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My 10 Favorites, Amazona-Autor Costello

3. April 2021

AMAZONA.de-Autor Costello: 10 Alben die mich geprägt haben

„My 10 Favorites“ ist wie für mich gemacht: Ich bin ein Listenfreak. Früher liebte ich es, Kompendien wie „1000 albums to hear before you die“ oder Collin Larkins „All Time Top 1000 Albums“ durchzugehen und mit meiner CD-Sammlung abzugleichen. Andererseits: Die „Top 10“ herauszupicken – das ist schon eine schwere Angabe.  Also habe ich bei der Auswahl gemixt – ein paar Alben für die einsame Insel sind dabei und ein paar Alben, die für mehr stehen – die Liebe zur Klassik und zum Jazz und die Neugierde auf Neues. Zuerst aber – das gehört zum Konzept der Reihe – ein paar Worte zu mir.   

My 10 Favorites Costello

Zwischen den beiden Fotos liegen 5 Jahrzehnte – die Liebe zu den Keyboards ist geblieben.

Der Knirps an der Hammond-Orgel

Das ist das früheste Foto von mir, das einen Rückschluss auf spätere Ambitionen als Rock-Musiker zulässt. Es wird um 1970 entstanden sein, da war ich 10 Jahre alt und durfte ab und an auf der Hammond-Orgel meines großen Bruders spielen. Den Sinn von zwei Manualen scheine ich da noch nicht recht begriffen zu haben. Normalerweise übte ich kleine Menuette von Mozart und Schumanns „Fröhlichen Landmann“ auf einem ziemlich fürchterlichen Klavier mit gerissenem Stimmboden, das unglücklicherweise auch noch direkt vor der Badezimmer-Tür stand. Bei einem 6-Personenhaushalt war da viel Betrieb. Mein Bruder ermunterte mich, gemeinsam mit ihm eine Petition bei meinem Vater für ein besseres Instrument einzureichen. Mein Papa, der manchmal zu barocker Übertreibung neigte, kaufte uns daraufhin einen gebrauchten Steinway B-Flügel. Ein wunderbares Instrument, das im großen Esszimmer aufgestellt wurde. Von da an war das Üben eine reine Freude! Angestachelt durch das Vorbild meines großen Bruders, der Anfang der 70er Jahre sehr erfolgreich als Rockmusiker unterwegs war, folgte ich dem Ruf meines Schulfreundes Stefan, gemeinsam eine Band zu gründen. Es waren coole Jahre mit tollen Auftritten im Tempodrom (damals noch im Zelt), dem Quartier Latin oder dem SO 36. Dann war das Studium irgendwann zu Ende und ich wurde Journalist. Für aktives Musikmachen war plötzlich keine Zeit mehr. Vor ein paar Jahren war ich Korrespondent in Brüssel – und da gab es eine Cover-Band des ARD-Studios, die einen Keyboarder suchte. Als ich zurück in Berlin war, stand ich wieder ohne Band da. Also dachte ich mir, dass ich meine Liebe zur Musik und meine journalistische Erfahrung doch endlich mal zusammenbringen könnte. So kam ich – ihr ratet es schon – zu AMAZONA.de. Das ist jetzt auch schon wieder 5 Jahre her. Genug der Vorrede – hier kommen „My 10 Favorites“:

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Wolfgang Amadeus Mozart –  Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV467 (1785)

„Mein geliebtes Mozartel“

My 10 Favorites: Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Nr. 21 mit Friedrich Fulda am Klavier. Diese Aufnahme entstand erst Mitte der 70er-Jahre und sie ist sehr zu empfehlen. Die Aufnahme, die ich als Kind gehört habe, dürfte die von Géza Anda mit den Berliner Philharmonikern unter Karajan gewesen sein, die 1957 bei den Salzburger Festspielen entstanden ist.

Mein Vater hat die Anekdote gerne erzählt: Ich war vielleicht fünf Jahre alt, ging jedenfalls noch nicht zur Schule, als mich mein Vater zum SFB (heute RBB) mitnahm. Er hatte da einen Aufnahmetermin für eine Literatursendung. Im Foyer hing ein Bild oder Plakat, das Wolfgang Amadeus Mozart zeigte. Ich riss mich von der väterlichen Hand los, stürmte auf das Bild zu und rief: „Da ist ja mein geliebtes Mozartel“. Die Umstehenden schmunzelten und machten Bemerkungen wie „Der junge Mann hat ja schon einen guten Musikgeschmack“. Mein Vater besaß eine riesige Schallplattensammlung mit klassischer Musik. Unter anderem das gesamte Kantatenwerk von J.S.Bach. Ich liebte aber vor allem (wie viele Kinder) Mozart und hier speziell das Klavierkonzert Nr. 21 in C-Dur. Vor allem der zweite Satz, das Andante, ist fast überirdisch schön.  Im anschließenden Allegro Vivace geht es dann richtig zur Sache. Für diese frühe Begegnung mit klassischer Musik bin ich bis heute dankbar und ich freue mich, wenn ich Mozarts Sonata facile KV 545 oder die d-Moll-Fantasie halbwegs unfallfrei auf meinem Nord Grand hinbekomme.

