Test: SonicProjects OP-X PRO, Oberheim Clone VST

1. Februar 2015

Oldie gegen Newbie

Aus aktuellem Anlass (Veröffentlichung des Matrix 12 V von Arturia) haben wir den Testbericht zum SonicProjects OP-X PRO aus dem Jahr 2007 nochmals hervorgeholt und überarbeitet. Vor allem unter Berücksichtigung der inzwischen existierenden Wettbewerber ARTURIA SEM V und ARTURIA Matrix 12 V, ergaben sich doch einige Änderungen im Test.

Jump. Jeder kennt diesen Song. Spätestens als Van Halen 1984 mit ihrem Hit die Charts stürmten, war der Oberheim Synthesizer OB-X eine Legende. Seit 2007 gibt es dazu aus der Schweiz eine passende VST Emulation. Sonicprojects entwickelt den OP-X Pro sowie den etwas im Funktionsumfang eingeschränkten OP-X. Der OP-X besitzt kein Multimode Filter sowie weniger Tuning Möglichkeiten. Der OB-X ist also der originale Synthesizer, OP-X die Emulation. Den alten OB-X Synthesizer virtuell nachzubilden, besonders dessen Klangcharakter, ist keine einfache Aufgabe.

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Laut Sonicprojects wurde bei der VST Emulation eine völlig neue Methode angewandt. Die Sound-Engine basiert auf 6 unabhängigen Stimmen. Jede Stimme hat ihren eigenen Signalweg und unterscheidet sich leicht von den anderen. Zusätzlich können nicht nur die Oszillatoren sondern auch die Filter, Hüllkurven und das Portamento untereinander verstimmt werden. Ungenauigkeit wird also zum Prinzip. Eine feine Sache, aber reicht es aus, um den filigranen Klangcharakter des OB-X nachzubilden?

Historischer Überblick

Die amerikanische Synthesizer Schmiede Oberheim wurde 1970 gegründet. Bekannt wurde Oberheim vor allen Dingen durch das SEM-Modul (Synthesizer Expansion Modul), welches ursprünglich als monophones Expander Modul für den MiniMoog gedacht war. Ab Mitte der 70er Jahre erschien das SEM-Modul auch als zwei-, vier- und achtstimmige Tastaturversion in einem Flightcase-Gehäuse. So entstand damals der erste multitimbrale Synthesizer der Welt. Jedem Modul konnte ein eigener Tastaturbereich zugeordnet werden. Die SEM-Module etablierten sich ab 1979 als so genannte „Voice-Cards“ unter dem Gehäuse vieler bekannter und relativ einfach zu bedienender Synthesizer, wie zum Beispiel dem OB-X. Dieser war als vier-, sechs- und achtstimmige, polyphone Variante erhältlich. Interessant ist, dass nur in dem OB-X die analogen 12 dB/Oktave Filter der alten SEM-Module verbaut wurden, jedoch nicht mehr in dessen Nachfolger wie zum Beispiel dem OB-Xa oder dem OB-8.

Typische Merkmale des OB-X waren also die einfache Bedienung, die einzelnen untereinander verstimmbaren Voice Cards, sowie der daraus resultierende kraftvolle aber auch weiche Analogklang.

Installation und Testumgebung

Die Installation ist einfach und verläuft ohne Probleme. Den OP-X gibt es alerdings nur als VST-Version und nicht als AU-Version. Man kann als Apple-User das Plug-In aber z.B. auch für Native Instruments Reaktor erwerben und über diesen Umweg unter Logic zum Laufen bekommen.

Nachdem der entsprechende PlugIn Ordner ausgewählt wurde, kann der OP-X Pro im Sequenzer als VST-PlugIn aufgerufen werden. Vor der ersten Anwendung müssen die Registrierungsdaten eingegeben werden. Nachdem nun der OP-X Pro neu gestartet wurde, kann’s los gehen.

Der OP-X Pro lässt sich einfach mit einem Midi Controller bedienen, der ein Pro52 Preset unterstützt. Mit dem Alesis Photon25 hat das super geklappt; alle Regler waren sofort den entsprechenden Funktionen zugeordnet.

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Erster Eindruck und Bedienung

Ich finde den OP-X Pro ausgesprochen interessant anzusehen. Das Original wurde sehr detailliert nachgeahmt. Insgesamt fehlt mir nur eine Art Display, in dem der jeweilige Wert des entsprechenden Controllers angezeigt wird. Zum Beispiel kann die Geschwindigkeit des Arpeggiators gut eingestellt werden und auch zum Tempo des Sequenzers synchronisiert werden, jedoch am OP-X Pro nicht separat abgelesen werden. Hilfreich wäre eine solche Anzeige auch bei anderen Controllerwerten wie Filter-Cutoff oder Filter-Resonanz.

