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Green Box: Yamaha DX7II Centennial & DX7II E-Version

7. Dezember 2019

Major Tom to Ground Control...

Bevor wir loslegen, hier ein kleiner Überblick zu allen AMAZONA.de-Reportagen, die sich mit Yamahas Vintage-FM-Synthesizern befassen:

Wir schreiben das Jahr 1987

Yamaha ist die angesagte Company für Synthesizer, schließlich ist man seit 4 Jahren sagenhaft erfolgreich mit dem DX7 und seinen Geschwistern. Und nun ist Firmenjubiläum angesagt: 100 Jahre sind seit der Gründung des Unternehmens vergangen, so was gehört standesgemäß gefeiert. Und so entschließt sich das Produktmanagement für Sonderserien gleich mehrerer Instrumente. Im Bereich Synthesizer fiel die Wahl natürlich auf das Erfolgsmodell mit seiner so beliebten FM Tonerzeugung. Man schnappt sich also das Flaggschiff der Linie, das ist zu diesem Zeitpunkt der DX7IIFD. Und peppt ihn ordentlich auf. Das Resultat gibt es dann in einer Limited Edition von 300 Stück. Statt FD steht nun Centennial auf dem Bedienpanel. Was nicht der einzige Unterschied ist – Silber, Gold und viele Tasten sind es.

Zurück ins Jahr 2019

Da steht er also, der Yamaha DX7II Centennial, und ist über 30 Jahre alt. Das Gehäuse silberfarben, die Tastatur auf 76 Tasten angewachsen, und alle Buttons, Slider und Wheels sind golden. Nicht nur irgendwie, sondern tatsächlich mit 24 Karat Goldüberzug versehen. Als ob das nicht schon genug optisches Bling Bling wäre, nein, die Tastatur ist obendrein fluoreszierend und leuchtet in der Dunkelheit!

Zumindest nachdem man sie vorher ein paar Minuten ordentlich luxbestrahlt hat, denn der Effekt verfliegt nach einigen Momenten. Wir haben es also mit einem Hingucker zu tun, und bei seinem Anblick in echt staunt jeder nicht schlecht. Sogar alte DX Hasen, die sich ganz gut auskennen, wissen entweder nichts von der Existenz dieser Sonderserie oder hatten zumindest noch nie einen direkt vor sich. Schauen wir ihn also genauer an.

Außer diesen optischen Merkmalen und dem größeren Tastaturbereich unterscheidet ihn nichts gegenüber dem FD Modell. Jedoch gehören zum Lieferumfang dem Luxustouch entsprechend das Sustainpedal FC4, Expressionpedal FC7, Breath Control BC2, die Factory Sound ROM Cartridge sowie eine RAM 4 Cartridge, auf der eigene Sounds gespeichert werden können. Dazu ein edel gestalteter Notenhalter, ebenfalls in Silber und mit Glasplatte statt Drahtkonstrukt. Was beim damaligen Verkaufspreis von knapp unter DM 7.000,- (ca. Euro 3.500,-) auch als obligatorisches Zubrot verstanden wurde. Noch ein weiteres Gimmick hatte Yamaha damals in petto: eine extra gestaltete Bedienungsanleitung in elegantem Schwarz mit güldenen Lettern bedruckt. Ja ja, nobel nobel, man gönnt sich ja sonst nichts.

FM-Synhese in der zweiten Generation

Unter der Haube werkelt der Soundchip der zweiten FM Generation.

Die kann 16 Stimmen Polyphonie im Single Mode und halbiert sich auf zwei mal 8 Stimmen bei den Betriebsarten Layer und Split. 6 Operatoren werden in 32 festen Algorithmen verknüpft, wobei einer davon mit einer Feedbackschleife ausgerüstet ist. Dieses Angebot ist relativ überschaubar und erscheint neueren Strukturen, die frei verknüpfbar sind und wo jeder Operator mit einem anderen per Feedback hochgezüchtet werden kann, unterlegen zu sein. Ist es theoretisch auch, jedoch in der Klangpraxis nicht unbedingt. Die Reduktion macht das System erfahrungsgemäß einigermaßen schnell erlernbar und sorgt für ein aufgeräumt wirkendes Soundbesteck. Dass man trotz Unmengen existierender DX7 Presets noch immer völlig Neuartiges erstellen kann, ist der Beleg für dieses damals durchaus richtig gewählte Konzept.

