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Test: Sonible true balance, true level, Metering-Plug-ins für die DAW

Kommt hier das "wahre" Metering?

5. Dezember 2022
metering bundle true level balance sonible

Sonible true balance, true level, Metering-Plug-ins für die DAW

Passend zum Fest kommt ein neues Metering-Bundle mit zwei Plug-ins aus Graz in den Handel: Sonible true:balance und Sonible true:level heißen die beiden neuen Plug-ins aus Österreich. Sonible true:balance soll helfen, das Frequenzspektrum im Blick zu behalten und Sonible true:level soll Gleiches für den Pegel bewerkstelligen. Auf den ersten und zweiten Blick keine allzu neue Idee. Allerdings ist die Entwicklungsabteilung bei Sonible für Software bekannt, die das Thema KI groß in der Beschreibung trägt. So gesehen ist die Erwartungshaltung hoch, aber der Reihe nach.

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Während true:level noch eher mit dem Marktbegleitern vergleichbar scheint, trifft das für true:balance nicht so ganz zu: Es ist ein spezieller Analyzer, der wenig mit den meisten Konkurrenten gemein hat.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Wie kommt das Metering-Bundle auf den Rechner?

Sonible true:balance und Sonible true:level kommen ohne eigenes Produkt-Portal oder sonstiges Company-Tool aus und werden als einzelne Installer aus dem Internet heruntergeladen. Danach folgt die Installation auf der heimischen Festplatte – pardon SSD. Die Lizenz wird als Code beim Installationsprozess eingegeben, ein iLok oder dergleichen ist nicht notwendig, trotzdem kann die Lizenz auf den iLok übertragen werden – die Anwenderschaft hat die Wahl, so sollte es sein.

Auch keine große Überraschung: Das Ganze läuft extrem lautlos und geschmeidig ab, wie heute üblich. Auf PC und Mac werden VST2 und 3 sowie AAX supportet, auf dem Mac natürlich auch AU. Metering bis 5.1 ist möglich, Abtastraten werden bis 192 kHz unterstützt.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Es kann so einfach sein …

Die Apple Silicon Unterstützung ist nativ, was in diesen Zeiten auch zum guten Ton gehören sollte. Durchstarten können Rechner mit Windows 10 (64 Bit) oder höher bzw. OSX 10.12 oder höher. 4 GB RAM und eine CPU ab i5 sind heute auch keine echten Hürden mehr. Allerdings sollte eine GPU und OpenGL-Support ab Version 3.2 gegeben sein. Die Optik des Metering orientiert sich an bereits bekannten Sonible Plug-ins wie bspw. dem Sonible Smart Limit.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Die Lizenz wird beim ersten Start aktiviert

Sonible true:balance

Der Analyzer im Duo ist true:balance. Hauptzweck dieses Analyzers ist es, die Frequenzverteilung (in erster Linie in drei Frequenzbändern) der eigenen Mischung/des eigenen Masters mit Referenzwerten aus (vergleichbaren) anderen Mischungen in Relation zu setzen. Wer jetzt allerdings präzise und objektive Analyse erwartet hat, wird enttäuscht. Das kann Sonible true:balance nicht – trotz des Wortes „true“ im Namen. Wird rosa Rauschen (Pink Noise) dem Plug-in zugeführt, dann zeigt es keine horizontale Linie und auch keine abfallende (oder aufsteigende) Linie, sondern irgendetwas anderes (wie im Bild zu sehen) – eine Ungenauigkeit.

Sonible Metering Bundle Download

Sonible Metering Bundle Download

Kundenbewertung:
(1)

Wer nun dachte, er wisse, wie man Analyzer liest, fängt hierbei wieder bei Null an. Selbstverständlich kann der Hersteller eine Art Balancing vorschalten – warum auch nicht. Ein technisch akkurates Metering sollte aber auch als Option zuschaltbar sein! Da ein solches Analyzing durchaus notwendig werden kann, wird hier ein zweiter Analyzer benötigt. Warum macht es Sonible nicht zuschaltbar? Es wären wenige Zeilen Programmcode. Leider ist im jetzigen Auslieferungszustand ein objektives Beurteilen des Frequenzspektrums nicht möglich (soll bspw. eine Abhöre eingemessen oder überprüft werden).

