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Test: Arturia MiniFreak, polyphoner Synthesizer

Der Freak ist schick - Arturia MINIFREAK im Test

30. November 2022
Test: Arturia Minifreak, Polyphoner Synthesizer

Test: Arturia MiniFreak, polyphoner Synthesizer

Nach dem obligatorischen Unboxing des Aeturia MINIFREAK lässt sich sagen, dass hier die Miniaturisierung positiv überrascht. Die Oberfläche ist angenehm aufgeräumt und kompakt. Mini wurde vom Arturia Entwickler-Team hier richtig verstanden. Kompakt, aber nicht geschrumpft. Die Oberfläche samt Reglern und Schaltern lädt förmlich zur Klangforschung und/oder Klangproduktion ein.

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Ohne großartig in der Bedienungsanleitung zu forschen, fühlt sich die Anordnung praktisch an. Die Designsprache des MINIFREAK folgt hier tatsächlich der Funktion. Der positive Eindruck wird bei der Betrachtung der Rückseite verstärkt. Hier finden wir neben dem klassischen DIN-MIDI-Buchsen-Trio, USB, Klinken für Audio-In und L/R-Audio-Out einen Anschluss für Sustain und Clock-IN/OUT und Reset-OUT. Und einen richtigen Kippschalter für die Strom- und Spannungsversorgung.

Arturia Minifreak Synthesizer

Damit kann man arbeiten und den MINIFREAK in sein Setup integrieren.

Auch wenn die Oberfläche weitgehend selbsterklärend ist, sollte der erste Blick in das mit ca 120 Seiten starke Handbuch gehen. Dies ist derzeit nur in Englisch erhältlich, sprachlich aber auf einem sehr verständlichen Niveau. Die didaktisch sehr gut aufbereiteten Tutorial-Videos auf der Produktseite sollte man auch ansehen und durchspielen.

Aufbau des Arturia MiniFreak Synthesizers

Der Arturia MINIFREAK ist ein hybrider polyphoner  Synthesizer. Der Oszillator ist digital und das Filter analog. Ebenso digital ist die FX-Sektion. Soweit, so gut. Hier ist interessant, was ARTURIA daraus macht. Wenn wir über das Front-Panel schauen, fallen uns folgende Dinge auf: Modulationsmatrix, die OSC-Sektion kann mittels verschiedener Parameter beeinflusst werden. Die Hüllkurven können gecycelt und auch mit verschiedenen Parametern gesteuert werden. Wir haben einen Arpeggiator und Sequencer an Bord und können Makros ausführen. Sehr komplex und sehr spaßig.

Arturia Minifreak Synthesizer

Das digitale Herz des Arturia MiniFreak

Einen Oszillator rein digital auszulegen, kann heftig in die Hose gehen, wir Älteren erinnern uns leicht schauernd, als Mitte und Ende der Achtziger DCOs in die Synthesizer einzogen. Gut, es sind seitdem viele Jahre vergangen und die Forschung und Entwicklung blieb nicht stehen. Arturia folgt hier einem guten Ansatz. Wenn man so will, hat Arturia es geschafft, hier im Oszillator Modell von Mutable Instruments (VAnalog, Waveshaper, Formant, Chord, Speech, Modal und Two Operator FM) und Noise Engineering (BASS, SAWX und HARM) zu vereinen.

Der Oszillator kann über Tune, Type, Wave, Timbre, Shape und Volume gesteuert werden. Hier gibt das Display entsprechend Feedback. Auch hier der Hinweis, bitte ggf. ins Handbuch sehen. Die Metaphern Reagenzglas, Erlenmeyerkolben und sonstige Alchemie-Gags ziehen sich durch die komplette Bedienung. Auch für Klangforscher gilt: Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.  Und so ist auch der Volume-Regler einzusetzen. Der MINIFREAK kann sehr giftig klingen.

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Arturia MiniFreak

Arturia MiniFreak

Kundenbewertung:
(10)

Analog gefiltert

Der MINIFREAK Synthesizer kennt drei verschiedene Filter-Modelle. Lowpass, Bandpass und Highpass. Hört sich unspektakulär an. Ist es aber nicht. OSC 2 kann als digitales Multimode-Filter arbeiten. Das bedeutet  auch, dass wir dann OSC2 verlieren. Das kann muss aber kein Manko sein, es kommt auf den Einsatz an. Es steht ja noch ein Audio-In zur Verfügung und da der MINIFREAK alles mitbringt, womit Eurorack oder modulare Systeme integriert werden können, passt das.

