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Test: Roland Cloud TR-909, Drummachine Plug-in

17. Dezember 2021

Old, but gold - TR-909 Plug-in

roland cloud tr909 test

Roland Cloud TR-909, Drummachine Plug-in

Mittlerweile sind eine unüberschaubare Anzahl von Instrumenten vorhanden, die behaupten, den Sound der Roland TR-909 Drummachine authentisch zu kopieren oder verbessert zu haben. Die Hersteller setzen dabei auf Software, Sample-Instrumente und Hardware. Roland hat mit der TR-09 die TR-909 neu aufgelegt. Ihre Software-Version der TR-909 findet sich seit Längerem in der Roland Cloud. Was sie kann und wie sie klingt, erfahrt ihr im folgenden Test. Übrigens: Die originale Roland TR-909 haben wir hier für euch getestet.

Die Roland TR-909 steht für Techno

Für Techno waren zwei Drummachines von Roland prägend. Die Rede ist von der TR-808 und der TR-909. Beide Trommelmaschinen sind mittlerweile Teil der Roland Cloud und das ist auch gut so, denn die Originale sind schwer aufzutreiben und dazu noch sehr teuer. Die Puristen werden natürlich auf das Original schwören, aber für alle anderen werden eine Software-Emulation, Samples oder ein Klon vermutlich ausreichen. Viele Musiker und Musikerinnen werden sich damit zufriedengeben, wenn der Charakter der TR-909 getroffen wird.

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Das Original

Wer klassischen Detroit-Techno produzieren möchte, kommt an dem Sound der TR-909 nicht vorbei. Aus meiner Sicht ist Detroit-Techno nervös, schnell, treibend und pulsierend. Der Sound wird durch die schneidenden HiHats, Cymbals und Rides geprägt. Die Toms der TR-909 hört man dabei deutlich heraus. Sie klingen aber nicht so künstlich wie eine Simmons Drums. Die Kick verfügt über viel Attack und tritt dadurch kräftig zu. Sie klingt im Vergleich mit der TR-808, die auch gerne im Hip-Hop verwendet wird, viel härter.

Ich denke bei Detroit Techno an Jeff Mills, Underground Resistance, Derrick May, Eddie Flashin’ Fowlkes, Octave One, DJ Ronaldo und viele andere. Jeff Mills ist sicher einer der großen Virtuosen an der TR-909. Er ruft nicht nur Patterns ab, sondern programmiert und improvisiert auf ihr während seiner Auftritte. Die zwei folgenden Videos zeigen die Fähigkeiten von Jeff Mills an der TR-909.

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Es darf nicht vergessen werden, dass die TR-909 nur sehr selten in ihrer reinen Form zu hören ist. In der elektronischen Tanzmusik ist es üblich, die Sounds zu bearbeiten, um sie noch durchsetzungsfähiger klingen und um noch härter wirken zu lassen. Für manch einen war es schon eine große Enttäuschung, wenn er feststellte, dass die TR-909 im Original nicht so klingt wie auf den Lieblingsproduktionen.

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Zugang zur Roland Cloud Version der TR-909

Um die TR-909 nutzen zu können, ist eine Mitgliedschaft in der Roland Cloud notwendig. Roland bietet hierfür verschiedene Abo-Modelle an. Die TR-909 kann aber auch als eigenständige Software-Lizenz erworben werden. Details findet ihr in unserem Roland Cloud Artikel.

Ich führe den Test unter Logic 10.7.1 durch und die Roland Cloud TR-909 verfügt über die Version 1.09.

Die Funktionen der Roland Cloud TR-909

Die Oberfläche wirkt sehr aufgeräumt und erinnert an die originale TR-909. Es fällt auf, dass die Cloud-Version nicht mit Effekten beschenkt worden ist, wie z. B. die TR-606 und SH-101. Es finden sich keine zusätzlichen Sounds. Andere Hersteller bieten da mehr Optionen an.

Neben den bekannten Einstellungen für die Roland TR-909 findet sich ein kleiner Unterschied zum Original. Die Closed-HiHat verfügt nun über einen eigenständigen Level-Regler. Die Taste „Panel“ erweitert die bekannten klangformenden Elemente mit Gain und Pan. Schön, dass es nun möglich ist, einzelne Sounds im Stereopanorama zu platzieren.

