Frauen, Synthesizer und die elektronische Musikszene

9. Mai 2021

Wie werden Frauen in der elektronischen Musikszene wahrgenommen?

Frauen in Synthesizer-Foren

Ich mag den Austausch mit allen Teilnehmern in der Synthesizer-Welt, mit Diversen, Männern und Frauen. Frauen? Nach Durchsicht von Kommentaren auf AMAZONA.de und vielen anderen Foren rund um Musikelektronik muss ich feststellen, dass sich überwiegend Männer an den Diskussionen beteiligen. Falls sich Frauen hinter männlich klingenden Pseudonymen verbergen, würde ich mich fragen, warum Frauen das tun sollten?

Es gibt viele Frauen, die im weitesten Sinne elektronische Musik machen, sich mit Synthesizern beschäftigen, auftreten und prinzipiell in den Medien präsent sind. Frauen haben schon immer das gesamte Spektrum in der elektronischen Musik erfolgreich abgebildet. Sie sind als DJs tätig, produzieren Noise, elektronische Musik mit akademischen Anspruch, Electro, Drum and Bass, House, New Wave, Synth Pop, Techno, Hardcore, Acid usw.

Wollen sich Frauen nicht mit Männern über Synthesizer unterhalten? Machen sie lieber Musik und sind angeödet vom Fachsimpeln auf den Messen und in den Foren?

Es gibt Frauen, die sich gerne austauschen. Es gibt Frauen, die kompetent, argumentativ, streitbar und rechthaberisch sind. Sie unterscheiden sich in dieser Frage nicht von den Männern. Wo findet man diese Frauen?

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Ich hab sie u.a. in der sozialen Arbeit gefunden. Der Östrogenüberschuss im sozialen Berufsfeld ist erstaunlich. Auch in diesem Bereich findet eine geschlechtliche Segregation statt. Der soziale Sektor wird von Frauen dominiert.

Reden Männer tatsächlich lieber über Synthesizer, Fußball, Sportwagen und Bier? Beschäftigen sich Frauen lieber mit Kindern, Gärten und Mode? Erklärt das die sporadische Teilnahme von Frauen in Synthesizer-Foren und die geringe Anzahl von Männern in den sozialpädagogischen Foren?

Die Wahrnehmung von Musik in unserem Lebensraum

Viele Frauen musizieren sehr gerne und Musik ist in unserer Gesellschaft ein allgegenwärtiger Teil unserer Kultur. Dazu gehören alle Prozesse, die sich in unserer Gesellschaft mit Musik beschäftigen. Zum Beispiel bedeutet Musik für viele Menschen Ruhe und Entspannung, aber auch Lärm und Belästigung. Musik ist Teil des Wirtschaftskreislaufs, z.B. durch die Herstellung und Verkauf von Musikinstrumenten, Tonträgern, Vertrieb, Lizenzierung usw. Musik ist durch Förderung in staatliche Institutionen eingebettet, z. B. in Form von staatlichen Orchestern, Universitäten und Konzertbetrieben. Musik ist Teil des Rechtssystems, welches die Rechte von Komponisten und Interpreten definiert und durchsetzt. Musik wird unterschiedlich definiert. Es kommt darauf an, aus welchen Blickwinkel man Musik betrachtet.

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Demzufolge verändert sich der Blickwinkel auf die Musik, wenn sie aus der Sicht der Geschlechter betrachtet wird. Frauen und Männer werden in unserer Gesellschaft unterschiedlich definiert und daher sammeln sie unterschiedliche Erfahrungen in der Musikwelt. Die Wahrnehmung der Frau in der elektronischen Musikszene kann nicht losgelöst von der Rolle der Frau in der Gesellschaft betrachtet werden. Das gilt im Besonderen, wenn der Eindruck erweckt wird, dass die elektronische Musikszene von Männern dominiert wird.

Es wäre lächerlich, wenn ich den Anspruch erheben würde, für Frauen sprechen zu können. Ich bin ein Mann, erlebe mich als Mann und werde als Mann in der Gesellschaft wahrgenommen. Deswegen wäre es überheblich anzunehmen, ich würde wissen, was Frauen in unserer Gesellschaft für Erfahrungen machen und wie sie sich u.a. als Musikerinnen, Musikproduzentinen oder DJ erleben.

Ich beziehe meine Kenntnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen und aus Erzählungen von Frauen. AMAZONA.de beschäftigt sich mit Musik, aber in diesem Text werden auch Themen behandelt, die anscheinend mit Musik nichts zu tun haben. Das liegt daran, dass Frauen Teil der Gesellschaft sind und dort die Gründe verortet sind, warum Frauen als elektronische Musikerinnen geringer wahrgenommen werden als Männer.

Ist Geschlecht ist eine natürliche Gegebenheit?

Warum ist das eigentlich so, dass wir denken, Frauen eignen sich besser für die Kindererziehung, sind emotional und Prinzessinnen? Warum denken wir, dass Männern sich dafür eignen, Nationen anzuführen und Fußball zu spielen? Warum sind Männer allgegenwärtig in der Welt der elektronischen Musik? Warum ist es nicht umgekehrt? Warum taucht u.a. Klaus Schulze in unserem Bewusstsein auf, wenn wir an elektronische Musik denken und nicht Suzanne Ciani?

Unsere Vorstellungen von Geschlecht wird in der Mehrheit als „natürlich“ empfunden, weil sie allgegenwärtig ist. Unsere Vorstellungen von Geschlecht werden tagtäglich wiederholt und sind in unserem Bewusstsein fest verankert. Manche Wissenschaftler nennen dieses Phänomen traditionelle Rollenmuster und diese definieren, dass Frauen nicht in der Lage sind, Synthesizer zu bedienen und elektronische Musik zu machen. Frauen eigenen sich zur Kindererziehung, Kochen und Haushaltsführung. Frauen tragen Röcke, Männer tragen Hosen.

All diese Beispiele sind keine Naturgesetze und wurden auch nicht biologisch oder genetisch in die Körper von Frauen und Männer implementiert. Es handelt sich um kulturelle Zuschreibungen und diese können je nach Kulturkreis unterschiedlich definiert werden. Ein Mann im Rock wirkt in Schottland nicht lächerlich. In Deutschland ist es unmöglich, den Rock für den Mann durchzusetzen.

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Diese Zuschreibungen haben Vorteile und werden nicht nur auf das Geschlecht angewandt. Sie dienen uns in einer komplexen Gesellschaft als Orientierungshilfe. Die Funktion einer Ampel ist eindeutig festgelegt. Niemand wird auf die Idee kommen, an einer Ampel ein Brot zu kaufen.

Die Zuschreibung von Geschlecht ist nicht eindeutig. Marla Glen verfügt über eine Stimme, die an ein Mann erinnert. Auch David Surkamp von Pavlovs Dog klingt eher wie eine Diva aus den
1930er-Jahren. Lange dachte ich, dass Billy Mackenzies Gesang in den Yello-Songs von einer Frau stammte. Es werden Menschen geboren, die über beide Geschlechtsmerkmale verfügen. Es gibt Frauen mit Bartwuchs und Männer, die Brüste entwickeln.

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Geschlechtliche Zuschreibungen können negative Auswirkungen auf Personen haben. Die Tragödie wird u.a. dann sichtbar, wenn Frauen und Männer die zugeschriebenen Geschlechterrollen nicht erfüllen können oder wollen. Sie werden auf erheblichen Widerstand stoßen oder werden verspottet, weil sie nicht männlich genug oder weiblich genug sind. Männern und Frauen wird nahegelegt, sich in die bestehenden Rollenmuster einzufügen.

Die Begriffe Mann und Frau transportieren nicht bloß eine biologische Unterscheidung, sondern sind ideologisch aufgeladen. Sie transportieren ein kulturelles Wertesystem, das mit einer biologischen Unterscheidung nicht zu rechtfertigen ist.
Durch pränatale Diagnostik ist es möglich, das Geschlecht im Mutterleib festzustellen, wodurch eine Kette von Zuschreibungen losgetreten wird. Das ungeborene Kind hat keine Chance, sich gegen diese Zuschreibung zu wehren.

Ein Junge bekommt einen blauen Strampler, aber das Mädchen wird in ein rosa Strampler gesteckt. Ein Mädchen spielt mit Puppen. Der Junge darf mit Autos spielen. Diese geschlechtliche Zuschreibung findet bis in das Erwachsenenalter und darüber hinaus statt und wird in unserer Gesellschaft auf allen Ebenen bestätigt.

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Es wird nicht allein vorgegeben, welche Farbe Kinder tragen sollen, sondern wozu Männer und Frauen geeignet sind. Es wird festgelegt, was Männer und Frauen dürfen und was nicht. Es wird der Status von Männern und Frauen definiert. Frauen und Männer werden bewusst und unterbewusst darin trainiert, diese Rollen anzunehmen.

Aus diesem Grund existieren z.B. Berufe, die in der Mehrheit von Frauen oder Männern ausgeführt werden. Dabei wurde schon längst bewiesen, dass Frauen in der Lage sind, sich in typischen Männerberufen zu beweisen, was Männern in typischen Frauenberufen ebenso gelingt.

Die Werbung nutzt Rollenbilder aus, um uns Produkte zu verkaufen und bestätigt damit unsere Vorstellung von Geschlecht. Frauen werden attraktiv und geschminkt dargestellt. Sie erfüllen das Bild einer erfolgreichen Frau oder besorgten Mutter. Männer sind die Meister des Grills, Organisatoren, Anführer, Familienoberhaupt und fahren gern auf dem Motorrad durch die Landschaft.

Diese geschlechtlichen Zuschreibungen zu überwinden ist unglaublich schwierig, weil wir als soziale Wesen ein Teil der Gesellschaft sein wollen. Wenn das Selbstbild der geschlechtlichen Identität infrage gestellt wird, wird auch ein Teil der Persönlichkeit infrage gestellt. Die Zuschreibung des Geschlechts definiert, was wir dürfen und wozu wir in der Lage sind. Frauen, die sich in technischen Berufen beweisen, werden als Außenseiterinnen wahrgenommen und so ist es auch mit Frauen, die sich mit Synthesizern beschäftigen. Wenn eine Frau auf einer Harfe musiziert, entspricht es der Vorstellung von Weiblichkeit.

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Ich bewundere die Musik von Laurie Anderson. Laurie Anderson ist alles andere als medienscheu und deshalb wird sie öfters in Foren und Podcasts eingeladen, um über ihre Ideen und künstlerische Visionen zu berichten. Selten wird Laurie Anderson zu Synthesizern und Produktionstechniken befragt. Es finden sich Hunderte von Interviews, in denen u.a. Jean Michel Jarre, Martin Gore und andere Männer über Equipment fachsimpeln.

Auf YouTube findet sich ein Interview mit Laurie Anderson und Lou Reed. Lou Reed erzählt, dass er wegen Laurie Anderson den Access Virus gekauft hat und das Studio von Lou Reed eine Kopie des Studios von Laurie Anderson ist. Es ist zu bemerken, dass Laurie Anderson ganz überrascht ist, weil sie normalerweise mit solchen Fragen in der Öffentlichkeit nicht konfrontiert wird. Für Lou Reed ist es selbstverständlich. Es ist für ihn selbstverständlich, weil er ein Mann ist und es ganz „natürlich“ ist, dass er sich für Technik interessiert, weil er ein Mann ist.

Da diese Frage aufgeworfen wurde: Wie ist es, wenn man sich als Mann mit einer Frau über Synthesizer zu unterhält? Es macht keinen Unterschied, ob man sich mit Frauen über Synthesizer unterhält. Manche Vorlieben wird man teilen und andere nicht. Was hat man auch anderes erwartet?

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Werden Frauen anders behandelt als Männer?

Da wir in einer männerdominierten Gesellschaft leben, sind deren Merkmale und Mechanismen in der elektronischen Musikszene vorhanden. Die patriarchalische Gesellschaft wertet die Leistungen von Frauen in vielen Bereichen ab oder nimmt sie nicht wahr.

Die Vorstellungen von Geschlechtern sind so tief in uns verwurzelt, dass ein Teil der Männer nicht merken, dass sie Frauen in Diskussionen zu marginalisieren versuchen. Das hat nichts mehr mit „geeken“ oder einer gesunden Diskussionsgrundlage zu tun. Was würde ein Mann in solch einem Fall machen? Er wird sich zurückziehen und diesen Weg beschreiten auch viele Frauen. Frauen suchen sich andereWege, um ihre berechtigten Interessen durchzusetzen.

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Es gibt Netzwerke in der elektronischen Musikszene, die den Anspruch haben, Frauen zu vertreten. Die Funktionen solcher Netzwerkes ist u.a. darin begründet, auf Ungleichbehandlung hinzuweisen, Rollenmuster zu hinterfragen und stärker wahrgenommen zu werden. Erwähnt sei female:pressure, die seit Jahrzehnten bewundernswerte Arbeit leisten. Sie haben u.a. herausgefunden, dass im Durchschnitt 10 % der gebuchten Acts auf Festivals Frauen sind.

Offenbar benötigen Frauen in der elektronischen Musikszene einen Raum, in dem sie sich über Themen austauschen können, die Frauen beschäftigt und Frauen in den Blickpunkt des Interesses rückt. In diesen Foren beschäftigen sich Frauen mit Sexismus, Abwertung, Workshops, Produktionstechniken, Erfahrungen in Clubs etc.

Die Organisation von Frauen in der elektronischen Musikszene bietet ein Schutzraum. Es gibt Frauen, die einen Schutzraum benötigen, weil sie in einer männerdominierten Gesellschaft ungerecht behandelt wurden. Es finden sich unzählige Erfahrungsberichte von Frauen in der elektronischen Musikszene und nicht alle sind positiv. Männer machen auch schlechte Erfahrungen, aber diese beziehen sich eher selten auf ihr Geschlecht.
Wenn Männer Erfahrungen von Frauen abwerten, Frauen sexistisch abwerten, wenn Frauen marginalisiert werden, muss man sich nicht wunderen, dass viele Frauen dies nicht akzeptieren wollen und ein Gegengewicht schaffen.

