My 10 Favorites, AMAZONA-Autor Florian Anwander

25. April 2021

AMAZONA.de-Autor Florian Anwander: 10 Alben, die mich geprägt haben

Florian beim Live-Auftritt 1979 in der Olympiahalle beim Bandwettbewerb des Verbandes der Bayerischen Milchwirtschaft

Florian beim Live-Auftritt ca. 2014 in der Roten Sonne

Ich hätte nicht zusagen sollen. Auf Peter Grandls Rundmail, wer den Nachfolgeartikel von Jan Steigers großartiger Albenauswahl schreiben möchte, habe ich spontan zugesagt. Jetzt sitze ich seit Tagen vorm Ikea Expedit und frage mich, welches von den acht Alben von Band X ich nehmen soll. Und natürlich muss ich auch alle durchhören. Ja, fast alles auf Vinyl. Hach, es ist so schön. Nicht lange quatschen. Wichtig ist die Musik!

T. Rex – Bolan Boogie

Eddy Cochrans Wiedergeburt

My 10 Favorites: T. Rex – Bolan Boogie

Meine popmusikalische Erziehung begann etwa 1967 mit Rockabilly. Bayerischer Rundfunk, Mittwochabend in Bayern2, 21 Uhr, Georg Kostya: „Aus meiner Rocktasche“. Zu Anfang hätte ich um die Uhrzeit eigentlich schon schlafen sollen, später war es wenigstens erlaubt, im Bett Radio zu hören. Kostya spielte damals Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre eigentlich veraltete Musik aus den Fünfzigern. Aber gleichzeitig gab es in den mir bekannten Radiosendungen nur noch Karel Gott und Mireille Matthieu, da war Eddy Cochran bei Kostya einfach reines Revoluzzertum. Dass man diese Musik auch als Schallplatte hätte kaufen können, war mir, dem Achtjährigen, nicht klar. Das Popmusik-Artigste im Haushalt war eine Heintje Platte.

Irgendwann kam meine große Schwester (die ja auch schon heimlich Bravo las) mit einer Platte nach Hause: T. Rex – „Bolan Boogie“. Mir sagte Marc Bolan nichts, aber diese Platte sagte mir, dass die Musik von Eddy Cochran nicht vergessen war. Meine musikalischen Interessen wandelten sich und Marc Bolan geriet ins Hintertreffen (die Platte zog dann auch mit meiner Schwester aus). Aber irgendwann in den 90er-Jahren ist mir aufgegangen, dass David Bowie harte Konkurrenz gehabt hätte und Prince als Epigone abgetan worden wäre – wäre Bolan nicht mit 29 bei einem Autounfall gestorben. Es hat dann noch bis 2018 gedauert. Bei einem der legendären Veranstaltungsabende im Pop e.V. in Berlin zog ich die „Bolan Boogie“ aus einer der zusammengeschobenen Plattenkisten. Ein Zehner ging an die Kasse. Endlich darf ich sagen, dass sie eine meiner wichtigen Platten ist.

Beatles – Abbey Road

Die Verstörer

My 10 Favorites: Beatles – Abbey Road

Das Radio war auch mit verantwortlich für meine erste selbstgekaufte Platte. Im Bayerischen Rundfunk lief „Here comes the sun“ sogar in der Sendung, die man heute „Morning Show“ nennen würde – nur dass der Moderationsstil damals eher im volkstümlichen Theater verortet war als in der zugekoksten Duz-Jovialität heutiger überdrehter Radiomacher. Irgendwie wusste ich nicht wirklich, was ich da kaufe. Aber ich wollte mir endlich selbst eine LP kaufen, und den „Hit“ kannte ich ja. So falsch konnte ich nicht liegen. Was ich dann zu Hause hörte, verstörte mich zunächst.

Mit „Come together“ wusste ich als 14-Jähriger erst so gar nichts anzufangen und die Medley-artig verwobene B-Seite war mir irgendwie ein Rätsel. Aber da war etwas, was mich und meine Hörgewohnheiten völlig umkrempelte: Synthesizerklänge. Sicher kannte ich „Popcorn“, aber dort war der Synthesizer noch eher ein Gimmick-Sound. Auf der Abbey Road wurde er wie ein Orchesterinstrument eingesetzt. So wie Produzent George Martin den Pophörern schon Streichquartette und Sitarklänge völlig selbstverständlich im Popkontext untergejubelt hatte, so setzte er den Synthesizer hier auch nicht zum Selbstzweck ein, sondern so, wie es die Musik verlangte. Das pflanzte in mir ein zunächst zartes, aber später immer drängenderes Verlangen, auch mal so ein Instrument zu besitzen – wer meine anderen Texte hier liest, weiß wie die Geschichte ausgegangen ist.