Arturia Minifreak Synthesizer

Effekte digital serviert

Das Bedienungkonzept von Arturia ist in sich schlüssig. Wenn wir die OSC-Steuerelemente verstanden haben. kommen wir ohne großes Umdenken mit den drei FX-Slots klar. Wir haben immer einen Effekt und einen Subtyp dazu. Beispiel Chorus. Dieser kennt Default, Lush, Dark, Shaded, Single als Subtypen.

Folgende FX gehören zum Lieferumfang:

  • Chorus
  • Flanger
  • Reverb
  • Delay
  • Distortion
  • Bit-Crusher
  • 3-Band-EQ
  • Peak-EQ
  • Multi-Compressor

Die Effekte können dann mit verschiedenen Parametern gesteuert werden. Im allgemeinen immer dry/wet. Positiv, bei den Routings der Effekte kann zwischen Insert und Send/Return gewählt werden.

Arturia Minifreak Synthesizer

Die Modulationsmatrix des MiniFreak

Wir nähern uns hier mit einem Zitat aus dem Handbuch.

„The Modulation Matrix extends the MiniFreak’s sound design power well beyond the range of many synthesizers. It allows you to specify which signals are in control, where they exert their control, and how much. In effect, the Matrix is a compact version of the one on the MatrixBrute. It uses simple controls to pack a lot of modulation capability into a very small space.“

Wer den MatrixBrute Synthesizer und seine Modulationsmatrix kennt, weiss das es sich hier um ein mächtiges Werkzeug handelt. Arturias Idee dies in den MINIFREAK zu packen und das Bedienkonzept anzupassen funktioniert. Hier sollte man sich unbedingt eine strukturierte Arbeitsweise zulegen. Exemplarisch folgende:

  1. Routing auswählen
  2. Wert auswählen
  3. Routing aktivieren/deativieren
  4. Ziel zuweisen

Diese Destinations kennt die Mod Matrix:

  • Parameter
  • Glide
  • Oscillator X Type
  • Oscillator X Wave
  • Oscillator X Timbre
  • Oscillator X Shape
  • Oscillator X Volume
  • Filter Cutoff
  • Filter Resonance
  • Filter Env Amt
  • VCA
  • FX X Time
  • FX X Intensity
  • FX X Amount
  • Envelope Attack
  • Envelope Decay
  • Envelope Sustain
  • Envelope Release
  • CycEnv Rise / Attack
  • CycEnv Fall / Decay
  • CycEnv Sustain
  • CycEnv Amp
  • LFO X Rate
  • LFO X Wave
  • LFO X Amp
  • Macro 1
  • Macro 2
  • Matrix Mod Amount

Wir sehen, auch Makros können mittels Modulationsmatrix gesteuert werden, damit es dann nicht übermäßig rekursiv wird, ist Struktur Pflicht.

Wer mehr aus dem MINIFREAK Synthesizer rausholen möchte als Brot-und-Butter-Sounds, dem sei ein gründliches Studium der Modmatrix empfohlen.

Arturia Minifreak Synthesizer

Die LFO-Sektion

Die dreifache LFO-Sektion ist mit neun verschiedenen Schwingungsformen üppig bestückt. Neben den Standards finden wir auch einen Shaper. Dieser kann 16 Werks- und 8 Anwender-Shapes beherbergen. Ebenso können wir dieses dann auch auf einzelne Sequencer-Steps anwenden. Das geht relativ einfach. Step wählen, editieren und fertig. Ebenso können die LFO-Step eine abweichende Länge und verschiedene Längen haben. Funktioniert sehr gut. Auch wenn wir manchmal bruchrechnen müssen.

Sobald wir einen Wert geändert haben, blinkt dann auch immer der Save-Taster. Generell ruft man hier immer den Edit-Mode auf. LFO-Nummer 3 ist dann ein Vibrato.

Hüllkurven Angelegenheiten

Hier haben wir die VCA-ADSR-.Variante der Hüllkurven. Schnell genug für Perkussionsinstrumente und Drums. Gut genug für Lead, Bass, Brass und Keys, Pads. Diese kenn die Modi Mono, Poly, Para, Uni.

Die zweite Hüllkurve ist nun etwas spezieller. Cycling-Envelope kennt die Modi Env, Run und Loop. Und wir gesteuert mit den Parametern Rise/Shape, Fall/Shape, Hold/Sustain. Das erweitert unser mögliches Klangspektrum sehr, wenn man dieses nicht nur als „vierten“ LFO begreift.

