Blue Box: ARP 2600 semi-modularer Synthesizer

30. Juni 2018

Vom Original bis zum STP2600

Vorwort der Redaktion

Der ARP 2600 liegt in den AMAZONA.de-Charts im Spitzenfeld der Vintage-Monophonen – und dies aus sehr gutem Grund.

Ich habe für dieses ausführliche Special rund um den ARP 2600, einen älteren Artikel von Theo Bloderer integriert, mit Interviews erweitert und durch aktuelle Erkenntnisse ergänzt. Vor allem das Kapitel über Alternativen und „Gerüchteküche“ haben mir wieder mal aufgezeigt, wie brandheiß der ARP 2600 auch heute noch ist.

Im Anschluss an die ausführliche Vorstellung von Theo Bloderer lassen wir zudem zwei User zu Wort kommen, die seit vielen Jahren den ARP 2600 im Einsatz haben: Martha Bahr (auch bekannt als „Panic Girl“ und Boris Weigend. Sie dürfen gespannt sein. Und kurz noch eine Danksagung, RLmusic war wieder einmal so freundlich und hat uns zahlreiche Bilder für dieser Artikel zur Verfügung gestellt. Und auch an Boris Weigand vielen Dank für seine Bilder.

„Portable, integrated, depandable …“ ARP 2600

Eine Betrachtung von Theo Bloderer

„The ARP Model 2600 Synthesizer is a compact, portable, integrated, dependable, rugged and supremely flexible synthesizer.“

Das Zitat aus dem im Februar 1971 erstmals gedruckten Handbuch zum ARP 2600 macht deutlich, worum es sich bei diesem Instrument handelt: um einen kompakten und flexiblen Analogsynthesizer. Zudem unterscheidet er sich bis heute von fast allen seinen Konkurrenten (mit Ausnahme der Roland Modularsysteme, MacBeths M5 und einigen wenigen anderen) durch die Verwendung von Fadern. Das Instrument ist extrem übersichtlich aufgebaut und durch die interne Vorverdrahtung der einzelnen Module äußerst effizient zu bedienen.

Ganz von ungefähr kam die gelungene Oberfläche des ARP 2600 natürlich nicht. Zum einen war es erklärtes Firmenziel, sich eindeutig von der Konkurrenz Moog zu unterscheiden. Da deren Instrumente mit Potis arbeiteten, setzte ARP auf Fader.

Zum anderen entsprach der benutzerfreundliche Aufbau den Bedürfnissen der von ARP zugedachten Zielgruppe: Schulen sowie Studios und Universitäten mit kleinerem Budget. Das Instrument musste also zunächst pädagogischen Bedürfnissen gerecht werden, es sollte handlich sein, übersichtlich und verständlich. Schließlich wusste 1970 so gut wie niemand, was ein „Synthesizer“ eigentlich war. Pearlmans Erwartungen an die Allgemeinheit der Musiker waren auch dementsprechend gering – im Handbuch zum ARP 2600 gibt es diesbezüglich einige vergnügliche Textpassagen zu lesen! Mein persönlicher Favorit

„Don’t forget to TURN ON THE SYNTHESIZER. Often this is the reason why you get no sound out of it.“

ARP schaffte es, den neuen „Halbmodularen“ so zu konzipieren, dass er Übersichtlichkeit, pädagogische Hilfe (mittels kleiner Skizzen und der vorbildlichen Beschriftung), effiziente Arbeitsmöglichkeiten (durch die interne Vorverdrahtung) und – last but not least – einen extrem vielseitigen und musikalischen Soundcharakter in sich vereinte.

Der ARP 2600 wurde von 1971 bis 1981 gebaut. In dieser Zeitspanne verließen ca. 3000 Instrumente die Fertigungsstätte in Massachusetts.

Das Äußere des ARP 2600

Mit insgesamt ca. 30 kg ist das Instrument – für ein quasi Modularsystem der 70er Jahre – als Leichtgewicht einzustufen. Synthesizer und Tastatur sind in zwei getrennten Gehäusen untergebracht. Überraschenderweise unterscheiden sie sich in puncto Gewichtsaufteilung nicht allzu sehr (… die Tastatur wurde gezielt „beschwert“). Der Grundgedanke hierfür liegt in der von ARP angestrebten Transportfreundlichkeit: Wenn Musiker den Synthesizer in der einen Hand tragen, sollte das Keyboard in der anderen etwa gleich viel wiegen. Ein logischer Schluss.

Die Tastatur umfasst bei allen Modellen vier Oktaven. Sie ist entweder einstimmig spielbar und mit einfachen Spielhilfen ausgestattet (Model 3604P) oder zweistimmig spielbar (mittels Patchkabel) und mit einer aufwändigen Controller-Sektion versehen (Model 3620).

Der Synthesizer selbst ist mit 57 Fadern und 81 Klinkenbuchsen bestückt. Die ersten Modelle hatten einen Fader weniger (das Fine-Tuning des Filters war zunächst nicht vorgesehen) und die Multiples bzw. die Keyboard-CV-Buchse (links) waren in umgekehrter Position angebracht.

Im Wesentlichen gibt es vier verschiedene Versionen des ARP 2600: Die ersten 100 Stück wurden in Blau ausgeliefert, hatten kein Case und stattdessen einen praktischen Tragegriff. Diese Version nannte man Blue Meanie.

Das Grey Meanie Modell ist eine noch seltenere Variante, da weniger als ein Dutzend davon hergestellt wurde. Diese Version verfügt zwar noch über das „offene“ und stärker nach rückwärts geneigte Panel der Blue Meanie-Serie, ist aber schon im Grau der Folgeserien ausgeführt.

