Einkaufsberatung: Das beste Keyboard für die Coverband

24. Februar 2021

Mit Synthesizer oder Controllerkeyboard auf die Bühne?

Einkaufsberatung: Das beste Keyboard für die Coverband

Einkaufsberatung: Das beste Keyboard für die Coverband

Auf der wöchentlichen Bandprobe gibt es ja wohl kaum einen erhabeneren Moment, als ganz nebensächlich vor den Augen seiner Bandkollegen ein neues Keyboard aufzubauen. OK, ich übertreibe, aber es gibt einem schon einen Kick, ein neues Instrument bei den Proben einzuführen.

Ich möchte versuchen, Live-Keyboardern und jenen, die es werden möchten, einen kurzen Überblick über die vielseitigen Angebote zu geben, die der Markt derzeit an bühnentauglichen Keyboards zu bieten hat und die sich definitiv vor allem für Coverbands eignen würden.

Gerade Coverbands haben von Rock bis Elektro klanglich ein gewaltiges Repertoire abzubilden. Keyboard-Burgen sind eine Lösung (wenn auch eine beschwerliche), echte Bühnen-Allrounder eine andere. Und genau um die geht es im ersten Abschnitt dieser Kaufberatung. Es hat sich nämlich viel getan in den letzten Jahren – und ich würde behaupten, dass durchaus ein einziges Keyboard der unten aufgeführten Referenzklasse ausreichend sein dürfte, um selbst gewaltige und überzeugende Orchesterpassagen abzufeuern oder mal eben den Gitarristen zu … sorry, jetzt ging der Gaul mit mir durch. ;)

Welches ist das richtige Keyboard für die Coverbands?

Jeder, der regelmäßig spielt und sein Equipment selber schleppt, wird sich überlegen, wie er seinem Rücken nicht zu viel zumutet. Der Punkt steht an erster Stelle, denn Bühnenneulinge denken zunächst gerade an den Aspekt des Gewichts am wenigsten. Spätestens nach dem ersten Gig macht sich diese Unwissenheit schließlich bemerkbar – im Kreuz.

Wie schwer darf ein Keyboard für die Bühne sein?

Im Bereich der halb- und leichtgewichteten Tastaturen ist dies kein so großes Problem. Hier bewegt sich der Rahmen um die ca. 6-18 kg. Damit lässt sich leben. Wer aber vom Klavier kommt, wünscht sich eine gewichtete Hammertastatur zu haben. In dieser Gattung ist es dann schon schwieriger, ein Keyboard zu finden, das man gut transportieren kann. Die meisten Synthesizer oder Masterkeyboards mit gewichteten Tastaturen bewegen sich aber im Bereich von 24-33 kg ohne Case. Da muss man schon genau überlegen, ob man sich diesen Wunsch nach einer solchen Tastatur wirklich erfüllen möchte.

Referenzklasse für Coverband Keyboards

Clavia Nord Wave 2 Synthesizer

Das beste Keyboard für die Coverband

Nord Wave 2, Sample-Player und Synthesizer

Im Test hat uns das Nord Wave 2 Keyboard absolut überzeugt. Ohne großes Menü-Diving bietet es hervorragende Klänge, die sich schnell stacken oder splitten lassen. Als Allrounder von Clavia sollten aber vor allem auch das Clavia Nord Piano 4 sowie das Nord Electro 6 erwähnt werden, die trotz ihrer Namen weit mehr können als nur Piano oder E-Piano-Sounds. Bitte auch dazu die Tests lesen. Kein Wunder, dass die roten Boliden überall auf den Bühnen dieser Welt zu sehen waren – und hoffentlich nach Corona auch wieder zu sehen sind!

Roland Jupiter-X Synthesizer

Das beste Keyboard für die Coverband

Man mag es kaum glauben, aber der Roland Jupiter-X ist weit mehr als ein virtuell-analoger Klangerzeuger. In seinem Inneren trägt er dieselben Sounds wie Rolands neues Fantom, hat aber deutlich mehr Möglichkeiten zum Direktzugriff und ist um 30 % günstiger als der große Fantom Bruder. Und auch im Test hat uns der Jupiter X absolut überzeugt.