In klanglichen Fragen darf man sich keine Überraschungen erwarten. Es handelt sich nicht um eine TR-909, Version 2. Alle klangformenden Eigenschaften des Originals wurden übernommen und vollbringen ihre Leistung mit den bekannten Vorteilen und Einschränkungen.

Moderne Drumsynthesizer bieten da weit mehr klangformende Eigenschaften wie z. B. eine Auswahl von Schwingungsformen oder eine vollwertige ADSR-Hüllkurve, Filter und viele andere nützliche Funktionen.

Mit Sicherheit ist man aber auch nicht auf der Suche nach futuristischen Sounds, wenn man mit der TR-909 arbeitet. Der TR-909 Klang wird geliefert und man darf ihn mit den bekannten Parametern beeinflussen.

Der Sequencer der Roland Cloud TR-909

Die originale TR-909 lässt sich mit einem Lauflicht-Sequencer programmieren. Das funktioniert auch heute noch sehr gut. Roland hat die Cloud TR-909 mit einer neuen Funktion beschert, einem Matrix-Sequencer, der in jeder Roland Cloud Drummachine identisch aufgebaut ist.

Mit dem Taster „Edit“ wird er aufgerufen. Insgesamt verfügt jeder Sound über 16 Steps. Viel ist das nicht, aber die TR-909 Cloud erlaubt es, 8 Patterns zu speichern und miteinander zu verknüpfen, wodurch man insgesamt über 128 Steps pro Spur verfügt.

Es ist möglich, die Step-Zahl pro Spur zu ändern, um polyrhythmisches Material zu erzeugen. Dazu muss die Funktion „Last Step“ aufgerufen werden und schon lässt sich die Step-Länge pro Spur ändern. Leider ist es nicht möglich, die Step-Länge in den Patterns individuell zu verändern. Verfügt die Bassdrum-Spur über 4 Steps, wird auch die Bassdrum-Spur im nächsten Pattern über 4 Steps verfügen. Ich hätte es schön gefunden, wenn ich in den unterschiedlichen Patterns eine andere Step-Zahl angeben könnte, denn das würde polyrhythmischer Wahnsinn bedeuten.

Pattern mit gekürzten Spuren

Netterweise liefert Roland alle unterschiedlichen Scales, also Taktarten, der TR-909 mit. Auch hier gilt, dass nur eine Scale für alle Patterns ausgewählt werden kann. Scale-Sprünge sind nicht möglich.

Pro Spur steht ein Shuffle-Regler zur Verfügung. Lobenswert ist, dass man den Shuffle pro Spur verändern kann und er nicht auf alle Spuren gleichermaßen wirken muss. Einmal getroffene Shuffle-Einstellungen bleiben über alle Patterns bestehen.

Interessanterweise lässt sich auch Accent mit dem Sequencer programmieren. So kann bestimmt werden, auf welchen Beat ein Accent wirkt. Dieses einfache Werkzeug gestaltet ein Drumpattern dynamischer. Der Einfluss von Accent lässt sich für alle Spuren gleichermaßen einstellen. Hier hätte ich mir mehr Flexibilität gewünscht, wie z. B. vollen Accent auf der Bassdrum und ein bisschen Accent auf der Snare.

Die Funktion Weak erzeugt genau das Gegenteil von Accent. Sie entschärft durchdringende Sounds. Leider lässt sich Weak in seiner Konzentration nicht bestimmen. Sehr gut ist aber, dass sich die Farbe der Note ändert, die man mit Weak ausstattet. So behält man Übersicht über die Besonderheiten eines Patterns.

Ähnlich funktionieren auch die Funktionen Flame und Substep. Beide Funktionen erzeugen kurze Wiederholungen der gewählten Noten und können damit das rhythmische Schema aufbrechen und abwechslungsreicher gestalten. Noten mit Flame werden gelb angezeigt und als Substep in Blau.

Sichtbare Flames und Substeps

Wie schon erwähnt, lassen sich 8 Variationen eines Beats erstellen, die miteinander verknüpft werden können. Die Variationen wurden nach dem Alphabet mit A-H benannt. Selbstverständlich müssen Variationen nicht von Hand nachgezeichnet werden, sondern die Patterns lassen sich kopieren und weiterarbeiten. Mit den Knöpfen A-H können die Patterns live aufgerufen werden.