Die Preset-Macros

Zu jedem Preset kann ich immer zwei Makros abspeichern. Jedes Makros kann bis zu vier Ziele beinhalten. Hier bitte noch mal an die Modulationsmatrix erinnern. Die Makros sind als fundamentaler Bestandteil eines Presets zu betrachten.

Arturia Minifreak Synthesizer

Sequencer und Arpeggiator

Dies sind die tatsächlich „Geheimwaffen“ des MINIFREAK. Bis hierher haben wir alles statisch erzeugt und jetzt kommt die Bewegung hinzu. Arpeggio und Sequencer können intern wie extern synchronisiert und auch getriggert werden.

Was sehr gut gelöst ist, sind die Symbole auf den einzelnen Tastern oberhalb der Klaviatur. Hier sehen wir acht verschiedene Modi, von aufwärts bis Pattern. Alles dabei. Die Favoriten Walk und Poly. Den Oktavenbereich stellen wir mit den Fröschen 9 bis Explosion 12 ein. Die Metapher ist vielleicht schräg, aber einfach zu merken. Ebenso existieren Arp Modifier. Derer sind Repeat, Ratchet, Rand Oct, Mutate (Nuklear Power).

Und aus Arps können Sequenzen werden.

Arturia Minifreak Synthesizer

Der Sequencer kennt fünf Längen, 16, 32, 48, 64, Last Step. Entweder im Step-Recording-Mode betrieben, wobei das Display dann den Step und Noteninformation zeigt. Oder gutes altes Realtime-Recording. Im Nachgang kann ich dann einzelne Steps editieren und Feinheiten herausarbeiten. Oder ich mache eben Overdubs. Ebenso kenn der Sequencer Modulationspuren. Auch diese können als Realtime oder Step-Record aufgezeichnet werden. Die Liste der Ziele der Modulationsmatrix mag hier der Anhaltspunkt sein. Und auch hier abschließend der Hinweis, strukturierte Klangforschung ist Pflicht.

Klangbeispiele zum Arturia Minifreak

Die Klangbeispiele wurden bewusst so erzeugt und angeordnet. Was den MINIFREAK groß macht, ist seine Flexibilität und die damit mögliche Klangvielfalt. Und das auf kompaktem Raum mit einem rückenfreundlichen Gewicht.

Bis auf die beiden kompletten Tracks (15, 16), die mehr oder minder fertig produziert sind (bis auf Drums und Pads, kamen die Klänge nur vom MINIFREAK), wurden sie Sounds dry/wet eingespielt. In der DAW wurde lediglich normalisiert und nach MP3 konvertiert. Die Aufnahmen wurden mit einem ZED 428 und MOTU 828 bzw MOTU ULTRALITE MK5 erstellt. Für die Beispiele 15/16 unter Hilfestellung diverser Outboard-FX.

Dank seiner flexiblen Oszillator-Modelle und der Modulations-Matrix nebst Makros und Sequencer und einer wirklich einfachen Bedienung ist der MINIFREAK in dieser, aber nicht nur in dieser Preisklasse eine klare Kaufempfehlung. Definitiv ein Highlight des Jahres 2022.

Der Arturia Minifreak on YouTube

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Fazit

Kleiner Synth – ganz groß! Mit dem MiniFreak legt Arturia die Messlatte ein Stück höher. Der Arturia MiniFreak überzeugt mit dem äußeren und inneren Werten. Trotz Mini erhalten wir hier ein Maximum an Sound. Die Highlights sind derer drei, die Modulationsmatrix, der Sequencer und eine extrem flexible Oszillator-Sektion. Hier erhalten wir einen Hybriden, der das Beste aus beiden Welten vereint: digitale Flexibilität und analoge Filter. Und das mit einem schlüssigen Konzept, das Anfänger abholt und Profis ein Werkzeug an die Hand gibt.

Stilistisch ist der MiniFreak alles andere als ein One-Trick-Pony, dank seiner Features kann er von Funk bis Dance, Electro Blues bis Darkwave.

Tatsächlich kann man mit dem Arturia MiniFreak Synthesizer komplette Tracks produzieren, Drums kann er auch.

Plus

  • Modulationsmatrix
  • Sequencer, erlaubt u. a das Playalong zu zuvor aufgenommenen Sequenzen
  • Arpeggiator
  • Sound
  • Hüllkurven-Steuerung
  • Bedienung

Minus

  • keine

Preis

  • 599,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    SynthNerd AHU

    Flexibles Konzept, interessante Sounds, attraktiver Preis – Das könnte mein nächstes Spielzeug werden…

    Kompliment für die Klangbeispiele.

