Test: Roland Cloud SH-101 Plugin vs. Original SH-101

21. Oktober 2020

Kann die Cloud-Copy das Original erreichen?

Mit der Einführung der Roland Cloud (hier ein ausführlicher aktueller Artikel dazu) hat sich Roland auf ihr Erbe besonnen, welches maßgeblich Geschichte in der Welt der Synthesizer geschrieben hat. Nun stellt Roland endlich ihre eigenen Softwareversionen her. In diesem Test wird die Softwareversion genauer besprochen. Außerdem interessiert uns besonders, wie sich die ACB-Technologie von Roland mit der originalen Roland SH-101 schlägt. Daher werden beide Instrumente miteinander verglichen.

Ein kurze Geschichte des Roland SH-101

Die Hardware-Version des Roland SH-101 wurde auf AMAZONA.DE schon ausführlich in einem zweiteiligen Test von Moogulator und A. Rothenberg getestet. Allen, die mehr über die erste Version des Roland SH-101 erfahren wollen, kann ich diese Artikel nur empfehlen. Hier geht es zu Teil 1 und hier zu Teil 2.

Der Roland SH-101 ist die Wiedergeburt des monophonen Hardware-Synthesizers SH-101 in der Roland Cloud. Das Original wurde von 1982 bis 1986 gebaut.

Der SH-101 war als Keytar angelegt und verfügte deshalb über einen anbringbaren Griff und die Möglichkeit, einen Gitarrengurt zu befestigen. Damals gab es nichts Cooleres, als Gitarrist in einer Rockband zu sein. Der Keyboarder sollte mit dem SH-101 auch die Möglichkeit haben, heroische und orgastische Posen vor dem Publikum zu vollführen. Ob das immer funktioniert hat, sei dahingestellt.

Ein absoluter Klassiker, der Roland SH-101

Wie allgemein bekannt, änderte der DX7 den Sound der 80er schlagartig. Digitale Klangerzeugung war in und analoge Klangerzeugung war out. Das bedeutete das Ende des SH-101. Der SH-101 war eines der vielen Roland Instrumente, die posthum Ruhm und Ehre erlangten.

Wie die TB-303, TR-808 und TR-909 war der SH-101 eine Sternstunde der jungen Techno-Bewegung. Dieser Bewegung war es schnurzpiepegal, was für digitale und komplizierte Synthesizer die großen Hersteller produzierten.

Zuletzt beeindruckte mich der SH-101 mit den ersten Releases von Mathew Jonson und seine Microrevolution nicht nur, Cutoff und Resonance zu modulieren, sondern auch mit dem Decay- Regler extrem hypnotische und stimmungsvolle Tracks zu entwickeln. Unterschätzt niemals ADSR!

Selbstverständlich wurde aufgrund des posthumen Erfolgs der SH-101 ohne Ende geklont. Es gibt ihn mittlerweile in allen möglichen Ausführungen, ob als Software und Hardware. Schön, dass sich Roland in den letzten Jahren dazu entschlossen hat, sich seinen Klassikern anzunehmen und diese in überarbeiteter Form auf dem Markt zu bringen.

Das Original überzeugt durch seinen Klang und schlichten Aufbau

Daran hat man schon fast nicht mehr geglaubt, weil die Konkurrenz in dieser Frage schneller reagierte. Der Eindruck entstand, dass Roland nur bedingt Interesse an seinem Erbe hatte. Man reagierte zwar mit der MC-Serie auf dem Techno-Markt, auch ein SH-32 erschien, aber ein SH-32 ist nun mal kein SH-101.

Ausschlaggebend für die Besinnung auf Rolands Erbe war die Entwicklung von Rolands ACB-Technologie (Analog Circuit Behavior), die es ermöglicht, analoge Schaltkreise in digitaler Form nachzubauen.

Die erste Erfahrung mit dieser Technologie konnte man mit der Boutique-Serie sammeln, zu der auch der SH-01 gehörte, eine Nachbildung des SH-101. Mittlerweile ist mit dem SH-01a eine verbesserte Version auf dem Markt. Rolands grün/schwarze System-Serie ermöglichte es, Software-Emulationen der Klassiker in Hardware zu laden. Roland nennt diese Technologie Plug-Outs und ermöglicht es, diese Instrumente in der Hardware oder im Rechner als Plugins berechnen zu lassen.

Diese Plugins sind in der Roland Cloud erhältlich. Da Roland sich für viele legendäre Synthesizer verantwortlich zeigt, ist es nur logisch, dass Nutzer sich auch von dieser Firma Emulationen der Originalen wünscht.

Der Roland Cloul Manager

Peter Grandl hat die Roland Cloud genau untersucht. Wer Aktuelles über die Roland Cloud erfahren möchte, wird in seinem Artikel zur Roland Cloud alle Informationen finden.

Als Neukunde der Roland Cloud muss man sich bei Roland registrieren und die Verwaltungs-Software von Roland, den Roland Cloud Manager, herunterzuladen. In dieser Frage unterscheidet sich Roland nicht von Native Instruments, Arturia oder IK-Multimedia und anderen.

Im Roland Cloud Manager hat man Zugriff auf die Instrumente, die man über sein Abo-Modell erworben hat. Mittlerweile kann man die Plugins auch einzeln erwerben und muss kein Abomodell abschließen.

