Kodamo EssenceFM, leistungsfähiger FM-Synthesizer

10. Juni 2019

Freie Algorithmen und 300 Stimmen

Auf dem Synthfest France wurde der Kodamo EssenceFM Synthesizer erstmals als Prototyp vorgestellt. Mit seiner leistungsfähigen VFM Engine (Variable Frequency Modulation) bietet der Desktop-/Racksynthesizer große Flexibilität und eine enorme Polyphonie.

Kodamo EssenceFM will die Grenzen bisheriger (Hardware)-FM-Synthesizer sprengen. Und außerdem wird sein großes 7“-Touch-Display (400 x 240) für eine komfortable Bedienung sorgen.
Für die FM-Algorithmen gibt es keine Vorgaben, sondern sie können vom User selbst erstellt werden. Dafür lassen sich die sechs Operatoren per Drag & Drop über das Display frei anordnen. Ebenso können die Hüllkurven graphisch editiert werden.
Die Schwingungsformen der Operatoren lassen sich ebenfalls editieren bzw. frei auf dem Display zeichnen. Darüber hinaus können auch Waves importiert werden.
Zur weiteren Klangbearbeitung sind ein resonanzfähiges Filter und zwei Effektprozessoren vorhanden.

Der Kodamo EssenceFM besitzt einen Polyphonie von 300 Stimmen. So können in einem Patch auch bis zu 128 Splits oder Layer realisiert werden, so dass zum Beispiel auch Drumkits möglich sind. Die Engine arbeitet mit 32 Bit DSPs. Der Synthesizer soll sehr schnell booten und in weniger als drei Sekunden betriebsbereit sein. Die Firmware wird per Updates via USB erweiterbar sein.
Als Anschlüsse gibt es einen Stereo- und einen Kopfhörerausgang, ein MIDI-Trio sowie einen Ethernet-Port.

Der Synthesizer befindet sich noch in der Entwicklung. Erst zum Dezember hin wird man mit einer Preisangabe rechnen können.

Features des Kodamo EssenceFM

Synthesis type6-operator FM
Polyphony (FM Voice)300
Waveforms12 interpolated, band-limited waveforms. 11 are user-editable.
Envelope generator6-points graphical, logarithmic, 14 per voice (6x volume, 6x pitch, 1x filter, 1x pan)
Filter1 per voice, lowpass, resonant
LFO1 per voice, custom waveform, independant FM/AM level for each operator
Max. Voices per patch128 layers/splits
Max. Total Voices3328 (26 banks * 128 voices)
Max. Total Patches3328 (26 banks * 128 patches)
Max. Total Performances128
Modulation matrix8 modulations per voice, selected from 20 sources and 40 destinations
Sound engine internal resolution32-bit float
Tuning380-470Hz, 24 editable temperament presets
Transposition+12/-12 semitones. Global, per patch and per voice
DAC24-bit, 48Khz
SNR> 100dB
Audio latency< 2ms
Boot time< 3s
Effect DSP2 multi-effect processors, parallel or chained
Effects ListReverb (7 types), Delay, Chorus, Distorsion (4 types), Rotary, Bitcrush
Multitimbrality16 parts
Supported standardsGeneral MIDI, MPE
MIDI implementation(in progress)

.

Und hier ein erstes Video zum Kodamo EssenceFM

Forum
  1. Profilbild
    lightman  AHU

    Wowza… da kribbelts mich in den Fingern, was ein FM-Monster! 300 Stimen, 16-fach multitimbral, das macht gut 18 Stimmen pro Patch… sabber…

    Bin gespannt, was der kosten soll.

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    Emmbot  AHU

    Algorithmen selber bauen und Waveform selber zeichnen hört sich gut an. Wenn er doch bloß ein paar Stimmen mehr hätte ;).

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      herw  

      hmm
      waveform selbst zeichnen bringt nicht viel. Ich habe es mal in REAKTOR realisiert und war eigentlich enttäuscht. Systematisches dynamisches Mischen der Standard-Wellenformen bringt mehr und wäre wesentlich einfacher zu bedienen.
      Das Zeichnen eigener Hüllkurven stelle ich mir ebenfalls schwierig und umständlich vor. Das Festlegen einer Hüllkurvenform für einzelne Phasen fände ich praktischer (Länge der Phase und Krümmung).
      Aber gut, vielleicht berichtet ja mal einer von euch, der das Geld dafür frei hat.
      Freie Algorithmenverknüpfung finde ich da schon interessanter. Vielleicht findet man da noch eine Kombination, die nicht zum Standard gehört?

