
Das 1 HE Memotron
Drumcomputer sind Out? Trotz digitaler Emulationen für PC und MAC, bleiben die Poltergeister aus dem letzten Jahrhundert Sammlerobjekte die hoch im (eBay)-Kurs stehen. Aber auch bei Live-Einsetzen sind sie extrem beliebt und zuverlässig.
Unsere Serie BLACK BOX wird in den nächsten Monaten verstärkt eben diese "Schlagzeug-Maschinen" vorstellen und auf die Unterschiede hinweisen, damit Sie im Dschungel der Begriffe den Überblick nicht verlieren. Oder könnten Sie aus dem Stegreif sagen was einen RX11 von einem RX15 unterscheidet. Oder wieso der deutlich kleinere RX7 mehr Funktionen und Sounds besitzt als der RX5?
Freuen Sie sich jetzt schon auf Korg DDDs, ROLAND TRs, ALESIS HRs und viele andere.
Übrigens, die Soundbeispiele zu dieser Ausgabe werden umgehend nachgeliefert.
Da ich selbst begeisterter Sammler der alten Drum-Boxen bin, freue ich mich über jede Anmerkung und Kritik.
Peter Grandl
1984: YAMAHA RX11 und RX15
1984 präsentierte Yamaha erstmals zwei eigene Produkte auf dem immer heißer umkämpften Markt für Drumcomputer.
Gleich von Beginn an setzte Yamaha mit dem RX11 und dem kleinen Bruder RX15 auf digitale Klangerzeugung. Die Ära der analogen Drumcomputer war, zumindest vorübergehend wie wir heute wissen, vorbei. Sample-basierte Klopfgeister versprachen „authentische“ Schlagzeug- und Percussion-Klänge. 16 verschiedene Sounds mit einigen Variationen hatten der RX11 und der RX15 in ihrem Innenleben gespeichert. Die Vorteile der RX11 lagen im übersichtlicherem Display, in den elf Einzelausgängen und der externen Cartridge, auf der sich der komplette Speicherinhalt der RX11 Daten (Sequenzen etc.) extern ablegen ließ. Die Sounds ließen sich bei beiden Newcomern nicht editieren. Allerdings konnte man den 16 Triggertasten vorgefertigte Variationen zuweisen.
Obwohl ich keinen stichhaltigen Beleg dafür gefunden habe, vermute ich eine 12Bit Auflösung der Samples. Die Sounds haben deutlich den crispen Sound der 12Bit Auflösung und klingen wesentlich transparenter als man das von 8 Bit Sounds gewöhnt ist.
Die maximale Auflösung des Sequenzers betrug 1/192 pro Takt, was damals ein durchaus guter Wert war und schon fast mit dem Begriff „Human Feeling“ in Verbindung gebracht wurde.
1986: YAMAHA RX21 / RX21L
1986 legte Yamaha mit dem RX21 auch für Einsteiger einen Drumcomputer nach. Erheblich kompakter und in der Form einem TX7 ähnelnd, war der RX21 für den kleinen Geldbeutel (VK: 860,- DM) eine interessante Alternative. Leider waren aber auch die Einschränkungen zu den beiden großen Brüdern RX11 und RX15 gewaltig:
Die maximale Auflösung des Sequenzers betrug nur noch 1/32stel. Die Anzahl der Sound wurde auf neun reduziert, wobei vor allem die Becken-Klänge nochmals deutlich gekürzt wurden. Variationen der einzelnen Klänge standen ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Ausgegeben wurden die Klänge über ein Stereopaar, bei dem jeder Klang eine feste Panoramazuordnung besaß.
1987 wurde der RX21 durch den RX21L ergänzt, dessen Samples als Schwerpunkt Lateinamerikanische Sounds hatte.
1987: YAMAHA RX5
1987 wollten die Ingenieure bei Yamaha offensichtlich nicht mehr in der zweiten Liga mitspielen, sondern richtig klotzen! Der RX5 war die Offenbahrung für viele Studios und Profis. Selbst Roland und Korg hatten dieser Maschine lange Zeit nichts entgegen zu setzen. Zwar gab es bei den Mitbewerbern durchaus auch vergleichbare Features, aber nicht verbunden in einem einzigen Gerät. Nur Sampeln konnte die RX5 nicht. (Bereits damals war „Sampling“ YAMAHAS Achillesferse und blieb es bis in die jüngste Geschichte.)
Kommentar erstellen Kommentare
Gruß, Dietmar