Roland Fantom 6 Workstation

Das beste Keyboard für die Coverband

Die Königsklasse bei Roland trägt wieder den Namen Fantom. Die Möglichkeiten dieses Keyboards sind fast schier unbegrenzt. Ganz sicher ein exzellenter Partner auf der Bühne, aber für manchen ist die geballte Wucht seiner Features auch einfach zuviel. Wie zuvor beschrieben, wäre dann der Jupiter-X eine Alternative aus demselben Haus. Den TEST findet ihr hier.

Sequential Prophet X

Das beste Keyboard für die Coverband

Leider nicht ganz billig, dafür aber eine Workstation mit Sample-Library, die es dank zusätzlicher analoger Klangtechnik in sich hat. Ganz sicher ein wahres Bühnenmonster, das ähnlich wie die Nords von Clavia mit externen Sample-Sounds gefüttert werden kann. Hier der Test dazu.

Yamaha Montage Workstation

Das beste Keyboard für die Coverband

Synth mit FM-Turbo – der Yamaha Montage

Nicht mehr ganz so brandneu, aber immer noch auf dem Markt und ein echter Bühnenprofi. Dank verschiedener Klangerzeugungen, Modulationsmöglichkeiten, Touch-Screen und zahlreichen Controllern eine Super-Ass auf der Bühne. Den Test findet ihr hier.

Korg Kronos Workstation

Das beste Keyboard für die Coverband

Die Korg Kronos Workstation lässt sich ebenfalls mit unzähligen Librarys nachrüsten.

10 Jahre hat die Kronos Workstation nun schon auf dem Buckel, wurde mehrfach im Design geändert, enthielt aber immer dieselbe Engine. Wo Kronos draufsteht, ist auch Kronos drin. Die Vielseitigkeit der Klangerzeuger sind noch immer seinesgleichen. Außerdem dürfte es wohl zu keinem aktuellen Keyboard eine so reichhaltiges Angebot an Sound-Librarys geben wie zum Korg Kronos.  Zum Korg Kronos haben wir nicht nur einen Test, sondern im Laufe der Zeit eine ganze Serie von Tests und Workshops. Ein Blick in unsere Artikelübersicht lohnt sich also.

Profi-Klasse für Cover-Band Keyboards

Es ist erstaunlich, was die Hersteller in den letzten Jahren in diesem Bereich geleistet haben, denn von fast allen oben genannten Keyboards gibt es Budget-Versionen mit diversen Einschränkungen, die aber längst nicht so gewaltig sind, wie man vielleicht glauben möchte. Ich spreche deshalb auch ganz bewusst nicht von der Einsteigerklasse, denn es handelt sich bei den folgenden Empfehlungen trotz allem um professionelle und klanglich absolut überzeugende Keyboards.

Korg Krome EX 61

Das beste Keyboard für die Coverband

Der „kleine“ Korg Kronos ist gerade in der neuen EX-Ausführung ein Meister der Soundvielfalt. Die Bedienung ist gut strukturiert und gleicht durchschaubar, das Gewicht „bühnentauglich“. Einen Test zur aktuellen EX-Version gibt es hier.

Yamaha MODX6 Synthesizer

Das beste Keyboard für die Coverband

Yamaha MODX

Und auch Yamaha hat sein Topmodell Montage in ein leichtes Kunststoffgehäuse gepackt, die Polyphonie gekürzt, aber die Soundvielfalt 1:1 aus dem großen Bruder genommen. Mit dem MODX kann man auf der Bühne als Coverband definitiv nichts falsch machen. Den Test gibt es hier.

Roland FA-06 Workstation

Das beste Keyboard für die Coverband

Der Roland FA-06 Synthesizer in der Black-Edition ist ein wahrlich Hingucker – und ja, er erreicht bei Weitem nicht die Vielzahl Möglichkeiten des neuen Fantom – und leider auch nicht seine klangliche Vielseitigkeit ran. Trotzdem ist er ein fantastisches Bühneninstrument mit durchsetzungsfähigen Sounds. Trotzdem muss man zugeben, dass Yamaha und Korg in dieser Preisklasse aktuell noch die Nase vorn haben.

