Roland TR-6S, TR-06 & TR-606 – Drum-Machines

1. Oktober 2020

TR-606 in 3-facher Wiederbelebung

Ohne jegliche Vorwarnung präsentiert Roland gleich drei Drumcomputer, die sich um die alte TR-606 Drumatix drehen: die TR-6S, eine kleine Ausgabe der TR-8S, die TR-06, eine Drum-Machine im Stil der Boutique-Serie und den TR-606 Software Rhythm Composer .

roland tr-6s drum machine

Die TR-6S ist eine kompakte Version der TR-8S, so wie sich MC-707 und MC-101 zueinander verhalten. Sie verfügt nur über sechs Spuren, kann aber die gleichen Sounds wie die große Schwester erzeugen, also mit ACB-Technologie generierte Drums à la TR-808, TR-909, TR-606, TR-707 und weitere. Außerdem gibt es einen großen Pool an Sample-Sounds und es lassen sich eigene Samples via SD-Card importieren. Die mit dem jüngsten TR-8S-Update eingeführte FM-Soundengine ist hier gleich enthalten.
Der Step-Sequencer speichert 128 Patterns und kann neben der normalen Programmierung auch mit Funktionen wie Sub-Steps, Flams, Step-Loops, Motion-Recording und mehr aufwarten.
Ausgangsseitig sind nur ein Stereopaar und Phones-Buchse vorhanden. Die TR-6S kann mit Batterien oder USB-Bus-Power betrieben werden und ist auch als USB-Audio/MIDI-Interface einsetzbar.

Die Roland TR-06 ist eine Nachbildung der alten TR-606 und entspricht damit der TR-08. Sie ist optisch an die Drumatix stark angelehnt, arbeitet intern aber mit der ACB-Techologie und besitzt auch einige zusätzliche Features. Das Drumkit entspricht dem Original, wobei für Kick, Snare, Toms und Cymbal Klangvarianten vorhanden sind.
Der Sequencer hat 128 Patterns und verfügt über Funktionen wie Flam, Sub Step, Step Loop, Intro/Fill-in und Probability.
Die Sounds können mit Compressor, einem Effekt mit Algorithmen wie Pan-Delay, Tape-Echo, Reverb, Flanger, Filter sowie einem Overdrive mit Saturator, Bit-Crusher oder Distortion bearbeitet werden.
Die TR-06 hat Trigger-Ausgänge der Spuren von Toms, Kick, Snare und Accent sowie einen Trigger-Eingang und natürlich MIDI-I/O und USB.

roland tr-06 drumatix

Das 6er-Trio wird durch den TR-606 Software Rhythm Composer komplettiert. Nach den Emulationen der TR-808 und TR-909 war es durchaus zu erwarten, dass auch die Drumatix in die Roland Cloud folgen wird.
Auch die Software-Version (VST3, AU, AAX) geht über das Original hinaus. So ist zum Beispiel die Editierung der Sounds mit Tune, Decay und Snappy in einem gesonderten Panel möglich und für den Sequencer kann eine mehrspurige Darstellung aufgeklappt werden. Außerdem bietet jedes Pattern acht Variationen für sich entwickelnde Sequenzen und die Pattern können in die TR-8S exportiert werden.

roland tr-606 software rhythm composer

Die Roland TR-06 soll noch im Oktober erhältlich sein und kostet 389,- Euro. Die TR-6S soll im November folgen, der Preis wird auch in diesem Bereich liegen.