Die Oberfläche unterteilt sich lediglich in neun verschiedene Bereiche. Selbst Einsteiger sollten mit der Struktur relativ leicht zurechtkommen, nur die verschiedenen Trimmpotentiometer sorgen für etwas Verwirrung, doch dazu später mehr. Übrigens können natürlich alle Parameter im Sequenzer automatisiert werden.

Klangbeispiele
Forum
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    MidiDino  AHU

    Vielleicht sind Software-Synthesizer leichter zu ‚bauen‘, wennn man nicht die Last ‚großer‘ Namen zu tragen hat. Zwar versprechen diese Markennamen Aufmerksamkeit, doch sie verebbt, sobald es zu direkten Vergleichen kommt. Übrig bleibt i.d.R. ohnehin nur ein Synth, dessen Klang für sich zu stehen hat, weil es als AnwenderIn naiv wäre, die vermeintliche Emulation als Original auszugeben.

    Die Wege, die U-he oder AAS eingeschlagen haben, sind mir viel sympathischer, weil sie sich auf diesen jeweils eigenen Klang konzentrieren, konzentrieren können, ohne das Engagment in etwas zu verschwenden, das gar nicht, oder zumindest kaum, leistbar ist.

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    rw1957  

    Hallo, miteinander!
    Dass der OP-X Pro (II) schon einige Jahre auf seinem virtuellen Buckel hat, sieht man ihm schon an seiner GUI an, aber man hört es ihm nicht an. Eine Vielzahl besserer Klangbeispiele aus den weit über 1.000 Presets als die im Test angebotenen, unterlegen das.

    Ich frag‘ mich auch, warum in diesem Test der SonicProjects OP-X überhaupt mit den Arturia-PlugIns Oberheim 12 V und SEM V verglichen wird. Die Unterschiede sind ja eh „augenscheinlich“.
    Und um dem angekündigten Workshop Original vs. Emulation vorzugreifen: Es ist halt schon ein Gfrett mit dem noch relativ jungen Begriff Emulation und den Debatten dazu. Meist wird Emulation gleichgesetzt mit Original getreu, (mindestens) so gut wie das Original. Dabei bedeutet Emulation, soviel meine Suche ergeben hat, sinngemäß, Nachahmung / Nachbildung eines Verhaltens, der Funktionsweise, eines technischen Systems und der Benutzeroberfläche. Es muss also nicht immer betont werden: „Aber an das Original reicht die Emulation natürlich nicht heran! Das Original kann die Emulation natürlich nicht ersetzen!“
    So – und jetzt, nachdem ich das los geworden bin, spiele ich mit dem OP-X Pro II, den ich „gebraucht“ um 50 US-Dollar erstanden habe, weiter.

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      AMAZONA Archiv

      Stimmt. Ich bin mit dem Sonic Project mehr als zufrieden. Was mich am Test a bisserl stört ist die mangelnde Sorgfalt bei der Recherge. Der OPX kostet schon seit Sehr langer Zeit € 85 und ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Mir ist er viel lieber als das Arturia Plugin.

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        Tyrell  RED 31

        Hi Recycled, auf der PURCHASE Seite von Sonicprojects kann man aktuell die Vollversion für 130 € erwerben. Bitte sag uns doch, wo unsere Leser das Produkt für 85$ bestellen können :-)

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          Joghurt  AHU

          Ok, ich muss mich nicht für Recycled einsetzen, aber zur Zeit ist die Bentley-Version in der Tat für €85 zu haben (bis 8. Februar). Deswegen aber mangelnde Sorgfalt vorzuwerfen ist jedoch schon etwas überheblich, da es nur eine Aktion ist…

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            cosmic

            Es ist eine Dauer-„Aktion“. Die „Aktions“-Frist wird permanent immer wieder verlängert.
            Ich habe den OP-X PRO II schon vor über einem halben Jahr für €85 erstanden.

            Klanglich schägt Sonicprojects den Arturia meiner Meinung nach um Längen.
            Ärgerlich ist die fehlende 64bit-Unterstützung (mit jBridge funktioniert’s, allerdings nur im „Spezialmodus“).