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Auch in der elektronischen Musikszene werden Frauen sexuell belästigt und es gibt Männer, die diese Erfahrungen abwerten. #metoo verfolgt das Ziel, Aussagen von Frauen ernst zu nehmen. Frauen wollen gehört werden und offensichtlich werden sie in einer patriarchalen Gesellschaft gerne überhört. Es geht nicht darum, Frauen in eine Opferrolle zu drängen. Es soll deutlich gemacht werden, dass Männer über mehr Privilegien in unsere Gesellschaft verfügen, weil sie Männer sind und diese Privilegien zu ihrem Vorteil ausnutzen.

Frauen wollen sich selbst definieren, weil sie nicht von einer männerdominierten Gesellschaft definiert werden wollen. Das Geschlecht muss betont werden, weil die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu einer Ungleichbehandlung führt. Die Ungleichbehandlung führt zu Nachteilen für Frauen. Die Vorherrschaft von Männern regelt den Zugang zum Markt und wie sich eine Frau in einer männerdominierten Gesellschaft zu präsentieren hat. Es gelingt nicht allen Musikerinnen, sich unabhängig vom Geschlecht in ihrem Berufsstand zu etablieren.

Beispiel: DJs, welche auf die Qualitätsmerkmale Vinyl, Synchronität und Mixing achten, wissen, das diese Form des Musizierens unglaublich viel Konzentration bedarf. Viele DJs wirken bei der Arbeit häufig abwesend. Ein mir bekannter weiblicher DJ wurde gebeten, dass sie während des Auftritts mehr lächeln soll. Haben Richie Hawtin, Jeff Mills oder Sven Väht jemals eine ähnliche Aufforderung erhalten? Als Frau reicht es nicht aus, Hochleistung abzuliefern, sondern sie muss auch noch einer Vorstellung von männlicher Attraktivität genügen.

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Das ist ein Grund, warum viele weibliche DJs nicht mehr DJane genannt werden wollen. Mit DJanes verbindet man Frauen, die halbnackt zu Vollplayback an nicht angeschlossenem Equipment posieren, um die erotischen Fantasien von Männern zu bedienen. Wenn der Begriff DJane ein Frauenbild transportiert, mit dem sich weibliche DJs nicht identifizieren können und wollen, sollte man auf diesen Begriff verzichten. Wenn dieser Wunsch ins Lächerliche gezogen wird, hat das zur Folge, dass sich weibliche DJs nicht ernst genommen fühlen. Wer heutzutage eine Frau „Weib“ nennt, muss nicht wundern, wenn er auf Widerstand stoßen wird.

Auf YouTube wird die sexualisierte Reduzierung von Frauen in den Kommentaren oft reproduziert. Ich schreibe nicht von Frauen, die mit Botox und Silikonbrüsten diese Kommentare absichtlich provozieren. Ich schreibe von Frauen, die hochtrainiert sind und bewundernswerte Leistungen abrufen können.

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Viele Kommentare behandeln nicht die Leistung von Frauen, seien es virtuose Musikerinnen, Polizistinnen, Pädagoginnen, Politikerinnen usw. Gerne wird die Botschaft der Videos ausgeblendet und auf das Geschlecht gelenkt. Das weibliche Geschlecht wird thematisiert und damit wird der Fokus vom Inhalt auf das Geschlecht verlagert. Frauen finden in den Kommentaren nicht mehr als Expertinnen statt, sondern werden zum Sexobjekt oder erfüllen die weiblichen Schönheitsideale nicht.

Warum laden Männer Videos von ihrer Performance hoch? Weil wir uns anhören wollen, wie geil wir aussehen? Ein weiblicher DJ oder Liveact möchte wegen ihrer Leistung bewertet werden. Ein Austausch zwischen Männern und Frauen findet oftmals nicht auf Augenhöhe statt.

Männer können Frauen entgegenkommen und ihre Forderung nach Gleichbehandlung ernst nehmen. Männer müssen sich nicht daran beteiligen, wenn Frauen in der Öffentlichkeit aufgrund ihres Geschlechts abgewertet werden. Mutige Männer könnten Männer auf ihr sexistisches Verhalten ansprechen und damit eingefahrene Rollenmuster überwinden.

Wie werden Frauen in der elektronischen Musik wahrgenommen?

Es gibt viele Frauen, die elektronische Musik machen. Wer sich in der Szene auskennt, kann sie aufzählen. In der öffentlichen Wahrnehmung werden Männer aber stärker wahrgenommen. Der Anspruch von Frauen, in der elektronischen Musikszene wahrgenommen zu werden, ist berechtigt und wichtig. Die Organisation von Frauen in vielen Bereichen in unserer Gesellschaft ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass eine geschlechtliche Ungleichbehandlung zum Nachteil der Frauen stattfindet. Das gilt in vielen Bereichen, die von Männern dominiert werden und wo Frauen der Zugang erschwert wird.

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Wie werden Frauen in der elektronischen Musik wahrgenommen? Wer den deutschen Wikipedia-Eintrag „Elektronische Musik“ liest, wird feststellen, dass Frauen geringe Beachtung geschenkt wird. Wikipedia ist kein zitierfähiges Instrument im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit, es ist aber ein Spiegel unserer Zeit. Wikipedia spiegelt, was wir denken, weil wir alle die Möglichkeit haben, an Wikipedia mitzuarbeiten und damit sagt der Eintrag viel über die Bedeutung von Frauen in der elektronischen Musik aus. Indem Frauen so gut wie nicht erwähnt werden, finden sie nicht statt.

2013 veröffentlichte ein deutsches Magazin eine Liste mit den 50 besten elektronischen Alben der letzten 25 Jahre. Diesem Magazin nach ist alleine das Album „Now is Early“ der Musikerin Nicolette erwähnenswert. Alben mit weiterer weiblicher Beteiligung sind Blue Lines von Massive Attack und Dummy von Portishead, auf denen Frauen vor allem als Sängerinnen auftreten.

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Sind die Alben von elektronischen Künstlerinnen so schlecht, dass es bloß eine Frau in die Top 50 schaffte? Keine Miss Kittin? Keine Björk? Keine Barbara Morgenstern? Keine Laurie Anderson? Keine Rosin Murphy? Keine Ellen Alien? Keine einzige Frau hat in den letzten 25 Jahre Alben veröffentlicht, die es in die Top 50 schaffte? Bemerkenswert!

Selbstverständlich sollte Musik nach Qualitätsmerkmalen bewertet werden. Diese sind in der Musik schwer zu definieren, da sie subjektiv sind. Wenn man dennoch Merkmale wie Musikalität, Erfolg, Innovationskraft, Präsentation, Umsetzung in die Bewertung einbezieht, wird signalisiert, dass Frauen in diesem Bereich nicht konkurrenzfähig sind. Das ist eine sexistische Einstellung, weil Frauen existieren, die diese Kriterien erfüllen. Elektronische Musik wird häufig instrumental präsentiert und somit ist es unmöglich, beim Hören zu unterscheiden, ob die Musik von einer Frau oder einem Mann gemacht wurde. Offensichtlich werden Erwartungshaltungen an Musik gestellt, wenn man weiß, dass sie von einem Mann oder einer Frau gemacht wurde.

Deswegen ist anzunehmen, dass die oben genannte Hitliste durch bewusste oder unbewusste Vorurteile gegenüber Frauen in der elektronischen Musikszene entstanden ist. Wenn auf dem Plattencover z.B. Tina 303, Acid Maria oder Françoise Cactus steht, wird ein Geschlecht transportiert und das bewirkt in uns Assoziationen, die unsere Vorstellung von Geschlecht widerspiegelt.

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Eine dieser Vorstellung lautet, dass Frauen technisch nicht begabt sind und daher den Umgang mit technisch anspruchsvollen Instrumenten wie z.B. Synthesizer vermeiden und folglich können Frauen auch keine Musik erschaffen, die es in die Top 50 der besten elektronischen Alben schafft.

Man könnte annehmen, dass dieses Thema die Political Corectness bedient. Das kann tatsächlich vorkommen. Es werden Sonntagsreden gehalten und Preise verliehen, welche nicht die Leistungen von Frauen würdigen, sondern deren Geschlecht. Ich würde behaupten, dass Suzanne Ciani
als Frau bekannter ist, als ihre Beiträge zur elektronischen Musik.

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Wer will ein Vorzeigeobjekt für ein Geschlecht sein, dass man sich selbst nicht ausgesucht hat? Gut gemeinte Hitlisten wie „die besten weiblichen DJs“ helfen da auch nicht weiter. Können sich weibliche DJs nicht mit männlichen DJs messen? Legen Frauen anders auf?
Frauen legen genauso virtuos oder so schlecht auf wie Männer. Ich erinnere mich gerne an ein Abend, an dem Monika Kruse DJ Hell und Adam Bayer an die Wand gespielt hat! Derzeit muss ich mich öfters fragen, ob die Leistung einer Frau gewürdigt wird oder ihr Geschlecht.

Die Ungleichbehandlung von Mann und Frau wird uns noch lange begleiten – nicht nur in der elektronischen Musik

Die Beobachtung, dass Frauen sich angeblich seltener für elektronische Musik interessieren, ist strukturell begründet. Es gibt viele Frauen, die als elektronische Musikerinnen aktiv sind, aber sie werden nicht so intensiv wahrgenommen wie Männer. Diese Erfahrung machen Frauen nicht alleine in der elektronischen Musikszene.

Das Problem ist also viel größer und betrifft Frauen, die elektronische Musik machen möchten oder machen. Die Ursachen finden sich in den institutionalisierten Strukturen unserer Gesellschaft, die mit Vorurteilen verknüpft sind. Frauen werden für gleiche Arbeit schlechter bezahlt als Männer. Viele Frauen erleben nach der Geburt des ersten Kindes einen Karriereknick, weil eine traditionelle Rollenverteilung in der Familie stattfindet.

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Wenn Frauen sich um die Kindererziehung kümmern, haben sie im Fall einer Scheidung mit finanziellen Einbußen zu kämpfen. Der Mann kann nach dem Ende einer Ehe seine berufliche Karriere fortsetzen. Die Problematik zeigt sich u.a. in der Diskussion um die Frauenquote. Die Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 1997 ein Straftatbestand in Deutschland.

Diese Themen beeinflussen die elektronische Musikszene, weil sie Teil der Gesellschaft ist und damit passiert in diesem Raum alles, was auch in der Gesellschaft passiert: In der elektronischen Musikszene finden sich z. B. Ehepartner, werden Verbrechen begangen, Arbeitskräfte ausgebeutet, Partys gefeiert, Hits geboren, Steuern hinterzogen und auch Frauen marginalisiert.

Wie fest diese Strukturen in uns verankert sind, möchte ich an folgendem Beispiel schildern: Die Sozialwissenschaften finden immer wieder Belege dafür, dass mit geschlechtlicher Zuschreibung Vorurteile verknüpft sind. Großkonzerne suchen nach den besten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, um ihre globale Vormachtstellung zu festigen. Drei Großkonzernen wurde vorgeschlagen, die Bewerbungen zu anonymisieren. Es wurde auf Geschlecht, Name, Herkunft, Religionszugehörigkeit und ein Foto verzichtet. Nur die Fachkenntnisse der Bewerber waren bekannt. Es wurden mehr Frauen, mehr Personen mit Migrationshintergrund und mehr Muslime zu den Bewerbungsgesprächen eingeladenen als in der Vergangenheit.

Wenn in der Vergangenheit in geringerem Maße Personen mit diesen Merkmalen eingeladen wurden, sind sie aufgrund eines dieser Merkmale als untauglich empfunden worden. Wir werten automatisch Fähigkeiten von Personen auf oder ab, wenn wir Rückschlüsse auf ihr Geschlecht, ihre Herkunft und religiöse Zugehörigkeit ziehen können. Übrigens hielt nur einer der Konzerne an diesem Auswahlverfahren fest.

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Global gesehen existieren Staaten, in denen ein neugeborenes Mädchen wertlos ist, Frauen nicht Auto fahren dürfen, nicht wählen dürfen, ihnen der Zugang zu Bildung verwehrt wird und weibliche Genitalverstümmlung stattfindet. Vielen Frauen wird weltweit das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben versagt.

In Deutschland wird das Zusammenleben u.a. durch das Statistische Bundesamt oder mit dem sozio-ökonomischen Panel erhoben, welches seit 1984 Haushalte in einer Langzeitstudie untersucht. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Die traditionellen Rollenmuster haben nicht ausgedient.

Nach wie vor übernehmen Frauen, zusätzlich zur Erwerbstätigkeit, mehrheitlich die Kindererziehung und Haushaltsführung. Männer dürfen sich überwiegend um ihre Karriere kümmern. Eine gerechte Arbeitsteilung findet aufgrund der gesellschaftlichen Rolle von Mann und Frau in der überwiegenden Anzahl der Haushalte nicht statt. Das bedeutet nicht, dass Leser oder Leserinnen keine anderen Erfahrungen machen, doch gehören sie mit diesen Erfahrungen zur Minderheit.

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Erfolgreiche Frauen müssen sich immer wieder fragen lassen, wie sie ihre Familie organisieren und ob sie nicht Angst haben, ihre Kinder zu vernachlässigen. Es ist kaum vorstellbar, dass ein Spitzenpolitiker sich zu der Frage äußern muss, wie er das Zusammenleben in der Familie organisiert, wenn er als „Papa“ viel arbeiten muss. Diese Frage wird nicht gestellt werden, weil es als „natürlich“ betrachtet wird, dass „Mama“ sich um die Familie kümmert.

Man könnte annehmen, dass die geringe Wahrnehmung von Frauen in der elektronischen Musikszene irrelevant sei und wichtigere Probleme zuerst beseitigt werden müssten. Nein! Diese Wahrnehmung von Frauen ist ein Symptom dessen, wie Frauen in Gesellschaft definiert werden und in der elektronischen Musikszene definiert werden. Wenn in der elektronischen Musikszene sich die Wahrnehmung von Frauen verändert, wirkt sich dies auf andere Bereiche der Gesellschaft aus.

