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Hersteller Report: Orange Amps

Orange Amps ist ein britischer Hersteller für Gitarren- und Bassverstärker. Gegründet wurde die Firma inmitten der Flower-Power-Zeit im Jahre 1968 vom Londoner Musiker und Elektronik-Fachmann Clifford Cooper. Markantestes Merkmal der Verstärker waren und sind bis heute die orangefarbene Außenhülle und die Piktogramme an den Reglern und Schaltern anstelle von herkömmlichen Beschriftungen der Bedienelemente. Sitz der Firma ist heute in Borehamwood/UK, dort werden auch die handgefertigten Geräte hergestellt. Ein großer Teil der Produktion findet in Produktionsstätten in Asien statt.

Das erste serienreife Produkt entstand 1968 mit dem Orange OR100, dessen Alu-Chassis allerdings der Last der verbauten Trafos nicht gewachsen war. Von diesem Modell wurden nicht einmal 50 Stück produziert, von denen damals allein schon sechs Stück auf Tour mit Peter Green und Fleetwood Mac gingen. Nur wenig später erschien dann der Orange OR200, immerhin schon mit einem stabileren Metall-Chassis und mit der doppelten Ausgangsleistung. Beliebt waren die Orange Amps schon damals nicht nur bei Gitarristen, die auf klare und laute Sounds standen. Auch Orgelspieler oder Bassisten konnten sich mit diesem Amp durchaus sehen und hören lassen.

Im Jahre 1976 wurde der Orange Overdrive auf der Frankfurter Musikmesse präsentiert. Erstmalig eingesetzt sollte damals eine Vorstufe mit Master-Volume auch verzerrte Sounds ermöglichen. Richtig hingehauen hat das zwar nicht, dennoch gehört dieser Amp heute zu den gesuchten Raritäten. Neu ab 1979 waren die Modelle Hustler, ein 60 Watt Combo mit 12″ Speaker, den es auch mit einem 15″ Lautsprecher als Basscombo gab. Neben der Präsentation von zwei weiteren Topteilen, dem OR112M und dem OR112SB für Gitarre bzw. Bass, war die wohl auffälligste Neuerung in diesem Jahr die Änderung der Frontbespannung der Boxen, die nun schwarz war.

1993 bis 1997 kooperierte Orange Amps mit Gibson, während dieser Liason wurden die Modelle OR80, OR120 sowie der Orange Overdrive weiter produziert. Seit 1998 wird die Firma nun wieder in eigener Regie geführt und das so erfolgreich wie nie zuvor. Kluge Strategen haben den Puls der Zeit erkannt und so dient Orange heute als einer der Erstausstatter im Hard ´n´ Heavy Segment. Produkte wie der Orange Tiny Terror oder der Orange Dark Terror bieten nicht nur einen Sound, der mit dem Sixties-Klang von einst faktisch nichts mehr zu tun hat, sondern treffen den Zeitgeist in puncto Röhrensound ziemlich genau und sind darüber hinaus dank fernöstlicher Produktion auch sehr günstig zu bekommen.