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Test: Akai MPC 2.10 Update, Music Production System

27. August 2021

Kostenlos und trotzdem richtig fett!

akai mpc 2.10 update test

Akai MPC 2.10 Update, Music Production System

Die erste neuere standalone Akai der neuen Generation, die ich testen durfte, war die Akai Force. Damals hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, weil die Idee des Akai Workflows zwar vorhanden war, aber noch nicht optimal umgesetzt wurde. Ehrlich gesagt dachte ich, dass dieses Konzept vollkommen überholt sei und es heutzutage weitaus bessere Alternativen gibt, um Musik zu produzieren. Ich war so skeptisch, dass ich dachte, Akai wird den Support der Force und der folgenden MPCs einstellen. Ich hatte mich getäuscht, denn trotz aller Unkenrufe lässt sich Akai nicht beirren und pflegt seine Produkte, indem sie mit neuen Updates versorgt werden.

Dieser Test wird sich mit dem MPC-Update 2.10 beschäftigen. Die Akai MPC Live 2 wurde von Thilo Goldschmitz schon ausführlich getestet. Im Folgenden meine Eindrücke zur Akai MPC Live 2 als kurze Ergänzung.

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akai mpc 2.10 update test

AKAI MPC Live 2

Nun landete die Akai MPC Live 2 bei mir und ich musste feststellen, dass sich seit meinem letzten Test die Funktionalität verbessert hat. Die MPC Live 2 hat mich auf Anhieb begeistert und das hat zwei Gründe. Die Hardware der MPC Live 2 kann mit einem umfangreichen Arsenal an Anschlüssen auftrumpfen.

Am meisten haben mich die internen Lautsprecher überrascht. Eingebaute Lautsprecher klingen meistens grausam, daher ignoriere ich diese meistens. Den MPC Live 2 Lautsprechern kann man aber durchaus HiFi-Qualität bescheinigen. Die Bässe, Mitten und Höhen klingen gut und ich kann mir vorstellen, im Hotelzimmer oder auf der grünen Wiese mit ihr zu jammen. Natürlich kann man die Lautsprecher nicht als Monitore oder PA-Ersatz verwenden, aber die Anschaffung eines Kopfhörers ist nicht unbedingt notwendig, um einen guten Sound aus der MPC zu herauszuholen.

Alle aktuellen Akai MPCs verfügen über die identische Software. Derzeit sind das die Akai MPC Live 2, Akai MPC One und Akai MPC X. Die Anschaffung einer Akai MPC ist vom Budget, den benötigten Anschlüssen, Speicherplatz und Anordnung der vorhandenen Bedienelementen abhängig. Mir wurde die Akai MPC Live 2 vor Erscheinen des Updates 2.10 zugeschickt und ich war schon zu diesem Zeitpunkt von der Software begeistert.

Zum ersten Mal fühlte sich die MPC unter meinen Händen so an, wie sie sich anfühlen muss. Ich habe mich direkt verliebt. Ein paar Tage später veröffentlichte Akai die Version 2.10. Ein Leserkommentar zu der News auf AMAZONA.de beschreibt es ganz richtig: „Dieses Update ist so umfangreich, dass sie es auch 3.0 nennen könnten“. Von Version 2.10 bis 3.0 ist es noch ein langer Weg. Was uns da noch erwarten wird? Das Beste: Das Update 2.10 für alle aktuellen MPCs ist kostenlos.

AKAI MPC 2.10: Synthesizer

Die spektakulärste Nachricht war, dass sich zu den vorhandenen Synthesizern der MPCs vier neue gesellt haben. Akai stellt Emulationen von Klassikern der Synthesizer-Geschichte zur Verfügung. Freunde der elektronischen Musik kennen die vollmundigen Namen Odyssey, Mellotron und Solina. Zusätzlich findet sich der Hype, der bisher nur in der Akai Force zu finden war. Es handelt sich nicht um Sample-basierte Instrumente, wie man es bei einer Akai MPC vermuten könnte.

Das Mellotron

Natürlich ist das Mellotron ein Sample-basiertes Instrument und dürfte der erste Sampler der Musikgeschichte sein. Die Geschichte des Mellotrons ist etwas kompliziert. Das Gerät wurde in England entwickelt und unter dem Namen Chamberlin vertrieben. Ein Mitarbeiter dieser Firma schlug vor, das Instrument in den USA vorzustellen und gab es da als seine Erfindung aus. Die Amerikaner brachten das Instrument als Mellotron auf den Markt. Der Etikettenschwindel flog ziemlich schnell auf, da der Mitarbeiter sich mit technischen Details nicht auskannte. Danach einigten sich Chamberlin und Mellotron. Das Chamberlin war zwar das Erste seiner Art, aber in unserem Bewusstsein ist das Mellotron verankert.

Jede Taste des Mellotrons spielt ein 7-sekündiges Tonband ab, das danach wieder in seine Ausgangsbasis zurückspringt. Diese Instrumente waren natürlich sehr anfällig für mechanische Defekte und daher ein Albtraum auf Tourneen.

Der Sound hat sich in die populäre Musikgeschichte eingebrannt, sei es in „Strawberry Fields Forever“ von den Beatles, „The Fountain of Salmiac“ von Genesis. Es ist bei Jean Michel Jarre, Black Sabbat, Yes und vielen anderen zu hören. Eine der besten und ersten Emulationen stammt von GFroce Software, aber mittlerweile ist das Mellotron auch im Katalog von Arturia und IK Multimedia verfügbar. Dazu gehört es zum Lieferumfang von Logic Pro.

Wie klingt das AKAI MPC Mellotron?

