Test: L.E.P. Leploop V2, Analoge Groovebox Teil 1

18. März 2018

Die etwas andere Groovebox

L.E.P. Leploop V2 ist eine analoge Groovebox der kleinen, italienischen Zwei-Mann-Schmiede Laboratorio Elettronico Popolare. Mit einem sehr eigenwilligen Konzept werden im Leploop V2 Synthesizer, Drummachine und Sequencer vereint, die sich flexibel mit einander verschalten lassen und so äußerst ungewöhnliche klangliche Resultate erzeugen.

In dem ersten Teil dieses Tests geht es zunächst einmal um die Funktionen, die Struktur und Verarbeitung des Leploop V2, alles weitere folgt nächsten Sonntag (25.03.2018) im zweiten Teil des Tests

Auf den ersten Blick

Der L.E.P. Leploop V2 besitzt ein schickes Holzgehäuse mit schwarzer Bedieneroberfläche aus Metall und ist wesentlich kleiner, als er auf den meisten Fotos wirkt. Seine Maße betragen 20,6 cm Breite, 15,3 cm Tiefe und 7 cm Höhe (einschließlich der Potis), während das Gewicht gerade mal bei einem Kilogramm liegt.

Zu dem Lieferumfang gehört das externe Netzteil sowie eine Bedienungsanleitung, die so speziell ist, wie das Gerät selbst oder eben seine Entwickler. Es beginnt mit einem kurzen Comic und endet in einer seitenlangen, bizarren Geschichte rund um den Leploop, illustriert mit wüsten Psychedelic-Bildern.

L.E.P. LEPLOOP V2

 

Auf den Seiten dazwischen befindet sich dann tatsächlich auch eine Bedienungsanleitung, die es schafft, ein eh schon kompliziertes Gerät noch viel komplizierter zu erklären. Mal abgesehen von irreleitenden Begrifflichkeiten, nicht beendeten Sätzen und einem eigenwilligen Englisch, handelt es sich hierbei um wirklich schwere Kost, die selbst nach mehrfachem, intensivem Studieren im Detail immer noch Fragen aufwirft.

Zumindest etwas klarer ist die Bedieneroberfläche des Leploop V2 gestaltet, die grob betrachtet in vier Bereiche unterteilt ist: Synthesizer, Cassa (bzw. Bass Drum), Mixer und Sequencer.

Der Synthesizer gliedert sich wiederum in mehrere Sektionen, die aufgrund der zahlreichen Routing-Möglichkeiten und Anschlüsse auch zum Teil als separate Module betrachtet werden können.

Dazu zählen zwei Oszillatoren, von denen der Erste eine Dreieck- oder Rechteckschwingung generiert. Der Zweite verfügt nur über einen Sägezahn, ist aber zusätzlich mit FM und einem Ringmodulator ausgestattet, für den der erste VCO als Modulationsquelle dient. Das Lautstärkeverhältnis beider Oszillatoren wird mit einem Mixregler eingestellt. Als weiteren Klangerzeuger gibt es noch einen Noise-Generator mit weißem Rauschen. Das 24 dB Lowpass-Filter hat einen steuerbaren Cutoff- und Resonanzregler, ist zur Selbstoszillation fähig und kann somit auch als Sinusoszillator genutzt werden.

L.E.P. LEPLOOP V2

Als Modulatoren besitzt der Leploop V2 einen LFO mit Dreieck-, Rechteck- oder Sinusschwingung, zwei einfache AR-Hüllkurven und eine Sample & Hold Schaltung, die sich wahlweise mit dem Noise oder LFO speisen lässt. Von den beiden verfügbaren VCAs ist der Zweite fest verschaltet mit Envelope 2, während der Erste per Envelope 1, LFO oder Sample & Hold gesteuert werden kann.

Bei der als Cassa bezeichneten Sektion handelt es sich um die Klangerzeugung einer Bassdrum. Sie beherbergt einen Regler für das Tuning und einen für die Resonanz, der zusätzlich Einfluss auf die Stimmung und Ausklingzeit nimmt. Mit der darauffolgenden Distortion-Funktion lässt sich das Signal verzerren und mit dem Accent-Poti die Anschlagsstärke einstellen.

