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Test: Tascam DP-24 SD, DP-32 SD, Portastudios

28. Januar 2019

Comeback des Portastudios

tascam dp-24sd

Tascam DP-24SD

Die Geschichte der Portastudios ist lang und reicht zurück bis zu mehrspurigen Kassettengeräten der 80er Jahre. Die Modelle Tascam DP-24 SD und DP-32 SD sind der jüngste Spross, allerdings im Vergleich zu den Vorgängern günstiger und abgespeckt. Das DP-32 SD bietet entsprechend 32 statt 24 Spuren, weggefallen sind der CD-Brenner und MIDI. Der Test des DP-24 liegt gut fünf Jahre zurück, dieser ist hier zu lesen und gilt entsprechend für die Nachfolger. Daher möchte ich primär aus heutigem Blickwinkel klären, ob Portastudios überhaupt noch zeitgemäß oder längst überholt sind. Vor allem auch deshalb, weil Tascam selbst mit dem Model 24 einen Analog-Mixer mit integriertem Multitracker anbietet, der zwar teurer ist, sich dafür aber auch als Audiointerface nutzen lässt.

Mit den Modellen DP-03 SD, DP-006 und DP-008 EX gibt es auch günstigere Modelle der DP-Serie, diese bieten entsprechend weniger gleichzeitig nutzbare Spuren und Ausstattungsmerkmale. Im Grunde sind sie gewöhnliche Multitracker, wie auch der Tascam DR-680MKII. Im Gegensatz dazu sind der Tascam DP-24 SD und DP-32 SD ganze Produktionsstudios, die von der Aufzeichnung über die Verarbeitung bis hin zum Mastering alles mitbringen, ohne dass man dafür einen Computer braucht. Das macht sie eigenständig, denn die Konkurrenz bis 500 Euro kommt nicht ganz ohne Computer aus. So bezeichnet man das Zoom R16, R24 und das iZotope Spire zwar auch als portable Studios, allerdings verfolgt gerade Letzteres einen anderen Ansatz. Auch der Zoom L-12 und L-20 spielen eher in der Liga des Tascam Model 24 und fokussieren sich primär auf das Recording.

Für wen ist das Tascam DP-24 SD und DP-32 SD sinnvoll?

Tascam DP-24SD

In einer Bedarfsermittlung sollte man zunächst die eigenen Anforderungen abklären, angefangen bei der Aufnahme. Musiziert man alleine oder zu zweit, lassen sich die einzelnen Parts auch nacheinander einspielen. Hingegen könnte im Proberaum der Einsatz mehrerer Kondensatormikrofone sinnvoll sein, die wiederum je eine Phantomspeisung benötigen. Akustische Instrumente mit Tonabnehmer brauchen entsprechend einen Hi-Z-Eingang. Will man die Aufnahmen später in einer DAW nachbearbeiten, reicht ein Fieldrecorder, der eine mehrkanalige WAV-Datei anlegt oder Einzeldateien je Spur erzeugt. Geräte, die einen Downmix aller Eingänge speichern, lassen jedoch nur die Nachbearbeitung der Summe zu und Lautstärkeverhältnisse können nachträglich nicht angepasst werden. Wenn Platz außerdem eine Rolle spielt, kein Computer am Einsatzort vorhanden ist oder man einen Workflow bezogen auf das Wesentliche bevorzugt, können der Tascam DP-24 SD und DP-32 SD durchaus geeignet sein. Ich selbst habe mir diese Fragen vor einigen Jahren gestellt und vielleicht wäre der Kauf des DP-32 damals die bessere Entscheidung gewesen, als mich durch verschiedene DAW-Systeme zu hangeln. So stoße ich als hochgradig sehbehinderter Anwender häufig bei der Computernutzung auf Barrieren, die mir ein reduziertes Gerät nicht in dieser Form bieten.

Lassen Sie mich an dieser Stelle die DAW-Nutzung und die Portastudios Tascam DP-24 SD und DP-32 SD gegenüberstellen. Für den Computer spricht die Flexibilität, enorme Rechenleistung und Speicherplatz. Updates führen neue Funktionen ein und die fast unbegrenzte Erweiterbarkeit wird lediglich durch die Hardware limitiert. Gefällt eine Software nicht, nutzt man eine andere und virtuelle Instrumente erweitern das Ganze bis ins Bodenlose und das für relativ wenig Geld. Alles wird digital verschaltet, es gibt kein Analograuschen, wenn man externe Geräte vernachlässigt. Auch dass Plugins häufig abstürzen oder für Probleme sorgen, ist nicht die Regel und die zahlreichen DAW-Nutzer sind nach jahrelangen Diskussionen die technisch überlegene Mehrheit. Dass man mit hochauflösenden Digitalformaten und präzisen A/D-Wandlern arbeiten kann, die man bei Nichtgefallen ebenfalls schnell austauscht und somit auch die Qualität eines Studios sukzessive verbessert, spricht für die Computertechnik. Einen Rückwärtstrend gibt es nicht, außer dass manche Controller-Hersteller den Weg der pseudo-analogen Bedienung gehen. Nachteilig dabei ist, dass nicht immer jede DAW zum Controller passt und die Sollbruchstelle bei den Schnittstellen liegt. Der virtuelle Gerätepark muss nicht umständlich gelagert und verkabelt werden. Selbst die Frage, ob PC oder Mac, stellt sich abseits von Logic auch nicht mehr wirklich.