Dank der Roland Cloud muss man sich nicht mit lästigen Seriennummern oder ähnlichem rumschlagen. Da der Roland Cloud Manager erkennt, ob er auf einem Mac OS Rechner oder Windows Rechner arbeitet, erübrigt sich auch die Auswahl des richtigen Betriebssystems.

Der Test findet auf einem Mac Mini von 2018 und Logic Pro statt. Merkwürdig ist, dass die Plugins etwas lange brauchen, bis sie geladen sind. Die Ladezeit liegt ca. bei 10 Sekunden. Ob man die VST-Version (getestet in Ableton Live) oder AU-Version nutzt, spielt keine Rolle. Nach der Ladezeit funktionieren sie ohne Probleme. Im gesamten Testzeitraum verursachte der SH-101 keinen Absturz.

Der SH-101 wird mit Patches aus der Kategorie Techno und Dark Dream Techno beschenkt. Das ist natürlich super für Musiker, die nicht viel schrauben wollen, sondern gleich damit beginnen möchten, ihre musikalischen Visionen in die Realität umzusetzen.

Der Roland Cloud SH-101 im klassischen grau (..ein wenig dunkler als das Original)

Neues im Roland SH-101 Cloud Synthesizer

Auch Roland hat sich nicht damit zufriedengegeben, den SH-101 digital in seinem Originalzustand zu belassen.

Das Filter verfügt nun über eine ADSR-Hüllkurve. Der LFO erzeugt nun auch Sinus und Sägezahn. Der Oszillator hat einen größeren Oktavumfang. In der VCA-Sektion ist ein Tone-Regler hinzugekommen, mit dem man die Brightness verstärken kann.

Natürlich dürfen heutzutage in Plugins keine Effekte fehlen. Es werden Effekte verwendet, die sich im Zusammenspiel mit dem SH-101 bewährt haben. Es finden sich Reverb, Bit-Crusher und ein temposynchrones Delay in der SH-101 Cloud.

Die Effekte machen ihren Job gut. Sie sind auf den SH-101 zugeschnitten. Wunder sollte man sich von ihnen keine erwarten. Die Sounds der großen Klassiker erklingen ja meistens nicht pur, sondern wurden mit Effekten nachbearbeitet, um etwas mehr aus den Geräten herauszukitzeln. Schön, dass sie direkt im Plugin erhältlich sind, ohne einen weiteren Effekt laden zu müssen.

Der Arpeggiator lässt sich jetzt natürlich zum Tempo synchronisieren. Das der SH-101 im Jahr 2020 angekommen ist, kann man am Scatter sehen, der den Arpeggiator schön zum Stottern bringt. Natürlich sind alle Bedienelemente MIDIfizierbar. Lange lebe Total-Recall.

Leider hat Roland auf den Sequencer des Originals verzichtet. Auch wenn dieser Sequencer sicher nicht mit großartigen Features zu überzeugen weiß, wäre es doch ein Einfaches gewesen, ihn zu integrieren. So sind z. B. die Sequencer der TR-606, TR-808, TR-909 in den Cloud-Versionen alle ähnlich gestaltet. Was hätte dagegen gesprochen, dem SH-101 den Sequencer der TB-303 Cloud Version zu spendieren?

Natürlich ist das jammern auf hohem Niveau, denn Plugins laufen in einer DAW. Die Sequencer einer DAW übersteigen die Funktionen der originalen Versionen meisten um ein Vielfaches. Trotzdem liegt der Reiz in der Limitierung der alten Sequencer. Deswegen werden Sequenzen erzeugt, die so typisch für gewisse Musikrichtungen sind. Nicht nur die Klangerzeugung der 303 war für Acid verantwortlich, auch ihr Sequencer. Ähnliches kann man auch über den SH-101 und seine hypnotischen Sequenzen behaupten.

Verwaltung von Sounds

Anfangs ist es etwas irritierend, dass die 5 Slider der Filtersektion nun nicht mehr die Modulationsstärke bestimmen, sondern die ADSR-Hüllkurve des Filters. Die essentiellen Regler der Modulationsstärke sind nun 4 eher unscheinbaren Knobs gewichen, die über der ADSR-Hüllkurve angebracht sind. Ich hätte dies umgekehrt gelöst und damit die Slider in ihrer ursprünglichen Funktionen belassen.

Die 4 Regler hätten erfolgreich die ADSR-Hüllkurven-Funktion übernehmen können. Ich denke, dieses Szenario wäre der Bedienbarkeit des Originals näher gekommen. Man gewöhnt sich an die neue Belegung, aber es dauert etwas. Ich bin der Meinung, dass die Einstellungen der Modulationsstärke den besonderen Sound des SH-101 ausmacht und dementsprechend sollte man die Funktion präsentieren.

Wenn man den originalen SH-101 gewohnt ist, muss man sich auch bei anderen Funktionen umgewöhnen. Die Bedienelemente auf der Oberfläche wurden verschoben. Wie schon erwähnt, befinden sich in der VCF-Sektion nur 4 Regler, obwohl im Original 5 Fader zu finden sind. Der fünfte Fader ist in die LFO-Sektion gerutscht.

