Vergleichstest: Adam A7X, Eve Audio SC207, Genelec 8320A, KS Digital D60, Neumann KH120

Messung

Gemessen wurde der Frequenzgang auf Achse in ca. 1,4 Metern Entfernung zu den Lautsprechern. Als Mess-Software benutze ich das Programm Room EQ Wizard (REW) und als Messmikrofon dient das Superlux ECM 999. Die Lautsprecher wurden dabei mittels ihrer zur Verfügung stehenden Filter an den Raum und die Aufstellung angepasst. Das bedeutete vor allem Bass herausnehmen, da die wandnahe Aufstellung zu einer Überhöhung im Bassbereich führt. Die Stärke der Absenkung variiert dabei von Lautsprecher zu Lautsprecher. Boxen mit rückseitiger Bassreflexöffnung z.B. regen die Raummoden in Wandnähe stärker an, weshalb der Bass hier auch stärker abgesenkt werden muss.

Superlux ECM-999

Superlux ECM-999

Das Mess-System erfüllt keine professionellen Ansprüche, weshalb hier keine absoluten Werte erwartet werden dürfen. Aber da für alle Lautsprecher die Bedingungen gleich sind, lassen sich die Ergebnisse untereinander vergleichen. Dafür habe ich die einzelnen Messkurven in folgendem Diagramm zur besseren Übersichtlichkeit übereinander dargestellt. Normalerweise würden sie mehr oder weniger deckungsgleich sein. Hier zeigen sich die Auswirkungen der Raummoden sehr deutlich, vor allem an den Frequenzeinbrüchen zwischen 50 und 70 Hz sowie bei 200 Hz. Ebenso zeigt sich bei allen Messungen eine „Nase“ im Frequenzgang bei 700 Hz, die ihren Ursprung nicht in den Lautsprechern selbst hat.

vergleichende Frequenzgangmessung (Neumann KH120: ocker; Adam A7X: grün; Eve Audio SC207: rot; KS D60: blau; Genelec 8320A: lila)

Vergleichende Frequenzgangmessung (Neumann KH120: ocker; Adam A7X: grün; Eve Audio SC207: rot; KS D60: blau; Genelec 8320A: lila)

Zieht man nun alle Welligkeiten, die in allen Messungen gleichsam vorkommen, von der Betrachtung ab, dann zeigen sich doch ein paar Unterschiede. Erst einmal bekommen die Neumann KH120 eine Runde Applaus für ihren glatten Frequenzgang von 20 kHz runter bis 40 Hz. Da ist den Entwicklern bei Klein&Hummel bzw. Neumann/Sennheiser wirklich ein sehr linearer Studio-Monitor gelungen. Ähnlich gleichmäßig verläuft der Frequenzgang auch bei den Genelec 8320A, doch im Bassbereich fällt die Kurve etwas früher ab, was aufgrund der geringen Größe aber zu erwarten war. Die automatische Raumkorrektur hat auch die Nase bei 700 Hz leicht geglättet. Die beiden Testkandidaten von Adam und Eve Audio zeigen sich recht ähnlich im Frequenzgang, wobei die SC207 im oberen Bass etwas dicker auftragen, dafür aber auch etwas weiter in den Frequenzkeller reichen. Die SC207 regen durch die rückseitigen Bassports die tiefste Raummode im Abhörraum bei 43 Hz aber auch stärker an als die Adam A7X. Der Hochton-Bereich ist bei beiden aber sehr ausgeglichen.

Die KS D60 zeigen sich im Mittenbereich schön ausgewogen mit etwas angehobenen Hochmitten und einem etwas zurückhaltendem Tiefbass. In den Höhen fallen die D60 etwas früher ab als der Rest. Ich muss aber dazu sagen, dass die Richtwirkung der D60 im oberen Frequenzbereich sehr stark zu sein scheint. Ich habe immer jeweils mehrere Messungen gemacht und während alle anderen Probanden im oberen Frequenzbereich konsistent waren, so zeigten sich beim koaxialen D60 recht starke Unterschiede, die wohl durch minimale Positionsveränderungen hervorgerufen wurden. Diese starke Bündelung im Hochton ab 10 kHz ist mir aber auch im Hörtest aufgefallen, doch dazu gleich mehr.