  2. Profilbild
    dflt

    na herzlichen dank… jetzt hab ich noch mehr GAS 😅
    einzig die knöpfe schrecken mich etwas ab. das sind angeblich die gleichen wie beim microbrute. und die hab ich erst letztes wochenende in mühevoller handarbeit mit alkohol gereinigt.

    • Profilbild
      tomeso

      „das sind angeblich die gleichen wie beim microbrute.“

      Alle Neuvorstellungen der letzten Jahre (MicroFreak, KeyStep 37, PolyBrute, alle NOIR Editionen, alle MiniFuse Interfaces) und natürlich auch der MiniFreak verwenden andere, nicht beschichtete Potikappen.

    • Profilbild
      Orest

      Ich habe mir für meinen Microbrute letztens neue Knöpfe von Arturia zuschicken lassen. Sehen genauso aus wie die alten, aber wurden anscheinend verbessert und haben nicht mehr diese beschissene Soft-Touch-Beschichtung, die sich im Laufe der Zeit zersetzt

  3. Profilbild
    Trance-Ference

    Ich glaube das einzige was man hier Arturia vorwerfen kann ist das sie für GAS sorgen.
    Megaflexibel das Ding! Sehr inspirierende Klangbeispiele! Danke dafür.
    Zwei Fragen auf die Schnelle:
    1. Gibt es „Knob Modes“ wie Jump, Catch, etc?
    2. Wenn ich einen gespeichertes Preset aufrufe, sehe ich dann irgendwie den Originalwert der einzelnen Parameter? Also Cutoff usw?

  4. Profilbild
    OscSync

    Im Titel steht polyphon. Wie polyphon ist er denn? Oder habe ich das überlesen…. Und wie spielen sich die wie vielen und wie großen Tasten so? 🙂

    • Profilbild
      tomeso

      Erwähnenswert wäre hier eventuell noch der 12-stimmige, paraphone Modus.
      Hierbei teilen sich je zwei Stimmen einen Filter, denoch besitzt jede der 12 Stimmen einen eigenen VCA und kann damit einen eigenen Lautstärkeverlauf haben.
      Das ist quasi ein Mittelding zwischen echter Polyphonie und klassischer Paraphonie. 😉

      • Profilbild
        dAS hEIKO AHU

        @amazona-Team:
        Ich denke es ist nicht richtig, dass ich mit (versehentlich) mehreren Klicks auch mehrere Däumchen produziert habe. Wollte die wichtige Information wertschätzen – nicht schleimen 😄
        Scheint mir ein Bug zu sein. Grüße

  5. Profilbild
    Bria

    Sicherlich erwähnenswert ist auch die zusätzliche kostenlose Dreingabe als VST-Plugin.
    Des weiteren eine Tastatur mit Aftertouch (polyphon?) ,6-stimmig polyphon ,512 Preset-Slots .

    • Profilbild
      TobyB RED

      Hallo Bria,

      die SW kommt noch mal separat, die lag erst gestern Abend vor :-)

  6. Profilbild
    Kazimoto AHU 1

    Na ja, bei mir kein GAS. Phase Plant und Vital sind die Synths der Stunde. Hier spüre ich easy money und Mini-Keys aber viele haben verständlicherweise Gefühle für etwas daß man anpacken kann. 😍

  7. Profilbild
    ingokognito

    Also sorry, was ist das für eine Aussage:

    „Einen Oszillator rein digital auszulegen, kann heftig in die Hose gehen, wir Älteren erinnern uns leicht schauernd, als Mitte und Ende der Achtziger DCOs in die Synthesizer einzogen. “

    Ein DCO ist KEIN „rein digitaler“ Oszillator.

    Erzähl mal meinem JX3P, dass er ab jetzt ein Synthesizer mit Digitaloszillatoren ist………
    Aber gut, die Diskussion ist ja auch nicht neu.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Hallo Ingokonigto,

      Ich erzähle es deinem JX3P nicht. Ich schrieb ja auch nicht NCO. :)

      • Profilbild
        ingokognito

        Brauchst du auch nicht.
        Der Gute hört seit fast 40 Jahren eh nur auf mich :-)
        Und klingt dazu auch noch ziemlich analog…..

      • Profilbild
        ingokognito

        Wie schon gesagt, ist die Diskussion ja auch nicht neu.
        Ich habe auch nochmals gegoogelt, ob irgendwelche neue Erkenntnisse meine Aussage torpedieren und dabei eine gute Erklärung gefunden, die DCOs erklärt.
        Kernaussage (wie erwartet): Digital kontrolliert, aber ansonsten analog.
        Keine Ahnung, ob ich hier links posten kann.