Der Sequencer des L.E.P. Leploop V2 besteht zum einen aus einem digitalen Trigger-Sequencer für vier Rhythmusinstrumente (Cassa, Sample & Hold, Envelope 1 und 2). Parallel dazu gibt es einen analogen Sequencer mit 16 Steps zum Aufnehmen von Steuerspannungen. Diese lassen sich wahlweise Schritt für Schritt editieren oder per Sample & Hold mit Zufallsresultaten speisen und im Loop wiedergeben.

Die einfach gehaltene Mixer-Sektion ist mit vier Lautstärkereglern für die Bassdrum, die zwei VCAs und das Filter bestückt.

Anschlüsse

Leider hat die L.E.P. Leploop V2 Groovebox nur zwei 6,3 mm Klinkenausgänge für die Bassdrum und Mix-Sektion. Gerade in Hinblick auf die weitere Nachbearbeitung bei Studioaufnahmen und im modularen Kontext ist es schade, dass keine Einzelausgänge für die VCA- und Filtersignale berücksichtigt wurden.

In- und Outputs

Alle weiteren Anschlüsse sind im 3,5 mm Format ausgelegt und bieten vielseitige Möglichkeiten, Leploop V2 in ein Modularsystem einzubinden.

Insgesamt gibt es:

  • je einen Ausgang für den Oszillator-Mix und den zweiten Oszillator
  • fünf CV-Outs für das Sample & Hold, den analogen Sequencer, den LFO und Envelope 1 und 2
  • drei Gate-Ausgänge für die Trigger-Sequenzen Sample & Hold, Envelope 2 (der irritierenderweise mit Sequencer beschriftet ist) und die Bassdrum
  • drei CV-Eingänge für die Steuerung des Filtercutoffs und beider Oszillatoren
  • ein Audio-In, der am Filter anliegt
  • ein analoger Clock-Output, der je nach Konfiguration mit einem optionalen Adapter MIDI-Start- und Stop-Signale ausgibt

Zusätzlich hat Leploop V2 einen MIDI-Eingang für Clock- und Noteninformationen, der sogar eine DIN-Synchronisation mit alten Roland Geräten (TB-303, TR-808 usw.) erlaubt.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    tomk

    Popo-lare … nach dem Punkt Verarbeitung gehört dat Dingens denke ich tatsächlich in den Popo … dann ist er auch nicht mehr so Lare! :)

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    mdesign

    mir fällt auf, dass immer mehr vermeintlich innovative geräte auf jegliche design-anstrengung verzichten, irgendetwas mit holz improvisieren und dann wie pädagogisch wertvolles spielzeug aus den 80ern daherkommen. so auch dieses exemplar.

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      Kari

      Ist wahrscheinlich eine Kostenfrage. Ein Produkt Designer kostet Geld und auch ein eleganteres Äußeres ist normalerweise teurer als eine einfache Box mit Metalldeckel. Größere Firmen können sich das eher leisten.

      Für mich macht das ganze Konzept dieser Box nich wirklich Sinn. Analog ist nicht IMMER gleich besser. Hab ne Electribe(Synth Version) die kann viel mehr, kostet weniger, sieht besser aus und klingt IMHO verhältnismäßig gut. Ist sogar klein genug um sie mit in den Urlaub zu nehmen. Batterie betrieb ist möglich und im Gegensatz zu Leloop V2, ist sie gut verarbeitet und hat keine Interferenzen wenn mal eben das Smartphone klingelt.

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    Wellenstrom AHU

    Ja, nee…. wenn man mal die Macken da querliest, ist das Dingen echt keine gute Wahl. Sieht außerdem aus wie ’ne Kekspackung auf Steroide.

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      Chris Pfeil RED

      Es gibt bisher nur wenige Informationen zu dem Leploop V2 im Netz, daher hat sich Amazona.de für einen ausführlichen Test in zwei Teilen entschieden.