Forum
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    elektrock  AHU

    Hallo.

    Super Test.
    Mich würde auch noch interessieren wie sich die Dynaudio BM5 MK3 hier durchsetzt.
    Leider gibt es so gut wie keine Testberichte.
    Aber wie gesagt sehr guter Test und einer Kaufentscheidung sollte nichts mehr im Weg steh’n.
    Danke.

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      r.biernat  RED

      Die Dynaudios kenne ich noch vom Studium und von einem Kollegen. Ich denke die können da mithalten, wobei die Neumänner vom Sweetspot und Diffusfeld-Klang schon schwer zu schlagen sind, zumindest in der Preisklasse.

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    tenderboy  

    Ich hatte bei den kleineren Genelec (bis zu den 6″erln) immer das Prolem, dass die Mischungen auf ihnen auf anderen Lautsprechern und Systemen fast immer (deutlich) schlechter klangen…sie also schönfärben und damit die Portability leidet.

    Ist das auf den 8320 ähnlich?

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      r.biernat  RED

      Ich finde Genelec-Monitore generell recht crisp vom Klang her. Das muss man wissen, ansonsten kann es woanders schnell dumpf klingen. Ansonsten hat die Übertragbarkeit von MIschungen auch viel mit dem Mischraum und der Lautsprecher-Aufstellung zu tun. Da können durch Raummoden schnell sehr starke Überhöhungen und Auslöschungen im Klangbild entstehen, was das Mischen erschwert. Für mich war ein extra Sub die Lösung.

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    a.e.neumann

    Gute vergleichsübersicht, danke! Aber da ich alle kandidaten ausser Eve SC207 kenne, war das ergebnis von vornherein klar: der KH120 klingt halt in der preisklasse eindrücklicher als die anderen. Das taten die Klein+Hummel seit je. Doch die sibilanzschärfe (S-laute) hätten die Neumann/Sennheiser-ingenieure dem KH120 schon abgewöhnen können, darüber klagt man seit generationen.

    Nur, pardon, „eine Runde Applaus für ihren glatten Frequenzgang von 20 kHz runter bis 40 Hz“ ?
    Unter linearem frequenzgang verstehe ich doch etwas anderes, nämlich:
    http://rec.....a6c0d7.jpg

    Das ist der typische frequenzgang der PSI A17-M. (Meine exemplare, gemessen in der anechoischen messkammer bei PSI, sehen genau so glatt aus.) Überhaupt, um zu ermessen, was im preisbereich bis 1500 € an phasenlinearität und neutralität möglich ist, sollte man die PSI A17M hinzuziehen. Trotz 10% aufschlag wg. des absurd starken CH-frankens. Oder, wenn die grössenklasse Genelec 8320A vorgegeben ist, den kleinen bruder PSI A14-M. Man höre, messe, und staune.

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      r.biernat  RED

      Bei solchen Frequenzdiagrammen darf man den Abbildungs-Maßstab nicht vergessen, der ist bei deinem verlinkten Diagramm nämlich recht grob, da fallen Unregelmäßigkeiten weniger auf. Die Senke bei 1,5 kHz ist hier locker 6dB. Das kann der Neumann besser. Mit meiner Messung solltest du das auch nicht vergleichen, einen schalltoten Raum habe ich nämlich nicht, deswegen sind die Unregelmäßigkeiten auch höher.
      Darüber hinaus habe ich von den PSI-Monitoren aber wirklich nur gutes gehört und gelesen. Auch einen Blick wert sind die Monitore von PMC aus England. Die durfte ich im Studium viel benutzen, leider sind sie hierzulande nicht so bekannt und auch nicht unbedingt Geldbeutel-freundlich.

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      spookyman  

      War nicht gemeint, Monitor-Vergleichstest bis 1’300 Euro? Pro Paar…und nicht pro Stück. Weil bei PSI Audio kostet ein A17m schon über 1’600 Euro pro Stück…die klingen tatsächlich sehr gut (ich besitze ein Paar A14m). Aber sie spielen auch in einer anderen Preisliga (eher ähnlich wie ATC, PMC, usw…).