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    spookyman  

    Tolle Maschine, sehr interessante Features…und wenn der Preis tatsächlich zwischen 800 und 1’200 Euros liegen wird, dann werde ich wahrscheinlich zuschlagen.

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    Ted Raven  AHU

    Oha, ein neuer FM-Synth mit freien Algos und MPE im Rack-Format für den anvisierten Preis. Das klingt wirklich fein.

    In den Specs steht ja, dass er General MIDI beherrscht. Das setzt ja Samples voraus. Wenn das Teil PCM und FM kombinieren kann wäre das großartig.

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      Schorsch

      Wenn man eigene Waves laden kann, kann man ihn ja sozusagen als Sampleplayer „missbrauchen“. Die Frage wäre nur, wie man dann Multi-Samples realisiert.

      Das Gerät klingt wirklich spannend, aber ich frage mich, ob das nicht einfach zuviel an Möglichkeiten ist. Schon beim TG77 verliere ich mich manchmal in der Flut an Kombinationsmöglichkeiten mit Algorithmen und Wellenformen. Der Montage macht es auch nicht leichter ;-)
      Das User-Interface könnte helfen, das Zeichnen von Hüllkurven vermisse ich beim Montage.

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        Ted Raven  AHU

        digital-synthologie: „GM geht auch ohne Samples, man muss passende Programme an Board haben, um alle GM-Sounds abzudecken.“
        Und genau diese passenden Sounds gehen nur mit Samples. Es sei denn, Du schaffst es einen Konzertflügel mit FM nachzubilden.

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          lightman  AHU

          Ein 6op FM-Synth mit 300 Stimmen, 14 6-stufigen Hüllkurven pro Stimme, haufenweise Wellenformen und den anderen hier genannten Features kriegt auch einen Konzertflügel hin. Zwar nicht 100% authentisch, aber das schaffte der GM-kompatible Roland MT-32 Expander auch nicht wirklich und bekam trotzdem das Siegel verpaßt. :)

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          digital-synthologie  AHU

          Klar schafft man es, einen Konzertflügel mit FM nachzubilden.
          Es gab genug Kaufhauskeyboards damals, die nur FM konnten und GM-kompatibel waren.
          GM sagt nichts über die Qualität der Sounds aus.

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            Ted Raven  AHU

            Dass GM grundsätzlich wenig mit der Soundqualität zu tun hat, ist mir vollkommen bewusst. Nur sollten die Instrumente auch nach dem klingen, was im GM-Standard definiert ist. Dass man es rein theoretisch auch schaffen kann, alle 128 GM-Sounds plus Drums und Perkussion mit FM nachzubilden stimmt zwar, wäre jedoch mit deutlich unverhältnismäßigem Aufwand verbunden. Alle diesbezüglichen Versuche, deren Ergebnisse ich bisher gehört habe, klingen bei weitem nicht nach den spezifizierten GM-Sounds. E-Pianos und Glocken, klar, das kann FM mit Leichtigkeit, einfache Streicher sind auch ohne Probleme zu realisieren aber Flügel oder die FX-Sounds hatten nie den geringsten Wiedererkennungswert.

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                Ted Raven  AHU

                Im GM-Standard ist in der Tat keine Technik für die Erzeugung der Sounds definiert. Es bleibt also den Herstellern überlassen, ob sie Samples oder irgendetwas anderes verwenden, wenn Du das meinst.

  5. Profilbild
    TimeActor  AHU

    Oh man…hört das denn nie auf? ;-)
    Die „GAS“ Krankheit ist schon schlimm – bisher keine Heilung in Sicht und entsprechende Gegenmittel auch nicht.
    Dieses Teil hier halte ich mal auf dem Schirm!

  6. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Was für eine Maschine; da sind 800 – 1200,-€ durchaus angemessen. Durch das User-Interface dürfte auch das Erstellen eigener Sounds recht intuitiv sein und für dicke Layer gibt es auch genug Voices. Mal sehen, ob ich damit meinen alten TX81Z ablösen werde…

  7. Profilbild
    Sudad G  

    Wow – tolles FM-Monster! Solch ein FM-Synthesizer – vielleicht noch mit einer Tastatur – hätte ich mir eigentlich von Yamaha gewünscht. Das ist ein TX-816 wie man ihn heute designen würde. Super gemacht!!!
    Wenn er jetzt noch gut klingt, betriebssicher und auch noch bezahlbar ist, wird es schwer sein ihm zu widerstehen. :)

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