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Green Box: Kawai K4, K4R Digital-Synthesizer

31. Juli 2021

Geheimtipp der Neunziger

Kawai hat mit dem K4 Synthesizer einst einen preisgünstigen, digitalen Bestseller geschaffen, der in gewisser Weise auch heute noch interessant sein könnte. Hatte man im Vorgänger Kawai K1 noch gänzlich auf Filter verzichtet, so wurde der K4 und sein Rack-Kollege Kawai K4r mit erstaunlich guten Filterimitaten ausgestattet – zumindest im Vergleich zur damaligen  Konkurrenz.

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Geradezu mystisch, das Cover des damaligen K4-Prospekts

Lange war der K4 ein echter Geheimtipp und mehr als 100,-€ musste man dafür nicht bezahlen. Gerade in den letzten eineinhalb Jahren hat jedoch auch hier der Vintage-Boom zugeschlagen. Lange waren ja nur die analogen Klassiker von den stetig wachsenden Preisen betroffen, doch seit einiger Zeit ziehen auch die Preise für digitale Synthesizer aus den 80ern deutlich an. So auch auch die für den handlichen Kawai K4. Bei Händlern und unter Sofort-Kauf-Angeboten werden Rack und Keyboard für ca. 350,- bis 400,- Euro feilgeboten. Wer aber eine echte Versteigerung abwartet (und die gibt es hin und wieder immer noch), der wird nur knapp über 200,-€ dafür bezahlen müssen.

Also schauen wir uns den Kawai K4 einmal genauer an:

Synthesizer im Jahr 1989

Kawai hatte mit dem K1 gerade mal eineinhalb Jahre zuvor 1988 erfolgreich sein Comeback auf dem Synthesizer-Markt eingeläutet. Trotz guter Verkaufszahlen war der Kawai K1 jedoch nie ein ernstzunehmender Konkurrent zu den Flaggschiffen von Korg und Yamaha. Mit dem K4 sollte sich das 1989 aber ändern, dachten sich die Entwickler und spendierten ihrem Probanden ein Filter, das es in sich hatte. Zusätzlich zur Keyboardversion präsentierte Kawai den K4 auch als Kawai K4R als Einschub fürs Studio-Rack

Synthese: Überblick

Der K4 arbeitet zwar grundsätzlich subtraktiv, viele seiner Schwingungsformen basieren aber auf additiver Synthese (hier CYCLIC Waveforms genannt), die durch – dem damaligen Korg M1 Zeitgeist entsprechend – Multisamples ergänzt wurden. Unter Fachleuten würde man den K4 also zu den Romplern zählen, wird ihm damit aber nicht gerecht.

Alle Schwingungsformen wurden mit 16 Bit aufgezeichnet, sind aber zum großen Teil sehr kurz geloopt, um 256 Waves im ROM unterzubringen. Tatsächlich aber befinden sich wesentlich weniger Schwingungsformen im ROM, da viele in Variationen mehrfach vorliegen. Im Detail: 87 Schwingungsformen (additiv erstellt), 33 Drum- und Percussion-Samples sowie 21 Multisamples sind letztendlich Stand der Dinge. Macht zusammen 141 verschiedene Schwingungsformen.

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Jede Schwingungsform wird beim K4 einer SOURCE zugeordnet. Bis zu vier Sources lassen sich zu einer Voice kombinieren. Innerhalb einer Voice lassen sich Sources an- und abschalten. Jeweils zwei Sources nutzen gemeinsam einen DCA (Lautstärke) und ein DCF (Filter) mit jeweiliger ADSR-Hüllkurve. Ein Novum in der damaligen Zeit! Das K4 Filter ist resonanzfähig und lässt sich bis zur Eigenschwingung treiben. Beim Einsatz von mehr als zwei Sources verdoppelt sich zwar die Anzahl der Hüllkurven und Filter, es halbiert sich aber auch die Polyphonie auf acht der sonst möglichen 16 Stimmen.

Für alle Sources einer Voice gibt es gemeinsam zwei LFOs. Der erste der beiden LFOs ist immer als Vibrato-Effekt verknüpft, während der zweite LFO, plus Verzögerungsparameter, dem Filter zugeordnet ist.