Dort finden sich nun 3 Fader, mit denen man den Einfluss des LFOs auf den VCO und VCF bestimmen kann. Die meisten Fader des originalen SH-101 haben ihren Nullpunkt auf der niedrigsten Position und ihre maximale Einstellung auf der höchsten Position. Im Plugin findet sich die Nullstellung der Fader in der LFO-Sektion nun in der Mitte. Dies gilt auch für die Envelope-Modulation und Keyboard Amount.

Und auch in der Farbe Blau zu haben

In der VCO-Sektion kann man nun den VCO-Envelope und Filter-Envelope auswählen. Natürlich hat man durch die Filter-Hüllkurve viel mehr Möglichkeiten. Sie machen aber die Bedienung etwas komplexer, weil man für einen Filtersweep nun auch die ADSR-Hüllkurve des Filters einstellen muss.

Positiv fällt auf, dass man das Layout mit den damals erhältlichen Farben grau, blau und rot bestimmen kann. Eine Version bildet die angepasste Oberfläche des System 1 für die Plug-Out Version ab. Damit hat man als System 1 Nutzer perfekten Überblick.

Das Design der SH-101 Cloud entspricht dem Original, wirkt aber hier und da etwas eckiger. Die Hardware und Boutique-Versionen haben subjektiv empfunden einen bisschen mehr Charme.

Netterweise kann man bei allen Instrumenten der Roland Cloud die Tastatur wegklappen.
 Dies spart Platz auf dem Bildschirm und ohne Touchscreen empfinde ich eine virtuelle Tastatur immer ein bisschen problematisch. Sie sind nicht sonderlich sexy und mit der Maus Tasten zu drücken, ist nicht sehr funktionell. Wenn die Tastatur eingeklappt ist, bleibt von ihr immer etwas zu sehen und wozu das gut sein soll, ist mir ein Rätsel.

Arbeiten lässt sich mit der Software hervorragend. Je weniger man über das Original weiß, desto einfacher fällt die Einarbeitung. Nach dem ersten Hören kann man der SH-101 Cloud Version durchaus SH-101 Qualitäten unterstellen. Doch das möchte ich nun genauer betrachten.

Wer klingt besser? Original oder Plug-In?

Der Vergleich zwischen SH-101 und SH-101 Cloud Version

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass ein Vergleich von Software und Hardware viele Probleme mit sich bringt. Da ist zum einen der Umstand, dass der Roland SH-101 von Peter Grandl schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Dies kann sich auf den Klang auswirken.

Es ist immer wieder zu lesen, dass eine Roland TR-808 niemals so klingt wie eine andere TR-808. Dies hat mit den Eigenschaften der verwendeten Bauteile zu tun. Selbstverständlich spielt auch die Art und Weise der Nutzung eine Rolle. Hat man es mit einem abgerockten Stück Hardware oder hat man es mit einem perfekten Sammlerstück zu tun?

Ein großes Argument spricht aber für den Vergleich von Software und Hardware. Der Vergleich bezieht sich auf ein Produkt derselben Firma. Roland behautet, mit ihrer ACB-Technologie die Instrumente aus ihrer Firmengeschichte nachbauen zu können. Wenn jemand weiß, wie seine Instrumente klingen, dann muss es doch Roland selber sein oder etwa nicht?

Und in rot gibt es den Roland Cloud SH-101 auch

Sicher ist der Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen Firmen immer schwierig, weil z. B. Arturia die Instrumente aus ihrer Vintage-Collection mit neuen Funktionen aufrüstet und somit Arturia Versionen der Klassiker baut.

Aber in diesem Vergleich ist das Motto: Roland vs. Roland und das ist mehr als fair.

Um einen Vergleich zwischen der Roland Software von 2020 und des SH-101 von 1983 bis 1986 zu gestalten, gilt es einiges zu beachten. Selbstverständlich müssen die erweiterten Funktionen der Software ausgestellt werden bzw. dürfen im Test keine Rolle spielen.

Nur die Funktionen, über die beide Instrumente verfügen, können miteinander verglichen werden. Da der SH-101 analog aufgebaut ist, ist es auch sehr wichtig, ihn vor einem Vergleich zu stimmen.

Der Hardware-Synthesizer SH-101 hat einen monophonen Ausgang. Das Plugin liegt als Stereo-Version vor, deswegen müssen die Files in Mono umgewandelt werden. Das ist kein Problem, denn die Sounds des Plugins leben nicht von wilden Panning-Effekten, sondern sind links und rechts immer gleich verteilt.

Natürlich ist es kein Problem, die Oszillatoren miteinander zu vergleichen. Diese Einstellung ist nicht sonderlich komplex. Einen echten Sound mit all seinen Einstellungen zu reproduzieren, ist aber eine komplexe und zeitaufwendige Arbeit.

Ich habe Sounds mit dem Original erstellt, die ich versucht habe, auf die Software zu übertragen. Für diese Aufgabe war es nicht gerade hilfreich, dass die Fader und Knobs der Software sich an anderer Stelle befinden als im Original.

Wenn man diese Übertragungsleistung vollbracht hat, merkt man schnell, dass man die Einstellungen so gut wie nie originalgetreu übersetzen kann. Nachregeln ist unverzichtbar!