Masterkeyboards für Coverbands

Grundsätzlich sollte zwischen reinen Keyboard-Controllern, die in der Regel die Klangerzeugung eines Laptops auf der Bühne nutzen und 88-Tasten-Keyboards mit eigener Klangerzeugung unterschieden werden.

In der Regel gibt es die oben genannten Serien auch in Form von 76-Tasten- oder 88-Tasten-Ausgaben. Eine Ausnahme ist sicher das Clavia Nord Wave 2, aber von den restlichen Empfehlungen gibt es immer mehrere Tastaturversionen bei exakt demselben Innenleben. Hier z. B. die 88er-Version des Nord Electro 6.

Das beste Keyboard für die Coverband

Die andere Möglichkeit ist, sich ein reines Masterkeyboard zu kaufen, das über keine eigene Klangerzeugung verfügt, aber dafür andere Qualitäten besitzt. In den letzten Jahren ist auch da ein Trend zu gewichteten Tastaturen zu verzeichnen. Es wurden bis vor einigen Jahren die kleinen leichten Controller-Modelle angeboten, um die DAWs und Plugins (Logic, Cubase, Ableton) haptischer zu gestalten. Jetzt gibt es vermehrt Masterkeyboards mit 88 Tasten Hammermechanik, die für den Live-Betrieb ebenfalls geeignet sind. Auch hier leider das Problem des Gewichtes, allerdings nicht ganz so problematisch wie bei den 88er-Versionen von Workstations und Synthesizern.

Wer noch gerne seine liebgewonnenen 19″-Module mit auf die Bühne nimmt oder bereist mit einem Laptop arbeitet, kann hier glücklich werden. Als Beispiel sei hier z. B. das Arturia Keylab 88 genannt, das in der MKII-Version immer noch eine Top-Empfehlung ist und nicht ohne Grund von uns in dieser Kategorie das Logo BEST BUY erhalten hat.

Das beste Keyboard für die Coverband

Hier der Test. Aber auch hier gibt es zahlreiche Wettbewerber, die in Sachen Größe, Gewicht und Features eine große Palette an 88er-Keyboard-Controllern anbieten.

Wer weniger als 88 Tasten für sein Controllerkeyboard benötigt, findet eine Armada an unzähligen Controller-Keyboards ab einem Tastaturumfang von 25 Tasten. Auch diese Größenordnung ist durch eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung beim Bühnen-Setup. Und sei es nur, um bestimmte Samples aus einem Laptop abzufeuern oder Spezialeffekte zu generieren.

Im Prinzip gilt auch hier: Die meisten 88er-Controller gibt es auch in kleineren Ausführungen.

Hier eine Übersicht.

Das beste Keyboard für die Coverband

Ein kleines 25er-Keyboard für Spezialaufgaben auf der Bühne

Was ist reizvoll an reinen Controller-Masterkeyboards auf der Bühne?

Zum einen natürlich die Tatsache, dass sie trotz vollem Tastaturumfang weniger Platz benötigen, leichter beim Transport und auch nicht so anfällig für technische Probleme sind. Zum anderen die einfache Bedienung, da sie keine Klangerzeugung enthalten. Die Kombination aus Laptop und Masterkeyboard (egal in welcher Größe), hat in den letzten jähren definitiv zugenommen.

Noch zwei Kriterien bei der Wahl von Controller-Keyboards:

Wie viel programmierbare Controller das Masterkeyboard anbieten soll, ist ein wichtiges Kriterium, aber auch den eigenen Vorlieben geschuldet. Wer damit nur klassische Keyboardsounds der 70er abfeuert, benötigt wahrscheinlich keine 20 Controller. Wer hingegen Plugins auf seinem Laptop ansteuern möchte, ist um jeden Controller dankbar – ich auf der Bühne.