Das Air Mellotron der Akai MPCs klingt so, wie man sich ein Mellotron vorstellt. Es liefert den typischen Mellotron Sound der Chöre, Streicher, Flöten usw. Da es sich um eine Emulation handelt, kann die Abnutzung der Tonbänder bestimmt werden. Das Mellotron wurde in der Vergangenheit immer wieder mit Effekten moduliert. Deshalb finden sich auf der nächsten Seite Effekte, die den Sound optimieren und modifizieren.

Die erste Seite bietet Flavor, Compressor und ein EQ. Die Funktionen und klangfärbenden Eigenschaften von Compressor und EQ sollten allgemein bekannt sein, deswegen kommen sie nur kurz zur Sprache. Es handelt sich um einen vierbändigen EQ und am Compressor lassen sich Threshold, Ratio, Attack und Make-up einstellen.

Etwas außergewöhnlicher ist Flavor. Es handelt sich um ein Gerät, das die Eigenschaften von verschiedenen Klangeigenschaften emuliert. Der Telefoneffekt dürfte am bekanntesten sein. Dabei handelt es sich natürlich um den Sound eines alten analogen Telefons, das nur über Höhen verfügte. Es findet sich auch der Sound von einem Mobiltelefon in der Auswahl, aber auch Transistorradios, Röhrenradios, alte Lautsprecher und Studioräume in unterschiedlichen Größen.
Der Klang kann mit den Einstellungen Distortion, Noise, Flutter und Depth modifiziert werden. Der Klang des Mellotron wird dadurch extrem und macht sich gut in einem Industrial- oder Noise-Setup.

Auf der nächsten Seite befindet sich ein Delay und Spring-Reverb. Diese Effekte erfüllen die geforderten Anforderungen und sind ausführlich gestaltet worden. Sie verfügen über die üblichen Einstellungen, mit denen sie sich bis ins Detail modifizieren lassen. Es handelt sich nicht um billige Pedaleffekte mit einem Regler. Das Spring-Reverb verfügt über sechs Einstellungen und das Delay über sieben Regler. Alle Effekte lassen sich übrigens über eine Seitenleiste aktivieren. Natürlich sind alle Seiten mit Q-Link belegt worden, damit man zwischen Regler oder Touchscreen-Bedienung wählen kann.

Die Solina String Machine – MPC 2.10

Auch die Solina String-Machine ist ein Klassiker der elektronischen Musikgeschichte und auf einer Vielzahl von Aufnahmen zu hören. Unsterblich wurde der String-Machine-Sound durch den Einsatz von Jean Michel Jarre, der den genialen Einfall hatte, die String Machine durch einen Electro Harmonix Small Stone Phaser zu jagen. Dieser Signature-Sound gestaltet die unglaublichen weichen und atmosphärischen Pads, die auf Oxygène, Equinoxe und anderen Aufnahmen zu hören sind. Er benutzte aber eine Eminent 310 Orgel.

Natürlich klangen die String-Machines nie wie echte Streicher, aber ihr künstlicher Klang erzeugt ein originelles und einmaliges Klangbild, das man mit einem Streichquartett nur schwerlich erreichen kann. Selbstverständlich wurde die Solina schon von Herstellern wie Arturia, Gforce und anderen emuliert. Auch der Streichfett von Waldorf orientiert sich an den legendären String-Machines.

Die einzelnen Instrumentengruppen lassen sich aktivieren und deaktivieren. Dazu bietet Akai die Möglichkeit, die Instrumentengruppe in ihrer Lautstärke, Stimmung und Panning einzustellen, um einen räumlichen Klang zu erzeugen. Natürlich darf der berühmte Ensemble-Knopf nicht fehlen. Das hohe und tiefe Register lassen sich einstellen.

Auf der nächsten Seite stehen Crescendo, Sustain, Formant und ein Filter zur Verfügung. Flavor, der schon vom Mellotron bekannt ist, wurde an das Design der Solina String-Machine angepasst.

Dies gilt auch für die folgenden Seiten Chorus/EQ, Delay und Reverb, die beim Mellotron zu finden sind. Nach meiner Meinung macht die Air Solina alles, was ich von einer String-Machine erwarte. Ob es sich um die beste Emulation auf dem Markt handelt, dürfen die Nutzer und Spezialisten von String-Machines selber entscheiden.

Wer den klassischen Sound einer String-Machine braucht, wird ihn bekommen. Es irritierte mich, dass man in die Effektsektion keinen Phaser eingebaut hat. Das wäre doch wirklich offensichtlich notwendig gewesen. Es ist aber verschmerzbar, denn in der Effektsammlung der MPC ist ein Phaser vorhanden, der sogar über das Preset Stone verfügt. Dieser lässt sich selbstverständlich mit der Solina über die Inserts kombinieren und schon schwebt man im Jarre Universum.

ARP Odyssey

Der Arp Odyssey wurde entwickelt, um dem Minimoog Konkurrenz zu machen und offensichtlich hat das ganz gut geklappt. Genutzt wurde dieser Synthesizer u. a. von Herbie Hancock, George Duke, Jon Lord und vielen anderen. Es ist sehr auffällig, dass dieser Synthesizer in den letzten Jahren mehrfach neu aufgelegt wurde. Korg hat den Odyssey u. a. als Desktop- und Keyboard-Version auferstehen lassen. Sie bieten auch eine Software-Emulation an. Auch Behringer baut den Odyssey nach. Nun ist er Teil der MPC Serie.

Wie bei den anderen Synthesizer auch, hat Wayoutware sich darum bemüht, die Oberfläche des ARP Odyssey so originalgetreu wie möglich zu gestalten. Dazu gehören die typischen Fader mit ihren bunten Kappen, obwohl man diese über den Q-Link mit Drehreglern bedient. Wayoutware hat den Odyssey eins zu eins nachgebaut. Nach einer optischen Überprüfung bin ich zum Schluss gekommen, dass alle Bedienelemente auch in der ARP-Version zu finden sind. Natürlich hat Akai die Funktionen auf mehreren Seiten angeordnet.

