Kopierschutz wie iLOK, eLicenser für DAWs und Musiker Plugins

21. Juni 2019

Sicherheit für Studio-Software

Alles über Kopierschutz wie iLok, eLicenser, Dongles & Co

Alles über Kopierschutz wie iLok, eLicenser, Dongles & Co

Manchmal könnte man sich selbst ohrfeigen! So geschehen neulich bei der Umgestaltung meiner Studioumgebung. Tisch neu gemacht, Bildschirme tiefer gestellt, neues Masterkeyboard, alles ergonomisch angeordnet. Beim frisch Verkabeln passiert es dann: ;ein aktiver USB-Hub erhält das falsche Netzteil. Das Problem, an dem aktiven Hub hängt ein passiver Hub, in dem seit Jahren meine Dongles stecken. An Bord: Ein iLok 1.Generation, ein e-Licenser, ein alter Logic Dongle und ein USB-Stick mit weiteren Lizenzen. Ergebnis der Aktion: Zwei der vier Lizenzgeber sind hinüber und werden nicht mehr erkannt. Damit ist ein Großteil meiner Software nicht mehr nutzbar, der Supergau.

Sicherlich bin ich nicht der erste, der solch einem Szenario entgegensieht und sich fragt, welches Lizenzsystem in solchen Fällen das Beste ist. In diesem Artikel stellen wir euch die wichtigsten Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Wir starten mit i wie …

Dieses Duo ist schuld

Lizenzierung Musiker-Software über einen iLok

Nun denn, der iLok wird mit einer Software, dem iLok License Manager, verwaltet. Dabei muss nicht zwangsläufig ein iLok als Hardware vorhanden sein, denn es gibt auch die Möglichkeit einer Freischaltung direkt auf dem Rechner oder aber in der iLok Cloud. Welche der drei Möglichkeiten angeboten werden, ist dem jeweiligen Hersteller überlassen, der auf das iLok-Lizenzsystem zugreift.

Der iLok License Manager

Innerhalb des License Managers lassen sich die Autorisierungen auch verschieben. Also packe ich nun einfach meine Autorisierungen auf den Rechner und kann weiterarbeiten, richtig? Gut, iZotope erlaubt nur den Hardware-Schutz mit iLok, da muss ich dann schauen, wie sich das lösen lässt.

Soweit die Theorie, leider sieht die Praxis etwas anders aus. Der iLok wird nicht erkannt, also ist kein Zugriff möglich, fertig.

Meine Suche nach einer Lösung führt mich beim iLok-Anbieter zu RMA, die Return Merchandise Autorisation. Also einfach auf der iLok-Support-Seite den Fall schildern und die geben dann meine Lizenzen wieder frei? Nicht ganz, zunächst einmal ist die Erstellung einer RMA mit Kosten verbunden. 49,95 Dollar sind dafür an den iLok-Anbieter PACE Anti-Piracy zu überweisen. Dafür bekomme ich nun meine Lizenzen wieder, die sich ja sicher anhand meines Accounts überprüfen lassen? 

Alles über Lizenzsysteme wie iLok, eLicenser, Dongles & Co

iLok

Nein, es kommt noch schlimmer, der defekte iLok ist mit Zollerklärung in die USA zu schicken. Erst danach, wenn er dort eingetroffen ist und überprüft wurde, sind die Autorisierungen wieder freigegeben. Das kann im Ernstfall zwischen einer und mehreren Wochen dauern. PACE erklärt sich bereit, bei Übernahme der Versandkosten den defekten iLok zu ersetzen. Da das aber eine weitere Zeitverzögerung bedeutet hätte, habe ich darauf verzichtet, diese Option zu wählen und habe mir lieber einen neuen iLok hier vor Ort besorgt. 

Kosten der Aktion: Die 49,95 Dollar an PACE, neuer iLok für 46,- Euro und 19,89 Euro Versand, kein billiger Spaß. Hinzu kommt die Zeit, in der man seine Software nicht nutzen kann, das kann noch viel teurer werden.

Um das zu vermeiden, hat PACE das ZDT, Zero Downtime Angebot, am Start. Für 30,- US-Dollar im Jahr werden die Lizenzen im Ernstfall für 2 Wochen sofort freigegeben, dieser Zeitraum sollte genügen, um das vorab geschilderte Prozedere durchzuführen. Hat man sich nicht schon vorab zu ZDT entschieden, kann das auch noch bei der Meldung der RMA dazugebucht werden. Hier verlangt PACE dann aber noch einen „kleinen“ Aufpreis von 100,- US-Dollar.

