Superbooth 20: Polyend Tracker – Standalone Sampling Workstation

18. März 2020

Die neue Standalone Groove-Sampling-Workstation

Jetzt ist der Polyend Tracker endlich offiziell. Die Teaser-Strategie ist aufgrund von Leaks ja nicht wirklich aufgegangen, im Prinzip wissen schon alle längst, um was es sich bei dem Gerät handelt. Deswegen konzentrieren wir uns in diesem News-Update auf die Fakten.

Polyend Tracker – eine Sampling-Workstation

Polyend Tracker ist eine Sampling-Workstation / Groovebox. Der Sequencer orientiert sich an dem Prinzip der klassischen Tracker-Programme. Bei der Tonerzeugung steht Sampling im Vordergrund, wobei die Samples sich slicen lassen und auch Basis für Wavetables und Granular-Synthese sind. Außerdem ist ein FM Radio integriert, das als Sample-Quelle genutzt werden kann. Die Samples werden auf einer Micro SD-Card gespeichert und offenbar auch von dieser abgespielt. Der Slot befindet sich auf der Rückseite des Gerätes. Eine 16 GB Card liegt dem Gerät bei.

Poleynd Tracker – die MPC der Zukunft?

Die Samples lassen sich in Volume, Tune und Panorama einstellen und mit einem Multimodefilter, Modulationshüllkurven und einem Reverb bearbeiten. Das große Display ist kein Touchscreen. Die Bedienung erfolgt über Funktionstasten und Jog-Wheel. Es werden die Sequencer-Tracks, Sample-Waveforms, Modulationseinstellungen, Edit-Funktionen in Reihen, Blöcken oder mit Balken übersichtlich dargestellt. Die Bedienung ist auf intuitive Sessions und Live-Performances ausgelegt.

Als Grid für das Einspielen der Samples und Sequenzen ist ein 4×12 großes Feld mit beleuchteten Pads vorhanden. An Anschlüssen gibt es Stereo Out, Mono Line In, Mono Mic In, MIDI-I/O, USB-C.

Polyend Tracker rear

Polyend Tracker – Rückseite

Polyend Tracker kann ab sofort für 499,- Euro vorbestellt werden. Die Auslieferung ist für Juni geplant. Wer bereits jetzt vorbestellt, erhält ein Hardcase kostenlos dazu.

Meldung vom 11. März 2020 zum Polyend Tracker

Jetzt gibt es den Polyend Tracker auch kurz in Aktion zu sehen, aufschlussreich sind vor allem die Displayansichten. Die vollständigen Specs werden ab dem 18. März veröffentlich werden.

Der Teaser Drops ist gelutscht. Ein polnischer Store hat vergangenen Abend den Polyend Tracker geleakt. Laut der Quelle handelt es sich um eine standalone Audio Workstation, mit der man komplette Songs produzieren kann. Das Gerät ist stark angelehnt an die bekannten Musik-Kompositionsprogrammen aus den 90er Jahren wie die Amiga, Commodore 64 und mehr. Zählt man 2020 noch dazu, so darf man die DAW Renoise nicht vergessen.

Alle diese Programmen haben eines gemeinsam, sie waren oder sind keine klassischen DAWs, sondern basieren auf Raster-Sequencer oder auch noch Tracker genannt. Glaubt man den geleakten Informationen, so kann es sein, dass der Polyend Tracker auf dem gleichen Konzept basiert. Spannend wäre es.

Weiter wissen wir, dass der Tracker einen Sampler, Synthesizer wie auch FM besitzen. Bei Letzteren ist es jedoch noch nicht klar, ob es sich um einen F- Synthesizer oder um ein FM-Radio handelt, das man sampeln kann. Diese Idee kennen wir ja vom Teenage Engineering OP-1. Auch gibt es zurzeit keine Infos über die Syntheseformen des eingebauten Synthesizers. Wavetable würde naheliegen, da man hierfür bereits eine Engine besitzt. Diese befindet sich aktuell im Medusa Synthesizer.

Des Weiteren kann man den Polyend Tracker klassisch mit einem Netzteil, aber auch mit einer Batterie betreiben. So wird Tracker zum mobilen Musikstudio, mit dem man überall produzieren kann. Was uns der Leak da erzählt, klingt schon sehr spannend. Polyend wird das Ganze am 18 März offiziell vorstellen und uns alle Details zu ihrer neuen Entwicklung mitteilen.

Meldung vom 2. März 2020 zum Polyend Tracker

Im jüngsten Teaser zum neuen Polyend Sample-Whatever bekommt man im Kameraschwenk das Gerät andeutungsweise zu sehen. Der Big Knob ist wieder zu erkennen, der Rest bleibt nur zu erahnen. Die obere Hälfte sieht möglicherweise nach einem Touchdisplay aus. Darunter scheint sich das Sequencer-Feld zu befinden. Jedenfalls ist das Gerät groß genug, um etwas Vollständiges zu sein.