Aber keine Sorge, Wayoutware ist nicht in den 70ern stehengeblieben: Die LFOs sind synchronisierbar. Auf der letzten Seite befinden sich sogar die Spielhilfen, die links im Panel des ARP Odyssey zu finden sind.

Auch dem Odyssey wurde ein Effekt spendiert. Eine Nachbildung des Echoplex Tapedelays darf seinen Dienst verrichten. Im Gegensatz zu anderen Effekten ist kein Schalter vorhanden, der Tape-Abnutzung oder Gleichlaufschwankungen simuliert.

Meine Ohren bestätigen dem Akai Odyssey durchaus ARP Odyssey Qualitäten. Beim Durchhören der Presets trifft man auf Sounds, die an Herbie Hancock erinnern. Puristen und Kenner werden natürlich die Unterschiede genau definieren können. Mir reicht es, wenn die Emulationen Klänge erzeugen, die in den Charakter des Originales einfangen und wiedergeben können. Außerdem muss gesagt werden, dass die wenigsten Instrumente als reine Soloinstrumente benutzt werden, sondern im Kontext von vielen Instrumenten eingesetzt werden.

Wer hört raus, ob man ein echten ARP oder eine Software genutzt hat? Lächerlich wäre es natürlich, wenn Odyssey draufstehen würde und nichts rauskommt, was an ARP erinnert. Die Emulationen sind aber mittlerweile so gut, dass die Charaktere getroffen werden. Wir leben schließlich nicht mehr Mitte der 90er, wo es vielleicht noch möglich war, die Oberfläche zu kopieren, aber der Sound nichts mit den Originalen zu tun hatte.

Der Hype Synthesizer

Der Hype ist schon etwas älter und befindet sich schon länger in der Akai Force. Er verfügt über 1.529 Presets. Der Synthesizer ist in der Lage, jedes erdenkliche Sound-Spektrum eines Synthesizers herzustellen.

Alle Sounds klingen sehr modern, wie man es von Hochglanzproduktionen erwartet. Ultrabreite Pads, ultraharte Bässe. Jeder Sound klingt ultra. Er ist wirklich unglaublich ultra-gehypt. Er ist wirklich unüberhörbar!

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Die unüberschaubare Zahl der Presets haben mit dem Konzept des Hype Synthesizer zu tun. Er ist ein vollwertiger Synthesizer, der über die Syntheseformen FM, Wavetable, Virtual-Analog und Sample verfügt. Somit ist der Hype so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau, was aber auch nicht ganz stimmt. Der Hype liefert diese Masse an Presets mit, weil diese vom Nutzer angepasst werden sollen. Je nach Presets und dessen Syntheseform verändert sich das Fenster, mit dem man üblicherweise die Oszillatoren einstellen kann. Diese Variable macht den Hype zu einer Art Preset-Schleuder, weil die Einstellungen für diese Sektion nicht ausführlich und detailliert eingestellt werden können.

Musiker, die mehr Kontrolle benötigen, können auf die Preset-Sektion Init zurückgreifen. Hier können die oben beschriebenen Syntheseformen sowie Variationen von diesen ausgewählt werden. Man muss sich aber mit den Parametern zufriedengeben, die Akai für die „Oszillatoren“ bereitstellt. Dieser Vorgang folgt einem spielerischen Ansatz, weil man an bunten Klötzchen Einstellungen vornimmt. Das Preset FM liefert die Parameter OSC, FM Mod, Tune, Mod Decay und Mod Level. Ich vermisse die Auswahl von Modulator und Carrier. Nach FM klingt es natürlich und die Parameter sind immer musikalisch und erzeugen nur wenig Chaos, wie man das mit FM-Synthese eigentlich sehr leicht erreichen kann. Akai hat sich entschieden, FM-Synthese so weit zu vereinfachen, dass sie innerhalb gewisser Parameter immer musikalisch klingt.

Auch im Preset Sample kann man keine eigenen Samples laden, sondern muss mit dem Klangmaterial von Akai vorliebnehmen. Positiv gesehen vereinfacht dies die Arbeitsweise mit aufwendiger Synthese, indem sie einen leicht zu beherrschenden Spielplatz erschaffen. Der Hype verfügt aber über genug Möglichkeiten, dass er dennoch ein interessantes Instrument ist. Er verfügt über ein kraftvoll zubeißendes Filter mit Distortion und einer Modulationssektion. Das Filter und der Amp wurden mit einer vollwertigen ADSR-Hüllkurve ausgestattet. Für das Filter kann der Einfluss der Hüllkurve bestimmt werden.

Für die Amp-Sektion ist der Regler Spike außergewöhnlich. Er kann einem Signal Attack verschaffen, das eigentlich kaum oder nur über sehr wenig Attack verfügt. Er verfügt über einen zusätzlichen Decay-Regler, mit dem die Ausschwingzeit des Spikes bestimmt werden kann. So kann man z. B. einer Fläche noch eine picazzoartige Note verleihen, über die sie vorher nicht verfügte. Am offensichtlichsten ist die Auswirkung, wenn man einer Bassdrum oder Basssound mehr Attack verleihen möchte.
Der LFO ermöglicht es nicht, eine Schwingungsform auszuwählen. Es kann aber von 0,03 Hz bis 30 Hz schwingen und selbstverständlich in einer Taktart, wenn er zum Tempo synchronisiert wurde. Interessanterweise kann man bestimmen, ob der LFO auf der ersten Note, jede Note, Tempo und Beat greift. Nebenan befinden sich die Parameter, um die Modulation einzustellen. Es folgt die Modulationssektion, die im Zusammenhang mit dem LFO steht. Es ist immer gut, über Distortion zu verfügen. Zum einen kann sie dezent eingesetzt, das Signal anheben, Schmutz einfügen oder radikal verzerren. Klingt ziemlich digital, aber fett. Vorsicht, dass es die Boxen nicht kostet.