Im Gegensatz dazu ist der Tascam DP-24 SD und DP-32 SD ein eigenständiges Gerät mit allem drin, wie Mischpult, Effektgerät und Mastering-Recorder. Fällt es aus, geht gar nichts mehr. Es wirkt riesig, belegt aber weniger Stellfläche als Notebook, Controller und Audiointerface zusammen. Von der Haptik wirkt es wie ein professionelles Mischpult zum Anfassen, alles sitzt fest und wackelt bis auf die Eingangsregler kaum. Wichtige Funktionen bietet es im Direktzugriff und daher sind die Features schnell zu erschließen. Weil aber die Eingänge, A/D-Wandler und Verstärker fest eingebaut sind, ebenso auch Effekte und Funktionen, wird ein Firmware-Update keine klanglichen Veränderungen mitbringen. Gefällt ein Effekt nicht, kann man es immerhin mit Outboard-Equipment verbinden. Dafür bleibt der Workflow immer gleich und hat man das Gerät verinnerlicht, wird man über Jahre damit unverändert und ablenkungsfrei arbeiten, ohne dass die Kreativität beeinträchtigt wird. Tascam bewirbt zwar das Heimstudio, ich kann mir aber durchaus den professionellen Einsatz vorstellen. Dafür lässt es sich nicht als Audiointerface einbinden, es gibt keine Digitalschnittstellen und keinen SMPTE-Timecode, über USB können nur Daten mit der SD-Karte ausgetauscht werden und das System arbeitet nicht redundant. So kann ein Fehler der SD-Karte zum Verlust aller Daten und somit der gesamten Produktion führen, Datensicherungen muss man somit händisch anlegen.

Tascam DP-24 SD und DP-32 SD im Überblick

Tascam DP-24 SD und DP-32 SD Draufsicht

Das professionell anmutende Portastudio ist mit Netzteil, ausführlicher Anleitung und eingelegter SD-Karte mit 2 GB Speicher solide verpackt. Die beiden Modelle unterscheiden sich in Gewicht und Anzahl der Fader. Der DP-32 SD wiegt 6,2 kg und die 20 Fader mit 45 mm Regelweg stehen enger zusammen, als beim 400 g leichteren DP-24 SD mit 18 Reglern zuzüglich Master. Das Gehäuse ist etwa 51,4 cm breit, 34 cm tief und 10,4 cm hoch. Die haptische Anmutung ist extrem wertig, lediglich die Drehregler für die Eingänge wackeln leicht. Das Chassis besteht aus solidem Metall, an der Front und den Seiten sind Kunststoffteile angeschraubt, an denen man das Pult gut anheben kann. Die Anleitung ist sehr ausführlich, in sauberem Deutsch geschrieben und arbeitet das Gerät Schritt für Schritt ab. Das ist besonders für Ein- und Umsteiger sinnvoll, die sich bislang nicht an die Digitaltechnik herangetraut haben. Die hinteren Gerätefüße sind etwas höher, so dass das Pult leicht angeschrägt steht. Das kontrastreiche Farbdisplay und die zugehörigen Bedienelemente, die 12 Endlosdrehregler und das große Drehrad sind in einem Kunststoffaufsatz eingelassen, der auf dem Gehäuse thront. Das ist zwar nicht ganz einheitlich, stellt aber eine gute Abgrenzung dar und ist durch die Schrägheit auch besser bedienbar.

Der SD-Kartensteckplatz und die USB-Schnittstelle befinden sich von vorne gut zugänglich im schrägen Kunststoffaufsatz. Als Kontrastprogramm ist der etwas wackelige Power-Taster zu sehen, der irgendwie nicht zum soliden Rest passen will. Auch missfällt mir, dass die 2,5 mm Klinkenbuchse für den optionalen Fußtaster RC-3F an der Front zu finden und dadurch eine Sollbruchstelle ist. Der 6,35 mm Kopfhörerausgang links daneben ist hingegen sehr gut platziert.

Tascam DP-24 SD Rückseite

Die acht XLR/TRS-Kombibuchsen ohne Verriegelung, Umschalter auf Hi-Z, vier Klinkenbuchsen als Ausspielwege und Main-Out finden sich neben den RCA-Cinch-Ausgängen auf der Rückseite. Eine Kensington-Buchse und der Netzteilanschluss sind ebenfalls hier zu finden, das Steckernetzteil ist schmal und etwas klobig, passt aber gut in Netzleisten.

Wie erwähnt, muss man bei den neuesten Versionen auf MIDI und CD-Brenner verzichten. Während ich Letzteres noch tolerieren kann, wäre eine Synchronisationsmöglichkeit vor allem dann wichtig, wenn man hintereinander mit verschiedenen Klangerzeugern arbeiten will. Im Prinzip könnte man sicher auch eines der Instrumente als Master einsetzen, auf den synchronen Start eines Sequencers muss man jedoch verzichten. Dafür hat der Tascam DP-24 SD und DP-32 SD eine Preissenkung erfahren, die Kompromisse dürften trotzdem manche Interessenten vom Kauf abhalten. An der Frontseite befindet sich noch die Blende für das CD-Laufwerk. Da juckt es mich schon in den Fingern, das Gerät zu öffnen und nachzusehen, ob der Controller noch vorhanden ist. SDHC-Karten bis 32 GB lassen sich nutzen, größere Karten könnte man im Format FAT 32 ebenfalls einsetzen. Der Vorgänger DP-24 hatte übrigens auch schon einen SD-Schacht, weshalb die Bezeichnung Tascam DP-24 LE für den Nachfolger eigentlich passender wäre.