Wunderschön erhaltener ARP 2600 in ein Holzkabinett verbaut

Das sehr frühe – und ursprünglich nur optional erhältliche – Keyboard sah zunächst entschieden anders aus (wenngleich es bereits die Bezeichnung 3604 trug). Ein Grund dafür lag in der Notwendigkeit, die Tastaturbreite auf die der Synthesizer-Einheit abzustimmen. Immerhin lassen sich beim Blue/Grey Meanie beide Teile – Synthesizer und Tastatur – mit ihren langen Holzgriffen zu „einem Paket“ zusammenführen und so bequem (?) als Ganzes tragen.

Die Controller-Elemente der ersten 3604 Tastatur mussten daher zwangsläufig unterhalb des Keyboards Platz finden.

Da sich weder das ungeschützte Panel noch das Konzept des (kaum tragefreundlichen) „Gesamtpaketes“ als optimal erwiesen, wurden mit der grau-weißen Version ab 1972 entscheidende Änderungen vorgenommen. Einerseits waren nun Tastatur und Synthesizer in Cases eingebaut, die ein einfaches – aber doch geschütztes – Transportieren ermöglichten. Andererseits war es jetzt nicht mehr nötig, das Keyboard auf „exakte“ Synthesizer-Breite zu begrenzen. Die Controller der 3604P Tastatur wurden nun in deutlich günstigerer Position links neben der Tastatur platziert.

Die 1972/73 gebauten Modelle zeichnen sich durch rechteckige Lautsprecheröffnungen mit dem frühen ARP-Logo (Firma Tonus Inc.) und den kreisrunden Schaltzeichen in der Beschriftungsgrafiken aus.

Letztere fielen in einer ersten Überarbeitung (ca. 1974/75) weg, ebenso wie sich die Lautsprecheröffnungen zu einem rundlicheren Design änderten und das Tonus Inc.-Zeichen vom uns wohl bekannten ARP-Logo abgelöst wurde. Die „neue“ Tastatur alias 3620 erhielt einen separaten LFO, eine +/- 2 Oktaven Transpose-Funktion (zusätzlich zum +/- 1 Oktave Pitch Bender) und war zweistimmig zu spielen.

ARP 2600

Letzte Version des ARP 2600 mit 3620 Keyboard

 Ab 1978 folgte die letzte – und optisch vielleicht markanteste – schwarz-orange Version des ARP 2600. Zusammen mit Odyssey 3, Axxe 2, Avatar und anderen Produkten bildet sich durch die orange Farbgebung ein geschlossenes optisches Design, welches die einfache Datierung selbiger Instrumente in die „Spätzeit der ARP Firmengeschichte“ (1977/78-1981) hin ermöglicht.

Aufbau des ARP 2600

Der Most Popular Modular (wie Mark Vail den ARP 2600 nennt) verfügt über:

  • 3 VCOs
  • 1 VCF
  • 1 VCA
  • 2 ENV
  • Mixer
  • Reverberator
  • 3 Voltage Processors
  • Sample & Hold
  • Electronic Switch
  • Noise Generator
  • Ring Modulator, umschaltbar als zweiter VCA
  • Mic Preamplifier
  • Envelope Follower
  • Multiples
  • Speaker

Von den drei Oszillatoren ist VCO 2 der umfassendste. Er hat vier Schwingungsformen (statt der jeweils nur zwei von Osc 1/3) und bietet als einziger die Möglichkeit der spannungssteuerbaren Pulsbreitenmodulation.

Doch statt nun auf jedes Modul im Einzelnen einzugehen, möchte ich die Zeit für einige …

… musikalische Gedanken

nützen. Sehr angenehm ist die Tatsache, dass alle Schwingungsformen gleichzeitig abgegriffen werden können. Somit stehen auf Wunsch beim ARP 2600 acht Schwingungsformen simultan zur Verfügung. Etwas ungewohnt ist für viele Musiker das Fehlen von Oktav-Schaltern (was angeblich wieder auf die ARP-Tradition „Wir machen es anders als Moog“ zurückzuführen ist).

Zugegeben, zumindest eine „elektronische Stimmgabel“ (440 Hz Ton) wäre zum korrekten Tuning des ARP 2600 hilfreich gewesen. Dennoch: GERADE wegen der „Tonhöhe in freier Position“ bieten die Fader der ARP 2600 Oszillatoren ein ungeheures musikalisches Potential, da mit einer einzigen Handbewegung ein sehr großer Audiobereich „durchfahren“ werden kann.

Die Festlegung auf „schaltbare“ Oktaven (meist mit „variablem Tuning“ von +/- einer Quinte, was eigentlich lächerlich ist, da man stufenlos nicht einmal bis zur nächsten Oktave kommt) ist zwar die Norm bei vielen Analogen der 70er und 80er Jahre (man denke an Yamaha, Korg, Roland etc.), doch gleichzeitig geht dabei ein wichtiges klangliches Potential völlig verloren.

Instrumente der Gattung „Oberheim“ oder „Sequential“ bzw. auch viele digitale Synthesizer arbeiten hingegen meist mit Rasterungen in Halbtonschritten (was jedoch auch nicht „stufenlos“ ist), und nur wenige moderne Exoten wie der Alesis Andromeda, MacBeth M5 oder andere Modularsysteme bieten ein direktes, stufenloses Durchfahren des Audiofrequenzbereichs.