Lizenzierung Plugins über e-Licenser

Glücklicherweise hat der Steinberg Key mein persönliches Desaster überlebt. Hierauf befindet sich u. a. meine Wavelab-Autorisierung. Auch andere Firmen nutzen den Lizenz-Key, so ist bei mir noch die Korg Legacy Collection über den Stick freigeschaltet. Verwaltet werden die Lizenzen mit dem eLicenser Control Center. 

Das eLicenser Control Center

Neben der Autorisierung auf dem Dongle kann alternativ auch ein Lizenzcode direkt auf den Rechner geschrieben werden. Wird Rechner oder Betriebssystem erneuert, steht hier eine Reaktivierung an.

Lizenzen vom Soft-eLicenser können auch auf den USB-eLicenser übertragen werden, der umgekehrte Weg ist allerdings nicht möglich, wieso auch immer.

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Geht der USB-eLicenser verloren oder ist defekt, so können die enthaltenen Lizenzen auf einen neuen Stick transferiert werden. Voraussetzung hierfür ist aber, dass der Key vorab in einem MySteinberg Konto registriert wurde. Dann verspricht Steinberg Zero Downtime sofortige Abhilfe.

Im Verlustfall kann über das MySteinberg Konto eine 25 Betriebsstunden laufende Ersatzlizenz angefordert werden. Die kann aber nur auf einen USB-eLicenser übertragen werden. Wer sich also keine zeitlichen Ausfälle seiner Steinberg Software leisten kann, sollte einen Ersatz-Stick bereithalten. Mit knapp 20,- Euro ist diese Absicherung sicher nicht zu teuer bezahlt. Nach Überprüfung durch den Steinberg Support erhält der Kunde dann seine unbegrenzten Lizenzen zurück.

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Steinberg Key USB-Licenser

Wer sich also absichern möchte, kann das bei Steinberg kostengünstig tun. Das MySteinberg Konto ist kostenfrei, der Ersatz-Stick ist günstig zu kriegen.

Kopierschutz-Lizenzierung über einen USB-Stick

Ein weiteres Opfer meiner Aktion: der USB-Dongle. Viele Software-Anbieter erlauben inzwischen auch eine Autorisierung auf einem normalen USB Stick. So z. B. der Hersteller Waves. Die israelische Firma ist auf meinem Rechner mit einem umfangreichen Paket vertreten. Verwaltet werden die Lizenzen mit Waves Central. 

Waves Central, deutlich besser als sein Ruf

Hier lassen sich die Autorisierungen zwischen USB-Devices, Rechner und My License Cloud verschieben. Das kann so oft wie gewünscht geschehen. Wenn aber, wie bei mir, die Lizenzen auf dem Stick liegen und der nicht mehr erkannt wird, versagt die Portierung. 

Aber Waves zeigt sich da kulant. In Waves Central lässt sich unter dem Eintrag „Licenses“ der Untereintrag „Recover Licenses“ erreichen. Hier lassen sich die Autorisierungen wieder freischalten und können nun problemlos auf einen neuen Stick transferiert werden. 

Wer nun aber denkt, super, dann lege ich mir doch einige Sticks als Reserve an, hat sich leider geschnitten. Waves erlaubt dieses Verfahren nur ein Mal im Jahr. Trotzdem, wer in früheren Zeiten von der oft komplizierten Autorisierungspolitik von Waves abgeschreckt wurde, hier hat sich seit Waves Central viel zum Besseren gewendet.

Noch einfacher gelingt die Wiederherstellung bei der Plugin Alliance. Hier kann einfach im Account auf der Website der defekte Stick deaktiviert werden, dafür wird der Neue aktiviert und kann nun benutzt werden. 

Die Online-Autorisierung von PlugIn Alliance

Zudem sind in der Regel pro Plugin drei Autorisierungen möglich, das gibt zusätzliche Sicherheit. Das eben beschriebene Verfahren verbraucht aber keine weitere Lizenz.

Genau so unproblematisch gelingt die Rettung bei Overloud. Auch hier, altes USB-Device deaktivieren und das Plugin auf einem neuen Device erneut aktivieren. Und auch hier werden drei unabhängige Autorisierungen erlaubt.