Sonible true:balance und Sonible true:level

Die Plug-ins sind startklar

In Sonible true:balance werden Referenz-Musikstile angegeben. Das Plug-in zeigt dann ein Ziel-Balancing an und mahnt, wenn die Producerin oder der Mix-Engineer „über die Stränge“ schlagen. Innovation im Sound ist somit (zumindest latent) erstmal raus – schade. Die Referenzwerte bzw. die Warnings des Plug-ins erschließen sich auf Anwenderseite nicht immer intuitiv. Evtl. besteht dadurch die Gefahr, dass die Person vor dem Bildschirm nicht mehr mischt (bzw. mastert), sondern versucht, den Sound in die passenden Zahlenwerte zu quetschen. Gibt das Plug-in an, dass einzelne Werte noch nicht genau genug passen, werden die Parameter der Plug-in-Chain so weit verändert, bis es in die Darstellung von Sonible true:balance passt – ein bissen wie „Malen nach Zahlen“. Das klingt ein wenig nach „betreutem Mischen“. Starre „Average-Werte“ für etwas so Lebendiges wie eine Audiomischung mögen für den Loudness-Mix funktionieren, aber bei ästhetischen Parametern kommen solche Ansätze an Grenzen.

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Hier im Test wurde mittels EQ rosa Rauschen „passend“ für die Meter gemacht – den Gehörtest besteht dieser „Sound“ indes natürlich nicht! Im Test wurden auch erfolgreiche Hit-Produktionen vom Plug-in als noch nicht akkurat moniert – bei passendem Musikstil und Zeitepoche im Setup. Diese statistischen Empfehlungen haben eben Grenzen. Daher ist das parallele kritische Prüfen mit den Ohren unerlässlich. Das führt auch vor Augen: Analyzer (und Meter generell) sind als Unterstützung zu sehen und ersetzen nicht die Arbeit mit dem Gehör – egal welcher Hersteller und welche Plug-in-Philosophie.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Ein rosa Rauschen so „hingebogen“, dass es in die Vorgaben (zumindest bei true:balance) „halbwegs“ passt. Der Klang des Ergebnisses kann natürlich nicht überzeugen.

Bereits vor etlichen Jahren wurden die ersten Equalizer-Plug-ins präsentiert, die die Frequenzverteilung einer Referenz-Mischung „lernen“ und diese dann auf das eigene Projekt anwenden. Nicht selten waren diese Ergebnisse wenig bis gar nicht überzeugend (natürlich nicht immer). Klar ist: Die Leute vor dem Mischpult machen den Sound, nicht die Effekte und Plug-ins.
Immerhin lassen sich eigene Titel in das Plug-in laden, die – nach kurzer Analyse – als Referenz dienen können. Somit kann also die Lieblings-DJane oder der Lieblings-Producer – vom Spektrum her – recht trefflich kopiert werden, zumindest in der Theorie. Mit dieser Funktion lässt sich – speziell beim Mastering – der Gesamtsound eines Album-Projektes sehr gut im Blick behalten, so dass die Stücke am Ende klanglich sehr gut zusammenpassen. Für solche Nuancen ist dieses Plug-in besonders gut gerüstet, beim Entwickeln eines eigenständigen Grundsounds eventuell eher nicht.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Rosa Rauschen kann true:balance nicht korrekt darstellen

Sonible true:level

Das zweite Plug-in im Bundle hört auf den Namen Sonible true:level und hat den Pegel des Mixes im Blick. Hierbei ist vor allem die Dynamik und die Loudness im Fokus. Bei der Dynamik-Messung geht Sonible nicht ganz den Mainstream-Weg. Es wird weder die absolute Dynamik (Maximal-Pegel gegen Minimal-Pegel), noch die Peak to long-term loudness ratio (PLR) verwendet, sondern die Peak to short-term loudness ratio (PSR). Darauf weist Sonible explizit im Handbuch hin.