Der Tascam DP-24 SD und DP-32 SD in der Praxis

Tascam DP-24 SD auf Konsole

Wer erinnert sich noch an seinen ersten Cassettenrecorder? Wie war das noch gleich, Batterien und Kassette rein, Aufnahmetaste drücken und nach dem Reinigungsband wurde schließlich alles aufgezeichnet, dann zurückspulen und noch einmal von vorne. Diese Gedanken hatte ich, als ich den Trümmer auf meine Konsole gehievt habe. Netzteil rein, Mikrofon angeschlossen, Studiomonitore und Kopfhörer dran und der Schnellstartanleitung gefolgt, Phantomspeisung ein, Gain-Regler aufdrehen, Spur 1 scharf und Aufnahmetaste drücken, los geht’s. Stopp und zurück zum Anfang und – wie geil ist das denn? Aufnahme fertig! Okay, etwas übersteuert, aber egal, nächster Versuch: Anfang angehört und Stopp gedrückt, danach die Aufnahmetaste und siehe da, echtes Überschreiben. So nimmt man einfach mitten im Take auf und überspielt einen Teil, der Rest vor und nach der Aufnahme bleibt erhalten. Mit Auto-Punch-In funktioniert das sogar automatisch, indem man den Marker auf die zu überschreibende Stelle setzt. Das ist wirklich wie bei einer Bandmaschine mit dem erfreulichen Umstand, dass es nahezu keinen Verschleiß gibt und man rückwirkend fehlerhafte Entscheidungen revidieren kann. Das geht auch mehrmals, denn die tatsächlichen Audiodaten verbleiben zunächst auf der Speicherkarte und lassen sich bei Bedarf bereinigen. Genauso habe ich mir das immer vorgestellt und es mag durchaus an mir liegen, dass ich diese Einfachheit noch an keiner DAW so erfahren habe. Schaltet man das Portastudio aus und wieder ein, wird das aktuelle Projekt geladen und man kann direkt weiterarbeiten. Was man nicht machen darf, ist die SD-Karte im Betrieb entnehmen oder einfach das Steckernetzteil ziehen, davor wird im Handbuch an mehreren Stellen gewarnt.

Die acht Eingänge werden mit A bis H bezeichnet, das trennt sie auch von der Durchnummerierung der einzelnen Spuren. Je Eingang gibt es eine Taste für die Zuweisung, einen Gain-Regler und eine LED, die vor Übersteuerungen warnt. Aktiviert man den Hi-Z-Umschalter für den achten Eingang, wird dies ebenfalls von einer LED signalisiert. Zwei Tasten aktivieren die +48 V Phantomspeisung für die Eingänge A bis D und E bis H, das hat man gut gelöst, so dass nicht alle Eingänge unter Spannung stehen. Nutzt man eine Gitarre, wird die Phantomspeisung für Eingang H nicht aktiviert. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch auch, dass man entsprechend nur vier Stereogeräte anschließen kann. Vielleicht hätte man vier Mono- und vier Stereoeingänge einbauen können, damit man nicht zwei Monoeingänge sorgfältig für ein Stereogerät einpegeln muss.

Forum
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    Eibensang

    Zwar nutze ich keine der Tascams (deren Datenaustausch mit dem Compy eher umständlich vonstatten gehen soll, wie ich mehrfach las), sondern eine Zoom R24 – ziehe diese und andere Konsolen aber jederzeit der DAW vor: Beim Aufnehmen zumindest bietet eine gute Konsole besten Workflow und entspannte Konzentration aufs Wesentliche.

    In der DAW arrangiere ich und mische (unter zusätzlichem Einsatz einiger Hardware-Peripherie) ab. Bei allem, was dazwischen geschieht – jede Aufnahme, inklusive manchen musikalischen Ausprobierens – ist ein autarkes Mehrspur-Aufnahmegerät (sofern einem das Bedienkonzept liegt: mir mehr als alles andere) unschlagbar – und für mich unverzichtbar geworden.

    Nach jahrelangem Gerangel mit Upgrades, plötzlichen Inkompatibilitäten, mitten in die Aufnahme knacksenden Interfaces, endlosem Soundscrollen, fragwürdigen Plug-In-vasionen ;-) und abenteuerlichen Freischalt-Odysseen – sowie erstaunlich vielen Gründen, warum ein Rechner plötzlich einfriert – brachte mich das Aufnehmen mit kleinen, gutbestückten Multitrackern auf wunderbare Weise zur Musik zurück. Möchte es nicht mehr missen.

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      Stephan Merk  RED

      Perspektivisch hast Du natürlich Recht, mir geht es aber genau darum, eben nicht den Computer dazwischen zu nutzen. Ich möchte das Endprodukt aus dem Tascam holen und die Mastering-Sektion bietet mir der R24 nicht. Kompliziert wird es in der Tat, wenn man anfängt, die Spuren im Gerät nachzubearbeiten. Wenn man nur aufzeichnet, erhält man eine WAV-Datei je Spur und kann diese ohne Probleme irgendwo importieren. Wenn man allerdings Zwischenmischungen erstellt und andere gerätespezifische Funktionen nutzt, geht es leider auch nicht ohne Kompromisse. In meinem Fall will ich in Teilen auch das Umgekehrte, also fertige Dateien im Tascam nachbearbeiten. Daher bin ich froh, dass es so ein Gerät noch gibt. Diese MEinung ist Stand Januar 2019, kann sein, dass ich das in fünf Jahren anders sehe. Mich überfordert eine DAV und ihre tausenden Tastenkombis und Features, von denen ich nur 50 brauche.