Kosten für das Wiedererlangen meiner Lizenzen: 5,- Euro für einen neuen USB Stick.

Lizenzierung DAW über den Logic Dongle

Hier stellt sich die Sache ganz einfach dar. Der Dongle hat die Aktion zwar überlebt, wird aber ohnehin nicht mehr benötigt. Der Grund für meinen Dongle: Ich habe noch lange mit Waveburner gearbeitet. Das Programm machte genau das, was ich zur CD-Erstellung benötigte, um schnell und sauber zu arbeiten. Ja, ich habe tatsächlich im Bereich Chor- und Orchester-Recording noch Kundschaft, die das Ergebnis fix und fertig auf CD gebrannt haben möchte.

Den Logic Dongle habe ich daher einfach stecken lassen, da ich mir nie ganz sicher war, ob Waveburner ihn abfragt oder nicht. Für Logic wird er schon seit Ewigkeiten nicht mehr gebraucht, ich glaube Logic 7 war die letzte Version, die über einen Dongle gesichert wurde.

Nun denn, seit der letzten Betriebssystem Aktualisierung auf OS 10.12. hat sich Waveburner aber erledigt, leider nicht mehr lauffähig. Wird wohl Zeit, dass ich mich an Steinbergs Wavelab gewöhne.

Die neue Dongle Station

Fazit

Wie ich im mühsamen Selbstversuch bewiesen habe, kann man sich mit einer kleinen Unachtsamkeit sehr viel Ärger einhandeln. Neben der Zeit, die es braucht, alles wieder ans Laufen zu bekommen, treten gerade beim iLok nicht unerhebliche Kosten auf. Wer direkt weiterarbeiten muss, dem bleibt keine Wahl. Zu den Kosten von ca. 110,- Euro, die mir entstanden sind, kommen noch 130,- Dollar für ZDT dazu, falls diese Option nicht schon vorab gebucht wurde.

Alternativen, um dem Dongle-Tod zu entrinnen, bieten sich oft durch eine Autorisierung auf dem Rechner. Da hierbei aber meist nicht klar ist, auf welcher Komponente des Systems die Lizenz geschrieben wird, kann das bei Austausch, Aufrüstung oder neuem Betriebssystem auch zu Komplikationen und/oder Mehrarbeit führen.

Einige Hersteller bieten inzwischen eine Lizenzierung in einer Cloud an. Das scheint mir gelegentlich eine gute Lösung zu sein. Beim iLok können so die entsprechenden Programme auch in fremden Studios benutzt werden. Der Rechner muss dafür allerdings permanent online sein, das lieben nicht alle Künstler, mich eingeschlossen.

Bei Waves Central wird der eine Rechner erst abgemeldet, dann kann der neue angemeldet werden. Da ist es evtl. doch praktischer, den Stick mitzunehmen. Aber aufpassen, nicht verlieren das Teil.

Forum
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    Markus Schroeder  RED

    Sorry, das zu hören, mein Mitgefühl.

    bzgl. iLok : Theft & Lost Coverage TLC, ist in ZDT enthalten, muss man nur einschalten BEVOR das iLok hinüber geht. Dann brauchts auch kein RMA-Verfahren, nur ein neues iLok. Der iLok muss dann alle drei Monate ans Internet, egal von welchem Rechner, sonst wird er automatisch als gestohlen oder kaputt deklariert. Der iLok Manager warnt automatisch 10 Tage vor Ablauf.

    BTW: bei iLok Festplattenautorisation sind die Lizenzen komplett weg und sind durch ZDT/TLC nicht abgedeckt, ist also die schlechteste der Optionen.

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      Armin Bauer  RED

      Hi Markus,

      danke dir für die zusätzlichen Infos. Nun denn, habe mich gegen ZDT entschieden, ist ja auch ca. 15 Jahre gut gegangen.
      Wer allerdings jeden Tag auf eine funktionierende Studioumgebung angewiesen ist, der kommt da wohl nicht drum rum.

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        Markus Schroeder  RED

        Hi Armin, gerne, Ich finde TLC ist beim iLok absolute Pflicht, vor allem wenn da Lizenzen für mehrer tausend Euro drauf sind. Das lässt einen (mich) deutlich ruhiger schlafen und vor allem reisen! :)

        Noch ’ne Frage zum eLIcenser: Mein Kenntnisstand ist, dass nur Lizenzen von Steinberg ersetzt werden, wenn dem Dongle etwas zustößt, während Lizenzen von Drittanbietern komplett verloren gehen? Zumindest war es vor Jahren so.