AMPLITUDENMODULATION ist eines der versteckten Features dieser Wunderkiste. Damit lassen sich aus den vorhandenen Schwingungsformen komplett neue Spektren generieren. Nicht bei allen Schwingungsformen führt die Amplitudenmodulation zu spektakulären Ergebnissen, besonders aber die CYCLIC Schwingungsformen lassen sich hiermit fantastisch verbiegen.

Multi Patches

Die Multi Patches erlauben die Kombination von bis zu acht Voices. Jeder Stimme lässt sich dabei ein eigener MIDI-Kanal zuweisen. Auf Wunsch können aber auch alle acht Stimmen gleichzeitig angetriggert werden. Pro Stimme sind außerdem Lautstärke, Panorama und Ausgang separat justierbar.

FX Generator

Ein brauchbarer Effektgenerator erlaubt die Generierung von bis zu 16 unterschiedlichen Effekten, darunter sechs Doppeleffekte. Einziger Nachteil: Die Effekte werden von den Sounds getrennt verwaltet. 32 Speicherplätze stehen für verschiedene Effektprogramme zur Verfügung und werden durch die Voices und Patches angesprochen. Verändert man einen Effekt, hat das natürlich Auswirkung auf alle Programme, die diesen Effekt ebenfalls nutzen. Zu den Effekten gehört das Übliche wie Chorus, Hall, Flanger, Delay und Overdrive. Exoten sind dabei nicht zu finden.

Drum- & Percussion-Voices

Der Kawai K4 erlaubt die Belegung eines Drumsets, bei der jeder der 61 Tasten ein eigener Drumsound (bestehend aus jeweils zwei Schwinungsformen) zugewiesen werden kann. Jeder  Drumsound verfügt zudem über folgende Parameter: Decay, Tune, Level und Submix Channel. Die Drumsounds entsprechen dem Geschmack der ausgehenden 80er Jahre. Typische TR Sounds finden sich dabei leider nicht.

Das Digitalfilter des Kawai K4

Fallen wir doch gleich einmal mit der Tür ins Haus. Der damalige Keyboards Tester Peter Gorges schrieb in der Ausgabe 12/89:

„Die Filter sind mit einer programmierbaren Resonanz bis hin zur Selbstoszillation ausgestattet und stellen die beste digitale Imitation analoger Filter dar, die ich bisher gehört habe.“

Rückblickend betrachtet, ist das auch noch einige Zeit so geblieben. In Techno-Kreisen hatte sich dieser Umstand schnell herum gesprochen, und nicht selten wurde der K4 selbst als TB303-Imitation verwendet.

Bis in die späten 90er hörte man daher den Kawai K4 in vielen Trance-, House- und Techno-Produktionen. Und selbst heute noch könnte er in dieser Richtung für so manchen Track eine echte Bereicherung sein. Besonders in Kombination mit den vielseitigen CYCLIC Waveforms gelingt dem K4 der Spagat zwischen der digitalen Kühle und analoger Wärme. Natürlich kann er einen echten Analogsynthesizer nicht ersetzen, aber dafür schafft er Klangfarben, die ein moderner Analoger eben nicht hinbekommt. Womit wir gleich beim Thema Klänge wären:

Die Anschlüsse des Kawai K4

Der Klangcharakter des Kawai K4

Der Kawai K4 ist ganz sicher kein Synthesizer für die Erzeugung realistisch klingender Natursounds. Obwohl er dank der 16 Bit Samples nahezu rauschfrei arbeitet (und damit seinem Vorgänger K1 deutlich überlegen ist), fehlt den enthaltenen Multisamples die Menge und Länge an Audiomaterial, um in dieser Sparte überzeugen zu können.

Die Stärken des K4 liegt indessen zum einen in rauchigen, krispen Pads, die auch der K1 schon exzellent beherrschte, kann diese aber anfüttern mit analogen Wellenformen und Filterfahrten, die eben diese Mischung aus digital und analogartigen Sounds generiert. Da können nur wenige Digitalsynths jener Zeit mithalten. Und auch die Standardsamples wie Strings, Brass etc. sind in Kombination zu breiten, lebendigen Flächen fähig.

