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Praxistest: Yamaha Genos, Digital Music Workstation

Display und Menüs

Yamaha hat hier ein 9 Zoll !!! großes TFT Color Wide VGA LC-Display spendiert mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixel.

Und dieses Display ist jetzt quasi die Schaltzentrale für alle möglichen Funktionen, auf die ich gleich der Reihe nach teilweise eingehen werde.

Zunächst erst mal: Wie reagiert das Display auf Touch.

Nun ja prinzipiell reagiert es eigentlich sehr gut und recht empfindlich, fast schon wie ein kapazitives Display an einem Smartphone, wo man in dem Falle am Genos so gut wie keinen Druck ausüben muss. Trotzdem aber gibt’s bei mir immer mal ab und an, dass es erst beim 2. Mal reagiert. Das dürfte aber irgendwie an meinen Fingerchen liegen denn, verwende ich einen Eingabestift, dann habe ich damit absolut keine Probleme. Vielleicht habe ich zu viel Hornhaut am Finger oder was weiß ich auch immer.

Wie man im Bild erkennt, sind die einzelnen Schaltflächen der Homepage für Right1/2/3 und Left auch wirklich sehr groß gestaltet und somit immer zielsicher zu erreichen.

Dazu gesellen sich Song A und B sowie Style und die Multipads, die von hieraus direkt erreichbar sind. Will man also dahingehend eine Änderung vornehmen, dann einfach kurz angetippt und schon ist man in den jeweiligen Menüs, um Sounds, Styles, Songs oder anderes zu ändern.

Ganz unten zu sehen die Buttons für Channel, Mixer etc.

Das Besondere hieran ist: Diese Home-Shortcuts sind nicht fest eingestellt, sondern können nach Belieben mit anderen Funktionen belegt werden und zwar im Menü Assignable. Darauf gehe ich mal weiter unten ein, wenn ich zu den einzelnen Menüs etwas schreibe.

Rechts vom Display befinden sich die 6 weißen Buttons (weiß hintergrundbeleuchtet, sogenannte Gateway Buttons) und über diese erreicht man die wichtigsten Keyboard-Funktionen.

Taste Home

Damit kehrt man sofort wieder zur normalen Homepage zurück.

Taste Menü

Unschwer zu erkennen, hier verbergen sich fast alle Einstellungen vom Genos und da gehe ich jetzt mal der Reihe nach auf einige Menüs daraus ein.

Menü1 stellt sich dann so dar und ich gehe jetzt mal auf nur einige wesentliche der Menüs ein, da viele davon sicher für jeden eh auch so nachvollziehbar sein dürften.

Mixer

Unschwer zu erkennen, hier wird vieles eingestellt in Sachen Styles, Sounds. Sequencer etc.

Hier könnt ihr andere Sounds den Parts zuweisen, andere Styles auswählen, Effekte und Part EQs ändern und vieles andere mehr.

Hier ist auch der Master-EQ und Compressor für den Gesamtsounds des Genos zu finden.

Und da gibt’s wie gehabt entweder fertige Presets oder aber ihr macht eure eigenen Einstellungen und speichert diese dann als USR.

Für den Compressor gibt es bis zu 5 USR und für den Master-8-Band-EQ bis zu 2 USR.

Micro Setting

Klarer Fall, hier alles zu finden, um eurem angeschlossenem Mikro den richtigen Sound etc. zu verpassen. Auch hier gibt’s natürlich wieder die Möglichkeit, eure eigenen Einstellungen als USR zu speichern. Der Pegel des angeschlossenem Mikro wird dann rechts neben dem Fader angezeigt

Vocal Harmony

Und da sind wir auch schon beim internen Vocalist, der jedem die Möglichkeit gibt, auch mehrstimmig zu singen oder aber mit dem internen Vocoder seine Stimme komplett zu verändern und mit selber gespielten Noten zu beeinflussen. Auch hier gibt’s wieder jede Menge an fertigen Presets oder aber ihr programmiert euch selber einen Chor und könnt dann diesen als USR abspeichern.

Kbd Harmony/Arp

Hier zu finden ist alles in Sachen Harmony (also das mehrstimmige Spiel auf der Tastatur mit nur einem Finger) und auch alles in Sachen Arpeggiator.

Zu finden sind auch hier wieder viele Presets und diverse Einstellmöglichkeiten, um mehrstimmig auf der Tastatur mit nur einem Finger zu begleiten. Es erwarten euch auch hier wieder jede Menge interessante Presets, mit denen ihr beim Publikum Eindruck ob eures genialen Spielens schinden könnt.

Und hier auch zu finden – der Arpeggiator. Mit dabei sind insgesamt 216 Presets, mit denen ihr auch mal z. B. Gitarren-Strummings spielen könnt uvam. Und es gibt auch einige extra Arpeggien, speziell um damit auch Mega-Voices zu spielen.

Split & Fingering

Natürlich will man ab und an die Tastatur bzw. die Bereiche über die man Right1/2/3 & Left bzw. den Bereich der zuständig ist, für die Style-Begleitung auch nach eigenem Ermessen einstellen. Zu finden ist diese Funktion dann unter „Split & Fingering“.