Interessant ist der EQ, dessen Fader wie ein Sonnenuntergang im Meer versinken können oder wie Mondlicht sich auf dem Meer spiegeln. Dieser vierbändige Equalizer zeigt zwar nicht genau an, in welches Frequenzband er eingreift, man liest nur Low, Mids usw., aber seine Auswirkungen sind mit +/+ 12 dB ziemlich ordentlich.

Um den Sound anzufetten, sind Delay, Reverb, Compressor und ein Pumper, der mit einem Limiter zusammenarbeitet, vorhanden. Diese Werkzeuge verfügen über die üblichen Parameter, nichts also, was einem in das Stauen versetzten könnte. Man ist also für den Loudness-War gut gerüstet. In der Setup-Sektion lassen sich Feinstimmungen vornehmen und das Ziel des Pitchwheels und des Aftertouchs festlegen. Hier kann man auch einen Control-LFO auswählen, der über die üblichen Schwingungsformen verfügt.

Die neuen Effekte der Akai MPC 2.10 Serie

Bevor ich die Effekte bespreche, möchte ich auf eine kleine Verbesserung hinweisen. Es kommt oft vor, dass man eine nette Kombination von Effekten gefunden hat, die man immer wieder einsetzen möchte. Diese Effektketten mussten bisher Stück für Stück hergestellt werden. Nun können diese als FX Rack abgespeichert und somit ganz einfach in jede Spur oder in einem neunen Track eingefügt werden. Das ist sehr praktisch.

Die Software-Schmiede Air spendierte der Akai MPC Serie vier neue Effekte. Ich werde nur einige der Effekte in aller Ausführlichkeit beschreiben, weil die Funktionsweise der meisten Effekte offensichtlich sein sollte. Dies betrifft z. B. den Air Limiter, der genau das macht, was man von einem Limiter erwartet: Die Lautstärke wird ab einem bestimmten Schwellenwert nicht überschritten.

Mit dem Air Diode Clipper können dem Signal Höhen und Verzerrungen hinzugefügt werden. Das Air Diffuser Delay wurde um die Parameter Low Cut, Width, Sync und Pan erweitert.

Praktisch ist das Sample Delay, dessen Funktion weitläufig bekannt sein dürfte. Es klingt, als würde man das Audiosignal verdoppeln, aber nicht exakt synchron abspielen. Durch die Verschiebungen werden interessante akustische Effekte erzeugt.

Die Akai MPC verfügt nun auch über einen Stutter. Er eignet sich, um Loops und Beats in verschiedenen Intervallen zu zerhacken, die synchron und frei zum Tempo der MPC laufen. Es möglich, bis zu 64 Steps einzusetzen. Das stottert sehr schön. Die Steps können in ihrer Länge bestimmt werden. Es werden schöne Roboter-Effekte und typische Ableton Live Effekte möglich. Dieser Eindruck kann verstärkt werden, weil die Häcksel gepitcht werden können. Schön ist, dass man den Effekt einfrieren kann.

Dazu beschenkt Akai die MPC mit einem Granulator. Dieser macht wirklich alles, um das Ausgangsmaterial bis zur Unkenntlichkeit zu verändern. Die Auswirkungen sind nicht immer vorhersehbar und daher recht chaotisch. Dies ist in diesem Fall positiv zu verstehen. Dezent eingesetzt eignet er sich zur Imitation von extremen Dub-Delays.

Halfspeed legt alles tiefer. Auf die Stimme angewendet, erzeugt das die tiefen Vocals von Yello. Schön ist, dass dieser Effekt in verschiedenen rhythmischen Abstufungen einzusetzen ist. Er passt sehr gut zu Drumloops, weil man dadurch schleppende Breaks erzeugen kann. Toll ist der Start/Stop-Button, der es ermöglicht, den Effekt sofort ein- und auszuschalten. Genial ist, dass man die Intensität bestimmen kann, ab wann der Effekt greift.

Dies ermöglicht es, den Effekt über 4 Takte ein- und auszufaden. Angewendet auf den Start/Stop-Button macht das unglaublich viel Spaß. Als würde man eine Schallplatte anschieben und wieder abbremsen. Um den Lo-Fi-Effekt zu verstärken, verfügt Halfspeed über ein Lowpass- und Highpass-Filter, das ebenfalls auf Fade-in und Fade-out anspricht.

Die Vocal Suite

Wer die Akai MPC als Workstation benutzten möchte, wird sich freuen, dass eine neue Effektsektion namens Vocal hinzugefügt wurde. Der Air Vocal Tuner, Air Vocal Harmonizer und Air Vocal Double führen die Effekte aus, die wir von ihren Namen erwarten. Besonders gut gefällt mir Harmonizer, weil er mit einer Aufnahme einen 4-stimmigen Chor erstellt. Toll ist, dass man jede Stimme selbstständig einstellen kann.

Akai hat bei allen Vocal-Effekten daran gedacht, die Effekte in Relation zum Original einzustellen. Akai spricht von natürlichen Klangverhalten, aber ich würde es eher künstlich nennen. Diese Effekte passen sehr gut in das Autotune Zeitalter. Sie sind nicht so gut wie Autotune von Antares, doch kann man mit ihnen brauchbare Effekte erzielen. Die Vocal-Effekte ermöglichen eine vollwertige Pop- Produktion mit der Akai MPC.