Weiter geht es mit der Abteilung LFO

Auch hier geht es, verglichen mit heutigen Parametermonstern, geradezu spartanisch zu: 6 Verlaufsformen von Sine bis Random, dazu obligatorisch regelbare Geschwindigkeit, deren Einsatz als Rampe verzögert werden kann. Neben Single ist auch Multi Trigger möglich, was das Ganze bei Bedarf klanglich lebendig gestaltet. Intensität und Empfindlichkeit können für Tonhöhe und Amplitude eingestellt werden sowie Tastensynchronisation. Mit der Anschlagsdynamik kontrolliert man jeden Operator separat und erlaubt somit viel Feinabstimmung bei der Klangprogrammierung. Nichts besonders Opulentes, aber bedienungsfreundlich und praxisnah. Mit Fokus auf Feinabstimmung, und dieses Prinzip werden wir im weiteren Verlauf der Betrachtung noch öfter vorfinden.

Filter gibt’s bei FM keine, hier wird in Obertönen gedacht

Die in den Algorithmen als Träger und Modulatoren angeordneten Operatoren lassen sich stimmen und zwar in groben und feinen Schritten. So erzeugt man einerseits Schwingungsformen und andererseits grundsätzliche Obertonstrukturen. Die werden dann per Hüllkurvengeneratoren in gewünschte Form gebracht, im zeitlichen Verlauf versteht sich. Es gibt nämlich 6 davon, und die haben jeweils 8 Parameter, wo Levels und Rates eingestellt werden. Und alle die sind individuell kontrollierbar mittels Anschlagsdynamik und den oben genannten Fuß- und Blas-Zubehörteilen. Plus Aftertouch, Wheels und den beiden Control Slider rechts neben dem Volumeregler. Zwar vollführt man bei exzessiver Benutzung aller Controller gleichzeitig einen ordentlichen Stepptanz, angelt mit einer Hand nach Wheels und Slidern, wenn man mal gerade nicht beidhändig auf der recht sensitiv spielbaren Tastatur unterwegs ist und bläst zusätzlich noch ein wenig ins Mundstück des ergonomisch toll gestalteten Breath Controller, dessen Bügelgestell man sich auf den Kopf montiert hat. Aber was heißt das schon, denn dance like nobody is looking.

Andererseits, auf diese Weise benutzt zeigt die FM Tonerzeugung ihre wahre Stärke. Galaxien entfernt von klischeehaften 80er Jahre Sound der Gattung FM E-Piano oder Marimba und Glöckchen der Kategorie „a bell here and a ring there“, lassen sich ernstzunehmende Performances abliefern, die sich in Dynamik selbst mit modernsten Tonerzeugern durchaus messen können. Oder sogar besser sind. Kürzlich habe ich klassische DX Sounds im Korg Kronos gespielt, er nimmt die ja in MOD7 via SysEX Data Dump direkt an. Verglichen mit dem Yamaha DX7II Centennial klingt es aber unerwartet weichgespült, und das hat nichts mit dem Einsatz interner Effekte oder dergleichen zu tun. Es müssen noch andere Faktoren wie A/D Wandler und andere Bauteile eine Rolle dabei spielen. Im direkten Vergleich ist der hörbare Unterschied geradezu auffällig. Der DX Sound jedenfalls kommt geradezu rotzig, breitschultrig oder je nachdem auch kräftig bissig grell daher, und vor allem besonders präsent. Wenn es um plakative Sounds geht. Er kann aber auch weiche Schmeicheleien, perlend-fluffige Backgrounds, spacige Collagen und Soundeffekte, die nicht im direkten Vordergrund stehen, sondern im Arrangement als Beiwerk das gewisse Etwas abliefern. Ein bisschen was davon hören Sie in den Soundbeispielen. Wer diesen Realtime Performance Zinnober nicht veranstalten will oder kann, der wird das via MIDI erledigen. Man legt sich einfach Controller Spuren an, nachdem die Parts eingespielt sind. Dann können in aller Ruhe einzelne Klangelemente separat bearbeitet werden – und das ganz ohne Computermaus.

Werfen wir einen Blick auf weitere Yamaha DX7II Centennial Features, die nicht direkt mit dem Klang zu tun haben. Da wäre die MIDI Abteilung. Sie ist typisch 80er Jahre ausgestattet: MIDI In, Out und Thru Buchsen auf der Instrumentenrückseite, maximal 2 Channels gleichzeitig.