Filtersweeps der Software können nur mit der ADSR-Hüllkurve des Filters erstellt werden. Das ist irritierend, da es diese Funktion im Original nicht gibt und die Prämisse eigentlich lautet, nur Elemente zu benutzen, über die beide Instrumente verfügen.

Die Reproduktion von Sounds ist wirklich kein Zuckerschlecken. Ich kann jetzt verstehen, dass große Keyboarder diese Aufgabe abgeben. Die Synthesizer und Keyboards der 60er-, 70er- und 80er-Jahre möchte man nur ungern mit auf Tour nehmen.

Es gibt ein schönes Video von Rick Wakeman, in dem er seine Keyboard-Burg vorstellt. Er nennt auch die Instrumente, die das letzte Mal auf Tour dabei sind, z. B. der Roland JD-800, wegen des Red Glue Problem, dass zum Zeitpunkt des Videos aktuell wurde.

Wer die Oxygene in your Livingroom-Tour von JMJ gesehen hat, weiß was für Probleme die „Old Ladies“ mit sich bringen. Old Ladies nennt Jarre seine betagten Synthesizer, die er bei dieser Tournee ohne Netz und doppelten Boden zum Klingen brachte. Der Memorymoog verlor plötzlich seine Stimmung. Trotz aller Versuche, war ein Nachstimmen mitten im Track ein auswegloses Unterfangen. Als Synthesizer-Fan konnte ich mitfühlen. Trotzdem hat Jarre es eiskalt durchgezogen und versucht zu retten, was noch zu retten war. Diese Tournee war übrigens die einzige, die Jarre ausschließlich mit den alten Instrumenten vollbracht hat. Sie war sicher ein Alptraum für Techniker und Crew, aber ein Traum für das Publikum. Grooooßer Seufzer.

Die System-Variation mit erweiterten Bedienelementen.

Das Publikum möchte die Sounds aus der jeweiligen Zeit hören. Die großen Workstations und modernen Synthesizer sind viel praktischer, weil sie auf dem Stand der neusten Technik sind und ein großes Potenzial an Synthese- und Sample-Möglichkeiten bieten. Auf Tournee ist Zuverlässigkeit der Technik unglaublich wichtig. Eine Tournee verlangt Instrumenten viel ab und je älter ein Instrument ist, desto anfälliger ist es für Probleme.

Das spricht auch für den Einsatz einer Roland Boutique SH-101 oder SH-101 Roland Cloud auf der Bühne. Die Reproduktion ist aber nicht so einfach und es braucht sehr viel Geduld. Oftmals ist nur eine Annäherung möglich, soviel sei schon vorweggeschickt.

Schwingungsformen und Sounds

Hier sind die Ergebnisse des Vergleichs. Ich werde  mich nun mit meinem Urteil zurückhalten und dem Leser das letzte Urteil überlassen. Hört ihr Unterschiede? Seht ihr Unterschiede? Gebt ihr der Software oder der Hardware den Vorzug? Das interessiert uns sehr und wir freuen uns auf euere Kommentare.

Oszillatoren SH-101 vs SH-101 Cloud

Roland SH-101 Noise

Roland SH-101 Filter

Das Filter wurde geschlossen und wieder geöffnet.

Die Resonanz wurde voll aufgedreht und Cutoff geschlossen und wieder geöffnet.

Roland SH-101 Pulsbreitenmodulation

Auf beiden Instrumenten Pulse eingestellt und die Pulsbreite von minimum bis maximum und zurück moduliert.

Produktion und Reproduktion von Roland SH-101 Sounds

Zuerst kommt der Sound aus der Hardware, danach aus der Software. Die Nummern der Sounds gehören zusammen.

Fazit

Ja, es gibt Unterschiede zwischen dem Original und der Software. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, weil es sich eben um Hardware und Software handelt. Die Software wurde in ihrem Funktionsumfang erweitert und das hat auch Einfluss auf die Klanggestaltung. Wenn man die Sounds pur abhört, ist es nicht weiter verwunderlich, dass man die Unterschiede wahrnimmt. Die Frage ist, ob dies auch noch gelingt, wenn der SH-101 nur ein Element unter 27 Spuren ist? Ich wage es zu bezweifeln.

Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: Wer den originalen 101 braucht, wird ihn sich besorgen. Wer mit einem Nachbau glücklich ist, wird sich einen besorgen. Wer den Sound des Roland SH-101 braucht, wird auch mit einer der vielen Software-Lösungen glücklich werden. Der Roland Cloud SH-101 macht da keine Ausnahme.

