Vergleichstest DSI OB-6 vs. Oberheim OB-Xa Analogsynthesizer

21. Mai 2016

David gegen Goliath

Als im letzten Jahr die beiden Synthesizer Legenden Dave Smith und Tom Oberheim die Bombe platzen ließen und einen neuen Oberheim Synthesizer für das Jahr 2016 ankündigten, stand die Synthesizerwelt erst einmal Kopf und das sollte sich auch bis zum heutigen Tag nicht ändern.

Die OB-Synthesizer galten in den 80er Jahren als elitär, sie klangen sehr edel, sie waren sauteuer und somit nur gutbetuchten Musikern oder Profis vorbehalten. Sie waren praktisch der Benz unter den Synthesizern. Der Spruch: „Wer einen Oberheim im Studio hat, der hat es geschafft“ ist gar nicht mal so weit hergeholt oder der Käufer war nach dem Einkauf Pleite. Heute ist das alles etwas anders, einen Oberheim Synthesizer kann sich heute fast jeder kaufen und wenn man dieser Tage mit einem Benz durch die Stadt fährt, dann dreht sich auch keiner mehr nach einem rum.

Die alten Oberheims gehörten zu den begehrtesten Synthesizern überhaupt. Viele bekannte Musiken trugen zur Legendenbildung bei und setzten mit ihren Werken den Synthesizern ein musikalisches Denkmal. So wird Van Halens „Jump“ Synthesizer-Riff immer mit dem Namen Oberheim verbunden sein oder „Don’t You Forget About Me“ von den Simple Minds, ebenso „Too Much Time In My Hands“ von Styx oder die zuckersüßen Pads von Kenny Gs „Songbird“. Die Liste lässt sich unendlich fortsetzen. Im Laufe der Jahre hat sich eine ganze Bibliothek an Oberheim Synthesizer geprägten Songs angesammelt. Für mich selbst ist und war es jeher das klangliche Ideal der polyphonen Synthesizer Sounds. Ein OB-X oder OB-Xa klingt niemals schlecht, egal wie man ihn programmiert, immer durchsetzungsfähig, warm, lebendig und voll.

Wie so immer gibt es aber auch hier nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Einen OB-X von 1979 bekommt man praktisch gar nicht mehr zu kaufen. Von dem Synthesizer wurden nur wenige Exemplare (< 700 Stück) gebaut. Der Großteil davon ist heute entweder defekt oder befindet sich in den Händen von Sammlern, die ihn nicht mehr hergeben. Der Klang eines OB-X ist unglaublich lebendig und brachial.. Ein wahres Soundgewitter, das einem aus den Boxen entgegenkommt. Damit könnte man sich auch die Haare föhnen.

Der OB-X war diskret auf SEM Basis aufgebaut und teilweise ziemlich störanfällig. Der Nachfolger OB-Xa von 1981 sollte robuster und bühnentauglicher werden. Erreicht wurde dies durch das Ersetzen der diskreten Schaltungen mit Hilfe der gerade neu erhältlichen Curtis Chips (CEM). Es handelt sich praktisch mit CEM 3320, CEM 3340, CEM 3310, CEM 3360 um die gleichen Chips, die auch im Prophet-5 ab der Seriennummer 1301 ihren Dienst verrichten. Nur ist das klangliche Ergebnis auf Grund der unterschiedlichen Beschaltung der Komponenten anders als beim Prophet-5. Der Ersatz diskreter Schaltungen ging zwar mit einer größeren Zuverlässigkeit und Servicefreundlichkeit einher, jedoch änderte sich damit auch der Klangcharakter zum OB-X. Die ersten OB-Xa hatten zudem mit erheblichen Mängeln zu kämpfen. Die Platinen wurden in ein Säurebad getaucht, um sie weniger anfällig für Korrosion zu machen. Das Gegenteil war aber der Fall. Die Prozedur griff die Tuning Potis an und sorgte für viele Ausfälle. Trotz alledem war der OB-Xa einer der erfolgreichsten Synthesizer der 80er Jahre und auf vielen Bühne zu Hause.

Im Jahre 2016 tut sich nun wieder etwas. Der neue Oberheim Synthesizer wird von Dave Smith (DSI) gebaut und hört auf den Namen OB-6. Das weckt natürlich sofort Assoziationen zu der alten OB-Serie aus den frühen 80er Jahren. Zudem hat der OB-6 auch das blaue Nadelstreifen Muster des OB-Xa geerbt. Marketingtechnisch sicher geschickt gemacht , denn das Auge isst bekanntlich immer mit.

Dave Smith selbst sagte zu mir auf der Musikmesse, dass das Synthesizerkonzept des OB-6 SEM inspiriert sei, also weitgehend diskret aufgebaut. Oszillator und Filter wurden analysiert und mit SMD-Technik realisiert.  Der Signalpfad ist zu 100% analog, wenn man die Effekte auf Bypass stellt.
Sofort sichtbar bzw. spürbar ist der enorme Größen- und Gewichtsunterschied der beiden Probanden. Beim Stemmen des OB-Xa kann man sich das Hanteltraining sparen, während man sich den Jungspund bequem unter den Arm klemmen und durch die Stadt laufen kann. Der OB-6 wirkt winzig im direkten Vergleich zum OB-X oder OB-Xa. Aber der Rücken wird es einem danken, wenn man den kleinen OB-6  zum Gig schleppen muss.

Die größte Frage die sich seit Erscheinen des OB-6 stellt ist: Kann der neue OB-6 klanglich mit der alten OB Serie mithalten bzw. in welchem Umfang sind die legendären Sounds reproduzierbar? Wie ist der Klangcharakter der Oszillatoren und des Filters im Vergleich zum OB-Xa zu bewerten?

In dem folgenden Test soll der OB-6 gegen den OB-Xa antreten, da dieser das meistverbreitete Modell der OB-Serie ist. In dem Test wird bewusst auf Tastenakrobatik und Klischeesounds verzichtet. Es soll viel mehr der Klang der einzelnen Komponenten bei identischen Einstellungen aufgezeigt werden, also Grundklang der Oszillatoren inklusive der Pulsbreitenmodulation, des Filters, der Sync-Funktion und vor allem Schnelligkeit der Hüllkurven, um einen aussagekräftigen Vergleich zu erhalten.

Der OB-6 hat im Gegensatz zum OB-Xa (8 Stimmen im Vollausbau) nur 6 Stimmen, was gerade bei Flächen etwas eng werden kann und sich durch Stimmenklau bemerkbar macht. Außerdem hat eine Oktave weniger zum Spielen zur Verfügung als der OB-Xa.

Getestet wurden nur klangrelevante Einstellungen, die auf beiden Synthesizern zu finden sind. Da dem neuen OB-6 ein Multimode Filter zur Verfügung steht, wird hier im Test nur das 12 dB Tiefpass-Filter wie auch im OB-Xa benutzt. Die Effekt Sektion des OB-6 bleibt ebenfalls außen vor und steht auf Bypass.

