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Special: Geschichte und Entwicklung des Federhalls


Das macht alles so schön Sproing hier ...

ReTube-Federhall von Vermona

Die eigentliche Vorarbeit zum ersten zum Patent angemeldeten Federhalls kam aber aus dem Bereich der kabelgebundenen Langstreckentelefonie. Denn obwohl es seit 1927 bereits eine kommerziell nutzbare Überseekommunikation zwischen Deal, NJ, USA und Rugby, EN, GB gab, nutze diese den noch frischen Langwellenfunk für die eigentliche Überseeübertragung. Das erste transatlantische Tiefseekabel (TAT) wurde tatsächlich erst 1956 verlegt.

Ein Problem, das die Wissenschaftler und Tüftler in den damaligen Bell Labs um 1939 also immer noch beschäftigte, war die Übertragung eines Telefonsignals über lange Kabelstrecken hinweg. Denn es gab (und gibt) ein Problem mit elektrischer Übertragung über große Entfernungen hinweg und die Älteren unter uns können sich vielleicht auch noch daran erinnern: Bei solchen Telefonaten hatte man es öfter mit seltsamen Echos zu tun. Grund dafür ist die Reflexion der elektromagnetischen Wellen beim anderen Teilnehmer. Technisch gesprochen liegt das, vereinfacht gesagt, an unterschiedlichen Abschlussimpedanzen. Sind diese nicht einheitlich, so wird ein Teil der Wellen reflektiert und wieder zum Ursprung zurückgeschickt. Bei Entfernungen von 6000 km (Luftlinie) dauert das dann, auch bei 300.000 km/s, zwei mal 0,02 Sekunden also 40 ms. Geht man dann noch von mehrfach Reflexionen aus (die Kabelstrecke ist ja nie eine eins-zu-eins Direktverbindung, sondern lief teilweise über unzählige Telefonmaste) eröffnet das weitere Probleme. Abhilfe dabei schaffte ab 1937 das koaxiale Erdkabel, das mit einer definierten Abschlussimpedanz dieses Problem anging.

History Fact: Eine weitere Erfindung dieser Zeit, die 1937 von dem Briten Alec Reeves gemacht wurde, war die digitale Kodierung analoger Signale über PCM (Pulse Code Modulation).

In Zusammenhang mit Experimenten über das Echophänomen bei Ferngesprächen wurde ein Apparat in den Bell Labs ersonnen, mit dem sich dieses Phänomen im Labor erforschen ließ. Dieser Apparat nutzte Spiralfedern, um möglichst lange Leitungslängen nachstellen zu können. Auf die Funktionsweise dieses Experimentierapparates wurde schließlich Laurens Hammond aufmerksam, der sich zu dieser Zeit bereits einen Namen mit seinen elektromechanischen Orgeln auf Tone-Wheel-Basis gemacht hatte.

Dann wurde es zum Instrument

Doch fehlte dem Klang der Orgeln etwas ganz Entscheidendes, das die meisten Menschen der damaligen Zeit akustisch fest mit einer Orgel assoziierten: den Wi(e)derklang eines großen Raumes, in dem die mit Luft betriebenen Pfeifenorgeln traditionell genutzt wurden: einer Kirche. Da gerade kleine, freie Kirchengemeinden zu den ersten Kunden gehörten, verwundert die Suche nach einer geeigneten Methode (oder Musikinstrument, wie es im Patent steht) nicht, um diesen Raumklang günstig, kompakt und transportabel nachzustellen.

„In a lot of ways, creativity is just messing with people’s expectations,“ he says. „Reverb can be that jolt.“
Bill Putnam

 

 

 

Natürlich gab es bereits das Bestreben, die Akustik eines Raumes auch bei der Studioaufnahme von Musikdarbietungen einzusetzen. Üblich waren bereits in den 1930er Jahren die Nutzung eines echten Raumes oder Hallkammer. Über einen Lautsprecher wurde das zu verhallende Signal in den Raum gegeben, um daraufhin von einem Mikrofon im Diffusfeld wieder abgenommen zu werden. Daher stammen auch noch die „Room Verbs“ und „Echo Chambers“ bei heutigen digitalen Hallgeräten.