Der Hersteller hat bei Messreihen mit dieser Technik ein zufriedenstellenderes Ergebnis erzielt als bei den üblicheren Methoden. Eine zweischneidige Sache: Einerseits sehr gut, dass Sonible sich hierzu Gendanken macht und eigene Lösungen anbietet, andererseits sinkt die Vergleichbarkeit mit anderen Messwerkzeugen. Die Signifikanz dieser Abweichung erscheint jedoch weniger groß. Vorbildlich ist auf jeden Fall, dass hierüber im Handbuch genau aufgeklärt wird – wenn das mal alle anderen auch so gewissenhaft erledigen würden.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Viele Profile und Vorgaben sind verfügbar

Natürlich macht Sonible true:level genau das, was es soll: Es werden Peak- (sogar TruePeak-) Meterings umgesetzt und der Loudness-Teil des Meters bietet etliche Vorgaben und Verfahren an. Ein paar der Standard-Broadcast-Messmethoden (bspw. ATSC) fehlen, aber der Fokus liegt bei diesem Meter nicht bei Streaming und Broadcasting, geht also in Ordnung.
Eine weitere kleine Ungenauigkeit fällt auch hier auf: Wird für die Loudness händisch eine Toleranz angegeben, dann wird diese ebenso wie der Zielwert in LUFS angegeben. Das ist allerdings falsch: LUFS ist ein absoluter Pegel, somit muss die Toleranz in LU angegeben werden. Sicher wird die eine oder der andere diese Hinweise als Erbsenzählerei bezeichnen, allerdings drängt sich die Frage auf, wenn es an der Oberfläche kleinere (aber grundlegende) Fehler gibt, wie sieht es unter der Haube aus?

Sonible true:balance und Sonible true:level

Monocheck in true:balance

Die Einstellung von Referenzwerten und die Nutzung der Referenz-Tracks funktioniert genauso wie bei Sonible true:balance. Sehr gut, dass diese Features so konsequent einheitlich umgesetzt werden, das macht leider auch nicht jeder Marktbegleiter so.

Etwas schade ist, dass nicht alle drei Loudness-Werte (Momentary, Short-Term und Integrated) gleichzeitig angezeigt werden können. Als reines Loudness-Meter ist es optisch nicht so gut gelöst wie viele Mitbewerber.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Dieser Song war 2003 die erfolgreichste Single weltweit

Praxis: Sonible true:balance und Sonible true:level

Das Sonible Mastering-Bundle hat – stärker als andere Vertreter dieser Zunft – stark ausgeprägt zwei Seiten: Standard-Metering-Aufgaben sind mit dem Duo zwar im Großen und Ganzen lösbar, es tun sich jedoch Grenzen auf: Die Frequenzgewichtung von Sonible true:balance erzeugt – rein technisch – ein vollkommen falsches Bild! Für echte Messaufgaben ist Sonible true:balance damit einfach raus. Ich höre schon die Rufe, dass das doch Individualität sei und für die technischen Aufgaben ein zweites Plug-in fluchs installiert sei. Das mag wohl sein, aber warum brauche ich zwei Plug-ins für eine und dieselbe Grundfunktion? Das erscheint nicht sinnvoll.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Rechts müsste es „LU“ heißen …

Metering-Tools sollten etwas Objektives anzeigen können und das sehe ich bei Sonible true:balance nicht. Daher bin ich hier hin und her gerissen: Der Techniker in mir sagt: Das ist so nicht sinnvoll, der Dienstleister, der „Masters wie XY“ abliefern soll, sagt: Endlich ein gutes Tool, das auf Statistik beruht.

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Vermutlich tue ich dem Sonible Mastering-Bundle bitter Unrecht, wenn ich es mit RTW, Nugen, FLUX Analyzer oder Pinguin vergleiche. Bewusst muss aber jeder und jedem sein, dass dieses Bundle eben nicht die Standards bedient, sondern eine eigene Welt aufmacht. Ob das nun gut oder schlecht ist, sollte ein jeder und jede für sich selbst entscheiden.