Speziell für Effektsounds aller Art – und als Effekt-Synthesizer ist der ARP 2600 bis heute so gut wie ungeschlagen – ist es das NICHT-harmonische Element, das den musikalischen Reiz ausmacht. Vor allem: Das „schnell zu realisierende“ Nichtharmonische. Einfach alle drei Frequency-Fader (alle VCOs) willkürlich verschieben, schon ist die Sache „erledigt“. Garantiert steht nun kein VCO in irgend einem harmonischen Verhältnis zum anderen…

Weitere mögliche Schritte zum Effekt-Klang: Knackige Hüllkurve(n) ins Spiel bringen (die ENVs sind beim ARP 2600 hervorragend!), ein bisschen Filtermodulation dazu (z.B. Filter-FM durch VCO2, Fader rauf), externen Arpeggiator oder Sequencer starten… schon hat man ein sehr „schräges“ (und interessanterweise dennoch höchst selten unästhetisches) Klang-Pattern. Es genügt jetzt das bloße Aktivieren der vorgegebenen Modulationseingänge aller – oder einzelner – VCOs (Fader rauf/runter nach Belieben), um den Effekt-Sound in seinen organischen Windungen und Verwüstungen weiter zu formen.

Einige der angefügten Klangbeispiele sind nach diesem Trial & Error Prinzip entstanden (mit Schwerpunkt Trial, da es häufig direkt zum Ziel führte).

So schließen sich die Kreise zu diversen Gedanken betreffend MacBeth M5 aus jüngster Zeit: Die HARDWARE bestimmt in vielen Fällen das musikalische Resultat. Der „Klang“ ist letztlich auch ein Ergebnis dessen, WIE man dort hin kommt. Wer das zuvor beschriebene Soundbeispiel auf Software-Basis zu erreichen versucht, der wird in vielen Fällen ein deutliches PLUS an ZEIT investieren müssen.

Doch auch ein guter Teil moderner Synthesizer (analog wie digital) ist für „extrem“ ungewöhnliche Klangverläufe, die schnell zu realisieren sind, nur sehr bedingt ausgelegt. Nicht so der ARP 2600 (bzw. MacBeth M5, da konzeptionell identisch), dessen Tonhöhen-Fader keine Stufenzwänge kennen, dessen vorverdrahtete Modulationseingänge schnellste Klangänderungen erlauben und dessen enorme Übersichtlichkeit dem wichtigen Faktor „ZEITaufwand im musikalischen Schaffensprozess“ sehr entgegen kommt.

Der ARP 2600 Sound

Das wahrhaft Erstaunliche beim ARP 2600 ist seine Vielseitigkeit. Es ist nicht nur die Effekt-Schiene, die er bestens beherrscht. Sanfte bis bissige Leadsounds, trockene wie pulsierende Bässe (zugegeben: Ein Minimoog lässt sich nicht unter den Tisch spielen), Exotisches aller Genres… der flexible ARP 2600 macht’s.

Dabei ist das Instrument einer jener Synthesizer, bei dem die Reduzierung „weniger ist mehr“ häufig zutrifft: Die Oszillatoren sind so stark, dass es meist völlig ausreicht, mit einem einzigen (!) VCO als Basis zu arbeiten. Der Sägezahn schneidet, der Puls kommt richtig dick. Trockene Bässe, bissige Bläser oder weiche Streicher – kein Problem. Und weil „ein“ Oszillator schon die Lautsprecher beben lässt, bleiben noch zwei weitere frei, um damit schrägste Modulationsorgien und andere verbotene Dinge zu realisieren.

Von der breiten Masse der Analogen sticht der ARP 2600 nicht nur puncto Klangvielfalt heraus. Auch sein enormer Druck ist ungewöhnlich und zwar über das gesamte Audiospektrum. Das macht sich vor allem in den Höhen bemerkbar, wo viele Analoge gerne einen „dünnen Hals“ bekommen. Der ARP 2600 bleibt auch hier massiv. Strahlende Bläserriffs oder kurze Arpeggiosounds klingen trotz der Höhe noch „angenehm“ präsent, knackig und durchsetzungsfähig.

Erstzteilsituation ARP 2600

Nun, im Grunde steht es um den ARP 2600 besser denn je! Vor einigen Jahren gab es zum Beispiel einen britischen Anbieter via eBay, der 1:1 Nachbauten der raren 2600er-Fader im 10er Pack anbot (und zwar beliebig gestückelt in allen drei Spannungstypen, die das Instrument benötigt), ebenso wie komplette Module (Filtermodule u.a.).  Im Link-Anhang findet ihr aktuelle Anbieter von Ersatzteilen. Damit entschärfte sich die Ersatzteilsituation enorm. Das Instrument als solches ist so gut wie IMMER zu reparieren, selbst vergossene Module können geöffnet, gerichtet oder eben auch ersetzt werden. Beim ARP 2600 ist kein Horten von CEM oder SSM Chips nötig (die übrigens – ansatzweise – bereits in Asien nachgebaut werden), und so kann man – mit einer kleinen Menge an Ersatz-Fadern ausgerüstet – mit dem ARP 2600 relativ entspannt in die Zukunft blicken.

Die Hauptplatine eines ARP 2600

Aus eigener Erfahrung kann ich betonen, dass der ARP 2600 ein enorm zuverlässiges Instrument darstellt. Mein Modell ist eine frühe Version (jenes mit Tonus-Logo sowie dem angeblichen „Moog“ Filter) und dürfte aus dem Jahre 1972/73  stammen. In den vergangenen 35 Jahren wurde – laut Bericht meines Technikers Achim Jerominek – intern nur an der ADSR Hüllkurve gebastelt, mehr nicht.