Hier der Clip:

Meldung vom 27. Februar 2020

Polyend strapaziert die Nerven mit einem weiteren Teaser. Immerhin wird im Begleittext klar gesagt, dass das Gerät (auch) samplel kann. Außer dem großen Regler ist nichts weiter von der Oberfläche zu sehen, so dass es sich auch um ein Multi-Touch-Display handeln könnte.

Die ursprüngliche Meldung vom 20.01.2020

Mit einem Teaser von sehr niedrigem Informationsgehalt kündigt der polnische Hersteller Polyend ein neues Gerät an. Was mag mit dem Slogan „Soon, everything will be on the right track“ gemeint sein?

Dem kurzen Clip ist nicht viel zu entnehmen und somit wird schon kurz nach der Veröffentlichung wild herum spekuliert. Man erkennt nur die Silhouette eines vermeindlichen Controllers, mit dem Audioclips getriggert und manipuliert werden. Offenbar gibt es mehrere Tasten und etwas, was der Fingerbewegung nach ein X/Y-Pad oder Ribbon-Controller sein könnte. Ob der große Knubbel unter Hand ein fettes Jog-Wheel ist oder uns nur irritieren soll, wer weiß …
Auf der Website wird eine Ecke des Gerätes gezeigt, auf der sich eine runde Taste befindet, deren nicht zentrierte Lage auf eine Art Joystick- oder anderweitige XY-Funktion hindeuten könnte.

Polyend

Das Bild sagt leider herzlich wenig aus.

Die große Frage bleibt, ob es sich um ein Gerät zum Ansteuern einer DAW, eines Synthesizers oder Samplers handelt, wie zum Beispiel der Polyend Seq (-uencer), oder ob die wie auch immer geartete Klangerzeugung im Video integriert ist, so wie bei dem in Kooperation mit Dreadbox entstandenen Hybrid-Synthesizer Medusa. Für eine Sampling- bzw. Sample-Playback-Funktionalität wäre dann wieder ein Kooperation mit einem anderen Hersteller wahrscheinlich.
Andereseits könnte es auch nur ein Controller für Ableton Live und Co. sein, wozu zumindest der Slogan passen würde.

Polyend will im Laufe des März mehr Informationen verlauten lassen. Hoffentlich geschieht das nicht nur tröpfchenweise, sondern als richtige Neuvorstellung, wie sich das gehört. Wir bleiben auf jeden Fall dran, denn die Sachen von Polyend waren bislang immer spannend.

Preis

  • Pre-Order: 499,- Euro
 Beats  Keys  Studio  Vintage
Forum
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      Emmbot  AHU

      Ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil. Das könnte was für mich werden, wenn das Teil auch als Midi Sequenzer genutzt werden kann und auf mehreren Midi-Kanälen mit Polyfonie raushaut.

      Heb nicht ab vom Acker ohne deine Tracker;)

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      Coin  AHU

      ich find die mucke cool.
      wie aphex twin.
      das bild soll natürlich spekulationen und diskussionen anheizen.

  1. Profilbild
    Markiman  

    Ist mir egal was es ist… ich find´s voll geil und habe es direkt vorbestellt!
    Man weiß zwar noch nicht was es kostet, aber DAS ist es mir allemal wert!!

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    MHSMike  AHU

    Ein wirklich „neuer“ Sampler, mit all den heutzutage selbstverständlichen und notwendigen
    Eigenschaften könnte ein Erfolg werden…

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    Marco Korda  AHU

    Nun ist es raus: TRACKER kann Sampling und kann Synthese, FM ist scheinbar auch dabei. Interessant, wenngleich das Format zu klein gerät, wenn man sich die weißen Tasten im Vergleich zum Push-Encoder (?) anschaut. Wenn der letztgenannte „Normgröße“ hat, dann sind die Taster sehr klein. Aber abwarten. Spannendes Gerät.

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    MichBeck  

    Ohne den fetten Drehregler wäre der Tracker bestimmt, in seiner flachen Bauweise, das On-the-fly-tool, welches prima seinen Platz in der Laptoptasche gefunden hätte.
    Aber… es gibt ja immer was zu bemängeln. Schaun wa ma!

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    Panta Flux  

    Auch wenn der „Teaser-Drops […] gelutscht“ ist, heißt es nach wie vor: loopop-Video abwarten und Tee trinken. Als Standalone-Groovebox mit ausgereiften Sequenzerfähigkeiten auch für externe Instrumente könnte es auf meinem Wunschzettel zu einer echten Alternative zum Synthstrom Deluge werden.

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    [P]-HEAD  AHU

    Na hoffentlich verhebt sich die Firma nicht an so einem Projekt. All in One ist eine hohe Hürde für die Kundenzufriedenheit. Um Updates zu liefern braucht man einen guten Abverkauf, sonst bricht der Geldfluß zur Modellpflege ab.