Auch können die Patterns per MIDI getriggert werden. Neben den Patterns können auch die üblichen Start/Stop-Befehle und die individuellen Klänge getriggert werden. Die Funktionen sind im Handbuch mit der jeweiligen MIDI-Note hinterlegt. Es ist aber etwas irritierend, dass Roland keine MIDI-Noten angeben hat, sondern die Nummer der Tastatur. Das bedeutet, dass die Patterns sich auf den Noten 24 bis 31 befinden.

Grundsätzlich ist es nicht unbedingt notwendig, mit dem internen Sequencer zu arbeiten. Patterns können als MIDI-File in den Sequencer der DAW gezogen werden. Das gilt auch für Audiospuren. Die Files müssen nicht gebounct, sondern können direkt in die DAW gezogen werden. Die dazugehörigen Befehle findet man in dem Menü „Option“. Es lohnt sich, sich mit den Möglichkeiten von „Option“ auseinanderzusetzen. Es ist beispielsweise möglich, Patterns von und für die Roland TR-8S zu importieren und zu exportieren.

Die Subouts der Roland Cloud TR-909

Großartig ist, dass die Cloud TR-909 über multiple Outputs verfügt. Dadurch ist es möglich, auf einzelne Klänge der TR-909 unterschiedliche Effekte zu legen oder mit Outboard-Gear zu veredeln.

Um diese Funktion zu erreichen, müssen verschiedene Schritte durchgeführt werden. Die TR-909 muss zunächst von Stereobetrieb auf Multi-Outputs umgestellt werden, denn sofern die TR-909 im Stereo-Modus geladen wurde, wird es nicht funktionieren.

Im nächsten Schritt muss die TR-909 Cloud Version wissen, welche Spuren bzw. Instrumente auf die Multiple-Outputs gelegt werden sollen. Dazu im Menü „Option“ Suboutput auswählen. Ein Fenster öffnet sich und die verschiedenen Klänge stehen zur Auswahl. Im Mixer von Logic ist zu beobachten, dass sich in der Spur der TR-909 ein Plus- und ein Minus-Zeichen befindet. Mit diesen können die unterschiedlichen Klänge auf einzelne AUX-Kanäle gelegt werden.

Auswahl der Sounds für individuelle Outputs

Nun wird es ein bisschen kompliziert. Wie man auf den Screenshots sehen kann, hat sich Roland nicht bemüht, die einzelnen Klänge sinnvoll zu beschriften. Ich weiß jedenfalls nicht, welcher Sound sich hinter TR-95-6 versteckt. Um einen gewünschten Klang zu finden, muss man also die Liste abarbeiten. Mit der Zeit wird man sich die Belegung zwar gemerkt haben, aber bis dahin ist es eine ziemliche Fummelei.

Welche Spur oder welches Instrument man auswählt, ist mir nicht klar

Leider folgt die Beschriftung nicht der Reihenfolge der Sounds in der TR-909. Der erste Sound ist tatsächlich die Bassdrum und der zweite Sound die Snare, aber das Low-Tom folgt nicht.

Wenn man diese kleine Hürde überwunden hat, kann man aber tatsächlich jeden Klang der TR-909 individuell mit Effekten aller Art aufpeppen. Ich möchte behaupten, dass hier der wahre Spaß mit der TR-909 Cloud beginnt.

Arbeit mit der Roland Cloud TR-909 in der DAW

Die TR-909 Cloud klingt nach TR-909. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Roland stellt auf der Ebene der Soundengine so gut wie keine Verbesserungen zur Verfügung. Der TR-909 Sound ist ein klassischer elektronischer Drumsound und daher ist auch nicht zu erwarten, dass die Musiker und Musikerinnen auf der Suche nach einem anderen Sound sein könnten.

Allerdings macht das die Konkurrenz anders. Sehr oft wird die TR-909 auf Steroiden angeboten, was dem Umstand zu Schulden ist, dass die TR-909 in den Klassiker der Techno-Geschichte schon prozessiert worden ist, um ihr noch mehr Durchsetzungskraft zu verleihen. Hier liegt es am Käufer zu entscheiden, welchen Sound er bevorzugt.

Die Arbeit mit dem Sequencer macht dabei sehr viel Spaß und die Optionen sind im alltäglichen Umgang mit einer DAW durchaus sinnvoll. Es ist toll, Grooves als Sample oder MIDI-Files zu exportieren und diese dann mit anderen Instrumenten und Werkzeugen weiterzuverarbeiten. Mir macht es Spaß, solche Patterns über MIDI zu triggern und so in das Arrangement eines Songs einzufügen. 8 Variationen sind natürlich nicht viel, da hätte Roland durchaus großzügiger sein dürfen. Aber für die meisten Spielarten der elektronischen Tanzmusik wird dies ausreichend sein.