Um absolute Chancengleichheit zu wahren, wurden die Audiobeispiele über ein und denselben Audioeingang ohne jeglichen Einsatz von externen Effekten, Kompressoren oder Equalizern in Lautstärke direkt eingespielt und dann auf HD gebannt. Man hört immer zuerst den Oberheim OB-Xa, gefolgt vom DSI OB-6.

Das erste Beispiel zeigt einen weichen Flächen-Sound wie er typisch für Oberheim Synthesizer ist. Gemächliche Hüllkurvenzeiten und ein sich langsam öffnendes und wieder schließendes Filter. Hier macht sich der Stimmenklau des OB-6 leider stark bemerkbar.

Im zweiten Beispiel hört man einen typischen OB Brass Sound. Damit könnte man auch JUMP spielen, aber das lassen wir mal lieber. Aber Jump geht auch mit dem OB-6, allerdings nicht Brass und Bass Part gleichzeitig. Hier fehlt einfach die fünfte Oktave auf der Tastatur.

Das nächste Beispiel zeigt die Qualität des 12 dB Tiefpass Filters. Die Filter-Resonanz wird schrittweise bis zum Maximum erhöht. Die unterschiedliche Filter-Charakteristik ist gut zu hören.

Das vierte Beispiel zeigt den Grundklang der Oszillatoren. Zuerst hört man eine VCO mit Sägezahn. Dann kommt VCO2 dazu und wird leicht verstimmt. Zum Abschluss hört man noch Rechteck, bei dem die Pulsbreite verändert wird.

Im nächsten Beispiel werden die Oszillatoren synchronisiert. Das Ergebnis sind schneidende Klänge mit vielen Obertönen. Ideal für beißende Lead-Sounds.

Das sechste Beispiel zeigt wieder einen typischen OB-Sound – weiche Oberheim Streicher. Dafür sind sie berühmt. Der OB-Xa klingt mit Detuning weicher und lebendiger, der OB-6 enger und bratziger.

Im nächsten Klangbeispiel wird das Filter vom LFO moduliert. Sample/Hold bzw. Random, Sinus und Rechteck. Für Blubber-Sounds unabdingbar.

Das achte Beispiel zeigt den Unisono Modus zur Erzeugung fetter Sounds. Damit kann man jeden Gitarristen von der Bühne fegen.

Im nächsten Klangbeispiel werden beide Synthesizer vom Doepfer Dark Time extern über MIDI angesteuert. Schön sind hier die unterschiedlichen Charakteristiken der Hüllkurven und der Filter zu hören.

Im letzten Beispiel geht es noch mal richtig zur Sache. Unisono Modus, VCO Sync und Portamento. Die volle Breitseite

Der OB-6 hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Ich hatte ja auf der Musikmesse schon einmal kurz die Gelegenheit, den OB-6 zu testen, aber in gewohnter Studioumgebung und mit viel Zeit ist das immer noch mal etwas anderes.
An die Größe musste ich mich erstmal gewöhnen. Wenn man hier jahrelang mit dem OB-Xa und OB-X gearbeitet hat, dann ist man im erst einmal erschrocken, wie klein der OB-6 im Vergleich ist. Aber das ist ja nichts Schlechtes und auch die enorme Gewichtsreduktion zum Großvater ist super für Leute, die eh schon unter Rückenproblemen leiden. Jeder Roadie wird sich dafür bedanken. Alle Bedienelemente fassen sich hochwertig an und auch optisch macht der OB-6 mit seinen dunklen Holzseitenteilen was her.

Eine Oktave mehr wäre schön gewesen. Gerade Flächen verlangen oft eine ausladende Spielweise. Bassgriff mit der linken Hand und die Chords mit der rechten. Man möchte oft höher oder tiefer greifen, aber da ist dann Schluss. Und ein weiteres Manko fällt gerade bei Flächen auf, die ja bekanntlich eine Oberheim Domäne sind. Mit nur 6 Stimmen geht dem OB-6 hier schnell die Puste aus und er quittiert das dann mit abgehackten Sounds. Das hat mich am meisten gestört.
Und noch etwas ist zu beachten. Wenn man den OB-6 anschaltet, flackert er erstmal komisch auf und schickt eine hohe Pegelspitze an die Boxen. Das ist ziemlich befremdlich und im ersten Augenblick dachte ich, ich hätte ihn schon getötet, bevor es überhaupt losgeht. Nach kurzem Schock habe ich aber gemerkt, dass dieser holprige Kaltstart normal ist. Dave, das Schlitzohr, wollte die User bestimmt nur mal schocken.

Und jetzt das Wichtigste. Wie klingt der OB-6 bzw. kann er den OB-Xa  teilweise ersetzen. Das muss ich mit JA und NEIN beantworten.

Der OB-6 klingt edel und hat einen eigenständigen Klangcharakter, der meiner Meinung nach irgendwo zwischen OB-Xa, Oberheim Xpander und Prophet-600 anzusiedeln ist. Der Klang der Oszillatoren und des Filters ist natürlich etwas anders als beim OB-Xa, der ja Curtis Chips zur Klangerzeugung nutzt. Wie die meisten Klangbeispiele zeigen, kann man sich mit dem OB-6 und etwas Programmieraufwand aber durchaus recht weit an den Vintage OB Klang annähern. Wer keinen alten OB zu Hause hat, wird wahrscheinlich sowieso keinen Unterschied feststellen.

Der OB-6 erreicht nicht ganz die Tiefe im Bassbereich wie der OB-Xa und schon gar nicht wie der OB-X. Dieses Bass-Pumpen, das man auch vom Moog Taurus kennt, konnte ich beim OB-6 selbst unter extremen Einstellungen nicht wahrnehmen. Das heißt aber keineswegs, dass der OB-6 nicht gut für Bässe ist. Im Gegenteil, er kann sehr harte Bass-Sounds erzeugen, die sich gut durchsetzen.

Der OB-6 klingt insgesamt auch etwas schlanker und hat weniger Eigenleben im Sound als der OB-Xa. Gerade beim Detuning der Oszillatoren kommt das zur Geltung. Da klingt der OB-Xa ganz anders, viel breiter, unberechenbarer und lebendiger. Aber wie gesagt, das fällt nur im Vergleich auf und sollte potentielle Käufer nicht abschrecken. Was noch wichtig zu sagen ist, der OB-6 hat keinen Layer- oder Split-Modus wie der OB-Xa. Aber die klanglichen Möglichkeiten des OB-6 gehen mit seinem Multimode Filter, den erweiterten Modulationsmöglichkeiten sowie Regelbereichen sowie dem Arpeggiator und Step-Sequencer noch weit über den OB-Xa hinaus.