Positive Erfahrungen – musikalischer wie technischer Art – dürften generell viele ARP 2600 User haben, denn der Gebrauchtmarkt spricht eine eindeutige Sprache: Kaum ein Instrument ist in den letzten Jahren so rar geworden wie der ARP 2600. Es sieht so aus, als hätte dieser Synthesizer einige „feste Plätze“ in diversen Studios (oder Sammlungen) gefunden. Zugegeben, das scheint auch andere „große“ Klassiker zu betreffen: Jupiter-8, Memorymoog, Rhodes Chroma, Yamaha CS80 etc. sind seit geraumer Zeit schwer zu erhalten.

Für geforderte 8.000 Euro und mehr  ist es dann auch schwierig, einen Tipp bzgl. ARP 2600 auszusprechen. Musikalisch gesehen hat der ARP 2600 keinen „nennbaren“ Wert. Eher stellt sich die Frage, ob man mit einem MacBeth M5, Cwejman Modularsystem oder einem schön bestückten Doepfer A100 nicht ebenso gut beraten wäre. Ich denke grundsätzlich „JA“, wobei aber die „grafische Oberfläche“ der Fader in Kombination mit der semimodularen Bauweise dem ARP 2600 bzw. Macbeth M5 einen klaren arbeitstechnischen und musikalisch-kreativen Vorteil verschaffen.

ARP 2600

Das Case des ARP 2600 im Originalzustand (c Boris Weigand))

Bei den Soundfiles kommen folgende Effekte/Effektgeräte zum Einsatz: Quantec QRS (Hall) bzw. Lexicon MPX 100 (Delay) sowie die eingebaute Hallspirale des ARP 2600.

ARP 2600

Marthas langjähriger musikalischer Begleiter

Interviews mit ARP 2600 Usern

Wie eingangs erwähnt, haben wir zwei langjährige ARP 2600 User zu ihren Erfahrungen mit dem Klassiker befragt. Hier nun Martha Bahr (alias Panic Girl) und Boris Weigend im Gespräch mit Peter Grandl.

Peter:
Hallo ihr Beiden, wie lange habt ihr euren ARP 2600 schon und wie kam er in euren Besitz?

Martha:
Den ARP 2600 habe ich vor circa zehn Jahren zusammen mit einem Freund von einer Privatperson abgekauft. Ursprünglich hatte ich nach einem EMS VCS3 gesucht und bin dann auf ein recht gutes Angebot vom ARP 2600 gestoßen, da konnte ich nicht widerstehen.

Boris:
Mein ARP 2600 kam vor ca. 30 Jahren zu mir. Ich hatte ihn damals von PA-Decoder gekauft, einer kleinen Firma bei Osnabrück. Die selber hatten ihn frisch reinbekommen von einem Architekten, dem das Gerät wohl zu komplex war oder der nicht wirklich mehr Zeit dafür hatte. Der hatte gute Beziehungen zu einer bekannten Musikertruppe, deren Gründungsmitglieder auch einen architektonischen Hintergrund hatten …

Peter:
Was hat euch am ARP 2600 immer besonders gereizt und für welche Klänge habt ihr ihn hauptsächlich eingesetzt?

Boris:
Der 2600 ist eine sehr flexible Maschine, was analoge subtraktive Synthese angeht. Das Signal-Routing ist vorbildlich. Die wichtigen Signalwege sind – sinnvoll – vorgepatcht, was den Drahtverhau im Gegensatz zu andern Modularsystemen (z.B. Moog) in Grenzen hält, wenn man einen komplexen Sound kreiert. Bei den Moogs muss man halt wirklich alle Signale patchen, so auch z.B. die Audio-Signalwege der Oszillatoren zu den Mischstufen usw., genau wie im klassischen analogen Studio, wo Leute wie Stockhausen und Koenig gearbeitet haben.

ARP 2600

Keyboard Controller (c Boris Wweigand)

Man kann sehr schnell neue Sachen machen, indem man einfach für die Signale, die irgend woanders hin sollen, alternative Routings steckt. Schön ist, dass die Ausgangssignale der Oszillatoren unabhängig von den Routings direkt nochmal abgegriffen werden können, um so z.B. mit dem Electronic Switch schöne „gated“ Sounds zu erzeugen. Die Voltage Processors sind eine feine Sache. Die funktionieren als Begrenzer, Mischstufen und Inverter, wobei an den Eingängen bereits Signale anliegen, die allerdings getrennt werden können. Hier können Signale nach Belieben gemischt werden, was schöne und komplexe Modulationen erlaubt.

Ich habe den ARP 2600 für so ziemlich alle Klänge verwendet. Bei mehr additiven Klängen ist er im Vergleich – z.B. zu einem Moog 55 – ein wenig eingeschränkt. Da gibt’s mehrere VCAs und Envelopes – und sechs Oszillatoren. Der ist allerdings auch zig mal so groß und 200 kg schwer. Der einfache Attack-Release-Aufbau der zweiten Hüllkurve beim 2600 spiegelt die Philosophie früher Synthesizer wider, wo man in der Synthese von akustischen Klängen davon ausging, dass ein Ton entweder vom Amplitudenverlauf her statisch (Orgel) oder abklingend (z.B. Zupfinstrument) ist. Das ist auch beim Minimoog spürbar.