  8. Profilbild
    schmudo

    Von mir dazu zwei Anmerkungen:

    Mir ist der Testbereicht gerade in Bezug auf die Oszillatoren doch arg dünn geraten. Also eigentlich steht hier nichts, außer dass sie digital sind. Wo liegen die Unterschiede und die Vorteile gegenüber den anderen auf dem Markt befindlichen digitalen Synthesizern, die ja meist Wavetable-basiert sind? Auch die Einschätzung was mit den Oszillatoren über das vom Microfreak bekannte hinaus möglich ist, hätte mich interessiert. Wie gut klappt die Verwendung des zweiten Oszillators als Filter? Klar, kann ich das auch alles im loopop-Video anschauen, aber dann brauche ich den ganzen Amazona-Test auch nicht mehr.

    Die zweite Anmerkung betrifft DCOs: Das klingt, als wäre digitale Technik pauschal minderwertig und böse, was meiner Meinung nach deutlich zu kurz greift und auch für die 80er schon falsch ist. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht auch noch daran, wie es war, mit einem Synthesizer die Bühne zu betreten, der zuverlässig in tune war.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      Zumal es viele fantastische Synthesizer mit DCOs gibt. Die stimmstabilen DCOs waren die Rettung, da es zwar toll ist, wenn irgendwie alles immer so schön schwebt, aber spätestens dann, wenn man mit anderen zusammen spielen möchte und die VCOs mal wieder in einer anderen Tonart spielen als der Rest der Band, ist das dann nicht mehr lustig. Mal davon abgesehen: Juno 6/60/106, JX3P, JX8P, Alpha Juno-2, MKS-50, Oberheim Matrix 6, Matrix 1000, Elka Synthex, Casio CZ1 und alle anderen CZs und viele bekannte Synths mehr haben DCOs genutzt und sind bis heute gefragte Vintage Synths wegen ihres Klangs. Diese DCO-Aussage würde ich löschen oder umformulieren, da sie falsch aufgefasst werden könnte (und ja bereits wird).

      • Profilbild
        SynthNerd AHU

        Ja, DCOs sind nicht grundsätzlich schlecht und die aufgezählten Roland Synthesizer waren und sind fantastisch klingende Instrumente.

        Die Nennung der Casio CZ passt allerdings nicht ganz dazu. Nach meinem Verständnis ist bei denen die Klangerzeugung rein digital realisiert. Die Abkürzung DCO in der Beschriftung der Bedienelemente dieser Geräte führt hier etwas in die Irre. Da ist bis zur finalen D/A-Wandlung nichts durch analoge Schaltungen realisiert. Wer anderes weiß, möge mir widersprechen.

        • Profilbild
          8-VOICE AHU

          Wollte auch gerade sagen „ausser die CZ’s die sind digital“ aber der Rest sind analoge DCO’s (Digital Controlled Oszillator) nur die Tonhöhe wird digital kontrolliert also die Steuerspannung für Pitch, ansonsten voll Analog.

        • Profilbild
          ingokognito

          Ich denke, du hast recht mit den Casios.
          Im Grunde kann man DCO als Oberbegriff sehen, da das sowohl analog gesteuerte, als auch voll digitale Oszillatoren beschreiben kann.
          DCAO (digital controlled analog oscillator), oder
          DCDO (digital controlled digital oscillator)
          wären da wohl korrekter.
          Das wäre dann aber sicher zu viel des Guten….;-)

          • Profilbild
            SynthNerd AHU

            Nun, das Thema ist komplex.
            Unter einem digitalen Oszillator (z.B. Prophet 12) verstehe ich eine im Kern digital realisierte Schaltung, die eine analoge Schwingung erzeugt. Dies kann z.B. ein digitaler Zähler sein, dessen Zählerstand kontinuierlich inkrementiert und per D/A-Wandler in einen analogen Sägezahn gewandelt wird.

            DCO (Poly 61, Juno60) meint hingegen einen analog realisierten Oszillator, der von einer digitalen Schaltung zur Stimmstabilität gezwungen wird. In diesem Sinne besitzen die digitalen Casios nicht über DCOs.

            Beim digitalen Synthesizer (DX7, CZ1) ist letztlich alles nur in Software realisiert, die auf Mikroprozessoren läuft und erst ganz zum Schluss erfolgt die D/A-Wandlung.

            Alles sind interessante Konzepte mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Am Ende entscheiden Klangqualität, Vielseitigkeit, Bedienbarkeit, Preis und der persönliche Geschmack, welches konkrete Gerät einen überzeugt. Das Konzept der elektronischen Realisierung zu verstehen ist nützlich, aber nicht erforderlich, um damit Musik zu machen.