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    jesusmariajosef  

    Wenn das Ding wirklich der Philosophie der alten Noisetracker/Fasttracker/Protracker folgt -> TAKE MY MONEY!

    Renoise ist mir da schon zu umfangreich geworden, hat sich zu sehr an die typischen DAW-Ansprüche angenähert.

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      drdrakken

      Nur hat Fasttracker sogar mit einem 486er PC 32 Spuren zustandegebracht. Damit konnte man richtig Musik machen. So viele Spuren wird der Polyend Tracker wohl nicht haben. In dem veröffentlichten Tutorial ist jedenfalls von 8 die Rede. Das geht dann eher in Richtug Spielzeug.

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        jesusmariajosef  

        Oh :(

        Ich komm zwar noch aus der Generation, in der man verschiedene Varianten der Drumsektion gebouncet hat, um sie in 1 Kanal aufm Protracker legen zu können – aber 2020 sind 8 Spuren nimmer Zeitgemäss :(

        Schade…

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    AppleUser2015  

    Es ist tatsächlich ein Tracker im Sinne der alten Amiga Tracker Programme, nur halt in Hardwareform. Bin mal gespannt wie gut sich es bedienen lässt…

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    kiro7   3

    „Weiter wissen wir, dass der Tracker einen Sampler, Synthesizer wie auch FM besitzen. Bei Letzteren ist es jedoch noch nicht klar, ob es sich um einen F- Synthesizer oder um ein FM-Radio handelt, das man sampeln kann. “

    Quelle?

    Also an die Journalisten hier: Statt Falsches abschreiben, aus anderen Foren-lieber gar nix schreiben…sorry.

    Und übrigens: auf dem Knopf steht „File“ und nicht FM….

    OMG

    • Profilbild
      Tom Aka SYNTH ANATOMY  RED

      Hier ist die Quelle:

      The Polyend Tracker device, manufactured by company from Olsztyn [Polish city] lets you create the whole music album. Its creators were inspired by music composition software popular in 1990s. The device is also equipped with tools to create sounds, synthesis and FM radio. Its compact build and ability to power from external battery will let you produce and record anywhere.

      Und aus diesem Grund hab ich geschrieben man weiß es nicht ob man ein FM Radio samplen kann oder nicht. Dient einfach dazu, dass wir uns die Frage gestellt haben.

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    MHSMike  AHU

    auf jeden Fall ein vielversprechendes Teilchen….

    spannend… aber: wer warten kann, kriegt Butter dran…

  11. Profilbild
    micromoog  AHU

    Das wird der Renner für 6/8 (12/16) Takt.
    Hätten sie mal lieber das sagenumwobene Rad weiter rechts gesetzt und eine 16er statt 12er Matrixreihe integriert.

  12. Profilbild
    MHSMike  AHU

    Das Teil ist sehr interessant und könnte mein nächster Kauf werden.
    Jetzt erst mal einige Testberichte abwarten…

  13. Profilbild
    drdrakken

    Das ist ja grundsätzlich eine sehr spannende Idee und ich bin auch seinerzeit mit dem Amiga über Tracker zur Musik gekommen. Nutze auch jetzt noch Renoise weil ich mit der Bedienung einfach gut zurechtkomme. Und Renoise ist auch wirklich enorm flexibel, man kann sogar VST-Plugins einbinden.
    Aber ein Hardware Tracker ist zweifellos eine interessante Sache. Was mich aber stört ist, dass man scheinbar nur 8 Tracks hat. Was will man mit 8 Tracks, die noch dazu mono sind, jetzt großartig anstellen? Das scheint mir wieder so ein Gerät zu sein bei dem ich mir denke, dass es ruhig ein paar 100 Euro mehr kosten könnte, dafür dann aber auch ein paar Features für Erwachsene bietet.

  14. Profilbild
    TomN

    Bezüglich:

    „Die Samples werden auf einer Micro SD-Card gespeichert und offenbar auch von dieser abgespielt.“

    Sample-Streaming von der SD-Card ist (momentan?) nicht möglich/vorgesehen. Samples müssen vorher ins nur ca. 10 MB große RAM geladen werden.

    Weiters: Alle Effekte außer Reverb und Filter sind nicht echtzeitfähig, d.h. sie müssen in das Sample „reingerechnet“ werden, was selbst bei kurzen Samples mehrere Sekunden dauert.

    Ich kann drdrakken hier nur rechtgeben: warum investiert eine Firma in ein solides und durchaus teuer wirkendes Äußeres und verbaut dann darin Hardware in der Größenordnung eines Teensy? 10MB RAM und fast keine Echtzeiteffekte? Echt jetzt? Leute, – es ist 2020. Selbst ein Raspberry für ein paar Euronen ist da um Größenordnungen leistungsfähiger …

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