Und trotzdem: Das Sonible Mastering-Bundle wird ein Stück dazu beitragen, dass Musik noch weiter durchformatiert und durchkodifiziert wird und das ist durchaus schade. Nebenbei: Die wenigsten Publisher erlauben es, für jedes Portal eigene Dateiversionen anzubieten. Es wird allzu oft nur ein Master hochgeladen, das an die verschiedenen Portale geliefert wird. Diese generieren dann die Files für den eigenen Bedarf. Somit sind viele der hier angezeigten Parameter/Zielreferenzen zwar nett, aber kaum von essentieller Bedeutung sein werden.

Sonible true:balance und Sonible true:level

Fragen kann man ja mal …

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Fazit

Im Sonible Metering-Bundle sind recht gute Tools enthalten, wenn der eigene Mix mit anderen ähnlichen Genres in Relation gesetzt werden soll. Für objektives Metering ist Sonible true:balance dagegen nicht gemacht. Sollten Meter diese aber nicht (auch) anbieten können? Kleinere Ungenauigkeiten trüben das Gesamtbild doch etwas.

Wer ein Standard-Meter sucht, ist bei diesen beiden Kandidaten komplett falsch. Wer jedoch eine individuelle Metering-Lösung sucht und möglichst den Sound von Referenz-Tracks nacheifern möchte, ist hier goldrichtig. Immerhin: Bei dem Preis kann man nichts falsch machen.

Plus

  • Design recht aufgeräumt
  • bis zu acht eigene Referenz-Tracks möglich
  • Tutorial-Videos vom Hersteller
  • Handbücher machen einen guten Eindruck
  • sehr günstiger Preis

Minus

  • Frequenz-Balancing von true:balance ist fragwürdig
  • ShortTerm, Momentary und Integrated nicht gleichzeitig im Blick
  • zu wenige Loudness-Metering-Verfahren inkludiert

Preis

  • Bundle Aktionspreis: 69,- Euro
  • Einzelpreis pro Plug-in Aktionspreis: 49,- Euro
  • Nach dem 8.12.2022: Bundle: 99,- Euro, Einzelpreis pro Plug-in: 69,- Euro
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Forum
    • Profilbild
      chrizzler82

      ich habe aufgrund des berichts ausreichend infos bekommen, die mich in meinem fall nicht zum kauf anregen…es gibt für so viele andere, zum teil free tools, mit denen ich schon länger arbeite, die mir zwar nicht in nur einem plugin, aber in summe die ergebnisse liefern, die mir wichtig sind!

  1. Profilbild
    mdesign AHU

    mir als medien-ingenieur ist diese apple-isierung der audio- und videowelt sehr zuwider. bloß nicht mit technischen standards auseinandersetzen, bloß kein technisches metering, das verwirrt nur. stattdessen irgendwelche halb- oder vollautomatischen plugs und bunte GUIs, die irgendetwas machen, das der user im detail meist gar nicht durchschaut. das geht oft gut, aber oft eben auch nicht. und professionell geht anders.

  2. Profilbild
    SoundForger2000

    Alles was ich zu diesen beiden Plugins bisher gelesen und gesehen (YouTube) habe hat mich in keinster Weise veranlasst, diese zu erwerben. Ich muß mich der Kritik leider anschließen. Durch viele derartige Produkte erfolgt eine immer größere Nivellierung, sowohl was Loudness betrifft, als auch Klangqualität. Es scheint inzwischen primär darum zu gehen, auf Musikplattformen ausgerichtet zu produzieren. Leider aber sind DIE definitiv kein Qualitätsmaßstab. So wie übrigens auch sehr viele moderne Studioproduktionen die noch physische Datenträger im Sinn haben !

    Auch daß ein Track erfolgreich ist, hat mit Klangqualität meist gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Somit ist zumindest für mich, Erfolg NULL Qualifikation in Sachen Qualität. Die Masse, für die produziert wird, weiß selbige gar nicht mehr zu schätzen.

    Vergleich und infolge Adaption an Erfolgsnummern und Streamingstandards durch Produkte wie diese, senkt imho das Niveau immer weiter. 😕

    Mit „KI“-Produkten wie diesen läßt sich aber offenbar ordentlich Kohle machen.