Fazit

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was er bevorzugt. Der OB-6 ist ein toller Synthesizer, der vielen Ansprüchen im Studio und auf der Bühne gerecht wird. Mir hat der Vergleichstest sehr großen Spaß gemacht und es war eine kleine Herausforderung, einen Teil meiner Lieblings OB Sounds auf dem OB-6 zu programmieren. Meine großen Oberheims bleiben definitiv hier, allein schon aus nostalgischen Gründen. Hätte ich allerdings keinen Oberheim hier stehen, dann könnte ich mich auch mit dem OB-6 anfreunden. Dave hat wirklich gute Arbeit geleistet und auf Kundenwünsche reagiert.

 

Plus

  • sehr guter Klang
  • hochwertige Hardware
  • gute Bedienbarkeit
  • Größe und Gewicht

Minus

  • leider nur 6-stimmig
  • nur 4 Oktaven Tastaturumfang
  • Pegelspitze beim Einschalten

Preis

  • 2999,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Gewohnt guter Bericht Marko. Danke. Oberheim Synthesizer sind eben eine feine Sache und die DSI Version fügt sich da schön ein.
    Was das Einschaltgeräusch betrifft kann ich Dir voll und ganz zustimmen. Als ich den Prototyp das erste Mal eingeschaltet habe und irrtümlicherweise währenddessen die Kopfhörer aufhatte, dachte ich ich hätte mir das Trommelfell ruiniert. Ich habe gehofft, dass dieses Geräusch im Seriengerät nicht mehr auftritt. Tut es aber.

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      Marko Ettlich  AHU

      Guten Morgen Peter! Vielen Dank für dein Feedback. Der holprige Startmechanismus des OB-6 ist wirklich mehr als befremdlich und dürfte noch für etliche Schrecksekunden sorgen. :D
      Ansonsten alles fein. Wird mir schwerfallen den OB-6 wieder gehen zu lassen. ;)

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        AMAZONA Archiv

        Guten Morgen Marko,
        Gut, Du hast OB-Xa UND OB-X (den 8er ja auch noch, oder?). Da ist der Abschiedsschmerz überwindbar, auch wenn der OB-6 anders klingt. Allerdings benötigt Letzterer nicht viel Platz. Wer weiss. ;-)

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          Marko Ettlich  AHU

          Den OB-8 habe ich nicht. ;) Der OB-6 passt aufgrund seiner schlanken Maße eigentlich überall noch rein. Mir hat er jedenfalls großen Spass gemacht.

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    mhagen1  

    Vielen Dank, Marko, für diesen Vergleichstest und dein neues YouTube-Video!
    Das Problem mit der Stimmenzahl und der Tastaturgröße lässt sich doch einfach lösen: man kauft sich zwei OB-6 :-) Das ist immer noch billiger als ein funktionierendes Original.
    Howard Jones hat schließlich auch zwei Moog Prodigys nebeneinander auf die Bühne gestellt.

    Was mich noch interessiert: wie würdest du den Sound des Matrix 1000 im Vergleich zum OB-6 einordnen? Immerhin ist der Matrix ein bezahlbarer und recht weit verbreiteter Synth mit Oberheim-Sound.

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      Marko Ettlich  AHU

      Guter Tip aber Howand Jones hatte ja auch das nötige Kleingeld um sich eine ordentliche Synthesizerburg zu bauen. ;-) Ich mag den Matrix-1000 sehr gern, klanglich ist er dem OB-6 sicher ebenbürtig nur gehen die Möglichkeiten des OB-6 noch weit darüber hinaus. Der OB-6 ist sehr performanceorientiert und es macht Spass damit zu arbeiten. Beim M-1000 trübt die schleppende SysEx Übertragung den Spass etwas. Aber mit zwei M-1000 parallel über MIDI angesteuert und links/rechts im Stereo-Panorama verteilt gehen die Ohren fliegen.

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        mhagen1  

        Zwei Matrix-1000 in stereo – da zuckt der Finger unweigerlich Richtung eBay-Bookmark …
        Du hast Recht, zum Verarbeiten von SysEx-Daten nimmt sich der Matrix-1000 wirklich viel Zeit. Mit dem Stereoping-Synthcontroller von Gregor Zoll macht das Schrauben aber dennoch Spaß.

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        Florian Anwander  RED

        Zum M1000 darf ich anmerken, dass dessen Hüllkurven relativ „schlapp“ sind. Von daher halte ich ihn nur bedingt für eine adequaten Alternative.

        Die Klangbeispiele von Dir, Marko, zielen leider nicht darauf ab, zu zeigen, wie zackig die Envelopes des OB-Xa sein können. Da würden mich auch nochmal Vergleiche der sehr kurzen Decay-Zeiten bei OB-Xa und OB-8 interessieren.

        Beste Grüße
        Florian

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          Marko Ettlich  AHU

          Die M1000 Hüllkurven sind wahrlich nicht die Schnellsten, da stimme ich dir zu.
          Ich finde dass der Sequenzer Demo Track schon ganz gut zeigt, wie sich die Hüllkurven-Charakteristik des Xa verhält.

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            Florian Anwander  RED

            > Ich finde dass der Sequenzer Demo Track
            > schon ganz gut zeigt, wie sich die Hüllkurven-
            > Charakteristik des Xa verhält.
            Sagen wir so: ich weiß nicht, was der OB-6 noch bieten könnte, aber der Xa kann noch deutlich schneller. Der kann einem wirklich Nadelstich senkrecht in die Stirn setzen.

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      costello  RED

      Das mit Howard Jones ist gut! Als der Prodigy neu rauskam, erzählte mir der Keys-Verkäufer im Berliner Sound & Drumland (heute JustMusic) auch, der kleine Moog sei quasi ein „Entlastungssynthesizer“, man sollte zwei davon kaufen ;-)

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        Marko Ettlich  AHU

        Nur 900 DM hat der neu gekostet. Da konnte man sich auch gleich mehrere davon holen und mit Händen und Füßen gleichzeitig spielen. :D

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    AMAZONA Archiv

    Die Klangbeispiele zeigen einmal mehr das es sich hierbei um einen eigenständigen Synthesizer handelt. Beim OB-Xa kamen mir immer die 80er Hits (oder Techno) in den Kopf und haben mich inspiriert aber beim OB-6 blieb ich kalt wie ein Fisch. Es scheint das Moog es besser machen wird. Teuer aber mit Punch und echter Moog-Signatur in jeder Einstellung. So ist der OB-6 nur ein neuer DS-Synth den man gemeinsam mit dem P6 in ein Gehäuse hätte packen können. Mit Switch zum umschalten. Besonders die Oszillator-Sektion klingt beim OB-6 sehr schwach. Die Arpeggiator-Demo erinnert mich sehr an eine Bass-Station. Vintage bleibt eben Vintage und die Preise werden weiter steigen. Die Sammler alter Synths haben wohl mit die besten Aktienpakete. ;)

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      Marko Ettlich  AHU

      Der OB-6 klingt schon gut, aber er klingt halt etwas anders als der OB-Xa. Man darf nicht vergessen dass Vintage so ein Liebhaber Ding ist und auch Geld für die Wartung und Pflege frißt. Einige Vintage Synths sind echte Sensibelchen und nehmen einem Nachlässigkeit schnell übel. Hier hat man ein neues Gerät mit Garantie und erstmal Ruhe.