Die originale TR-909 verfügte über einzelne Ausgänge und auch das Plug-in verfügt über solche. Hier beginnt dann der eigentliche Spaß, denn dadurch ist es möglich, die schon (evtl.) etwas abgenutzten Sounds der TR-909 auf ein neues Niveau zu heben und ihnen neue Strahlkraft zu verleihen. Mit ein paar schrägen Plug-ins oder einem externen Effektgerät wird es nicht mehr nach einer typischen TR-909 klingen, aber der Groove wird bestehen bleiben.

Roland verzichtet darauf, die Roland Cloud TR-909 mit neuen Funktionen zu überfrachten. Neues gibt es daher wenig zu entdecken, aber man bekommt den Sound einer TR-909 in einer authentisch klingenden Emulation geliefert.

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Fazit

Es ist mehr als möglich, mit der TR-909 die Pfade des Detroit-Techno zu erforschen und diesen Klang authentisch zu reproduzieren. Überraschungen wird man nur wenig finden und höchstwahrscheinlich suchen die Nutzer einer TR-909 diese auch nicht. Der Sound ist bekannt und die Nutzer wollen diesen Klang. Wer mehr aus der TR-909 rauskitzeln möchte, muss das tun, was schon in den 1990ern gemacht wurde, die Effektkette anschmeißen!

Plus

  • TR-909 Sound
  • Sequencer
  • Audio/MIDI-Export on the fly
  • Subouts
  • kompatibel mit TR-8s

Minus

  • wenig Extras
  • irritierende Beschriftung der Subouts in Logic Pro
  • der Sequencer ist gut, könnte aber flexibler sein

Preis

  • CORE Membership Abo: $ 29.99
  • PRO Membership Abo: $ 99,-
  • Ultimate Membership Abo: $ 199,-
  • Lizenz (Kauf): 149,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      Filterpad  AHU

      Erstens das (wobei IMO immer noch der beste synthetische Drumsound und bis heute brauchbar) und zweitens besteht die Gefahr, unabsichtlich mehrere identische Samples zu kaufen. Wer z.B. Native Instruments Battery besitzt, sollte erst mal schauen, ob ihm diese 9O9-Samples genügen. Am Ende hat man womöglich Battery 9O9, Roland Cloud 9O9, Behringer RD-9 und weitere. Hardware habe ich jetzt mit hinzugezählt, aber vom Funfaktor und Spielgefühl gehört es eigentlich nicht dazu. Mir ging es um die womöglich hohe Anzahl identischer Klänge im eigenen Archiv. Ansonsten ist es natürlich von Roland richtig, die Klassiker der eigenen Drummachines als Plug-in anzubieten. Auch das wenig „Schnick-Schnack“ dabei ist, deutet meiner Ansicht nach eher auf ein Schritt nach vorne hin, denn die Kunden wollen genau dies: Eine 9O9 ohne wenn und aber! Siehe Behringer.

      Punkt 2: Kann jmd. endlich das Geheimnis lüften, ob es jetzt 909 (null) oder 9O9 (O) heißt?

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        network-909  

        Na es wird eine „Null“ sein. Bin zwar kein native speaker, aber eine Null wird im Englischen oft als „oh“ ausgesprochen… Das wird das ganze Geheimnis sein :)

          • Profilbild
            Filterpad  AHU

            @ MPC und Network: Spannend, war mit tatsächlich neu. Klingt aber einleuchtend und macht Sinn. Man lernt einfach nie aus.

        • Profilbild
          Filterpad  AHU

          @Digital-Synthologie: Schade 😊 Meine hätte das schon öfter gesehen. Aber vl. war es Einbildung aufgrund der Sprechweise (9 ohh 9).

          • Profilbild
            Larifari  AHU

            Ja, korrekt ist natürlich die null..aber irgendwie ist beides richtig…die amerikanischen Hip Hop Urgesteine sagen auch 8 oh 8.