Audiointerface-Funktion des AKAI MPC 2.10 Updates

Sehr spannend war die Ansage von Akai, dass es nun möglich sei, class-compliant Audiointerfaces an die Akai MPCs anzuschließen, um ihre Eingänge und Ausgänge erheblich zu erweitern. Laut Akai werden Audiointerfaces mit bis zu 32 Kanälen unterstützt. Damit ist es möglich, die MPC in eine leistungsfähige Workstation zu verwandeln. Eine Anwendung würde darin bestehen, die internen Spuren des Sequencers Einzelspuren zuzuweisen und dann in einem Mixer o. ä. weiter zu verarbeiten.

Falls das Audiointerface über Mikrofoneingänge mit Phantompower verfügt, könnte man Sänger und Sängerinnen in bester Qualität direkt in die MPC routen. Das ist wirkliche eine großartige Überraschung, die Akai seinen MPC Besitzern beschert hat. Für Studio-Nerds und Live-Acts sehr praktisch.

Die Akai MPC Live 2 ist mit dem Audiointerface IK Multimedia iRig Pro Duo verbunden

Doch wie schlägt sich dieses neue Feature in der Praxis? Ich besitze ein Arturia AudioFuse Studio und dieses ist class-compliant. Ich führte die von Akai beschriebene Prozedur durch. Akai hat diesen Prozess sehr einfach gestaltet. Man schließt das Audiointerface über USB an die MPC an und wählt das Audiointerface innerhalb der MPC aus. Leider spielt mein Arturia AudioFuse Studio bei dieser Konfiguration nicht mit.

Doch so leicht habe ich nicht aufgegeben, denn für mobiles Recording verfüge ich über ein IK Mulitimedia iRig Pro Duo. Dieses Audiointerface verfügt zwar nicht über viele Eingänge und Ausgänge, aber Phantomspeisung für Mikrofone ist vorhanden. Dieses Interface erkannte die Akai MPC Live 2  sofort. Es scheint also, dass diese Funktion derzeit nicht mit jedem class-compliant Audiointerface funktioniert. Akai wird in dieser Frage sicher sehr bald nachbessern.

Workflow Verbesserungen für die MPC-Serie

Akai hat nicht nur neue Funktionen eingeführt, sondern auch Verbesserungen vorgenommen, die den Workflow verbessern und schon bestehende Funktionen aufwerten.

Program Edit wurde neu gestaltet. Viele Funktionen, die sich ein Fenster teilen mussten, besitzen jetzt ein eigenes Fenster. Dies verbessert die Übersichtlichkeit. Besonders deutlich wird dies in der Sektion der Envelopes. Pitch-, Filter- und Amp-Envelope verfügen nun über eine Vollbildanzeige.

Dies vereinfacht die Einstellung der Hüllkurven auf dem Touchscreen. Die Hüllkurven werden in einer Größe dargestellt, welche die Bedienung mit dem Touchscreen einfacher gestaltet. Für den LFO werden die Schwingungsformen ebenfalls im Vollbild angezeigt. Die Modulationsziele können direkt unter der Schwingungsform in ihrer Intensität bestimmt werden.

Die Effekt-Page wurde auch ergänzt. Wie üblich können vier vollwertige Effekte eingefügt werden. Es besteht nun die Möglichkeit, über die nächste Seite dem Sample acht einfache Effekte hinzuzufügen. Akai nennt diese Effekte Drum FX. Die 8 Effektslots können frei belegt werden. Diese kleinen Helferlein verfügen nur über eine Einstellung, die dem Signal hinzugefügt werden kann. Beispielsweise ist es möglich, den RingMod von 40 bis 8.000 Hz einstellen, der BitCrush zerlegt das Signal von 24 Bit auf 1 Bit. Zur Auswahl stehen RingMod, BitCrush, Decimator, TubeDrive, SoftClipper, HardClipper, Lowpass, Highpass, Rectifier, BassE (Tight), BassE (Mid), BassE (Wide), WaveFolder und Gain.

Diese nützlichen kleinen Tools können dem Signal die nötige Durchsetzungskraft und eigenständigen Klang verleihen. Diese Tools verhindern auch, dass man einen der vier vollwertigen Effekt-Slots verschwendet, nur weil man Mitten aus dem Signal filtern möchte. Nun kann einfach ein Lowpass-Filter geladen werden.

Wenn man ein Loop schneidet, kommt es oft vor, dass Sounds abgeschnitten sind. Trotzdem möchte man mit diesem Sound arbeiten, aber er klingt einfach zu kurz und kann nicht mehr die ursprüngliche Dynamik vermitteln, die er im Ausgangsmaterial hatte. Die Funktion Tail versucht, diesen beschnittenen Samples ihre Ausschwingzeit zurückzugeben, damit sie natürlicher klingen. Dieser Effekt lässt sich in der Program Edit Page für die Samples einstellen.

Die Tail-Length reicht bis 5.000 ms und der Startpunkt kann von 4 ms bis 1.000 ms bestimmt werden. In extremen Einstellungen hat man das Gefühl, dass das Ende des Samples mit einem Delay versehen wird oder dass es geloopt wird. Deswegen muss man auf seinen Ohren hören, um dem Sample einen natürlichen Ausklang zu schenken. Das funktioniert meines Erachtens ganz gut. Es ist möglich, Effekte zu erzeugen, die wie ein leichter Scratch-Effekt klingen.

Besonders spannend ist der Zufallsgenerator. Es handelt sich aber nicht um ein Randomizer, der neue Noten generiert. Er nimmt Einfluss auf Pitch, Level, Pan, Offset und zwar auf jede der 4 möglichen Ebenen eines Samples. Gemeinsam können Cutoff, Resonance, Attack und Decay beeinflusst werden. Das Ergebnis ist überraschend, weil sie den Sound ständig modulieren, wenn sie erklingen.