Wenn ich Vergleiche ziehen müsste, würde ich sagen, dass der K4 durchaus einen Bogen spannt zwischen Roland D50 und  Sequential Prophet VS. Klar hat auch der VS auch Stärken, gerade wenn es um den Filter geht, dank derer er den K4  weit hinter sich lässt. Aber er ist auch wiederum nicht für 250,-€ zu haben. ;)

Die Rackversion Kawai K4r

Variationen

Den Kawai K4 gab es auch im Rackformat mit 2HE als K4R. Statt des Effekt-Generators liefert der K4R frei zuweisbare Einzelausgänge mit. Dank der leichten Bauweise ist aber auch das Keyboard mit Aftertouch sicher für den ein oder anderen Live-Act interessant.

An dieser  Stelle auch wieder ein besonderer Dank an Binoy Chatterji , der uns den Großteil der Bilder zur Verfügung gestellt hat, und an Florian Koczy, der sie dann in Szene gesetzt hat.

Der Kawai K4 on YouTube

Dieses Video zeigt wunderbar das Klangpotential des Kawai K4

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Und bereits die Factory-Presets lassen anklingen, was geht… aber glaubt mir, da geht noch viel mehr, wenn man es wagt, in die Menüs der Klanggestaltung einzutauchen:

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Fazit

Wer einen typischen 90er Jahre-Sound-Digitalsynth sucht, ist mit dem Kawai K4 bestens bedient. Dank resonanzfähiger Filter und typischen 90er Samples fühlt sich der K4 und K4r vor allem in modernen Musikstilen heimisch.

Für einen Gebrauchtmarktpreis von ca. 250,-€ (für Geduldige) ist die K4-Serie immer noch als preisgünstig zu bezeichnen. Meiner Erfahrung nach wird sich der Preis aber in den kommenden zwei Jahren locker verdoppeln.

Plus

  • resonanzfähiges Digitalfilter
  • glasklare und rauschfreie Synthesizerklänge
  • Bandbreite von D50 bis Prophet VS möglich

Minus

  • Bedienung und Display typisch 80er = Menü Diving

Preis

  • Stand Syntacheles-Liste Juli 2021:
  • K4 Keyboard: ca. 210,-€
  • K4r Rack ca. 250,-€
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Forum
    • Profilbild
      Tyrell  RED 13

      Gut das du fragst, das sind „schwindende Sinuswellen“ oder eben sogenannte Schwinungsformen. Oder genau gesagt, Sinuswellen die sich bei jedem Durchgang zunehmend selbst reduzieren bis die Amplitude bei Null angelangt ist.

      • Profilbild
        dAS hEIKO  AHU

        Hmmm, aber Du hast den Begriff doch bei der Percussionabteilung benutzt. Man könnte doch auch schlicht „2 Samples“ schreiben, oder nicht? So erinnere ich mich auf jeden Fall. Sinuswellen gibts da mein ich doch nicht.

        Es war übrigens ein nettes Feature, dass man 2 Samples „mischen“ und mit Decay verzögern konnte. So hab ich der Bassdrum gern mal nen Snareteppich verpaßt. ;-) Hab ich ettliche jahre später beim Trinity oft vermißt.

  1. Profilbild
    Jokukey

    Lange Jahre gehabt.
    Zunächst als ‚Low-Cost‘-Variante, um annähernd D50- und M1-Sounds zu haben
    Und später als eigenständiges Soundmodul, dem ich inzwischen teilweise noch nachtrauere….

  2. Profilbild
    Joerg  

    Meinen K4 und mich verband eine Art „Hassliebe“.
    Kann nur zustimmen wenn man sagt, er kann gut rauchige und, wenn man will, auch spacige Pad-Sounds.
    Aber ALLES, aber auch wirklich ALLES, was irgendwie schnelle Hüllkurven benötigte (knackige Leads, percussive Pluck- und Bass-Sounds z.B.), war gar nicht K4`s Dingen ! Dieser Synthi hatte die lahmsten Hüllkurven, die mir bis heute jemals begegnet sind.
    Der Filter war, für damals und für digital, echt gut und klang irgendwie eigenständig.
    Die Effeksektion, bis auf die gen. Speicherverwaltung, ebenso.
    Tja, die Wellenformen. Der Verfasser des Beitrages hats auf den Punkt gebracht: vieles klang…na ja…. „ähnlich“ (drückt es wohl am besten aus).
    Das beste am K4 war aber seine Verarbeitung. Die Tastatur war sehr gut. Und das mit gut funktionierendem Aftertouch (! wenn man die Teile heute auf dem Markt sieht !)
    Alleine deswegen lohnt sich heute noch ein Kauf für um die 200 Euro, wenn sich die Tastatur noch in einem guten Zustand befindet.