Die strukturelle Ungleichbehandlung zu verändern oder zu beenden, ist nicht ausschließlich eine Aufgabe der Politik, sondern eine Aufgabe, die alle Bürger und Bürgerinnen betrifft. In unserem Selbstverständnis als Mann ist uns oftmals nicht bewusst, wie wir als privilegiertes Geschlecht auf Frauen wirken. Wir haben es in der Hand, wie Geschlecht wahrgenommen wird.

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Nachtrag

Am 7.04.2021 erschien die Dokumentation „Sisters with Transistors.“ The remarkable untold story of electronic music’s female pioneers and  composers“. Es wurde Zeit.

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Fazit

Ich möchte nicht, dass sich Frauen aufgrund ihres Geschlechts herabgewürdigt fühlen müssen und deswegen Schutzräume benötigen, weil ihre Erfahrungen mit Männern nicht ernst genommen werden. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der die geschlechtliche Zuschreibung keine Rolle spielt. Ich möchte keine Artikel über die hübscheste DJane lesen, ich möchte nicht, dass von einem weiblichen DJ verlangt wird, dass sie während des Auflegens mehr lächeln soll. Ich möchte keine Youtube-Videos über Bassistinnen und Schlagzeugerinnen sehen, in denen ihr Geschlecht thematisiert wird.

Ich würde mir wünschen, dass Suzanne Ciani aufgrund ihrer Leistungen als elektronische Musikerin gewürdigt wird und nicht deswegen, weil sie eine Frau ist. Ich möchte in keiner Gesellschaft leben, in der mit geschlechtlicher Zuordnung so viele Ungerechtigkeiten und Vorurteile verknüpft sind.

Es sollte uns auch nichts angehen, warum aus Walter Carlos Wendy Carlos wurde, weil es nichts mit ihrer musikalischen Leistungen zu tun hat, sondern ihre Privatangelegenheit ist.

Preis

  • unbezahlbar
Forum
  1. Profilbild
    costello  RED

    Sehr guter Artikel, schön so etwas auf Amazona zu lesen! Ich habe selbst überflüssigerweise in einem meiner Artikel, in dem Wendy Carlos erwähnt wurde, noch zusätzlich ihren Deadname verwendet. Es ist ein Lernprozess. Mit Suzanne Ciani hatte ich mich ausführlicher beschäftigt, als es um das Buchla-System ging. Sie musste lange um die Anerkennung von Don kämpfen. Es ist wirklich an der Zeit, Musikerinnen als Musikerinnen wahr- und ernstzunehmen und nicht immer so dumme Fragen zu stellen wie „Ach – Du machst auch Musik? Was, Du spielst Synthesizer?“ Nochmal, Superartikel! War überfällig :)

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 1

      Danke Costello,

      Pefekt ist niemand. Es geht ja auch darum für Themen ein Bewusstsein zu schaffen. Lernprozess – genau darum geht es. Die Welt besser und gerechter zu machen, für alle Menschen.

  2. Profilbild
    mfk  

    Das Geschlechterverhältnis gleicht sich aus bzw. wird irrelevant, wenn alle Poser und Fake-DJs rausgerechnet werden.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 1

      Hi mfk,

      rausrechnen macht sie leider nicht inexistent, weil sie ein Markt bedienen und von vielen gern angenommen werden.

    • Profilbild
      Ral9005

      Als ob es die bei den Frauen nicht geben würde. Diese Debatte war früher und ist heutzutage überflüssig. Patriarchen und Genderfanatiker wird es immer geben, wie links- und rechtsradikale Vollidioten. Komischerweise versagt in der Gesellschaft bei der Beurteilung dieser Tatsache der Verstand regelmäßig und es werden Phrasen wiedergegeben, anstatt den Gesamtkontext zu berücksichtigen und die selbstgefällige Doppelmoral aufzudecken. Ja aber…
      Weniger sozial erwünschtes Denken und mehr Objektivität könnten helfen, das ganze aus dem Niveau Stammtisch herauszuheben.

  3. Profilbild
    fanatic  

    Eine Quote muss her! Dringend!……..

    Der nächste Kanzler wird wiederholt eine Frau. Der EZB Chef ist eine Chefin, Flinten-Uschi geht den EU-Absahnern auf den Wecker und wenn der senile Biden den Löffel abgibt sitzt eine Frau am roten Knopf.

    Frage: Wo genau ist das Problem?

    Gerade HEuTE in der westlichen Hemisphere kann absolut jeder alles werden wenn er/sie/es möchte bzw. sich dem Markt anpassen/unterwerfen kann. Geschlechter oder Hautfarben sind obsolet.

    Aber es ist nur die Meinung eines umta umta der sich schon lange im 16 step 4/4 Modus das Gehirn zugediddelt hat

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 1

      Hallo fantic,

      ja. Jeder darf heute alles werden zu jeder Zeit. Das Problem ist nur, dass Frauen trotz gleichen und besseren Können, die Erfahrung machen, dass sie ausgegrenzt werden und sich deswegen Karriewege verschliesen. Arbeitgeber stellen ungern Frauen ab Mitte 20 ein, weil sie Angst haben das sie schwanger zu werden. Natürlich würde das kein Arbeitgeber einer Frau in das Gesicht sagen, weil er dann in Grund und Boden verklagt wird, aber es findet statt. Frauen bleiben nach der Geburt des ersten Kindes zuhause, weil der Mann überwiegend mehr Geld verdient. Zur Recherche zu diesem Artikel musste ich mir von einer Frauen anhören, dass sie bei einem Studiobesuch sexuell belästigt wurde und danach nicht wusste, wie sie mit dem Thema umgehen soll. Letztes JAhr war in meinem Umfeld ein großeses Thema, weil ein Stammgast in einem Club im Suff die Kellnerin begrapscht hat und absolut nicht einsehen wollte, dass er Mist gebaut hat.

      Frauen mit MAcht und Privilegien gab es schon immer. Aber sie machen nur einen ganz kleinen Teil in der Führungsriege dieser Welt aus. Diese Frauen sind aber extrem priviliegiert. Ich glaube Von der Leyen hat 4 Nannis, oder so. Diese Frauen sind keine Druchschnittsfrauen, die einfach nur Synthesizer spielen wollen , ohne sich dumme Sprüche anhören zu müssen oder ihr Kind allein erziehen müssen, ohne Unterhalt vom Vater des Kindes zu bekommen. Oder einfach ihr Leben leben wollen, ohne isch für Geschlecht zu rechtfertigen müssen.

      Doch ist es einer dieser mächtigen Frauen vor ein paar Wochen passiert, dass sie bei einem Staatsbesuch nicht ihrem Rang entsprechend behandelt wurde, weil sie eine Frau ist. Wird wohl noch ein diplomatisches NAchspiel hat.

      • Profilbild
        P.Rotten  

        Was den Beruf angeht: eine junge hübsche findet immer jemanden, der ihr die Wohnung kostenlos renoviert, der ihr Getränke bezahlt oder beim Umzug hilft. Sie muss nur mit dem Finger schnipsen. Junge attraktive Frauen sind haben immer Geld, weil auch immer jemand da ist, der es für sie heran schafft. Eine solche Frau muss noch nicht Mal Synthesizer schrauben können. Sie kann Fotos mit ihrem Synthesizer und in Erotik Pose auf Insta hochladen und bekommt als Influencer Geld dafür. Einfach nur unendlich viel Aufmerksamkeit und Geld damit verdienen, in dem man seinen Hintern im Internet zeigt. Da würde ich gerne mit einer Frau tauschen.

        • Profilbild
          LutzBB

          oh wow. Der Kommentar ist ein Musterbeispiel. Du sexualisierst Frauen*. Und genau sowas ist ein Faktor der zu sexueller Gewalt führt. Die allermeisten Frauen machen in ihrem Leben Erfahrungen mit sexueller Gewalt. Beispielsweise auch wenn Typen sie zu sexuellen Praktiken überreden, die sie eigentlich gar nicht wollen. Mit so einer Haltung die du hier präsentierst bist du ekelhaft und Teil des Problems. Und komm mir jetzt nicht mit dAs wAr nUr iRoNiE.

          • Profilbild
            qbor

            ui, da haben wir wieder einen white-knight oder auch rosa-pudel.. p.rotten hat es auf den punkt gebracht..

          • Profilbild
            P.Rotten  

            Nein das war keine Ironie. Es war mein Ernst. Du gehst inhaltlich null auf meinen Kommentar ein, stattdessen stammelst du etwas von Gewalt. Komplett am Thema vorbei. Aber irgendwas musst du ja antworten weil du empört bist und den weißen Ritter geben musst. Frauen können durchaus nein sagen zu Praktiken, die sie nicht wollen. Sie sind mündige Menschen und brauchen keine Sonderbehandlung. Männer können schliesslich auch finanzielle Praktiken (Ausgaben) ablehnen, die sie nicht wollen. Selbst dann, wenn jemand versucht, sie dazu zu überreden.

        • Profilbild
          Sven Rosswog  RED 1

          P.Rotten,

          was its mit den Frauen die kein Bock haben die billigen sexuellen Fantasien von Männern erfüllen wollen? Hast schon mal von den gesellschaftlichen Stigmas gehört, die so ein Job mitbringen? Wenn du da trotzdem mit einer gesunden Psyche durchkommst: Was machst du, wenn du über 30 bist? Wenn dir jemand sagst, mach mal Botox, vergrößere deine Brüste, iss weniger, du bist ne Oma, so viel wie früher gibt es nicht mehr…. Glaubst du wenn die sexuelle Atraktiviät verloren geht, dass es dann so einfach ist in einen stinknormalen Job zu machen? Welche Arbeitgeber schmückt siche gern mit einer ehmaligen Erotikdarsetllerin, die in ihrem Gewerbe nicht mehr arbeiten kann oder darf? Wenn die Kunden tuscheln, die hat sich früher nackig gemacht. Kein seriöser Arbeitgeber hat Bock auf so was. Check mal die Selbstmordrate, Abstürze, Depressionen und Drogensucht unter Erotikdarstellerinnen. Check mal, wie Frauen in der Sexb / Erotikbranche von Männern dazu gebracht werden, etwas zu tun, was sie nicht tun wollen. Das Gebiet ist nicht nur untersucht, sondern auch in Dokumentationen gut aufgearbeitet worden.

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            P.Rotten  

            @Sven Rosswog Wenn sie kein Bock haben, mit ihrer Optik Geld zu verdienen (keine Ahnung was daran verwerflich sein soll), dann müssen sie es halt mit Leistung. Dem freien Markt ist es egal, welches Geschlecht diese Leistung erbringt. Hauptsache das Produkt ist gut. Und wenn es mit der Leistung nicht klappt, dann bitte nicht andere dafür verantwortlich machen. Klar neigt man dazu, die eigene Erfolglosigkeit auf andere abzuwälzen wie zb. die anderen halten mich unten wegen meines Geschlechts, Herkunft, Aussehen usw. Sicher gibt es mehr erfolgreiche männliche Interpreten in der elekt. Musik weil sie bessere Leistung erbringen und es eine höhere Nachfrage deswegen gibt. Und es gibt mehr erfolgreiche Frauen in der Erotik Branche weil es eine höhere Nachfrage nach Frauen gibt. Deswegen verdienen Frauen weit aus mehr in Erotik Berufen. Und wie gesagt, Frauen sind mündig. Sie können selbst entscheiden, welche Praktik sie machen. Sie brauchen keinen Vormund wie kleine Kinder.

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              swellkoerper  AHU

              So viel kotzen wie ich an Hand der Kommentare dieses Herrn gern würde, geht gar nicht.
              @Redaktion: es war doch komplett vorhersehbar, dass die Kommentarspalte zu einem Artikel wie diesem in Nullkommanichts zur Shitshow verkommt, wieso kann man die Kommentarfunktion nicht für einmal deaktivieren? Mit Verlaub, ihr pinkelt Euch nur selbst ans Bein, wenn Ihr soetwas (zugegeben nett gemeintes) zulasst.

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                Tarause  

                @swellkoerper
                Für mich ist P.Rotten ein Rassist, hier gegen Frauen. So Verachtendes und Krankes habe ich selten gelesen, dabei bin ich bemüht, solchem Hass aus dem Weg zu gehen.

                Schade, dass solch Hass auf dieser Musik-Plattform geduldet wird.

                Wenn das tatsächlich so bleiben sollte und geduldet wird, dann habe ich keinen Bock mehr mich hier aufzuhalten und hier zu schreiben.

                Das hat doch mit Meinungsfreiheit oder Diversität, noch mit Netikette hier doch nichts mehr zu tun.

              • Profilbild
                dct

                Nein.
                Das müssen wir ertragen. Auch diese etwas… speziellen Meinungen.
                Ansatzweise hat es schon Punkte drin die Diskussionswürdig sind. Nur werden dann zusätzlich noch die üblichen 0815 Sprüche losgelassen: Finde ich auch nicht so doll.
                Aber trotzdem: Ich hoffe dass die Redaktion hier laufen lässt, denn es sollte schon auch über die „anderen“ Frauen gesprochen werden (es sind nicht nur die Männer), die ihren Geschlechtsgenossinnen mit ihrem Auftreten (Sex sells) ganz klar in den Rücken fallen und neuem Wind grad wieder die Segel nehmen.
                Hoffe eine weibliche Teilnehmerin hier nimmt dieses Thema auf und erzählt ihre Sichtweise.

                • Profilbild
                  Tarause  

                  @dct
                  Sorry, auch das ist wieder eines dieser Vorurteile, das du nur den Frauen zuschiebst.

                  Dies ist mal wieder ein Thema von Männern, mit Männern über Frauen. Was soll hier jetzt Nützliches bei rauskommen?

                  Wieviele krankhaft narzisstische Männer laufen eigentlich herum? Poser, die dicke Karren brauchen, Männer, die meinen Stiernacken-Muskeln muss man zeigen, weil es potent ist, Männer, die sich vor dem Spiegel länger stylen als Frauen und dann noch der unbedingten Meinung sind, dass sie Alphas seien und nicht nur Frauen sich unterzuordnen haben.

                  Wie gesagt, ich bin wohl auch der Meinung, dass es wichtig ist, sich um ein gepflegtes Äusseres zu kümmern, weil es auch uns „innen“ gepflegter werden lässt. Aber dieser Poser-Wahn vieler männlicher Zeitgenossen ist für mich viel unangenehmer, weil es dabei immer um Aggression geht.