Registration Sequence

Für jeden Musiker, der mir mehreren Registrationen arbeitet, ganz wichtig: Wenn er den Ablauf innerhalb eines Songs mit verschiedenen Registrationen am Key realisiert und dies dann per Pedal abrufen bzw. weiterschalten will, dafür gibt’s das Menü “ Registration Sequence“.

Bis zu 10 Einstellungen kann man hier in einer beliebigen Reihenfolge programmieren und dann während des Spielens z. B. mit einem angeschlossenem Pedal weiterschalten und hat somit immer die Hände frei.

Live Control

Dieses Menü ist sicher für die meisten Musiker sehr wichtig, denn hier kann man für die neu am Genos hinzugekommene Live-Controller, also die 6 Knobs und 9 Fader, seine eigenen Parameter zuweisen, die dann von den jeweiligen Controllern gesteuert werden sollen.

Für die Knobs gibt es dafür 3 verschiedene Pages, die links davon mit dem Knob-Assign-Taster umgeschaltet werden können. Für die Fader sind insgesamt 2 Pages vorgesehen und zwischen diesen Pages kann man mit dem „Slider Assign“ Taster umschalten.

Das bedeutet letztendlich, dass man mit den Knobs bis zu insgesamt 18 verschiedene Parameter und für die Slider ebenfalls bis zu 18 verschiedene Parameter im direkten Zugriff haben kann, um damit dann in Echtzeit an den zugewiesenen Parametern zu schrauben.

Und das dürfte sicher all diejenigen freuen, die sich auch mal als DJ versuchen wollen. Probiert da unter anderem mal den Parameter „StyRtrg“ (Style Retrigger) bei laufendem Style aus, voreingestellt unter der Page3 Knob 3.

Aber auch so finde ich das eine hervorragende Erweiterung am Genos gegenüber den früheren Tyrössern. Man hat sozusagen dies vom Montage hier am Genos übernommen. Die Slider sind dann z. B. natürlich auch für Zugriegel-Orgeln einsetzbar.

Und hier kann man auch quasi „on the fly“ mal an einem Sound in gewissen Parametern schrauben und wenn der gefällt, diesen dann sofort als USR-Voice speichern.

Und damit ihr dann die aktuell eingestellten Werte auch sehen könnt, gibt’s halt dafür nun das zusätzliche OLED-Display

Allerdings muss ich sagen, so wie es derzeit ist, geht gar nicht, weil:

Die Knobs und Fader holen den aktuellen Wert nicht ab, sondern machen unter Umständen beim Benutzen riesige Sprünge.
Angenommen die Style-Lautstärke steht im Display auf 100. Jetzt will ich den Style etwas lauter machen, wobei der Fader ganz unten steht. Bewege ich den jetzt etwas, um die Lautstärke aufzuziehen, dann macht der Wert erst mal einen riesigen Satz gegen Null und dann geht’s Richtung 100. Das is absolut unmöglich so. Und bei den Knobs ist es genau so.
Ich war es unter anderem von meinem Motif XF bisher so gewohnt, dass der Wert immer erst abgeholt wird, bevor sich was ändert und genau so sollte es eigentlich beim Genos sein. Ich hoffe, dass dies Yamaha im Forum, wo ich es eben gepostet habe, mitbekommt und das in einem der nächsten Updates ändert.

Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Wow, das war ausführlich. Bei Keyboards wie dem Genos verschwimmen die Grenzen zur Workstation immer mehr; von „Tischhupen“ kann man hier wirklich nicht mehr sprechen. Es gibt auch viel kreativen Raum bei Styles und Sounds, nur einen Init.Sound wird man nicht finden. Das Teil ist sicher nicht nur für Tanz-Mucker geeignet…

    • Profilbild
      Musiker Lanze  RED

      stimmt…die Grenzen verschwinden immer mehr. Auch in Sachen moderne Sounds is der Genos gut bestückt bzw. kann man auch von easysounds nach kaufen. Dahingehend hat der Peter Krischker, den ich gut kenne, vor nicht all zu langer Zeit ein absolute gutes Sound Set für den Genos auf den Markt gebracht und das is sofort bei mir auf Platz 1 gelandet.

      Wer da mal lauschen will..hier die Demo dazu https://youtu.be/1glj6CMZZZo

      Die Knobs sind hervorragend geeignet um in Echtzeit an Parametern zu schrauben, was bisher meistens Workstations vorbehalten war. Ich bin immer wieder mehr als angetan von dem Genos und mag den nicht mehr her geben.

      Naja…Yamaha will ja unter anderem auch gerade mit dem Genos neue Zielgruppen erreichen und ich vermute mal, das könnt klappen.
      Auf jeden Fall is der Genos ein hervorragendes Key für den, der auch damit arbeiten will und der den nicht nur mit 08/15 Midifiles füttert. Dafür isser echt zu schade.

    • Profilbild
      Ted Raven  

      Tja, für Manche ist eben alles Elektro, was mit modernen Instrumenten gespielt wird und nicht Schlager ist.

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