Fractional Scaling und Micro Tuning

Das sind sicherlich Parameter Optionen für Unerschrockene, denn spätestens ab da wird es tiefgründig und zeitaufwendig. Bei Ersterem geht es um feinste Abstimmungen für Lautstärke und Farbe eines Sounds, die hier in Gruppen zu je 3 Tasten vorgenommen werden. Zwar kann das Scaling auch mittels linearer und exponentieller Kurven mit beliebigen Schnittstellen auf der Tastatur pro Operator Richtung Bass und Diskant eingestellt werden, doch noch detaillierter klappt das mit dieser Fractional Scaling Option. Im zweiten Fall handelt es sich um die skalierbaren Tonhöhen für speziellen musikalischen Kontext. Dafür liegen eine Reihe verschiedener Stimmungen bereits vor, darunter Werckmeister, Valotti & Young und welche, die für bestimmte Tonarten vorbereitet sind. Darüberhinaus kann man eigene Micro Tuning Tables anlegen, eine Sache für Spezialisten unter den Komponisten der Abteilung Neue Musik. Das ist verglichen mit normalen Sounddaten recht datenintensiv, daher müssen die separat auf Cartridge abgelegt werden. Für diesen Fall wird eine Cartridge entsprechend formatiert und steht nicht mehr für Sounds zur Verfügung und muss bei Einsatz derart gestalteter Klänge auch stets im Cartridge-Schacht stecken.

Unisono Mode: Der greift zwar beherzt auf die für heute verhältnismäßig knappe Polyphonie zu, doch es lohnt sich. Dann fängt der DX7II Centennial an zu fauchen. Das ergibt wabernde Bässe, mit denen leerstehende Bürogebäude oder marode Industrieschornsteine sehr viel eleganter als mit traditionellen Methoden eingerissen werden können. Weiter angereichert mit externen Effekten wie Delay und Stereo Chorus – kurz gesagt, es wird dann auch noch ziemlich breit.

Überhaupt wegen Effekten, daher ein kurzer thematischer Sprung: Erst Ende der 80er Jahre kam es in Mode, Synthesizer mit internen Effektgeräten auszurüsten. Daher ist es wie bei seinen optisch unscheinbareren Geschwistern DX7IID und FD auch beim DX7II Centennial mau damit. Weshalb man dieses Manko mit externen ausgleichen sollte. Zwar klingt er bereits ohne solche durchaus komplett, jedoch etwas sehr trocken. Besser wird die Sache mit Delay, Reverb, Chorus, Flanger, Phaser, Distortion. Wie bitte, ein Verzerrer? Aber ja! Gerade dynamisch spielbare Lead Synths lassen sich mit Tube Screamer und Konsorten derart aufmotzen, dass es eine Pracht ist. Hendrix lässt grüßen. Überhaupt kommt der DX mit Bodentretern der Gitarrenabteilung erstaunlich gut klar. Bei den Soundbeispielen hier habe ich weitgehend drauf verzichtet, in erster Linie lediglich ein wenig Reverb, damit es nicht gar zu trocken klingt.

Angesichts solcher Features im Yamaha DX7II Centennial wie Fractional Scaling und Micro Tuning ist es keine Überraschung, dass man beim Centennial auch Portamento Methodik abseits üblicher Pfade kennt. Zunächst wird zwischen typisch stufenlosem Gleiteffekt und einem treppenartigen Glissando differenziert. In Kombination mit dem Sustainpedal kann das nochmals unterschiedlich behandelt werden: Einmal wird etwa ein Akkord einfach gehalten, während man gleichzeitig eine Note mit Portamento gleiten lässt, im anderen Fall folgt der angehaltene Akkord einem weiteren mit Portamento. Typisches wahlweise Legato oder Full Time Portamento geht natürlich auch. Ähnliche Tricks kennt die Pitch Bend Funktion. Abgeschaut von Pedalsteel Guitar kann hier eine einzelne Note eines Akkords gebendet werden, während die verbliebenen auf ihrer Tonhöhe verharren.

Performance Mode, da wird es dann noch mal richtig interessant, denn hier operiert der Keyboarder nicht mehr an der Klangformung generell, sondern an Details, die gerade beim virtuosen Spielen gute Dienste leisten. In diesem extra Play Mode wird gelayert, gesplittet, auf Audio Outputs verteilt, Functions für Controller vergeben, mehrere Stereo Effekte ermöglicht. Alles das wird separat gespeichert, wobei eine Tücke des Objekts auf den Musiker lauert: Da sich Single Sounds sowohl intern als auch auf Cartridge speichern lassen und eine Performance sich das merkt, ist eine Mischung dieser beiden Speicherarten unpraktisch, sobald das auf mehreren Datenträgern bunt verteilt ist. Der DX findet nämlich nur das, was er notiert hat und verlangt das dann auch immer. Ebenfalls im Performance Mode sind die beiden Control Slider neben Master Volume aktiv.