  3. Profilbild
    Marco Korda AHU

    Ich schließe mich meinen Vorrednern weitgehend an. Was ich am meisten bedauere ist, dass es ja dazu hin tendiert, sich nicht mehr auf die Ohren sondern auf die Augen verlassen zu wollen. Dazu werden solche Tools erfunden, die dann noch versprechen, KI-gestützt das „perfekte Master“ zaubern zu können.
    Wer dies logisch betrachtet, wird erkennen, dass dies vollkommen unzureichend ist. Das Ohr lässt sich nicht ersetzen und das muss trainiert werden. Diese Zeit will scheinbar keiner mehr aufbringen.

    • Profilbild
      Florian Scholz RED

      Moin,
      das diese Plug-ins KI benutzen, wird meines wissens nach nicht behauptet, oder? Es mag zwar sein, dass dieses Bundle „in sich logisch und funktional“ ist, aber – wie Du richtig sagst – im großen Kontext eher nicht so der „Bringer“ ist… schade, Chance vertan.

      LG
      F

  4. Profilbild
    Flowwater AHU

    Schade, sehr schade. Ich hatte gehofft, dass man hier als Mix/Master-Einsteiger tatsächlich eine kleine computerisierte Hilfe an die Hand bekommt, so dass man ungefähr abschätzen kann, ob man nicht völlig daneben liegt. Eine »perfekte« Hilfe will ich sowieso nicht, und zwar aus den von meinen Vorrednern genannten Gründen. Als Künstler will ich selber entscheiden dürfen, dass der Bass vielleicht heftiger als üblich rüber kommt oder die Höhen mal bewusst etwas höher geschraubt sind. Meine Musik läuft sowieso nicht im Radio und/oder Charts. Sie passt deswegen auch vermutlich in keine der von »true:balance« vorgeschlagenen Kategorien. »Electronic« hat ja schon dutzende Unterkategorien, und »Dub« hat sicherlich ein komplett anderes Klangspektrum als »Acid«.

    Aber so ein kleines bisschen Hilfe wäre echt nicht schlecht gewesen. Bleibt also weiterhin nur: Abhören, abhören, abhören, mit verschiedensten Abhören … und hoffen, dass nicht zufällig bei allen irgend ein nerviges Spektrum gleichermaßen verzerrt wird. Oder einen Mastering-Ingenieur anheuern (was natürlich die beste Lösung ist).

    Nebenbemerkung
    Diese Sache mit dem »Pink Noise«: Dazu würde ich gerne mal einen Praxis-Artikel lesen, wozu man das benutzt. Ich kann mir schon ein bisschen was zusammen reimen, von wegen »Gleichgewichtung des Rauschens nach dem menschlichen Gehör« und so. Aber weitere Infos wären sehr willkommen.

    • Profilbild
      Tandrin

      Ich habe gerade unten einen längeren Kommentar dazu abgegeben. Das mit dem Rosa Rauschen halte ich persönlich für Müll um irgendwas musikalisch damit abzugleichen. Erstens ist RR linear, das menschliche Gehör nicht (außer bei einer ganz bestimmten Lautstärke die sehr hoch ist).

      Zudem hat Rosa Rauschen gleichmäßig viel UND Häufig alle Frequenzen (inkl Bass und Höhen). In vernünftiger Musik passiert aber viel in den Mitten und einiges im Bass und am wenigsten in den höchsten Höhen. Mit anderen Worten nicht permanent alles überall (Dynamik!).

      Rosa rauschen ist gut wenn man etwas technisch durchmessen will was NULL dynamik hat. Zb. ein EQ (ohne Röhren, möglichst ein DigitalEQ). Aber im musikalischen Bereich finde ich Rosa Rauschen unbrauchbar. (außer vllt gerade so als absichtliche Rauschquelle in einem Syntheziser).

      Wenn du etwas über die Gewichtung des menschlichen Gehörs wissen willst (und deren Abhängikeit zur Lautstärke) informiere die über Fletcher Munson (und seine Kurve). Nette Sache. Hilft aber auch nicht beim Musik machen, denn da regiert am Ende das Ohr und die Musikstilvorliebe (persönlicher Geschmack).