Supertramp – Crisis? What Crisis?

Die Lehrmeister

My 10 Favorites: Supertramp – Crisis? What Crisis?

Supertramp hatte sich mit Crime of the Century einen sicheren Platz 1 auf unseren Pubertäts-Veranstaltungen in den Partykellern diverser Elternhäuser erspielt. Zwischen verlegenem Herumhängen bei Würstchen und Kartoffelsalat und deutlich weniger verlegenen Aktivitäten auf mit Schwarzlicht beleuchteten Matratzen bestand der Pflichtmittelteil der „Partys“ aus Auflegen mit Cassetten und ungelenkem Tanzen. Da liefen dann Pink Floyd, Pavlovs Dog, Roxy Music, Peter Gabriel – und natürlich „School“ und „Bloody Well Right“ von Supertramp. Ich war sechzehn geworden und durfte ohne Begleitung in ein Konzert gehen. Für unverschämt teure 24 Mark kaufte ich die Karte zum 1975er Supertramp-Konzert, Olympiahalle, Rang oben, vorne links; Sicht nur auf die halbe Bühne. Als es dunkel war, turnten wir über die Absperrungen drei Blocks weiter hinter und sahen nun alles und hörten mehr als nur die Hochtöner der linken Boxentürme.
Meine Hoffnung, die mir bekannten Hits der vorigen LP zu hören, erfüllte sich nicht. Aber ich bekam erstmals mit, was intelligent gemachte Popmusik sein kann. Das Album kaufte ich noch am Merchandising-Stand (in der irrigen Meinung, dort wäre es günstiger, hatte ich mir das schon vorgenommen). Diese Platte lehrte mich hören, wie Saxophon-Linien und Gesang sich ergänzen, wie man mit einstimmigen Instrumenten Akkorde umspielen und erspielen kann. Und außerdem konnte man sie immer noch prima auf Partys mitnehmen.

Genesis – Seconds Out

Musik gewordenes Patchouli

My 10 Favorites: Genesis – Seconds Out

Es geht weiter ins Jahr 1977. Einige Platten hatten sich inzwischen in meinem Regal angesammelt. Bei Pfarrgruppen-Zeltlagern, unzählipen Teestubenbesuchen und in der inzwischen gegründeten zweiten Band war jede Musikrichtung erlaubt, Hauptsache sie war Hippie-Progrock (in der ersten Band war alles erlaubt, Hauptsache es war von den Stones). Seconds Out war der Höhepunkt. Musik gewordenes Patchouli. Noch wusste ich nicht, dass gleichzeitig mit Punk in England eine Musikgattung das Haupt hob, die meine Musikwelt bald ziemlich durchwirbeln würde. Derweil war Seconds Out die erste Platte, bei der ich systematisch versuchte, Songs nachzuspielen, einzelne Melodielinien übte und – soweit meine Yamaha Orgel es erlaubte – Sounds nachstellte. Eine Übung, die ich von da an immer wieder bei neuen Platten aufgegriffen habe und die ich heute als das fast wichtigste Ausbildungselement in meiner Musikerlaufbahn sehe.

Prefab Sprout – Steve McQueen

Die Herzensvorbilder

My 10 Favorites: Prefab Sprout – Steve McQueen

Eigentlich müsste ich vor dieser Platte viele andere Alben aufzählen. Etwa Gary Numan, der mir erstmals Rockmusik (wir erinnern uns: T. Rex oder gar Georg Kostyas Rocktasche), ja, Rockmusik mit Synthesizern vormachte oder Fehlfarben oder DAF oder XTC oder Thomas Dolby oder oder, aber das waren Musikervorbilder. Prefab Sprout wurden mir Herzensvorbilder. Natürlich gab es schon Tausende Platten zuvor, die tief den Hörer treffende Texte mit wunderbarer Musik verknüpfen. Nur, die kannte ich nicht.