Duke Ellington/Johnny Hodges – Back to Back  (1959)

Das Motto ist Blues, die Musiker sind Jazzer und die Mucke voll gut

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: Duke Ellington und Johnny Hodges: Back to Back

Meine Mutter sorgte für den musikalischen Ausgleich: Sie besaß nur eine ganz kleine Schallplattensammlung – aber alles Jazzmusik. Viel Bigband dabei, dann eine herrliche Platte aus den 50ern mit sogenannter Striptease-Musik (wo sie die wohl her hatte?), auf deren Cover ein (stilisierter) weiblicher Unterkörper zu sehen war, dessen Blöße mit einem originalen String-Tanga verdeckt wurde. Die Musik war super! Am meisten hatte es mir aber eine Platte angetan, auf der zwei Musiker zu sehen waren, die Rücken an Rücken zueinander saßen. Die Platte hieß denn auch „Back to Back“ und vereint mit Duke Ellington und Johnny Hodges zwei Größen der Jazzmusik, die sich hier an Piano und Altsaxophon in die Gefilde des Blues begeben. Begleitet vom Trompeter Harry „Sweets“ Edison und einer ziemlich kompetenten Rhythmusgruppe ist da ein Album entstanden, das wohl jeden Jazz-Hasser bekehren könnte. Klar – Miles Davis ist noch cooler. Aber hier habe ich zum ersten Mal ein Feeling für die „Blue Notes“ bekommen.

Murphy Blend – First Loss (1970)

Krautrock-Klassiker vom großen Bruder

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: Murphy Blend – First Loss

Der dritte „frühmusikalische“ Einfluss kam von meinem Bruder. Der besaß nicht nur eine ansehnliche Plattensammlung (querbeet von der berühmten „Supersession“ mit Bloomfield, Kooper, Stills über Don McLeans „American Pie“ bis zu Deep Purple „Live in Japan“). Er machte vor allem auch selbst Musik. Wolf-Rüdiger Uhlig aka Hanuman gehörte Anfang der 70er zu den richtig fitten Klassikrock-Organisten. Von Bachs Toccata & Fuge in d-Moll bis zu Wagners „Fliegenden Holländer“ – auf der Platte „First Loss“ werden Klassik-Zitate gemischt mit bluesigem Hardrock durch Hammond-Orgel, Leslie-Kabinett und Marshall-Türme gejagt. Die Original-Platte, erschienen bei Eckart Rahns legendärem Independent-Label Kuckuck (u. a. Ihre Kinder, Deuter, Eberhard Schöner), ist heute sehr rar. Krautrockfans lassen sie sich bis zu 600 Euro kosten. Trotz der kleinen Zwistigkeiten, die zwischen Brüdern nun mal dazugehören, war mein Bruder damals mein großes Vorbild und der Grund, später selbst Rockmusik zu machen. Auch wenn es bei mir statt zu einer Hammond- nur zu einer Crumar-Orgel gereicht hat. Vor Kurzem ist mein Bruder 70 geworden, hat sich aus seinem Unternehmen weitgehend zurückgezogen und wieder mit der Musik angefangen – mit PPG-Modularsystem, einem EMS Synthi A und der neuerworbenen Moog Grandmother. Jeden Sonntag telefonieren wir und fachsimpeln über Musikalisches.

Rolling Stones – Beggars Banquet (1968)

Let’s drink to the hard-working people!

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: The Rolling Stones – Beggars Banquet

Jeder Prog-Rock-Fan braucht einen guten Freund an seiner Seite, der ihn erdet. Und zeigt, dass Rockmusik nicht nur aus Bombast besteht und der Fähigkeit, in einen Songs möglichst viele Tonart- und Taktwechsel unterzubringen. Bei mir war das mein Schulfreund Jan. Er war und ist riesiger Stones-Fan. Ich mochte die Band  auf Anhieb. Vor allem Beggars Banquet und den Gänsehaut erzeugenden ersten Song „Sympathy for the Devil“: Die Congas und Cabasas im ekstatischen Samba-Rhythmus, die Schreie und dann die Piano-Akkorde von Nicky Hopkins. Wahnsinn! In meiner Zeit in Brüssel habe ich den Song in einer Coverband gespielt. Ging richtig ab. Und es gab immer ein paar Mädels, die gut drauf waren, auf die Bühne hopsten und „Huhuhh“ sangen. Die ganze Platte ist genial vom Anfang bis hin zum letzten Song „Salt of the Earth“. Für mich ihr stärkstes Album bis heute. Durch Jan habe ich noch viele andere Bands kennengelernt: The Allman Brothers Band, Cream, Free, Traffic, The Spencer Davis Group oder The Butterfield Bluesband. Also das volle Kontrastprogramm zu Genesis, Yes und Supertramp. Zu Letzteren meinte Jan nur verächtlich „Der Roger Hodgson hält sich immer ein Feuerzeug unter die Eier, damit er so hoch singen kann.“ Dann sagte ich immer: „Komm Jan, ich will mal wieder ‚Street Fighting Man‘ hören“.

