klingen die MK2 Plugins „hohler“ und im H900 „dichter“, aber mit deutlich weniger ausgeprägter Effektcharakteristik bei gleichen Parametereinstellungen. Was ist jetzt besser? Was ist „echt“?

Eventide H9000 - vs Instant Phaser MK2 Plugin

Eventide H9000 Instant Phaser – vs Instant Phaser MK2 Plugin

 

Eventide H9000 - vs Blackhole Plugin

Eventide H9000 Blackhole – vs Blackhole Plugin

 

Eventide H9000 (Pitchlfex) vs H3000

Eventide H9000 Pitchlfex vs H3000 Plugin

 

Eventide H9000 - vs Quadravox Plugin

Eventide H9000 Quadravox vs Quadravox Plugin

 

Eventide H9000 - vs SP2016 Reverb Plugin

Eventide H9000 SP2016 vs SP2016 Reverb Plugin

 

Eventide H9000 Plate - vs UltraReverb Plugin

Eventide H9000 Plate – vs UltraReverb (Plate2 )Plugin

Generell hat das H9000 zwar basismäßig gefühlt mehr „Ompf“ und definierteren „Klangkörper“, besonders deutlich bei den Reverbs und Delays. Es scheint aber auch auf die Generation der Eventide Plugins anzukommen. So schrumpft der klangliche Abstand, beispielsweise zwischen dem Blackhole und dem SP2016 aus dem H9000 und den Plugins, auf ein kaum feststellbares Maß zusammen. Da sind für mich nur noch ästhetische Unterschiede zu hören, keine qualitativen mehr.

Bei den Plugins muss man generell schon etwas mit Nicht-Linearisierern und Stereowerkzeugen arbeiten, um da von Haus aus mitzukommen, aber wer tut das nicht. Das ist schließlich die Quintessenz von Plugins: sich den Klang so zu meißeln, wie man ihn haben möchte und ja das ist ein Vorteil, wie auch mehr Arbeit.

Was das Erstellen von Multieffekten angeht, hat das H9000 aber klar die Nase vorne. Selbst in der DAW nur mal schnell zwei parallele Effekte zu summieren, ist schon nicht mehr ganz so schick, auch wenn mit Software wie DDMF Metaplugin, Plogue Bidule, Blue Cat Audio Patchwork oder dem Patcher in FL Studio das Gleiche und mehr möglich ist, erreichen diese nicht die Übersichtlichkeit und Eleganz des Routings im H9000. Da braucht man in der DAW sonst schon sehr viele Send-Busse.

Abschließend würde ich sagen, dass sich H9000 und Plugins – bis auf diese beiden Charakteristika „Oompf „und „Klangkörper“ – sehr ähnlich in der grundlegenden Qualität der Signalverarbeitung sind, aber keineswegs in ihrer Ästhetik. Das H9000 liefert von Haus aus gefälligere Ergebnisse, ohne viel Arbeit zu investieren – wenn man vom Finden des richtigen Algorithmus mal absieht. In der DAW muss man da schon dran „arbeiten“, womit sich der Abstand zur Hardware aber schon extrem verkleinern lässt. Ist das H9000 sein Geld wert? Ja, absolut. Kann man im Studio auch ohne auskommen: ja.

Kritik

Das H9000 ist zwar ein an sich hochwertiges Gerät, aber es gibt auch so einige Dinge, die einfach nicht ins Bild passen.

Da wäre zunächst die Geräuschkulisse des Lüfters! Selbst in 2 Meter Abstand ist das kaum auf Dauer auszuhalten, zumindest wenn man einen leisen Mac mini (2018) und SSDs gewohnt ist. Doch selbst meine 7200 RPM Festplatte (nicht leise) ist offen auf dem Tisch nicht mal ein Zehntel so laut wie das H9000. Wobei ja nicht der Lüfter direkt das Problem ist, sondern eher das Geräusch der Luftbewegungen. Der Stimmungskiller schlechthin.