Forum
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    acid basztard

    zugegeben, ich hab mit nichts aufregendem gerechnet. tägliches durchscrollen meiner geliebten amazona seite bedeutet (für mich) meistens kultivierte unaufgeregtheit. neuer blaswandler, metallica black album, mikrofonvorverstärker, vocal plug ins… gähn…nochmal kurz zu spiegel online..hm..hm…. danke fürs gespräch. weitermachen. tagewerk. eben allerdings hat es mich aus der tägliche online routine aufgeschreckt. 3 neue 606 von roland? soweit so seltsam überraschend. aber was zum henker hat sich roland mit der tr-06 geleistet? ein plagiat von absoluter unverschämtheit. ich frage, wie ist dieser konzern an meine geheime liste “ konzept (m)eines perfekten drumcomputer“ gelangt. über die mysteriöse roland cloud (die ich nicht besitze) kommt mir in den sinn, evtl was mit überwachungsalgorythmen oder gar G5? jedenfalls haben sie sich schamlos meiner ideensammlung bedient und diese 1:1, also ziemlich cool umgesetzt. sogar meine programmpunkte „mega easy to use“, „ultrageile hihats“, „peformance seq.“ individ. FX inkl.comp.“ haben sie entziffert. also endlich, roland, super teil. this 606 made my day.

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    chain25  

    Das schreit ja förmlich nach einem Vergleichstest à la TR606 vs. TR06 vs. RD6 und ggf. weiterer 6er von Cyclone z.B.
    Was für Luxuszeiten!

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    wedok  

    389 € für TR-06 vs 159 € für TD-6.
    Was kauf ich denn nu?
    *denk*
    *grübel*
    … „Ne digitale CPU besteht doch auch aus Transistoren, oder?“
    *hirnqualmt*
    … „Und mehr Geld sieht aufm Ladentisch auch cooler aus, als weniger.“


    *Bling* *Glühbirne überm Kopf*

    Ja! … … Genau so mach ich das. :)

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    lightman  AHU

    Die TR-06 hat einen Haufen Zusatzfunktionen/-Sounds, einen stark erweiterten Sequenzer und klingt zumindest im hier verlinkten Video gut. Ist ja eigentlich nur konsequent, daß Roland nach den ACB-Varianten der 808 und 909 sich jetzt die 606 vornimmt.

    Jau, es gibt jetzt die RD-6 von Behringer (hab ich mir auch gekauft) und eben die TR-06, da ist dann für jeden was dabei, ein analoger Nachbau mit nahezu originaler Bedienung und Sound und eine digitale Variante mit alten und neuen Möglichkeiten.

    Die TR-6s spricht mich von der Größe her an, ich hab hier echt keinen Platz mehr für große Trümmer und mag auch keine Dickschiffe mehr zu Gigs schleppen. Muß man ja auch zum Glück nicht mehr, gibt ja genügend kompakte Geräte. Die werden gerne mal bekrittelt bis verteufelt, aber ich hab so das Gefühl, daß das gerade bezüglich Roland eher ein altgehegter Groll ist, weil die Firma keinen Bock drauf hat, alte Sachen zu klonen.

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      Stephan Merk  RED

      Also geht man mal von der Sammelleidenschaft weg, bspw. Boutiques, scheint die TR-06 ein Versuch zu sein, Lagerbestände irgendwie zu monetarisieren. Wir sind bei ZEN angekommen, da kommt eine TR-06 mit ACB, die außer Effekte nicht wirklich mehr kann, als die TR-08 zum gleichen Preis. Die TR-8S hat die TR-8 konsequent abgelöst, dann kamen MC-707 und MC-101 und jetzt die TR-6S. Die MC-707 liegt unter 900 Euro, die MC-101 unter 500 Euro. Beide sind im Workflow sicher komplexer, aber mit 3.000 Samples. Wieso sollte man sich also heute eines der Geräte anstatt einer MC-101 kaufen (insgesamt 4x 16 Sounds), welche doch eh dieselben Sounds enthält wie beispielsweise auch der JD-Xi? Die TR-08 hatte ich nur aus Liebhaberei mit der zugehörigen Tasche gekauft, gibt es übrigens immer noch. Wirklich brauchen brauche ich sie nicht, finde aber die Retro-Programmierung herausfordernd. Während die ersten Boutiques schnell vergriffen waren, gilt das nicht für TR-08 und TB-03, mal sehen wie lange es die TR-06 gibt. Einzig die Effekte, die hätte ich mir auch in der TR-08 gewünscht, aber da kam man wohl damals noch nicht drauf oder hat sich das bewusst aufgespart.

