Test: MFB Tanzbär Lite, Analog Drumcomputer

Hardware

… ist klar besser. Der MFB Tanzbär Lite hat das exakt gleiche Gehäuse wie die Tanzmaus. Die Grundfläche ist gegenüber dem Vorgänger 522 etwas größer und vor allem besteht es aus Metall. Die Bedienung erfolgt über 21 Regler, acht Trimmer für Lautstärken sowie 16 Step- und sechs Funktionstasten. Sofort fallen die 16 Steptasten auf, das 8-Tasten-für-16-Steps-Konzept der 522 ist passé. Die Tasten sind zwar klein, aber dank des Abstandes zueinander zielsicher zu bedienen.
Die bis auf den letzten Zentimeter genutzte Rückseite hat eine 6,3 mm Stereobuchse als Hauptausgang sowie fünf 3,5 mm Miniklinkenbuchsen als Einzelausgänge für Kick, Snare, Claps, Tom/Conga und Hihat, die bei Verkabelung von der Summe abgezogen werden. Wie bei der Tanzmaus gibt es keine Panorama-Regler für die Sounds. Nur ein paar Percussions sind fest im Panorama der Summe verteilt.
Dazu kommen MIDI In/Out sowie Buchse und Schalter für das externe Netzteil.

Sounds

Die MFB-522 geniest den Ruf, der günstigste 808-Ersatz zu sein. Tatsächlich hat die 522 gewisse Ähnlichkeiten mit der legendären Roland-Maschine, jedoch handelte es sich ausdrücklich um keinen Klon, wie etwa die Acidlab Miami oder auch die Roland TR-8. Der MFB Tanzbär Lite ist ebenso keine Kopie, besitzt aber trotzdem einen TR-mäßigen Grundcharakter, da die Schaltungen der Drums ähnlich aufgebaut sind. Doch gibt es hier einige Erweiterungen gegenüber den 808-Pendants, wenngleich die Tanzbär Lite-Drums aufgrund der höheren Anzahl meist nicht so komplex sind wie die der Tanzmaus.

Die Bassdrum ist im Grunde sehr einfach aufgebaut. Ein Sinus-ähnlicher Ton lässt sich stimmen und in der Dauer einstellen. Es gibt keine Pitch-Hüllkurve, weshalb der Klang „grade“ bleibt. Der Attack kann durch einen kurzen, regelbaren Impuls betont werden. Speziell im Mix kommt die Bassdrum damit besser durch. Der Tune-Bereich ist nicht sehr weit gefasst, das Decay hingegen lässt sich sehr weit regeln. Es reicht von einem kurzen „Pock“ bis zu einem langen „Booooom“. Ganz so mächtig wie ein gutes 808-Modell klingt diese Bassdrum zwar nicht, macht aber trotzdem massiv Druck.

Die Snare setzt sich aus einem tonalen Anteil und Rauschen zusammen. Das Rauschen lässt sich mit einem Filter stark dämpfen, ist aber stets vorhanden. Bei offenem Filter klingt die Snare somit schärfer. Mit Decay lässt sich das Abklingen des Rauschens einstellen. Der tonale Anteil kann lediglich gestimmt werden.

Bassdrum und Snare fallen deutlich weniger flexibel als bei der Tanzmaus aus. Das Spektrum orientiert sich an den klassischen Vorbildern, geht aber etwas darüber hinaus. Das ist keine Wertung der Qualität, die Sounds klingen gut, aber bei der Tanzmaus sind Kick und Snare eben wandlungsfähiger.

Klangbeispiele
Forum
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    dilux  AHU

    für mich klingt die drumatix bissiger, griffiger und auch druckvoller; dass sie weniger features hat fällt da nicht so ins gewicht…allgemein betrachtet lebt man als beatbox-fan heutzutage wirklich im schlarafenland, vor 20 jahren gab es alesis, boss und zoom und die waren digital und öde…

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    Ralle373  

    Danke für den Bericht. Leider ist wohl das Bedienkonzept nicht bis zum Ende durchdacht. Und mir fehlt ein Songmodus! Iin Zeiten von preiswerten Speicher sollte es doch möglich sein oder…? Nur ein Performance Modus reicht mir nicht.

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      WackyJacky  

      Werden die Patternwechsel vlt per MIDI ausgegeben und empfangen? Das wäre cool, könnte man doch den song in der DAW bauen

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        Ralle373  

        Klar kann man in der DAW seinen Song zusammen bauen, aber dann brauche ich auch keinen Sequencer. Ich bin blind und suche immer noch nach dem passenden Bedienkonzept bei einer Drummaschine. Habe auch bei MFB direkt angefragt. Songmodus gibt es nicht! OK haben andere auch nicht , aber was ist daran so schwer zu programmieren??? Einfach Song 1 besteht aus 2 x Pattern 1, dann 10 x Pattern 2, dann 1 x Pattern 3, dann wieder 10 x Pattern 2… Naja eher kann ich wieder sehen, als das wirklich mal ein vernünftiges Bedienkonzept an einem Drummy gibt! Gruß

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    division  

    Leute habt ihr die Clap beim „Hip Hop“ Beat nicht gehört!? „Gut gemacht“ würde Hancock sagen!

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    lightman  AHU

    Die kleine Tanzmaus gefällt mir klanglich besser, da sie eine größere Bandbreite abdeckt und etwas härter tönt als der recht 808-ige Tanzbär Lite.

    Überhaupt wär mir eine etwas moderner klingende Drummachine lieber, sowas wie ein Teenage Engineering PO-12 in Groß mit dreckigem, hartem Sound. Electro blibbity-blob ist toll, ich erzeuge bzw. nutze solche Klänge auch zeitweilig, aber in dieser Richtung gibts halt schon reichlich Alternativen für nahezu jeden Geldbeutel. Bin gespannt, wie die neuen Trommelkisten angenommen werden.

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