      Analyzer wie die obig reviewten dienen dazu zu vergleichen was der Rest der Welt so mag. Nicht ein persönliches Ideal.

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        Nur zur Klärung:

        Meine Anmerkung zu »Rosa Rauschen« bezog sich generell auf einen evtl. Wissensartikel und nicht auf »true:balance«.

        Trotzdem sollte die Software eigentlich eine mehr oder minder gleichmäßig an-, ab-, oder sonstwas fallendes Spektrogramm zeigen, wie es jeder (!) andere Spektrogramm-Analyzer auch tut. Da die Software dieses offenbar nicht tut, sondern irgendwelche Dellen hineinzeichnet, bin ich genau wie der Autor dieses Beitrags sehr skeptisch, was Sonible da eigentlich macht.

        > Zudem hat Rosa Rauschen gleichmäßig viel UND Häufig alle Frequenzen […]

        Das ist laut Wikipedia und einigen anderen Dokumentationen, die ich konsultiert habe, nicht ganz korrekt. Denn Rosa Rauschen hat über das Frequenzspektrum verteilt einen gewissen Abfall an seiner Energie (im WP-Artikel steht etwas von 1-3 dB pro Oktave). Das was Du beschriebst wäre »Weißes Rauschen«.

        • Profilbild
          Tandrin

          Sorry, ungenau ausgedrückt.

          Rauschen (egal ob pink, white oder brown) hat in einer Frequenz in einem beliebigen Zeitabschnitt die gleiche Menge „Ereignisse“ mit einer Dynamik = 0 (alle Ereignisse sind gleich laut) je Frequenz. Nur die Amplitude fällt ab um einen bestimmten Quotienten (White Noise ausgenommen, da ist auch die Amplitude gleich je Frequenz).

          Noise hat keine Dynamik (kein Laut leise) je Frequenz sondern eine festgesetzte Lautstärke die sich aus white (alle gleich) pink und brown (jeweils um einen Quotienten abfallend) zusammensetzt.

          Musik kennt laut/leise. In der Musik sind die mittleren Frequenzen am häufigsten (meistens jedenfalls :)) und Bass und Höhen weniger zeitlich betrachtet (NICHT auf die Amplitude bezogen). Und das rechnen Izotopes Balance Control und Sonibles Balance mit rein. Und exakt deswegen ergibt die Analyse von pink Noise (dem „musikalischen“ Noise“) nicht eine Delle in den Mitten sondern dass zuviel Bass und zuviel Höhen drin sind.

          Kurzum: Die Zeitspanne spielt in der Verteilung der Häufigkeit von Musik eine wesentliche Rolle. Deshalb ist das wohl in den modernen Analyzern mit eingerechnet.

          Für mich ist das Ergebnis das eine Noise Kurve EBEN NICHT aussieht wie Musik in den genannten Analyzern gerade das Qualitätsmerkmal. Und das warum es genau so aussieht ist logisch erklärbar.

          • Profilbild
            Tandrin

            Wenn ich die Amplitude messen will nehm ich ein Tool das nur die Amplitude misst. Wenn ich Amplitude UND Dynamik im Zeitverlauf (Häufigkeit) zugleich messen will, dann nehme ich solche Analyzer.

            Und gerade bei Sonible spielt die Dynamik im Zeitverlauf eine große Rolle. Beim Tool TrueLevel gibt es sogar eine spezielle Anzeige unten dafür. Aber die misst halt nur Dynamik vs. Lautheit.

            Balance misst Dynamik UND Lautheit vs Frequenz.

            Es tut mir leid wenn ich das Wort Dynamik missverständlich verwendet habe. In diesem Kontext ist wie erwähnt die Häufigkeit und nicht die Amplitude gemeint. Und noch viel mehr sorry für meine Wiederholungen.

  5. Profilbild
    Tandrin

    Ich bin seit längerem Sonibleuser. Die ersten Versuche waren eher nicht so meins bzw. für mich niht so brauchbar. Von den aktuellen MainPlugins (eq3, comp2 und limiter) bin ich hellauf begeistert und diese haben viele andere Plugins komplett ersetzt.