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          Armin Bauer  RED

          Hi Markus,

          hatte meine Infos zum eLicenser vom Steinberg Support. Nach den Drittanbietern habe ich nicht gefragt, kann mir aber nicht vorstellen, dass Steinberg dafür gerade steht.
          Im Grunde sollte man es für jeden Anbieter abklären, BEVOR was passiert.
          Ich habe jedenfalls meine Lektion gelernt.

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    swift  

    Wohl dem, der nur Hardware und OpenSource Software nutzt. Da erspar‘ ich mir den ganzen Schmarren.

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      bluebell  

      Ich muss auch zugeben, ich tue mich schwer mit Mitleid. Schließlich wissen die Käufer von Plugins mit unverschämtem Lizenzgekasper, dass sie damit die Hersteller ermutigen, immer unverschämter zu werden. Ein von der Rechnerhardware unabhängiger Lizenzkey ist angemessen, iLoks und Nachhausetelefonierer sind für mich inakzeptabel.

      Ich persönlich würde es schon unerträglich finden, keinen Quellcode zu haben, sodass ich notfalls mein Lieblingsplugin neu kompiliere, wenn sich nach einem Betriebssystemupdate eine Unverträglichkeit zeigt.

      Aber jeder wie er will. Bald schicken die Plugin-Junkies, die den jetzt noch analoger klingenden 147. Kompressor haben müssen, auch Blut- und Urinproben ein und überschreiben dem Hersteller das Recht auf ihr erstgeborenes Kind, wenn das die Lizenzbedingungen sind.

      „Mit dem cLicenser übertragen Sie ganz einfach und bequem die Rechte an Ihrem erstgeborenen Kind an DarkAllianceOfPlugins“.

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    teofilo  

    Sorry hab nicht gelesen, da ich alle Lösungen mit Dongle vermeide – was geht. Mich ärgerte jedoch das Wort „Sicherheit“ in der Überschrift…

  4. Profilbild
    Hein Bloed  

    Für die Rechner, Monitore, Audio-Interfaces und Software wird richtig Geld ausgegeben, aber dann stecke ich die Dongles in einen Hub von Hama der von einem Typhoon Netzteil unter Saft gesetzt wird?
    Kann ich nicht wirklich verstehen.
    Der jetzt benutzte Hub ist doch auch wieder so ein Billigteil aus dem Media-Markt. Ich finde das leichtsinnig.

    (Kurz mal nachgegoogelt, es gibt auch durchaus proffessional grade Hubs, z.B. bei Wiregate und vermutlich noch zig anderen Anbietern für Admin-Bedarf )

    • Profilbild
      Armin Bauer  RED

      Äh nein, Hein.
      Der aktive Hub war Hama mit dem entsprechenden Netzteil. Der Typhoon ist kein Netzteil, sondern der passive Hub, in dem die Dongles steckten.
      Hat ja auch jahrelang funktioniert, wenn ich nicht das falsche Netzteil angesteckt hätte. Normaler Weise beschrifte ich die Dinger, seit Gerät und Netzteil nicht mehr durch den selben Namen klar erkenntlich sind.
      Und ja, der neue Hub ist billig und aus dem M-Markt, funktioniert aber. Und ist passiv, dürfte also nichts in den Orcus reissen.

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        Armin Bauer  RED

        Hmm, was willst du mir damit sagen?
        Unsere Studioumgebungen sind so komplex geworden, da kann überall ein Fehler auftreten.
        Auch ein Hub für den 10fachen Preis kann mir keine absolute Sicherheit garantieren.
        Ich kann nur die Fehler minimieren, also keine Hubs mehr hintereinander hängen, ein Passiver, den direkt am Rechner.
        Ein Beispiel: An meinem iMac hängt ein Thunderbolt Dock. Nach längerer Recherche habe ich mich für ein Markenprodukt entschieden. Eine ebenso renommierte Marke im selben Preisfenster sollte wohl Probleme machen, evtl. sogar die Schnittstelle grillen. Bisher scheint es so, als hätte ich mich richtig entschieden. Garantie? Keine.