                  Und nicht alle Frauen sollen das Recht haben, so aufzutreten wie sie sich wohlfühlen? Welchen anderen Frauen genau „fallen sie dabei in den Rücken“?

                  Ich stimme Dir wohl zu, hier sind leider viel zu wenig Frauen, die etwas dazu beitragen können. Allerdings hätte ich als Frau auch keinen Bock mehr hier zu schreiben, wenn so vielen hassvolle, stereotypische und rassischtisch herablassende Kommentare über Frauen hier von vielen Männer recht aggressiv wiedergegeben werden.

                  Für mich einseitig.

                  • Profilbild
                    dct

                    @Tarause
                    What’s about… Du verlässt völlig den Kontext.
                    Hauptthema ist hier nicht Poser-Männer sondern Frauen in der el. Szene. Blöd dass wir nicht MIT Frauen diskutieren: Auch ein Abbild unserer Gesellschaft hier.

                    Ich finde der Artikel bringt den Punkt der geteilten Typen schon richtig rüber. Das verwirrt mich als Mann in der Wahrnehmung beträchtlich.
                    Hier die Künstlerin, die auf gleichem Level wie ihre männlichen Kollegen performt. Die mit recht mehr Anerkennung und Gleichstellung fordert. Dort die Posering mit Sex-Appeal, die einmal mehr unterstreicht dass Beauty und Show alles sind und die Musik nur notwendiges Playback-Beiwerk.
                    Ich wollte lediglich unterstreichen dass diese zweite Gruppe die erste Wahrnehmungstechnisch einfach überfährt, da laut, schrill und spontane Aufmerksamkeit und Klicks generierend. Und das finde ich schade weil da leichtfertig ernsthaftere Frauen aus dem Fokus (der meisten Männer) gedrängt werden.
                    Und dass ich das einfach nicht verstehe warum Frauen sich dies untereinander antun.
                    Gerade deswegen hätte ich gerne Kommentare von weiblicher Seite hier gelesen…

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              Everpure  AHU

              Nein, dem „freien Markt“ ist es eben _nicht_ egal, welches Geschlecht die Person hat, die eine bestimmte Arbeit tut! Genau darum geht es in dem Artikel und genau das ist mittlerweile ausreichend wissenschaftlich dokumentiert! Verdammte Axt!

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          Tarause  

          „Dem freien Markt ist es egal, welches Geschlecht diese Leistung erbringt. “

          Wo lebst Du?

          Das ist einfach nicht richtig, denn Frauen verdienen bei gleicher Leistung eben nicht das Gleiche wie Männer, werden auf Ihr Geschlecht reduziert (genau das, was du gerade die ganze Zeit tust), und zum Schluß werden sie auch noch gefragt, wie sie Beruf und Kinder unter einem Hut bringen wollen. Als wenn es immer noch normal wäre, dass es immer die Frau ist, die sich um die Kinder zu kümmern hat.

          Männer wird das nie gefragt. Männer, die für längere Zeit in den Erziehungsurlaub wollen, werden lächerlich gemacht und verlieren Ihr Chancen zur Karriere, bei Frauen es aber wieder in Doppelmoral dazu führt, dass ihre Chancen auf eine Karriere nicht da ist, weil man ihnen eben unterstellt, dass -wenn sie Kinderwunsch haben – jederzeit vom Arbeitsmarkt verschwinden sollen, weil man es eben so erwartet.

          Als Analena Baerbock Kanzlerkandidatin wurde, waren es immer wieder die gleichen Fragen, ob sie Kindererziehung mit ihrem Job als Kanzlerkandidatin vereinbaren könne. Einen Söder oder Laschet wurde dies nie gefragt. Das ist perfide und zeigt in aller Deutlichkeit das patriarche Denken in unserer Gesellschaft.

          PS: „Hübsche“ bzw. gut aussehende Menschen haben immer bessere Chancen, das hängt nicht vom Geschlecht ab.

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          Everpure  AHU

          Sexismus ist immer da, wo man etwas über eine Frau sagt, was man so nicht in gleicher Weise über einen Mann sagen würde. Dieser Kommentar ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Danke, dass du den Punkt des Artikels so eindrücklich bestätigt hast. Und jetzt darfst du gerne zurück an deine Hausaufgaben gehen.

      • Profilbild
        fanatic  

        Hi Sven,
        ich gebe zu im Eifer des Gefechts (aufstehen, den Chevas-Atem mit Kaffee bekämpfen)
        etwas übereifrig und am Thema vorbei reagiert zu haben.
        Ist mein naturell, sorry.
        Also grundsätzlich bin ich bei dir, nur manchmal stört mich einfach eine solche Diskussion an diesem Ort obwohl sie sicher richtig UND wichtig ist.
        Ich habe aber überhaupt nichts gegen eine „heile Welt“ hier bei Amazona und freue mich immer wieder auf diese Insel ohne Corona, Gender, Rassismus-Themen. Flucht aus dem Alltagswahnsinn. Schön über blöde Techno-Knöpfchendrücker herziehen, Röhren-amps bestaunen, Tests über Gibson Paula Nachbauten lesen, und über edelste Behringersynths philosophieren.
        Das mag ich;)
        Bin recht einfach gestrickt.

        Schönen Sonntag

  4. Profilbild
    a.jungkunst  AHU

    Mir war es mein Leben lang immer egal, mit welchen Instrumenten Musik gemacht wird und wer für die Erzeugung dieser Musikstücke verantwortlich zeichnet. Hauptsache, mir gefiel, was ich zu hören bekam. Ich fand gewisse Stücke einer Anderson, Cziani, Spiegel und Co. aufgrund der Musik gut. Geschlechtsumwandlungen wie z.B. bei Carlos oder Palmer, und da gehe ich mit dem Autor des Artikels völlig konform, habe ich zur Kenntnis genommen, damit war für mich die Sache als Privatangelegenheit dieses Menschen durch. Mir ist allerdings im Lauf der Jahrzehnte aufgefallen, dass Frauen sich selten mit dilettantischen Werken in das Licht der Öffentlichkeit wagen, sondern eher mit einem grundlegenden Können aufwarten. Vielleicht ist es diese unterschiedliche Hemmschwelle, die dafür Sorge trägt, dass zumeist recht gut gemachte Sachen ans Licht kommen. Jüngste Beispiele sind da für mich Lisa Bella Donna und Hélène Vogelsinger, die mit unterschiedlichen Vorgehensweisen nach meinem Eindruck gute Musik produzieren. Man merkt, dass sie den Umgang mit ihrem Equipment gelernt haben und dass genügend Kenntnisse über Musik und Klangereignisse vorhanden sind, um für meinen Geschmack gute Produktionen zu erzeugen. Meine Aussage mag jetzt ein wenig polarisieren, aber das ist meine Vermutung als ein Teil aller Gründe, warum sich weniger Frauen öffentlich in diesem Genre tummeln.

  5. Profilbild
    astral_body  

    Also ich beachte nur das geschaffene Werk (z.B. den Track, das Kunstwerk, die Performance oder ein Produkt). Wer das Werk geschaffen hat, ist für meine Bewertung nicht relevant.

    In meinem persönlichen Umfeld spielt das Können eine Rolle und nicht das Geschlecht.

    Meine Frau ist eine fähige Dipl.-Ing. Architektin und wir haben zwei Töchter.
    Ich selber bin Informatiker. Ich mag keinen Fußball.
    Und ich mag Kindererziehung lieber als Arbeiten (ich war bei jeder Tochter mind. 1 Jahr in Elternzeit und habe Windeln gewechselt). Und ich liebe Technik.

    Die Ironie ist: ich bringe meinen Töchter gerne Technik näher, weil ich das selber gerne mag. Aber Technik begeistert sie nicht. Aber sobald die ein kleines Tier sehen oder ein Baby, dann sind meine Töchter begeistert.

    Worauf will ich hinaus?
    Selbst meine Töchter interessieren sich nur bedingt für Technik, obwohl ich das gerne hätte
    Die finden Pferde und Prinzessinen toll, obwohl ich Pferde so langweilig finde wie Fußball.

    Damit man Bock hat auf elektronische Musik, muss man Bock an der Technik haben.

    Und das ist der Hauptgrund: viele Mädchen machen einfach lieber was anderes. Z.B. im Reitstall meiner Frau liegt der Frauenanteil fast bei 100%

    Und abseits von techniklastiger Musik sind Frauen durchaus erfolgreich.
    z.B. Billie Eilish hören meine Töchter und ich gerne gemeinsam ;-)

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 1

      Hi Astral Boy,

      dass sich deine Töchter für diese Dinge interresieren ist nicht weiter verwunderlich. Kinder lernen und orientrieren sich an ihrem Umfeld. Sie wollen so sein, wie sie ihre Umwelt wahrnehmen. Mädchen spielen mit Puppen, dann machen sie es auch, weil sie sich als Mädchen erleben. Das ist ihr derzeitige Umwelt. Ich wollte in meiner Kind nur die Kleider tragen , die meie n Freunde trugen und habe mich mit Händen und Füßen gegen die Versuche meiner Eltern gewehrt, meine Gadarobe intressanter zu gestalten. Indvidulaität und Selbstbestimmung setzt viel später ein und geschlechtliche Rollen müssen dann auch nicht unbedingt hinterfragt werden. Intressanterweise empfinden die sich meisten Frauen trotz ungleicher Behandlung von Mann und Frau nicht unglücklich. Das denke ich mir nicht aus, sondern wurde untersucht. Die Frage ist, was deine Töchter für Erfahrungen in ihrer späteren Entwicklung machen. Ich wünsche deinen Töchtern, dass sie keine geschlechtliche Ungleichbehandung erleben müssen und ganz entspannt ihre Ziele verfolgen können und erfolgreich werden.

      • Profilbild
        astral_body  

        Vielleicht habe ich auch Glück mit meinem Umfeld.

        Aber die Frauen in meinem beruflichen und privaten Umfeld machen ziemlich genau das, was sie wollen.
        Die haben dann meist einen (akademischen) Job und Kinder. Und wenn die wollen Reiten die noch. Meine Cousine hat im Ernst ihre eigene Ranch in Montana und keinen Mann. Die hat ihr Ding einfach durchgezogen.

        Und meine Töchter haben schon im Kindergartenalter kleidungstechnisch gemacht, was sie wollten. Und meine Frau und mich haben nur bedingt Einfluss darauf.

        Die werden schon ihren Weg gehen. Die haben schon Mittel und Wege, die Männer in ihrem Umfeld zu beeinflussen. Ab 16 lassen die jeden Mann Männchen machen :-)

    • Profilbild
      CKMUC  

      Meine Tochter (9) singt und tanzt gerne und würde, wenn ich sie ließe, von morgens bis abends The Voice Kids schauen.
      Am liebsten wollte sie elektrische Gitarre lernen (die hängt bei mir an der Wand, staubt aber leider ein), aber ich habe sie zu Klavier überredet, auch weil hier um die Ecke ein Gymnasium mit musikalischen Zweig ist, da geht sie dann ab September hin.
      Bisher läuft es sehr gut, sie hat auch eine Super-Lehrerin.
      Was sie dann später draus macht ist ihre Sache. Wenn es nach mir ginge Jazz und Funk (bei Mozart werd‘ krank). Aber von mir aus auch elektronische Musik.

      Will sagen, elektronische Musik oder nicht, das wäre mir erst einmal egal, hauptsache Musik (und nach Möglichkeit ein Instrument beherrschen).

  6. Profilbild
    Holden  AHU

    Es gibt tolle weibliche Künstler aber warum jagen alle Mädchen nur den Boys hinterher. Ein Dilemma. Jetzt zog kürzlich auch Billie Eilish blank, obwohl sie nie auf ihren Körper reduziert werden wollte. Das obwohl Yoko Ono für ihren John Imagine schrieb? Wer sieht da einen Zusammenhang? Ich finde es gut Künstler vorzustellen aber bitte ohne Geschlechterdiskussion. Meine Mutti war jedenfalls kein Mann. Papa konnte nicht mal kochen und Waschen. Vielleicht liegt darin die Antwort auf alle nicht gestellten Fragen. Die jungen Frauen kommen auf jeden Fall mächtig nach vorne. Beherrschen Ableton zu 1000%, singen, spielen ein echtes Instrument und sind sexy. Und werden trotzdem nicht ernst genommen…..

    • Profilbild
      Henrik Fisch  AHU

      > Ich finde es gut Künstler vorzustellen aber bitte ohne Geschlechterdiskussion.

      Genau so sehe ich das auch. Volle Zustimmung.

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      Florian Anwander  RED

      Die ersten siebeneinhalb Zeile sind wirklich unterschreibenswert und dann BANG…

      >…spielen ein echtes Instrument und sind sexy

      …wieder in die Falle getappt. Was haben die letzten drei Worte überhaupt hier zu suchen? Würde das Irgendeiner von Euch über irgendeinen(!) von Euch sagen? Whoohoo, „Costello ist sexy und spielt sogar ein echtes Instrument“? (Der Kollege jetzt nur als Beispiel).

      Es ist überhaupt nicht problematisch zu sagen: ich finde die und die oder den und den sexy. Klar tun wir wohl alle. Aber was hat die sexuelle Ausstrahlung mit einer Aussage über handwerkliches oder künstlerisches Können zu tun? Finde ich Ella Fitzgeralds Gesang schlechter, weil sie (in meinen Augen) nicht so toll aussieht?

      • Profilbild
        Holden  AHU

        „BANG…“ Ich dachte meinen Kommentar eher dahingehend, daß du als Frau eigentlich machen/können kannst was du willst und trotzdem nicht weiterkommst. Am Ende ist Sexyness ein Teil der Selbstinszenierung. Und ja, Costello ist extrem sexy! ;) Übrigens, das hier ist ein Thema über das ich bevorzugt unter vier Augen rede, weil in so einem Forum wie hier, mir persönlich alles zu sehr auf die Goldwaage gelegt wird. Genderneutralität ist für mich Utopie. Respekt, Anerkennung, Fähigkeit und Reife sind für mich wichtiger. Der Weltfrieden wird auch nicht mit einer Grammatikreform erreicht werden können.