 

Plus

  • erweiterter SH-101:
  • ADSR für das Filter
  • erweiterter Octavumfang
  • LFO mit zusätzlichen Schwingungsformen
  • Scatter
  • Sound
  • Bedienung
  • Übersichtlichkeit

Minus

  • Sequencer wurde gestrichen

Preis

  • Einzelpreis: 99,- $
  • Abomodell für die Roland Cloud in drei Preisstufen:
  • Core: 2,99 $ pro Monat oder 29,99 $ im Jahr.
  • Pro: 9,99 $ pro Monat oder 99,99 $ im Jahr.
  • Ultimate: 19,99 $ pro Monat oder 199,99 $ im Jahr.
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Holden  

    Eine Dose aus der Cloud. Mumpfige, limitierte Transienten und das Filter reagiert abgekoppelt vom Signal. Ein klassischer „Soundalike“ ohne Fluß. Da ist jede Rammstein Tribute Show näher am Original. Gute Klone wie der Atlantis sind dagegen Ohrenöffner und ich würde auch jede Bass Station oder Volca Bass dem Cloud-SH vorziehen. Da geht es dann nicht um 100% am Original zu sein, sondern einfach nur um den guten Klang an sich. Zum Kommentar: Wer Techno mit 27 Spuren simultan produziert macht in meinen Augen keinen Techno mehr. :)

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          Ted Raven  AHU

          Holden: „Sicher?“
          Sicher! In den Achtizigern haben wir den SH-101 für New Wave, Synthi-Pop und EBM verwendet.

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            Holden  

            Verwendet wurde die SH-101 bestimmt reichlich aber bekannt gemacht und zu Ruhm geführt hat die 101 der Techno. Für „New“ Wave war die auch zu spät raus. Das war dann eher was für Dark Wave oder was sonst noch kam. EBM verbinde ich mit Samplegewitter aus Drums und Synths aller möglichen Gerätschaften. Aber jedem sein Blickwinkel. ;)

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              ISE500  AHU

              Das ist keine Bassline. Das ist genauso ein monophoner Synth (maskulin) wie „der“ 101.
              Das Thema ist ein alter Hut, lies dich da mal ein.

              Du bist doch hier Lektor oder?

              Die Zahl ist halt weiblich.

              Um es abzukürzen: Kein Mensch sagt „der 101“.

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                Ted Raven  AHU

                ISE500: Kein Mensch sagt „der 101“
                Doch. Alle Menschen, die ich kenne, die jemals über den SH-101 gesprochen haben, sagen „der 101“, „der SH-101“ oder „der SH“.

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                  Larifari  AHU

                  Das ist falsch..gerade die ( deutschsprachigen ) Leute die dem Teil zum heutigen Ruhm verholfen haben sagen oft „die“.

                  Wenn es „kein Mensch“ sagen würde gäbe es wohl auch kaum diese alte Diskussion. Gilt für beide Seiten.

                  Ich persönlich hab mir folgendes angewöhnt : der Sh101, die 101

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                    Ted Raven  AHU

                    Larifari: „Das ist falsch“
                    Du kennst also die Leute, mit denen ich gesprochen und musiziert habe und kannst meine Erfahrung als falsch hinstellen?

                    Zitat von der Roland-Webseite: „Der 1982 vorgestellte SH-101“.

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                      Larifari  AHU

                      Das habe ich nicht geschrieben. „Das ist falsch“ ging an euch beide, weil es so rüberkommt als hättet Ihr noch nie von der Diskussion gehört und das alles vollkommen neu für euch ist ( „kein Mensch“ ). Trotzdem ist meine Erfahrung eine andere als deine – unabhängig davon was richtig ist und was nicht.

                      Dass „die“ ist aber sicherlich in den meisten Fällen als Verniedlichung gemeint – entstanden von Usern die ihr Instrument verdammt gerne hatten.

                      Und ja…dann macht’s Roland wohl wie ich.

                  • Profilbild
                    Ted Raven  AHU

                    Larifari: „vollkommen neu für euch ist ( „kein Mensch“ )“
                    „Kein Mensch“ kommt nicht von mir. Damit habe ich ISE500 zitiert. Da ich nicht von mir behaupten kann, alle sieben Milliarden Menschen zu kennen, würde ich solche Verallgemeinerungen niemals verwenden.

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                      Holden  

                      Sprache entwickelt sich, da kannste nix machen! Der Artikel an sich gerät laut Sprachforschern eh unter die Räder. Moderne Sprachen haben oder hatten nur einen oder gar keinen mehr. Mit dem Finger auf Dinge zeigen und es mit dem richtigen Artikel versehen ist typisch deutsch und wird gepflegt bis der letzte an der Front gefallen ist! ;)

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                Dirk Matten  RED

                Wenn man 101 schreibt, meint man in diesem Fall nicht die Zahl, sondern einen Synthesizer. Ich bin nicht nur Lektor, sondern verfüge auch berufsbedingt über ein bestimmtes historisches Wissen zu Synthesizern, das nur nebenbei.

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                  Atarkid  AHU

                  Meiner Erfahrung nach ging das mit „der“ 303 und „der“ 101 los, als die ersten Acid-Tracks aufkamen. Das weiche, weibliche mit den Maschinen in Verbindung zu bringen war irgendwie hip, weil der Sound einfach extrem sexy war… Die Diskussionen um den richtigen Artikel für die Geräte gibt’s schon ewig. Verlaufen auch schon seit Ewigkeiten im Sand. Weil’s egal ist. Der Doepfer 404 ist immer ein „er“ geblieben. War eben nur ein Bass-Synthesizer. Nett aber nicht sexy ^^…. Die komplette x0x-Serie von Roland sind weiblich, hat sich so eingebürgert und hat damit auch seine Rechtfertigung.