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    costello  RED

    Hallo Stephan, danke für dieses liebevoll geschriebene Plädoyer für die Portastudios. Ich bin auch kein Fan von DAWs und habe gerne mit einem Zoom HD 16 gearbeitet. Was mich nur nervte, dass ich bisher immer zwei Geräte brauchte: einen klassischen Mixer, um mit meinen zahlreichen Synthesizern zu jammen und einen Recorder für die Aufnahme. Das neue Tascam Model 24 hat dieses Dilemma für mich ideal gelöst: Ein echter Mixer mit EQ, Kompressor und allem was dazugehört und integriert ein SD-Card-Recorder. Ich kann die Einzel-Spuren in den Computer schicken, muss es aber nicht, sondern kann den Mixdown im Model 24 machen. Für den finalen Stereomix geht das Ganze dann in Ableton, wobei dann nochmal Outboard-Komponenten wie Kompressoren oder ein SPL Tube Vitalizer den letzten Finish geben. Mit diesem Workflow bin ich derzeit sehr happy!

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      Stephan Merk  RED

      Danke für Deinen Kommentar. Was für Synthesizer echt schade ist, sind die fehlenden MIDI-Ports, so muss man die Aufnahme und Geräte separat starten und hat man in einem weiteren Durchgang andere Geräte dran, wird es mit dem Sync schwierig. Den Model 24 hatte ich mir auch angeschaut, der wäre aber für meine Zwecke leider deshalb ungeeignet, weil ihm die Mastering-Sektion fehlt. Achtung Halbwissen, so wie ich das gelesen habe, kann er leider auch keine Audiodateien in die Spuren laden. Für den DP-32 SD spricht, dass ich in meinem Fall derzeit auch vorgefertigte Audiospuren nachbearbeiten muss, was mir in der DAW nicht gelingen will. Das heißt, die Aufnahmefunktion ist für meinen Podcast nützlich, zumal ich zurückspulen und überspielen kann, was den Arbeitsablauf im Gegensatz zu einem Audiorekorder deutlich vereinfacht, ansonsten aber soll das Teil für mich eben genau ohne weiteres Zutun alles machen. Ich hatte mich in die anderen Teile alle eingelesen, aber so, nenne ich es mal vollkommen, ist leider keines.

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    Atarkid  AHU

    Ich hab den Vorgänger, der Funktionsumfang hatte es mir damals angetan. Allerdings hat sich recht schnell gezeigt, dass mir die 8 Eingangskanäle hinten und vorne nicht reichen. Einen normalen Mixer spart man sich praktisch nur bei Minimalsetup. Hat man etwas mehr Equipment am Start, brauchts ein Mischpult das am besten noch Subgruppen oder eine entsprechende Anzahl Aux-Outputs oder Direct-Outs mitbringt.
    Wenn man mit der Einschränkung der Eingangskanäle leben kann, sind die Tascams klasse. Warum bei der aktuellen Variante auf Midi verzichtet wurde, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, weil fehlende Sync-Möglichkeiten die genannten Einschränkungen richtig zum Problem machen.

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      Stephan Merk  RED

      Da hast Du Recht und die Befürchtung hatte ich damals auch, nutze ihn aktuell aber eben genau nicht dafür, von daher sind acht Eingänge kein Problem. Was MIDI betrifft, liest man an allen Ecken und Enden ja Probleme, die es gegeben haben soll, womöglich hat Teac daeshalb schlussendlich drauf verzichtet. Für Instrumentalisten dürfte das auch weniger wichtig sein, wenn man nicht mit zeitbasierten Effekten arbeitet. Schon lustig ist, dass der Demo-Track mit fast nur synthetischen Sounds erstellt und vermutlich auch auf dem Vorgänger produziert wurde.

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    Aljen

    Moin! Ein wirklich lesenswerter, kurzweiliger Bericht, danke dafür! Selber bin ich auch so eine Art Multitracker-Freund, seit Tascam PortaTwo eigentlich. :-) Mit DAW kann ich nur was anfangen, wenn der ganze Prozess im Rechner abläuft. Sitze ich aber in meinem kleinen Synthesizer-Raumschiff und schraube an den Tönen, Rhythmen und Arpeggien herum, will ich nur auf REC drücken müssen, um den gegenwärtigen Geistesblitz aufzunehmen. Ohne erst den Computer anschließen, hochfahren… zu müssen, DAW starten… da wäre die Idee längst weg.

    Bis vor kurzem reichte mir mein fast 20 Jahre junger Fostex VF16 für meine Zwecke. Mit einer Ausnahme: Kontakt mit der Außenwelt. Der VF16 hatte einen SCSI-Anschluss, das ist heute ansonsten irgendwie nicht mehr so der Standard. D.h. das Höchste der Gefühle war es, die Tracks als wav auf eine CD zu brennen – ein scsi-Laufwerk hatte ich noch. Nur passte das Zeug meist nicht auf eine CD, die Macs haben ja auch längst keine Laufwerke zum einlesen mehr… umständlich.