Und auch die persönliche Vorliebe für die Art der Tastaturmechanik muss definitiv im Laden ausprobiert werden. Da gibt es kein Gut und kein Schlecht, da ein geübter Klavierspieler sicher eine andere Tastatur bevorzugt als der klassische Synthesizer-Keyboarder, der sich an eine leicht gefederte Kunststofftastatur gewöhnt hat (wie ich zum Beispiel).

Die zweite Tastatur auf dem Masterkeyboard

Und auch das ist eine Option, der kleine Spezialist für Klänge, die all die anderen Keyboards nicht bieten.

In der Regel ist das heute ein echt analoges Soundmodul bzw. ein kleines Keyboard mit analoger Klangerzeugung, wie sie inzwischen in Hülle dun Fülle von Behringer auf den Markt gebracht worden sind, aber auch von Korg und anderen Herstellern angeboten werden.

Das beste Keyboard für die Coverband

Behringer analoge MS-20 Kopie K2

Eine solche Ergänzung kann für den einen oder anderen Coverband-Keyboarder durchaus  sinnvoll sein, der Wert auf einen vollkommen authentischen Analogsound legt. Jetzt werden manche munkeln, den Unterschied höre die Live-Audienz sowieso nicht. Mag sein, aber der Keyboarder hört ihn und alles ist erlaubt, wenn man sich selbst besser fühlt.

Das beste Keyboard für die Coverband

Korg ARP Odyssey FS Rev.3

Der Korg AEP Odyssey FS für wahre Analogfreunde – ganz ohne Speicher. Gibt’s auch mit verkleinerter Tastatur sowie als reines Modul.

Forum
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    SynergyMan  

    Klasse Vergleich, das Thema Gewicht kann man nie hoch genug ansiedeln. Ich habe einige Jahre in einer erfolgreichen SAGA Coverband verbracht und dort mit Synergy und AX73 gewerkelt. Das Ende kam exakt wegen Rücken akut. Aus meiner subjektiven Sicht ist die Verbindung 1 Keyboard 76 Tasten ungewichtet mit eigener (!) Klangerzeugung plus Notebook das ideal Tour- und Übungskeller-Equipment, offen für alles, leicht zu transportieren und schnell auf und abgebaut.

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      ukm  

      So mache ich das schon einige Jahre mit dem Motif XF7 und zwei 2in1 Convertibles mit Cantabile3. Die Sounds des Motif‘ würde ich nur brauchen, wenn beide Rechner bzw. deren Interfaces ausfallen.
      Der Nachteil ist, dass man für Piano und Organ nicht die bestmögliche Tastatur hat.

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    Martin Andersson  RED

    Danke für diesen Überblick. Etwas sollte man dabei nicht ausser Acht lassen: die Anzahl Klänge, die gleichzeitig zur Verfügung stehen. Ein Nord Electro stößt da schnell an seine Grenzen. Und der Nord Wave ist auch nur vierfach multitimbral und bietet dabei keine brauchbaren Piano Samples. Etwas besser sieht es mit dem Nord Stage aus, der mit Einschränkungen sechsfach multitimbral ist, was für einige Songs aber nicht ausreicht. Als Keyboarder einer Cover Band ist man Mädchen für alles: Man spielt die Piano Parts, legt Streicherteppiche, die Bläsersätze und alle möglichen Soundeffekte. Und wenn der Saxophonist krank ist, heisst es schnell: „Kannst Du nicht auch noch das Sax-Solo spielen?“

    Kein Wunder, dass viele (Profi-)Coverband-Keyboarder auf Workstations setzen, die beinahe unbegrenzt viele Sounds gleichzeitig in vernünftiger Qualität bieten; ein direkter Parameterzugriff ist natürlich eine schöne Sache, aber wenn es wirklich zur Sache geht, ist es nicht das wichtigste Argument. Dann geht es eher um die Frage, ob man die passende Flöte für das Intro von Sledge Hammer draufhat und direkt im Anschluss den knackigen Bläsersatz spielen kann.