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    Filterpad  AHU

    Jetzt bin ich aber von den Amazona-Autoren und vor allem von Peter entäuscht, dass hier nicht mal der feminine Nachwuchs erwähnt wird. Auch noch aus der Amazona Hauptstadt schlechthin: UMME BLOCK ;) Zwei junge Münchner Newcomer-innen, die sich ausschließlich der Synthesizer-Musik gewidmet haben. Kenne ich nicht persönlich, aber im BR3 (Sendung Startrampe) kam mal ein Beitrag. Abgesehen davon ein schöner, zeitgemäßer Artikel.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 1

      Hi Filterpad,

      es gibt unglaubliche viele Frauen, die elektroische Musik machen. Ich habe es nicht als meine Aufgabe gesehen, diese Frauen aufzuzählen, sondern die Gründe aufzuzeigen, warum diese Frauen so selten in unserem Bewusstsein präsent sind. Wer in der Szene aktiv ist, wird hoffentlich viele Frauen kennen und diese bennennen können. Die Frage ist eher, warum man wenig bis gar nicht von den Frauen hört. Gründe, warum über Frauen weniger berichtet wird, habe ich im Text aufgezeigt.

      • Profilbild
        Henrik Fisch  AHU

        > Ich habe es nicht als meine Aufgabe gesehen, diese Frauen aufzuzählen […]

        Erst einmal voraus geschickt: Ich finde den Artikel gut. Und auch den zugrunde liegenden Antrieb, auf Frauen in der Musik genau so zu achten wie auf die Männer, entscheidend in der Geschlechterdiskussion (ich privat persönlich subjektiv bin der Meinung, dass der Unterschied zwischen Frauen und Männern erschreckend geringer ist, als es sonst gerne dargestellt wird).

        Ich bin aber auch der Meinung, dass dieses Thema durchaus bereits im Bewusstsein der Menschen vorhanden ist. Vermutlich – auch hier nur mein subjektiver Eindruck – auch noch deutlich intensiver bei Künstlern, als im Rest der Bevölkerung.

        Deswegen sähe ich es sogar eher gerne – wieder: ich, privat, persönlich, subjektiv – wenn bei Amazona.de nicht nur das Thema allgemein behandelt wird, sondern sogar ganz praktisch, indem Künstlerinnen (und ich gendere hier ganz bewust nicht) vorgestellt werden. Würde mich interessieren.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 121

      @Filterpad:
      „Kenne ich nicht persönlich, aber im BR3 (Sendung Startrampe) kam mal ein Beitrag“
      Den habe ich dann wohl verpasst, wo ich doch Tag und Nacht B1,2,3 und 5 höre ;).
      Aber mal ganz im ernst: Wenn Du schon so enttäuscht bist von uns – und vor allem von mir, wie du schreibst, warum schickst du stattdessen nicht einen Tipp an die Redaktion. Wir freuen uns immer über Vorschläge fü Artikel und Interviews, aber tatsächlich haben wir alle auch noch ein Leben neben AMAZONA.de und kennen auch nicht alle Newcomer der Szene. Das anzunehmen, bezeichne ich als weltfremd.

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    Henrik Fisch  AHU

    > Reden Männer tatsächlich lieber über Synthesizer, Fußball, Sportwagen und Bier? […]

    Ich will nur mal meine (durchaus unmaßgebliche) Meinung mit diesem Zitat in die Runde werfen. Und ich schicke mal voraus, dass ich mich durchaus als Prototypen eines stinknormalen (im Sinne, wie sich die meisten wohl auch selbst sehen) heterosexuellen Mannes sehe.

    Ich mag Fußball nicht, selber spielen ist OK, aber zuschauen oder gar in einer grölenden Masse von schwitzenden besoffenen Fanatikern zu sitzen, jagt mir Angst ein. Sportwagen finde ich auch eher doof, wobei ich selber durchaus gerne einen »Aston Martin« besäße. Aber mit Ferrari, Lamborghini, Porsche oder gar Audi R8 kann mich mich jagen. Und Bier mag ich bis auf wenige Ausnahmen – und die dann auch nur selten – ebenfalls nicht (lieber einen guten Whisky oder einen Rot/Weißwein).

    Und Synthesizer? Da bin ich auch eher an außergewöhnlicher Technik denn an geschichtsträchtigen Namen interessiert. »Moog One« gegen »Waldorf Quantum«? Natürlich »Quantum«. »Sequential Prophet 5 (2021)« gegen (OK, zugegeben, Vergleich hinkt) »Novation Peak«? »Peak« natürlich. »Moog Subsequent 37« gegen »Sequential Pro3«? Sofort her mit dem »Pro3«, lieber noch dem »Pro2«.

    Ich bin also wohl nicht »der« Normalo-Mann und kann deswegen sowieso nicht mitreden.

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      Sven Rosswog  RED 1

      Aber Henrik,

      du kennst dich so gut aus und kannst doch die Unterschiede der genannten Synthesizer im Schlaf runterbeten. Du bist ein echter Geek, wenn dich sogar Moog langweilt und kannst mir sicher eine Millarden Gründe aufzählen, warum der Pro3 besser ist als Subsequent37. Was mich intressieren würde, mit wieviel Frauen hast du elektronsiche Musik gemacht oder produziert oder dich mit Ihnen über dieses Thema ausgetauscht?

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        Henrik Fisch  AHU

        Da ich in meinem Freundeskreis mehr Frauen als Männer habe, Verhältnis Frauen zu Männer vier zu eins – und ich spreche von »echten« Freunden, das sind für mich Menschen, denen ich ohne Bedenken mein Leben anvertrauen würde – und die sich alle für meine Musik interessieren und kein Blatt vor den Mund nehmen – deswegen sind es echte Freunde – würde ich sagen, dass ich zwar mit keiner Frau Musik produziert, mich aber mit sehr vielen darüber ausgetauscht habe. Darunter ist mindestens eine, die selber Musik macht; Taiko-Trommeln, Fingertrommeln. Ja doch, ich kann mit denen gut über elektronische Musik reden, und darüber, was mich dabei begeistert … vor allem abseits von der schnöden Technik.

        Ich muss noch hinzu fügen, dass ich – untypisch für einen Musiker (hust, ok, letzteres Attribut muss sich erst noch beweisen) – seit 13 Jahren »Tänzer« bin, und zwar Paartanz und nicht im Club rumhüpfen (was auch Spaß macht).

        Oder anders herum: Auch als Freak/Nerd/Geek kann man mit dem anderen Geschlecht umgehen. Nämlich genau dann, wenn man die Unterschiede nicht thematisiert. 😀

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    bluebell  AHU

    Ein Mann schreibt, dass Frauen mehr oder weniger Opfer sind. Auch in der Musik. Denn selber schreiben sie es ja nicht :D

    Ich wüsste jetzt nicht, dass sie schlechter behandelt werden, wenn sie bei Thomann einen Synth bestellen. Ich wüsste auch nicht, dass eine musizierende Frau auf der Bühne aufgrund ihres Geschlechts Probleme hätte, das Publikum zu unterhalten. Ob Ronnie James Dio oder Floor Jansen, ob Peter Gabriel oder Kate Bush – wer kann und wer performt, findet die Anerkennung des Publikums

    Die Sache mit biestig dreinschauenden DJanes ist mir allerdings schon damals bei Marusha aufgefallen. Das könnte daran liegen, dass die Techno-Szene sich ganz bewusst durch eine „nicht-flirten“-Kultur von der Disco-„Fick auf der Autorückbank“-Szene absetzen wollte. Wenn man bedenkt, dass das natürliche Verhalten hormonmaximierter junger Leute flirten als essentiell miteinschließt, könnte die Techno-Szene eine inhärente Genervt- oder Erfolglosigkeit beim Flirten enthalten, was den verbissenen Gesichtsausdruck einiger DJanes erklärt. DJs hatten ihn vielleicht auch, aber ich bin ja ein Kerl und achte nicht auf DJs.

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      Henrik Fisch  AHU

      > Ob Ronnie James Dio oder Floor Jansen, ob Peter Gabriel oder Kate Bush – wer kann und wer performt, findet die Anerkennung des Publikums […]

      Ich glaube, ich weiß worauf Du hinaus willst. Aber speziell diese Aussage sehe ich so nicht. Die Major-Labels werden – meinen Gefühl nach – kaum eine Frauenband unter Vertrag nehmen, wenn diese nicht sexy daher kommt und auf der Bühne in HighHeels und Miniröcken (nur um mal irgend welche Klischees zu nennen) performt.

      Ich glaube eher, vermutlich, mein eigenes Gefühl, dass es Künstlerinnen wie Kate Bush, Laurie Anderson und Annie Lennox es heute noch schwerer als damals hätten.

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          Henrik Fisch  AHU

          OK, gut, das ist jetzt aber auch … öhm … Hard-Rock? (Du siehst mich schmunzeln, weil ich von dem Genre echt keine Ahnung habe … 😉) Da sähe ich jetzt auch eher keine gestylten Mädels in Miniröcken und HighHeels. Weiterhin vermute ich, dass reine Frauen-Bands gerade im Hard-Rock auch eher die Ausnahme sind (aber da kannst Du mich gerne eines bessere belehren; ich weiß es wirklich nicht). Und auch AFM Records, das Label von denen, würde ich jetzt auch nicht zu einem Major Label zählen, sondern ist wohl eher ein Indy-Label.

          Ich hatte eher so Girl-Bands US-Amerikanischer Ausprägung im Kopf, als ich die oberen Zeilen schrieb. Sprich: Da finanzierende Label trimmt dann von A bis Z alles auf Plastik-Fassade. Mit realen Beispielen tue ich mich aber auch hier schwer, weil ich um so etwas einen noch viel größeren Bogen als um Hard-Rock mache.

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      Sven Rosswog  RED 1

      Hallo Bluebell,

      ob jemand zum Opfer macht oder nicht, bestimmt jeder selbst. Offensichtlich fällt es sir schwer zu sehen, wie Frauen unter unseren Augen sexualisiert werden und dieses bild als normal angenommen wird. Die von dir genannten Künstler und Künstlerinnen mussten sich auf Grund ihrer persönlichen Ausdruckskraft verteidigen. Welcher Mann muss sich aber noch zusätzlich dafür verteidigen, dass er ein Mann ist. Hildegard Kneff wurde gefragt wie es denn sein kann, dass sie als Frau eine erfolgreiche Sängerin, Schauspielerin, Schrifstellerin sei. Das kann doch als Frau nicht sein. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Wenn ich das Frauenbild der Castingshows, Bachelorshwos und GNTM betrachte kannst davon ausgehen, dass nichts anders als sexualisierte Frauen gezeigt werden. Das dass in der Unterhaltungsbranche Gang und Gebe ist, sollte spätestens seit Harvey Weinstein bekannt sein. Selbst Harld Schmidt gibt zu, dass junge Mädels die als Interview Partnerinnen in seine Show kamen und nicht einem gewissen Frauenbild entsprachen erst mal in die Gadarbobe und Maske geschickt wurden, um geschminkt und im Mimi auf die Bühne zu kommen. Jeans und T-shirt, wollten die nicht. Derzeit wird auch viel über Brittney Spears und ihr Recht auf Selbstbestimmung geeredet. Die grüne Kanzlerinkandidatin, musste sich mal wieder Fragen gefallen lassen, die echt….

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        TrainGuy

        Welche Fragen sind es denn, die sie sich hat gefallen lassen müssen? Ich verfolge grüne Kanzleramtskandidatinnen nämlich nicht allzu tight, aber das würde mich interessieren.

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    LutzBB

    Danke für diesen Artikel! Mit unserem Verein versuchen wir Frauen* und Menschen aus der LGBTIQ* Community durch kostenlose Workshops an die Materie ranzuführen. Damit sind wir einigermaßen erfolgreich, ettliche sind am Ball geblieben und spielen wahnsinnig fetten Sound. Und das Feedback der Teilnehmer:innen spiegelt exakt das wieder. Das Gesellschaftliche Bild, das Technik was für Männer sei und der ganze, patriarchalische Scheiß. Aktuell wird die Szene auf künstlerischer Seite wesentlich diverser, aber da ist noch ganz viel Luft nach oben. Ich würde mich schon als heterosexuellen cis Mann bezeichnen, finde Männer aber so scheiße und anstrengend. Bitte viel mehr Diversität für eine schönere Gesellschaft, schleichts euch ihr sexistischen, heteronormativen, intoleranten Männer.

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      bluebell  AHU

      Kaki King ist lesbisch und macht daraus kein Geheimnis. Sie hat Anfang der 2000er Karriere gemacht. Dass sie lesbisch ist, hatte offenbar keinerlei Bedeutung für ihre Karriere.

      Freddy Mercury war schwul und hat kein Geheimnis draus gemacht. Auch ihm hat es offensichtlich nicht bei seiner Karriere geschadet, weil er gut in seinem Job war: ein begnadeter Komponist, Musiker und Performer.

      Das war in den 70ern und 80ern. Da war die Gesellschaft noch viel spießiger, teils offen schwulenfeindlich.

      Hätte er noch mehr Erfolg gehabt, wenn er nicht schwul gewesen wäre? Oder ist es vielmehr so, dass die Leute, die ihn wegen seines Schwulseins ablehnten, eh lieber Marschmusik gehört haben?

      Ich tue mich sehr, sehr schwer damit, einen Grund zu finden, warum ausgerechnet LGBTIQ besondere Hemmungen haben sollten, sich musikalisch zu betätigen. Gerade das Showbusiness legt traditionell wenig Wert auf Durchschnittsgestalten, sondern sucht Charaktertypen – egal welchen Geschlechts oder sexueller Orientierung.

      Selbst traditionelle alte weiße Männer im Showbusiness/Management haben das beherzigt.

      Da ich aber keine Einblicke in Deine Arbeit habe, ist mir vielleicht was entgangen. Was waren/sind denn die Schwierigkeiten, die die von Dir betreuten Leute haben, die ein Hetero-Mann oder eine Hetero-Frau nicht haben?