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          Stephan Merk  RED 1

          Also das stimmt jetzt aber so nicht. Genau wie bei Kabeln und Musikequipment gibt es im Computerbereich ebensolchen Ramsch, der sich durch billige Netzteile, schlechte Verkapselung der Elektronik und Übergangswiderstände schlampiger Buchsen negativ auszeichnet. Hama hat allerdings ein gutes Marketing, so dass man billigen Chima-Kram in teuren Verpackungen als scheinbar hochwertig verkaufen kann. Die Margen im Fachhandel sind phänomenal, am DVD-Player oder Drucker bleibt weniger hängen, als am optionalen HDMI- und USB-Kabel. Was daran teuer ist, ist das Claim und die schönen Kabelregale und die umweltschädlichen Plastikpackungen. Allerdings kommen jetzt die chinesischen Billigmarken auf, die Hama das Leben schon etwas schwer machen und dem Handyverchecker auch, der sein Geld jetzt mit Versicherungen verdienen muss. Sorry, dass ich das so deutlich schreibe, aber das sind unter Anderem die Gründe, warum ich mich aus dem Handel zurückgezogen habe.

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            Hein Bloed  

            Die Kabel werden auch immer vergessen. Bei Instrumentenkabeln ist klar, dass man hochwertig abgeschirmtes Material mit vernünftigen Steckern kauft, bei den den ganzen Kabeln die am Computer hängen (USB, HDMI, Netz etc.), wird darauf anscheinend öfters nicht geachtet.
            Gute Kabel sind dabei über den Versandhandel nur unwesentlich teurer als der Ramsch, den man im Elektronik-Großmarkt rumliegen hat, wen man ein bischen sucht, sogar in Deutschland oder wenigstens der EU hergestellt. Viele sehen auch deutlich besser als oder erleichtern durch ihre Farbgestaltung das Auseinanderhalten.

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      Armin Bauer  RED

      Na ja, dann schränkt man sich schon stark ein. V.a. macht man sich ja erst Gedanken, ob man eine Software haben möchte und schaut dann auf die Lizenzierung.
      Kann auch sein man nutzt einen Software schon seit Ewigkeiten und dann wird das Lizenzmodell gewechselt. Was tun?
      Oder sie ist irgendwann nicht mehr lauffähig, Prozessorwechsel, Betriebssystem. Ist mir ja eben mit Waveburner passiert.
      Ich hatte auch mal eine Zeit im Studio, da ist monatlich ein Hardware Teil ausgestiegen, war wie verhext.
      Also was tun? Vielleicht hat Markus recht, Klangstäbe und Stimme und bitte nur live.

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        lightman  AHU

        Ich fühle mich nicht eingeschränkt, ganz im Gegenteil. Da ich für meine Zwecke kaum Software brauche und auch keine kommerzielle Musik im Sinne von Radio/Fernsehen/Film oder dergleichen produzieren muß, bin ich in der glücklichen Lage, mich nicht auf die Wegelagerei und den Donglewahnsinn von Teilen der Industrie einlassen zu müssen, die legitime Benutzer mehr quälen, als Raubkopierer.

        Die Vorstellung, auch nur eine Minute meiner wertvollen Zeit für derlei geistlose Kopierschutzmaßnahmen zu verschwenden, ist für mich schlichtweg grotesk. Wer das aus beruflichen Gründen mitmachen muß, hat mein vollstes Mitgefühl.

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    cosmolab  

    Ganz vielen Dank für den Artikel!
    Ich hatte viele Jahre keine Dongle-verkrüppelte Software mehr im Einsatz (die letzte war wohl Cubase 3.7 oder so, noch mit Parallelport – Dongle!) – bis kürzlich was mit iLok aufschlug.
    *Eigentlich* war ich mir sicher, dass der USB-Dongle unter allen Varianten noch die angenehmste sei.
    Hauptgrund ist, weil auch für mich die Sache „Gschmäckle“ hat, wenn der Hersteller will, dass ich „zur Kontrolle“ immer am Internet „verfügbar“ bin und damit mehr oder weniger gleich noch ein Nutzungsprofil frei Haus mitliefere (ganz zu schweigen davon, dass wahrscheinlich gleich auch noch Buch geführt wird über das, was sich sonst noch so auf dem „Dongle“ habe). An KEINER Stelle wird übrigens dokumentiert, welche Informationen bei iLOK und Konsorten ins Netz abfliessen… obwohl es ganz klar personenbezogene Daten sind – eigentlich ein hübsch fieses DSGVO-Thema. ;-)

    Aber die Sache mit dem USB-Tod hat mich nachdenklich werden lassen…

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      Armin Bauer  RED

      Meiner Meinung nach ist der USB Dongle auch die beste Alternative. Wenn das dann noch wie bei Plugin Alliance und Overloud gehandhabt wird besteht kein Risiko mehr. Der defekte Dongle wird deaktiviert und ein Neuer kann aktiviert werden. Schnell, problemlos, keine Kosten.