Dadurch werden Loops von ihrer Statik befreit. Ähnliche Effekte erzeugen Gitarristen und Schlagzeuger, die immer dasselbe Muster spielen. Es sind Menschen und ihr Spiel wird immer variieren. Das empfindet unser Ohr als interessant.

Es macht sehr viel Spaß, wenn man das Sample auf dem Pad spielt, weil es immer anders klingt. Einziger Wermutstropfen: Leider ist Randomize nicht ausgeschildert. Es hat etwas gedauert, bis ich die Seite gefunden hatte. Sie befindet sich im Program Edit auf der letzten Seite der Samples Page.

Abschließend muss noch unbedingt erwähnt werden, dass die Akai MPC in der Lage ist, die Tonart eines Samples zu erkennen. Das ist besonders nützlich, wenn man Loops verschiedener Herkunft miteinander kombinieren möchte. Wenn man Kenntnisse über den Quintenzirkel hat, können diese Loops nun harmonisch miteinander kombiniert werden. Die Tonhöhe wird im Sample-Editor angezeigt.

Tonart Erkannt: Fm

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Fazit

Natürlich gibt es noch mehr Neuerungen. Ich denke, das sind die wichtigsten Neuerungen. Viele der „stillen“ Updates sind kleine Verbesserungen, die den Alltag mit der Akai MPC Serie einfacher gestalten. Natürlich wurden auch Bugs beseitigt und das werden die MPC User sofort bemerken.

Wie ich schon angedeutet habe, war ich mit der letzten Version sehr zufrieden. Die Version 2.10 bringt so viele Verbesserungen, dass das Arbeiten mit der Akai MPC noch viel mehr Spaß macht. Parameter zu randomisieren, ist mein persönliches Highlight und auch, dass Hüllkurven und Schwingungsformen eine Vollbildanzeige bekommen haben.

Natürlich sind die Synthesizer und Effekte eine willkommene Dreingabe. Interessant finde ich, dass Akai sich auf Vintage-Synthesizer konzentriert hat. Wir werden sehen, wie sich das auf die Produktion von MPC Tracks auswirken wird. Die Akai MPC Serie ist nun schon fast eine ausgewachsene DAW, die auf einer autarken Recheneinheit läuft. Natürlich kann sie nicht mit Ableton Live oder Logic Pro mithalten, aber das wäre auch zu viel verlangt und widerspricht dem MPC-Konzept. Es geht um den Workflow und die Art und Weise, wie man mit der MPC Musik macht. Diese Ergebnisse haben ihren eigenen Charakter und heben sie von DAWs ab.

Plus

  • 4 neue Synthesizer
  • viele neue Effekte
  • Vocal Suite
  • Randomize
  • Drum FX
  • FX Rack
  • Anschluss von Audiointerfaces
  • Workflow-Verbesserungen
  • Vollbildanzeige des LFOs und der Hüllkurven
  • Tonart Erkennung von Samples
  • Tail

Minus

  • Anschluss von Audiointerfaces funktioniert noch nicht mit allen Class Compliant Audiointerfaces

Preis

  • Das Update 2.10 ist für alle akutellen MPCs kostenlos.
  • Akai MPC One: 689,- Euro
  • Akai MPC Live 2: 1035,- euro
  • Akai MPC X: 1769,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    emulgator

    Danke Sven für diesen super Überblick!
    Es ist schon unglaublich, was Akai hier abliefert… und das alles zum Nulltarif. Bei Steinberg kostet mittlerweile jede Farbänderung ein Vermögen…

  2. Profilbild
    moinho  

    Akai hat da alles richtig gemacht, nicht nur mit dem 2.10-Update, sondern allgemein mit dem Konzept, eine Plattform zu bauen (identische SW für alle vier MPC der aktuellen Generation) und die regelmäßig zu bedienen. Kostenlose Updates zu Produkten gabs auch schon zu anderen Hardwaredingern (mir fällt spontan Eventide, Novation, Squarp und natürlich die genialen Expert Sleepers ein), aber selten mit so großen „game changern“.

    Ein Hinweis: die Pitch Envelope hat nicht ein verbessertes UI, die ist komplett neu – auch das etwas, das den Drum/Keygroup-Programs noch „mehr Synth“ ermöglicht.

    Jetzt bin ich noch gespannt, ob irgendwann die lang diskutierte Direct-to-Disk (USB/SD)-Recording-Möglichkeit kommt…

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Hi moinho,

      ich gebe dir vollkommen Recht, dass mit dem Pitch-Enevleope hätte ich besser rausstellen können, dass es neu ist.

  3. Profilbild
    padbell  

    Macht irgendwie Appetit sich mit der Anschaffung näher zu beschäftigen ;)…

    Ich habe irgendwo gelesen, dass ein Audiointerface nur erkannt wird, wenn es auf 44,1 KHZ eingestellt ist. Und es muss Linux kompatibel sein…die MPCs basieren auf dem Linux Kernel…Insofern scheiden die MOTUs aus…leider…

    Besten Dank für den triggernden Artikel!

    • Profilbild
      ISE500  AHU

      Hier hatte mal jemand geschrieben, daß das Interface auf 44.1 KhZ umgestellt wurden muss in der Software, zb bei einem Tascam. Das mit Linux wäre mir neu.

    • Profilbild
      moinho  

      Ich hab bislang (auch aus Mangel an anderen Interfaces) nur mal ein Zoom H8 angeschlossen, das nach Herstellerangaben mit PC, Mac und iPad läuft. Das funktionierte ohne Problem – ist Linux-kompatibel identisch mit „class compliant“ (das war das Schlagwort, das ich so im Hinterkopf hatte)?