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        LutzBB

        Das sind leider Ausnahmen, es gibt gute Gründe warum viele ihre sexuelle Orientierung verbergen bzw sie verborgen haben. Ganz ehrlich, wieso handeln die allermeisten Texte von heterosexuellen Liebesbeziehungen? Selbst in der ach so toleranten und offenen Technoszene ist Homophobie Alltag. Ja es gibt da auch sehr tolerante Communities die Safespaces bieten. Aber geh mal auf ein größeres Festival, wie oft hört man da ’schwul‘ als Adjektiv? Frauen als Gogos? Ein guter Freund von mir ist schwul, legt seit vielen Jahren auf und bekommt immer wieder überraschte Blicke dafür. Und zwar in klarer Kausalität zwischen schwul sein und hö der macht Mukke? Dann so das übliche Frauen und Technik Gelaber. Stell dir eine*n DJ vor. Ich wette du denkst an einen Mann.
        Rede(t) mit betroffenen! Man kann sich als „unsereins“ viele Gedanken machen weshalb was sein könnte und ob man nicht doch so tolerant ist als Gesellschaft. Die diskriminierende Realität erfahren wir aber schlichtweg nicht an uns selbst, wir sind Blind. Dennoch bekommen sie die Menschen fast tagtäglich zu spüren. Das selbe gilt für die Lebensrealitäten von Frauen. Vielen ist aufgrund ihrer Sozialisation nicht mal bewusst, dass sexuelle Gewalt auf sie ausgeübt wird. Es wird ihnen vermittelt, das man als Frau sowas nunmal erlebt, das sei ganz normal, und bitte nur nicht das Maul auf machen, das ist ja so unsexy

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          bluebell  AHU

          Die meisten Texte handeln vermutlich deshalb von heterosexuellen Beziehungen, weil die meisten Menschen heterosexuell sind. Das führt dann dazu, dass auch die meisten Texter heterosexuell sind.

          Ich sehe mit Sorgen eine Entwicklung, die über das gute und richtige Ziel „keine Diskriminierung von Minderheiten“ hinausschießt und für Minderheiten besondere Privilegien fordert. Meine Wahrnehmung ist, dass diese Forderungen gar nicht von den Minderheiten kommen, sondern von selbsternannten Fürsprechern, die kein Teil dieser Minderheiten sind. Ein Bärendienst.

          Bei „DJ“ denke ich persönlich zuerst an Marusha. Die hat immer so böse gekuckt.
          Und dann an Eric Prydz, der zwei Takte aus Stevie Winwoods „Valerie“ in Endlosschleife gedudelt und den Kids als neuen Song verkauft hat. Marusha kommt bei mir besser weg, aber nicht wegen ihres Geschlechts.

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        Sven Rosswog  RED 1

        Hallo nocchmal BlueBell,

        das Thema sexuelle Orientierung ist noch lange nicht ausdiskutiert. Wenn es das für dich ist, dann gut. Fast alle LGBTIQ Menschen aus meinem Umfeld machen bis heute diskriminierende Erfahrungen, bzw. scheuen sich trotz allen Erleichterungen offen zu ihrer Sexualität zu stehen, weil sie Angst vor Represalien haben.
        Ich wurde in den 80ern und 90ern groß und war der größte Queen Fan überhaupt. Frag mich irgendwas, ich weiss alles. Und wie oft musste ich mir anhören, warum ich diese schwule Scheiße höre, möchte ich gar nicht widerholen. Was glaubst du warum er seine AIDS Erkrankung geheimgehalten hat? Vieleicht deswegen, weil ein Strauß Lager für AIDS Kranke einführen wollte? Weil AIDS als eine Krankheit wargenommen wurde, die nur schwule betrifft. Freddie Mercury hat nicht einmal in seinem Leben öffentlich zugegegebn, dass er Bi-Sexuell ist. Da war er übrigens nicht der einzige. Bis zu seinem Tot wurde die Musik von Queen nicht so richtig ernst genommen. Mich hat es angwidert, wie er zur Ikone gemacht wurde, von denen, die ihn vorher als Tunte und Schwuchtel bezeichnet haben. Die gesetzlichen Grundlagen verbessern sich in der EU, aber schau mal was in Polen Ungarn derzeit los ist, wenige KM von Berlin entfernt.

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          bluebell  AHU

          Das erinnert mich an ein Gespräch mit einem Freund über die Problematik der nicht-binären Leute. Das fängt schon damit an, dass Eltern bei der Anmeldung ihres Kindes beim Standesamt ein Geschlecht angeben müssen, und das wiederum kann zu irreversiblen EIngriffen beim Kind führen.

          Am Ende kamen wir auf die Idee, dass nicht ein drittes gesetzliches Geschlecht „divers“ die Lösung wäre, sondern ein kompletter Verzicht der Geschlechtseigenschaft in allen amtlichen Dokumenten. Da aus Sicht des Staats und des Grundgesetzes niemand wegen seines Geschlechts diskriminiert werden darf, wäre der Verzicht auf die Erhebung dieser Eigenschaft doch logisch und zielführend.

          Damit würde man auch Einsprüche von Standesämtern bei der Namenswahl verhindern, die wollen, dass einer der Vornamen eindeutig geschlechtsspezifisch sein muss.

          Da es kein offizielles Geschlecht mehr gibt, gibt es auch keine gleichgeschlechtliche oder verschiedengeschlechtliche sexuelle Orientierung mehr, und so wäre der Stigmatisierung bestimmter sexueller Orientierungen die Grundlage entzogen.

          In medizinischen Akten würden wohl Prostata oder Gebärmutter erwähnt werden, aber das Vorhandensein bestimmter Organe wäre dann eine Eigenschaft des Körpers – wie die Körpergröße – und nicht der persönlichen Identität.

          Bis zu Ende haben wir das natürlich nicht durchdenken können, aber ein interessantes Gedankenexperiment ist es in jedem Fall.

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        fanatic  

        Ich stimme dir da völlig zu.
        Von Motown bis Glam Rock über Disco Ära bis hin zu Sommerville/Almond/A.Bell/Divine/Boy George/Wham…… usw. (Liste kann ich bei Interesse ewig weiterführen)
        Ich habe ein Schwulsein nie als nachteilig angesehen im Popzirkus.
        Im Gegenteil.
        Mag sein das ein schwuler Countrysänger in den Südstaaten der Usa Probleme hätte. Das weiss ich nicht.
        Aber das Pferd zäum ich mal anders auf;
        wie steht denn die wahnsinnig tolerante schwule Community zum Umgang mit hetero-house-Dj‘s? Da könnt ich Sachen erzählen….
        Ich mache mal schnell ein Döschen Jack Daniels Ginger auf und decke schnell den Mantel des Schweigens über das Thema…….
        Psssssssst

        Nie hatte ich ein Problem mit der Sexualität anderer. War mir sowas von egal.
        Was mich immer mehr stört ist die Agressivität mit der der Heterosexuelle heute genötigt wird einen Hofknicks zu machen vor dem Schwulsein.
        Kein Verneigen. Vor niemandem
        Da bleib ich Punk

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      Sven Rosswog  RED 1

      Hallo LutzBB,

      ich danke für deinen Kommentar. Vieleicht hilft es den ein oder andern Leser und Leserin, wenn du noch den Namen deines Verein nennen könntest.

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        LutzBB

        Schick mir gerne erstmal ne PN, habe zu wenige dir zu schreiben. Ich Mag irgendwie ungern so passiv hier Werbung machen. Aber die Stadt solltest du sehr gut kennen ;)

  11. Profilbild
    MVRX

    Vielen Dank für diesen Artikel!
    Es ist sooo wichtig, dass die Ungleichbehandlung von Frauen* immer wieder sichtbar gemacht wird und (wir) Männer* immer wieder unsere Privilegien vorgehalten bekommen; nur so können wir vielleicht irgendwann so dämliche Definitionszuschreibungen wie „Geschlecht“ überwinden…
    Im Surfen ist Ähnliches zu Beobachten: männliche Surfer* müssen lediglich mit ihrem surferischem Talent überzeugen, um international anerkannt und von den großen Firmen gesponsert zu werden; weibliche Surfer*innen müssen dagegen zusätzlich noch einen Modelkörper haben und auch sonst dem westlichen Schönheitsideal entsprechen, um überhaupt bemerkt zu werden. Und um das ganze noch komplett zu machen, werden Surfer*innen in Werbevideos meist nur beim Rauspaddeln in den Sonnenuntergang mit Fokus auf dem Hintern gezeigt, während die männlichen Kollegen* beim Surfen krasser Wellen gezeigt werden. Das zu sehen macht einfach nur wütend, weil es doch ums surfen gehen soll und nicht darum, wie sexy die Girls vom Roxy-Team sind, besonders weil diese doch auch die meisten Durchschnittssurfer in Grund und Boden surfen! In Nazareth hat vor zwei Jahren eine Frau* die größte Welle der Saison gesurft und trotzdem zeigten die meisten Artikel sie am Strand im Bikini… Wie gesagt, das macht wütend!
    Lass uns doch endlich die schönen Dinge der Welt (Musik, Surfen, usw) so gestalten, dass Geschlecht oder auch Nationalität, Rasse, usw dafür keine Rolle mehr spielen, wir diese gleichermaßen auf Augenhöhe genießen können und nur das Talent für einen Wettstreit zählen sollte: Mensch ist Mensch, das ist alles, was zählt!

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      Sven Rosswog  RED 1

      Hi MVRX,

      ich schaue mir gern Rodeln an und hab neulich eine Kunst Radlerin gesehen, die Dinge auf dem Zweirad gemacht hat, die der Erdanziehung und Gesetzen der Physik getrotzt haben. Auf Grund des Sports müssen enge Anzüge getragen werden: Kommentare: ….boa, was hat die Holz vor der…….war noch am harmlosesten.

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        bluebell  AHU

        Noch nie Frauen gehört, wenn sie einen knackigen Arsch eines Kerls goutiert haben?

        Vielleicht schlittern wir unter dem Deckmantel der Anti-Diskriminierung in eine neue Prüderie hinein. Nicht nur in den USA ist es kein Problem, wenn Kinder in den Medien sehen, wie ein Mensch getötet wird, aber ein Skandal, wenn sie sehen, wie ein Mensch gezeugt wird.

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          Sven Rosswog  RED 1

          Was du gerade betreibst ist pures whataboutism….Ich rede über Männer die in aller Öffentlichkeit Frauen auf Grund ihrer geschlechtlichen Merkmale auf oder abwerten. Nicht geheim, hinter dem Rücken der Frau. Es werden die Frauen vorgeführt, öffentlich und zwar auf Grund ihrer sekundären und primären Geschlechtemerkmale und das nicht mal zufällig, wie es MVRX an Surferinnen treffender gar nicht darstellen konnte. Die Darstellung von Männern und FRauen ist nicht zufällig und dementsrechend sind die Kommentare unter diesen Videos nicht zufällig. Es geht nicht mehr um das surfen, es geht um das Geschlecht. Das ist schnon schlimm genug, aber es geht gleichzeitig noch um das Geschlecht, dass nach allen Reglen der Kunst so vorgeführt wird, dass es für Männchen sexuell atraktiv ist. Was hat das mit surfen zun tun? Das hat auch absoltut nichts mit sexualmoral vs. Gewaltdarstellungen zu tun. In diesen Genre kann man sich auch fragen, wie Frauen dargestellt werden. In der Hinsicht geben sich Sexfilme und Filme mit Gewaltdarstellung auch nichts. Es gibt vieleicht 3 bis 4 Action Heldinnen die hunderten Arnolds und Rambos gegnüberstehen. Rolle von Frauen in Pornos und Erotikstreifen: In 90% aller Fälle unterwürfig und gefügig.

  12. Profilbild
    Jörg Bockel

    Hey Hey. Sven, Dank Dir. Sehr.
    Man kann gar nicht genug über das längst überfällige Patriarchat reden.
    Ich habe über zwanzig Jahre in der Feier Szene mein Geld verdient und die männliche Dominanz immer als zutiefst deprimierend empfunden. Zu behaupten, daß weibliche Künstler die gleichen Bedingungen hätten, ist einfach Unsinn. Einige Kommentare hier sind ebenfalls deprimierend.
    Aber das sind diese Männer Gespräche ja immer.
    Grrrrl Power!

  13. Profilbild
    Sven Blau  

    Danke für den Artikel! Das hier so eifrig diskutiert und kommentiert wird zeigt doch, wie wichtig und aktuell das Thema ist.

    Mein Senf: eine richtige Gleichberechtigung gibt es aktuell noch nicht. Ich rede da noch nicht einmal nur von Frau/Mann.

    Wer etwas anderes behauptet, ist meiner Meinung nach schlicht kein Betroffener.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 1

      Hallo Sven Blau,

      man könnte sogar sagen, das solche Personen nicht nur betroffen sind, sondern auch priviligiert sind.

  14. Profilbild
    Codeman1965  

    Hallo Sven,

    das ist ein guter und ausführlicher Artikel von Dir (auch wenn ich nicht alle Einlassungen im Detail nachvollziehen kann)…!

    Was mich bei diesem Thema immer umtreibt:
    Ich bin Jahrgang 65. Meine Mutter hat mich, meine Schwester und meine Cousine allein durchgebracht. Sie hat in ihren 83 Jahren bei ALLEM, was sie gemacht hat, immer überlegt, ob es zum Nachteil eines Anderen sein könnte!

    Ich kenne in meinem (Alters-)Umfeld nur Wenige, die Frauen/Schwulen/Anders-seienden/Anders-denkenden gegenüber intolerant sind. Und ich bewege mich nicht in elitären oder privilegierten Kreisen.
    Aber ich kenne richtig viele Leute der „Next Generations“, die dermaßen engstirnig sind, daß sie mit beiden Augen gleichzeitig durch ein Nadelör schauen können…
    Die 68er sind Geschichte. Die „Generation Smartphone“ wurde geschaffen von Menschen, die oberflächlich, ignorant und (was allgemeines Wissen und soziales Verhalten angeht) großenteils strunzblöde ist.
    Das kann Niemand mehr rückgängig machen. In der Schule ist es wichtiger denn je, die richtigen Leute shyce zu finden und die richtigen Sneakers zu tragen. Im Berufsleben geht es darum, das richtige Auto zu fahren und Qinoa für das Maß aller Dinge zu halten.
    Was Toleranz, Tiefgang, Wertevermittlung und Respekt angeht, waren wir zwischendurch schon mal ’ne ganze Ecke weiter…

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      Henrik Fisch  AHU

      Hier auch Jahrgang 65. Und Deine Erziehungserfahrungen decken sich mit dem, was ich erlebt habe. Kann ich nur unterstreichen, was Du da schilderst.