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        Basicnoise  

        @Filterpad
        auch wenn ich sie mir nicht holen will, an einer Stelle hat Behringer mit der RD09 eine für mich entscheidende Verbesserung eingebaut. Der Oszillator Tune der Bassdrum, die damit endlich stimmbar wird.
        D16 hat das damals eingebaut und ich hab es Jahre lang genutzt. Heute ist meine goto 909 Bassdrum die von Softubes Heartbeat. (Auch leider ohne Sequencer und nicht alle Soundmodule wirklich gelungen, aber die BD rockt derbe und ist bei wunderbarem 909 Grundsound trotzdem schön flexibel)

  1. Profilbild
    York_vom_Ork  

    Moin

    jedem so wie man mag, Hardware find ich aber griffiger, ausser der BD find ich die Sounds schon ziemlich verbraucht. Es sei denn man rückt mit einem EffektRack/Comp/EQ an. Ist Oldschool angesagt nimmt man wohl eher die Summe am MasterOut an der TR.

    Da ist die Software im Routing natürlich flexibler, mir aber trotzdem mehr als deutlich zu teuer im Vergleich zu anderen Softwarelösungen.

    Wenn ich für fast jedes SW Produkt von Roland über 100.00 eur zahle wird ja sogar eine TR8S attraktiv mit den Sounds aus der fast kompletten TR Klangbibliothek

  2. Profilbild
    digital-synthologie  AHU

    Ich hab mir irgendenwann mal das komplette Samples-from-Mars-Set gekauft. Alle möglichen Drummaschines gesamplet. Dann alternative durch einen Bandmaschine, MPC und SP-1200 gejagt.

    Man bekommt alles direkt einsetzbar als Drumrack mit Makros für Ableton Live.

    Zusammen mit der Push als Controller hat sich damit das Thema für mich vollständig erledigt.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Kleiner Budgetfreudlicher Tipp für Garageband und Logic User, für den DMD lassen sich unter Sound Libary > Alle verfügbaren Drummer Sounds kostenlos laden, diverse Drummies laden. Von Simmons bis Linn ist alles dabei. Da man nun entweder per Pattern, Drummer, MIDI Region arbeiten kann, ist man da schön flexibel. Allerdings wenn man ähnliche Ergebnisse wie mit dem TR-909 Plugin erzielen möchte heisst es, um die Ecke denken.

    • Profilbild
      Herr von W.  

      Ich habe mir das Komplettpaket auch vor x Jahren gekauft, da gibt es ja regelmäßig solche Aktionen. Die 909-vom-Mars ✨👽✨ hatte ich einzeln schon vorher mal gekauft und muss sagen, dass die Pakete sehr solide gemacht sind.

      Jetzt habe ich seit zwei Jahren aber doch eine originale TR-909, zum seinerzeit auch schon recht intensiven Preis gekauft. Das sind nochmal WELTEN meiner Erfahrung nach. Ich habe 25 Jahre mit diversen Samples gearbeitet. Habe damit sehr aufwendig Sets für die MPC 2000 und 2000 XL erstellt. Hin und wieder hatte ich in diesen 25 Jahren mal die Idee im Kopf eine 909 zu kaufen, das dann aber immer verworfen, weil ich dachte die Samples würden es prima abbilden. „Boy was I wrong.“

      Selbst direkt beim Abholen des Geräts – ich habe bei einem Händler gekauft, aber schon vor Abholung bezahlt – beschlich mich das fragende Gefühl, ob DAS denn nun wirklich dermaßen viel Geld wert sei. Diese Gedanken kamen nie wieder auf, seit ich die 909 dann zuhause hatte und mich die ersten 2 Wochen auch sehr intensiv mit dem Gerät auseinandergesetzt habe. Also Schritt für Schritt Bedienung und Eigenheiten und auch Feinheiten gelernt hatte. Vll auch gerade WEIL der Preis so hoch war. Zumindest für meine Verhältnisse. Aber… ich würde es wieder tun.

      Diese innere Unruhe/Suche ist auch komplett beendet. Es fühlt sich an wie „angekommen“.

      🕊️

      • Profilbild
        Herr von W.  

        Teil 2

        Das muss halt jede/r für sich selbst rausfinden. Mit anderen Dingen im Leben ist es ja ähnlich. Klamotten, Wein, Uhr, Handy, Auto.