      Und ja, der forcierte Wechsel auf 44k1 wurde angezeigt und ich find (wenn das systematisch ist) das etwas mau, da ich ausschließlich 48k mache…

  4. Profilbild
    FLTRHND  

    Das alles und noch viel mehr kommt wohl auch für die Force demnächst…so zumindest einige Hinweise im Netz. Hoffe dann kommt da auch noch ein Test :)

    • Profilbild
      Frank, just Frank

      Ja, das hoffe ich auch. Die Force ist ja von der Soft- und Hardware (außer dem Ableton style Clip launcher etc) sehr nah dran. Die Force hat sich bei mir sehr schnell als zentrale Steuereinheit meines Setups eingeschlichen.

  5. Profilbild
    MonsDuvall  

    Wenn man bedenkt was die inzwischen alles könne – und in welcher Qualität – ist gerade die MPC One ein abartiges Schnäppchen.

    • Profilbild
      luap

      Bin voll deiner Meinung! Und das alles so unglaublich flexibel. Soviel Möglichkeiten was dran zu schließen und und und… das beste schweizer Taschenmesser zur Zeit

  6. Profilbild
    luap

    Sehr schöner Artikel.
    Ich bin auch vor nem Monat mal auf das 2.10 Update aufmerksam geworden. Das hat mich echt angefixt und bei mir sofort „haben wollen“ ausgelöst. Dann ne Woche lang Videos und Infos gesammelt und mir dann spontan eine Mpc one zugelegt.
    Und ich muss sagen, was die Kiste alles kann ist unglaublich. Da hat Akai alles richtig gemacht.
    Dieses all in one Konzept finde ich wirklich gut umgesetzt. Bin gespannt was da noch alles kommt.
    Hab auch vor kurzem gesehen, dass die Mpc eine Autosampler Funktion hat und sie automatisch dann einzelne Noten an externe Hardware sendet und Audio dann aufnimmt und als keygroup speichert. Das hat mich auch wirklich überrascht.

    Grüsse an das Amazona Team und alle Amazonaner 😊

    • Profilbild
      Atarkid  AHU

      Das tolle ist, Autosampling funktioniert wirklich prima… ^^. So bekommt man wirklich fertige Tracks in die Maschine ohne ein weiteres Stück Hardware mitnehmen zu müssen…

  7. Profilbild
    FLTRHND  

    Kurze Korrektur. Der Odyssey ist nicht von AIR sondern von Wayoutware und ist deren Plugin im Force Format. D.h. die Plattform ist für dritt Plugins geöffnet.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Hi FLTRHND,

      Korrekt. Das ist mir beim korrigieren durch gerutscht. Ich hoffe, das Lektorat bessert es noch aus.
      Danke für den Hinweis.

      • Profilbild
        Dirk Matten  RED

        Lieber Sven,

        wenn du mich mit „durchgerutscht meinst, für den Inhalt ist ausschließlich der jeweilige Autor verantwortlich, ich korrigiere lediglich Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion und Ausdruck, wenn’s zu sehr schmerzt. Deiner Bitte um die nachträgliche inhaltliche Korrektur bin ich gerne nachgekommen.

        Viele Grüße
        Dirk Matten

        • Profilbild
          Sven Rosswog  RED

          Hallo Dirk,

          nein, ich meinte mich, das habe ich vergessen zu ändern. Ich weiss das du mit Eigennamen usw. nichts zu tun hast. Ich kann es nach Abgabe nicht mehr selber machen, deswegen musste ich dich bemühen.

          Vielen Dank für die Änderung

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Inzwischen gibt es an jeder Ecke DIE ULIMATIVE UNIVERSELLE top mastering Suit. Das Problem besteht darin dass man damit lernen sollte richtig um zu gehen und das erfordert sehr sehr viel Erfahrung und Feingefühl. Aber ja toll dass man die virtuellen Apperatuturen Besitz, man weiß ja nie wozu das alles nützlich sein könnte. Für Leute die sich gar nicht auskenne empfehle ich unbedingt Toontracks EZ! Mix! Presets durch gehen 2 Regler einstellen und dann wird es sofort fett, pumpt nicht und bleibt klar im Mix.

  9. Profilbild
    gs06  

    Was man vor dem Update wissen sollte: Die Version 2.10 ist voller Bugs, die eine normale Nutzung ziemlich stark behindern. Ich habe die Windows Version wg. Problemen mit Extension Libraries nach zwei Tagen wieder durch die Version 2.9 ersetzt und auf meiner Live 2 die Version 2.10 gar nicht erst installiert nachdem ich die zahlreichen Bug Reports im MPC-Forum gelesen habe. Diese Version ist Bananen-Ware der schlimmsten Sorte. Auch wenn ich mich freue, dass Akai ihre Produkte beständig weiter entwickeln, ein wenig mehr Sorgfalt beim Testen und Zurückhaltung beim Anpreisen von Features (z. B. Unterstützung von Class Compliant Audio Interfaces, die nur bei einigen wenigen Class Compliant Modellen funktioniert), wäre wünschenswert. Diese Version ist allenfalls eine frühe Alpha-Version, die sich noch nicht wirklich zum Musizieren eignet.

    Wer über eine Installation nachdenkt, sollte vorher unbedingt die Bug-Threads in den einschlägigen Foren lesen und dann überlegen, ob er bei den darin beschriebenen Einschränkungen noch Interesse an dieser Version hat. Ich selber werde erstmal abwarten bis ich lese, dass eine neue Version die schlimmsten Probleme ausgeräumt hat.