    Nun zu den beiden Analysern:
    True:Level ist praktisch die etwas aufgebohrte Version des Meters aus dem Limiter. Wer unbedingt sparen will und den Limiter schon hat braucht diesen nicht. Das Loudnessmetering hilft enorm finde ich. Ich mach das auch erst seit 20 Jahren, also finde ich das durchaus hilfreich. Bitte folgendes beachten: Die wahre Stärke ist, dass man nicht nur die Loudness sieht sondern auch die dynamik (xy Achse). Ich finde das Tool nützlich, obwohl ich sagen muss die Anzeige aus dem Limiter reicht gut aus.

    True:Balance
    Immer wenn jemand rosa rauschen durch einen Frequenz und Dynamik Analyzer jagt und keine gerade Linie bekommt muss ich schmunzeln. Nochmal: Balance zeigt nicht nur eine „EQ-Kurve“ an sondern auch reingemischt die Häufigkeitsverteilung. Das ist so ziemlich das exakt gleiche Tool wie bei Izotope (Tonal Balance Control). Nur das True:Balance halt noch andere Werte anzeigt wie Breite und Correlation (was in dem Test oben glaube ich nichtmal erwähnt wurde) in den drei Bändern (welche frei veränderbar sind). An Balance stört mich TOTAL das die Anzeige hoch und runter wandert nud nicht fest ist wie bei Tonal

    • Profilbild
      Tandrin

      -Fortsetzung

      Balance Control. Dafür hat man bessere Anzeigen zu Width und Correlation. (der Grund warum ich TrueBalance bevorzuge)

      Natürlich kann man die Gesamtdarstellung gut finden oder nicht. Oder sich darüber beschweren dass die Presetstandardkurven nicht das sind was man selbst gut findet (dafür kann man dann ja eigene erstellen).

      Und natürlich kann man Tools die einem grobe Hinweise liefern ob zuviel Bass, zuviel Höhen oder der Subbassbereich Stereo ist blöd finden. Alternativ gibts ja Ohren

      Ich wollte nur auf einige Ungenauigkeiten des Tests hinweisen. Ich z.B. liebe das Tool und halte es für äußerst exakt und komme damit viel besser klar als mit herkömmlichen Analyzern. Und natürlich ist das völlig subjektiv. Ich bekomme sehr gute Ergebnisse damit. Und ich mache Musik und kein Rosa Rauschen.

      Kleiner Hinweis was ich mit dem Rosa Rauschen meinte: Rosa Rauschen hat nicht nur eine gleichmäßigen Frequenzgang, sondern auch eine gleiche Dynamik (Häufigkeits-) Verteilung. Musik hat das nicht. Wenn im Air Band und im Subbass permanent was feuern würde wäre das musikalisch … nicht gut. Aber in den Mitten ist mehr los. Der Analyzer wie auch TBC von Izotope) berücksichtigen dies.

      Also bitte: kein Rosa Rauschen mehr durch was anderes als einen reinen EQ Analyser. Ich bewerte doch die dynamischen Qualitäten eines Kompressors auch nicht damit dass ich rosa rauschen durchjage.

  6. Profilbild
    harrymudd AHU

    Mich erinnert diese Diskussion über solche Tools an den Einzug der digitalen Fotografie.
    Damals ging auch viel Knowhow verloren, dass man aber vielleicht auch nicht mehr brauchte, da eine Automatik schneller und genauer war.
    Wenn ich mit einem Automaten mein Ziel erreiche, muss ich doch nicht alles von Hand machen. Und letztendlich entscheiden doch die Musikhörer, ob sie die Musik dann kaufen oder nicht.
    Ich denke in 20-30 Jahren wird die Musikschaffende Industrie wie wir sie heute kennen! passe sein. Leider, aber dass ist Fortschritt.

  7. Profilbild
    BuzzGo

    Sonible produziert hochwertige Plugins. Allerdings ist das Metering-Plugin für mich nicht die erste Wahl. Stattdessen setze ich seit Jahren auf Youlean Loudness Meter Pro, SPL HawkEye (bei der Nutzung von Cubase z. B.) und beim Mastering mit WaveLab Pro die mitgelieferten Metering Tools.

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