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        TobyB  RED

        Morsche,

        die Redundanz ist durchaus gewollt und macht schon Sinn. Wenn du die Roland Cloud Lösung mit in die Überlegung einbeziehst. Du gewinnst dadurch Zeit. Weil du im Falle einer TR06, TR6s, TR8s oder TB03, System 8 oder den MCs Pattern und Einstellung fix am Computer machst und dann alles auf die Geräte transferierst und dann live weiter machen kannst. Das fehlt einem JDXi oder TR8 etwas. Was ich aber nicht schlimm finde, Ich setze beide eh immer gezielt ein, beim JDXi nutze ich gern den analogen Teil und die TR8 nehme ich als Handclap oder für Fills etc. Das die FX Sektionen nun sparsam ausgelegt sind, dürfte bei der TR8 eher an der Bauform liegen. Mach mal einen MX1 und eine TR8 auf und guck auf die Platinen. :)

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          Stephan Merk  RED

          Moin mein Lieber, ich fürchte, wir schreiben aneinander vorbei oder ich verstehe was nicht. ;) Cloudlösung, TR-8, TR-8S, Cloud und MCs okay. Aber die Boutique-Modelle (ich meinte die TR-08 mit den Effekten) sind doch dem JD-Xi sehr ähnlich. Okay, Du meinst vielleicht, dass Du ein TR-06-Pattern eher in die TR-8S als in den JD-Xi bekommst, das mag natürlich sein und in dem Fall okay. Aber grundsätzlich sind es doch zwei Technologien, ACB, ZEN und beim JD-XI tippe ich bei den verdammt gleichen Sounds in Teilen zur MC-707 auf nichts, was unterhalb von ACB liegt. Mit der Cloud habe ich mich nie befasst, weil kann ich eh nicht bedienen und ist mir für das Bisschen einfach viel zu teuer. Bei den Boutiques und der MC bleibe ich auch immer schön am Gerät, exklusiv Computer.

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            TobyB  RED

            Hallo Stephan,
            so wie ich Zen von Roland verstehe, will man die Hardware und Software Integration auf die Spitze treiben. Was mit ACB nur bedingt geht. Die Hardware ist da mehr oder minder nur noch das Flugzeug was eine Last fliegt. Ich habe deswegen die Platinen angesprochen, weil dort mehr oder minder die gleichen Chips arbeiten. Die neuen MCs, Fantoms und TR6/8s müsste man auch mal öffnen. Wie geschrieben, teilweise erschliesst sich das erst, wenn man die Flugzeuge in die Roland Wolke geschickt hat. Ich bin da auch zwiegespalten, da ich gerne alle Funktionen am Gerät bedienen möchte. Weil Logic für mich ne bessere Bandmaschine ist. :)

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              Stephan Merk  RED

              Ja, für ZEN ist das sicher auch richtig und die SoC’s sind mit Sicherheit dieselben, wenn auch mit verschiedener Taktung. Die TR-06 passt aber genau da nicht hinein und ist m. E. alter Wein in alten Schläuchen. Liebhaberei denke ich, während die TR-6S sicher mehr in das Konzept läuft. Ob die jetzt ZEN sind weiß ich nicht, wäre aber denkbar. Logic als bessere Bandmaschine, das würde ich auch so sehen, aber ich werde wohl nie einen Zugang dazu bekommen, obwohl die Bedienbarkeit möglich ist. Aber das alleine zu begreifen ist schwierig, dann verzichte ich lieber und sitze an meiner TR-08. ;)

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    Everpure  AHU

    Klar ist B billiger. Die Features unterscheiden sich ja sicher im Detail dann doch (habe ich jetzt auf die Schnelle keine Lust zu prüfen). Aber ich freue mich schon auf die ersten Youtube-Videos mit musikalisch hoffentlich interessanteren „Boutique“ Jams mit TR-06 und TB-03. Roland hat schon so einiges an netten zusätzlichen Funktionen in die Boutiquen eingebaut, so dass der gute alte Acid vielleicht nochmal mit ein paar Details erweitert werden kann. Läuft!

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