    Da schaute ich mich vor Weihnachten um, entdeckte den Tascam 24SD, bestellt. Wir haben uns auf Anhieb verstanden. Das Ding ist für mich mehr ein Mischpult mit Aufnahmemöglichkeit. Ein großes, leistungsfähiges Skizzenbuch. Die Nachbearbeitung mache ich dann doch am Mac…

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      Stephan Merk  RED

      SCSI sollte es sogar in Serverfarmen noch geben, aber in der Tat, ein für damalige Verhältnisse unschlagbarer Standard. Danke für diesen Bericht, das ist total spannend, aber sprengt mein Budget. Das hatte ich mir mal immer vorgestellt, aber aus verschiedenen Gründen die Motivation verloren. Ich habe noch den JD-Xi, microKORG, Ultranova und die microSTATION und finde irgendwie nicht mehr so ganz zu den Geräten.

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        Aljen

        Ich betreibe nun mal keine Serverfarm :—) es gibt in der Tat eine Art SCSI-Emulation, auch auf so mancher NAS, etwa Synology. Frag mich bloß bitte nicht, wozu das gut sei. – wie auch immer, mit dem Weggang von SCSI wurden so manche Peripherien Geschichte, da meine ich nicht nur meinen Nikon-Fiilmscanner, damals 3.000 DM Neupreis… da wir grad beim Thema Budget sind, in der 1990er lag ein Tascam PortaTwo bei (wimre) ca. 400 DM, passt schon. Wobei bei dem PortaTwo preislich noch Kassetten dazu kamen. Also in diesem Zusammenhang brauchen wir uns jedenfalls nicht zu beschweren. Schade, dass ich den fostex kürzlich verschenkte. viele Grüße

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          Stephan Merk  RED

          Das ist wirklich schade, da hätte ich mich schon aus Neugier gerne angeboten. ;) Was aber noch erwähnt werden muss, dass Du ja heute im Gegensatz zur Analogtechnik und auch der MD-Version quasi ohne Verschlechterung bouncen kannst. Im Prinzip kannst Du ja ein fertiges Werk noch erweitern bzw. auf diese Weise die Spurenanzahl erhöhen, auch wenn man dann beim Vorherigen nichts mehr ändern kann. Mit MIDI, wenigstens für eine Clock und zum synchronen Start, wäre das Ganze wie erwähnt noch sinnvoller.

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        Aljen

        P.S. dass Du es zu den Geräten zwischenzeitlich nicht findest, ist eigentlich ganz normal. Es sind ja nun mal Werk-Zeuge. Ob das ein Synth ist, ein Dremel, eine Fotokamera, ein Sportgerät… ja hey, sofern Du damit nicht zwingend die Lebensgrundlage für Dich und ggf. Deine Familie bestreiten musst: alles gut. Lass die Dinger ruhig verstauben. Ich komme alle ca. 10 Jahre immer mal wieder dazu, die Instrumente von der Staubschicht zu befreien, ggf. ein-zwei neue dazu zu kaufen… da stratifizieren sich die Epochen ganz von alleine. Sofern es nicht unbedingt direkt Not tut, behalte ich die alten Geräte auch. Wozu ich Dir auch herzlich rate. Die fressen keinen Hafer…

        viele Grüße

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    Marcus_Kiel  

    Hey Stephan,

    danke für deinen Bericht! Ich dachte ich wäre der Einzige, der noch so ein Gerät nutzt. Du hast recht, diese Geräte sind reduziert in ihrem Funktionsumfang, für mich ein Vorteil, denn man arbeitet mit dem was man hat. In den 80ern wäre man vor so einer Maschine in die Knie gegangen und hätte vor Freude geweint über diese unglaublichen Möglichkeiten. Heute gibt es jedoch keine Limits mehr.

    Aber Limitierung ist wichtig, jedenfalls bei mir, denn die unendlichen Möglichkeiten einer DAW haben mich erschlagen. Durch die endlosen Möglichkeiten wurde ich eher zum Producer, der alle Produktionsschritte durchoptimiert. Das hat bei mir alles gekillt, bis zur endgültigen Aufgabe meiner größten Leidenschaft.

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      Marcus_Kiel  

      Früher habe ich mit dem Atari und Cubase einfach losgelegt und dann in einem Rutsch auf Tape aufgenommen, schön verrauscht und unperfekt. Kreativer war ich nie wieder. Dann kamen PC, DAW, VST und schließlich das kreative Aus.

      Seit fast 10 Jahren bin ich wieder dabei, aber strictly hardware! Bei mir arbeiten ein Roland MV8800 als Midizentrale und ein Roland VS2000 für Audio, mittlerweile auch mit Maus und Bildschirm.

      Ich denke, es zählt immer der Workflow, der für einen persönlich passt, denn dann kann sich die Kreativität frei entfalten. Für mich ist die Musik ein sehr persönliches Hobby, ich versuche nicht mehr „das“ perfekte Stück zu machen, sondern bleibe lieber auf der Demo-Ebene.

      Für professionelle Musiker/Produzenten sieht das alles natürlich ganz anders aus. Dennoch würde ich wetten, daß ein talentierter Typ mit einem Portastudio Dinge veranstalten könnte, die unsere Ohren zum vibrieren bringen würden.

