Black Box: Yamaha RX5, RX7, RX8, RX11, RX15, RX21

Da sich jeder beliebige Sound auch chromatisch gestimmt auf die 24 Triggertasten legen ließ, war es durchaus möglich, mit der RX5 den kompletten Rhythm-Track mit Instrumenten einzuspielen. Der eingebaute Demo-Song brachte mit diesem Feature die damaligen User immer andächtig zum Staunen.

RX5 Detail rechts

Jeder Sound ließ sich wie folgt editieren: Tonhöhe ( +/- 36 Halbtöne), DCA Hüllkurve (mit 5 Parametern plus Gate, um den Lautstärkeverlauf an jeder beliebigen Stelle abrupt stoppen zu können), Bend (einfache Hüllkurve für die zeitliche Änderung der Tonhöhe, um die typischen Simmons Sounds erzeugen zu können), Lautstärke und Loop (fast jeder Sound war geloopt. In der Grundeinstellung waren diese Loops aber ausgeschalten. Auf Wunsch konnte man diesen Loop aber einschalten und beliebig lange ausklingen lassen. Gerade für Effektklänge in Verbindung mit extremen Pitchwerten konnte man so abgefahrene Sounds erzeugen). Eine Panorama-Funktion war über die Zuordnung der 24 Kanäle möglich. Außerdem ließen sich die Klänge auch rückwärts (Reverse) abspielen.

Aber das Beste: Pitch, Lautstärke, DCA Attack und Decay sowie die Reverse Funktion lassen sich pro Note innerhalb eines Loops verändern. Glauben Sie mir, da kommt Freude beim Programmieren auf!!!

Im Hinblick auf heutige Plug-ins mögen diese Features lächerlich erscheinen, ich empfehle aber dringend den Respekt zu wahren, denn mit der RX5 lassen sich auch heute noch sehr kultige und überzeugende Drumloops erstellen.

SOUND CARTRIDGES:

Die Firmen Yamaha und Metrasound boten seinerzeit eine Reihe von Cartridges mit neuen Samples an. Hier meine Empfehlungen:

RX5 Sounds

YAMAHA WRC-01 BASSIC PERCUSSION Sehr gute Ergänzung mit Latin-Sounds, die die Grundausstattung der RX5 deutlich aufwertet.

YAMAHA WRC-02 JAZZ & FUSION Meine Lieblings-Cartridge mit sehr gelungenen Snare- und Bass-Drums, die sich fantastisch für Drum&Bass einsetzen lassen (Nachbearbeitung vorausgesetzt). 25 Samples für Sammler ein MUSS.

YAMAHA WRC-03 HEAVY METAL 15 neue Samples mit typischen Rock-Sounds. Derzeit nicht so angesagt, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

YAMAHA WRC-04 PROCESSED DRUMS & FX Sehr gute Karte mit ausgefallenen Bass-Drums und Snare-Drums. Dazu 6 verschiedene Toms, ein Splash Cymb., ein Effekt DOOR SLAM sowie ein Synth Bass. Alles mit Effekten beim Recording veredelt. Ich war früher der Meinung, diese Karte sei nur mit Effekten bepackt, dem ist aber nicht so. Ich kann diese Karte nur wärmstens empfehlen.

Der On-Board Audio-Mixer der RX5.

Der On-Board Audio-Mixer der RX5.

METRASOUND COLLECTION 1 Die Klangqualität der beiden Metra-Sound Karten ist etwas besser als die der Yamaha Karten. Die Instrumente wurde mit deutlich mehr Pegel aufgenommen und wirken druckvoller. Gerade die COLLECTION 1 (mit 26 Samples) bietet die komplette Roland TR808 sowie zahlreichen Simmons-Sounds an und ist unbedingt zu empfehlen.

METRASOUND COLLECTION 2 Hier finden sich vor allem Percussion-Klänge. Leider bin ich bislang selbst nicht in den Genuss dieser Karte gekommen und kann daher nicht mehr dazu sagen.

Natürlich sind heute all diese Karten extreme Raritäten.

ACHTUNG: Die einst zum Lieferumfang der RX5 gehörende Cartridge ist KEINE Rarität und sollte grundsätzlich beim Gebraucht-Kauf einer RX5 mit erworben werden. Manchmal wird diese Karte gerne als Percussion-Karte angeboten um höhere Preise zu erzielen. Lassen Sie sich nicht täuschen. Diese Karte ist ganz leicht von den anderen durch die aufgedruckten Soundnamen zu unterscheiden. Die ersten beiden Sounds auf der Karte tragen die Bezeichnung SD3 und BD3.