    Eine Alternative wäre ein Rechner mit MainStage oder einem ähnlichen Programm.

    p.s. einen Nord Electro mit 88 Tasten gibt es nicht. :-)

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    philbmc

    Ich habe nach langem hin und her (Clavia Elektro, Kurzweil ARTIS, Novation MiniNova, KorgMicroKorg, Akai Samplepad, etc pp.) für mich die beste Lösung gefunden. Ich setze ein Kurzweil PC3 (76 Tasten) mit der KORE64 Expansion und ein Korg Kross2 ein. Das ist in Sachen Gewicht beides absolut akzeptabel. Soundtechnisch wird damit eigentlich alles abgedeckt. Zum Umschalten benutze ich MobileSheetPro über USB-Midi und Bluetooth Pedal. Splittastaturen/Setups kommen für mich live nicht in Frage, das könnte ich mir alles nicht merken. ich muss und möchte möglichst alles selbst spielen – bin allerdings kein Profi (und das Kronos als Schlachtschiff ist mir einfach zu teuer) …

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    Martin Andersson  RED

    Eine Anmerkung noch zu Controllern: dass diese weniger Platz brauchen, kann ich aus der Praxis nicht bestätigen. Eine Zeit lang spielte ich meine Konzerte mit einem Doepfer Master-Keyboard, das einen Laptop mit MainStage ansteuerte. Und da ich der Kopfhörer Buchse nicht traute, war zusätzlich auch ein Audio Interface am Start. Dies alles musste bühnensicher aufgebaut und verkabelt werden und brauchte am Ende mehr Platz als eine amtliche Workstation. Ausserdem schwingt immer ein bisschen Angst mit, dass der Rechner sich aufhängen könnte oder das FireWire Kabel aus der Buchse rutscht. Denn nichts ist peinlicher, als wenn plötzlich der Keyboard Sound abbricht.
    Man braucht sich keine Illusionen zu machen: als Keyboarder steht man viel weniger im Rampenlicht. Aus Zuschauersicht ist es kein Problem, wenn dem Gitarristen mitten im Solo eine Saite reisst. Das ist sympathisch und Teil der Show. Aber wenn das Keyboard aussteigt, dann ist es für die Zuschauer nicht nachvollziehbar. Der Sound ist weg, und alle fragen sich, was der Depp an den Tasten wieder verbockt hat.
    Oft ist man eine Art musikalischer Lückenfüller und deckt alles ab, was die anderen Musiker nicht spielen können. Oft wird man weniger für das wahrgenommen, was man spielt, als viel eher für das, was man nicht spielt. „Im Original von Tina Turner klingt der Sound anders!“, kriegt man dann zu hören. Dass die Sängerin selbst auch nicht dem Vergleich standhalten würde, spielt keine Rolle, denn schließlich steht sie ja vorne und peitscht die Leute an.
    Ohne etwas schlecht reden zu wollen, fühle ich mich bei Coverbands auch in der Rolle eines Dienstleisters, was ich ganz wertneutral meine. Es geht hier nicht um Kreativität oder Ausdruck, sondern ausschließlich darum, die Songs, die alle haargenau im Ohr haben, so authentisch wie möglich zum Besten zu geben. Nebst einer gewissen Fingerfertigkeit, braucht man dazu auch absolut zuverläßiges Equipment, auch wenn dieses ein paar Kilo schwerer sein sollte.

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      JM4  

      >oder das FireWire Kabel aus der Buchse rutscht.
      Ist mir genau so passiert, glücklicherweise bei einer kleineren Privatfeier. Aber das ganze Geraffel mit Interface und Mac (und wohin mit dem?) und den ganzen Kabeln nervt und lässt den Arbeitsplatz nicht besser aussehen. Aus den gängigen Workstations (bei mir MODX) lässt sich wirklich alles an Sound authentisch herausholen, wenn man die Programmierarbeit inklusive Sampling nicht scheut.

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      Jens Barth  

      Stimmt schon, alle Lösungen haben vor und Nachteile. Ich kam allerdings auf der Bühne nie mit nur einem Keyboard zurecht, am Ende waren es zwei 73 Tasten Workstations, mit den Hardcases kamen dann ca. 50 kg zusammen. Dazu noch ein kleiner Mixer, das Ganze noch zum FOH und ewige Soundcheckorgien (incl. Mic).