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    Ensoniqs

    Ja, Hardware Dongles sind absoluter Mist, dennoch habe ich iLok und eLicenser, weil ich halt sonst die entsprechende Software von Steinberg oder SSL nicht nutzen kann , die ich nun einmal benötige.

    HW Dongles sind sowas von letztes Jahrtausend, aber ich denke dass auch die letzten Faulenzer wie Yamaha und Co den Dongle Mist bald abschaffen werden, bzw. „hybrid“ fahren werden.

    btw: Guter Überblick und gut geschrieben der Bericht.

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    gaffer  AHU

    Ein Thema, das wirklich nicht spassig ist. Ich kaufe eine Software für 200€ und weiss davor schon, dass ich einen guten Teil des Kaufpreises für einen Kopierschutz mitbezahle. Kopierschutztechniken in Software werden immer tiefer im Code verankert. Euer Rechner dankt es mit höherer CPU Last. Und es ist sinnlos, fast jeder Kopierschutz wird geknackt.

    OK, bis hierhin ärgerlich, aber noch nicht katastrophal. Dass eine Firma die Frechheit besitzt, mir ein ABO!!! für die Option die bezahlte Lizenz auch noch jederzeit einzusetzen abknöpft, haut dem Fass den Boden raus. Ich kannte Musiker, die ihre gekaufte Box (so was gabs mal) eingefolt im Regal stehen hatten und einen Crack davon zur Arbeit benutzten. OK, ist rechtlich sicherlich auch zweifelhaft, moralisch fühlten die sich auf der sicheren Seite. Mir ist das Problem von Arbeit und deren Bezahlung durchaus geläufig, ich hatte auch schon eigene Software verkauft. Und nein, ich weiß auch keine probate Lösung für dieses Problem. Die erste Software, die völlig ohne Kopierschutz ankam, war die von BeamTeam Mitte der Achtziger. Die habe ich mit richtig gutem Gefühl gekauft. Alle.

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    Franz Walsch  AHU

    Danke für den Hinweis zu »Waveburner«. So kann ich die Apple Aktualisierungen weiter ignorieren. Gerne und viel benutze ich »Waveburner«, das Programm ist der Hammer! Dazu brauche ich auch keinen Dongle etc..

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    Tyrell  RED 111

    Ich nutze nur iLok an einem Pro Mac mit Logic und komme damit wunderbar klar. Kürzlich den Rechner gewechselt, iLok umgesteckt, und schon waren alle Programme wieder verfügbar.

    • Profilbild
      Stephan Merk  RED 1

      Und was machste, wenn Du netten Besuch im Studio hast und einer denkt sich, coole Library, machen wir mal den Langfinger, ganz unabhängig, ob man die Zugangsdaten kennt oder nicht? Okay, wenn man noch einen USB-Platz frei hat, mag das ja noch ganz nett sein. Aber mobil juckelt so etwas den USB-Port nur aus und die Dongles sind ja auch nicht eben klein, zumindest in meinem Fall war das nicht so. Mal eben was umklemmen, da wäre mitunter auch eine Abbruchgefahr gegeben, weshalb mir auch keine langen USB-Sticks ins Haus kommen.

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        Markus Schroeder  RED

        Dafür gibt es ZDT mit TLC (Theft & Lost Coverage). Den iLok als gestohlen melden, neuen kaufen, Lizenen synchronisieren, fertig und ein iLok ist nicht viel größer als ein üblicher USB-A-Stecker.

        Sicher gibt es bessere Kopieerschutzlösung, aber nicht für die Plugins, die ich benutzen will.