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                    Dirk Matten  RED

                    TB-303, Bass Line, die
                    TR-808, Drummachine, die
                    SH-101, Synthesizer, der
                    Doepfer MS-404, Synthesizer, der

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                      ISE500  AHU

                      Und warum sagen dann die Leute „die“ 101 :) ? Sind die irgendwie minderbemittelt?

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                  ISE500  AHU

                  Niemand nennt die 303 seine „Bassline“, das ist dir denke ich klar.
                  101 und 303 sind beides Synths, also müssten nach deiner anderen Regel beide „der 101“ und „der 101“ heissen.

                  Seltsam, wenn man die Jahre einer beruflichen Erfahrung als „Autoritätsargument“ in die Wagschale wirft …

                  Da reichen wohl die sonstigen Argumente nicht – da geht es dann eher um das „Recht haben wollen“, no offense.

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                    Ted Raven  AHU

                    ISE500: „Und warum sagen dann die Leute „die“ 101 :) ? Sind die irgendwie minderbemittelt?“
                    Der Verlust der eigenen muttersprachlichen Fähigkeiten wächst, aufgrund immer geringerem Interesse an Bildung. Ich würde nicht den Terminus „minderbemittelt“ wählen, eher „bildungsfern“. Das betrifft mittlerweile fast die ganze Welt.

                    ISE500: „Niemand nennt die 303 seine „Bassline““
                    Du verallgemeinerst ständig („niemand“, „kein Mensch“). Kennst Du denn alle Leute, die jemals über Synthesizer gesprochen haben? Viele Menschen, die aus Deinem sozialen Umfeld kommen, benutzen vielleicht die falschen Artikel, die Regel ist das jedoch nicht.

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                      Dirk Matten  RED

                      Generation „Basedrum“

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                      ISE500  AHU

                      Schon peinlich, wie man so gefrustet aber gleichzeitig auch schlecht informiert sein kann. Wenn die Messlatte sein soll, ein Progrocker ab 55 zu sein, der die Existenz von Techno negiert, seid ihr auf dem richtigen Weg dazu und vermutlich kriegt ihr gar nicht mit, wie lächerlich ihr euch macht. Eure Kommentare und schnippischen Bemerkungen legen Zeugnis genug ab.

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                      Ian Son  

                      Boah Leute…
                      Könnt ihr das bitte mit euren Therapeuten besprechen?

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      Ashatur  AHU

      Wie kommst du denn auf die magische 27?
      Ich verstehe den Ansatz den du vermitteln willst.
      Techno ist (war) eine Musik welche ohne viel Mittel auskommt. Ich mag es auch nur ein paar Kisten zu verkabeln und damit zu Jammen.
      Aber heutzutage sieht es mit den modernen Mitteln etwas anders aus. Dank der Digitaltechnik Computern und DAW’s ist man ja schon fast unbegrenzt was man tun kann.
      Das wirkt sich natürlich auch auf Arbeitsweisen aus. Ja Techno war eine Musik die durch Technische Limitierung entstanden ist aber nicht weil die Menschen es damals so wollten sondern weil die Technik noch nicht so ausgereift und sündhaft Teuer war.
      Aber zum Glück leben wir heute und können es uns aussuchen wie wir arbeiten möchten.
      Ich finde es aber ebenfalls spannender mit weniger Mitteln was zu erschaffen als mit 60 Spuren.

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        Sven Rosswog  RED

        Hallo Ashtur,

        Ob 27 Spuren oder 42 Spuren spielt keine Rolle ;-) Es sind so viele Spuren, dass man nicht hören kann, ob es sich um ein Clone, Software oder das Orginal handelt. ;-)
        Ob Minimal oder Maximal: Ich liebe die Oppulenz mancher Jarre und ELP Platten oder den Minimalismus vom Plastikman und Villalobos: nur gut gemacht muss es sein. Es gibt so viel gutes und schlechtes, Minimal und Maximal.

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    harrymudd  AHU

    Interessant ist bei dem Resonanzbeispiel das hörbare Aliasing des Plugins – dass kann die Konkurenz besser…
    Überhaupt hätte man den TAL Basslilne mit in den Vergleich einbeziehen können.

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      Sven Rosswog  RED

      Heute ist nur Roland vs. Roland, steht auch im Test drin. Es gibt nicht nur TAL, sondern auch D16 usw. Mit den Hardwarenachbauten wollen wir erst mal gar nicht anfangen.

      Viele Grüße

      Sven

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    Morphoder  

    Hallo
    Ich wäre an dieser Version schon interessiert AABBER. Habe mir jetzt den Roland Cloud Manager unter OSX 10.14.5 installiert. Die Installation lief problemlos aber wenn der Service startet bekomme ich „The Roland Cloud Service isn`t available…try again later…“ Im Internet finde ich auch nichts passendes ausser das man alte Versionen deinstallieren soll und dann die neue. Trifft bei mir nicht zu. Finde auch nichts wie man manuell den Cloud Manager deinstallieren könnte……Habe mir nen account bei Roland gemacht um Support zu bekommen. Leider muss man ein Produkt registriert haben um den Support zu kontaktieren. Da beist sich die Katze in den Schwanz….Benutzerfreundlich ist anders…Somit verzichte ich

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      TobyB  RED

      Hallo,

      ich würde mal mit dem Netzwerkdienstprogramm lauschen, wo es klemmt. /System/Library/CoreServices/Applications/Netzwerkdienstprogramm . Diese Meldung erhälst du, wenn dein Netzwerk keine Verbindung herstellen kann.