Martha Bahr in ihrem kreativen Sound-Studio

Martha:
Am ARP 2600 finde ich besonders faszinierend, dass er einen recht kratzigen, eigenwilligen, ja fast schon knatschigen, punkigen Klang hat, der nicht unbedingt gefallen will oder muss, der sich nicht anschmiegt wie so manch andere Synthesizer-Klänge, die doch oft sehr weich und rund daherkommen.

Einsetzen kann man ihn dennoch sehr vielfältig, für Leadsounds, Bässe und experimentelle Sounds zum Beispiel sowie für sanfte Melodien oder Flächen. Vor allem der Filter als auch der Federhall klingen unheimlich schön, etwas Vergleichbares habe ich bislang auch noch in keinem anderen Synthesizer gefunden.

Was Sounds anbelangt, ist das ARP 2600 Patchbook auch eine große Inspirationsquelle. Hier sind Patches abgebildet, die von simpel bis sehr fortgeschritten alles abdecken – und mich diesen Synthesizer auch immer wieder von einer neuen Seite entdecken lassen.

ARP 2600

Transportabel mit Griff (c Boris Weigand)

Peter:
Gibt es irgendeinen aktuellen Hardware-Synthesizer der eurer Meinung nach klanglich dem ARP 2600 ähnelt?

Martha:
Da würde mir aktuell keiner einfallen. Der M5 Synthesizer von MacBeth soll einen ähnlichen klanglichen Charakter aufweisen- was ich dazu im Netz an Klangbeispielen finden konnte, kam auch recht nahe dran, aber selbst konnte ich mir dazu noch kein Urteil bilden.

Boris:
Klanglich steht der ARP 2600 so ziemlich alleine da, wenn man auf pure analoge Sounds steht. Tolle Modulationsmöglichkeiten machen das Instrument für jemanden, der Ahnung hat, wirklich zu einem universellen Klangwerkzeug. Sicherlich gehen die ARP Odysseys möglicherweise ein wenig in die Richtung, was den reinen Oszillator-Filter Sound angeht. Jedoch machen die bei komplexen Klängen schlapp. Der 2600er hat drei Oszillatoren, die man auch als LFOs benutzen kann. Zusammen mit dem LFO des Keyboards und den Voltage Processors erlaubt das sehr komplexe Sounds.

Ich bin allerdings niemand, der direkt AB-Vergleiche anstellt. Mich reizen eher die Möglichkeiten und der Lego-Approach. Stecker hier rein, Knopf drehen, Resultat da. Es sind da auch immer Toleranzen der Bauteile, die für Nuancen sorgen. Von den Möglichkeiten kommen natürlich die großen Moog Modularsysteme in die Richtung, jedoch hat der ARP einen ziemlich einzigartigen Filterklang, der von fein bis brachial geht und glasklar wie auch dick und weich klingen kann. Die Envelopes sind sehr schnell. Das Gerät kann also sehr perkussiv klingen, genau so weich und nuanciert, je nach Bedarf.

ARP 2600

Auch in Desktop-Lage einsetzbar (c Boris Weigand)

Peter:
Hattet ihr schon mal die Gelegenheit, den ARP 2600 mit einem seiner Software-Plagiate zu vergleichen, z.B. von ARTURIA? Wenn ja, wie war euer Eindruck?

Martha:
Ja, die Emulation von Arturia hatte ich schon öfter mal in der Hand und wie so oft sind die Produkte von Arturia durchweg sehr gelungen und empfehlenswert. Und auch wenn ich meinen ARP 2600 hier “raushören” kann – wirklich vergleichbar ist das Plug-in leider nicht mit dem Original, dazu klingt die Software zu weich und zu glatt. Wenn ich meinen ARP 2600 einschalte, bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut und bin hin und weg vor allem von der Tiefe, dem enormen Druck in den Bässen und all den kleinen Details im Sound, so etwas bekommt man meiner Meinung nach derzeit auch mit keinem existierenden Plug-in simuliert. Das Original klingt oft sehr dreckig, ungenau, teils unvorhersehbar in seinen kleinsten Schwingungen – genau die Eigenschaften, die für mich mitunter einen lebendigen Synthsound ausmachen und den ARP 2600 unbezahlbar.

Gibt es Alternativen zum ARP 2600 (c Boris Weigand)

Boris:
Nein.
Urs Heckmann und Co. leisten hier sicherlich gute Arbeit. Ein ein-zu-eins-Vergleich. Aber letztlich ist die Herangehensweise der Klangformung für mich entscheidend. Wenn man „seriell“ anhand von Zahlen und Werten komponiert, ist sicherlich das Interface zweitrangig. Karlheinz Stockhausen z.B. ist irgendwann dazu übergegangen, die Technik „live-elektronisch“ zu gebrauchen, so wie ein DJ heute. Die meisten Live-Acts heute aktuell leben von dem Schrauben an den Klangerzeugern.

Software-Synthesizer haben leider nicht das „haptische Element“ realer Knöpfe bzw. Fader und sind so nicht wirklich intuitiv zu bedienen – halt nicht wirklich vergleichbar. Es fehlt auch das „Begreifen“. So bleiben die meisten Prozesse auch abstrakt. Die Herangehensweise ist einfach anders. Aber sicher ist das eine allgemeine Tendenz. Die Welt wird virtueller. Kommunikation findet per Smartphone statt, anstatt sich einmal umzusehen. Die Einheit von Bedienelement und Funktion, die in Echtzeit geschieht, halte ich für wirklich wichtig. Software-Synths zu real analog ist so wie Äpfel und Birnen. Digitales Processing ist einfach anders. Ein klassisches Bild von da Vinci lebt letztlich vom Pinselstrich und Farbauswahl, Anmischung der Farben usw. Die Mona Lisa fasziniert, weil deren Entstehung unmittelbar mit den Werkzeugen verknüpft war. Die Intuition, den Strich hier zu setzen und auf die spezielle Art und Weise, macht letztlich den Gesamtcharakter des
Bildes aus. Digital bietet den Vorteil der Kopierbarkeit und Speicherbarkeit.