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      KallePeng  

      Hallo Sven,
      Zitat:“Was Toleranz, Tiefgang, Wertevermittlung und Respekt angeht, waren wir zwischendurch schon mal ’ne ganze Ecke weiter…“
      Das ist häufig auch mein subjektives Gefühl.
      Allerdings bin ich z.Zt. arbeitsloser Spätzünder –> Arbeitslos Corona bedingt, Spätzünder –> erst mit 47 Papa einer Tochter geworden (Jahrgang 65 ;-)
      Bereits in den 90ern habe ich langsam zu den ältesten in den Clubs gehörend viele hier im Forum angeführte Überlegungen für mich getätigt und vor allem in der Praxis überprüft.
      Ich kann diesen verallgemeinerten Pessimismus, was die jungen Menschen angeht nicht so pauschal mittragen.
      Meine Tochter hatte im KiGa ein Idol, das war Ihr Erzieher, ein toller, Berufsanfänger, einziger Mann im Kiga, der täglich mit den Kindern Gitarre gespielt und gesungen hat .
      Darauf jin wollte sie unbedingt selber Gitarre lernen und dem Erzieher zeigen, wie toll Sie Gitarre spielt.
      Jetzt in der 2. Klasse haben wir erneut einen Mathe Lehrer, Berufsanfänger, einziger Mann in der gesamten Grundschule. meine Tochter bringt sehr gute Leistungen in Mathe.
      Das zeigt mir zweierlei, aus meiner Sicht: (Oh wei, ich höhre schon die Kommentare…) Mädchen orientieren sich an Männerfiguren und wollen diesen gefallen. Und Junge Menschen vermitteln durchaus Werte und haben diese auch.
      Jetzt in der Schule sind wir alle

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        Codeman1965  

        Hallo Kalle,

        ich hab‘ ja auch nur beschrieben, was ich subjektiv erlebe.
        Und Verallgemeinerung liegt mir fern, auch ich kenne eine Menge positive Beispiele.

        Aber es macht sich seit Jahren eine Oberflächlichkeit breit, die mich nur noch den Kopf schütteln lässt. Und das nicht nur in der Musik-/Unterhaltungsbranche.
        Und eben weil es vielerorts, nicht nur im Berufsleben, immer mehr auf Aussen- oder Selbstdarstellung ankommt, fördert eben genau das die alten Ressentiments…

        Es ist sicher leicht, zu sagen, Jeder hat die Wahl, ob er sich zum Opfer machen lässt.
        Das sehe ich allerdings differenzierter.
        Wenn eine Frau eine Belästigung wegstecken muss, um einen Job zu bekommen (oder schlimmer noch zu behalten), dann ist das eine absolut dreckige Situation.
        Wenn ein Schwuler sich in Deutschland 2021 nicht outen kann, weil er sonst negative Konsequenzen in seinem Umfeld befürchten muss, dann läuft hier grundsätzlich etwas gehörig schief…!

        Und nein, es sind nicht nur alte, weisse Männer, die diese alten Denkweisen wieder hochleben lassen. Seit mindestens 2 Generationen muss man sich fragen, was ein wachsender Teil des Nachwuchses überhaupt noch vermittelt bekommt…

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          Everpure  AHU

          Ich glaube der Punkt ist, dass es einen Unterschied macht ob man schreibt „Aber es macht sich seit Jahren eine Oberflächlichkeit breit“ oder „ich erlebe seit Jahren mehr und mehr Oberflächlichkeit“. Das eine ist eine implizite Verallgemeinerung, das andere ein persönlicher Eindruck.

  15. Profilbild
    Fredi  

    Geschlecht als soziales Konstrukt: soso, da weiß ich dann schon Bescheid.
    Es hat nur leider mit den Stand der Naturwissenschaft absolut nichts zu tun. Es gibt diverse wissenschaftliche Studien (z.B. eine Metastudie von Su, Rounds und Armstrong von 2009), die belegen, dass Frauen sich statistisch signifikant mehr für Personen, Männer mehr für Dinge interessieren. Das Nerdtum wäre also nach diesen diversen Ergebnissen evolutionsbiologisch untermauert, das hat also überhaupt nichts mit einer sozialen Konstruktion zu tun.
    Es stellt sich auch heraus und ist durch Studien belegt, dass in besonders liberalen Gesellschaften (z.B. in Skandinavien) die Geschlechterdifferenzierung zwischen Männern und Frauen relativ zu repressiven Gesellschaften (also z.B. Saudi-Arabien) sogar zunimmt: Frauen gehen mehr in soziale Berufe, Männer mehr in die technischen Themen, wenn sie frei wählen können. Eigentlich müsste man bei einer – wokemäßig postulierten – Unterdrückung der inhärent völlig gleichen Neigungen annehmen, dass sich die Interessen angleichen: stattdessen ist das absolute Gegenteil der Fall.
    Hier werden also wissenschaftlich absolut unhaltbare Thesen rausgehauen, damit sich alle wahnsinnig progressiv vorkommen können.
    Schlimm.

    • Profilbild
      KallePeng  

      Populärwissenschaftlich habe ich Deine Aussagen auch schon öfter so vermittelt bekommen und mein Stimmungsbild deckt sich mit Deinen Aussagen, allerdings beschäftige ich mich nicht wirklich mit Soziologie.
      Praktische Beispiele von idealisierten Verhaltenstheorien, die ich aber im Laufe der Jahrzehnte bewußt wahr genommen habe, waren die Versuche, in WGs und Kommunen der 60er u. 70er, dass Jungs mit Puppen spielen sollten und Mädchen mit Autos. Ich meine, dass später diese Kinder als Erwachsene zu Ihren Erfahrungen und Meinungen interviewt wurden und sich herausstellte, das viele, nach der Abnabelung von Ihren Eltern zu den gesellschaftstypischen Rollen übergegangen sind.

      • Profilbild
        Fredi  

        Hallo KallePeng,
        danke für Deine Rückmeldung!
        Diese Geschlechterdifferenzierung ist halt nicht nur populärwissenschaftlich, sondern eben auch wissenschaftlich belegt. Ich bin jetzt kein Soziologe, aber (ehemaliger) Naturwissenschaftler; daher lege ich auf solche fundierte Untermauerung von Thesen schon Wert.
        Meine persönliche Erfahrung als Vater war ähnlich: natürlich wollte ich (auch aus meinem persönlichen Hintergrund heraus), dass meine beiden Töchter eher technische Dinge machen und habe sie schon mit fünf oder sechs mit Fischertechnik und Legoland indoktriniert. Dann wurden es später dann doch Barbiepferde und Reitstunden. Vermutlich habe ich alles falsch gemacht, aber sie sind damit glücklich geworden ;-)
        Gruß
        Fredi

  16. Profilbild
    THo65  

    Mal ganz abgesehen davon, dass ein Künstler ein Künstler ist, unabhängig vom Geschlecht, frage ich mich, wo sind denn hier in der ausgiebigen Diskussion die Kommentare der Frauen?

    • Profilbild
      Codeman1965  

      Wäre ’ne gute Sache.
      Das Problem ist aber, daß viele Ritter komisch reagieren, wenn die Prinzessin nicht gerettet werden möchte.

      Nachzulesen z.B. im „Gearslutz ändert seinen Namen“-Thread.
      Als dort eine weibliche Teilnehmerin wagte, die Diskussion als abstrus zu bezeichnen, wurde sie umgehend von ihren Rettern als „Quotenfrau“ gedissed.

      Vielleicht verliert man/frau da ja etwas die Motivation, hier mitzutheorisieren…

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        THo65  

        Jaja, der Jahrgang 65 ist schon was feines (ebenfalls)…

        Sehr treffender Kommentar, und ich stimme Dir zu, wir waren schon mal deutlich weiter.

        Wenn ich hier so die Diskussion verfolge und mir die Kommentatoren so anhöre, drängt sich mir der Verdacht auf, dieses Thema ist eher ein Männerthema…. Oder sollten Frauen hiermit einfach gelassener umgehen?

  17. Profilbild
    ISE500  AHU

    Guter Beitrag Sven, aber das führt doch wieder nur zu endlosen Kommentar-Orgien.
    Es ist ja kein exklusives Amazona-Problem und nicht mal ein Problem der Synthszene.
    Männer sind halt gerne in Technikforen unterwegs.

  18. Profilbild
    KallePeng  

    Mein Neffe hat vor 2 Jahren Abi gemacht und als 18 Jähriger von sich aus gesagt, dass ihn die Inklusion behindert und ausgebremst hätte.
    Meine Frau arbeitet bei den Liegenschaften einer Hochschule, dort wurden die Toilettenanlagen zu Genderklos umgebaut, der Prozess dauerte von der Idee bis zu Realisation gute 4 Jahre. Dann wechselte an einer Fakultät das Geschlecht, an Stelle eines Dekans, wurde es eine Frau. Diese wollte nicht auf eine Gendertoilette gehen und so wurden die Toiletten wieder zurück gebaut ;-)
    Was mich in der heutigen Zeit in dieser Gesellschaft und in vielen Diskussionen am meisten stört, ist die verkopfte Bevormundung. Als Ergebnis kommen dann solche Sachen, wie Quoten, Inklusion, Abschaffung von (sonder) Pädagogischen Einrichtungen, Rechtschreibreform I & II… heraus.

  19. Profilbild
    KallePeng  

    Und aus aktuellem Anlass: https://www.youtube.com/watch?v=CBxYEGLckvQ Das ist eine Keyborderin, Producerin und dazu habe ich schon viel getanzt und geschwitzt, aber wenns ein Keyborder gewesen wäre who cares?
    Gerade letzte Woche drüber gestolpert und mir anschliessend noch 1 1/2 Std livekonzert auf YT gegeben, natürlich brettlaut.

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    iggy_pop  AHU

    Die meisten scheinen leider auf geballte Niedlichkeit und so eine ostentative Doofchen-Nummer zu setzen. Da wird dann erstmal leichtbekleidet das Mellotron geknuddelt und dergleichen, oder verführerisch mit den Fingern um die Knöpfe gewuselt. Dabei werden dann die Ganzkörpertattoos in Szene gerückt.

    Ich bin mir nicht sicher, ob sowas ernstzunehmender ist als ein dicker Nerd mit Pferdeschwanz, Brille, Bart und mehrtägiger Abwesenheit in der Duschkabine, der vor seinem Frankenstein-Eurorack steht und diesem Pieps- und Pupslaute entlockt.

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    Pulsefrequenz

    mmh. Ist diese Diskussion 2021 noch nötig? Ich habe keine Lust, Frauen immer in einer Opferrolle zusehen. Es gibt zig Frauen, die mich musikalisch massiv beeinflusst haben. Mit Sex hatte das auch damals nix zu tun.

    Wer sich der Welt in sozialen Medien zeigt, bekommt auch Gegenwind (oft von sozial eher unkompetenten Menschen). Das passiert Frauen wie Männern. Ich finde es albern, hier einen „Welpenschutz“ zu etablieren (weder für Frauen, Männer, LGBT, what ever). Respekt ist keine Einbahnstrasse.

    Man kann da nur bei sich selbst was ändern. Idiot:innen gibt es überall. Das wird man nicht verhindern. Aber neben dem allgemeinen Machogehabe gibt es eben auch Frauen, die sich selbst übersexualisiert präsentieren. Die Welt ist nicht schwarz/weiß. Machoproleten schaue ich mir nicht an. Aber Mädels, die auf unschuldig und Opfer machen und dann bewusst übersexy rüberkommen und sich dann über Kommentare wundern auch nicht.

    Dazwischen gibt es einfach enorm viele coole Musiker:innen die es einfach drauf haben und es macht Spaß so viel Talent zu sehen. Und mit dem nötigen Respekt voreinander klappst dann auch. Und wenn irgendein Channel oder Feed komisch abdreht, gehe ich halt weg. Das mache ich aber auch im realen Leben. Ich muss mich ja nicht mit komischen Leuten umgeben.

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    Quantenakustiker  

    Wer als weißer, deutscher Mann mittleren Alters im Jahr 2021 n. Chr. glaubt, sich für Frauenrechte in Einzelbereichen starkmachen zu müssen, hat noch nicht begriffen, dass Frauen in der Regel subtilere, genreübergreifende Strategien verwenden, um ihren Platz in der Gesellschaft zu man(n)ifestieren. Und damit recht erfolgreich sind, wie ich finde!

    Sie können ja zum Beispiel mal die aktuelle, durchschnittliche Lebenserwartung von Männern und Frauen in Deutschland gegenüberstellen und nach Gründen fragen. Würde man noch die Gefallenen der beiden Weltkriege mit einbeziehen, hätte sich diese dekadente Luxusdiskussion ohnehin erledigt. Aber das ist ja Schnee von gestern, nicht wahr?

    Außerdem laufen mir schnödem Hetero hier neuerdings jede Menge männliche Mitbewerber aus fernen Ländern über den Weg, aber nur ganz wenige weibliche Exemplare ähnlicher Bauart. Da kann man deutsche Frauen nur beglückwünschen zur großen Auswahl, die sich hier für sie – Sesam öffne Dich – ergeben hat. Wie es mit der Toleranz wohl aussähe, hätten 3 Millionen niedliche Asiatinnen den Weg nach Deutschland gefunden? Aber so weit ist es ja nicht gekommen.

    Für mich schaut es irgendwie so aus, als hätte der Elektroniker Rosswog die Lage nicht ganz erfasst und benötigte Nachhilfe von Frauen, nicht umgekehrt.