Emerson, Lake & Palmer –  I (1970)

Futter für die Klavierstunde

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: Emerson, Lake & Palmer – 1. Album

Keith Emerson ist bis heute einer meiner absoluten Lieblings-Keyboarder. Seine Versionen von Bernsteins „America“ oder Brubecks „Rondo à la Turk“ mit „The Nice“ sind großartig. Von seinen Platten mit Greg Lake und Carl Palmer ist für mich die erste immer noch die beste. Und das nicht wegen des Synthesizersolos auf „Lucky Man“, das Emerson selbst für schwach hielt. Mein Lieblingssong ist „Take a Pebble“ mit dem für mich stärksten Klaviersolo des Meisters. Meine Klavierlehrerin, die mich wegen meiner Übungsabstinenz immer milde lächelnd ihren „kleinen Sargnagel“ nannte, bemerkte, dass sich in Emersons Klavierimprovisation ein Zitat aus Bachs 1. Invention C-Dur versteckt. „Dann spielen wir doch lieber gleich das Original“, meinte sie trocken. Im Gegenzug handelte ich aus, auch Bartoks „Allegro Barbaro“ (Blaupause für „The Barbarian“ auf der ersten ELP-Scheibe) durchzunehmen. Und auch die später von ELP adaptierten „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski zu “studieren“.  Mehr war nicht drin, denn als nur durchschnittlich begabter Klavierspieler darf man kaum hoffen, etwa den „Tanz der Küken in den Eierschalen“ im Originaltempo spielen zu können. Keith Emersons spätere Erkrankung an der Hand hat sein Spiel stark beeinträchtigt. Am Ende sah er wohl keine andere Möglichkeit für sich als den Freitod, was mich ziemlich erschüttert hat.

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GenesisThe Lamb lies down on Broadway (1974)

Hey, habt ihr etwas anderes erwartet?!

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: Genesis: The Lamb lies down on Broadway

Na klar, ein paar von den üblichen Costello-Verdächtigen finden sich in meiner Liste auch wieder. Seit mein Bruder mir zur Konfirmation „Genesis Live“ geschenkt hat, bin ich Fan dieser britischen Prog-Rock-Band. Besonders mag ich ihre frühe Phase ab Nursery Cryme. Mein persönlicher Favorit ist aber das Doppelalbum „The Lamb lies down on Broadway, das ich live in der Berliner Eissporthalle gesehen habe. Mein tollstes Konzerterlebnis bis heute.  Tony Banks ist mein „All Time Keyboard Hero“. Niemand hat wie er die Welt der Akkorde für den Rock erkundet. Wobei die harmonischen Wechsel auf „The Lamb“ – etwa auf dem RMI-Piano – häufig sehr subtil und manchmal geradezu mikrotonal sind. Was habe ich rumgestümpert, um das Intro des Titelstücks zu spielen. Bevor es YouTube gab, kam ich nicht drauf, dass das überhaupt nur in der Hand über Hand-Technik funktionieren kann. Banks spielt auf dem Album auch ein paar unglaubliche Soli auf einem kleinen Preset-Synthesizer von ARP. Weil der ARP Pro Soloist seinerzeit für mich zu teuer war, kaufte ich stattdessen einen Yamaha CS-15D – der hatte auch Presets, aber leider keinen Aftertouch. Für den charismatischen Sänger Peter Gabriel war „The Lamb“ sein Schwanengesang bei Genesis. Seine Soloalben finde ich durchweg inspirierend. Und Genesis sollten mit ihrem alten Schlagzeuger und neuem Frontmann Phil Collins bald Arenen füllen. Die Magie von „The Lamb“ freilich haben sie in meinen Augen später nicht mehr erreicht.