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          Stephan Merk  RED 1

          Hallo Markus, mein damaliger iLok war bedeutend größer. Als ich dann Windows neu aufsetzen musste, führte das zu diesem Artikel: https://www.amazona.de/community/kopierschutz-musik-software/ Ich kann ja verstehen, dass viele sich an eine DAW binden und das als kleineres Übel nehmen. Ich habe aber genau deshalb nur die Waldorf Edition, alleine wegen der einfachen Freischaltung. Schaut man sich zudem an, wieso Alternativen wie Reaper so unglaublich günstig sind, ist die Frage aber schon berechtigt, was dieser Kopierschutz eigentlich den Käufer kostet. Die Musikindustrie hat’s ja auch probiert, DRM-geschützte Musik habe ich nur testhalber gekauft, seitdem man üblicherweise MP3-Files und Lossless-Dateien bekommt, kaufe ich deutlich mehr Musik und das auch gerne. Vinyl obendrein, aber das ist ja Hardware. ;)

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            Markus Schroeder  RED

            yup 100%! Reaper macht es vor, dass es durchaus rentabel sein kann, den Kunden nicht als Kriminellen zu abzustempeln – nichts anderes stellt Kopierschutz ja da.

            Im Spielebereich machen es GOG.com vor. Null Kopierschutz (außer dem Konto zur Kaufabwicklung und zum Sammlen der Käufe) und trotzdem kommen mehr und mehr neue Spiele auf dem Portal heraus.

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              Stephan Merk  RED 1

              Das Geheimnis bei Softwarehäusern ist, dass sie über Jahre die Preise zum Teil auch berechtigt hoch gehalten und die Kuh Anwender weitgehend gemolken haben. Erinnert sich noch wer an kostenpflichtige macOS-Versionen oder was das Update auf Windows XP (199 Euro) gekostet hat? Warum wird Software denn überhaupt kopiert? Weil sich die Nutzer diese nicht leisten können oder nur selten brauchen. Was passiert aber, wenn der Privatmann eine geklaute Office-Version nutzt? Dass er dem Arbeitgeber vorschlägt, MS Office zu nutzen. Demnach ist kein großer Hersteller an Raubkopien zugrunde gegangen, wie man uns das vor 30 Jahren weiß machen wollte. Dabei haben Entwickler bezahlbarer Apps, die – auch schwer definierbar – ihr Geld wert sind, sicher kein Problem mit Raubkopien. Man verdient dann halt über die Masse, wobei es natürlich Ausnahmen gibt. Im Bereich Screenreader beispielsweise ist der Supportaufwand immens und beiner Smartphone-Software sind bei mir rund 100 bis 150 Euro hängen geblieben. Das muss man dann mit Erstberatung und Support relativieren, was diesen Ertrag deutlich schmälert. Daher ist das Konzept Software as a service nicht schlecht, wer Beratung und Support wünscht, soll diesen eben kaufen. So auch die Unterscheidung zwischen Home- und Pro-Nutzer. Möglichkeiten gibt es genug, es muss ja auch nicht jede App für 89 Cent verramscht werden.

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                Hein Bloed  

                Die Kopierschutz vs. Cracker/Warez-Battle gibt es jetzt schon so lange, das alle Argumente schon ausgetauscht wurden. Was sich allerdings langsam ändert, ist das Bedrohungspotential von raubmordkopierter Software, Stichwort Ransomware oder stilles Mining. Niemand, der viel Geld und/oder Zeit in seine Musik steckt, wird sich das Zeug auf seine Festplatten ziehen, Profis schon gar nicht.
                Ein aktuelles Beispiel gibt es hier:
                https://www.welivesecurity.com/2019/06/20/loudminer-mining-cracked-vst-software/
                die Typen haben sogar extra eine Webseite dafür aufgesetzt.

                Reaper wurde hier schon öfters als positives Beispiel für Preisgestaltung und Kundenservice genannt,so ÜBERZEUGT man Kunden, statt sie verdachtsweise zu kontrollieren. Hoffentlich bringen die bald die finale Linux-Version.

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                  Stephan Merk  RED 1

                  Da sprichst Du ein sehr wichtiges Thema an, das ich mit Kunden immer wieder diskutiert habe, denn solch verseuchte Kisten landeten auch schon bei mir. Ich bringe dann gerne das Beispiel mit dem Hausierer mit Schlapphut, der mir ein kostenloses Türschloss einbauen will und mir garantiert, dass es dafür nur drei Schlüssel gäbe und es unknackbar ist. Meine Frage ist dann, ob man das glauben würde, die Antwort natürlich ein entschiedenes Nein. Dann frage ich, ob man sich einen Grund vorstellen könnte, warum heute diese Raubkopien existieren und ob man sich karitative Zwecke bei den Verursachern vorstellen kann. Dann kommen die Leute ins Grübeln und überlegen sich das. Ich kenne von früher auch noch die Sammelzeiten auf meinem 286er mit 12 MHz und 52 MB Festplatte. Da hat man alles mitgenommen und Diskettenboxen gesammelt, aber das ist lange vorbei. Selbst heute sind Spiele so ungleich günstig, dass sich Kopieren nicht lohnt und mir der Aufwand zu groß wäre, einen Crack zu besorgen, als eben meine Zahlungsdaten anzugeben.