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        Obie69  

        Wie sehr habe ich auf diesen Test von dir gehofft und jetzt ist er da. Ein super interessanter Artikel und sehr aussagekräftige Beispiele. Vielen Dank.
        Beim String Sound Beispiel fällt der OB6 stark ab. Ansonsten sind die Unterschiede nicht so erheblich, wie ich vermutet habe. Wirklich schade, dass er nicht 5 Oktaven und 8 Stimmen hat. Dies, Split/Layer und dazu noch 24db neben den 12db würden ihn zum perfekten Polysynthesizer machen.

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          Marko Ettlich  AHU

          Danke Rüdiger. Beide klingen je nach Einstellung mehr oder weniger ähnlich. Der Grundklang der VCOs ist schon etwas anders und beim OB-6 muss den Regelbereich genau ausloten damit es ordentlich klingt. Der Xa hat hier über den gesamten Bereich einen größeren Sweet Spot. Trotzdem ist der OB-6 gerade was die Klangbeeinflussig betrifft dem Xa überlegen. Also freu dich deines OB-6. Die Kiste fetzt schon. :)

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      polychrome

      Kann aber auch nach hinten losgehen, erst kürzlich wurde ein OB8 aus Griechenland sage und schreibe 5x hintereinander in Ebay Auktionen angeboten, Endpreise variierten zwischen 1060 und 1600€, zum Festpreis findet man ihn zwischen 3000-4000€, klar das das Erwartungen weckt. Der OB8 ist aber auch klanglich der schwächste im Trio, und ohne den starken Kult der den älteren Brüdern anhaftet. Wenn ich nicht prinzipiell eine Abneigung gegenüber analogen neuester Generation hätte und die Wahl zum OB8, dann würde ich mich auch für den OB6 entscheiden, der mit modernem, eigenständigem Oberheim Sound und zuverlässiger Qualität glänzt.

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        Marko Ettlich  AHU

        Mit dem OB-6 trifft mal jedenfalls keine schlechte Wahl und man muss sich keine Sorgen um die Wartung machen. Vintage online zu kaufen ist immer die Katze im Sack zu kaufen. Kann gut gehen aber oft gibt es Probleme.

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        costello  RED

        Diese Auktion muss ich verpasst haben ;-) Ein OB-8 für 1.600,– Euro ist ein absolutes Schnäppchen, wenn er denn im vernünftigen Zustand ist und nicht nur Elektroschrott. Den Ob-X – weil praktisch nicht mehr zu kriegen – kann man bei der Betrachtung außen vor lassen. Und zum Ob-Xa fällt der Ob-8 klanglich sicher etwas ab; dafür gilt er aber als das „Players Instrument“ der alten Oberheim-Riege, ist weniger dominierend, dafür aber vielseitiger. Und vor dem neuen Ob-6 braucht er sich allemal nicht zu verstecken.

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          Marko Ettlich  AHU

          Der OB-8 klingt zahmer als seine Vorgänger. Tom Oberheim selbst sagte einmal in einem Interview: „Der OB-8 klingt sehr sauber, zu sauber…“
          Bei den Auktionen muss man vorsichtig sein. Nicht selten sind es fakes.

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            costello  RED

            Hallo Marko, herzlichen Dank für diesen Vergleichsbericht, dem ich sehnsüchtig entgegengeblickt habe. Ich finde, Du bist sehr fair zum OB-6; aber die Vier-Oktaventastaur, die fehlenden Split- und Layer-Möglichkeiten sind leider allein schon Ausschlusskriterien. Dass man mit den neuen Geräten wunderbar Musik machen kann, hat gerade erst Peter mit seiner Turm-Komposition im Turmschatten-Projekt gezeigt, wo sowohl P-6 als auch OB-6 überzeugend eingesetzt sind. So sehr ich meinem altem OB-Xa manchmal nachtrauere, werde ich mir wohl trotzdem nicht nochmals einen kaufen.

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              Marko Ettlich  AHU

              Danke. Ich bin fair und gehe bei Tests immer objektiv an die Sache heran. Emotionen gehören da nicht hin, die kann man bei der Musik ausleben. ;-) Da wird nichts dazu gedichtet oder beschönigt und Schwächen werden benannt. So kann man es beim nächsten Synthesizer besser machen. Der OB-6 ist ja auch gut und Peter M. Mahr ist ein Meister seines Faches. Ein OB-Xa ist etwas für Liebhaber die sich diesen Synthesizer aus nostalgischen Gründen ins Studio stellen.

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    digital-synthologie  AHU

    Habe meinen OB-6 jetzt seit ca. einem Monat und es macht einfach Spaß, damit zu spielen. Haufenweise gutklingende Presets. Und dann dreht man einfach hier und dort ein bisschen und es kommt was neues bei raus und klingt immer noch gut. Jeder Sound inspiriert, dass man ihn sofort in einem Song verwenden will. Die Polyphonie von nur 6 Stimmen stört mich nicht. Ich finde das Basstöne-mit-der-Fläche-mitspielen sowieso eine Unsitte, die man, sobald noch andere Instrumente dazukommen, nicht gebrauchen kann. Und einfach das Delay anschalten und schon ist der Stimmenklau egal, da der alte Akkord noch nachklingt. Vielleicht gibts ja später eine Rackversion als Stimmenerweiterung, wie beim Polyevolver. Was mir fehlt, ist eine Vergleichsmöglichkeit zwischen dem im Preset verwendeten Wert und dem, den man gerade hingedreht hat. Bei der Bassstation gibt es zwei Pfeil-LED, die zeigen, ob man drunter oder drüber liegt. So findet man nicht raus, wie was in einem Preset gemacht wurde, es sei denn man kauft noch die Editorsoftware dazu.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Jetzt der Vergleichstest: Kann ein OB-Xa klingen wie ein OB-6?
    .
    So rum würden wir (an anderen Stellen) wahrscheinlich ein ähnliches Ergebnis bekommen: Nah dran, aber eben nicht ganz.
    .
    Ich für meinen Teil mag es, wenn gute Synthesizer als Vorlage für Neuentwicklungen herangezogen werden. Aber ich erkenne auch, dass diese Geräte oft weiter gehen, als es die Vorbilder damals taten.
    .
    Sicherlich auch eine Betrachtung wert …

    • Profilbild
      Marko Ettlich  AHU

      Der OB-6 ist ja keine 1:1 Kopie. Die Möglichkeiten gehen teilweise weit darüber hinaus was der OB-Xa leisten kann. Hier wurde das Hauptaugenmerk auf den Klang gesetzt. Also wie klingen Oszillatoren, Filter, Hüllkurven im direktem Vergleich. Musikmachen läßt sich beiden ganz wunderbar.