            • Profilbild
              falconi RED

              Ein DCO ist kein Oszillator, sondern ein Zähler, der einen analogen Sägezahngenerator triggert:

              https://www.amazona.de/test-dave-smith-prophet-rev2/2/

              Ein hart verdrahteter OldSchool-Synth wie der JX-3P ist von Haus aus erst einmal stimmstabil, wobei er auf Grund seiner begrenzten internen Auflösung nicht alle Töne genau trifft:

              http://www.....o/jx3p.htm

              Bei post-analogen Synthesizern kann die Stimmung der einzelnen DCOs auch per „Software“ verschlimmbessert werden. Bei Sequential/DSI heißt das Verfahren „OSC Slop“ oder – offenbar aufwändiger gelöst – „Vintage Knob“, wobei Letzterer nach meiner Kenntnis bisher nur echte Sequential VCOs verstimmen darf, die ihre Steuerspannungen natürlich ebenfalls von einer MCU empfangen.

              Alle Polysynthesizer sind bis zu einem gewissen Grad digital „kontrolliert“.

              • Profilbild
                SynthNerd AHU

                Nun, ein Oszillator ist zunächst mal ein Schwingungserzeuger. Das gilt für DCO ebenso, wie für jeden anderen Oszillator.
                Insofern kann ich der Aussage ein DCO sei kein Oszillator nicht zustimmen.

                Mit allem anderen bin ich einverstanden. :-)

              • Profilbild
                ingokognito

                Wow.
                Ganz ehrlich, ich schmeiße die Kiste an und freue mich, wenn was schönes rauskommt ;-)
                Vor allem nach den ganzen Jahren.
                Von der ganzen Technik habe ich genau null Ahnung und sehe da für mich auch keinen Mehrwert.
                Ich bin da auch komplett leidenschaftslos ob ein Instrument Analog, Digital, oder ein PlugIn ist, Hauptsache es klingt und passt zu dem, was ich damit erreichen will.
                Mir ging es nur um die oben erwähnte Aussage, dass man sich mit Erschrecken an die Zeiten von DCOs erinnert, was zumindest für mich nicht stimmt.
                Kann bei Anderen natürlich anders sein.
                Dass ein DCO kein Oszillator ist, kann ich mir aber auch nicht vorstellen.
                Die beschriebene Möglichkeit, die Stimmungstabilität zu variieren findest du ja nicht nur in Hardware, bei z.B. U-HE und Arturia-Plugins kannst du das auch nach Bedarf einstellen.

            • Profilbild
              chardt

              Noch ne Anmerkung: Der Roland Juno 6 und Juno 60 verwenden VCOs, erst der Juno 106 hat DCOs.

    • Profilbild
      DocM

      Joop,

      meine Moogs in den 70ern stimmten immer – nur die Saitenfraktion war „verstimmt“.

      😁

  9. Profilbild
    Karatefaust

    Wow, die Klangbeispiele sind mächtig!
    Wie ist die Qualität von Gehäuse und Äußerem? Wie robust sind die Bedienelemente? Wie komplex/flach ist das Menü?

    • Profilbild
      TobyB RED

      Die Verarbeitung ist top. Sonst gäbs kein Best Buy. Die Bedienelemente haben Toby überstanden, damit sind sie robust. Zur Komplexität. Hier greift das Konzept von Aturia, du hast im erstem Moment direkten Zugriff auf fast alle Parameter. Und kannst damit komplexe Sachen machen. Wenn du dann magst kannst du entweder am Gerät in die Tiefe gehen und noch komplexere Sachen machen. Oder die MiniFreak Software nutzen. Ich fand die Menüführung praktisch.

  10. Profilbild
    growl

    Da hat Arturia ja einen Volltreffer gelandet, unfassbar viel Klang und Potential für das Geld. Wenn sie jetzt dazu noch eine dazu passende hybride Freakdrum rausbringen: mehr an Synths braucht man im Grunde nicht, um ganze Alben zu machen. Danke auch für die Soundbeispiele, da kriegt man schon eine guten Eindruck, wieviel da gehen kann. Stark!

  11. Profilbild
    Tomtom

    Cooler kleiner Synth, der ganz schön groß klingen kann. Vielen Dank für den ausführlichen Testbericht! Das einzige, das meinen Lesefluss etwas gestört hat, sind die Tippfehler des Worts „Arturia“, da hat mir der Autor einen Tick zu häufig „Aturia“ geschrieben. Aber was soll’s. 😂

    • Profilbild
      8-VOICE AHU

      Der ist aber auch einiges teurer und gewisse Oszillator Synthesen fehlen ihm. Hatte 1995 Den Nord Rack 1 erweitert von 4 auf 12 Stimmen, klang toll.