Ihnen kann je Programm wahlweise eine Reihe von Parametern zugeordnet werden, die sich hinterher während des Spielens verändern lassen. Ob das ein Operator 6 Output Level ist, Operator 1 EG Level 2 oder Portamento Time, wird dabei dem Musiker überlassen. In Wahrheit hängt das am speziellen Sound, was wirklich sinnvoll ist. Muss man sich nur gut merken, was bei der Bewegung der Slider jeweils klanglich passiert. Ist jedenfalls eine gute Methode, den Sounds neben den Controllern wie Pedale und Breath Control mit noch weiterer Einflussnahme in Echtzeit beizukommen, ohne in den Edit Mode steigen zu müssen.

Speicher, Cartridge, Diskette

In den 80ern war das Luxus: Der DX7II Centennial hat einen internen Speicher für 2 mal 32 Single Sounds plus 32 Performances, einen Schacht für ROM und RAM Cartridges sowie ein 3,5“ Floppy Disk Laufwerk, auf denen jede Menge aller Datentypen gesichert werden können. Von SysEx Data Dump zum Computer oder Hardware Sequencer via MIDI erst gar nicht zu reden. Heutzutage sind solche RAM-4 Cartridges, die einen kompletten internen Speicherinhalt fassen können, nicht leicht zu bekommen. Und wenn man eine erwischt, dann werden selbstbewusste Geldbeträge verlangt. Was in Sachen Preise damals übrigens nicht anders war, um 150 Mark (= Euro 75,-) kostete eine. Die alternative Diskette ist deutlich erschwinglicher, lädt die Daten ziemlich schnell und kann somit als bühnentauglich bezeichnet werden. Allerdings sind auch die 2DD Floppys rar geworden. Die gute Nachricht ist, dass der DX7 für heutige Verhältnisse geradezu lächerlich geringe Datenmengen produziert, so dass auf einer Disk eine Menge Zeug Platz findet. Bei den geforderten Größenordnungen sprechen dabei über das fast vergessene Wort Kilobyte. Wer also 10 davon besitzt, hat definitiv auf Lebenszeit ausgesorgt.

Masterkeyboard DX7II

Nebenher kann der Yamaha DX7II Centennial durchaus auch als Masterkeyboard eingesetzt werden, denn die Klaviatur mit 76 Plastiktasten zählt zu den besseren ihrer Art. Anschlagsdynamik und Aftertouch sind gut kontrollierbar, Programmwechselbefehle an externe Tonerzeuger via MIDI werden auf Tasterdruck gesendet oder sogar als Liste den internen Programmen zugeordnet, es gibt Wheels und andere Controller, deren Daten gesendet werden. Passt also.

Nun zur Version E!. Das Ausrufezeichen hinter dem E sagt alles. Was das aus dem DX7 macht, erinnert an das, was man auf der Autobahn manchmal im Rückspiegel sieht, wenn auch nur für einen kurzen Moment: Ein 3er BMW mit M-Schriftzug im Kühlergrill. Dann ist eins gewiss, dieses aufgerüstete Kraftpaket in Nahkampfmontur will unmissverständlich überholen. Ist das hier vorgestellte DXII Centennial Limited Edition Modell also noch nicht genügend außergewöhnlich, dann sorgt spätestens die darin eingebaute Grey Matter Version E! dafür. Denn die Zusatzplatine der US Company besiegelt dem silbernen DX seinen endgültigen Ritterschlag.

Octal Mode für 8 Sounds gleichzeitig, auch als Multisplit über die Tastatur verteilt oder für 4-fach Layer, ein 16-Track Sequencer, erweitertes Micro Tuning, Speicherweiterung auf 4 Bänke, eine Engine für weitere Performance Modes namens Chord und Patterns, zusätzliche Masterfunktionen für MIDI Steuerung externer Instrumente – all das gesammelt speicherbar als E-RAM Datenpaket auf Diskette. Die Bedienung der E! Funktionen erfolgt mittels Mehrfachbelegung auf den vorhandenen Programm- und Speichertasten. Diese zusätzlichen Features erlauben gegenüber der Konfektionsware natürlich ganz neue Klangmöglichkeiten sowie komfortable Performance Optionen wie Floating Split und Player, das eine Art automatische Begleitung mit Akkordprogressionen und Arpeggien für die linke Hand darstellt, während mit der rechten Solospiel möglich ist.