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        Stephan Merk  RED

        Herzlichen Dank für Deine Eindrücke, da erkenne ich mich in Teilen wieder, auch wenn bei mir die Gründe etwas anders liegen. Ich hätte auch nicht wirklich gedacht, dass es offenbar doch noch Zuspruch für solche Geräte gibt. Mal sehen, ob ich irgendwann mal wirkliche Lust finde, damit mal wieder was zu machen. Mit voll analoger Technik wäre das für mich bestimmt am Einfachsten, aber ganz ehrlich, da reicht das Budget und der Platz nicht. Vielleicht klappt’s ja mal wieder, wobei der JD-Xi als Ideenlieferant für mich schon ein guter Kompromiss ist.

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        HX  

        ging mir ähnlich, da ich nicht vom Atari lassen wollte habe ich mir obwohl nicht so der typische Portastudiotyp damals ein VS1680 gekauft, irgedwann bin ich dann doch auf PC umgestiegen mit den auch von dir beschriebenen Konsequenzen.
        Das Model 24 gefällt mir auch ziemlich gut, das fehlende Midi müsste man doch wie damals mit einer Timecodespur ersetzen können?
        Was mir missfällt ist der abgespeckte EQ in den Stereokanälen, glaube aber kaum das es hier von Tascam noch einmal ein wesentlich anderes Model gibt in naher Zukunft, evtl, was kleineres

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          Theo Möbus  

          Genau, mit einer Timecodespur zwecks Synchronisation. Aber schau Dir mal an, was solche Clockgeneratoren kosten… Damals für C64 und Atari ST gab es recht preiswert Synchronizer-Interfaces, die lieferten ein MIDI-Sync-Signal für die Bandmaschine. Vielleicht kann man damit tricksen.

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            Stephan Merk  RED

            Also Jungs, ich habe ja nie mit Timecodes gearbeitet, ich wüsste gar nicht, wie man die mit den Geräten abgleicht. Aber wäre es nicht eine Möglichkeit, wenn man ein Audiofile mit SMPTE-Code in einer bestimmten Länge einfach auf eine Spur lädt und dann das Signal über den Effektweg ausspielt? WAV-Dateien laden geht und soweit ich weiß, generiert der Tongenerator ja auch nur ein akustisches Signal. Wenn man das sauber als Audiofile bekommt, wäre das doch eine mögliche Lösung. Nur wie kriegt man den dann in die Instrumente?

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              Theo Möbus  

              Neben den bereits genannten Tools könnte es auch hiermit funktionieren: Doepfer MSY2 Midi-DINSync converter für etwa 80,-EUR. Clock-Ausgang ist vorhanden.

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            lightman  AHU

            Ich habe mir dafür vor vielen Jahren das YMC10-Interface von Yamaha gekauft, das Teil wird heute noch für um die 30.- Euro gebraucht angeboten und hat immer einwandfrei funktioniert.

            Hier kann man sich das Manual runterladen, vielleicht wär das ja was: https://bit.ly/2RYRBAP .

            Ich denke, daß damit ein MIDI-Sync machbar sein sollte, zumindest hat man heutzutage dank Digitaltechnik nicht mehr mit schwachen Sync-Signalen auf abgedudelten Tonbändern zu kämpfen. :)

            • Profilbild
              HX  

              Ich hab den Unitor II, damals habe ich mal aus Jux mit meinem normalen Kasettendeck synchronisiert, ging problemlos aber aufnehmen könnte man dann natürlich nix mehr.

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    Ted Raven  AHU

    So ein Portastudio wäre schon etwas für mich, zumal der Preis nun wirklich ein Witz ist. Schade nur, dass maximal mit 24/48 aufgenommen werden kann und mein Studio seit geraumer Zeit auf 24/96 ausgerichtet ist. Die höhere Auflösung würde ich mir auch etwas kosten lassen.

    Die fehlenden MIDI-Ports sind ebenfalls sehr schade aber für mich kein K.O.-Kriterium.

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    Fredi

    Hallo Stephan,

    ein sehr inspirierender Bericht, vielen Dank dafür! Ich habe vor vielen Jahren mit einem Tascam 688 Midistudio gearbeitet, also noch mit einer 8-Spur-Compact-Cassette; das war Klasse.
    Das DP32SD ist mittlerweile auch wirklich günstig, und ich habe – durch Deinen Bericht angeregt – in den letzten Tagen ernsthaft danach recherchiert. Aber einige Sachen würden mir mittlerweile – als Computerverwöhnter – abgehen: Motorfader, Aufnahmemöglichkeit für mehr als 8 Spuren, mehrere Audioausgänge (z.B. für differenziertes Monitoring) und integrierte Sync-Funktion. Und auch die Effekte sind beim Tascam sehr reduziert.
    Wenn man heute ein solches „Portastudio“ haben wollte, dann fiele mir ein Behringer X32 (in irgendeiner Ausprägung) plus die X-Live-Karte ein. Ein Rack kostet 700€ (dann braucht man aber ein Tablet oder einen Controller) oder man nimmt ein Compact für 1100€, jeweils noch plus 200€ für die X-Live.
    Das ist natürlich schon viel teurer, aber dafür eben auch erheblich flexibler. Und die X-Live-Karte hat einen Batteriepuffer für die SD-Karte; das wäre mir schon sympathischer als beim Tascam…