      Inzwischen hab ich je nach Bedarf zwei bis drei Controller (Gesamtgewicht bei 3 ca. 25 kg), incl. RME im Rackkoffer (2 HE) angeschlossen an den Mac. Ich hatte innerhalb von 8 Jahren ca. 3 Aussetzer, seit 5 Jahren läuft das System extrem stabil. Und es ist absolut bühnentauglich. Mic geht bei mir auch ins RME, alle Effekte a la Compressor sind durch Mainstage im Audio channel bereits programmiert, entsprechend der Songs auch unterschiedlich (mehrstimmig, vocoder), der FOH bekommt nur noch eine Summe.

      Ich kenne kein anderes System, welches so flexibel und einfach zu handeln ist.

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        Martin Andersson  RED

        Klingt spannend, danke. Welche Controller-Keyboards nutzt Du? 25 Kilo für drei Keyboards samt Cases, Rack, Rechner und Kabel? Das ist schon ziemlich leicht.

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          Jens Barth  

          Wenn man alles zusammenrechnet wird es natürlich mehr. Aber da das Macbook Pro und mein RME Fireface UC im Bagpack sind zähle ich die nicht mit 😃.

          Mein normales Keyboard – Setup war ein Studiologic SL73 (11,5 kg) und zwei Code 61 von M–Audio (jeweils 5,2kg). Plus Softbags und Sustain – Pedal sind dann ca. 25 kg.

          Inzwischen nehme ich einen Kurzweil PC3K7 statt des Studiologic, die Tastatur des KW ist einfach unschlagbar, außerdem gefallen mir beim Studiologic die Joysticks nicht. Und dazu kommt noch ein Arturia Keylab 61 MKII, der ist perfekt in die Software – Welt eingebunden.

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      KrauTronicA  RED

      Hallo Martin,

      lese hier leicht amüsiert Deine Kommentare, die neben den wertvollen fachlichen Tipps auch eine sehr gute „Stellenbeschreibung“ für den Keyboarder liefern. Solche Themen sollten offen angesprochen werden, um ein klares Bild vom realen „Arbeits“-Alltag zu geben und mögliche Enttäuschungen zu vermeiden.

      Interessant vor allem, daß sich die Beschreibung sinngemäß auf andere Branchen und Aufgabenverteilung in der Arbeitswelt übertragen läßt.
      Ja, da gibt’s natürlich die Alpha-Tiere, die immer im Rampenlicht stehen und den Ton angeben [oder meinen das stets tun zu müssen ;-)]. Aber es braucht eben genauso die Leute „im Hintergrund“, die mit ihrer Vielseitigkeit, Anpassungsfähigkeit und oft auch ausgleichenden Art „den Laden“ zusammen- und am Laufen halten.
      Wie üblich im Leben, die richtige Mischung macht’s.

      Den Punkt von wegen „Oft wird man weniger für das wahrgenommen, was man spielt, als viel eher für das, was man nicht spielt“ kann ich nachvollziehen. Das ist m.E. zum Teil der „Fluch“ dieser künstlichen Perfektion im Studio mit all den technischen Möglichkeiten, die sich live dann eben nicht so einfach 1:1 umsetzen lassen (außer mit Abspielen aus der Konserve). Problematisch wird das vor allem dann, wenn die Künstler ihr Handwerk nicht beherrschen …

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    Jens Barth  

    Meine erste Workstation war die M1, legendär. Danach war ich viele Jahre bei Korg, letztlich bin ich hardwareseitig bei Kurzweil PC3K7 und Roland Fantom G7 gelandet……..bis ich 2013 bei einem Steve Hackett Konzert seinen Keyboarder Roger King kennengelernt habe, der damals schon mit einem Mac und Mainstage mit vier Controllern (Studiologic und Novation unterwegs war.