  6. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Marko,

    sehr guter Vergleich. Ich finde die Unterschiede sind da, machen den Bock aber nicht Fett. Andererseits, gut zu sehen, das sich noch jemand traut so eine Kiste wie den OB-6 zu bauen.

    PS: Das Beispiel OB-Sync Unison klingt verdächtig nach Visage „fade to grey“

    https://youtu.be/vMPR6Ujop4k

    ;-) (Y)

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      Marko Ettlich  AHU

      Danke Toby. Sehe ich auch so und ich finde es toll dass Dave sich getraut hat, nochmal einen „großen“ polyphonen Analog-Synthesizer zu bauen. Das kann man garnicht genug wertschätzen. Klar, Fade to Grey muss einfach sein.

  7. Profilbild
    kfog

    Einfach super geschrieben .. toll !!! wirklich toll geschrieben .. grüße an den autor

  8. Profilbild
    Toni

    Also für meine Ohren klingt der OB-6 in allen Klangbeispielen deutlich schlechter als der OB-Xa. Da frage ich mich wie man so einer schwachen Leistung dann auch noch etwas Positives abgewinnen kann. Würden man auch einen neu erschienenen Computer loben der es (fast) schafft an die Leistung eines C64 anzuknüpfen. Die Technik von elektronischen Geräten hat in den letzten 30 bis 40 Jahren gigantische Fortschritte gemacht, nur bei modernen analogen Synthesizern hört man davon leider absolut nichts. Kein einziger neu gebauter Synth klingt auch nur annähernd so gut wie ein alter Moog, Prophet oder Oberheim. Das ist ein ziemliches Armutszeugnis für die Hersteller solcher Geräte. Wenn man es wirklich wollte wäre es heute sicherlich möglich Synthesizer zu bauen die viel besser sind als die Geräte aus der Anfangsphase elektronischer Musikinstrumente. Schließlich sind moderne elektronische Bauteile, wie sie beispielsweise im professionellen Maschinenbau Verwendung finden, heute viel hochwertiger als damals. Natürlich müsste man entsprechend viel Geld investieren und die Instrumente wären dann sicher auch nicht kostengünstig, aber für einen modernen analogen Synthesizer, der wirklich besser klingt als sämtliche alten Geräte, wären sicher viele bereit auch genauso viel Geld auszugeben wie für die Profi-Synths von damals.

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      Marko Ettlich  AHU

      Das ist ja das Problem. Hochwertige und bessere Bauteile zu verbauen heißt nicht automatisch dass etwas besser klingt. Das was bei alten Synthesizern oft als „Seele“ und „Lebendigkeit“ beschrieben wird, entsteht teilweise durch Unzulänglichkeiten in den damals verfügbaren Bauteilen und großen Toleranzen. Es klingt nie statisch und sauber und das menschliche Ohr empfindet den Klang als angenehmer und natürlicher. Eintönige Klänge ohne Bewegung empfinden wir dageben als unangenehm. Besonders in einem Direktvergleich kommt das dann zur Geltung weil unser Gehirn unwillkührlich entscheidet.

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      Eduardo

      Ich verstehe auch nicht warum gerade neue analoge Synthesizer immer unbedingt billig produziert werden müssen. Bei elektrischen Gitarren verhält es sich ja genau andersherum, eine heutige Custom Shop Les Paul oder Strat kostet ungefähr zehnmal so viel wie die originalen Gitarren aus den 50er und 60er Jahren seinerzeit gekostet haben, und trotzdem verkaufen sich diese Instrumente ganz hervorragend. Gibsons Collector‘s Choice oder Fender Masterbuilt Strats gehen trotz Preisen von 5.000 bis 10.000 Euro weg wie warme Semmel. Vielleicht kommt ja irgendein Hersteller moderner analoger Synthesizer mal auf den Trichter und baut einmal richtig professionelle Instrumente mit der besten heute zu Verfügung stehenden Technik. Bis dahin muss man wohl weiterhin auf uralte Analogsynths zurückgreifen (wenn man denn guten Klang bevorzugt).

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        Marko Ettlich  AHU

        Weil immer noch Unsicherheit herrscht. Korg hat sich ganz langsam wieder an den Analogmarkt herangetastet und nach und nach immer mehr gewagt. Ich bin mir sicher da kommt auch noch etwas Größeres. Moog baut seit einiger Zeit auch wieder und knüpft an. Es tut sich schon was aber es braucht Zeit. Vintage Synths werden trotzalledem aus verschiedenen Gründen niemals überflüssig werden.

  9. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Wow, vielen Dank für die sehr guten Soundbeispiele. Ich hatte den Artikel vor ein paar Tagen gelesen und habe gerade erst reingehört. Nach der Lektüre hatte ich nicht erwartet, dass die klanglichen Unterschiede so deutlich sein würden. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich schockiert wieviel besser mir der Klang des Xa gefällt.

    Der OB-6 ist kein reines Re-issue, insofern ist der A > B Vergleich hier nicht das alleinige Merkmal – was du im Artikel fairerweise klarstellst. Und natürlich kann der OB6 Etliches, was beim Xa gar nicht geht. Er ist sicher ein klasse Instrument, das inspiriert und Spass macht.

    Aber da hier nun schon mal Oberheim draufsteht, ist es schon erstaunlich, dass der Grundklang des OB6 dem Original nicht näher kommt.

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      Marko Ettlich  AHU

      Das ist hier zwar ein Direktvergleich, weil viele sich das so wünschten, aber letztendlich sind beide Synthesizer sowohl konzeptionell als auch klanglich verschieden. Natürlich kann man sich annähern, je nach Sound mehr oder weniger stark, aber der OB-6 klingt für sich schon eigenständig. Das ist aber auch etwas Gutes. Außerdem macht er sehr viel Spass und ist absolut Bühnentauglich.

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      Marko Ettlich  AHU

      Richtig cool wäre es gewesen, wenn Dave das erweiterbare Voicecard Prinzip des X und Xa übernommen hätte. Eine günstige Grundversion mit 4 Stimmen und bis auf 8 Stimmen erweiterbar mit nachträglich steckbaren Voicecards. Je nach Anforderung und Größe der Geldbörse hatte man viel mehr potentielle Kunden erreichen können und Kritiker über die nur 6 Stimmen gäbe es auch nicht. Schade irgendwie.

  10. Profilbild
    spookyman  

    Vielen Dank für den Vergleich und deine ehrliche Meinung zu beiden OB’s.