David Bowie – Heroes (1977)

Einmal ein Held sein …

My 10 Favorites - Costell

My 10 Favorites: David Bowie – Heroes

David Bowie ist ein weiterer Fixstern in meinem musikalischen Kosmos. Ich könnte mich heute noch schwarzärgern, dass ich ein Angebot, seine „Station to station“-Tour in der Deutschlandhalle zu besuchen, ausgeschlagen habe. Damals war ich für ihn halt noch nicht reif. Noch zu sehr bei Jethro Tull, Genesis und Pink Floyd. Aber als das Bowie-Virus mich erwischt hatte, war es um mich geschehen. Er wurde fast zu so etwas wie einem alter ego für mich. Ich trug auf der Bühne eine rote Jacke wie beim Auftritt des Meisters im Christiane F.-Film und posierte später in hellen Leinenanzügen mit geöffneter Fliege wie zu besten Let’s Dance-Zeiten. Klar, dass ich hier das klassische Berlin-Album gewählt habe mit dem oft zur Berlin-Hymne stilisierten Song „Heroes“ (wobei es doch eigentlich um ein altes Säuferpaar geht). Ich habe auch die Tour durch die Hansa-Studios gemacht , wo damals neben den rockigen Songs des Albums wie „Joe the Lion“ und „The Beauty and the Beast“ mit Enos Hilfe auch die atmosphärischen Stücke wie „Sense of Doubt“ oder „Neuköln“ (das Bowie nur mit einem „l“ geschrieben hat)  entstanden sind.  Ich wohne heute in Schöneberg und so weit ist es gar nicht zu Bowies ehemaliger Wohnung in der Hauptstraße, von der aus er gemeinsam mit Iggy Pop zu seinen Streifzügen durch das nächtliche Berlin gestartet ist. Ich war oft in der Szenedisko „Dschungel“ in der Nürnberger Straße, aber Bowie habe ich da leider nie gesehen.   

Ultravox – Vienna (1980)

A bisserl Dekadenz muss sein

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: Ultravox: Vienna

Nach den Prog-Rock-Klassikern der 70er-Jahre war New Romantic mein nächstes großes Ding. Den asymmetrischen Popperhaarschnitt hatte ich mit 20 ohnehin. Man stand mit blasiertem Gesicht auf der von Trockeneisschwaden eingenebelten Tanzfläche und bewegte sich sparsam zu „Vienna“ von Ultravox oder „Fade to grey“ von Visage. Ich hätte tatsächlich an dieser Stelle auch ein Album von Visage, Japan oder The Human League nennen können. Aber Ultravox hatten es mir besonders angetan. Ich mochte auch schon ihre frühen Sachen – noch mit John Foxx, dessen erstes Soloalbum „Metamatic“ ich hier auch noch unterschummeln muss. Der Erfolg freilich stellte sich erst mit dem zweiten Sänger Midge Ure und dem „Album „Vienna“ ein. Auf späteren Alben verschob sich mit Songs wie „Dancing with tears in my eyes“ und „Hymn“ die Abzisse im musikalischen Koordinatensystem Richtung Edelkitsch. Aber „Vienna“ war auf den Punkt. Das großartige gleichnamige Titelstück mit dem CR-78-Intro, „Astradyne“, „All stood still“ – lauter Perlen. Billy Currie ist ein Meister am ARP Odyssey und an der Violine. Bei ihrem Konzert im Theater des Westens wirkten die Jungs von Ultravox damals schwer konzentriert. Kein Wunder – in der Prä-MIDI-Zeit Synthesizer, Drum-Maschinen und Sequencer zu synchronisieren, war ein ständiger Tanz auf dem Hochseil.   

Spliff – 85555 (1982)

“Gitarrenriff klingt leicht nach Spliff” 

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: Spliff – 85555

Die Unterzeile „Gitarrenriff klingt leicht nach Spliff“ stammt aus dem Song „Rockstar“, in dem unsere damalige Band das Rockstar- und Jetset-Leben, von dem wir als Studenten und Azubis ja allenfalls träumen konnten, ironisch aufs Korn nahm. Als großes Vorbild diente uns damals die wirklich einmalige „Spliff Radio Show“. Das Konzert in der Berliner Waldbühne mit dem „alten Ami“ Rick De Lisle als Special Guest ist mir noch in allerbester Erinnerung. Ich habe hier aber bewusst das einfach nach der Plattennummer „85555“ getaufte zweite Spliff-Album gewählt. Wegen der deutschen Texte! Die 80er waren die Zeit der Neuen Deutschen Welle. Und auch wenn die Spliff-Musiker sich gegen das NDW-Etikett gewehrt haben: Es wurde deutsch gesungen. Zuvor hatten schon Kraftwerk und Nina Hagen dazu beigetragen, die damals weitverbreitete Poesiealbum-Lyrik des Deutschrocks zu entschlacken. Und die Jungs der ehemaligen Nina Hagen-Band schaffen den spielerischen Umgang mit der deutschen Sprache in Songs wie „Déjà vu“ und „Heut‘ Nacht“ ziemlich gut: Der geniale „Carbonara“-Text mit seinem Speisekarten-Italienisch  ging damals in die Alltagssprache ein: „Asti Spumante wird es nicht g’rade sein. Aber dafür gibt’s schon wieder mal Spaghetti Carbonara“. In vielen Songs ist aber auch die Endzeitstimmung in der Mauerstadt zu spüren, die ich als Berliner damals nur zu gut nachempfinden konnte. Einem Spliff-Mitglied war ich immer besonders zugetan: Reinhold Heil ist unter den deutschen Tastendrückern mein Hero. Ein unglaublich vielseitiger Keyboarder, der übrigens auch die ersten drei Nena-Alben produziert hat. Später ist er als Filmmusikproduzent („Das Parfüm“) in die USA gegangen.  