Die zweite große Missgunst zog das Steuerkreuz auf sich, das sich schwammig anfühlt. Dazu wäre mir einer der Richtungstaster fast mal rausgesprungen nur beim Bedienen, als er sich verkantete, weil ich nicht die Mitte des Tasters getroffen hatte. Das Bediengefühl wirkt einfach nicht hochwertig für ein derartiges High-End-Gerät. Das schwere Daten-Rad und die anderen Tasten fühlen sich hingegen wertig an.

Auch dass man hier auf Taster und nicht einfach auf einen deutlich komfortableren Touchscreen gesetzt hat, will mir nicht in den Kopf. Und wenn es nur für die Namenseingabe gewesen wäre. Eine T9-Tastatur ist einfach nicht mehr zumutbar!

test Eventide H9000 R-Verison

Was den Preisunterschied zwischen R- und Normalversion angeht: Dafür dass es in den Möglichkeiten keinen Unterschied gibt, ist ein Obulus von 1.300,- Euro (UVP) schon sehr frech für die paar Bedienelemente und ein LCD. Zumal auch die Bedienung am Gerät nicht 100 % absturzsicher ist. Das passierte mir zweimal während meiner Testphase, ließ sich aber nicht reproduzieren.

Ein weiteres auffälliges Verhalten ist, dass sich das H9000 nicht automatisch auf die Samplerate am USB-Port einstellt. Das muss manuell am Gerät geschehen. Über AES, S/PDIF und ADAT geschieht es aber automatisch.

Stimmt die Samplerate am USB-Port nicht, hat das auch Auswirkungen auf die Emote-Software. Der Versuch, das Plugin in der DAW zu öffnen, sorgt dabei, zumindest in Reaper 6.0.5 für einen Absturz. Stimmt die Samplerate, ist alles in Ordnung.

Das Handbuch beschreibt zwar das Wichtigste und listet u. a. alle 9.751 Algorithmen auf, geht aber ansonsten nur auf die grundlegende Handhabung ein. Tiefergehendes Wissen wird nicht vermittelt.

Zuletzt wäre noch das verbaute Allerweltsnetzeil zu nennen, das für ein Gerät dieser Preisklasse einfach nicht angebracht ist und leider auch nachweislich in den Signalweg einstreut. Zumindest ist es leicht ersetzbar.

Dass die Bearbeitung in der Emote-Software nicht umfassend im Display des H9000 widergespiegelt wird, ist zwar schade, aber verschmerzbar. Immerhin werden die Parameterbewegungen gespiegelt, wenn man am Gerät ebenfalls die entsprechende Seite aufgerufen hat.

Fazit

Software oder Hardware? Nimmt man den Preisunterschied zwischen der Eventide Anthology XI für 1.749,- Euro und dem Eventide H9000R für 4.990,- Euro, ist das schon knackig für gefühlte 2% mehr an Klangkörper.

Auf jeden Fall erhält man mit dem H9000/R ein Gerät, das einen bis ans Lebensende beschäftigen wird, was das Ausloten der Effektmöglichkeiten und die Erweiterbarbarkeit betrifft und ja das meine ich absolut ernst. Das H9000 ist _die_ Verkörperung der Unendlichkeitsfluxmaschine und bei der Standalone-Version praktisch softwareunabhängig. Wobei die Bedienung per Emote-Software und WiFi-Anbindung schon sehr luxuriös ist, genau wie die Schnittstellenvielfalt.

Auch wenn nicht alles beim Eventide H9000 ins High-End-Bild passt, solange es sich um Reverb-, Delay- und Pitch-Effekte handelt, ist es für Produzenten und Musiker, denen das Beste gerade gut genug ist und die viel mit Live-Aufnahmen und -Gigs zu tun haben, ein Traum, daran besteht kein Zweifel! Und 1.600 Effekte griffbereit unter einem Dach zu haben, ist auch ein Wort!