Die Texte auf der „Steve McQueen“ trafen mich im richtigen Alter an den Stellen, wo es weh tat: „I can’t breakdance on your knees … Father it’s your son“ oder „Wishes she could call him heartache. But it’s not a boy’s name … „; das waren Zeilen, die mir mein tägliches, verwirrtes Jungmänner-Dasein vor Augen führten. All das mit großartiger Musik, wie sie Burt Bacharach nicht hätte süßer schreiben können und produziert von meinem Helden Thomas Dolby (eine Tatsache, die mir übrigens erst viel später klar wurde). Die Liebe zu Prefab Sprout war es dann auch, die die Drei-Jungmänner-Band, in der ich spielte, so richtig zusammenschweißte. Direkt am Anfang des YouTube-Videos zu „Bonny – Live in München 1985“ stehen wir drei, voll beleuchtet, in der zweiten Reihe im Publikum. Heute sind wir längst keine Band mehr, nur noch drei miteinander befreundete alte Knacker; aber wenn Wendy Smith zu uns singt, sind wir wieder 23.

Commodores – Heroes

Die Türöffner

My 10 Favorites: Commodores – Heroes; das Außencover habe ich nicht mehr

1981 wurde ich Diskothekengänger. So richtig. Wirklich jeden Abend mindestens in zwei Clubs. Das „Why Not“ war unser Proberaum, das „Tanzlokal Größenwahn“ mein Wohnzimmer und das „P1“ (das damals nichts mit der C-Klasse-Filmsternchen- und Autohändler-Disco der späteren Jahre zu tun hatte) war das musikalische Bildungsforum. Letzteres nicht immer, aber wenn der Ernstl auflegte, dann konnte man was lernen. Bei Ernstl lernte ich Black Music kennen. Sowohl die Electro-Seite als auch die Soul-Seite. Und von Ernstl kam der Tipp mit dieser Commodores-LP. Die Band hatte eigentlich den Ruf als Hausfrauen-Souler weg, aber hier war unverschämt groovender Funk und tiefst emotionaler Soul in einem Album vereint. „Sorry to say“ ist bis heute auf jeder meiner Playlists für Partys. Klar kamen später musikgeschichtlich wichtigere Alben dieser Genres in meine Plattenkisten, aber mein Initiation bereiteten mir die Commodores.

Beastie Boys – Pauls Boutique

Die Sample-Könige

My 10 Favorites: Beastie Boys – Pauls Boutique

Mein Einstieg in die Black Music musste im Verlauf der 80er unweigerlich auch zum Rap führen (Hip Hop sagt man damals noch nicht dazu, und richtiger Hip Hop war das ja auch noch nicht). Die eine oder andere Rap-Platte hatte ich, aber es gab parallel so viel andere Musik. Das änderte sich im Sommer 1989. Im „Cadillac“ – eigentlich einem Black Music Club in München – lief ein Track (ich weiß nicht mehr, ob es „Egg Man“ oder „Shake your Rump“ war), der hatte nichts mehr mit Grandmaster Flash oder Run DMC zu tun, der war anders, der war neu. Jahre später wurde mir klar, dass die „Pauls Boutique“ von den Beastie Boys die Wiederholung der „Abbey Road“ in einer anderen Szene ist: genauso ungeliebt von den Fans und genauso das eigentliche Meisterwerk der jeweiligen Band. Ein dergestaltes Feuerwerk an Sample-Ideen ist mir nur noch sehr, sehr selten wiederbegegnet. De La Soul versuchten sich zwei Jahr später mit „De La Soul is Dead“, haben aber die Beasties nie erreicht.

