Test: MFB Tanzbär Lite, Analog Drumcomputer

Konkurrenz

Nicht nur Mitbewerbern, sondern auch der eigenen Familie muss sich der MFB Tanzbär Lite stellen. Maus? Kleiner Bär? Großer Bär? Die beiden neuen Kompaktmaschinen unterscheiden sich im Sound glücklicherweise genug, um daran eine Entscheidung fest zu machen. Der rundere, klassisch orientierte Sound des Tanzbär Lite richtet sich Fans von Electro & Co. Hier bewegt man sich in bewährten Kosmos wie ihn einst die analogen TRs definierten und heutzutage von Korg Volca Beats, Akai Tom Cat oder Vermona DRM modern weitergeführt wird. Der Tanzbär Lite bietet neben dem großzügigen Drumkit auch den leistungsfähigen Sequencer, wie er sonst nur einige Preisklassen oberhalb zu finden ist.
Die Tanzmaus geht mit ihrem härteren Sound eher in die Dance-Richtung. Sie hat weniger Instrumente, bietet aber im Gegenzug mehr Flexibilität bei den Sounds. Wenn man beides will, greift man also zum großen MFB Tanzbär? Ganz geht die Rechnung nicht auf, da er nicht alle Instrumente der beiden kleinen besitzt, andererseits aber auch zwei einfache Synthesizer für Bass und Leads. Für ein Live-Setup ist aber natürlich ein einzelnes Gerät sinnvoller.
Als Fremdkonkurrenz kommen hauptsächlich Acidlab Drumatix und die Roland TR-8 in Betracht. Die Drumatix ist ein erweitertes 606-Derivat und kann mit ihrem ausgeprägten Charakter punkten. Der Sequencer steht jedoch dem von MFB deutlich zurück. Rolands TR-8 hat als VA-Gerät zwar eine andere Technik, liefert aber einen überzeugenden Sound und deckt mit 808- und 909-Set (sowie 707/727Erweiterung) ein breiteres Spektrum ab. Die Hardware ist der TR-8 ist großzügiger und es gibt triggerbare Effekte, doch der Sequencer kennt keine Parameter Locks.

MFB Tanzbär Lite knobs

Fazit

Der MFB Tanzbär Lite rundet das MFB-Drumsortiment hervorragend ab. Seine klare klangliche Abgrenzung zur Tanzmaus macht einem die Entscheidung nicht unnötig schwer. Persönlich gebe ich der Tanzmaus den Vorzug, da mich die flexibleren Instrumente und die 12-Bit-Samples mehr ansprechen. Aber wer auf klassische Analog-Drums und -Percussion steht, bekommt sie vom Tanzbär Lite überzeugend um die Ohren gehauen. Und das für 50 Euro weniger als die Tanzmaus, bei mehr Instrumenten. Mit dem leistungsfähigen Sequencer grenzen sich die MFB-Geräte auch deutlich von der aktuellen Konkurrenz ab. Es gibt also keine Qual der Wahl, sondern nur eine Entscheidung nach den eigenen Prioritäten. Der MFB Tanzbär Lite bereichert den Markt auf alle Fälle äußerst positiv.

Plus

  • sehr gute Analog-Sounds im TR-808-Stil
  • Sequencer vollständig mit Parameter Locks programmierbar
  • 5 triggerbare LFOs
  • kompakt und stabil

Minus

  • Start/Stop nur über Shift-Funktion
  • Sounds weniger flexibel als bei MFB Tanzmaus
  • LFOs etwas weniger flexibel als bei der MFB Tanzmaus

Preis

  • Ladenpreis: 429,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    dilux  AHU

    für mich klingt die drumatix bissiger, griffiger und auch druckvoller; dass sie weniger features hat fällt da nicht so ins gewicht…allgemein betrachtet lebt man als beatbox-fan heutzutage wirklich im schlarafenland, vor 20 jahren gab es alesis, boss und zoom und die waren digital und öde…

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    Ralle373  

    Danke für den Bericht. Leider ist wohl das Bedienkonzept nicht bis zum Ende durchdacht. Und mir fehlt ein Songmodus! Iin Zeiten von preiswerten Speicher sollte es doch möglich sein oder…? Nur ein Performance Modus reicht mir nicht.

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      WackyJacky  

      Werden die Patternwechsel vlt per MIDI ausgegeben und empfangen? Das wäre cool, könnte man doch den song in der DAW bauen

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        Ralle373  

        Klar kann man in der DAW seinen Song zusammen bauen, aber dann brauche ich auch keinen Sequencer. Ich bin blind und suche immer noch nach dem passenden Bedienkonzept bei einer Drummaschine. Habe auch bei MFB direkt angefragt. Songmodus gibt es nicht! OK haben andere auch nicht , aber was ist daran so schwer zu programmieren??? Einfach Song 1 besteht aus 2 x Pattern 1, dann 10 x Pattern 2, dann 1 x Pattern 3, dann wieder 10 x Pattern 2… Naja eher kann ich wieder sehen, als das wirklich mal ein vernünftiges Bedienkonzept an einem Drummy gibt! Gruß

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    division  

    Leute habt ihr die Clap beim „Hip Hop“ Beat nicht gehört!? „Gut gemacht“ würde Hancock sagen!

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    lightman  AHU

    Die kleine Tanzmaus gefällt mir klanglich besser, da sie eine größere Bandbreite abdeckt und etwas härter tönt als der recht 808-ige Tanzbär Lite.

    Überhaupt wär mir eine etwas moderner klingende Drummachine lieber, sowas wie ein Teenage Engineering PO-12 in Groß mit dreckigem, hartem Sound. Electro blibbity-blob ist toll, ich erzeuge bzw. nutze solche Klänge auch zeitweilig, aber in dieser Richtung gibts halt schon reichlich Alternativen für nahezu jeden Geldbeutel. Bin gespannt, wie die neuen Trommelkisten angenommen werden.

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