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        Morphoder  

        Netzwerkfuntionier super. Und in der Firewall habe ich auch alle services des Cloud managers freigegeben

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          TobyB  RED

          Offensichtlich nicht ;-) wenn du einen Router in deinem LAN einsetzt, ist eine FW auf dem Rechner/Mac kontraproduktiv. Den Mac unter Mojave kannst in der Standard Einstellung laufen lassen. Die Cloud Manager App von Roland ist pflegeleicht und verursacht keine Probleme. Und um deine FW abzuhärten musst du ja erstmal verstehen, wie Roland App über das OS mit der Roland Cloud kommuniziert.

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            ISE500  AHU

            Das spricht aber mal GAR nicht für Roland. Nicht jeder User ist ein IT-Nerd und das weisst du ganz sicher auch.

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              TobyB  RED

              Hallo,

              ich bin kein IT Nerd das weiß ich. Aber ich verrammel auch nicht mein OS mit einer Firewall, wenn ich nicht verstehe wie die App und die Cloud kommunizieren. Das lässt man seinen Router machen und gut ist. Ausnahme ich weiss die die Anwendung kommuniziert und welche Abhängkeiten ich auflösen muss. Das kannst du nun wieder nicht Roland vorwerfen. Die Roland Cloud App funktioniert schlicht und ergreifend und das auf W10, iOS und MacOS.

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                ISE500  AHU

                Ich hätte gerade dich jetzt als IT-Nerd, sagen wir als IT-Experten, eingeschätzt und das bist du doch auch? Und selbst wenn es nur ein „leidenschaftliches Hobby“ ist.

                Man kann nicht erwarten, daß Musiker absolute IT Cracks, Techniker oder Informatiker sind, sorry… Aber da muss man echt mal die Kirche im Dorf lassen.

                Wir reden hier von Anwendersoftware, die ohne tiefergründiges Hintergrundwissen in Bezug auf systemseitige Konfigurationen in Betrieb genommen werden soll.

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                  TobyB  RED

                  Systemintegration überlasse ich anderen, ich hab da kein Spass dran. Ich modelliere lieber Geschäftsprozesse. Roland macht es dem Einsteiger und Umsteiger in die Cloud sehr einfach. Das fängt an beim Registrierungsprozess oder der Übernahme von Accounts aus dem alten Universum. Und setzt sich bei der Installation unter MacOS fort. Da muss man kein Crack oder Techniker sein. Ich hab allerdings schon MacOS Rechner der Marke Gutgemeint ist nicht Gutgemacht gesehen. Unter Catalina war zu vernehmen die Cloud sei eine Bremse beim Laden der AU. Nur war es dann eben ein MacOS Fehler im Zusammenspiel mit Accountsd , der die Keychain verwaltet. Und unter Mojave kannst du dir „The Roland Cloud Service isn`t available…try again later…“ einfangen, wenn du dem W/LAN den Stecker ziehst oder deine FW so einstellst, das bestimmte Ports nicht mehr über Browser mit dem Schlüsselbund kommunizieren können. Klassiker Anwendungen komplett für Internetverkehr sperren. Nur liegt es dann nicht an Roland. Die Kirche ist immer noch im Dorf. Der Anwender kann in der Rolandcloud ohne großes IT Wissen sich auf die Inhalte konzentrieren. Diesen Ansatz findest du so sonst nur noch bei Korg Gadget.

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                Morphoder  

                Hallo
                Habe mir mit meiner Antwort etwas Zeit gelassen. Ich habe lange Jahre in der IT Security gearbeitet. Vielleicht bin ich dadurch etwas paranoider als andere Zeitgenossen ;-) Der Cloud manager versucht beim Start bevor er überhaupt ein Login zum Account zulässt mehrere Adressen zu checken (sind ca. 20 verschiedene) Bekommt er auch nur bei einer keine Antwort kommt das unsägliche „Services not available…“ Er checkt z.b Adressen wie google.analytics, Youtube(!) und anderes. Hätte bei mir auf Arbeit ein Tool das versucht hätte ich es abgelehnt. Das hat nichts mit verrammeln zu tun sonder schlicht und einfach mit einem Sicherheitsbewusstsein. Bei einem vernünftig programmierten Clud service erwarte ich mit das er auschließlich verbindungen zu dem Lizenz Server herstellt und nicht das ganze andere Gedöns. Aber wie gesagt ich bin halt etwas vorsichtiger.

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                  TobyB  RED

                  Hallo Morphoder,

                  das ist schon okay :) Der Roland Cloud Manager bindet halt auch Demos und Tutorials ein die auf Youtube nicht zu sehen sind. Und die Verbindungen öffnet Cloud Manager beim Start. Er ist halt Anlaufstelle für Abos und Installation und Updates. Die eigentliche Lizenzierung läuft über einen Daemon und das Schlüsselbund unter MacOS. Für den Betrieb des AU unter Logic etc. benötigst du den Cloud Manager nicht. Was man unter Mojave machen sollte, ist unter Datenschutz die Einstellungen anpassen. Und Tracking zu deaktivieren. Zusätzlich kann es nicht schaden sein LAN Netzwerk und den Router(wenn der ISP das schon unterstützt) mit IPv6 zu betreiben und das Privacy Flag zu setzen. Und wenn du noch einen Proxy daheim hast geht alles darüber.