Plus

  • Klang
  • kreative Möglichkeiten
  • Wartungsfreundlichkeit
  • Erweiterbarbeit
  • Schnittstellenvielfalt
  • Emote-Software

Minus

  • lauter Lüfter
  • Timing-Problem im Bass
  • Netzteil streut in den Signalweg ein
  • schwammiges Steuerkreuz
  • nur eine digitale Audio-Schnittstelle auf einmal nutzbar

Preis

  • H9000R: 4.990,- Euro
  • H9000: 6.749,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mfk  

    Bei den Nachteilen hätte ich den Test abgebrochen.
    Das Gerät ist quasi nicht nutzbar.
    Für 5000€ kann ist davon auszugehen, dass weder Lüfter noch Netzteil bemerkbar sind.

  2. Profilbild
    lightman  AHU

    Mit dem Teil hier haben sie den Bogen wohl überspannt. Ein wesentlicher Punkt bei der Benutzung von Hardware ist die Robustheit, die sie in der Regel gegenüber Software aufweist, das scheint hier (noch) nicht der Fall zu sein. Hakelige Bedienung und andere Unzulänglichkeiten sind bei einem Gerät dieser Preisklasse nicht akzeptabel, auch wenn es zugegebenermaßen sehr gut klingt.

    Schade, daß man sich scheinbar nicht mal mehr im High End-Bereich sicher sein kann, für sein Geld ein tatsächlich fertig entwickeltes Produkt zu kriegen.

  3. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Was ist denn eine „Maschischen“?

    Ist so wie in Berlin, Kantstraße — „Eh, Ali, geh’n wa mal wat schischen?“ — „Nee, Achmett, Schischabar ist zu, Alda.“ — „Okeh, schischen wa ma ’ne Molle.“ — „Achmett, tu Prothese.“

    Spaß beiseite: Bei diesem Eventide-Kram habe ich schon länger den Eindruck, daß man dort im Hause zu glauben scheint, man könne sich alles erlauben, der gute Name dient schon als Rechtfertigung für alles. Ich bin allerdings auch nie ein Eventide-Fanboy gewesen: Ich erinnere mich noch an das Entsetzen, das mich packte angesichts der Verarbeitungsqualität und des Lärmpegels des 910 und 949… danach war ich dann geheilt.

  4. Profilbild
    Marco Korda  AHU

    …und das absolute Killerargument ist, dass die Software nahezu gleich gut klingt. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass auch Eventide zwischendrin richtig gute Angebote macht und die Plugins dadurch noch einmal erheblich günstiger werden, gibt es so gut wie gar kein Argument mehr für diese (!) Hardware.
    Das, was wir an Hardware lieben, macht uns hier die Liebe kaputt. Das ist ja der totale Unsinn für einen horrenden Preis.

  5. Profilbild
    Henrik Fisch  

    »Neun – tausend – sieben – hundert – ein – und – fünzig« Algorithmen?!? Alter!!!

    Aber im Ernst: Die Hardware-Effekte von Eventide gehören zu meinen absoluten Traum-Maschinen. Nicht so sehr wegen der Effektqualität an sich – die ja obendrein bombe ist – sondern wegen der Möglichkeit, diese selber verschalten und an den umfangreichen Parametern jedes Effekts drehen zu können. Oh Mann!

    Ich feiere die Geräte von Eventide jedenfalls total ab. Schön, dass es noch solche Firmen gibt.

    Da ich mir so ein Gerät in absehbarer Zeit nicht werde leisten können – ein gebrauchter H3000 stünde schon eher auf der Einkaufsliste – sauge ich natürlich jedes Fitzelchen an Information auf, das ich finden kann. Dieser Test hier ist für mich privat persönlich deswegen so etwas wie ein »Ferrari Fahrbericht« und ähnlich wertig wie der sagenhafte 3teilige Test des »Waldorf Wave« von Peter Gorges in der Keyboards (den ich auch einmal im Jahr heraus krame und genüsslich lese).

    Danke für diesen Test! ? ? ? ?