        Was ich seltsam finde sind Aussagen á la „Das hört niemand.“, „Das braucht man nicht.“. Das sollte immer aus der ich-Perspektive bewertet werden. Also „Das höre und brauche ICH nicht.“

        Bei akustischen Instrumenten stellt es ja auch kaum jemand infrage, wenn nach hochwertigen Modellen gestrebt wird. Mich wundert, dass da so rigeros der Bezug zum Preis gesucht und bewertet wird. Die meisten sind doch Amateure. Ich auch, also im wortwörtlichen Sinn der Bedeutungsdefinition. Der Liebe zur Sache wegen, seit wann misst man denn das in Geld.

        Als Ingenieur ist mir dennoch eine möglichst neutrale Bewertung auch wichtig. Die 909 liefert sehr schnell für mich ein überzeugendes und in sich völlig stimmiges Ergebnis. Das erreiche ich mit Samples nicht. Beispielsweise das recht dynamische Flanging zwischen Snare und Clap aufgrund des gemeinsamen Rauschgenerators. Das bekommt man mal komplett nicht mit Samples programmiert.

        Und ja, originale 909 ist teuer, aber das sind nun eben auch Oldtimer. Ich kenne diese Entwicklung aus erster Hand im Bereich „VW Bus“. Wenn man DEN möchte, dann erzeugt ein aktueller Hyundai auch keine Zufriedenheit bezüglich dieses Wunsches.

        Die Limitierung der 909 empfinde ich als wohltuend.

        • Profilbild
          Sven Rosswog  RED 2

          Hallo Herr von W,

          neben der Frage des Sounds würde mich noch der Faktor Sequencer interresieren. Wie empfindest du den Seqeuncer der TR-909 im Vergleich zu dem eines Sampler oder DAW mit 909 Samples?

          • Profilbild
            Herr von W.  

            Hallo Sven, bitte verzeihe das Verhallen deiner Frage! 😬 Irgendwie hat mich die Banachrichtigung nicht erreicht, keine Ahnung…

            Also für MICH ist der Sequencer maßgeblich am Ergebnis beteiligt. Der von der 909 ist grundlegend „straight forward“, man kommt ganz schnell zum Ziel. Es gibt dann eben ein paar Funktionen für Fortgeschrittene, wie Shuffle, Flam, Kopieren von Patterns (da muss man ulkigerweise erst das Ziel angeben und DANN die Quelle – andersrum als das allgegenwärtige Copy-Paste-Prinzip von Rechnern heutzutage) oder das feste Verknüpfen von nebeneinander liegenden Patterns.

            Da muss ich auch manchmal in die Anleitung schauen, man hat das dann aber fix wieder drauf.

            Ich persönliche liebe so direkte Hardware total 🤩 Beruflich verbringe ich viel Zeit am Rechner, und das Herumschubsen eines Maus-Cursors ist für mich einfach kein Musizieren. Habe daher gar keinen Rechner im Musik-Setup mehr. Also wo die 909 integraler Bestandteil ist. Ich nutze und mag a sich auch Ableton Live, sehe das aber als eigenständiges Setup, welches ich bei Bedarf mal anwerfe. Um beispielsweise schnell mal unterschiedliche Loops zusammenzuwürfeln und/oder ausgefallene Effektroutings zu bauen. Dafür fehlen mir als Hardware die Geräte und am Ende auch die Kabel sowie leider die Zeit.

          • Profilbild
            Herr von W.  

            PS: Ich komme interessanterweise zu völlig anderen Beats, wenn ich den Step-Mode ODER den Tap-Mode benutze ODER beispielweise mit der MPC 20000 XL über die 16 Gummipads was einspiele. Pro Einspielmethode dann doch auch wiedererkennbar, also sprich die Resultate scheinen aus „einer Familie“ zu sein und ich höre direkt raus, was da da Werkzeug war 😁

  3. Profilbild
    lunatic  

    39$ für den kompletten Sample-Katalog ist wirklich unfassbar fair, da ist heisser Kram dabei. Leider gehe ich solchen Angeboten aus dem Weg um mich nicht wochenlang durch Samples klicken zu müssen. Es ist einfach nicht meine Arbeitsweise. Aber wer fette “ready to go“-Drumsamples sucht wird hier definitiv fündig.

  4. Profilbild
    Basicnoise  

    Mir ist es ein Rätsel, wie die die Emulation so unflexibel gestalten konnten. Nichtmal pitchbare Hihats? Der Oszi der BD nicht pitchbar? Letzteres geht auch den Hardware Reinkarnationen nicht. Für mich ziemliche Minuspunkte. Den Sequenzer fand ich bei meinen Tests gar nicht mal so schlecht, aber da geht heute wirklich mehr (siehe Drumcomputer von Sugarbytes).