      Aber vielen Dank für den sehr interessanten Vergleich !

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    gaffer  AHU

    Gute Auswahl, guter Test. Schade, dass die Neumänner gerade 100€ teurer geworden sind. Oder hast Du Dich verrechnet ;) Vielleicht gibt’s bei zwei aber auch Rabatt und ich hab’s nicht gefunden.

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      r.biernat  RED

      Ja, die Neumänner sind kurz nach Fertigstellen des Tests leider wieder teurer geworden.

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    Audiosexual

    Kurze Anmerkung zur Genelec 8320: es können alle Filtereinstellungen über die GLM-Software manuell editiert werden. Die Höhenwiedergabe kann also beispielsweise problemlos an die eigenen Hörgewohnheiten angepasst werden.

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      r.biernat  RED

      Das stimmt und wird im Text korrigiert. Ich hatte die Option nicht gefunden. Dabei hätte es ein Doppelklick auf den Lautsprecher in der Software getan. Das war wohl temporäre Betriebsblindheit;)

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    Polysix

    Netter Test. Was ich aber nicht ganz verstehe ist, die KS Digital D60 mit den anderen Kandidaten zu vergleichen (aber Auftrag ist Auftrag…). Das ist m. E. eine ganz andere Ecke. Ich habe die KS C-55 im Einsatz und finde sie neben den Dynaudio BM12 MKIII unschlagbar für für alles, was die Akustik Ecke angeht. Der Vergleich mit einem „vorbeifahrenden Krankenwagen“ ist wohl eher theoretischer Natur und tritt womöglich hin und wieder auf, wenn man sich im Live Betrieb das Gehör verdorben hat:-) Ich persönlich finde die Nachfolger-Serie der KS nicht gelungen. Sie sind laut, ja, man könnte damit ein Publikum beschallen. Nur: wie im Test bereits bemerkt: das Rauschen ist wie bei einigen Vorgängern mit KS Flirtec Technologie (wie bspw. die ADM Reihe) inakzeptabel. Hier hat man manches verheiratet, aber auch manches verdorben. Na ja, lange Rede kurzer Sinn: die entsprechenden Dynaudio’s (möglicherweise auch ne Nummer kleiner als oben angegeben) hätten besser in die Testreihe gepasst…

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      r.biernat  RED

      Der Krankenwagen war auch nur zur Veranschaulichung des Effekts gedacht;)
      Es ist aber gut zu hören, dass die Vorgänger in Sachen Nebengeräuschverhalten besser sind, da ich nur Gutes darüber gehört habe. Ich persönlich brauche auch keine DSP´s im Lautsprecher. Mir reicht eine grobe Raumanpassung auf analogem Wege und eine gute rauscharme Verstärkung aus. Was soll ich sagen, meine Tannoy Ellipse 10 sind komplett passiv. Da kann man wenigstens noch mit verschiedenen Verstärkern experimentieren:)
      Aber laut und mächtig können die KS D60 definitiv, das reicht schon als Mid-Field aus.

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    arnte  

    Die APS Klasik hätten noch gut in den Test gepasst. Alle Tests die ich bislang darüber lesen konnte waren geradezu euphorisch.

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    pytrel  

    Also die Frequenzgang messungen im bild sehen eher aus als würde man einen Raum messen. Also ich kann mir bei besten willen nicht vorstellen das 5 verschieden boxen so einen ähnlichen Frequenzgang haben selbst wenn es sich über Monitor boxen handelt. Also ich glaube das der Raumeinfluß so groß ist das die messungen fast unbrauchbar sind abgesehen das man bei der KS sieht das der Hochton früher abfällt. Der rest des tests ist jedoch schön und ziemlich brauchbar

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      r.biernat  RED

      Gut erkannt, aber ich habe im Text auch dazu geschrieben, dass ich keinen schalltoten Raum besitze und sich somit der Raumeinfluß stark bemerkbar macht, vor allem unter 800 Hz. Trotzdem sind Unterschiede sichtbar, wenn auch gering. Die Unterschiede im Frequenzgang auf Achse sind in der Tat aber sehr gering. Die Messungen sollten also nicht zu wichtig genommen werden. LG

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