Verarbeitung und Technik

Die Yamaha DXe allgemein sind ziemlich robust gebaut und vertragen auch hartes Herannehmen auf der Bühne. Technikprobleme sind nicht allzu häufig, nach ein paar Jahren muss jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit die Speicherbatterie ausgewechselt werden. Obwohl das Instrument insgesamt durchaus als servicefreundlich aufgebaut bezeichnet werden kann, von den vielen Schraubverbindungen des Gehäuses mal abgesehen, ist der Batteriewechsel ein wenig umständlich. Aufschrauben, alte Batterie raus, neue rein, zuschrauben – das klappt leider nicht. Es sind aber liebevoll gestaltete Anleitungen im Internet zu finden, wenn das jemand unbedingt selber erledigen will. Das gilt auch für das Service Manual. Ich habe von Displays gehört, die kontrastschwach werden können, Tastenkontakte und Program Buttons, die nicht mehr richtig wollen, sowie arbeitsverweigernde Floppy Disk Laufwerke. Ersatzteile direkt von Yamaha sind kaum zu kriegen, die Serie wird offiziell nicht mehr unterstützt, was nach so vielen Jahren verständlich ist. Dennoch gibt es bei Service Stationen und Online Versendern durchaus Teilevorrat, man muss sich im Einzelfall halt umschauen. Notfalls wird ein intaktes Modell aufgekauft und als Teileträger eingesetzt.

Angesichts der geringen Centennial Stückzahl, die je gebaut wurde, ist ein gängiger Gebrauchtpreis kaum auszumachen. Wenn überhaupt ein Besitzer das Instrument freigibt, dann kommt es noch auf den Zustand an. Es gibt welche, die sind bühnengepeinigt und neben bösen Kratzern auf dem Gehäuse fehlen schon mal Tasterkappen. Die goldenen sind nämlich nur auf schwarze aufgesetzt und können etwa beim Transport mal verloren gehen. Andere dagegen sind liebevoll wohnzimmergepflegt ohne geringste Macke. Meine Recherchen lieferten generell spärliche Ergebnisse. Im Bereich deutlich unter Euro 2.000 für übelst zugerichtete Instrumente gänzlich schmerzbefreiter Besitzer und einiges über Euro 3.000 für welche im Zustand wohnzimmergepflegt mit leichter Patina nach fast 30 Jahren oder gar sogenannter Mint Condition. Version E! und eventuell perfekt abgestimmtes Zubehör hinsichtlich Sound Content, Flightcase, weitere Pedale und RAM/ROM Cartridges gleich welchen Umfangs nicht mitgerechnet.

Der DX7II Centennial ist mit all diesen speziellen Eigenschaften eine ganz besondere Rarität, klingt einfach toll und ist und dank seiner Silber/Gold Optik definitiv ein Kandidat für die Königsklasse unter den Vintage Keys, Subkategorie Digital Synthesizer.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    hejasa  

    „Der DX7II Centennial ist mit all diesen speziellen Eigenschaften eine ganz besondere Rarität, klingt einfach toll und ist und dank seiner Silber/Gold Optik definitiv ein Kandidat für die Königsklasse unter den Vintage Keys, Subkategorie Digital Synthesizer.“
    Fasse mich kurz, würde ich unterschreiben, wenn ich ein Urteil abgeben müsste.
    Danke für den informativen Artikel!

  2. Profilbild
    lightman  AHU

    Optisch konnte ich dieser Sonderversion noch nie was abgewinnen, klanglich und funktionsmäßig ist das aber eine tolle Kiste. Sowas zu haben wäre schon cool, allerdings tendiere ich mehr zum ersten DX-7 (in meinem Fall TX-7), der rauscht zwar, hat aber auch eine knackige Präsenz und Direktheit im Sound, den die etwas gezähmt wirkenden Nachfolger in meinen Ohren nicht mehr in der Form aufweisen. Ein echter Charaktersynth, dessen Leben jenseits der durchgenudelten DX-Rhodes erst so richtig beginnt.

    Keyboarder/ Performer werden das anders sehen, für die sind die Folgeversionen und natürlich auch diese Jubeledition eine tolle Sache, weil deren Anforderungen bezüglich Layers/Splits und dergleichen mehr berücksichtigt werden. Studiomusikern und angehenden DX-Fans empfehle ich bei Interesse ausgiebige Tests der alten und neuen Versionen, vielleicht gehts euch dann ja wie mir. :)

  3. Profilbild
    whitebaracuda  

    Dank für den schönen, gut recherchierten Artikel!
    Die güldnen Knöpfe und die Leuchttasten sind auch nicht meins. Aber der Rest gehört auch nach 30 Jahren nicht zum alten Eisen.
    Meinem DX7II musste ich nebst Speicherbatterie alle Druckschalter ersetzen da einige ihren Dienst versagten. Das war aber, wie du im Artikel richig sagst, keine grosse Sache. Auch die Grey Matter E! Karte habe ich gleich mit eingebaut. Aber dazu gekommen sie zu nutzen bin ich noch nicht.

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