Blue Box: Roland System 700, Analoges Modularsystem Teil 1

Die Tastatur und Mittenrastung (VCO, Bender …)

system700 keyboard

Die fünfoktavige Tastatur hat eine Glide-Funktion und einen Knopf als Bender ohne Mittenrastung. Das „Pitch Wheel“ ist ebenfalls ein normaler Knopf, welcher ebenfalls ohne Mittenrastung auskommen muss. Übrigens sind auch die Oszillatoren so konstruiert. Es gibt zwar Oktavschalter, aber das Fein-Tuning wird über zwei ineinander liegende Potis realisiert. Dieses Doppelpoti ist heute eher schwer zu ersetzen. Ähnlich wie beim Oberheim SEM.

Das System ist damit komplett.

switch2

Die Module selbst sind gut aufgeräumt. Es gibt viel Platz und die Lötstellen sehen deutlich sauberer aus als bei Moog. Es gibt wenige ICs und vorrangig Transistoren und klassische Bauteile. Damit ist es einfach, alle Module zu reparieren und zu pflegen. Das einzige, was nicht einfach zu ersetzen ist, sind die klobigen Stecker auf der Rückseite, die die verschiedenen Cabinets verbinden und mit CV/Gate und Strom versorgen. Diese müssten kreativ durch „irgendetwas“ getauscht werden, falls diese fehlen oder defekt sind. Die Main Unit hat am unteren Teil einen kleinen Schacht für Kabel und Anleitungsbücher. Diese praktischen Dinge findet man auch bei einigen SH-Synthesizern wie dem SH5. Die Verkabelung der Module ist bisher das beste System, was bisher gemacht wurde, um Module einfach und schnell zu organisieren. Sicher ist eine Matrix interessant, jedoch auch nicht maximal übersichtlich. Schneller kommt man daher nur mit schlauen Vorüberlegungen weiter. Alle anderen Lösungen basieren eher auf persönlichen Vorlieben und können deshalb nicht in einem kommerziellen System vorkommen, zumindest nicht wenn dies aufgedruckt ist. Man hat stets die freie Wahl, aber man kann Standard-Sounds sehr schnell mit fast oder gar keinem Kabel bereits realisieren. Ungewöhnliche Patches brauchen fast bis genau so viel Steck-Auswand. Man kann nur jedem Hersteller nahe legen, sich dieses System und Prinzip anzuschauen. Auch in der Eurorack-Welt. Roland und ARP praktizieren das beim 100m und 700, bzw. beim 2600. Macbeth hat das Prinzip für den M5 ebenfalls eingesetzt. Die Fader für die Audiosignale auch klar zu trennen ist ebenfalls sehr übersichtlich. Pegel und Modulationsintensitäten sind von Weitem zu erkennen. Deshalb glänzt auch die Hüllkurveneinstellung mit dieser Sofort-Übersicht. Der Nachteil ist freilich der größere Roland verwendet ein eigenes System mit eigenen Bauhöhen. Japanische Hersteller waren damals oftmals offensichtlich an ARP orientiert – deutlich mehr als an Moog. Dies gilt für die SH-Serie von Roland mehr als bei den Modulsystemen. Allerdings hat man zwei Jahre später mit dem 100m sich technische erneuert und alles wurde kleiner. Etwas wie der Vater der „Doepfer A100“-Serie und damit dem Eurorack könnte es sein. Allerdings war es höher als die Euroracks heute sind. Aber die Miniaturisierung war der erste Schritt. Roland kann sich damit rühmen, die Basisidee eines solchen Systems inspiriert zu haben. Es war kleiner und basiert auf 3,5 mm Klinkenbuchsen. Die Module des 100m sind jedoch in vielen Belangen eine Art Sparversion, denn Multimode-Filter findet man nur im großen 700. Es sind auch weniger Eingänge für Audio und Modulation vorgesehen.

Eine sehr wichtige Besonderheit des hier gezeigten Main-Unit Systems – die Filter haben die vorgepatchten Eingänge nicht ab Werk. Die hier gezeigte Main Unit wurde mit Audioeingängen nachgerüstet. sie ist damit wirklich modularisiert. Nur ein Eingang ist wirklich frei. So ist die freie Konfiguration zwar noch möglich, jedoch benötigt man ein Pult, um die Signale aus den Oszillatoren und dem Ringmodulator zu mischen, wenn man andere Module hier einbringen möchte, jene Kombination oder die entsprechenden VCA- und Filtermodule aus den Seitenflügeln. Übrigens gibt es im System keine Notch/Kerbfilter, allerdings eine Phaser-Einheit, die effektiver einsetzbar ist als ein einfaches Notch.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    spannendes thema, umfangreicher artikel, viele details. sprachlich an einigen stellen leider sehr unverständlich. grammatik ist auch keine stärke des autors.