    Als Besitzer eines OB-X kann ich es ebenfalls bestätigen, der Papa hat schon einiges mehr Steroïden in den VCO’s/VCF’s als der jüngste Sprössling aus dem Haus DSI. Trotzdem finde ich den Klangcharakter vom OB-6 als nicht schlecht getroffen.

    Zur Polyphonie von „nur“ 6 Stimmen, dies stört mich nicht einmal so viel. Ich spiele auf einer anderen Weise auf meinem Jupiter 4 oder Mopho X4 als auf einem Synthesizer mit 8 Stimmen und mehr. Mir stört die Begrenzung von 4 Oktaven eher als die Stimmzahl.

  11. Profilbild
    Marko Ettlich  AHU

    Leider ist dieser Kommentar weder richtig noch sinnvoll denn die Filter Envelopes wurden wurden im Rahmen des Möglichen (unterschiedliche Reglerauflösung und Regelbereich) per Tabelle sehr exakt nachprogrammiert. Das Detuningverhalten ist auch ziemlich anders. Der Slop Parameter (Detune) blieb fairerweise außen vor. Das hätte den Test nur verfälscht. Der OB-8 klingt schon einiges zahmer und hat weniger Leben im Klang als der OB-Xa, die erweiterten Möglichkeiten mal außen vor gelassen.

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      bochum

      Ein positiver Bericht, wenn auch eher ein Liebeslied an den OB-Xa. Daß mit dem Detune (neben Unison) am OB-6 weglassen, daß war aber ein falscher Fehler, Mann. Vielleicht ist das einfach ein Mißverständnis gewesen. Aber dieser Parameter sollte insbesondere in einem Vergleich wie diesen hier eingesetzt werden, weil die OB-6 Oszillatoren einfach zu stabil sind. Natürlich klingt er dann „enger und kratziger“ dem OB-Xa gegenüber!

      Dieser Parameter ist wirklich nicht zu unterschätzen, weil er simuliert halt den voice-drift den die alten analogen „eingebaut“ haben. Du sagst „Slop Parameter (Detune) blieb fairerweise außen vor“. Es ist genau andersrum – Fair wäre gewesen, ihn in gutem Maße einzusetzen, dann hätte der OB-6 in diesen Beispielen viel lebendiger geklungen. Dann wären die Vergleiche erst richtig interressant geworden. Wirklich Schade Marko!

      Der Leser bekommt hier ein falsches Bild vom OB-6 und wie nahe er an den OB-Xa und OB-X rankommen kann. Ich bin etwas überrascht, weil Du Dich normalerweiser so gut mit Synthis auskennst.

      Hier noch ein Link zum Deutschen OB-6 Handbuch….. http://for.....attach=360

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        Marko Ettlich  AHU

        Der Slop Parameter wurde bewußt außen vor gelassen da es ihn beim Xa nicht gibt. Hier wurden nur Parameter eingestellt die auf beiden Synthesizern vorhanden sind. Der Slop Parameter soll die einzelnen Stimmen detunen um die Voicedrift der alten Synthesizer zu emulieren. So etwas gibt es aber beim Xa nicht und somit hätte es den Test komplett verfälscht. Man kann zwar mit Slope mehr „Leben“ in den Sound bringen, aber der Effekt ist anders als die Drift im Xa. Ein Liebeslied auf den Xa? Wohl kaum. Eine Wertung meinerseits erfolgt nicht. Die Wertung nehmen die Hörer selbst vor und jeder anders. Nicht wenigen gefällt sogar der OB-6 im Vergleich besser.

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          bochum

          Ihr scheint davon überzeugt, da die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Diese Version von Objektivität finde ich höchst kurios.

          Sagen wir mal daß ihr den OP-X Pro II zum Vergleich mit einem echten OB-X heranzieht. Und dann sagt ihr „um objektiv zu sein, müssen wir alle voice card detune Funktionen am OP-X total abstellen, weil der OB-X die nicht hat.“ Natürlich ist das totaler Mist. Genau das habt ihr jetzt leider mit dem OB-6 Vergleich angestellt.

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          bochum

          Smith und Oberheim hatten nie vor den OB-X oder Xa genau nachzubauen. Daher macht ein Funktion-für-Funktion Vergleich keinen Sinn. Daß der OB-6 extrem stabile Oszillatoren hat (fast DCO-stabil), war eine Design-Entscheidung, die mit der Detune Funktion Hand-in-Hand getroffen wurde. Daher kann der OB-6 ohne Detune eher präzise wie ein Matrix-1000 klingen, oder wenn man möchte, kann er viel wärmer und voller, mehr wie OB-X oder OB-Xa klingen. Eine verpasste Chance also, den Lesern hier einen wirklich akkuraten und interessanten Vergleich zu geben, und zu zeigen was der OB-6 wirklich in sich hat.

          Ich bin mir sicher daß fast alle Besitzer des OB-6 oder Prophet-6 mir zustimmen würden. Der Haken ist aber, daß die meisten Leser hier keine besitzen, und darüber hinaus euch als vertrauenswürdige Informationsquelle betrachten.

          Ich weiß daß ihr viele Vergleichstests erstellt, und daß ihr das alles freiwillig macht, was ja toll ist. Und normalerweise macht es einfach Spaß, z.B. MiniBrute mit MS-20 Mini zu vergleichen. Wenn aber ein Synth, wie der OB-6, so sorgfältig und von Grund auf auf eine Reihe von analogen Vorfahren basiert wird, bis auf Schaltkreis-Details, sollte der Vergleichstest demfolgend auch auf einem höheren Niveau sein. Das ist dann kein normaler, „business as usual“ Vergleich. Wenn schon denn schon!

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            Marko Ettlich  AHU

            Auch wenn der OB-6 ein wirklich toller Synthesizer ist, und das meine ich ernst, gibt es keinen Grund ihn besser dastehen zu lassen als er ist. Weil dann könnte man auch noch, die Effekte aktivieren etc. In dem Test wird nichts „gefaked“, weder mit Slope noch sonst irgendwas.
            Wie gesagt ich habe Slope ausgiebig getestet und auch in meinem Demo davon Gebrauch gemacht. Der resultierende Effekt ist gänzlich anders als das Voicedrift Verhalten im OB-Xa und erst reicht im OB-X. Der OB-6 ist ein Knaller und wird sich extrem gut verkaufen. Wie schon oben gesagt, es gibt genug Leute die finden, dass sich der OB-6 sogar besser schlägt. Also kein Grund zur Veranlassung. peace.

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              bochum

              Peace auch Dir, lieber Marko.

              Meine vorige Frage blieb unbeantwortet. Würdest Du in einem OB-X vs OP-X Pro II Vergleich tatsächlich alle voice detune Funktionen im OP-X abschalten, „weil der OB-X die nicht hat“?