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    Flying C

    Ein recht exotisch anmutendes Instrument mit einem eigentlich tollen Konzept.
    Schlechte Verarbeitung die obendrein den physikalischen Workflow behindert und die unreinen Oszillatoren sind leider absolute K.O.-Kriterien. Wenn die Jungs da nachbessern wäre die Kiste nicht uninterresant.

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    SimonChiChi

    Warum eigentlich ein Zweiteiler, wenn ihr schon im ersten mitteilt, dass man das Ding eigentlich nicht kaufen sollte?

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    MichBeck

    Billiges Gehäuse, friemelige und wackelige Potis bzw. Schalter, unberechenbare verschmutzte Klänge und Einstreuungen aus allen Richtungen. Mit den Eigenschaften wäre es jetzt aber auch nicht die erste Kiste die irgendwann zum Kultobjekt avancieren würde. Wenn der Preis um die hundert Euro liegt, wäre es schon einmal ein guter Anfang …

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    Markus Schroeder RED

    Sehr abendteuerliches Gerät und der Elektrosluch ist auch schon eingebaut – der kostet allein schon locker 100 Euro! :D

    Klingt aber trotzdem cool.

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    freeldr77

    Ich verstehe nicht, wie so ein Gerät überhaupt hier zu kaufen sein kann. Stichwort EMV-Richtlinie. So ein Gerät darf nicht nur nicht stören, sondern muss in seiner Funktion auch störfest gegenüber EMV Einflüssen wie eben zB. einem Smartphone sein.

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    Holk

    Leider ist die Verarbeitung zu diesem Preis nicht auf „Korg Volca Beats V2.O“ – Niveau .. aber die Klangbeispiele gefallen mir ziemlich .. entweder hat der Chris Pfeil oder die LEPLOOP absolut den Funk .. vermutlich beide .. nun, hoffentlich gibt’s am Sonntag bitte noch ein paar zusätzliche Loops :-)

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    Viertelnote AHU

    auf dem ersten Blick hin, dachte ich an eine Neuerscheinung von MFB. Bevor die Groovebox hier zerissen wird, warten wirs einfach mal ab. MFB glänzt von der Verarbeitung her auch nicht gerade und soundmäßig auch eher speziell.
    Der aufgerufene Preis sollte noch etwas korrigiert werden, aber da gibt es unverständlichere Preisangaben. Andere Baustelle, aber der OP-1 von TE ist vom Preis her gesehen ziemlich unverschämt, nur meine Meinung. Die Kiste wird ihre Freunde finden.

  11. Profilbild
    Tosh

    Als Leploop V2 Besitzer, seit dem Release muss ich sagen, dass es zwar etwas wacklig zugeht, was die Potis angeht aber ich seit 2014 den Leploop in Einsatz habe auch Live mit am Start und bisher noch keine Probleme hatte. Habe den Leploop in der Regel im Handgepäck transportiert in ein T-Shirt eingewickelt alles super. Das mit dem Handy ist natürlich etwas störend, da stimme ich auf jeden Fall zu.

    Der Leploop lässt sich auf jeden Fall auch via Midi ansteuern, man braucht nur die richtigen Einstellungen am Leploop selbst.

    • Profilbild
      Tosh

      Hier noch ein paar Infos die Tony(Leploop Nazzilla) mir mal gesendet hatte zum Leploop V2.

      You can write melody using the sh1 e sh2 button put the vco on s\h
      go in green menu and select the sequencer track with button 5\10
      a led is blinking on the 16 led display now use the sh1\2 button you
      can insert note, ( for listen it turn up the vcf out volume), use the
      button 5\10 for advance the on the 16 led display.
      You can insert 16 note also by midi, the fact is that this 16 note is
      hold by 16 capacitors using the leploop v1 sequencer, you can write
      note also in more random way using the old system, the s\h sampling
      the lfo with seq mode on rec.

      You can use the env2 track for determinate how the note is played, you
      have 4 trigger option.
      With the sh\1-2 button is not possible to insert a pause, but using
      the 4°th trigger option you can use the env2 track for determinate
      how note are played,
      or you can insert a pause using the seq mode switch, put lfo offset
      and amount to 0 and move fast the seq mode switch to rec and back to
      loop in this way you sample a silent note resultin in a pause.

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