Photek – Modus Operandi

Der Jazzer

My 10 Favorites: Photek – Modus Operandi

Samplen beherrschte die zweite Hälfte der 90er. Ich hatte 1991 und 1992 viele Wochenenden in Berlin verbracht. Techno hatte also auch mir die Gehörgänge ordentlich durchgeblasen, aber was sich da unter dem Namen Drum ’n‘ Bass aus dem noch etwas ungelenken Jungle entwickelte (mit dem ich nie so richtig was anfangen konnte – für mich war Jungle nur die Fortführung des unseligen Gitarrengegniedels mit den Mitteln von Perkussionisten und Bassisten), das packte mich beim Ehrgeiz. Im Drum ’n‘ Bass kam ein für mich neues Element ins musikalische Spiel, mit dem ich bisher noch nicht zu tun hatte: Jazz. Nicht der gefällige Jazz, der sich mit Triphop vermählt zum Lounge-Gedudel der 2000er-Jahre entwickelen sollte, sondern der unbequeme, der kantige Jazz. Abseits von netten enharmonischen Rückungen kam da (letztlich auch durch die Starrheit des Samplings) eine krude Harmonik ins Spiel, die ich mich so nie getraut hätte. Letztlich könnte ich von den „Metalheadz“ Kompilationen bis zur Serie „Future Sounds of Jazz“ aus dem Hause Kompost viele Einflüsse aufzählen, die mir wichtig sind, aber initiierend für mich ist und bleibt Photek mit seinen weichen Bässen und den melodiös verwendeten Tom-Samples.

RinneRadio – Rok

Die Finnen

My 10 Favorites: RinneRadio – Rok

Häh? Wie? Radio für Dachdecker? RinneRadio aus Finnland lernte ich dadurch kennen, dass die Indie-Plattenfirma, die für RinneRadio den Deutschland-Vertrieb machte, in den Räumen links von unserer Wohnung ihr Büro hatte. So manche CD wurde über den Hausflur gereicht, aber meist wurde sie unter „zur Kenntnis genommen“ abgelegt oder dankend zurückgegeben. RinneRadio blieb. Rok ist eine betörende Mischung aus Ambient, Drum ’n Bass, Jazz und irgendetwas anderem; wie soll ich es ausdrücken? Etwas sehr Finnischem. Manchmal wähnt man sich auf einer Platte von LCD Soundsystem oder von Bill Frisell – wüsste man nicht, dass das keine Gitarren sind, sondern alles Synthis und Drum-Maschinen plus eben das Saxophon oder die Klarinette von Tapani Rinne, dem Bandleader. Für mich waren RinneRadio der Anlass, es endlich live mit elektronischer Musik zu versuchen. Ohne RinneRadio hätte meine komplette Hinwendung zur elektronischen Live-Musik vielleicht nicht stattgefunden. Leider dauerte es noch zwanzig Jahre, bis sich ein Saxophonist dazugesellte.

Underworld – Barking

Die Tanzmeister

My 10 Favorites: Underworld – Barking

Eigentlich war ich immer schon Underworld-Fan – nur: Ich wusste es nicht. Freurs „Doot Doot“? Zu zwei Dritteln eine Underworld-Nummer. Dieser sch**ßgeile Track im Film „Trainspotting“? War Underworld, nur dass ich es im Abspann nicht mitbekommen hatte. Irgendwann wurde mir klar, dass „Downpipe“ mit diesem großartigen Video von dem beleuchteten Hochhaus nicht so richtig von Mark Knight ist, sondern auch eher eine Underworld-Nummer darstellt. Und dann entdeckte ich auf YouTube den Konzertmitschnitt „Underworld live in Tokyo @Zepp 2010“, der mit eben diesem Downpipe beginnt. Das Grinsen, das beim Einzähler vor dem Einsatz des Beats über Karl Hydes Gesicht huscht, werde ich nicht vergessen (leider liegt im aktuell verfügbaren YouTube-Video des Konzertbeginns genau diese Stelle unter einer Titelschrift; auf www.nicovideo.jp gibt es die unveränderte Version).

Hyde ist in diesem Moment offensichtlich klar, in welchen Tanzrausch er sein Publikum in den nächsten eineinhalb Stunden versetzen wird. Ich glaube, ich bin nächtelang dagesessen und habe diese zehn Videos wie eine Droge konsumiert. Dann endlich „Barking“ gekauft und dann all die anderen Underworld Aufnahmen seit den 90ern. Natürlich habe ich auch die aktuell Drift-Serie in allen Variationen. Ob Underworld nun Einfluss für mich haben, kann ich nicht sagen. Eher ist die Musik von Underworld das, was ich immer schon irgendwie auch selber gemacht habe oder (lassen Sie mich diese Hybris etwas zurücknehmen) selber machen wollte. Elektronische Musik, ganz und gar für Live gedacht; einfach anmutend und doch nicht dumm – und manchmal gar nicht so einfach wie sie klingt. Die Nachspiel-Übungen, die ich mir vor dreißig Jahren bei der Seconds Out von Genesis angewöhnt hatte, werden bei so manchem Underworld Track zur sprichwörtlichen “harten Nuss“. Notfalls tanze ich dann einfach auf die Nummer.