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      TobyB  RED

      Hallo rw1957,
      Das bringst du Kurz und Knackig auf den Punkt. 100 % Originalität geht bei einer Emulation analoger Geräte zu einer virtuellen digitalen Maschine nie. Und Reverse, also vom fertigen Gerät eh nicht. Selbst wenn die Entwickler exakt und genau arbeiten. Es gibt halt ein paar Fallstricke und die kann man als noch nicht endgültig gelöst betrachten, z.b. die Erzeugung von Sinuswellen, die Mischung oder Überlagerung der selben, das Verhalten analoger Filter abzubilden. Das heisst nicht das die Emulation schlecht ist, nur eben anders. Und wenn der Klang/Sound passt ist das okay.

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    Sudad G  

    Emulation reicht ans Original ran oder nicht….
    für meinen Geschmack kommt der OP-X PRO II dem Oberheimsound von allen Kandidaten am nächsten. Ich habe lange Zeit mit einem Matrix 6 und einem Matrix 1000 im Studio gearbeitet und diese klangen eher wie der OP-X Pro II. Arturia kommt mit dem SEM V am nächsten. Deren neuer Matrix 12 V ist ganz weit davon entfernt. Also nach meiner Einschätzung, was die Authentizität anbelangt würde ich sagen:

    1.) OP-X Pro II
    2.) Arturia SEM V
    3.) Arturia Matrix 12 V

    Das bedeutet nicht, dass der Arturia Matrix 12 V schlecht ist – er klingt ebenfalls sehr gut, nur halt nicht so sehr nach Oberheim wie die beiden anderen Kandidaten. EIn weiterer Pluspunkt beim OP-X Pro II sind die vielen wirklich guten Presets auf deren Webseite und die zahlreichen Usersounds. Hier sollte Arturia etwas nachlegen. Die mitgelieferten Presets sind diesesmal gruselig – auch wenn ich lieber selbst programmiere werden gute Presets trotzdem dankbar angenommen.

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      rw1957  

      Ja, das sehe bzw. höre ich genau so!
      Hab‘ mich lange nicht für den OP-X Pro II entscheiden können. Zum Einen wegen der gewaltigen Demo-Einschränkung: Alle 10 Sekunden herrscht eine Weile Stille, nach 20 Minuten Neustart erforderlich. Da macht das Testen net wirklich Spass. Und zum Zweiten wegen der teilweise wirklich fizzeligen GUI. Ach ja, das Alter. Ohne Brille geht da nix mehr.
      Aber der OP-X Pro II deckt ein spezielles Klangspektrum ab, dass ich sonst noch bei keinem anderen PlugIn – ausser dem von Dir erwähnten OBXD – in dieser Qualität entdeckt habe.

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    Göran Hassenrück  

    Es spielt schon eine Rolle, dass auf der Seite von Sonic Projects seit mindestens einem Jahr ein Preis von 85 Euro ausgerufen wird, was beinahe exakt der Hälfte für den Arturia Matrix 12 V entspricht. Ich besuche diese Seite mehrmals monatlich.

    Die Sounds eines OPX Pro II können sogar mit einfachen Effekten gewürzt werden, was aber nur das Sahnehäubchen bedeu-tet und nicht Grundbedingung für den Wohlklang, wie leider all zu oft bei Arturia.

    Es wurde hier nicht einmal die aktuelle Version des OPX getestet und genau die selben ungeeigneten Soundbeispiele wie im Test vor acht! Jahren verwendet.

    Bei allem Respekt, hätte Arturia den Job beim Matrix 12 in 2015 so gemacht, wie Sonic Projects 2007, dann hätten wir heute den besten Oberheim Clone aller Zeiten, an welcher Marke ein Arturia SEM hingegen Lichtjahre näher dran ist und eben ein OPX Pro II…

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      Saxifraga  

      Hab den OP-X Pro II erst Ende 2016 entdeckt und muß sagen, das der Test und die Beispiele inkeinster Weise der Software gerecht werden. Zwar singt der emulierte Filter nicht ganz wie der echte, aber alles in allem erspart er mir 2600..3200€ für den DSI OB-6 zu berappen. Das nenne ich Preis/Leistungsverhältnis!
      Man sollte mal nen Fake OB-X aus einem Gehäuse mit nem Mac mini drin bauen und testen lassen. Alle wären bestimmt von dem tollen Originalklang begeistert. „Da kommt keine Software ran!
      Der echte Vorteil von Hardware sind die Knöpfe um den Klang beim spielen drastisch ohne hickups zu modulieren. Da ist Sofware immer noch nicht gut genug.

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