    • Profilbild
      gaffer  AHU

      Ja, absolute Zustimmung. Ich hatte zu einer Zeit eine 3er Combo am Start. Zwei Tastaturen, alpha Juno 2 und K4, beide steuerten ein TX 816 an. Als ich mal zufällig die Tastatur wechselte, klang das auch ganz anders mit dem Kawai. Der war senderseitig über MIDI ebenfalls lahm. Da lief der Prozessor dauerhaft unterzuckert. Ich habe mich mit dem K4 intensiv auseinandergesetzt. Wir hatten mit unserer Softwarefirma damals einen Editor dafür am Start. Trotzdem würde ich sagen, mehr als 200 ist er definitiv nicht wert. Wenn, dann der Expander, der war besser.

  3. Profilbild
    Soundreverend  AHU

    Ich hatte den K4 als Rack, weil kein Platz für Tastatur. Der Sound hat echt was, aber ich habe das Teil zu wenig genutzt und dann verkauft. Stattdessen habe ich mir ein Sample Pack gekauft, mit den besten Sounds des K4. Und die kann ich dann ab und zu mal in den Ableton Sampler schmeissen und ein bisschen K4 Feeling haben… :) Reicht…

  4. Profilbild
    lightman  AHU

    Ich bin ein Fan, nein, Verehrer des K1, der in gewissen Lagen Sounds produziert, die derart techno sind, daß ich heute noch Gänsehaut kriege. Er hat einige eher selten anzutreffende Funktionen (z. B. Hüllkurven-Predelay), aber die Hauptattraktion ist die Patcherstellung mit einer Kombo aus synthetischen Wellfenformen und lo-ifi Samples, mit der man charaktervolle Klänge erzielen kann.

    Folgerichtig habe ich auch den K4 ausprobiert, von dem ich dachte, daß er eine Art super-K1 sei, was sich aber nicht bestätigte. Der im Vergleich zum K1 erweiterte Funktionsumfang und das Filter sind toll, klanglich hat sich Kawai meiner Meinung nach zu stark am damaligen Zeitgeist orientiert. Ein gewisser K-Grundschnarr ist da, mit dem Synth sind gute Sounds machbar, aber an die schwärende Tiefe und die charaktervolle Unvollkommenheit des K1 kommt der K4 aus meiner Sicht nicht ran.

  5. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Hatte den K4r und habe den u.a. gern für Drumsounds benutzt. Dafür waren die Einzelausgänge super.
    Inzwischen Gebrauchtpreis bei 250,- ? Dann habe ich den für 80.- inkl. Versand vor ca. 3 Jahren aber quasi verschenkt. Naja, war für ein Schulprojekt, wenn ich nicht beschwindelt wurde ist´s ok…

  6. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Der Soundhammer… mich hat er mürbe gekriegt, ich habe ihn gehasst: Vor allem, weil mir ständig zwei seiner Röchelsounds um die Ohren gehauen wurden (von denen ich nicht weiß, ob sie Werksprogramme oder Eigenkreationen waren… ist aber auch egal, sie waren *schrecklich* anzuhören, vor allem auf Dauer).

    Das Design ist ebenfalls äußerst grenzwertig und wird nur noch übertroffen von Yamahas YS-100 und 200.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Das YS Design ist eine bodenlose Unverschämtheit ….

      • Profilbild
        Tyrell  RED 13

        .. wie kann denn bitte ein Produktdesign eine „bodenlose Unverschämtheit“ sein?

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          AMAZONA Archiv

          Also Peter, bitte..
          Es gibt designs da hört es wirklich auf.
          Fiat Multipla-Liga.
          Alesis Fusion 6 HD, Yamaha TQ5, Roland D2 ebenso.
          Der von Kazimoto genannte EoS B200? eine Katastrophe fürs Auge. Eine Till Lindemann in Barbiekleidern-Torte.
          Der K4 ist dagegen noch sexy

          • Profilbild
            Tyrell  RED 13

            Das kann durchaus stimmen, aber deshalb ist ein Design trotzdem nicht „unverschämt“. Ganz nebenbei, ich mochte das Design des Fusion 6 :)