Fazit

Peter, es geht so nicht. Echt nicht! Man kann nicht verlangen, dass wir „die zehn Alben“ auswählen. Es ist komplett ungerecht den anderen Platten gegenüber. Mit welcher faulen Ausrede soll ich mich bei „Dare“ von Human League rauswinden? Was sage ich jetzt der „Technodelic“ von YMO? Und was Briskeby oder Triffids oder Arlo Parks oder Shawn Colvin und wie alle meine Heldinnen und Helden heißen?
Aber im Ernst: Danke Peter! Es war ein großer Spaß, sich mal zu überlegen, welche Platte was bei mir bewirkt hat. Wobei ich gestehen muss, dass es einzelne Songs oder Tracks gäbe, die zum Teil für mich wichtiger als das eine oder andere Album hier wären. Aber das sind dann nur einzelne Tracks und der Rest des jeweiligen Albums wäre – zumindest für mich – unbedeutend. Was mich erstaunt hat: Ich hatte in ein paar Versionen des Textes auch Klassik-Aufnahmen drin (ja, ich höre viel Klassik), aber letztlich haben sie nichts in mir geändert. Ich höre Klassik gerne; soweit meine Fähigkeiten genügen, spiele ich sie auch gerne. Aber sie hat letztlich für mein Musikertum oder mein Musikhörertum nicht die Bedeutung, die ich aus sogenannter Pop-Musik heraushole. Von daher verneige ich mich vor all den Musikerinnen und Musikern, die mir diese Hunderte oder Tausende von wunderbaren Musikstücken gegeben haben, die nun mein Leben begleiten.

Forum
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    Jan Steiger  RED

    „Musik gewordenes Patchouli“ – Sehr geil 😂😂
    Schöne Auswahl! Ein paar davon stehen auch in meinem Regal. Aber die magische 10 hat mich auch echt Nerven gekostet…

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    m+r

    immer wieder schön von florian zu hören.

    prefab sprout kannte ich nicht bewusst, wohl aber the housemartins.

    danke für den artikel ….

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    lambik  

    Sehr schöne Zusammenstellung und prima/authentisch geschrieben.

    Ich bin ein geringfügig jüngerer Jahrgang, aber die Supertramp-/Crime of the Century/Fetengeschichte gab es bei uns noch genau so. Das Prefab Sprout-Album war für mich auch ein emotionaler Schwerpunkt, genau wie die frühen bis „frühmittleren“ Genesis. Underworld kannte ich, als sie noch keine Dancemusic gemacht haben (Underneath the Radar, wegen Produzent Rupert Hine auf Verdacht gekauft) und hab‘ mir dann mal Dubnobasswithmyheadman geholt ;-)

    Ich hätte auch arge Probleme, genau zehn Alben zu benennen. Danke für den Artikel!

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      0gravity  

      Mit Underworld ging es mir genauso.
      So wurde „Dubnobasswithmyheadman“ die erste Technoscheibe in meinem Plattenregal und nach
      anfänglichem Fremdeln gefiel sie mir mit jedem mal hören besser.
      Das Witzige ist, dass ich gar nicht genau sagen kann warum mir Underworld so gut gefallen. Die Musik ist ja eher einfach gestrickt und auch die Sounds sind für sich genommen nichts besonderes. Die sind halt einfach gut :-)

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        Florian Anwander  RED

        > Die Musik ist ja eher einfach gestrickt
        Aber auch nur „eher“. Wenn man dann mal versucht rauszukriegen, warum die HiHats bei einem Underworld Track so viel besser treiben, als die eigenen, oder was dieses großartige Pumpen der Bass/Bassdrum-Kombination ausmacht, dann geht einem schnell die Könnerschaft von Karl Hyde auf.
        Man versuche mal die Spuren zu zählen, die bei Custard Speedtalk (https://www.youtube.com/watch?v=AtU2Yi2xgGE) diese so hübsch flirrende Klavierlinie ausmachen. (Kleiner Tipp: es sind mehr als als die Bildstreifen im Video – und auch da verstecken sich mehr als man meint)