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    Hectorpascal  AHU

    Ein unerwarteter Vorteil von echter Hardware. Es ist ohnehin nicht sinnvoll eine Sammelleidenschaft für Software zu entwickeln. Wer gezielt nach Freeware der guten Art sucht wird definitiv fündig. Mir reicht auch der eLicenser, dem ich übrigens einen eigenen Port/Controller spendiere um problemlos zu bleiben. Natürlich sollte man eine oder mehrere Fake-Emails besitzen um dem Registrierungswahn Herr zu werden aber das ist ja normal. Ein bischen Inspiration:
    https://bedroomproducersblog.com/free-vst-plugins/

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    Stephan Merk  RED 1

    Mir sind als Händler in anderen Bereichen Aktivierungsprobleme bekannt, die nicht nur ein Großteil der Zeit aufwenden, sondern auch heute noch nachhallen. Wäre jetzt ein längeres Thema, aber bis auf einige Ausnahmen wird von mir Software mit Aktivierungsglösungen abgelehnt. Erstens zahle ich als ehrlicher Kunde den Aufpreis für ein Kopierschutz, der ohnehin irgendwann umgangen wird, weiterhin für das Personal, das ihn entwickelt und zum Dritten schränkt es mich ein. Mobiler Betrieb und USB-Dongle geht auf die Buchsen, der Aufwand bei der Neuinstallation, wie und was man wo aktiviert (dazu hatte ich vor einiger Zeit mal eine Leser-Story geschrieben) will ich nicht mehr investieren. Sicher ist iLok ein Kompromiss, fand ich damals aber auch umständlich und dabei gibt es eine ganz einfache Möglichkeit: Aktivierung durch Mailadresse und Kennwort, ein Online-Konto, in dem man Instanzen rausschmeißen kann, die verkauft oder kaputt sind. Macht Telekom bei Norton 360 so, HOFA, Virtual DJ, nTrack Studio und damit kann ich sehr gut leben. Alles andere lehne ich ab und es ist ein Unding, dass in den Shops nie exakt eine Beschreibung der Aktivierung zu finden ist. Ich bin als zahlender Käufer ungern Bittsteller, man stelle sich vor, eine CD könnte man nur zehnmal hören und müsste dann einen Code abrufen.

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    JohnDrum  

    Eine andere Frage: Nachdem man ja oft mehrere Rechner hat, auf dem man (nicht gleichzeitig) Musik machen könnte, bin ich erst die letzten Tage darauf gekommen, wie es wäre, einen Dongle- Server zu verwenden. Dann entfällt die Umsteckerei. Lizenzrechtlich kein Problem, weil man nur einmal den Dongle freischalten kann. Hat da jemand Erfahrung?

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      Wildo

      Ja. Geht relativ problemlos mit VirtualHere. Das ist ein USB Server, welcher über eine dazu gehörige Client Software die angeschlossenen USB Geräte im Netzwerk frei gibt. Die Server Software gibt es für diverse Plattformen. Ich habe diese auf einer Synology Diskstation installiert und nutze so meine Cubase Lizenz auf unterschiedlichen Rechnern. Die Client Software läuft auf Windows, MacOS und iirc Linux Systemen. Für die Server Software wird eine einmalige Lizenz fällig, damit diese in vollem Umfang genutzt werden kann. Sehr komfortabel. Das funktioniert auch über das Internet, entsprechende Konfiguration vorausgesetzt.

      https://www.virtualhere.com

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        bluebell  

        Dann ist immer noch die Frage, ob das für einen iLok funktioniert. Kann man vorher nicht wissen. Manche Hersteller finden es schick, undokumentierte oder inoffizielle Betriebssystemfunktionen zu nutzen. Diese Programme fallen dann auf die Nase, wenn sie auf Hard- und Software treffen, die sich nur an die Standards hält.

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