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Modular Serie: Die Zeit (Teil 2)


Modular: Die Zeit 2

Der letzte Teil der Amazona Modular-Serie geht näher auf LFOs und auf einen amerikanischen Komponisten namens John Cage ein.

Niederfrequenz-Oszillatoren gehören zu den wichtigsten Steuermodulen für zeitliche Verläufe. Sie machen auch deutlich, dass sich in wesentlichen Bereichen von Modularsystemen in den letzten 45 (!) Jahren nicht viel verändert hat. Nun gut, dies mag vielleicht etwas provokant formuliert sein. Ein Don Buchla oder Serge Tcherepnin würde dem ebenso wenig zustimmen wie ein Dieter Doepfer oder Grant Richter (Wiard, Anm.). Doch ist es bemerkenswert festzustellen, dass von Robert Moogs ersten Modularsystemen (ca. 1964) bis heute die „Eckpfeiler“ der wichtigsten klangerzeugenden bzw. klangformenden Module unverändert geblieben sind.

Doepfer A-100 Modularsystem

Doepfer A-100 Modularsystem

Low Frequency Oscillator

Der LFO erfüllt in seiner ursprünglichen Funktion die Aufgabe, langsame Schwingungen zu Modulationszwecken zu erzeugen. Das ist keine neue Erkenntnis und dürfte hinlänglich bekannt sein. Ob zu leichten Tonhöhenveränderungen (Vibrati, um z.B. das Klangverhalten von Blas- und Streichinstrumenten nachzuahmen) oder für langsame Filter-Sweeps: Der LFO ist in seiner grundsätzlichen Funktion so etwas wie die Butter auf dem Brot und unverzichtbares Werkzeug für eine Vielzahl musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten. Von der klassischen Sinus- oder Dreieckswelle abgesehen, ist es vor allem auch die Pulswelle, die dem LFO besonderes klangveränderndes Potenzial erlaubt. So lassen sich etwa „automatisierte“ Oktavsprünge generieren, die einer einfach programmierten und regelmäßigen Sequenz gleichkommen bzw. an simple Arpeggio-Muster erinnern. Mit einem Voltage Inverter könnte man hier sehr elegant mit jedem „Oktavsprung nach oben“ automatisch das Filter schließen (Gegenbewegung) oder – statt eines dumpferen Klanges – mittels VCA Modulation die Lautstärke beispielsweise halbieren.

Das Schöne an LFOs in Modularsystemen ist die Tatsache, dass sich die vorhandenen Steuerspannungen für „alle“ verfügbaren Modulationsziele verwenden lassen. Dabei kann man zwischen „grundlegenden“ und „erweiterten“ CV-Eingängen unterscheiden.

Grundlegende Steuerung: Tonhöhe (VCO Pitch), Pulsbreite (VCO PWM), Filter Frequenz (VCF Cutoff) und Lautstärke (VCA Modulation).

Erweiterte Steuerung: Hüllkurvenzeiten (VC ADSR), weitere LFO-Geschwindigkeiten und LFO-Pulsbreiten (VC LFO), Mischungsverhältnis von Audio- oder Modulations-Signalen (VC Mixer), Stereo-Panorama (VC PAN), Geschwindigkeit von Sequenzern, Glide-/Portamento-Zeiten und vieles mehr.

Technosaurus Selector LFO (Ausschnitt)

Technosaurus Selector LFO (Ausschnitt)

Neben verschiedenen Wellenformen (Sinus, Dreieck, Sägezahn, Puls) bietet der „klassische“ LFO einen Frequenzbereich von ca. 0,01 bis 20 Hz. Damit arbeitet er – seinem Namen entsprechend – unterhalb des menschlichen Hörbereichs (ca. 20 – 20000 Hz) und ist als Modulations-Oszillator (im Gegensatz zum Audio-Oszillator) zu verstehen. Wie schon bei den Ausführungen rund um die Hüllkurve sei jedoch darauf hingewiesen, dass gerade die „Grenzbereiche“ der LFO-Geschwindigkeit bzw. LFO-Frequenz interessant sind.

Vor allem ein sehr (!) langsamer LFO ist möglicherweise äußerst wichtig. Er erlaubt weit gezogene Tonhöhenveränderungen, Filter-Verläufe oder Lautstärke-Änderungen der Extraklasse. Das kontinuierliche Öffnen bzw. Schließen eines satt klingenden Filters bei einer Periodendauer von 2 Minuten dürfte deutlich mehr musikalische Energie hervorbringen als das nervöse Auf und Ab der Cutoff bei einer Modulationsrate von 10 Hertz. Doch das lässt sich natürlich nicht verallgemeinern und hängt immer vom musikalischen Kontext ab.

Ein wirklich „langsamer“ LFO ist unverzichtbar, weil es für ihn praktisch keinen Ersatz gibt. Der „schnelle“ LFO hingegen könnte immer durch einen gewöhnlichen Audio-Oszillator getauscht werden, falls nötig. Das führt uns wieder zurück zu den Anfängen der Modularsynthesizer rund um Bob Moog.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Dr.Funk

    Damit endet die Amazona Modular Serie????????
    Da gibt es doch noch viel mehr als Ossis, Höllenkurven, Kaffee-Filter und Langsam-Lauf-Kräcker zu besprechen!
    Ansonsten natürlich: Lob, Lob, Lob, Lob, Lob, Lob, Lob, Lob….

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    Tyrell RED

    Hallo Theo, Hut ab, das war wieder einmal der absolute Hammer!!! Technisches Fachwissen gepaart mit allgemein verständlicher Schreibe!! Der Umfang jedes Teils ist geradezu gigantisch. Auch von meiner Seite: Ganz ganz große Lob!!!

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    Dr.Funk

    Die Serie ist vorbei! Bisher 4 Kommentare??? Hallo??? Bei so nem ärmlichen Feedback kann ich dann auch verstehen, daß die Serie beendet wird…scheint ja wirklich keinen außer uns paar Freaks zu interessieren…Von mir nochmal ein ganz DICKES LOB!!!

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    changeling AHU

    Der Artikel ist sehr interessant und birgt auch einige interessante Tips. Was ich an der Serie allerdings etwas merkwürdig finde, ist dass nur Doepfer-Module besprochen werden. Gerade bei einem LFO-Artikel hätte ich mir die Erwähnung vom ‚King of LFOs‘, dem uLFO von Bubblesound und anderen komplexeren LFOs wie z.B. dem Vulcan Modulator von Livewire gewünscht.

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