Hier ein Soundbeispiel mit den Werksounds:

Hier ein Beispiel welches zusätzlich auf optionale Cartridge-Klänge zurück greift

Yamaha RX5

Design Klassiker, die Yamaha RX5.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Martin Tauchen

    Durchdacht,flexibel,multitimbral…unheimlich gut !
    Was auch immer sich die Ingineure bei Yamaha dabei
    gedacht haben,sie haben ihren Job gut gemacht !!!
    Einige Funktionen sind zeitlos,einige zeitgebunden wie zum
    Beispiel die Tapesynchronisation und nebenbei hat er
    auch noch Drumsounds…

    Gab es jemals einen opulenteren Rhythmusknecht ?
    Ich bin mir sicher !!! Nein…

  2. Profilbild
    DietmarB  

    Den stichhaltigen Beweis für die 12Bit Auflösung der RX11 liefert deren Schaltplan, denn da sieht man den DAC mit Namen YM3010 (wahrscheinlich wieder so ein Standardteil mit Yamaha-Label), welcher auch entsprechend angeschlossen ist.

    Gruß, Dietmar

  3. Profilbild
    Sepia

    Zitat zum RX7: „Die Sounderweiterung über Cartridges ist ebenfalls nicht mehr möglich.“

    Soweit ich erkennen kann, hat der RX7 hat ebenfalls einen Slot für Ram Cartridges.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 143

      Korrekt, aber eben nur RAM. Neue Sample-Sounds (ROM) wie bei der RX5 möglich, liesen sich damit nicht füttern.

  4. Profilbild
    Marko Ettlich  RED

    ach ja die RX-5, :) einer meiner ersten Drumcomputer überhaupt. Die Kiste war echt nicht schlecht und wurde nicht zu Unrecht von einigen namhaften Größen verwendet. Erst als die Roland R-8 auf den Markt kam wurde es langsam wieder stiller um die gute alte RX-5.

  5. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Hi Peter,

    schick, eine Würdigung an die alte RX 5, ist hier auch eingemottet, sollte ich vielleicht mal wieder auspacken?

    Ganz irre ist an dem Ding, natürlich neben den Einzelausgängen und den Editiermöglichkeiten, ist die freie Taktwahl. So ist es möglich, z,B, einen 8/6tel Takt zu programmieren. Braucht man´s? Naja, in meiner Experimentierphase habe ich das schon mal benutzt, um Drummer in den Wahnsinn zu treiben :-)

  6. Profilbild
    Andreaz Vogel

    Zwei von den RX5 hab ich hier bei mir, und ich hole sie immer wieder gerne hervor und bastel stundenlang mit Ihnen rum. Es ist wirklich unglaublich, wie unterbewertet diese Kiste ist.
    Ich finde, jeder sollte eine haben, und zum Glück sind ja auch noch genug am Markt :)

  7. Profilbild
    falconi  RED

    Der RX5 funktioniert offenbar so, wie es Gregor Scherer auf der Seite 3 seines lesenswerten Beitrages zum Akai S900/950 beschrieben hat:

    http://www.....sampler/3/

    Siehe auch:
    http://www.....f/rx5.html

    Es gibt im RX5 also ganze zwölf 12bit D/A-Umsetzer mit variabler Taktrate. Das Summensignal entsteht durch analoge Mischung und ist – wie die Einzelausgänge – taktratenunabhängig immer vergleichsweise arm an digitalen Artefakten.

    Der RX7 summiert die Stimmen bereits digital und hat daher nur einen Summenausgang. Das entspricht prinzipiell dem Stand der heutigen Digitaltechnik. Die Samples und der Pitchbereich sind identisch (bei deutlich mehr Samples), allerdings ist anzunehmen, dass bei extremen Tonhöhenvariationen digitale Artefakte zu hören sind, die durch die Rechenoperation des Resampling entstehen.
    Bei der Wiedergabe mit der nominellen bzw. „originalen“ Samplerate (die ich nicht kenne…ich vermute, sie liegt zwischen 22 und 32kHz) klingt er vermutlich etwas sauberer.

    Es gibt im Netz diverse Posts von Circuit Bendern, die den RX7 bevorzugen; dem RX5 sind keine interessanten digitalen Artefakte zu entlocken.
    Aus technik-historischer Sicht ist der RX5 mit seiner hybriden, digital-analog Bridge- (oder Krücken-) Technologie aber sicher der spannendere Sampleplayer…

  8. Profilbild
    gaffer  AHU

    Aber Armin! Kann man doch kürzen: 4/3 :)

    Was immer mal wieder vergessen wird ist die Tatsache, dass erstens die Yamahas damals höher angesehen waren als die Rolands und auch eine bessere rhythmische Auflösung hatten. Ich leistete mir eine RX 15 für schlappe 1500. Die Sounds erkenne ich heute noch bei Grace Jones

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