    2 beispiele:

    ‚Allerdings sind zusammen die beiden Hauptseitenflügel ebenso wie ein gutes System anzusehen.‘ – ???

    ‚Neben dem System 100m baute Roland nie wieder Modularsysteme. Somit sind nur das 100m und 700 wirklich modular.‘ – ???

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      moogulator  RED

      Dann dazu:

      1) Die Seitenflügel: Sollte man es schaffen die VCO und die VCF/VCA Bank ohne andere Module zu besorgen, so ist das ähnlich sinnvoll zu nutzen wie eine Lab-Unit

      2) Roland baute 2 wirklich modulare Systeme:
      -A) System 700
      -B) System 100m
      – C) und das halb offene System 100, welches eben nur Teile nach außen zugänglich macht.

      vielleicht tröstet es ja etwas.

  2. Profilbild
    Ishido

    danke für den bericht…aber bitte wenn möglich, textlich überarbeiten.das hat mich ab der zweiten seite ziemlich angestrengt ;)

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Aussagekräftige Hörproben jenseits Filterblubber, Geräusch oder Kleinkind Melodie wären ebenfalls nett.
    Was mitunter hier als Klangbeispiel geboten wird lässt jeden Musiker mit Fassungslosigkeit zurück.
    Musik ist Melodie und Harmonik!

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      jaxson  

      Machs erstmal besser…Anscheinend weiß kaum einer zu schätzen, was hier inhaltlich hier geboten wird,…wahrscheinlich gehörst du auch zu den Leuten die einen Synthesizer nach Presets beurteilen…

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        Klaus Joter  

        Ach Gottchen – was für eine Antwort! Wenn ich auch nicht komplett mit der Aussage von „knutinge“ übereinstimme, kann ich bei dieser Antwort nur feststellen, dass sie auf eine typische Weise durch Extrempositionen einen Vorschlaghammer zu imitieren versucht.
        „Mach´s erst mal besser“ – nein, das muss er nicht, denn er hat lediglich Kritik geäußert und das entbindet ihn per se von jeder Beweispflicht, es besser machen zu können.
        “ …. wahrscheinlich gehörst Du auch zu den Leuten, die Synthies nach Presets beurteilen“ – das kommt in diesem Umfeld natürlich einem vernichtenden Urteil gleich. Aber erstens: warum muss man auf eine Kritik derartig unsachlich und spekulativ antworten?
        Und zweitens: was hast Du gegen Preset-Spieler? Ich gebe gerne zu, dass ich seit längerem einfach nicht mehr die Zeit habe, endlos lange an Synthies zu schrauben, weil ich es vorziehe, zu üben und zu komponieren. Beides ist mE deutlich wichtiger für einen Musiker als das Schrauben. Erfolgreiche Musiker schrauben übrigens meistens gar nicht mehr, sie lassen nämlich von Sound-Designern schrauben.

  4. Profilbild
    Wavemaster  

    Hallo allerseits,

    den Artikel selber kann man schon mal als recht umfassend ansehen. Was es nützt, da einen Teil 2 mit Beschreibung der einzelnen Module hinterher zu schieben, ist vom Sinn her fragelich. Schliesslich kann man die Teile nicht mehr ohne weiteres käuflich erwerben.

    Mir persönlich fehlt jedoch der wesentliche Hinweis, dass die Qualität der Baugruppen und vor allem die Stimmstabilität der insgesamt neun Oszillatoren einem Moog System um Quanten voraus sind.

    Wer einen derart ausführlichen Bericht über das System 700 abfasst, dürfte es somit einige Zeit zur Verfügung (gehabt) haben. Da verwundert es dann schon, welche bescheidenen Hörproben erstellt wurden.
    Schon alleine der Bereich Sample & Hold in Verbindung mit diversen sich gegenseitig modulierenden Quellen stellt schon für sich einen gewaltigen Kosmos dar.

    • Profilbild
      nativeVS  AHU

      Auf die qualität der baugruppen kann man bei dem system 700 nicht oft genug hinweisen, denn die sind wirklich erste klass. Vor allem macht das System 700 alles sehr präzise, es könnte quasi als referenzsynth genutzt werden.

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