Klezgojim – ..Nisch ka Konzert..“ (1995)

Immer neugierig bleiben!

My 10 Favorites - Costello

My 10 Favorites: Klezgojim – Nisch ka Konzert

„New Gold Dream“ von den Simple Minds, „Remain in Light“ von den Talking Heads oder ein Album von Roxy Music, Pink Floyd, Depeche Mode oder fast alles von REM – die Anwärterliste für den letzten Platz von „My 10 Favorites“ ist lang. Ich habe mich aber anders entschieden. Für ein Album, an dem mein Schulfreund seit der 1. Klasse und langjähriger Bandkollege Stefan mitgewirkt hat. In seiner Zeit in Bremen hat er die Rockgitarre aus der Hand gelegt und bei der Klezmer-Band „Klezgojim“ (heute „Klezgoyim“) das Banjo gezupft. Der Name ist zusammengesetzt aus „Klezmer“ und „Gojim“, was das jüdische Wort für „Nichtjude“ ist. Die Band hat über den norddeutschen Raum hinaus einen sehr guten Ruf in der Klezmer-Szene.  Ich kannte natürlich Giora Feidman, hatte mich aber nie intensiver mit dieser wunderbaren Musik auseinandergesetzt. Die zum Tanzen gedacht ist, aber auch zum „einfach nur Zuhören“ gut geeignet ist. Obwohl es u. a. eine sehr sauber produzierte Klezgojim-CD in Zusammenarbeit mit Radio Bremen gibt, habe ich mich für eine Live-Aufnahme aus dem Jahr 1995 entschieden. Noch mit Christian Dawid an der Klarinette: Er erlangte internationale Bekanntheit durch seine Zusammenarbeit u. a. mit Brave Old World, Budowitz oder Frank London von „The Klezmatics“.

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Fazit

Das ist sie also – meine Liste! Gehe ich sie noch mal durch, fallen mir vor allem die eklatanten Auslassungen auf – all die wunderbaren Alben, die ich nicht berücksichtigen konnte. Meine 15-jährigen Söhne wiederum verstehen nicht, wo das Problem liegt: Die Spotify-Playliste ist bei ihnen längst an die Stelle des klassischen Musikalbums getreten. Insofern mag das Erstellen solcher Listen vor allem eine nostalgische Reminiszenz darstellen – an eine Zeit, als 35 Minuten Musik in die Rillen einer Vinylscheibe gepresst, ein Leben verändern konnten. Ein Hinweis noch zu den YouTube-Links. Von Spliffs „Carbonara“ gibt es fantastische „echte“ Live-Videos mit Reinhold Heil am Jupiter-8. Ebenso gibt es eine Live-Version von ELP und „Take a Pebble“. Und ihr findet auch Friedrich Gulda als Interpreten des Mozart-Klavierkonzertes. Leider machen alle drei Videos keine Angaben zur Lizenzierung. Deshalb habe ich mich bei Mozart für Pollini entschieden (den ich auch sehr mag), bei Spliff für ein etwas albernes TV-Video und bei ELP für die Plattenversion. Ein bisschen suchen, dann findet ihr schnell die interessanteren Alternativen ;)

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Forum
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    Filterspiel  AHU

    Danke Dir für den Einblick in Deine musikalische Seele! Eins ist mal klar: falls wir uns mal begegnen, wird es an Musik nicht fehlen, die Hälfte der Alben steht bei mir auch so im Regal und die andere wird mir höchstwahrscheinlich auch gefallen.

    • Profilbild
      costello  RED

      Hi Filterspiel, ich finde, dass gehört zu den wirklich schönen Dingen im Leben: In netter Runde zusammensitzen, gute Musik zu hören und sich auszutauschen, was man mit dieser Musik verbindet :)
      Bei dieser Gelegenheit Dir und allen Amazona-Lesern ein frohes Osterfest!

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    Tyrell  RED 111

    Eine wunderbare Lektüre mit tollen Empfehlungen. Ich denke, da muß ich mal meinen musikalischen Horizont ein wenig erweitern. Danke dafür Costello!!!!