Ebenfalls selten, die Original Handbücher (c Boris Weigand)

Klanglich habe ich einmal aus Spaß eine Emulation eines Yamaha CS80 gehört, die mich allerdings nicht wirklich überzeugen konnte. Sicherlich ist die Emulation eines 2600s in allen Nuancen sehr schwer zu realisieren. Es kommt hier noch dazu, dass es zig Routing-Möglichkeiten der Signale gibt, mit dedizierten Mischstufen, Verstärkern und Abschwächern, Summierern usw., die aufgrund der Bauteile jeweils einen eigenen Charakter haben. Das alles dann zum Schluss wirklich stimmig zu emulieren, halte ich für – noch – nicht realistisch.

Das menschliche Ohr ist ein super sensibles Instrument, das sich nicht so einfach betrügen lässt. Es ist am Ende irgend was „anders“. Der Toningenieur von den Beatles, Geoff Emerick, hat einmal Rupert Neve, der ihm gerade ein neues Mischpult geliefert hatte gesagt, dass ein Kanal anders klingt, obwohl eine rigorose Qualitätskontrolle bei Neve zum Standard gehörte. Es stellte sich heraus, dass ein Bauelement leicht außerhalb der Toleranz war. Objektiv hören konnte man das absolut nicht und niemand bei Abbey Road hörte das sonst. Für Geoff war das einfach ein Bauchgefühl. Wohlgemerkt, das war ein Bauteil. Speziell bei Synthesizern gibt es
immer das gewisse „Aaahhh“, was sich nicht beschreiben lässt. Ich kenne Musik, die z.B. „in the Box“ auf „Reason“ gemacht wurde – und das ist etwas völlig anderes.

Roland und sicher auch Arturia gehen hier mit der Circuit-Modeling Technologie einen Weg, der in der Zukunft möglicherweise es zulässt, dass auch sehr komplexe Geräte in aller Tiefe emuliert werden können. Jedoch wage ich zu bezweifeln, dass das momentan in allen Nuancen möglich ist. Arturia baut ja auch analoge Sachen …
Dann wäre noch die Frage eines adäquaten Controllers mit Buchsen und Patchcords, der dann so viel kosten würde, dass es billiger wäre, den Synth einfach neu zu bauen.

Ich erinnere mich an einen Satz von Michael Bodicker, der in den Achtzigern prophetisch sagte: „The day we stop to emulate acoustical instruments, we will start to emulate Synthesizers.“

Peter:
Ich möchte mich bei euch Beiden herzlich bedanken für dieses Interview.

Der ARP 2600 heute und Alternativen

von Peter Grandl

Zum ARP 2600 gibt es tatsächlich einige spannende Alternativen, die wir euch hier kurz vorstellen wollen. Einen sehr ausführlichen Bericht zu allen ARP 2600 Varianten (Stand Juni 2019), finden Sie HIER.

TTSH – der ARP 2600 DIY.Clone

ARP 2600

2 TTSH von Steffen Ahmad (c SA)

Die wohl spannendste Alternative ist das TTSH-Projekt, das 2015 ins Leben gerufen wurde. Mic Irmer hat den DIY-Bausatz, für den man sich das Innenleben selbst zusammensuchen musste, ausgiebig vorgestellt und getestet. Die notwendige Platine und das Frontpanel sind natürlich längst vergriffen. Zwischenzeitlich sind etliche gebrauchte TTSH-Modelle am Markt aufgetaucht und werden für ca. 3.000,- Euro gehandelt. Klanglich scheint der TTSH tatsächlich nahe an das Original ranzukommen, allerdings ist die Qualität wiederum abhängig von demjenigen, der sich den Zusammenbau zugemutet hat.

STP2600 – der Nachfolger des TTSH Clones

Im Dezember 2017 tauchte ein DIY-Nachfolgegerät zum TTSH auf, der einige deutliche Verbesserungen zum TTSH enthalten sollte. Initiiert durch „Patrick“ von DSL-man.de sowie seinem Freund Seyfullah und Timo, daher der Name STP.
Angedacht war lediglich nur ein Gerät für Seyfullah zu bauen, da er selber in seinem Herkunftsland der Türkei sehr wenig finanzielle Mittel hat und es so gut wie keine spezialisierte Elektronikhändler gibt, um ein eigenen Synthesizer zu bauen. Mit steigenden Projektkosten fiel die Entscheidung das Gerät der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Der UVP sollte bei 250€ für Pcb und Panel liegen, die benötigten Bauteilkosten bei ca. 600€ ohne Gehäuse.

Ein Prototyp wurde von Patrick zusammengebaut, ist aber weiterhin im Prototyp Modus.
Aktuell soll Modular Addict die letzten Fehler fixen und später das Gerät als DIY Kit weltweit verkaufen. Weiterhin gibt es also den Plan das gesamte Kit auf den Markt zu bringen.