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      Sven Rosswog  RED

      Hi gs06,

      Ich habe seit dem erscheinen der Force regelmäßig alle MPCs unter den Fingern gehabt, sogar die MPC60 als Vintage Gerät. Wie ich schon beschrieben habe, bin ich JETZT von der MPC begeistert und habe sie vor den erscheinen der neuen Firmware bekomnen und habe sie immer noch hier. Wenn du die Testberichte liest, die ich in der Vergangenheit gemacht habe, wirst du merken, dass ich überhaupt nicht happy war. Die Mpc ist noch diese Woche hier, ich habe sie jeden Tag benutzt und konnte mir eine Meinung bilden. wenn die neue Software immer noch nicht funktinieren würde, würde es hier stehen. es gab Vorfälle in den letzten Jahren, die waren unter aller Kanone. Wenn es unter 2.10 der Fall wäre hätte ich es geschrieben, aber was kann man lesen: Mein Arturia interface funktioniert nicht mit der Mpc, aber dafür das Ik multimedia. Mein Schluss daraus: es funktioniert nicht einwandfrei. Randomize ist nicht ausgeschildert, in der Mpc Software aber schon. Unter der Live 2 auf meiner Testversion läuft das Update stabil. Ich kann wirklich nicht meckern und glaub mir das hätte ich getan. Der Touchscreen war in der Vergangenheit einfach nur furchtbar, Jetzt läuft es smooth. Ich kann mich wirklich nicht beschweren und sah und sehe kein Grund down zu graden, sondern will auch eine haben und zwar nicht vor einem Jahr sondern jetzt.

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          Sven Rosswog  RED

          Hi ISE500,
          Seit 2019 habe ich die neuen Akais unter den Fingern gehabt. Zwischen den verschiedenen Versionen gab es immer ein zeitlichen Abstand. In den ersten Test weise ich noch darauf hin, dass der Touchscreen nicht so reaktiv wie ein IPad Iphone ist, für mich die Referenz für ein Touchscreen. Das hat sich mittlerweile massiv verbessert und ich würde kein Vergleich in dieser Richtung mehr machen. Das ist mittlerweile so flüssig, dass ich gar nicht mehr drüber nachdenke Q-link oder Touchscreen zu benutzen, dass ist mittlerweile eher so ein gleichberechtigtes Zusammenspiel. Man darf Akai dahingehend loben, dass sie am Ball bleiben. Man kann natürlich darüber diskutieren, warum man frühzeitig ein Produkt veröffentlicht, dass ein paar Jahre braucht, bis es ausgereift ist, aber dieses Manko haben mittlerweile fast alle Hersteller, die warscheinlich auf Grund von Shareholder Value, Aktienkursen, Investoren massiv unter Druck stehen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir Elektronker nicht mit einem Flügel oder Gitarre arbeiten, deren Entwicklung abgeschlossen sind. Die elektronische Musik ist diesbezüglich noch am Anfang dessen was möglich ist und daher gibt es sicher noch unwegsambarkeiten in der Entwicklung die Bugs erzeugen und Zeit brauchen entfernt zu werden, weil das Konzept von Entwicklerseite noch nicht vollkommen durchdacht ist, wie z.b. bei einem Flügel.

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    CLaudio

    Wie sieht es denn mit der Latenz aus wenn man ein usb Interface anschließt?
    Wenn man ein paar Synths über Midi ansteuert und deren Ausgänge über ein Interface in die MPC bringt?

  11. Profilbild
    baltimore

    Das Update ist ein wahrer Paukenschlag, die neuen PlugIn-Instrumente und Insert-Effekte, die FX-Racks und weitere Verbesserungen. Und ich glaube das Update ist auch für die MPC Live kostenlos. Zumindest habe ich das Update ebenfalls kostenlos für meine MPC Touch bekommen. Das meiste im Test geschriebene gilt auch für die MPC Touch, obwohl diese nur ein Controller für die MPC Software 2.10 auf dem Mac/PC ist. Das Konzept der MPC Standalone Geräte und/oder MPC Software ist absolut überzeugend und ich hoffe auf mehr in der Zukunft. Vielleicht auch leistungsfähigere Maschinen mit mehr Speicher…. Dann könnte man die DAW’s vollends einmotten!
    Danke für den wirklich gut gemachten Test.

  12. Profilbild
    Loqzer

    Das Package ist mega. Um so mehr ärgert es mich dass ich sie trotzdem nicht holen werden wegen des fehlenden RAM bzw. Disc streaming. Akai scheint aus irgendeinem Grund kein Interesse an dem Thema zu haben..Vielleicht bringt die nächste Maschinen Gen endlich auch für KünstlerInnen mit großen Sets und langen Stereosamples ein nutzbares Device.

  13. Profilbild
    RaHen  

    Liebes Forum,

    ich versuche mich im Moment noch mal an einer MPC :-)

    Vor kurzem habe ich mir eine am PC One gekauft. Und auch das 2.10 Update installiert.
    Auf der MPC war 2.8 installiert. und es gibt auch 2.91. Diese Versionen scheinen aber älter zu sein? Obwohl die Versionsnummern auf etwas anderes schließen lassen.
    Ich habe versucht im Internet irgendetwas erklärendes darüber zu finden. Bin aber gescheitert.

    Habt ihr eventuell eine Erklärung für mich? Warum ist 2.1 neuer als 2.91?

    Ich kapier es gerade nicht.

    Danke für eine Erhellung :-)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Morsche RaHen,

      Akai hat eine etwas andere Zählweise bei Versionsnummern. Wikipedia hilft da etwas weiter. https://bit.ly/3hpKk7N , in deren Logik folgt dann auf 2.9 eben 2.10 . Die Zahlen machen mathematisch zwar keinen Sinn, helfen dem Entwickler aber den Durchblick zu behalten.

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