  3. Profilbild
    gaffer  RED

    Und kein Elvis Costello? This Years Model hat mich geflasht, einige der späteren auch. Dafür gefällt mir Heroes, 85555, Beggars Banquet und Vienna. Aber am besten fand ich Friedrich Fulda ;)

    • Profilbild
      costello  RED

      Moin Gaffer, Elvis Costello mag ich auch sehr. Nicht nur „This Years Model“, auch „Armed Forces“, „Get happy“, „Imperial Bedroom“ und „Blood and Chocolate“. In diese Liste, die ja vor allem ihre Unvollständigkeit auszeichnet, hätte er es allerdings nicht geschafft. Mein Pseudonym kommt auch nicht von Elvis Costello, sondern einem gewissen Conte Costello, Verfasser eines Buchs über Messalina, die skandalumwitterte dritte Frau von Kaiser Nero :) Friedrich Gulda, den die doofe Rechtschreibkorrektur auch eben wieder in die Stadt in Hessen bzw. den gleichnamigen Fluss umtaufen wollte, habe ich leider nie live mit Mozart gehört. Wohl aber bei einem seiner Jazz- und Improvisationsabende mit Ursula Anders.

  4. Profilbild
    a.jungkunst  AHU

    Guten Morgen costello,
    du bist ja ein ähnlicher Quer durch den Garten-Hörer wie ich und auch mir würde es schwerfallen, 10 Alben vor viele andere zu stellen. Ich habe den Artikel gern gelesen und möchte dir nur ein vor einigen Tagen unter dem Radar erschienenes Album empfehlen, das schon 1981 von den ehemaligen Jethro Tull-Keyboardern Palmer und Evans sowie Dave Bistrow (ja, der DX7-Bristow) eingespielt wurde und weil es irgendwie zu dir passen könnte. Vielleicht interessiert es dich:
    https://justforkicks.de/shop/progressive/10077/in-alia-musica-spero?number=32716
    Hier gibt es noch eine Hörprobe:
    https://www.youtube.com/watch?v=bdwyfwzki7E
    Frohe Ostern!

    • Profilbild
      costello  RED

      Hallo Axel, ich war mir nie so ganz sicher, ob dieses Quer-durch-den Garten-Hören eher ein Zeichen von Aufgeschlossenheit oder von Unentschiedenheit ist ;) Aber es gibt einfach zu viel gute Musik und es wäre schade, sie zu ignorieren. Vielen Dank für den Link, habe gleich mal reingehört und bei 2:20 schließt sich für mich der Kreis. Das 2. Präludium , c-Moll aus dem Wohltemperierten Klavier (auch die „Nähmaschine“ genannt) hatte mein Bruder auf dem Murphy Blend-Album auch schon gespielt „Präludium – Use your Feet“ https://bit.ly/2PxUFUr John Evan fand ich schon zu Zeiten von „Living in the Past“ toll, wenn er live mal eben ein paar Takte aus der Pathétique einstreute. Dir auch Frohe Ostern!

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        a.jungkunst  AHU

        Aufgeschlossenheit, auf jeden Fall! Das Murphy Blend-Album steht hier schon seit jahren als CD im Schrank, ich muss es mir heute oder morgen wieder einmal anhören, gerade jetzt, da ich um die Verwandschaft besser Bescheid weiß :-) Danke für den Tipp Mozart/Gulda, die habe ich mir daraufhin bestellt.

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          costello  RED

          Wow, da hast Du aber eine sehr gut sortierte CD-Sammlung :) Gulda mit Mozart ist super, weil er ihn kernig spielt und nicht verzärtelt, aber auch nicht so wie Gould, der Mozart buchstäblich die Verzierungen abbricht, was auch nicht passt. Auch Guldas Integraleinspielung aller Beethovensonaten ist großartig.

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    TobyB  RED

    Tolle Liste! Ich find ja die Album Verweise im Subtext für mich genauso anziehend und hörenswert, Metamatic, New Gold Dream sind schon Klassiker und in der Art der Produktion wegweisend. Wobei Mozart und Spliff auf einer Liste… Da fliegt mir doch das Blech weg. Meine Liste würde nun total anders aussehen, von Rage Against The Maschine bis SOS Band. Dazwischen viel Trevor Horn und Paradise Lost.

    • Profilbild
      costello  RED

      Hi Toby, da möchte ich drauf wetten, dass Deine Liste komplett anders aussehen würde. Und ich hoffe doch sehr stark, dass wir die hier auch bald zu sehen bekommen :)

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        TobyB  RED

        Da gibts schon Überschneidungen. Nur bei gefühlten 3000 Vinyl muss man halt auswählen. Und da nimmt man dann die prägenden. Es wird auch Jazz und Country dabei sein. Vorgestern hatte ich z.B. Dollar The Dollar Album auf dem Teller. Ich würde dieses als finest Trevor Horn Produktion vor FGTH Welcome to the Pleasure Dome auf die Liste nehmen. Weil auf diesem Album alle Ideen späterer Produktionen entwickelt werden.