Aber der Berg (Hallraum) sollte ja zum Propheten (Publikum) kommen und nicht umgekehrt. Die Hallplatten, die übrigens später erfunden wurden und nicht vor 1957 von EMT-Franz (Elektro-Mess-Technik) kommerziell vertrieben wurden, hätten mit ihren, anfänglich schlappen 270 kg sicherlich auch keine gangbare Alternative dargestellt.

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    falconi RED

    Sehr umfassende und vielseitige Betrachtung des Themas, trotzdem kurz, knackig, kurzweilig. Danke, auch für die tolle Linkliste.

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    iggy_pop AHU

    Sehr schön recherchiert und gut geschrieben — das findet man nicht jeden Tag im Internetz.
    Nicht zu vergessen, der EMS VCS-3 bzw. der Synthi-A hatten ebenfalls einen eingebauten Federhall mit an Bord, der gerade dem VCS-3 eine zusätzliche Dimension gab: Egal, wo man bei aufgedrehtem Hall den Putney berührt, es scheppert immer irgendwie. Bei Buchla heißt das wahrscheinlich Touch-Sensitive Audio Dimensional Interface oder so und kostet 5.000 Euro ohne Zoll…
    Der AKG BX-15 fehlt noch in der Auflistung der Geräte des Wiener Herstellers — sehr schön zu hören ist er nicht nur auf diversen Alben von Klaus Schulze ab Mitte der 1970er Jahre (neben dem BX-20), sondern auch auf dem Soloalbum „Epsilon in Malaysian Pale“ von Edgar Froese.
    Mark Shreeve / Redshift verwendet noch heute den EMT 240 Folienhall und bekommt immer große Augen, weil die Mellotron-Flöten plötzlich so eine authentische Patina bekommen…

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      swissdoc RED

      Den Halltank vom BX-15 gibt es auch in der Verpackung von Uniton als Swissecho 2000. Da ist noch ein BBD Delay für das Predelay und andere lustige Sachen mit dabei. Details, Bilder und Sounds gibt es hier:

      http://www.....swissecho/

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        iggy_pop AHU

        Mit dem Extra-Delay kommt das Swissecho schon eher in Reichweite des BX-25E, obwohl der 25 einen anderen Halltank als der 15 verwendet (und auch einen anderen als der 20)

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    Son of MooG AHU

    Am Anfang hatte ich einen Federhall in der Familien-Heimorgel (zusammen mit einem Akai Tonbandgerät meine ersten FX), heute habe ich die Miniatur-Ausgabe A-199 im Eurorack, allerdings etwas subtiler eingesetzt.

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    Filterpad AHU

    Mein Federhall ist leider defekt! Kann jemand vielleicht eine Ferndiagnose durchführen der etwas Erfahrung damit hat, bzw. einen Tipp geben wie man das am besten testen kann? Modell könnte eine „Accutronics Type 4“ sein. Optisch jedenfalls absolut identisch und ebenfalls von Hammond.

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      iggy_pop AHU

      Ferndiagnose geht leider nicht. Das kann die Treiberschaltung sein, die Erregerspulen oder die Abnehmer, vielleicht ist ein haarfeines Drähtchen irgendwo gerissen, vielleicht ein Kabel in Eingang oder Ausgang defekt…. wer weiß?
      Ein A4 sollte relativ leicht und preiswert zu ersetzen sein.

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    t.goldschmitz AHU

    Ich wollte mich ausdrücklich für den ganzen Blumenstrauß hier bedanken.
    Selten musste ich mit so vielen widersprüchlichen Quellen arbeiten, um mir dann ein plausibles Gesamtbild machen zu können.
    Aber die Anerkennung hier entschädigt für alles!
    Danke!

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