  12. Profilbild
    DocM

    Hallo,

    im Grunde ist das doch n 6 fach Polyphones – Brains – Plaits Teil… ?

    Dann ist der Preis ne echte Ansage.

    Aber diese Minitastatur… Naja, vom Minibrute 2 gibs auch 2 Ausführungen.
    Vielleicht kommt da noch was..

    Toby …

    – Interessante Demos..
    Bei den letzten beiden Nummern haste dich nochmal voll reingehängt..

    Cuuhl.. ;-)

  13. Profilbild
    Tomtom

    Habe ich richtig verstanden, dass dem Synth ein funktionsgleiches VST Plugin beiliegt? Kann man das auch separat kaufen?

    • Profilbild
      plicktzah

      Bei der Vorstellung vor ein paar Wochen wurde ständig betont, dass das Plugin ausschließlich zusammen mit dem MiniFreak zu kaufen ist.
      Kann mir aber vorstellen, dass sich das noch ändern wird, sobald die Nachfrage für die Hardware nachlässt.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Hallo Tomtom,

      das Plugin wird nach meinen Informationen den MiniFreak Besitzern vorbehalten sein.

  14. Profilbild
    lunatic AHU

    Man muß kein Steinsetzer sein um Minitasten bekloppt zu finden. Der SH101 ist auch klein und portabel…. Es scheinen sich aber schon viele an diesen Standard gewöhnt zu haben. Schade

  15. Profilbild
    Sudad G

    Schöner Test! Das war jetzt echt Gedankenübertragung.
    Hatte mir im Sommer diesen Jahres den Arturia Microfreak geholt, um mal etwas Abgefahreneres im Studio zu haben. Anfangs von den Werkssounds etwas enttäuscht, konnte ich nach einer gewissen Einarbeitungszeit wirklich großartige und teuer klingende Sounds erzeugen. Gerade in Verbindung mit einem hochwertigen Effektprozessor oder auch mit diversen Plugins kann der Kleine richtig groß klingen. Durch die Möglichkeit eigene Wavetables zu importieren und in Kombination mit seinem analogen Filter kann man dem Microfreak fast schon PPG-artige Klänge entlocken. Ich bin ja immer schon ein Freund hybrider Synthesizer à la PPG, Prophet VS, DW-8000 oder Prophet-2000 gewesen.

    Zu schade – dachte ich mir – dass er nur einen Oszillator hat und nur 4-stimmig parafon ist. Wenn doch Arturia irgendwann einen Minifreak oder Matrixfreak rausbringen könnte mit 2 Oszillatoren und 8 Stimmen…das wäre der Hammer…und jetzt? Tja – jetzt ist er plötzlich da und nennt sich – wen wundert es – Minifreak….freu!!! Danke Arturia! Endlich ein Hersteller, der mal mitdenkt.

  16. Profilbild
    mmiimmimiiimmmiimmi

    In den ersten Demos wurde ein Software Variante vorgestellt (Minifreak V), die auf Arturias Homepage folgendermaßen beschrieben wird: „Enjoy the same wild hybrid sound, complete with modeled analog filters, in your DAW of choice with a like-for-like VST counterpart to MiniFreak, included with the instrument for free.“
    Ist die jetzt schon veröffentlicht und wenn ja, wann kann man die einzeln erwerben?

    • Profilbild
      8-VOICE AHU

      Kann man nur zusammen mit dem Hardware Synth haben, wahrscheinlich würden sonst weniger Geräte verkauft.

  17. Profilbild
    heimannrudolf

    Immer wieder erstaunlich, wenn „Klangbeispiele“ aus Testberichten geiler sind als viele offiziell releaste Tracks. Alter Verwalter! Ich grübel gerade, ob ich lieber den Minifrak will oder CDs vom Tester.

  18. Profilbild
    derORB

    Arturia hätte damit ruhig ein paar Wochen früher ums Eck kommen dürfen. Dann würde jetzt der Minifreak, anstelle des Microfreaks, bei mir stehen. Was nicht ist…

  19. Profilbild
    Holgi

    Für mich bleibt die Frage, ob/wann die User Wavetables (wie im Microfreak) umgesetzt werden. Ansonsten alles richtig gemacht, Arturia.

  20. Profilbild
    Karpo72

    Ich nenne das Konzept perfekt. Arturia wird in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen und ich finde die Franzosen sympathisch.