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            lightman  AHU

            Hey, nix gegen meine YSe! :) Ich hab den 100 und 200, und auch wenn die Dinger gewöhnungsbedürftig aussehen, sind sie auch noch sauschwer sauberzuhalten… äh…

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        Kazimoto  

        Vielleicht lieber einen Yamaha EOS B200 nehmen? Unsere japanischen Freunde lieben diese Serie. Hat was gemein mit dem K4. Beides sind Außenseiter mit hartgesottenen Liebhabern. Sollte ich jemals vor der Entscheidung stehen mir einen Jupiter 8, B200 oder K4 mit auf eine einsame Insel zu nehmen……, der Jupi hätte keine Chance. Mein K4 steht hier fest seit 1989 und ein Yamaha EOS B200 wäre ein echter Soulmate. Die vielen B200 Demos bei YT benötigen mindestens 2 Stunden an Zeit, 2 Bier und wahlweise eine Tüte Flips, Chips oder Salzstangen. Mein Tip für heute Abend!

  7. Profilbild
    Viertelnote  AHU 1

    Für 80er Digitalsachen ist er genau richtig. Glöckchen macht er prima, auch die Flächen.
    Er ergänzt gut die Analogen seiner Zeit.

    netter Gruß

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Spannendes Thema.
    Ich hatte K1, K4, K5 und 5000S und wurde mit keinem wirklich happy. Wenn ich nun aber im Nachgang die Sound-Demos höre klingt der K4 garnicht so übel….. obwohl schnell die Flippers und ähnliches mitklingen bei gewissen Akkorden. Seltsam. Spannend. Ich weiß nicht recht:)

    • Profilbild
      Viertelnote  AHU 1

      gerade der K1 kann wunderbar die Sounds der genannten Schlagerband machen.
      (Habe für meinen ein Flippers-Set erstellt).
      Mehr Flippers geht beinah nicht :-)

      mfg

  9. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Der K4r ist vom Design her ein Totalausfall.
    50% der Front werden vom Card-Slot und dem Einschalter besetzt. Dafür hat man am Display gespart.
    Die ganze Optik macht einem von Anfang an klar, dass man es mit Plastik zu tun hat.
    Furchtbar diese erhabenen Plastikquadrate und diese Abrundung ums Display herum.
    Dagegen wirkt der K1r wie ein Meisterwerk. Klassisch schlicht.

  10. Profilbild
    Theo Möbus  

    Der hatte doch in der ersten Revision noch diesen berüchtigten Filter-Knack-Bug bei niedrigen Attack-Werten der Filterhüllkurve. Das war nicht nur ein leichtes Knacken, wie man es z. B. auch vom Microwave her kennt und das eigentlich ein Merkmal von schnellen Hüllkurven ist, sondern ein richtig lautes Knallen! Bin ziemlich erschrocken damals und habe ihn den deshalb gleich wieder zurück an den Händler geschickt. Hat Kawai diesen Bug in späteren Revisionen beseitigen können? Die Tastatur war lustig, deren Tasten ließen sich vorne und hinten runterdrücken (sogenannte Wipptasten). Merkmal einer Billigtastatur. Ansonsten hatte er einige stimmungsvolle atmosphärische Sounds im Factory-ROM, hätte ihn deswegen gerne behalten. Aber dann kam ja der SY77.

  11. Profilbild
    Codeman1965  

    ja, das Design war nix, selbst für die späten Achziger.
    Klappert zwar nicht, aber man hat trotzden Angst, da ein Bier drauf zu stellen, weil man nicht weiss, ob das Gehäuse hält.
    Aber da hat Kawai (für mich) eh nie ein wirklich glückliches Händchen gehabt.
    Mit der Tastatur bin ich allerdings sehr gut klargekommen, da gab es durchaus schlechtere…

    Der K 4 ist schwer einzuordnen, er kann schon ein paar gute Sachen, das Filter macht immer noch Laune, aber er ist in keiner Disziplin wirklich vorne Dabei.

    Röcheln kann der D-50 (will nur langsam Keiner mehr hören), Metall die DXen, und „Schmutziges“ finde ich z.B. beim Ensoniq SQ-1 besser.