              Ich mache mir nur Sorgen, das die sehr breite Leserschaft hier etwas schräg informiert wird über einen sehr spezifischen jedoch zentralen Punkt und ich frage mich, ob Du Dich wirklich ausgiebig genug mit dem OB-6 Detune/Slop Parameter in poly mode beschäftigt hast. Deine standhafte Verteidigung ohne specifics macht mich skeptisch. Und in deiner Solo-OB-6 demo habe ich herzlich wenig Detune/Slop gehört. Ohne diese Funktion würde der OB-6 für mich z.B. überhaupt nicht in Frage kommen!

              >> Der resultierende Effekt ist gänzlich anders als das Voicedrift Verhalten im OB-Xa und erst recht im OB-X.<<
              Wie genau ist er anders? Und was macht diesen Unterschied so grob und gefaked, daß er von dem Vergleich total fehlen sollte? Und wenn wir schon dabei sind, wie unterscheidet sich der voice drift im OB-Xa von dem im OB-X?

              Nur um sicherzugehen – "Slop" ist direkt übersetzt "Schlamp" (sage "ungenau") – es hat nichts mit "Slope" zu tun. Es hat auch nichts mit "faking" zu tun – es sei denn Du bist ein Vintage-Analog-Purist der von vornherein glaubt daß solch ein drift-Verhalten nie simuliert werden kann…

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                Marko Ettlich  AHU

                Keine Sorge, der Test kam überall sehr gut an. Man kann es aber nicht allen recht machen und es gibt immer zwei drei Leute die sich an etwas stören bzw. einem erklären möchten was man tun soll. Zum allem anderen habe ich schon genug weiter oben geschrieben. Erfreue dich an deinem OB-6, das ist ne schöne Kiste. Danke.

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    Saxifraga  

    Und weiter geht’s mit der Esoterik. smh
    Natürlich kann nichts mit dem „Original“ mithalten. lol

    In den meisten Artikeln steht das analoge Synth der gleichen Baureihe unterschiedlich klingen können, dennoch können hier natürlich die „Profis“ feinste Nuancen unterscheiden und den OB-6 zum neusten gescheiterten Versuch erklären das „einzig wahre und echte“ nachzubauen. Da kann ich nur erneut den Kopf schütteln. Ich glaube nicht das eure Ohren so gut sind. Einen Doppelblindtest würde hier keiner überstehen. Mich erinnern diese „Analogiker“ stark an Astrologen und Homöopathen.

    Denkt dran, hinten kommen Volt und Ampere raus und die sind nicht esoterisch sondern meßbar. Und die meisten alten Synth haben soviel „Druck“ weil die Ausgänge mehr Volt anliegen haben als für den Verstärker gesund ist. Das alles kann man mit dem Gain-Regler schnell anpassen! :D

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      Marko Ettlich  AHU

      Wenn sie den Test aufmerksam gelesen hätten dann hätten sie auch erkannt, dass hier keinerlei Wertung im Sinne von „Besser“ oder „Schlechter“ erfolgt. Es ist ein Vergleichstest und jeder wertet ihn für sich selbst anders aus. Es gibt ja auch Leute die finden, dass der OB-6 im Vergleich besser klingt. Ich finde dass der OB-6 hervorragend klingt und momentan der beste erhältliche Synthesizer ist. Schade dass sie Dinge in Schubladen stecken.

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    costello  RED

    Hallo 8 Bit Blower, ich glaube nicht, dass man die amazona-Macher verdächtigen müsste, Ob-8-Bashing zu betreiben. Sicher hast Du schon Theo Bloderers Bericht von 2011 gelesen hier noch mal der Link:
    https://www.amazona.de/blue-box-oberheim-ob-8/ Und da gibt’s auch einen Kommentar von Marko, der da schreibt:
    „Ist halt eine Geschmacksfrage welches Modell man klanglich vorzieht. Die tönen allesamt etwas unterschiedlich aber jeder für sich extrem gut.“ Und dem ist doch kaum zu widersprechen, oder? Was ich persönlich nicht so gut finde, ist die Arbeit der amazona-Tester abzuwerten und als Lachnummer hinzustellen. Da steckt viel Arbeit dahinter, diese Vergleiche sind das Salz in der Suppe dieser Seite und werden von der Vintage-Gemeinde auch sehnsüchtig erwartet. Ich weiß nicht, wie man die Objektivität noch weiter auf die Spitze treiben soll, Messprotokolle vielleicht? Aber die sagen über den Klang und wie wir ihn empfinden auch nicht allzu viel aus. Fazit: sich an den Berichten und Tests reiben und leidenschaftlich diskutieren – ja unbedingt. Aber bitte nicht den Troll spielen ;-)

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        Tyrell  RED 1

        Marko ist weder unglaubwürdig, noch klingt der OB-8 so brachial wie der OB-X oder OB-Xa. Und auch die Soundbeisüiele sind im Bereich des Machbaren sehr gelungen. Nun lass es bitte gut sein und schlaf nochmals eine Nach drüber, bevor du hier jemanden ans Bein pinkelst. Peace ;-)

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      steme  

      Danke fuer die prima Antwort, Costello !

      Sehe ich genauso: Wir sollten hier nicht einfach nur Dampf ablassen, sondern respektvoll miteinander umgehen und auch mal die Kirche im Dorf lassen.

      Ich bin seit ueber 30 Jahren im Synth markt aktiv und benutze alte und junge Schaetzchen genauso wie VST Plug-ins. Das geht alles prima. Da gibt es ueberhaupt kein Gerangel im Studio.
      Allein aufgrund meines Alters und der Erfahrung bin ich halt auch sehr an der alten Hardware interessiert und verfolge solche Berichte einfach aus Spass an der Sache.

      Ich denke Marko Ettlich und auch die anderen Autoren hier (Theo, KP Rausch etc.) machen eine super Arbeit mit viel Leidenschaft und Herzblut mit diesen Themen. Ich kenne diese Herren noch nicht mal persoenlich, lese aber immer wieder sehr gerne deren Berichte. Wenn man das locker angeht, kann man sich dabei ganz prima unterhalten und informieren zugleich.
      In diesem Sinne: Danke Marko und weiter so !

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        Marko Ettlich  AHU

        Danke für dein Feedback und deine Sicht der Dinge. Das gilt ebenso Costello. Ich denke alle Amazona Autoren leisten hier seit vielen Jahren eine großartige Arbeit für die Synth-Community. Es vergeht kein Tag an dem ich hier nicht selbst reinschaue und mir die neuesten Berichte und News durchlese. Keiner der Autoren müßte für Amazona schreiben, nein sie tun es freiwillig weil sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen gern teilen und weitergeben möchten. Kein Mensch kann alles wissen. In den Berichten steckt oft viel Herzblut und noch mehr Arbeit. Man sollte froh sein dass es so etwas gibt. Und dazu auch noch kostenlos für jeden Leser. Es wird aber leider immer Leute geben die meinen, sich negativ einbringen zu müssen um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das ist zwar schade aber so ist das Leben. Jeder soll das benutzen was ihm am meisten Spass macht oder weiter bringt. Es gibt keine allgemeingültige Formel, denn jeder arbeitet anders und jeder tickt anders. Hier werden ausschließlich Vorschläge und Erfahrungen unterbreitet. Wie das jeder einzelne für sich selbst auswertet und was er daraus macht, bleibt jedem selbst überlassen. Schönes Wochenende allen.