    Hier muss mann nicht alle Synthesen studiert haben, um Klänge zu erzeugen. Innovativ und kreativ. Erfrischend im Vergleich zu den alten Hasen im Hardware-Bereich. Preis-Leistung empfinde ich als gut von dem was ich bisher gesehen habe.

    Der Minifreak ist schon unterwegs und ich freue mich drauf. Da er auch „böse“ klingen kann, ist er die perfekte Ergänzung zum Kronos und YC61.

  21. Profilbild
    Haurein

    Ziemlich oberflächlicher Test. Schnell mal durchgehechelt.
    Es wurden nicht mal die Wellenformen des Digitaloszillators genannt.
    Und dann dieser seltsame Verweis, was damals mit DCOs angeblich in die Hose gegangen ist – wobei auch DCOs analoge Oszillatoren sind.

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    d_eric

    Als sehr zufriedener Besitzer des Microfreaks habe ich mich irre über die Ankündigung vom Minifreak gefreut. Es hätte mich gefreut, wenn im Test mehr darauf eingegangen worden wäre, wo sich der Minifreak vom kleinen Bruder unterscheidet.
    Ich werde mir das Gerät auf jeden Fall kaufen, muss ich danach eigentlich auf den Makrofreak hinsparen, der dann als Konkurrenz zum Iridium antritt?

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    Lumm

    Echt geniales Teil! Nicht zu groß, Preis ist unheimlich fair. Hätte ich nicht schon mehr als genug Zeuch und Platz, würde ich schwach werden. Ich denke da landet Arturia einen absoluten mega-Hit. Hoffentlich bleibt er auch lieferbar.

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    calvato

    …ich werde das Gefühl nicht los, dass man in dieser Preisklasse kaum noch interessante Synthies mit normal großen Tasten bekommt. Ich spiele halt viel Live, da sind Minitasten echt kacke.
    Ich hab derzeit einen Modwave als Zweitsynth auf der Bühne, aber das ist schon der zweite, der wieder zu Korg zurück geht, weil der unfassbar besch***n verarbeitet ist und sich daher einfach nicht für Live eignet…

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    Wilson

    Hi, danke für das Review. Ist es möglich den Minifreak auch als Midi Controller für VST Synths zu benutzen (Midi CC Output)?

    • Profilbild
      TobyB RED

      Ja, On the Utility > MIDI menu, Knob Send CC sets whether or not the MiniFreak’s front panel knobs send MIDI Control Change data when they’re turned. Auf Seite 105 im Handbuch findest du die MIDI ImplementationChart mit den CC. Das müsstest du dann mit deinem VST abstimmen.

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    lugosi

    Ich finde beim MicroFreak das Vocoderfeature interessant, auch wenn es nur ein Gimmick ist.
    Das sollte doch auch beim MiniFreak noch implementierbar sein, oder?
    Dann würde der MiniFreak das GAS Pedal bei mir noch etwas mehr drücken…

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    Thomas Lemmer

    Schon krass was Arturia hier schafft für relativ wenig Geld.
    Es gibt einen kleinen Vorgeschmack was theoretisch möglich wäre für einen wirklich ausgewachsenen Synth mit Profi Hardware ohne diese Plastik Ästhetik.

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    Jojo

    Sehr cool dass es den Minifreak auch als Plugin gibt – so kann man ihn einfach kostenlos ausprobieren!
    Das wünsche ich mir egtl für alle Synthesizer!

    Die (optionale) Dual-Filter Architektur finde ich super – das findet man nicht in vielen Synthies, erweitert aber die Soundpalette enorm!

    Mir sind allerdings einige Desingentscheidungen aufgefallen, die ich etwas seltsam finde:
    Die Hüllkurve ist fest mit dem VCA verdrahtet, und kontrolliert standardmässig auch das Filter. Will ich verschiedene Hüllkurven für Filter und VCA (wie es bei den meisten Synthies der Standard ist), muss ich die cycling Envelope per Mod-Matrix auf das Filter routen, und kann dann nur da die Modulationsstärke einstellen.
    Schlau wäre es z.B. gewesen, den VCA alternativ vom Gate steuern lassen zu können.

    Die Mod-Matrix ist in der Anzahl der Sources beschränkt. Es gibt eine Keyboard Modulation source, stelle ich die auf „Voices“, um den Oszillatoren per pitch-Modulation etwas analoges Feeling zu geben, kann ich z.B. nicht gleichzeitig Filtertracking realisieren.

    Ein zusätzlicher Eingang für ein Expression-Pedal hätte auch nicht geschadet.

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