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    paolostylo

    Ich weiß, hier geht es nur um Roland gegen Roland. Aber im Wesentlichen auch um das Thema „Klingt der/die/das auch so wie die Original-Hardware?“ Dann spielt es keine Rolle, ob Hardware-Clone oder Plugin-Clone… Wie oben schon beschrieben, klingt bereits die Hardware nicht wie die (gleiche) andere Hardware. Nimm‘ eine 101 und stell‘ daneben eine andere 101, eine 808 und eine andere 808, eine 303 und eine andere 303. Alle von Roland. Man wird trotzdem hören, dass, obwohl Modellgleichheit, schon bauartbedingt meistens keine so klingt wie die andere (oder DER andere)… Ich durfte Anfang bis Ende der 90er eine 101 nutzen und kenne den Sound. Jetzt habe ich die Lush-101 von D16, die 101 der Roland Cloud, habe die Demo von TAL abgecheckt und ja: auch ich höre (gerade noch) die Unterschiede. Was will ich damit sagen? UNS, EUCH oder MIR fallen diese Unterschiede vielleicht auf, weil wir uns intensiv damit beschäftigen. Aber sie sind mega marginal! Wenn Du auf der Suche nach dem 101-Sound bist, kannst Du die Clones (heutzutage) ALLE nutzen, denn sie nehmen sich kaum bis gar nichts. Habt Ihr noch EQ/Kompressor + Reverb/Delay etc. drauf und die Augen geschlossen, ist es mit der Unterscheidung absolut vorbei. Das muss man einfach zugeben. Jetzt schreien natürlich diejenigen auf, die sagen, „Doch, das kann ich dann immer noch“… Sorry, nein, ich halte voll dagegen… ;-)

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      Ted Raven  AHU

      Dem stimme ich voll und ganz zu. Selbst die damals nagelneu vom Band gefallenen Geräte haben nicht identisch geklungen. Nach den Alterungsprozessen analoger Bauteile in über dreißig Jahren, sind die Unterschiede nicht geringer geworden. Wäre die Software zeitgleich mit dem Original erschienen, hätte niemand, der sich zwei baugleiche Geräte angehört hat, die vermeintlichen Klangunterschiede bemängelt.

      Seit den Achtzigern mussten akustische Instrumente immer realistischer klingen. Die ersten Sechzehn-Bit-Samples fand man damals ultrarealistisch und kaum jemand konnte sie im Arrangement von den Originalen unterscheiden. Heute gelten die gleichen Sounds aus den gleichen Maschinen als vollkommen an der Realität vorbei. Seit den Neunzigern müssen analoge Synthesizer immer realistischer nachgebildet werden, obwohl schon damals die ersten VAs die Musikerwelt begeisterten.

      Wer immer nur das Gras wachsen hört, wird daraus keine Musik machen.

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    Eibensang  

    Ich kenne das Originalgerät, mein Keyboarder hatte es in den 80er Jahren und ich mochte es, da ich es kapierte und (obwohl damals selbst nur Sänger, Texter und Songschreiber) leicht Sounds damit erschrauben konnte für Bühne und Studio. Noch interessanter als den schön differenzierten Artikel über die wolkige Wiederauferstehung als Bildschirmgespenst finde ich jedoch die Leserreaktionen:

    Von 26 Zuschriften befassen sich ganze drei mit dem Klang (und damit auch der Frage, die die Headline aufwarf) – andere wühlt vor allem auf, ob es die Dings oder der Dings genannt werden sollte oder wird; die meisten handeln jedoch von der Zugänglichkeit der Cloud an sich oder deren womöglichen Mängeln. Wovon ich zwar nicht betroffen bin und keine Ahnung habe. Aber woraus ich schlussfolgere, dass das kein allzu großer Hit wird. So rein musikalisch. (Es lenkt offenbar viel genau davon erstmal ab. Und handfeste Nachbauten scheint es ja schon etliche zu geben.)

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    Anthony Rother  

    Die Wellenformen klingen 100% gleich.

    Aber Filter und vor allem die Resonance das haut nicht hin.
    Leider ist damit ein teil der Reso Sounds mit der Software SH-101 nicht das selbe wie mit dem Original.
    Was OK ist wenn man es nicht allzu abgefahren braucht. Ich nutze die Resonance auch oft als Oszillator den man zu den anderen verstimmen kann.

    Meine Meinung anhand der Soundbeispiele…

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    swissdoc  RED

    Das Plugin ist ein paar Cent höher gestimmt. Das Aliasing beim Filtersweep ist ja schon peinlich.

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    Atarkid  AHU

    101 und 202 haben mehr Dampf, und verhalten sich bei hoher Resonanz in Verbindung mit niedrigem Cutoff anders. Da ist so ein „Grollen“ drunter. Ich finde das klingt brutalst gut. Weiß nicht, aber DAS tut das PlugIn nicht. Vielleicht sind die Geräte hier auch einfach nur kaputt ^^….

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