    Das größte Manko für mich war aber, dass der Sequencer den Takt in Cubase nicht anständig hält sobald man im Loop arbeitet. Nach dem ersten Loopdurchlauf sitzt vom Timing nichts mehr an der richtigen Stelle. Bei einem Riesen wie Roland echt mau. Ich war insgesamt von der ganzen Cloud ziemlich enttäuscht. Auch die ganze Installation ist ein graus. Völlig unübersichtlich, jeder Soundpack muss einzeln installiert werden. Eine Zuordnung, was da nun zu welchem Instrument gehört ist schwierig. (Juno zen, Juno Legendary – oft nicht unterscheidbar)

    Der Klang ist top. Aber viele GUIs wirken arg veraltet und die Handhabung ist in meinen Augen ingesamt nicht besonders glücklich umgesetzt.

  5. Profilbild
    TobyB  RED

    Die Subouts in Logic sind in der Tat etwas fischig. Ich hab auch eine Weile gebraucht dies zu verstehen. Zum einen zählt Roland von der Bassdrum beginnend einfach hoch, die letzten Subouts sind dann wieder die Summe. Wenn man das einfach über die IO Beschriftungen fixen könnte wäre klasse. So bleibt es unübersichtlich. Für mich die Highlight Funktion Pattern als MIDI oder Audio auf die TR8s/TR6s zu senden.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 2

      Hi TobyB,

      ja das hat mich auch überrascht, dass man die Patterns als Audiospur einfach in die DAW ziehen konnte. Mit MIDI können das ja viele, aber nicht als Audio.

  6. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Toller Test mit schöner Einführung über die Techno History.
    Meine TR-909 ist gerade bei Doc Analog zum Service, ich freue mich schon wenn sie wieder hier ist und ich dran rumdrehen kann.

    Die Instrumente der TR-909 klingen aus den Einzel-Outs etwas anders als aus dem Main Output.
    Die BD z.B hat mehr Tiefbass am Einzel-OUT.
    Im MAIN OUT entstehen schöne Schwebungen zwischen den verschiedenen Instrumenten.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 2

      Hi Anthony,

      danke schön für die Details, die du uns noch mtteilen konntest.

      Ich habe es oben auch schon Herr von W gefragt: Wie empfindest du den Groove des Sequencers der TR-909 im Vergleich mit einer DAW 909?

      Ich kann mich an ein Interview mit DJ Sneak erinnern, wo er meinte das es Jahre gedauert hat, bis er seiner DAW den Groove einer MPC beigebracht hatte.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Ganz pragmatisch gesagt, es sind die Ghostnotes die den Groove machen. Und da das Plugin die ja mit Accent, Weak durchaus kennt, ist man eigentlich nur einen Step vom Groove entfernt ;-)

  7. Profilbild
    lunatic  

    Beim Thema Hardware vs. Software drehen wir uns seit jeher im Kreis. Nichts kommt erstmal ans Original heran. Aber davon auszugehen, das in jeder angehimmelten Scheibe auch eine echte 909 verwendet wurde, ist absurd.
    Wer nicht ganz untalentiert ist holt auch aus einem Sampler ein 909 Brett welches sich gewaschen hat.
    Mehr Bassfundament beim Einzelausgang? Na klar. Oder dbx 120 (510) dahinter.;)
    Mit Phantasie geht alles

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    Basicnoise  

    Bzgl. der Multi-Outs ist mir nicht aufgefallen, dass es in Cubase anders als sonst üblich gewesen wäre. Instrument in der 909 routen und Spur im Inspector freischalten, feddich. Oder täuscht mich die Erinnerung?

    Nun ja. Nach ein paar Wochen habe ich eh alles an Roland Cloud wieder rausgeschmissen.
    Vielleicht wirds ja noch. Wenn sie einen Jupiter-6 brächten könnte ich schwach werden.

  9. Profilbild
    Noisetom

    Ich hab viele, viele Samples von der 909, aber da ich gerne was zum Anfassen mag, habe ich mir (vor gut einem halben Jahr) den Klon von Behringer bestellt. Sollte eigentlich Ende Januar auf Lager sein. Das wurde leider wieder auf April verschoben. Aber das kennt man ja…. Geduld!

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