Es wurden anfänglich 5 Pcb Sets hergestellt, 4 davon wurden weiter veräußert, während der fertige Protoyp bei Patrick verblieb. Es kann also sein, dass irgendwann mal Bilder von einem Gerät in der gleichen Größe mit Potis aber anderen Frontpanel auftauchen.
Es wird in jedem Fall noch ein paar Änderungen geben, der Name STP2600 wird geändert, das Farbschema umgestellt und eventuell die Größe auf 19 Zoll Breite angepasst. Wir berichten weiter sobald es Neuigkeiten gibt.

ARP Avatar mit NEW ENGLAND oder CMS Erweiterung

ARP Avatar mit New England Mod

Sie lesen richtig. Der einst als Gitarrensynthesizer gedachte ARP-Avatar ist quasi ein ARP 2600 im Handgepäck, wenn man sich zutraut die Umbausätze von NEW ENGLAND oder CMS einzubauen oder einbauen lässt. Den NEW ENGLAND-Bausatz haben wir übrigens von unserem Doc Analog einem gut erhaltenen ARP AVATAR angedeihen lassen – die Story finden Sie HIER. Während die CMS-Erweiterung Theo Bloderer für uns HIER vorgestellt hat.

Beide Versionen erweitern den ARP Avatar mit zahlreichen Patch-Punkten – und da bereits der Grundsound des AVATAR mit dem Grundsound des ARP 2600 fast identisch ist, gelangt man so quasi zu einem Mini-ARP-2600 Clone.

MacBeth M5

MacBeth M5

Bereits optisch ist der MacBeth M5 offensichtlich ein Clone. Aber technisch gesehen dann doch nur eher eine Hommage an den Meister. Theo Bloderer schreibt im AMAZONa.de-Artikel zum Vergleich zwischen ARP 2600 und MacBeth M5:

„Nun, beide Synthesizer – M5 wie ARP-2600 – sind einzigartige Instrumente und sicherlich Meilensteile in der Synthesizer-Geschichte. Klanglich hingegen sind sie völlig eigenständig, weshalb der M5 keineswegs einen ARP-2600 ersetzt (oder umgekehrt).“

Hinzu kommt, dass der MacBeth M5 inzwischen ebenfalls preislich in ungeahnte Höhen geschossen ist und nur knapp hinter dem Original liegt – also irgendwo bei ca. 6.000,- Euro. Da aber auch der M5 ein begehrtes Sammlerobjekt ist und nur in eine ganz kleinen Stückzahl gebaut wurde, taucht er am Gebrauchtmarkt nur sehr selten auf.

ARP 2600 Plug-in von ARTURIA

ARP2600 V von ARTURIA

Arturia hat mit dem ARP2600V ein Plug-in im Programm, das den ARP 2600 als VA im Rechner simuliert und mit einigen neuen Funktionen sogar erweitert. Dieser Software-Clone hat allerdings inzwischen auch schon wieder 13 Jahre auf dem Buckel – und wer hier eine zu 100% authentische Reproduktion erwartet, wird angesicht des Fortschritts in diesem Bereich etwas enttäuscht sein. Der ARP2600V macht aber Spaß und erzeugt tolle „analogsche“ Klänge. In unserem Test hat Andreas Kautz einiges an Klangbeispielen programmiert, die sich lohnen gehört zu werden.

ARP 2600 Plug-in von WAYOUTWARE

TimewARP 2600 von Wayoutware

Ebenfalls 2005 erschien der TimewARP 2600 von Wayoutware. Auch dem konnte unser Tester Axel Jungkunst keine 100%ige Authentizität bescheinigen, war aber sehr angetan. Anders als Arturias Version, die immer noch auf modernen Betriebssystemen läuft, hatte Wayoutware den Support für aktuelle Betriebssysteme leider vor einiger Zeit eingestellt.

Inzwischen ist das Produkt aber für aktuelle Betriebsversionen als VST und AU von Sonivox für 99USD erhältlich – und zwar HIER.

Gerüchteküche um den ARP 2600

Die Gerüchte um den Nachbau eines ARP 2600 reißen nicht ab. Zum einen hat Korg, die inzwischen Rechteinhaber der Marke sind und erfolgreich den ARP Odyssey nachgebaut haben, im Dezember 2015 durchsickern lassen, dass ein ARP 2600 Nachbau denkbar ist, aber das schien sich am Ende dann doch nur als Presse-Ente herauszustellen.

ARP 2600

Ominöses Leak-Foto eines angeblichen KORG ARP 2600

Zum anderen hat auch BEHRINGER – und zwar Uli Behringer selbst im März 2017 verlauten lassen:

„Aside from the Oscar synth, I can confirm that the 2600 is high on our priority list as it is a truly remarkable synth; I always wanted one for myself:-)“

Inzwischen ist die Entwicklung des Behringer ARP 2600 weit vorangeschritten. Den aktuellen Status findet Ihr HIER.

Fazit

Der ARP 2600 bleibt eine Ikone – das Original bleibt das Original – und für die meisten unter uns einfach unerreichbar. Und je älter die Legenden werden, umso fülliger und wärmer wird in den Geschichten der fantsatische Klang dieses Klassikers. Wie uns U-He mit dem Prophet-5 bewiesen hat, scheint es aber keine Grenzen mehr zu geben, um selbst das letzte Quäntchen Authentizität in eine CPU zu packen. Stimmt dann am Ende der Hardware-Controller drumherum noch, wird auch eines Tages diese letzte Klangburg fallen. Wir freuen uns :-)

Euer Tyrell

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    Eigentlich ein 4-Sterne-Gerät, aber irgendwo muss die Grenze gezogen werden. Der 2600 gehört zu den vielseitigsten und klanglich interessantesten Synths, die jemals gebaut wurden. Dieses Gerät fasziniert mich heute noch, wenn der (Klang-)Forscherdrang durchbricht, und die Bandbreite des Möglichen ist enorm. Immer noch Hats Off To Mr.Pearlman!