  6. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    „…Warum hier nicht die Steuerung auch über USB erfolgen kann … oder man wollte die USB-Audiodaten frei von möglichen anderen Einflüssen haben…“

    USB ist beileibe nicht die unproblematischste Schnittstelle im Universum. Bei einer gegebenen Wahl zwischen LAN und USB gibt es nur eine Richtige. Gehen wir mal davon aus, dass jemand, der sich „nur“ das Multieffektgerät für fast 7.000€ ins Rack schraubt mit Sicherheit 10 Geräte und mehr im Raum hat, die einen USB-Anschluß bieten, so sollte klar sien, dass jedes dieser Geräte den Host belastet. Anders als beispielsweise Firewire (r.i.p.), das die Rechenleistung über die Schnittstelle selbst gewährleistet. Dies gilt wohl auch für die LAN Schnittstelle. Außerdem ist die Signalverteilung, wie Du schon erwähnt hast, über Hubs deutlich flexibler und die Kabellängen mit 100m mehr als ausreichend. Möglichen Netto!Datenraten bei 100MBit und 1GB sprechen ebenfalls für die „alte“
    LAN-Technik. Selbst das (vollständige) MIDI-Trio ist löblich trotz! USB. ;-)

    Auch wenn der Artikel gut geschrieben ist, fehlt mir ein wenig die gebotene „Schärfe“ bei einem Gerät das schlicht das Beste sein möchte. Das erinnert an Ferraris der 80er Jahre, die mit FIAT-Teilen bestückt und/oder schlecht verarbeitet waren.

    …ist aber nur meine Meinung. Wiederlegungen gern gesehen.

  7. Profilbild
    Anthony Rother  

    Danke für den Artikel.

    Es ist wirklich eine absolute Traummaschine.

    Aber leider wurde beim Konzept der Bedienung einzig und alleine auf PlugIn Software und Midi Controller gesetzt. Gerade bei einem H9000 möchte man doch an den Parametern drehen und das mit einer ordentlichen Remote wo die Parameter der Algos automatisch gemapped werden.

    Die fehlende Remote ist für mich der größte Minuspunkt, dadurch fehlt der Zugang zum editieren. Schade aber vielleicht kommt die Remote ja noch…

  8. Profilbild
    Philipp  

    In dem Preisbereich wäre ich definitiv nicht bereit mit nem schwammigen Bedienelement, Netzteileinstreuungen, lauten Lüftern oder Wandlern die nicht absolut non-plus Ultra sind (da würde ich etwas von der Klasse eines Apogee Sym­phony erwarten für das Geld) zu leben.

    Die Audiobeispiele sind okay, aber hauen mich auch nicht vom Hocker, da sehe ich den Vorteil Hardware gegenüber Plug Ins dann einfach nicht.

    Wie verhält es sich bei rein digitalem Signalweg, beziehen sich die angesprochenen Störgeräusche nur auf den analogen Weg?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi Phillip,

      also bei einer Einstreuung die den absolut erstklassigen Rauschabstand bei -150 punktuell um 25 dB anhebt würde ich nicht unbedingt von „Störgeräusch“ sprechen. Da sollte man die Kirche im Dorf lassen. Zumal das auch ein externer Effekt, also von meiner Stromversorgung verursacht sein könnte. Bei Studios mit „gereinigter“ Stromversorgung würde das wohl eher nicht vorkommen. Hier kann man Eventide allenfalls vorwerfen, dass sie selbst keine Entstörmaßnahmen getroffen haben, sondern darauf bauen, das die Nutzer da schon vorgesorgt haben.

      Alle Messungen sind Loop-Tests (DA/AD).

      Der Vorteil der Hardware liegt beim Live-Tracking bzw. als Live-Effektgerät. In bin im Test jetzt nicht darauf eingegangen, außer de Erwähnung im Fazit, aber Latenzen im Standalonebetrieb sind nicht wahrnehmbar.
      Manche Musiker spielen eben gerne mit Effekten ein wegen dem Vibe.

      hoffe das beantwortet die Frage.
      :)

      • Profilbild
        Philipp  

        Hallo Markus, vielen Dank für die Rückinfo.

        Klar das Gerät richtet sich sicher eher an größere Studios wo es in nem Serverrack im separaten Raum verschwindet, der Lüfter dann wohl auch vernachlässigen ist und sonstige Vorkehrungen getroffen sind dass nichts einstreut.