    Gruß Fredi

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      Stephan Merk  RED

      Hallo Fredi, das ist alles richtig, aber wie Du schon schreibst, deutlich teurer und dann sind wir in Regionen, dass man im Prinzip auch gleich den Rechner nutzen könnte. Einen wesentlichen Punkt hast Du verständlicherweise nicht berücksichtigt, Barrierefreiheit. Das Ganze würde ich nicht mal geschenkt nehmen, weil ich es überhaupt nicht bedienen könnte. Ab dem Punkt erreichen wir dann wieder Logic und mein spezielles Problem ist genau das, Virtualisierung und nicht eine Funktion pro Knopf. Ich habe keinen großen Hardwarepark, weil ich das gar nicht stellen könnte. Für reines Audio reichen acht Eingänge aus. Motorfader ist richtig, aber das ist ja das Problem, der DP-32 SD speichert Lautstärkeänderungen nur beim Bouncing. Ich denke, es ist zunächst mal eine Frage, was man für sich priorisiert, bei mir ist es die Bedienung und möglichst alles in einem haptischen Workflow. Da komme ich nicht am Portastudio vorbei.

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        Fredi

        Hallo Stephan,
        Deine Anforderung bezüglich Barrierefreiheit war mir schon bewußt, weil Du das ja auch in Deinem Profil erwähnst. Dann ist natürlich ein Tablet für die Rackversion des X32 nix; das war eher allgemein gemeint.
        Aber klär mich auf: warum könntest Du mit einem X32 Compact mit Fadern und Encodern nicht arbeiten? Gibt es dort Funktionen, die nur per Touchscreen erreicht werden können?
        Ich besitze keines dieser Geräte (nur ein Behringer X-Touch One als PC-Controller), hätte aber erwartet, dass man auch dort alles prinzipiell über Taster und Steller erledigen kann. Und ’ne visuelle Rückmeldung brauchst Du auch beim DP32, weil die Encoder ja auch Endlos-Encoder sind, oder?
        Und bezüglich der Ein-/Ausgänge: da haben wir einfach andere Anforderungen. Ich würde das Ding dann auch für ’ne Live-Band verwenden wollen, da braucht man die Anschlüsse einfach.
        Gruß Fredi

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          Stephan Merk  RED

          Hallo Fredi, ich glaube, da reicht das Textfeld nicht, auf alle Punkte ausführlich einzugehen. ;) Das X32 kenne ich nicht, die Frage ist immer, ob die App zugänglich ist. Mir geht es primär darum, von A bis Z alles mit einem Gerät ohne Computer zu machen, dabei nicht nur Recording. Ich muss beispielsweise auch die Spuren von HOFA-Projekten einladen und bearbeiten, das mir weder mit Reaper, noch Logic gelingt. Ganz einfach erklärt, wenn ich bei einer Idee nach zwei Stunden Suchen und 100mal Schließen und Öffnen des Projekts, weil der Faden weg ist, nicht weiter komme, gebe ich auf und mache lieber Dinge, die mir Spaß machen. Wenn Du wie ich schon bestimmt 5.000 Euro in Zeug investiert hast, dass man nur zu vielleicht 25% brauchen kann, verliert man auch etwas die Motivation. Klar, ginge alles mit ProTools und FaderPort, aber ich verdiene damit ja nicht mein hauptsächliches Geld. Das ist zusammengefasst der Grund, warum die knapp 500 Euro für ein eigenständiges Gerät und der Möglichkeit von externen Dateien der letzte Versuch ist. Mit Lupe geht das auch mit den Endlos-encodern, aber ich mache zu 95% alles nach Gehör. Klar muss man Lautstärkeanpassungen beim Downmix machen, gibt keine Automatioonen. Aber dann brauche ich keine Motorfader, weil jede Position wie bei einem Analog-Mixer exakt passt.

          • Profilbild
            Fredi

            Hallo Stephan,
            das leuchtet ein. Ich finde auch Deinen Anspruch gut, ein robustes All-In-One-Gerät _ohne Computer_ zu haben. Das von Dir vorgestellte Tascam DP32SD hat mir dahingehend auch sehr gut gefallen; deswegen hatte ich auch überlegt, ob ich mir eins gebraucht anschaffe.
            Aber dann will ich das auch als mein Standardgerät in diversen Anwendungssituationen einsetzen können. Und da vermute ich, dass ein X32 Compact mit einer X-Live-Karte (die dann wie das Tascam lokale Speicherung und Wiedergabe von Audiotracks mittels SD-Karten erlaubt) da einfach viel weiter geht (Motorfader, viele gleichzeitige Aufnahme-/Wiedergabekanäle, Effektnutzung, SD-Kartenpufferung, usw.).
            Ergonomie könnte ein Problem des X32 sein; die Anleitung von Tascam sieht auch viel besser aus, und es gibt auch tolle Video-Tutorials dazu im Internet.
            Auf jeden Fall vielen Dank für die Inspiration, Du hast mich zum Nachdenken gebracht! (Wahrscheinlich suche ich nur einen Grund, mir ein neues Spielzeug zu kaufen…)
            Gruß Fredi

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              Stephan Merk  RED