    Er ist kein Must-Have, aber wenn man ihn günstig bekommen kann und den Platz übrig hat, dann ist er immer mal einen Blick wert.
    Wenn’s dann nicht passt, wird man ihn auch problemlos wieder verkaufen können…

  12. Profilbild
    Organist007  AHU

    Ich hatte auch einen Anfang der Neunziger und ihn geliebt.
    In einer Band eher unbrauchbar, da zu langsame Hüllkurven, bei Multimode überhaupt !
    Manchmal vermisse ich sein Röcheln -Behringer wird sicher bald einen nachbauen😉
    Habe dann zu 5000s gewechselt- additiver synth- klasse !

  13. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Für mich stand 1990 im Lastenheft eine Workstation, ein halbwegs vernünftiger Sequenzer und Drums. Ideallösung war damals seit Jahren die M1. Leider immer noch zu teuer und Polyphonie (wenn man die Drums von dort laufen läßt) inzwischen zu niedrig. Die Trinity war noch lange nicht geboren. Beim zweiten Wunschkandidat D-50 wars ähnlich. Auch ensoniq (SD/SQ/EPS) stand bei mir hoch im Kurs, weil mir dieser „amerikanische“ Sound auf den Schallfolien extrem gut gefiel. Die anderen Workstations von Yamaha oder Roland gefielen mir vom Sound nicht. Auch deren Samplingworkstation fand ich reizvoll, aber ich wollte eben trotzdem gespeicherte Sounds und hatte (zu recht?!) Angst vor Diskettenorgien.

    Ergo: Der Preis (mit Angebot des Händlers) entschied. Der K4 kam mit 16 Stimmen, Multimode, brauchbare Sounds und niedrigem Preis. Dazu der Q-80, der unterm Strich bestimmt auch besser war als die meisten OnBoard Sequenzer und eine BOSS DR-550. Bier abstellen zählte nie zu meinen Anforderungen, aber ich kann von meinem K4 sagen, dass das Gehäuse solide war. Deign…naja. Die Schieberegler, Knöpfe und Wheels fand ich eher semi. Da merkte man den Unterschied zu den „Großen“.

    t.b.c.

    • Profilbild
      dAS hEIKO  AHU

      Man bekam vernünftige Sounds für ne Cassetten-Demo hin. Bässe waren nie so böse wie von analogen und das merkte man mit jedem Jahr, mit dem es Richtung Techno ging. Aber gerade das Filter war eine seltene Bereicherung im gesamten Digitalangebot. Allerdings wurde die Parameterisierung der Resonanz so schlecht umgesetzt, so dass es gerne mal fies statt schmatzend wurde. Die AM habe ich gerne für unvorhersehbare „Unfälle“ genutzt. Diese Funktion bei einer Trinity wäre schon was gewesen. Die Speicherplätze waren mir viel zu knapp aber ich hab dann SysEx übern Q80 benutzt.
      Die „Wipptastatur“ hatte übrigens ein Geheimnis. Sie hatte (nur extern!) Aftertouch. Das merkte ich auch erst, als ich viel später meinen Roland M-VS angeschlossen habe.
      Der K4r hatte zwar mit den Einzelausgängen „Studiofeatures“ aber kaum Soundtechnische Legitimation dafür. Als XD-5 brachte das schon deutlich mehr…aber da war die Sampleauswahl nicht zeitgemäß.
      Der K4 hatte mMn seine Lücke perfekt gefüllt. Schließlich schoss er mit der Ausstattung recht scharf in deutlich höhere Preisregionen. Aber für viele Einsteiger war der K1 preislich der attraktivere. Nicht umsonst wurde er als K1II und K11 noch sehr zahlreich verkauft. Als erstrebenswertes Vintagemodell würde ich mir keinen K4 hertun. Aber zu seiner Zeit wars ein preiswertes Instrument im Besten Sinne.

      • Profilbild
        lightman  AHU

        Zustimmung, das Gerät leistete seinerzeit das, was die Leute wollten. Mit einem K4, vielleicht noch Roland D110, einer Alesis SR-16, einem Billigmixer und Kassettenrekorder konnte man richtig Musik machen, und das gar nicht mal schlecht, wenn ich sehe, was in diesen Tagen mit ähnlichen Equipment so alles gemacht wurde. Da hatte man halt keine analogen Dickschiffe oder große Namen vor sich, aber mit Freude an der Sache und Gewitztheit konnte man damit echt was reißen.

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