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          costello  RED

          Produktionstechnisch ganz großes Kino. Aber der Kitschfaktor bei „Give me back my heart“ ist schon nicht ohne.

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            TobyB  RED

            Der Pathos kam erst später nach dem Plastic Age. Dafür dann aber umso heftiger. Der Bruch ist ungefähr so krass, wie Hereos im Vergleich zu Lets Dance. Oder Genesis, The Lamb… Invicible Touch.

  6. Profilbild
    0gravity  

    Hallo Costello, ich bewundere ja, dass Du es überhaupt geschafft hast Dich für eine Top 10 Liste zu entscheiden. Bei mir sähe die jeden Tag anders aus. Top 100 könnte vielleicht klappen.

    Auf alle Fälle vielen Dank für die sehr interessanten Empfehlungen und die Geschichten dahinter.

    Einiges kommt mir sehr vertraut vor. Die Liebe zur klassischen Musik und zum Jazz die man aus dem Elternhaus mitgenommen hat. Bei Mozart gefallen mir natürlich auch die Klavierkonzerte, allerdings würden einige seiner Klaviersonaten, Symphonien und das Klarinettenkonzert bei mir weiter oben auf der Liste stehen. „Back to Back“ lief im Elternhaus auch öfters und die erste ELP halte ich auch für die Beste, vielleicht zusammen mit der „Trilogy“. „Selling England…“ gefällt mir noch etwas besser als „The Lamb Lies Down…“. Spliff stellten mal den Soundtrack eines tollen Sommers in den 80ern. Deine Einordnung der „Vienna“ entspricht genau meiner Sicht auf Ultravox. Dafür kann ich mit den Stones größtenteils nichts anfangen und an Bowie taste ich mich seit Jahren heran, ohne dass der große Funke übergesprungen wäre.

    Und ich war bei einem Berlin Besuch Anfang der 80er sogar mal im „Dschungel“ :-)

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      costello  RED

      Hallo 0gravity, da gibt es schon ordentliche musikalische Schnittmengen zwischen uns :) Selling England by the Pound ist in sich auf alle Fälle geschlossener, The Lamb enthält auf dem 2. Album schon auch einige Füller. Vielleicht, weil ich es auch live gesehen habe, hat das Lamm für mich so einen Ausnahmestatus. Trilogy finde ich auch sehr gut, den Brain Salad fand ich dagegen etwas zu kühl, aber ein geniales Cover. Bei Mozart könnte man so vieles nennen, das ist ein Kosmos für sich, die Linien sind oft wie Gesang. Wunderbar!

  7. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Echt toll.wüsste für mich so gar nicht so eine Liste anzufertigen.denn ein jeder hört,sieht anders.danke hab einiges erfahren und werde mich mal drauf einlassen. super Beitrag und super Idee Mal in die gehörte Welt der hier ansässigen Moderatoren reinzuhören.vd.

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      costello  RED

      Hi wintegralle, ich freue mich sehr, wenn da was Interessantes für Dich dabei sein sollte. Ist natürlich alles „alter Kram“, weil die Sachen, die man mit 20 hört besonderen Eindruck hinterlassen. Ich habe aber auch Kleie Probleme, wenn meine Jungs volle Kanne ihren Rap aufdrehen. Manches, wie zum Beispiel Polo G finde ich richtig klasse. Lediglich ein Großteil der Techno-Musik ist relativ spurlos an mir vorübergegangen.

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        AMAZONA Archiv

        OK hab mir jetzt mal nichts wissend der die das Polo G reingezogen.ok kann es auch noch ne andere Tonlage sprechen..gut das mein english Bad ist…lach..und soviel Klicks..hmm..scheint wirklich ich bin zu alt für den Scheiss…OK Beats ok mehr ist da nicht…beasty Boys oder nwa, two live Crew usw auch MC hammer.lass ich gelten ..aber das ist ja Weichspülung hoch zehn… Jetzt denke ich zu wissen warum auch Roland seine Instrumente so konstruiert wie sie jetzt sind auf dem Markt…hmm..soll ich nun in den Sprachgesang gehen?..müsste ich Falco anrufen..danke dir muss ich mich erst reingrooven in den Sound, war ja auch mal jung..bfiertigodt..aber unter uns die haben den voicalizer genau so eingestellt das man im ihn hängen bleiben kann…rein gedanklich wie sachlich und das durch die Bank.lg

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          costello  RED

          Ja klar gibt’s da Vorläufer: Beasty Boys, MC Hammer, Ice-T, Public Enemy und Boogie Down Productions. Aber dieses „We pop out at your party, I’m with the gang“ das hat was, das verstehe ich, dass man darauf abfahren kann, wenn man heute 15, 16 ist. Ich finde auch die Stimme von Polo G ganz angenehm und die Beats sind clever produziert. Mit den Intros geben die sich heute auch viel Mühe, da sind ganz atmosphärische Sachen dabei. War auch nur ein Beispiel :)