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    polychrome

    Das der OB-8 dünner klingt ist eine Tatsache, ich sage das weil ich sie bis vor kurzem noch alle drei besaß, auch mein Vintage-Profi Techniker sagt das der OB-Xa, der Bauweise geschuldet, diesbezüglich dichter am OB-X liegt als am OB8, der OB-8 dafür aber zuverlässiger und kultivierter. Das bedeutet natürlich nicht das man keine tolle Musik mit ihm machen kann, aber es gibt diesen wie ich finde doch deutlichen Unterschied und viele Leute interessieren genau diese Sachverhalte. Meinen OB-8 habe ich übrigens im März an niemand geringeren als Ryan “Dolce Vita” Paris verkauft, der für Bühne/Studio wieder seinen Original-Sound zurückholen wollte und ihn für seine Zuverlässigkeit schätzt. Auch einer der Gründe warum ich ihn jetzt vermisse, mein OB-Xa ist eine ganz schöne Diva mit langer Aufwärmzeit, Tuning – Unregelmäßigkeiten und anderen Animositäten, das ist dann die andere Seite der Medaille –

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    Viertelnote  AHU

    Hallo an die Gemeinde,

    ich hatte bislang nur mit dem Matrix 1000
    mein Vergnügen, der hier aber kein echter Vergleich ist. Selbst wenn man den persönlichen Gemschmack, ein wenig Esotherik und Kultstatus wegwischt, muss mein wenig geübtest Ohr feststellen, daß da noch Luft nach oben ist. Der OB6 ist klanglich toll und auch bekommt man für sein Geld ein ordentliches Pfund Analogtechnik und -, klang. Weiter so:)

    mfG

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      TobyB  RED

      Hallo Viertelnote,

      warum hatte? ich würde meine M1000 nicht hergeben, eher noch ne zweite kaufen. Zugegeben, die Verarbeitung der Sysex Daten und die Hüllkurven sind nicht die schnellsten und knackigsten. Aber was Brass, Pad, String angeht kenne ich kaum eine zweite Kiste, die dermaßen flexibel ist und klingt. Zugegeben da ist wirklich viel Luft zum OB6 und OBXa. Aber der Vergleich ist naheliegend und dennoch irreführend. Zu groß sind die inneren Unterschiede und die Bedienung. Selbst mit 2 M1000 gechaint hab ich keine Matrix 12 . Weil schlichtweg einige Sachen nicht gehen. Sehr gut hört man das beim Big Matrix Pad. Auf M1000 steht der Sweep im Panorama, egal mit vieviel Velocity ich spiele. Auf dem M12 wandert der Sweep im Panorama. Und so sieht es auch mit dem OB 6 aus. Ich denke man muss die Kisten für sich betrachten. M1000 ist schon okay, für mich ist das ein wunderbarer Teppichleger und auf sowas steht dann schon der OB 6 oder ein Prophet.

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        Viertelnote  AHU

        hallo Toby,

        ich war etwas genervt wegen der Programmierung via PC Editor, das ist nicht so meins. Heute bin ich da eines besseren belehrt:) Wenn Dave Smith einen OB6 Desktop nachschiebt, dann kann man auch die fehlende Oktave mit seinem Masterkeyboard ausgleichen.

        Gruß

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          TobyB  RED

          Hallo Viertel,

          kann ich verstehen. Intuitiv ist bei der M1000 nicht und ohne Editor ist das nichts. Ich hab die Tage diesen hier gefunden, „Patch Base“ von Coffeeshopped LLC
          https://appsto.re/de/BDWY_.i ist dezeit nur für iOS zu haben, kann aber was. Der unterstützt vintage und aktuelle Synths. Ich bin mir nicht sicher ob es eine Desktopvariante geben wird. Aber da würde ich noch weniger überlegen. :)

  16. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ja jedes Instrument hat seine Daseinsberechtigung und macht mehr oder weniger Spass. Kommt es ans Imitieren, wird da ne ganz andere Sache draus. Beispiel 6: da schifft der 6 erbarmungslos ab, das klingt gegen den alten erbärmlich.

  17. Profilbild
    el-folie  

    Ich hab auch gerade zum ersten Mal die Soundbeispiele angehört und bin derselben Anhörung ;-) Grund ist wohl, dass für den Test (hab grad auch erst alle Kommentare gelesen) bewusst der Slop Parameter außen vor gelassen wurde, dadurch klingen die Oszillatoren knallhart Richtung DCOs in ihrem Stimmverhalten. Gerade bei Unison und schwebenden Klängen wir Pads fällt einem ein stringentes Tuning natürlich sofort auf.

    Und noch allgemein:
    Für einen Vergleichstest der Art „Wie komme ich mit kreativen Einstellungen des neuen Geräts an das alte möglichst nah heran“, hätte ich mich wohl auch eher mit Slop/Detune/LFO mods auf den VCO ausgetobt. Aber, ich finde die Prämisse genauso zulässig, nur identisch vorhandene Parameter des Originals zu verwenden. Ist halt dann eher ein statischer Vergleich. Man hört ja auch so, was alles in dem kleinen OB-6 steckt und kann sich den Rest denken oder im Laden austüfteln.

    Für mich kommt allerdings sowieso kein polyphones 4 Oktaven Gerät infrage (genauso wenig wie Minitasten) und ich hoffe sehr, dass da von Tom/DSI oder Uli nochmal etwas kommt, das an Features und Bespielbarkeit an die alten, inzwischen fast unbezahlbaren Vintageträume klanglich heranreicht.

    Und noch meinen Dank an Marko für Test und Arbeit, dessen Soundbeispiele seit vielen Jahren das Ohr der Synthiefreunde erweitert.

  18. Profilbild
    Maxim

    Ich verstehe nicht, warum der OB6 so schlecht klingt im Vergleich zum OBxa.

    Ist der eventuell einfach nicht richtig eingestellt gewesen?

    Beispiel:

    Beim Filtersweep bei 0:30 geht der Resonanzfall überhaupt nicht auf … kann der OB6 das nicht besser? Vielleicht zu leise angeschlagen?

    Und beim Raw OSC Test klingt der OB6 wiederlich schneidig. Konnte oder besser gesagt MUSSTE man da nicht mit Detune nachhelfen?
    vg

  19. Profilbild
    kupsu  

    Da will man sich über den OB6 schlau machen und wo landet man. Hier natürlich mit einem fast zwei Jahre andauerdem Austausch…nicht schlecht und wieder einmal äußerst amüsant.

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