              Du mich aber auch, somit eine Gegenfrage: Der DP-32 SD kann ja von Vorne bis Hinten alles verarbeiten. Automationen gibt es nicht, man müsste also beim Bouncing bzw händisch mit den Fadern spielen. Finde ich auch gut, so ändern sich die Lautstärkeverhältnisse nicht und ich selbst bin der Automator. Geht das denn bei den anderen auch so, Model 24, X32? Wie ich das sehe, sind das Mixer mit Multitracker. Die mögen Overdubbing können und alles, aber das wäre ja ein vollkommen anderer Workflow. Bei Overdub wäre alles, wie es ist, ich kann also nachträglich allerhöchstens den Downmix bearbeiten. Das ist beim DP-32 SD nicht anders, aber zuvor habe ich eben meine 24 Stereospuren. Vielleicht um das nochmal deutlich zu machen, mir ist nicht wichtig, aufzunehmen, ich will viele Audiospuren onboard, quasi computerfrei, nachbearbeiten. Oder irgendeine Indoktrinationspille schlucken, dass ich innerhalb von 24 Stunden Logic und Reaper beherrschen kann. ;)

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                Fredi

                Hallo Stephan,
                da bin ich leider ein ganz schlechter Ansprechpartner, weil ich ja selbst kein X32 besitze.
                Aus dem, was ich im Internet recherchieren konnte, entnehme ich folgendes: Inputrouting scheint wohl analog zu gehen wie beim DP32SD, aber es gibt kein „Stereorouting“ auf einen Master, sondern ein „Trackrouting“ in Achterblöcken. Die X-Live-Karte (für die SD-Karte) stellt deren Audiospuren als virtuelle Tracks zur Verfügung, die man dann abmischen und beispielsweise auf (zwei) andere Spuren zusammenfassen kann. Das Ganze geht über frei definierbare Szenen; ich könnte mir vorstellen, dass man vorab eine (oder mehrere) Szenen für die Aufnahme und eine weitere für’s Mastering definieren würde.
                Es gibt einen Artikel zur X-Live-Karte von Markus Galla vom Januar 2018 hier auf Amazona; ich vermute, dass er hier der beste Experte zu dem Thema ist; vielleicht kann er uns aufschlauen, sofern er mitliest…
                Gruß Fredi

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                  Markus Galla  RED

                  Hi,

                  also: X32 und X-Live Kombination können ein Portastudio nicht ersetzen, wenn es um die Nachbearbeitung, sprich den Audioschnitt geht.

                  X-Live ist als Ergänzung zum X32 für das Live-Recording ohne Computer gedacht. 32 Spuren lassen sich bei langer Laufzeit aufnehmen, mit Markern versehen und später entweder ohne Schnitt direkt über das X32 mischen oder in den Computer zur Weiterverarbeitung überspielen. Das kann die Karte auch ganz hervorragend und m. E. gibt es derzeit für das Live-Recording kaum eine so gute und einfach zu handhabende Alternative. Für das Studio eignet sich X-Live dann, wenn man sie als digitalen „Bandmaschinen“-Ersatz sieht und ohnehin eine Workflow hat, der „Pre-ProTools“ ist, also eher so arbeitet wie früher mit einer Bandmaschine oder ADATs etc. Wer viel schneiden und eine DAW zur Nachbearbeitung nutzen will, muss überspielen. Das geht anders als in den meisten Portastudios nicht direkt im X32.

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                    Stephan Merk  RED

                    Danke Markus, so hätte ich mir das jetzt auch vorgestellt, auch wenn ja dann das Schneiden im Vergleich zur Bandmaschine wegfällt. Ich hatte gestern mal näher auf das Model 24 von Tascam geschaut, das scheint ja auch nur Multitracker ohne weitere Bearbeitung und Effekte zu sein. Eben Analog-Mixer mit Features im Channel Strip und einem siebenbändigen EQ in der Summe. Da hätten wir auch dann den wesentlichen Unterschied zum Portastudio rausgearbeitet.

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                      Fredi

                      Danke an Markus und Stephan für Eure Mühe! Ich hatte die Kombination von X32 und X-Live schon als mögliches „Super-Portastudio“ gesehen.
                      Dann muss ich eben noch auf die eierlegende Wollmilchsau warten…
                      Vielleicht sieht ja Behringer da ein mögliches Anwendungsszenario. Aber der Uli und seine Softwareleute sind vermutlich zu beschäftigt, weil sie ja noch einen weiteren Syntieklon herausbringen müssen ;-)
                      Gruß Fredi

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    Stephan Merk  RED

    Wenn ich so darüber nachdenke, erinnere ich mich doch gerne an meine MPC Renaissance zurück. Die müsste doch in Verbindung mit einem Mehrkanal-Interface gerade für die Synth-User die bessere Alternative sein. Sequenzer, alles am Gerät machbar, flexible Software und rein digital. Für mich war nur das Problem, dass die reduzierte Hardware in Verbindung zu immer mehr Funktionen der Software gegeneinander lief und man irgendwann nicht mehr wusste, welchen Knopf man drücken muss. Das will der Massenmarkt wohl auch nicht, dass man durch reine Hardware eingeschränkt wird, kann ich gut verstehen und stimmt ja auch. Eigentlich wäre ein DP-32-Controller mit einem Software-Teil sogar eine tolle Lösung, weil bezahlbare Controller nur selten wirklich gut mit einer DAW harmonieren. Im vollprofessionellen Bereich ja, unter 1.000 Euro kommt man aber dann nicht raus. MackieControl hatte ich mal überlegt, aber für eine Art Joystick für Musiker war mir der Preis immer zu hoch. So ein Teil mit 10 Eingängen könnte es sein, gab es ja auch von Behringer meine ich.

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