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    Einer der schönsten Synth der je gebaut wurde!

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    hört Euch Herbie Hancocks "Sextant" mit Patrick Gleason am ARP an! Spitze Sounds

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    Aber klanglich geht es mit den, im Artikel genannten und derzeit erhältlichen, Alternativen sicherlich auch in die richtige Richtung. Der M5 klingt zwar etwas rauer, ist aber von der Haptik aus sehr gut. Kosten tut er soviel wie ein sehr gut erhaltener ARP. Wenn man ihn dann auch mal bekommt…

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      Bloderer  AHU

      … mit etwas Glück kommt der MacBeth M5 sogar günstiger. In England wird der weiße M5N – zB bei RL Music – NEU für 2500 GBP + Versandkosten angeboten. Das macht je nach Wechselkurs um die 3000-3200 Euro. Das wäre schon ganz ok…

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    AMAZONA Archiv

    Wirklich ein ganz Großer, der ARP2600. Anhand der Klangbeispiele hört man auch sofort den deutlichen Unterschied, zwischen Hardware und Plug-In. Besonders bei den percussiven, extrem durchsetzungsfähigen Klängen und nicht zu vergessen, gerade bei den Höhen. Da sind digitale meist ziemlich artefaktreich!

    Klar, der Preis und die Angst, dass so ein teures Instrument seinen Geist aufgeben könnte, sind da schon ein Gegenargument für den Großteil der Elektromusiker.

    Und zum guten Schluss wird die analoge Schönheit, eines solchen Instruments, oder eines teuren analogen Equipments sowieso zwangsweise wieder Kaputtgewandelt, um dem CD Standard gerecht zu werden.

    Gruß an Alle!!!

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    Markus Schroeder  RED

    Ach, da werden meine Äuglein feucht. Wenn ich an die Zeit zurückdenke als ich damit Musik Tutorien gehalten habe.

    mmmh… ist grade mal 4 Jahre her, trotzdem.
    Tolle Teil, Schluchz…

    ;)

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    iggy_pop  AHU

    Ich frage mich, wer der Vorbesitzer des oben gezeigten 2600 war. Ich hatte im April 1996 die Möglichkeit, einen 2600 mit Tonus-Logo und 3620-Tastatur mit aufgesetzter PPC in Berlin zu kaufen, habe aber von dem Kauf abgesehen, weil der technische wie auch der kosmetische Zustand den hohen Preis nicht rechtfertigte — der Vor-Vorbesitzer war ein bekannter Name aus der Däschnöh-Abteilung und bekannt für seinen doch recht, äh, lieblosen Umgang mit den ihm überlassenen Instrumenten. Schön, wenn dieses Instrument wieder zu neuem Leben erblüht ist.

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    iggy_pop  AHU

    Der hier abgebildete 2600 (mit Tonus-Logo) und dem modifizierten 3620-Keyboard mit PPC erinnert mich an ein Gerät, für das ich 1996 extra nach Berlin gefahren bin — das stand irgendwo in Charlottenburg in einer Küche auf einem wackeligen Bügelbrett und klang *furchtbar*. Völlig aus der Kalibrierung, im Prinzip unspielbar. Hat dafür ursprünglich wohl mal dem Doktor Wackler gehört… Ich habe diesen 2600 dann lieber stehenlassen und mir im Herbst 1996 einen fast nagelneuen in ausgezeichnetem Zustand zugelegt. Das habe ich nie bereut (sieht man von den Reparaturrechnungen für neue Buchsen und Slider einmal ab).

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    Lewis  

    Um die Liste der Clones zu vervollständigen: Vor ein paar Jahren hat ein Spanier (Toni Gutierrez) begonnen, auf Basis des TTSH den sog. Antonus Model 2600 zu bauen. Die kleinen Stückzahlen werden z.B. über den spanischen Store Musicom Olot S.L. (aktuell ein Exemplar auf Reverb für 3150,00 EUR zu haben) oder das spanische Label „Stoerung“ angeboten. Es gibt auch ein paar Youtube-Videos; die Klangbeispiele sind von der Aufnahmequalität mittelmäßig, das Ding hört sich aus meiner Sicht aber ganz brauchbar an und trifft die klangliche Richtung des ARP 2600 auf jeden Fall (ich habe einen originalen ARP 2600 aus dem Jahr 1971, also noch einen mit den 4017 VCOs.

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      Tyrell  RED 1

      Wenn ich Zeit habe, mach ich mich schlau und ergänze das noch, vg und lieben Dank, Peter

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    anselm  

    Der TimeWarp 2600 software synth wurde von SoniVox übernommen und ist wieder für aktuelle Betriebsysteme zu bekommen. Bis zum 31.7.2018 gibt es ihn für 29€.

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    fritz808  

    …wie gerne würde ich mal wirklich 1:1 audiovergleiche haben zwischen avatar, arp2600 und ttsh. ansonsten vielen dank für den umfanssenden überblick.

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    DSL-man  RED

    Könnt Ihr bitte den Teil zum STP2600 entfernen oder richtig stellen.
    Bei Fragen dazu bitte mich kontaktieren.

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