        Aber so oder so bei der heutigen Rechenleistung Macs / PCs und der hohen Qualität der Effekt Plug Ins auch aus gleichem Hause sehe ich einfach wenig Argumente für die Hardware in der Form und vorallem zu dem Preis.

        Was mich sehr freut das Ihr inzwischen öfter mal das Innenleben der Geräte zeigt (so kann ich nun auch ganz gut verschmerzen mir damals keinen Korg Arp 2600 bestellt zu haben).

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Ja, absolut! Plugins haben in den letzten 10 Jahren extrem aufgeholt und der Prozess wird sich fortsetzen. Es ist nur, wie im Text beschreiben immer noch mehr Arbeit nötig und hier scheidet sich dann IMHO auch die Spreu vom Weizen bei den DAW-Usern.

          :)

  9. Profilbild
    Gerd Lange  

    Bei einem Preis von ca. 5.000 Euro darf es das nicht geben:
    lauter Lüfter,
    Timing-Problem im Bass,
    Netzteil streut in den Signalweg ein,
    schwammiges Steuerkreuz,
    nur eine digitale Audio-Schnittstelle auf einmal nutzbar.
    Eigentlich kaum zu glauben, dass das Gerät so für einen Test zur Verfügung gestellt wurde.

  10. Profilbild
    alebiege

    Da ich den H9000 besitze, kann ich durchaus den zwiespältigen Eindruck nachvollziehen. Zum Glück konnte ich den H9000 gebraucht für unter 5000 EUR kaufen. Mehr ist er mir auch nicht wert.
    Der Neupreis von 6700 EUR ist exorbitant, insbesondere weil Eventide nicht darauf geachtet hat, das Gerät ein wenig exklusiv zu halten, so dass bestimmte Algorithmen meinetwegen nur für den H9000 reserviert sind. Manchmal stürzt das Gerät beim Editieren über das Bedienteil sogar ab. Zum Glück merkt er sich die letzte Einstellung. Tatsächlich laufen aber andere Sachen sehr zuverlässig. Ich nutze das Teil über ADAT und es bewirkt schon ein Gänsehautgefühl, wenn man mal eben 4 Effektketten mit je 4 Algos über 4 Stereokanäle um sich werfen kann. Ich spare mir so ein Audiointerface. Immerhin. Einstreuungen konnte ich bisher nicht wahrnehmen.
    Man kann auch sehr schnell irre gut klingende Effekte from scratch zusammen kombinieren. Die Anthology XI klingt tatsächlich nicht so sahnig wie die Hardware (ja, die letzten 5%), gerade Hall und Pitch Delay Reverbs klingen einfach on point und immer fett.
    Die Emote erinnert mich vom Handling her stark an die MOTU AVB Audiointerfaces, wo man die Einstellungen, Mixer etc im Browser vornimmt. Insgesamt ist es dann am Ende doch kein Schnäppchen, aber der Klang, der Klang, der Klang. Einfach Sonne.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hallo One,
      herzlichn Dank fürs mitteilen Deiner Langzeiterfahrungen! Freut mich natürlich, dass meine Erfahrungen auch von Dir nachvollziehbar sind und ja bei allen Kritikpunkten, wenn man das H9000 erstmal vor sicch stehen hat sind die Möglichkeiten und die Effektqualitä schon beeindruckend.

      Grüße,
      M.

    • Profilbild
      swellkoerper  AHU

      Die Sache mit der Exklusivität wird nach meinem Empfinden schon allein durch die Existenz des H9000 sichergestellt. Das Teil ist doch mehr ein Statement als wirtschaftliche Notwendigkeit für Eventide, nicht?
      Persönlich mag ich an meinen Effektboxen rumschrauben, und damit meine ich nicht Data Wheel und Touchscreen. Ich bin manchmal versucht, meine drei Factor-Pedale gegen so etwas wie ein Eclipse ode DSP4000 einzutauschen, verwerfe die Idee aber immer wieder.