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      Sven Rosswog  RED 1

      Auf deine ganzen Gedanken möchte ich nicht gar nicht eingehen, denn offensichtlich hast du meinen Text nicht gelesen. Aber lass es von mir gesagt sein, dass ich deinen platten Rassismus, denn du hier vorführtst, verabscheuungswürdig empfinde. Du bedienst platte Klischees und bist offensichtlich absolut uninformiert über Fluchtursachen und Gründe und warum diese auch unterschiedliche Auswirkungen auf Mann, Frau und Kinder haben. Die Umgekehrung von Opfer zu Täter macht mich sprachlos.

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        Quantenakustiker  

        Bitte genau lesen, mit keinem Wort habe ich einer Person ihre Anwesenheit in Deutschland vorgeworfen, deren prekäre Lebensverhältnisse sie gezwungen hat, hierherzukommen. Vermutlich hätte ich unter solchen Umständen und mit der eröffneten Möglichkeit vor Augen selber nicht anders gehandelt.

        In erster Linie ging es mir darum, hier aufzuzeigen, dass Ihr Artikel die Einflussnahme von Frauen auf die Ausgestaltung der deutschen und europäischen Gesellschaften möglicherweise massiv unterschätzt.

        Ferner verstricken Sie sich in Widersprüche, wenn Sie zwar unterschiedliche Kulturkreise und doch wohl auch unterschiedliche Geschlechter irgendwie anerkennen, aber darauffolgend die vermeintlich typisierte Frauenrolle per se über einen Kamm scheren. Dabei gibt es doch solche und solche Frauen, diese und jene. Es gibt Hausfrauen und es gibt Widerstandskämpferinnen. Die Frauen mit Botox und Silikonbrüsten scheinen jedoch nicht besonders hoch bei Ihnen im Kurs zu stehen. Sind Sie vielleicht nicht so tolerant, wie es den Anschein erwecken möchte?

        Letztlich bin ich der Meinung, dass jede Person ihre Rolle in der Gesellschaft selber verkörpern und damit auch ein kleines Stück weit selbst bestimmen kann. Und ich bleibe dabei, Frauen haben es unter dem Strich in westlichen Gesellschaften doch weit gebracht. Für etliche Männer schaut es hingegen zappenduster aus.

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    DSL-man  RED

    Solang sich Frauen primär eher für Tätigkeiten mit Menschen interessieren und Männer für Dinge, wird es statistisch nichts ändern an der Verteilung in Berufsfeldern, wozu ich natürlich auch Musiker*innen sowie Personen zähle welche es als Hobby ausüben.
    Genauso wie man männliche Künstler schlecht findet, wird es das auch gegenüber weiblichen Künstlern geben, ebenfalls Vorurteile.
    Ich finde es schade das primär aus Angst vor Konsequenzen in den Medien vor allem große Unternehmen oder VIPs, Stellung beziehen/Gender Regeln hervorbringen, die dadurch erst Probleme schaffen und zwar die betroffene Person stärker in den Focus zu nehmen als einfach wie jede andere Person sein Leben leben zu lassen.
    In diesem Fall hier, wird sich eine Frau wohl eher unwohl fühlen nun als “Quotenfrau” gedrängt zu werden “oh hier ist eine, schaut mal her” kommt ein bisschen wie Mitleid an, fast schon Fremdschämen.
    Schlimm genug das bereits in Schulen die Kinder wahnsinnig gemacht werden mit diversen Genderregeln, obwohl die deutsche Rechtschreibung diese nicht vorsieht.

  24. Profilbild
    fanatic  

    Ein letzter Gedanke sei mir gewährt,

    wenn ein Mann (privilegiert) sich für Frauen (unprevilegiert) einsetzt und für deren Rechte kämpft, bedient er dann nicht genau das Frauenbild das er bekämpfen möchte? Ist das nicht Sexismus?

    Getreu dem Motto: die armen Puschelchen schaffen es nicht allein, da muss der Mann helfen…?…

    Und jetzt: Feuer frei;)

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      syncity

      Es gibt einen Unterschied zwischen „White Knighting“ und „Unprivilegierten im Kampf für mehr Privilegien und Gerechtigkeit zu unterstützen“.

      Es geht auch darum zu hinterfragen was männlich ist bzw. was es bedeutet ein Mann zu sein.

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        fanatic  

        Das weiß ich syncity!
        Aber es bringt den Diskurs nicht weiter Positionen oder Haltungen mit Samthandschuhen anzufassen.
        Das geht imho nur mit radikaleren Formulierungen. Das weckt evtl. Interesse, beleuchtet verschiedene Sichtweisen. Darum ging es mir primär.
        Und ich bleibe dabei. Diesen Artikel hätte ich mir eher von einer Frau gewünscht.
        So geht es mir im allgemeinen mit Rufen aus Elfenbeintürmen, egal welches Thema.

  25. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Die Kommentare zeigen das der Artikel mehr als wichtig ist.
    Die Kommentare sind sehr interessant denn Sven Rosswog geht unangenehmen Diskussion nicht aus dem Weg und bleibt dabei immer sehr freundlich.

    Vorbildlich.
    Denn es soll ja etwas bringen.
    Respekt.

  26. Profilbild
    Fredi  

    Hallo Anthony,

    ich weiß jetzt nicht, welche Diskussion Du verfolgt hast, die Du als „vorbildlich“ bezeichnest, aber diese hier kann es nicht gewesen sein.
    Sven hat einen sehr kontroversen Artikel verfasst, dessen Thesen offenbar einige hier nicht teilen (ich eingeschlossen). Die – teilweise sehr provokanten – Gegenreden wurden vielfach in einer Guru-Haltung „Du bist leider nicht erleuchtet, das was Du sagst, ist nicht relevant und ich erkläre Dir warum“-Manier weggeredet und abgefertigt, statt sich ernsthaft inhaltlich damit auseinanderzusetzen.
    Darüber hinaus gab es diverse Bewertungen von Forumsteilnehmern als „Rassist“, „Sexist“, „verabscheuungwürdig“ usw. bis hin zu Heulsusensprüchen wie „wenn der Otto das nochmal sagt, dann gehe ich aus dem Zimmer“ oder dem unerträglichen Neymar/Marta-Gehabe, der (imaginäre) Schiedsrichter – vermutlich der Tyrell? – solle jetzt XY mal die rote Karte zeigen.
    Es ist sicher dem Thema geschuldet, dass es emotional hoch hergeht, aber ein leuchtendes Beispiel für eine gute Diskussion war das hier sicher nicht.
    Da will ich mich nicht ausnehmen, vielleicht sollten wir alle mal etwas in uns gehen, wie wir auf einer solchen Plattform miteinander umgehen wollen.

    Gruß
    Fredi

    • Profilbild
      fanatic  

      Fredi, ob du möchtest oder nicht, ich muss dir beipflichten.
      Wie schon jemand hier geschrieben hat: einfach Kommentarfunktion deaktivieren bei solch wichtigen Themen. Geantwortet wird freundlich solange es um Applaus und Zustimmung geht. Das soll keine grosse Manöverkritik werden, spiegelt es doch den Zeitgeist wieder. Diskussion ja – aber bitte keine andere Meinung.
      Ich versuche erneut mich hier aus politischen und gesellschaftsrelevanten Themen rauszuhalten und mir überspitzte Thesen und Formulierungen zu verkneifen. Belebt nicht die Diskussions“kultur“ auf Amazona. Schade.
      LG

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        Fredi  

        Hallo fanatic,

        ich freue mich natürlich, wenn mir jemand beipflichtet.
        Auf der anderen Seite wäre es natürlich schön, wenn ich komplett Unrecht hätte…
        Mein Gott, so ein Metaproblem ;-)

        Gruß
        Fredi

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      Anthony Rother  AHU

      Hallo Fredi,

      bei verschiedenen Meinungen sind Diskussion nie leicht.
      Und dieses Thema und dem verwandte Themen bestimmen die kommenden Jahre
      und sind auch Teil des Generationenwechsel.

      Selbstverständlich siehst Du das hier mit der Diskussion anders da Du ja anscheinend anderer Meinung bist.
      Aber darüber zu diskutieren ist wichtig und das Ziel wurde ja mindestens erreicht.

      Gruß
      Anthony

  27. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Ich glaube das sollte man nicht immer so verbissen sehen. Und bevor jetzt einer laut „Frauenquote“ schreit… Verdammt, da war er schon. #nevermind.
    Ja, sicher kämpfen Frauen auch in diesem Metier mit den üblichen Schubladen. Aber ganz so apokalyptisch wie das hier beschrieben wird empfinde ich (jetzt als Mann) das nicht. Und wer beispielsweise 1993 behauptet hätte, der Erfolg von Björk ist ja nur weil Nellee Hooper das produziert hat, wurde mit allen folgenden Alben lügend gestraft. In jüngerer Zeit hat sie aber auch einfach nicht mehr so oft oder gar nicht mehr geliefert. Dafür kamen auch mal neue Gesichter, wie z.B. Aurora die ja durchaus kommerziell erfolgreich war. Und Elektro ist ja nicht alles. Wieviele Rockgitaristinnen kennt ihr? Die Wilson Schwestern (Heart) und Jennifer Batten fallen mir da spontan ein. Ne Liste ist das mMn noch nicht. Auch Songwriterin will mit viel Schweiß erarbeitet sein. Bei Pink hat das toll hingehauen, bei einer ihrer treuesten Hitlieferantinnen Linda Perry (4 Non Blondes) hat es als Onehitwonder geendet.
    Wäre natürlich zu erforschen, ob da tatsächlich zu wenig interesse von fraulicher Seite besteht oder ob (was nicht unwahrscheinlich ist) Frauen auch hier doppelt so hart daran arbeiten müssen bis sie gehört werden. Andererseits beklagte kaum jemand zu wenig nähende Männer in der Brigitte.

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    s.tubenrocker  

    Eine Welt in der jeder Mensch sein kann wie er will und machen was er möchte, ohne sich dafür erklären oder rechtfertigen zu müssen?
    Bin dabei!

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    illlumen

    Ich habe mir tatsächlich alle Kommentare aufmerksam durchgelesen. Auch aus dem Grund, weil ich mir ein Bild davon machen wollte, wie die „Community“ (bzw. der Teil der Community) sich zu dem Thema positioniert. Sicher, jeder Kommentar ist erstmal einzeln zu betrachten und erst im Wie des Miteinanders werden Kommunikationsstrukturen und Interaktion beurteilbar. Mein Respekt gilt denen, die sich trauen dieses Feld mit mehr zu betreten als nur mit einem Statement oder einem Vorwurf. Der Austausch ist wichtig und kann in vielerlei Hinsicht fruchtbar sein, insofern achtsam vorgegangen wird und Menschen nicht für ihre Meinung verurteilt werden. Ich finde, jeder darf denken, was er will – insofern er damit anderen nicht schadet. Es gibt so viele Wahrheiten wie es Ansichten gibt, sage ich immer.

    Sicher, manche Kommentare haben mich auch ziemlich irritiert und erschrocken – ich versuche sie aber so stehen zu lassen. Diversität statt Differenz könnte die Devise sein. Am wichtigsten ist mir aber der Respekt – und bis auf ein paar Ausnahmen ist der doch durchgängig vorhanden.
    Vielen Dank an @Sven für seinen Mut und sein Engagement in diesem Bereich!

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    KallePeng  

    Ich möchte es AMAZONA ganz hoch anrechnen, dass dieser Kommentar Strang nicht geschlossen wurde.
    Hier kristallisiert sich der kleine aber feine Unterschied zu den beiden Blogs aus dem Hause Thomann heraus.
    Es gab kürzlich wegen des Namens von ‚Gearslutz‘ einen Blog, zum Thema „Namensänderung wegen Frauenfeindlichkeit und nicht mehr Zeitgemäß“ es gab eine ähnlich heftige Debatte und nach ca. 60 Kommentaren wurde der Blog einfach kommentarlos geschlossen.
    Wenn Ihr dies lesen könnt, dann wurde auf Amazona gerade nicht so verfahren.
    👍😎

    • Profilbild
      Dirk Matten  RED

      Es kommt darauf an, wie gut die Teilnehmer sich zu benehmen wissen. Die Kommentare hier bei AMAZONA.de werden zeitnah gesichtet, wenn sie die Regeln des Anstands verletzen oder strafrechtlich relevante Äußerungen beeinhalten, greifen wir beherzt ein, teilen den Grund dem Teilnehmer in einer separaten E-Mail mit. In der Regel zeigt der Teilnehmer dann Verständnis und entschuldigt sich. Prima Forum hier, tolle Community.

  31. Profilbild
    Volker Rapp

    Wenn man sich die Konzerte von Klaus Schulze, TD u.ä. ansieht, dann sind die mehrheitlich männlich besetzt, i.d.R. kommt die bessere Hälfte nur aus Mitleid zu EM Konzerten mit und langweilt sich.
    Bei Jarre hüpft immerhin der Beau selbst über die Bühne, bei Kraftwerk kann man sich bewegen.
    Diese Elektronische Musik (EM) und alles in diesem meist nicht tanzbaren Fahrwasser ist einfach nicht sexy.

    Und Frauen beherrschen ihre Instrumente, brauchen nicht mit blinkenden Elektroschrott ablenken, der weitaus weniger Ausdruck hat als eine Geige. Und die ist obendrein noch transportabel und authentisch.

    Und in unserer Gesellschaft geben Frauen ihre Talente auf, wenn das Thema Famile ansteht.
    Da ist die tägliche Stunde zum Üben nicht mehr drin.

  32. Profilbild
    Volker Rapp

    Gerade läuft auf WDR 2 die Top 100, Hörer*innen haben ihre Lieblingshits gewählt:
    60% Combos aus England,
    1 Instrumental Titel (mit Drums),
    und nur 3 Frauen als Künstlerin.
    Auch wenn die Hörer von WDR 2 nicht repräsentativ für NRW sind, so ist das Ergebnis doch sehr zu Ungunsten von weiblicher Beteiligung in der Musik.

  33. Profilbild
    BurtBurtson  

    Für mich waren die Synthesizer ja immer eher mein Schutzraum vor der Realität – und meiner Unsicherheit im Umgang mit Frauen.

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