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Also da hier vieles nicht durchgeht
    Hab nur 3 Titel
    1. Head east – If you knew me better
    2. Danzig – Mother
    Den Rest ist thw best…
    Danke an alle musikalischen zensieren
    Ja p i know

  9. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ach ja Billy Idol auch noch, euryhmics auch viel Jupiter 8 Sound,tainted Love..usw..aber eig. Hör ich nur selbst..LG t

    • Profilbild
      costello  RED

      Schön, dass Du die Eurythmics erwähnst. Die finde ich auch ganz toll. Und Tainted Love – da müssen wir kein Wort drüber verlieren. Super!

  10. Profilbild
    Findus  

    Hoi Costello, schöner Bericht. Bei mir sind nach The Nice/ELP Miles Davis mit „Live Evil“ (Jarrett, Corea, Zawinul) gefolgt – ich war damals 14 und wusste in meiner Entzückung nicht mehr, wo mir die Ohren standen – und danach Herbie Hancock mit „Sextant“. Beste Grüsse

    • Profilbild
      costello  RED

      Danke Findus :) Miles Davis mag ich auch sehr gerne, gebe aber zu, dass Jazzrock und Fusion für mich immer etwas im Schatten vom ProgRock standen. Die Hammond-Orgel gehörte ja meinem Bruder, meistens stand sie im Übungsraum, da kam ich ohnehin nicht ran. Die Liebe zum Wurlitzer haben wir gemeinsam. Das 200 A war nach der Crumar-Orgel mein zweites Instrument. Ein großartiges E-Piano – leider habe ich es vor Jahren verkauft, was ich wirklich bedaure. Auf meinem Nord gibt es einen Wurlitzer-Sound, der sich sehr dynamisch spielen lässt. Aber ein bisschen fehlt den Samples immer Körper und Seele eines Instruments.

  11. Profilbild
    Findus  

    …um die Hammond in Kindesjahren beneide ich Dich! Ich hatte es dann irgendmal wann zu einem Wurlitzer EP geschafft…

  12. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ich habe zwar auch ‚Heroes‘, aber ‚Low‘ gefällt mir wesentlich besser. In meiner Top-10-Liste wären Tangerine Dream’s ‚Rubycon‘, Gong’s ‚Radio Gnome Invisible Trilogy‘, Steve Hillage mit ‚Fish Rising‘, Brian Eno’s ‚Music for Films‘, Camel’s ‚Nude‘, Steven Wilson’s ‚Grace of Drowning‘, Echolyn’s ‚Suffocating The Bloom‘ und Dredg’s ‚The Pariah, The Parrot, The Delusion‘ zu nennen, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge…

    • Profilbild
      costello  RED

      Das ist das schöne an den „Favorites“, dass wohl keine zwei Musikliebhaber die gleiche Liste erstellen würden. Deine finde ich besonders individuell, wobei ich die Ambient-Arbeiten von Eno sehr mag. (Deshalb habe ich Eno bei „Heroes“ auch extra mit erwähnt :) Und Steve Hillages erstes Soloalbum ist schon auch eine sehr feine Sache.

  13. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Das ich das noch erleben darf: Dass mal mein persönliches prägendes Lieblingsalbum 85555 auf irgend einer Liste auftaucht. 🤩🤩🤩

    Musikalisch erinnert bei mir zwar nix an Spliff, aber … die Zeit, die Zeit!!! Die Pubertät, das erste (natürlich unglückliche) Verliebtsein … und dann dieses Album: Coole Texte, coole Typen – mein Held damals Herwig Mitteregger, wegen dem ich mich mal eine Schrecksekunde lang für’s Schlagzeug-Spielen interessiert habe – obercoole Stimmung. Whow! Eine Zeit lang habe ich in der Schule nur weiße Hemden mit aufgekrämpelten Ärmeln getragen, weil die vier auf der Rückseite des Albums das dort zeigen.

    Musikalisch finde ich die beiden Folgealben zwar ergiebiger – mein All-Time-Favourite: Glaspalast – aber hier ist das alles noch neu, noch roh, durchaus experimentell und wild und ungebändigt. So muss deutsche Musik sein.

    Dass die Spliffer – alleine schon der Name: »Spliff« – nix mit der Neuen Deutschen Welle zu tun haben wollen, merkt man selber auch an deren Professionalität. Aber, das sollte man nicht vergessen, Spliff hat natürlich massiv von der NDW profitiert.

    Leider konnten mich die Solo-Alben vom Herrn Mitteregger nicht mehr überzeugen. Kein Mut, kein Mädchen (auch hier ist schon der Titel einfach nur obergeil) war noch geil … aber danach … irgend etwas hat ihn leider verlassen.

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