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    unifaun  

    Sehr schöner Artikel, es gibt gewisse Parallelen zu mir selbst. Aber zu Zeiten von Supertramps „Crisis? What Crisis?“ war Peter Gabriel noch kein Solokünstler, sondern Sänger von Genesis. Aber das war ja auch vor „Second’s Out“! ;)

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      Florian Anwander  RED

      > Aber zu Zeiten von Supertramps „Crisis? What Crisis?“
      > war Peter Gabriel noch kein Solokünstle

      Da hast Du völlig recht – aber die Partykeller-Veranstaltungen endeten ja nicht 1975 (wer als „Typ“ zu Solsbury Hill tanzte, der hatte bei den „Mädels“ schon wieder einen Punkt mehr gemacht). Da verschwimmen die Erinnerung eines ganzen Jahrzehnts.

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    D-Joe  

    Schöner Artikel!!!

    Als ich 1996 / 97 so mit 14-15 Jahren Trainspotting sah und damit auch den Soundtrack zum ersten mal hörte war ich total hingerissen von Underworld.
    Mit born slippy hatte ich sowas wie DEN Sound meiner Jugend gefunden.

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      dAS hEIKO  AHU

      Jop. Born Slippy und Rez waren sehr charakteristisch und kamen zu Anfang der Technowelle. Anscheinend (Wikipedia) waren diese beiden Songs aber nur als Bonustracks auf der CD).
      Mein Favourite bleibt allerdings „Underneath the radar“, weil ich die Mischung von Synth und „klassischem“ Punkinstrumentarium (Gitarre Bass AccDrums) mag. Ein Sound, wie ihn einige Jahre zuvor auch schon Pickic at the whitehouse produzierten.

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    dAS hEIKO  AHU

    @Florian Anwander
    10 Jahre danach geboren spielten viele „Klassiker“ keine so große oder gar keine Rolle mehr für mich. Beatles waren halt schon Oldies und Bands wie Genesis lernte ich erst mit Abacab in den 80ern kennen, ebenso ist mir Supertramp erst seit „breakfast in america“ bekannt. Wenn überhaupt, bekam ich meine „Prägung“ schon im Kindergartenalter mit der Discomusik von Boney M oder Donna Summer. Vor allem die Kombination aus Beat&Bass plus Streicher tuts mir bis heute an. Daneben ende der 70er auch Sweet und Smokie – aber das war ja schon Hardrock ;-) Auch ELO spielten eine Große Rolle. Wobei mir erst heute bzw. seit den Travelling Wilburies bewußt wurde, wie sehrdoch Jeff Lynne ein fünfter Beatle sein könnte.

    Sehr früh gings dann aber schnell in die elektronische Richtung: the Human League (Dare!/Hysteria), Heaven 17, Tears for Fears… über die Auswüchse des Italo-Disco möchte ich lieber nur mit meinem Therapeuten reden :-D. Dafür entschädigen aber die Helden der späten 80er wie Howard Jones, Nik Kershaw oder Kim Wilde.

    So war das bei mir.

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      Florian Anwander  RED

      Naja, da hat jeder Jahrgang seine eigenen Helden.

      Kennst du eigentlich die aktuellen Sachen von Nik Kershaw? Seine um 2000 herum entstandenen LPs „15 Minutes“ und „To be Frank“ waren auf einigen Entwurfs-Versionen dieser Top-10 Liste.

      Kennt übrigens jemand den Titel „Baby, it’s me“ von Kershaw? Muss aus den letzten Jahren stammen. Ich habe den mal von Youtube gegrabbed, finde ihn dort nicht mehr und finde ihn auch nirgends sonst im Netz. Auf der neuesten LP „Oxymoron“ ist er auch nicht drauf. Das ist fast so, als ob er mal eine LP komplett zurückgezogen hätte.

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        dAS hEIKO  AHU

        Ne, leider nicht. Sollte ich endlich mal reinhören. Ich weiß nur, dass er einige Konzerte mit Howard Jones gemacht hat. Kershaw (und auch Jones) ist ja ein begnadeter und zugleich oft verkannter Songwriter. Vieles was in den 80ern als Pop vermarktet wurde ist bei genauerer Betrachtung hochanständige Musik. Die Harmoniewechsel sind teilweise der Hammer.