    Da hat es bei mir ‚klick‘ gemacht. Seit dem habe ich im Bühnensetup ‚light‘ immer noch den PC3K7, allerdings nur als Comtroller wegen der exzellenten Tastatur, einige gute Sounds von ihm habe ich gesampelt. Darüber noch ein Arturia Keylab 61 II. Manchmal nehme ich noch ein Akai MPK261 als dritten Controller und ein Crumar Mojo Pedal.

    Gesteuert wird alles von Mainstage, Alternativen wie z.b. Gigperformer sind aber auch sehr gut. Aus meiner Erfahrung ist keine Hardwarelösung so flexibel wie ein Mac mot Mainstage oder Gigperformer. Und inzwischen läuft das auch sehr stabil.

    Wenn man ehrlich ist: In einer Coverband kommt man doch kaum mit nur einer Tastatur aus, oder? Und das mit Hardware wird dann schwer und teuer.

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    costello  RED

    Wie trickreich Covermusiker sein müssen, zeigt sehr schön ein Video mit Ian Behamou von „The Musical Box“. Er stand vor dem Problem, dass Songs wie „Stagnation“ ein Hammond-Orgelsolo haben, dass aber mit beidhändiger Klavierbegleitung läuft. Oder „Ripples“ eine wunderbare beidhändige Klavierphrase hat, die aber mit einem Orgellayer unterfüttert ist. Ab 12:40 ist zu sehen, wie er durch cleveres Mapping auf dem Kurzweil diese Begleitung jeweils mit nur einer Hand spielt. https://bit.ly/3um8RPU

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    Markus Galla  RED

    Ich sehe das alles eher skeptisch, denn viele der hier genannten Möglichkeiten bieten sich mir als professioneller Keyboarder gar nicht. Ich spiele in einer Michael Jackson Cover Show und muss als Keyboarder das abdecken, was bei Michael mit drei Keyboardern (2 Keyboarder plus Bassist mit Moog Synth) plus Backing Tracks gemacht wurde. Schnelle Patch-Wechsel, viele Sounds, Klavier, Synths, Orchester, Orgel, E-Pianos….das geht nur mit wenigen Geräten wie einer Workstation. Mit einem Nord Wave oder Electro nicht machbar. Auch nicht mit einem Analogsynth. Besser sogar zwei Workstations. Masterkeyboard plus Mainstage oder Ableton Live würde sicher gehen, aber das Risiko eines Ausfalls ist mir zu groß und Redundanzsysteme sind teuer und ohne Keyboard-Tech auch sinnlos. Denn wer bringt das abgestürzte Setup A wieder in Gang, während ich das Not-Setup B spiele? Ich würde deshalb für Cover Setups nur die genannten Workstations ggf. mit Nord Electro Erweiterung für Orgel/E-Piano empfehlen. Nicht speicherbare Analogsynths sind als Cover-Musiker absolut unbrauchbar. Außer man braucht nur DEN einen Lead-Sound. Man wäre den Job dann wohl aber schnell wieder los. Ich kenne auch keinen Kollegen, der so was live nutzt. Da steht auch fast ausschließlich Montage/Fantom/Kronos und Nord Elektro als Zweit-Keyboard.

  8. Profilbild
    tomaus

    Ich benutze nach wie vor mein Riesenschiff OASYS von Korg in der 88-Tastenversion. Ich zwar die Tastatur nicht besonders gerne, aber das Teil kommt mit unglaublicher Durchsetzungskraft rüber, dass er in unserer Band mühelos mit den Kollegen an der Gitarre mithalten kann.

  9. Profilbild
    moinho  

    Den im unteren Teil beschriebenen Ansatz „ein Allrounder, ein Spezialist“ schätze ich ebenso persönlich (und sehe ihn auch bei von mir geschätzten Künstlern) außerhalb der Coverband-Genres: unten eine klassische Workstation, oben was, was man gern mag/für die Musik besonders wichtig ist. Wenn das obere Keyboard kein kleines ist, kann man auch als Pianist emotional damit leben, wenn das untere keine sieben Oktaven hat. Und sogar zweimal fünf ist (bei den meisten Modellen) noch halbwegs tragbar.

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