  11. Profilbild
    alebiege

    Man sollte vielleicht auch beachten, was die anderen Eventides momentan so kosten und können und wie sie bedient werden (Kontext). Sieht man auf den Gebrauchtmarkt, was ein Eclipse, Orville oder H3000 kostet, ist man mit dem H9000 in Relation sehr gut bedient, jedoch fängt man gleich ganz oben an, deshalb wird der Blick natürlich strenger, zumal man sich am Anfang mental sicher immer an den gerade aufgelösten Sparvertrag erinnern wird. Dem zum Trotz nehme ich auch die sehr seltenen Abstürze hin, die ja nur dann aufgetreten sind, wenn man am Gerät editiert. Im allg. Betrieb läuft der Kasten sehr zuverlässig. Mit Emote habe ich noch keinen Absturz provozieren können. Jagt man massig Controller- oder analoge Steuerdaten hinein verhält sich der H9000 auch sehr stabil.
    Die negativen Emotionen hier führe ich auf Erfahrungsarmut zurück. Jeder der das Geld übrig hat und sich den Kasten ins Studio stellt, wird ihn mögen. Das Gerät macht einfach Spaß, weil die Vorteile überwiegen. Die Vergleiche deiner WAVs oben sind zwar analytisch interessant, aber so richtig Klick macht es erst, wenn man mit eigenen Ideen realtime im Studio sitzt und dann mal den H9000 dazugibt und ihn für eigene Zwecke einsetzt. Ich wette alle Nörgler, Hysteriker und Zweifler würden sofort verstummen und sich in stiller Demut üben, um hiernach sofort große klangästhetische Pläne zu schmieden.

    Macht’s mal gut ihr Lieben und bleibt verschont von allem Schlechten dieser Welt ;) !

  12. Profilbild
    g.scherer  RED

    Bei den Klangbeispielen der Modulationseffekte (Kompression nehme ich mal aus, dafür kauft man sich eh kein digitales Outboard) ist das H9000 durchweg klar besser. Es klingt knackig und dynamisch, groß und luftig, die Plugins dagegen bedämpft und muffig. Fertiger, schöner, teuer. Eigentlich so, wie ich aus unzähligen eigenen Tests Hardware vs. Plugin kenne, auch analog vs digital. Diese dynamische Stabilität und Klarheit sorgt dafür, dass die Spuren besser im Mix funktionieren und man mehr Effekt verwenden kann, ohne dass es matschig wird.

    Warum das so ist wäre wieder die spannende Frage…

    > 5000 € für eine Kiste voller Digitaltechnik mit einigen Macken ist schon viel. Für das Geld schraube ich persönlich mir lieber spezialisierte alte Klassiker mit richtig Mojo ins Rack.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Da das H9000 nun auch CPUs benutzt anstatt DSPs kann der Klangunterschied daran nicht mehr liegen.

      Wenn man allerdings sieht, dass quasi für jeden Effekt 1 ganzer CPU-Core zur Verfügung steht – anstatt den üblichen 0,5 bis 10% bei einem Plugin – kann man mal davon ausgehen, dass die Berechnungstiefe deutlich nach oben geschraubt wurde.

      Das kann man bei einem Plugin derzeit verkauftechnisch so (noch) nicht bringen. Wird aber nur eine Frage der Zeit sein.

      meine 2 cents
      :)

      • Profilbild
        g.scherer  RED

        Digitaleffekte aus den 80ern und 90ern klingen auch knackiger, trotz teils deutlich begrenzterer Rechenleistung. Aus meiner Sicht ist nach wie vor völlig unklar, woran es liegt. „Eine Frage der Zeit“ ist es seit 20 Jahren. ;-)

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Nun ja, der Zenith der anlaogen Technik hat auch mal locker 40 Jahre (ca. 1940 bis 1980) gebraucht um das zu werden, was ihn so legendär gemacht hat.

          :)

  13. Profilbild
    Spartakus  

    Es ist vielleicht 20 Jahre her, da war ich mit meinem EMU Sampler im Tonstudio. Der Tontechniker benutzte ein Eventide für die Effekte und die Violinen klangen, als ob ich im Konzertsaal sitze und ein ganzes Streichquartett spielt. Das sind so positive aha Erlebnisse, die man nicht vergißt. Welches Gerät von Eventide verwendet wurde, weiß ich allerdings nicht mehr.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.