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            dAS hEIKO  AHU

            Naja, die 80er brachten schon so Blüten hervor wie: Sigue Sigue Sputnik, Tarzanboy, Bruce & Bongo, Haysi Fantayzee… soll ich weiter machen? Musik ist natürlich frei, aber für manche Ohren kann es akustische Umweltverschmutzung sein. :-D

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    Holden  

    Mittlerweile wurde vieles genannt aber kein Barclay James Harvest und Alan Parsons dabei? Mit Mike Oldfield wurden bestimmt auch viele gequält. ;)

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      Florian Anwander  RED

      Ich kann nicht für die anderen sprechen (und ich hoffe ich trete Dir nicht zu nahe), aber die genannten Musiken waren für mich immer flach und belanglos. Cafe del Mar der siebziger Jahre.

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    TimeActor  AHU 4

    Danke für die schöne Story Florian – ein Synthesizer Fachbuch von dir hatte ich damals auch gekauft.

    „When Love breaks down“…an dem Tag, als ich die Platte u.a. per Post in Händen hielt, hatte ich abends nach einem Dorf Disco Besuch ein Mädel aus unserem Ort mit nach Hause genommen um ihr die Platte vorzuspielen. Sie ist dann später meine Frau geworden…obs an der Platte gelegen hat…? ;-)
    Vieeel später haben wir uns allerdings scheiden lassen…

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        lambik  

        Hehe, bei mir war es u.a. auch die Steve McQueen-LP. Wir sind aber immer noch glücklich verheiratet. (Also ich mit meiner Frau, nicht mit der LP 🤓)

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          TimeActor  AHU 4

          Das ist natürlich super! Will aber nicht klagen…meine jetzige Frau ist 18 Jahre jünger als ich… ;-) (aaaber deswegen hat sie auch einen völlig anderen Musikgeschmack als ich…HipHop und son Zeugs brrrr.)

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          Florian Anwander  RED

          Als ich meine mir jetzt Angetraute hat mir kurz nach dem ersten Kennenlernen eine LP vorgespielt die ihr total gut gefällt. Dann meinte sie der Hund von einem der Fotos auf dem Innencover sähe doch total aus, wie mein Hund – das war auch mein Hund. Ich hatte die LP aufgenommen :-)

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    liquid orange  AHU 1

    Tolles „Outing“ machte Spass in Dein musikalisches Leben reinlesen zu dürfen. Am besten aber gefällt mir, dass Du die Plattencover nicht einfach so, sondern nett inszeniert darstellst.
    Und Danke für Dein tolles Synthesizer-Buch, hat mich zu einer weiteren Sucht geführt ;-)

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      Florian Anwander  RED

      > Am besten aber gefällt mir, dass Du die Plattencover
      > nicht einfach so, sondern nett inszeniert darstellst.
      Ich gestehe, ich war einfach zu faul die passenden Graphikdateien im Internet zusammenzusuchen. Dann habe ich nochmal meine Originale zum Fotografieren rausgezogen. Das mit dem Hintergrund hat sich so ergeben, als ich die „Crisis? What Crisis?“ einen halben Meter neben dem Wurlitzer fotografieren wollte und mir dachte, dass das mit Wurlitzer doch viel besser käme also so flach von vorne. Der Rest hat sich dann fast zwingend ergeben.

      Freut mich, dass es Dir gefällt.

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    0gravity  

    Das Cover von “ Crisis? What Crisis?“ vor einem Wurlitzer zu präsentieren, ist in der Tat kaum zu toppen.

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      Florian Anwander  RED

      Die Ibanez habe ich ca 1978 dem großen Bruder eines Freundes abgekauft, der in einer damals recht bekannten Band so Genesis-artiges Zeug spielte (vielleicht war es auch einen Genesis Coverband – das weiß ich jetzt nicht mehr). Jahre später habe ich dann erfahren, dass er sie verkauft hat, weil sie ihm viel zu schwer war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich dann quasi den Haltungsschaden schon weg :-)

  11. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    *KREISCH!!!!* Ein »Formant«-Synthesizer im Hintergrund hinter der »Underworld – Barking«. Ja, das ist auch ziemlich Underworld, was die Zeitschrift Elektor da in den 70er-Jahren fabriziert hat.

  12. Profilbild
    olivgrau  

    Florian, ganz toller Einblick und die Albenplatzierung für’s Foto … (Sledge)Hammer! ;-)
    Auch die Fotos von dir mit der gleichen Blickrichtung … sehr gute Wahl!

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